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In vielen Gebieten ist oder wird Trinkwasser knapp. Es erscheint daher verschwenderisch, zur Klosettspülung Trinkwasser zu verwenden. Abgesehen davon, führt das Einleiten des Abwassers, auch wenn es vorher geklärt worden ist, durch die enthaltenen Mineralstoffe zu einer Eutrophierung des natürlichen Gewässers und damit zu einer Umweltbelastung. Ebenso empfiehlt es sich für viele Gebiete aus volkswirtschaftlichen Erwägungen nicht, zur Nahrungsmittelproduktion grosse Mengen von Mineralstoffen zu importieren, um sie dann nutzlos ausser Landes zu bringen, indem sie den grossen Flüssen aufgelastet werden.
Es wurden daher bereits wasserlose Klosetts auf biologischer Basis, unter Verwendung von Humus, entwickelt.
Bei einem bekannten Klosett dieser Art erfolgt die biologische Zersetzung und Umwandlung der Toilettenabfälle in Humuserde mittels einer vorpräparierten Humuserde, die gleichmässig über einem Rost verteilt ist und sämtliche Zersetzungsorganismen und deren Nährboden enthält, um den Abbauprozess in Gang zu bringen. Nach jeder Benutzung sorgt ein motorisch angetriebener Verteilerarm für die gleichmässige Verteilung der Abfälle über die Humusschicht.
Der Kompost wird durch eine Zwangsbelüftung mittels vorgewärmter Luft auf 35 C erwärmt, wobei die Flüssigkeit, die in Form von Urin zugeführt wird, geruchlos verdunstet und mit der Ventilationsluft durch ein Entlüftungsrohr abgeführt wird. Mittels einer einstellbaren Luftklappe kann dafür gesorgt werden, dass die für den biologischen Prozess optimale Feuchtigkeit immer vorhanden ist.
Der Nachteil dieses bekannten Klosetts besteht darin, dass ein Stromanschluss benötigt wird und täglich etwa 3 bis 6 kW Energie verbraucht wird.
Die Erfindung bezweckt die Schaffung eines biologisch wirkenden Klosetts, bei dem ein Stromanschluss nicht notwendig ist. Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass als Aufnahmematerial für die Fäkalien Traubenkerne, die nach dem Schroten einer Verrottung unterzogen worden sind, dienen. Das erfindungsgemässe Klosett hat den Vorteil, dass ein Ventilator zur Absaugung der Luft und deren Abfuhr ins Freie entbehrlich ist. Die Belüftung der Aufnahmeschicht geschieht beim neuen Klosett durch Eigenwärme nach oben oder in Phasen geringer Eigenwärme durch Ausströmen des entstehenden schwereren Kohlendioxyds durch eine an der tiefsten Stelle des Systems angebrachte Abzugsöffnung.
Die Aufnahmeschicht für die Fäkalien und den Urin kann je nach Leistungsfähigkeit verschieden dick sein und soll im oberen Bereich aus grob verschroteten Kernen bestehen, die im Traubentrester bzw. im Kompost aus diesem enthalten sind und die nach dem Schroten noch einen Rottevorgang durchmachen. Dieser Kernschrot ist lange haltbar, rieselfreudig und die Partikel sind untereinander leicht beweglich, inkrustieren sofort oberflächlich die Fäkalien und leiten sogleich einen mikrobiellen Abbauvorgang ein, der unter aeroben Bedingungen abläuft und Kohlendioxyd und Wasserdampf liefert und weitgehend geruchsfrei abläuft. Die Partikel des groben Kernschrots bewahren die abbauenden Mikroben auf lange Zeit, bei Trockenheit in dauerhaften Sporen, die schnell aktiviert werden können.
