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Die Erfindung bezieht sich auf ein Brillengestell, welches im Bereich des Steges mit auf der Nase aufliegenden Stützflächen versehen ist, auf die eine Auflageschicht aufgebracht ist.
Es ist ein häufiger Mangel, der bei Brillengestellen in Erscheinung tritt, dass die im Bereich des Steges auf der Nase aufliegenden Stützflächen des Brillengestells unter der Gewichtslast der Brille auf der Nase unschöne und auch schmerzende Druckstellen verursachen. Dies geht darauf zurück, dass in jenen Fällen die Form der Stützflächen nicht hinreichend mit der Form der Nase übereinstimmt und es bedarf oft mehrerer Korrekturen durch einen geübten Fachmann, um die Stützflächen eines Brillengestells den korrespondierenden Flächen der Nase anzupassen. Häufig gelingt dieses Anpassen aber nicht, und es treten dann die erwähnten nachteiligen und oft schmerzenden Druckstellen auf.
Auch das bekannte Vorsehen einer weichen Auflageschicht auf den auf der Nase aufliegenden Stützflächen des Brillengestells, oder das Anordnen nachgiebiger Auflagekörper, welche entweder in sich nachgiebig ausgebildet sind oder aber am Brillengestell federnd gelagert sind, vermag zwar das Entstehen nachteiliger und oft schmerzender Druckstellen zu mindern oder hinauszuzögern, aber nicht auszuschalten, da nach wie vor meist keine Übereinstimmung zwischen der Form der Stützflächen des Brillengestells und der Form der Nase vorliegt.
Es ist ein Ziel der Erfindung diesem Übel abzuhelfen.
Das erfindungsgemässe Brillengestell eingangs erwähnter Art ist dadurch gekennzeichnet, dass in der (den) Stützfläche (n) mindestens eine Ausnehmung oder mindestens ein von der (den) Stützfläche (n) aufragender an sich bekannter Fortsatz vorgesehen ist und dass zur Bildung der Auflageschicht in diese Ausnehmung über die Ausnehmung herausragendes bzw. um den Fortsatz diesen Fortsatz umhüllende, kalthärtendes Kunststoffmaterial ein-bzw. aufgebracht ist.
Durch das Vorsehen von Ausnehmungen in Form einer Nut oder auch in Form zylindrischer Öffnungen od. dgl. oder durch das Vorsehen von Fortsätzen auf der bzw. den Stützflächen kann eine gute Verankerung eines Kunststoffmaterials, das zum Zweck der Anpassung der Form der Stützenflächen einerseits und der Form der Nase anderseits zwischen die beiden gebracht wird, gewährleistet werden, wobei durch den Einsatz eines kalthärtenden Kunststoffmaterials ohne grössere Belästigung des Trägers, für den das Brillengestell bestimmt ist, und ohne grossen Arbeitsaufwand eine der Nasenform entsprechende Form der auf der Nase aufliegenden Flächen des Brillengestells herbeigeführt werden kann.
Im Interesse eines angenehmen Tragens des Brillengestells kann man dabei vorteilhaft vorsehen, dass in die Ausnehmungen bzw. um die Fortsätze ein im gehärteten Zustand weichplastisches Kunststoffmaterial, insbesondere Silikongummi ein-bzw. aufgebracht ist.
Als Stützfläche, in der Ausnehmungen oder Fortsätze vorgesehen werden, kann z. B. die Innenseite des Steges herangezogen werden, was insbesondere bei sehr leichten und verhältnismässig dünnen Brillengestellen vorteilhaft ist. Bei dickeren Brillengestellen bzw. Brillengestellen von grösserem Gewicht kann man vorteilhaft die Ausnehmungen bzw. Fortsätze in bzw. an Auflageflügeln, welche beiderseits des Steges auf der Nase aufliegen, vorsehen.
Im Interesse einer Erleichterung des Einbringens des Kunststoffmaterials in die Ausnehmungen kann man vorteilhaft die Ausnehmungen mit Durchgangsöffnungen versehen, die durch die die Stützflächen tragenden Teile des Gestells führen, wodurch einerseits beim Einbringen des Kunststoffmaterials die in der Ausnehmung befindliche Luft nach hinten entweichen kann und anderseits das sichtbare Austreten des Kunststoffmaterials aus den Durchgangsöffnungen anzeigt, dass die Ausnehmung zur Gänze gefüllt ist und damit eine gute Verankerung des Kunststoffmaterials gewährleistet ist. Im Interesse einer guten Verankerung des Kunststoffmaterials kann man auch vorsehen, dass die Ausnehmungen mit hinterschnittenen Wänden versehen sind. Desgleichen kann man vorteilhaft zwischen den die Ausnehmungen bzw.