Für den feinen Kernschrot gelten die gleichen Eigenschaften, wenn sie erst nach abgeschlossener Rotte verwendet werden, da hiedurch die Bildung von Schimmelpilzen, welche die Partikel miteinander verbinden und die Rieselfreudigkeit herabsetzen, vermieden wird. Das Material kann in den gleichen Behältern wie für Wasserspülung eingefüllt werden und gelangt über ein Rohr, das etwas schaufelartig endet, so dass eine gewisse Streuwirkung eintritt. Die Fäkalien werden dadurch oberflächlich eingepudert, wodurch eine Geruchsbindung und leichte Trocknung eintritt. Auch Urin wird durch das trockene Pulver aufgesaugt.
Der mikrobielle Abbau beginnt sofort.
In der einfachsten Form besteht das erfindungsgemässe Klosett aus einem Behälter, wie er als Wasserbehälter bei den üblichen Wasserklosetts verwendet wird, einer Holzbrille samt Deckel und einem Plastikeimer sowie einer stabilen Holzummantelung dieses Eimers zur Aufnahme des Sitzteiles. Das Klosett kann in üblicher Weise benutzt werden, wobei nach jeder Benutzung an Stelle des Spülvorganges das Berieseln der Fäkalien durch Ziehen am Griff des Behälters tritt. Es genügt gelegentlich, den Eimer auf Grünflächen mit Humusbedarf auszuleeren und mit einer Grundschicht Aufnahmematerials zu versehen.
Schon nach kurzer Zeit sind die Fäkalien humifiziert und nicht mehr als solche zu erkennen.
Das erfindungsgemässe Klosett kann jedoch in verbesserter Form benutzt werden. Bei Verwendung eines Plastikeimers kann kein sehr starker Gasaustausch stattfinden, da sich das gebildete C02 im unteren Bereich hält und nicht aufsteigt, weil die im Eimer enthaltene Masse nicht gross genug ist, um eine stärkere Erwärmung zu bewirken und die Energie, die durch die langsamen Abbauvorgänge ensteht,
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durch die Verdunstung flüssiger Bestandteile verbraucht wird. Es kann daher sein, dass bei dieser einfachsten Ausführungsform der Abbauvorgang nicht mit dem Zugang durch Fäkalien und Urin sowie trockenem Kernschrot mithalten kann.
Die verbesserte Ausführung enthält eine Rührvorrichtung, die von Zeit zu Zeit nach beiden Seiten von Hand zu drehen ist, wobei sich auf Grund der Anstellwinkel der beiden Blätter des Rührflügels, diese einmal leichter beweglich auf der Oberfläche streichend, das anderemal mit schärferer Schneide und Spitze voran, sich tiefer einbohrend und gegebenenfalls Toilettpapier durchschneidend bewegen. Das Material häuft sich dadurch nicht an, wird spiralig nach aussen weiterbewegt und auch oberflächlich mit Humuspartikeln behaftet.
Die Vorderinnenwand kann eine Rinne aufweisen, die den an der Wand herunterlaufenden Urin auffängt und in die mittlere Humusmasse leitet.
Es ist zweckmässig, die Sitzplatte mit der Öffnung zu einem hinteren Eck fast unmerklich ansteigen und von diesem Bereich ein Abzugsrohr ausgehen zu lassen, um eine Trocknung des über den Humusschichten liegenden Luftraumes zu erreichen. In der andern Ecke ist das Abzugsrohr eines "Rostes" aus Plastik-Dränagerohren mit Löchern vorgesehen, wobei dieser Rost zum Abzugsrohr leicht ansteigt, so dass bei Wärmeentwicklung die gasförmigen Abbauprodukte (Co, H O u. a.) nach oben geleitet werden. An einer tiefen oder an der tiefsten Stelle ist eine ins Freie oder in einen durch Gitter geschützten Schacht mündende Öffnung angeordnet, durch die das schwerere Kohlendioxyd entweicht.
Es ist zweckmässig, auf den aus Dränageröhren bestehenden Rost zunächst eine Schicht Torfmull aufzubringen und erst darauf die Schicht aus Trebernschrot anzuordnen, um eine gute Durchlüftung zu erzielen.