Fortsätze aufweisenden Flächen des Brillengestells und einem weichplastischen Kunststoffmaterial, das auf diese aufgebracht ist, einen Klebstoff bzw. Haftvermittler vorsehen.
Die Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zum Herstellen eines, wie vorerwähnt ausgebildeten Brillengestells, welches Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, dass in bzw. an den zum Aufruhen auf der Nase vorgesehenen Stützflächen Ausnehmungen bzw. Fortsätze vorgesehen werden und in die Ausnehmungen bzw. um die Fortsätze des so vorbereiteten Brillengestells eine das Volumen der Ausnehmungen übersteigende Menge an kalthärtendem Kunststoffmaterial eingebracht wird und der ausserhalb der Ausnehmungen befindliche bzw. der die Fortsätze umhüllende Kunststoff durch Aufsetzen der Brille vom vorgesehenen Träger derselben der Nasenform des Trägers angepasst wird.
Durch das
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erfindungsgemässe Verfahren kann eine optimale Anpassung der Stützflächen eines Brillengestells an die korrespondierenden Auflageflächen der Nase herbeigeführt werden, ohne dass es dazu hochqualifizierter Facharbeit oder besonderer Mühe bedarf.
Eine Weiterbildung des erfindungsgemässen Verfahrens sieht vor, dass vor dem Einbringen des kalthärtenden Kunststoffmaterials die die Ausnehmungen bzw. Fortsätze aufweisenden Flächen des Brillengestells mit einem Klebstoff bzw. Haftvermittler versehen werden.
Die Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen weiter erläutert. In den Zeichnungen zeigt Fig. 1 eine Ansicht der Umgebung des Steges einer ersten Ausführungsform eines erfindungsgemässen Brillengestells, Fig. 2 einen Schnitt gemäss
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1Brillengestells, Fig. 6 einen Schnitt gemäss der Linie VI-VI in Fig. 5, Fig. 7 im Schnitt eine Ausführungsform einer Stützfläche eines erfindungsgemässen Brillengestells, Fig. 8 eine andere Ausführungsform einer solchen Stützfläche in einer Ansicht, Fig. 9 eine weitere Ausführungsform einer solchen Stützfläche, gleichfalls in Ansicht und Fig. 10 dieselbe im Schnitt gemäss der Linie X-X in Fig. 9.
Bei dem in Fig. 1 und 2 dargestellten Brillengestell sind die Gläserfassungen --1 und 2-- mittels des Steges --3-- miteinander verbunden und es sind im Bereich dieses Steges --3-- an den der Nase zugewandten Seiten der Gläserfassungen --1 und 2-- Stützflächen --4, 5-- vorgesehen, die dem Brillengestell einen Sitz auf der Nase vermitteln und das Gewicht der Brille auf die entsprechenden Stellen der Nase übertragen. In die Stützflächen --4, 5-- sind Nuten --6, 7-- eingearbeitet, wobei die
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--8-- dieseraussen.
In die Nuten --6, 7-- ist ein kalthärtendes Kunststoffmaterial eingebracht, wobei die Menge dieses Kunststoffmaterials so gewählt ist, dass es auch die Stützflächen --4,5-- überdeckt und eine Auflageschicht --11-- zwischen den Stützflächen --4,5-- des Brillengestells und den korrespondierenden Flächen
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--6, 7-- wirdhinterschnittene Form der Wände --8-- der Nuten und anderseits durch die Durchgangsöffnungen --9-- sehr gefördert, da durch die Durchgangsöffnungen --9-- beim Eindringen des Kunststoffmaterials in die Nuten--6, 7--die in den Nuten --6, 7-- befindliche Luft entweichen kann und auch Kunststoffmaterial in die Durchgangsöffnungen --9-- eindringen kann und nach dem Aushärten in diesen Durchgangsöffnungen sitzende Verankerungsstifte bildet.
Zur Herstellung eines solchen erfindungsgemässen Brillengestells wird vorteilhaft so vorgegangen, dass man in die im Bereich des Steges befindlichen Stützflächen des Brillengestells Ausnehmungen, z. B. Nuten --6,7--, einarbeitet und in diese Ausnehmungen eine das Ausnehmungsvolumen übersteigende Menge an kalthärtendem Kunststoffmaterial einbringt und dann durch Aufsetzen der Brille vom vorgesehenen Träger derselben das ausserhalb der Ausnehmungen befindliche Kunststoffmaterial der Nasenform des Trägers anpasst, wobei das ausserhalb der Ausnehmungen befindliche Kunststoffmaterial im Zuge dieses Anpassungsvorganges eine Art Auflageschicht zwischen den Stützflächen des Brillengestells und der Nase des Trägers bildet.
Es kann dabei kalthärtendes Kunststoffmaterial, welches im Zuge des Härtungsvorganges einen starren Körper bildet, verwendet werden ; ein besserer Tragkomfort der Brillengestelle kann aber erzielt werden, wenn man ein im gehärteten Zustand weichplastisches Kunststoffmaterial, insbesondere Silikongummi, vorsieht.
Bei der in den Fig. 3 und 4 dargestellten Ausführungsform eines erfindungsgemässen Brillengestells ist der Steg --3-- und sind die Gläserfassungen --1 und 2-- verhältnismässig dünn ausgebildet, wie dies z. B. bei Metallbrillen der Fall ist. Die Stützflächen --4, 5-- befinden sich auf schwenkbar gelagerten Stützflügeln --12.13-- und es sind in diese Stützflügel Nuten-6- (Fig. 4) eingearbeitet. In die Nuten - ist Kunststoffmaterial eingebracht, welches auch die Flächen --4, 5-- der Stützflügel --12, 13-- bedeckt und hiebei eine Auflageschicht --11--, deren der Nase zugewandte Fläche --14-- der Nasenform des Trägers der Brille entspricht, bildet.
Bei der Ausführungsform gemäss den Fig. 5 und 6 ist vorgesehen, dass der Steg --3-- des Brillengestells das Gewicht der Brille auf die Nase überträgt. Bei dieser Ausführungsform ist in die
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Stützfläche --15--, auf der der Nase zugewendeten Seite des Steges --3--, eine Nut --6-- eingearbeitet, in welche Kunststoffmaterial eingebracht ist, wobei dieses Kunststoffmaterial auch die Stützfläche --15-- überdeckt und hiebei eine Auflageschicht --11-- bildet, deren Fläche --14-- der Form der Nase des Trägers angepasst ist.
Die in den Stützflächen des Brillengestells vorgesehenen Ausnehmungen, in die das Kunststoffmaterial eingebracht wird, können verschiedenartig geformt sein. So kann man, wie bei den vorstehend beschriebenen Ausführungsformen, solche Ausnehmungen in Form von Nuten ausbilden, wobei die Wände der Nuten senkrecht zur jeweiligen Brillenstützfläche, wie dies bei der Ausführungsform gemäss Fig. 6 der Fall ist, oder hinterschnitten, wie dies bei den Ausführungsformen gemäss den Fig. 2 und 4 der Fall ist, sein können. Man kann aber an Stelle von Nuten auch anders ausgebildete Ausnehmungen vorsehen, z. B. auch in Form von seichten Sackbohrungen --16--, wie dies bei der Ausführungsform gemäss Fig. 7 der Fall ist. Hiebei kann man in einer Stützfläche auch mehrere Ausnehmungen nebeneinanderliegend einarbeiten.
Das Anordnen mehrerer Ausnehmungen in einer Stützfläche ist selbstverständlich auch bei anders
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B.Durchgangsöffnungen --9-- zur Verbesserung der Verankerung des Kunststoffmaterials der Auflageschicht --11- besonders wertvoll.
Ausnehmungen, die in der bzw. den Stützfläche (n) von erfindungsgemäss ausgebildeten Brillengestellen vorgesehen sind, kann man auch rasterartig über die betreffende Stützfläche verteilt anordnen, wie dies bei dem Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 8 der Fall ist. Hiebei ist die Fläche --4-- durch die Ausnehmungen --17-- zu einem Raster von Stegen degeneriert. Auch die geometrische Umkehrung, dergestalt, dass eine Anzahl einander schneidender Nuten in die Fläche --4-- eingearbeitet wird, zwischen
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deutlichkeitshalber ohne die vorgesehene Auflage von Kunststoffmaterial, die die Stifte --18-- umhüllt, und als Auflageschicht --11-- zwischen der Fläche --4-- und der Auflagestelle an der Nase wirksam ist, dargestellt.
Die Stifte --18-- sind bei dieser Ausführungsform rasterartig über die Fläche --4-- verteilt.
Selbstverständlich ist auch eine andere Anordnung der Stifte --18-- möglich.
Es sei erwähnt, dass die Erfindung nicht auf die vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele bzw. Ausführungsformen beschränkt ist und dass dem Fachmann im Rahmen der Erfindung mannigfache Modifikationen möglich sind. So ist die Erfindung selbstverständlich auch für sogenannte randlose Brillengestelle, d. h. Brillengestelle, bei denen eigene Gläserfassungen fehlen und ein Stegaggregat unmittelbar mit den Brillengläsern verschraubt ist, anwendbar.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Brillengestell, welches im Bereich des Steges mit auf der Nase aufliegenden Stützflächen
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Bildung der Auflageschicht (11) in diese Ausnehmung über die Ausnehmung herausragendes bzw. um den Fortsatz diesen Fortsatz umhüllendes kalthärtendes Kunststoffmaterial ein- bzw. aufgebracht ist.