Zur weiteren Verbesserung der Humifizierung kann im fortgeschrittenen Stadium in das Aufnahmematerial ein Regenwurm, u. zw. der Kompostwurm, z. B. Fiseniafoedita, eingesetzt werden.
In der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung in einer beispielsweisen Ausführungsform
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samt Deckel trägt. Oberhalb und hinter dieser Öffnung ist ein Behälter--5--vorgesehen, der dem üblichen Wasserbehälter beim Wasserklosett entspricht. Die von ihm ausgehende Rohrleitung --6-- endet knapp oberhalb eines Kastens --7--, wobei das Rohrende --8-- schaufelförmig ausgebildet ist, um eine Streuwirkung des aus dem Behälter --5-- durch das Rohr --6-- nach unten rieselnden Materials zu erzielen. Nahe der Öffnung --4-- ist ferner ein Rührwerk --9-- vorgesehen, dessen Rührflügel zwei Blätter --10-- aufweist, die propellerartig ausgebildet sind.
Der Rührflügel wird mittels einer Kurbel --11-- und einer Welle-12-- von Zeit zu Zeit in beiden Drehrichtungen bewegt. Das Rührwerk ist höhenverstellbar, so dass die Blätter --10-- auf die Höhe der Aufnahmeschicht-13-im Kasten-7- eingestellt werden können. Dieser ist auf Rollen --14-- verschiebbar und enthält einen aus Dränagerohren - 15-- bestehenden Rost --16-- und ist nach zwei Richtungen geneigt, wobei an der höchsten Stelle ein Lüftungsrohr --17-- ausgeht und an der tiefsten Stelle eine Öffnung --18-- in der Wand des Kastens - vorgesehen ist.
Die durch den bakteriellen Abbau entstehende Wärme führt dazu, dass das entstehende C02 durch das Rohr-17-- abzieht. Bei Abkühlung tritt das kalte C02 durch die Öffnung --18-- in den Schacht --19-- aus, der vorzugsweise durch ein Stabgitter --20-- abgeschlossen ist.
Im Gestell-l-sind ferner zwei Abzugsrohre --21 und 22-angeordnet, von denen das erste im Bereich der Oberkante des Kastens-7-- endet und bei eingeschobenem Kasten mit dem Rohr-17- fluchtet. Zur Verbindung der beiden Rohre ist eine Muffe --23-- vorgesehen, die mittels einer Stange - heb-und senkbar ist. Die Verbindung wird vor dem Herausziehen des Kastens --7-- gelöst. Das Lüftungsrohr --22-- endet in der hinteren oberen Ecke der Kammer
Zunächst wird im Bereich des Rostes --16-- eine Schicht Torfmull in den Kasten --7-- eingebracht und darauf eine Schicht Trebernschrot angeordnet. Ebenso wird der Behälter-S-mit vorzugsweise feinem Trebernschrot gefüllt.
Nach jeder Benutzung des Klosetts wird in gewohnter Weise am Griff --25-gezogen, so dass Kernschrot durch das Rohr --6-- nach unten rieselt und sich über die Fäkalien ausbreitet.
Sobald der Kasten --7-- voll ist, kann er durch einen mit Torfmull und Trebernschrot vorbereiteten Kasten ersetzt werden. Es ist zweckmässig, die Bahn für den Kasten --7-- zum Schacht --19-- hin leicht schräg auszubilden, um den schweren vollen Kasten --7-- leicht verschieben zu können. Der vorbereitete
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Kasten weist geringeres Gewicht auf und kann in diesem Falle daher ohne Anstrengung in die Kammer --2-- geschoben werden.
Soweit der Humus nicht in unmittelbarer Umgebung als Dünger benutzt wird, kann er eingesammelt werden, wozu ein Lastwagen, notfalls mit einem Hebebehelf, dienen kann.