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Die Erfindung betrifft ein Gebäude mit zumindest einer der Sonne zugewandten, eine Verglasung aus z B Glasbausteinen aufweisenden Aussenwand Gleichermassen betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Sanieren einer der Sonne zugewandten, eine Verglasung aus z B Glasbausteinen besitzenden Aussenwand eines Gebäudes Viele Gebaude besitzen eine der Sonne zugewandte Aussenwand, wobei diese Wand eine Verglasung bestehend aus Glasbausteinen besitzt Unter dem Begriff der Sonne zugewandte Aussenwand" sind beispielsweise Wande zu verstehen, die - in europaischen Breiten - gegen Süden bis Westen gerichtet sind Nachteilig an dieser Bauweise - diese wird besonders haufig bei Turnhallen angetroffen - ist, dass aufgrund des hohen Warmedurchgangskoeffizienten der Glasbausteine die Verglasung eine schlechte Wärmedämmung aufweist Das führt dazu,
dass im Sommer der Innenraum des Gebaudes meist zu heiss ist, im Winter hingegen die Wärme im Innenraum nur schlecht zurückgehalten werden kann Im Winter ist der Innenraum daher meist zu kalt oder nur mit beträchtlichen Heizkosten auf einer gewunschten Raumtemperatur zu halten Weiters ist es von Nachteil, dass die für die Verglasung verwendeten Glasbausteine zumeist über unangenehme optische Eigenschaften verfügen, die sich in einer im Innenraum bemerkbaren, zum Teil sehr starken Blendwirkung, hervorgerufen durch direkt einfallende Sonnenstrahlung, manifestieren Ein Grossteil der schon bestehenden Gebäude der oben genannten Art, hier vor allem Turnhallen, wurden unter Verwendung von Leichtbeton als Mauerstein hergestellt,
wobei der verwendete Leichtbeton über gute Wärmedämmeigenschaften verfügt Als Folge von ungünstigen Werkstoffeigenschaften kann es allerdings bei Verwendung von solchem Leichtbeton nach langer Dauer zu Materialbruchen im Mauerwerk kommen, welche eine Sanierung dieser Gebäude notwendig machen Die Sanierung erfolgt zumeist durch Anbringen einer sogenannten Vorhängfassade, einer Vorgangsweise, wie sie dem Fachmann wohlbekannt ist. Diese
Sanierungsmassnahme hat allerdings den Nachteil, dass-wie auch bei manch anderen Massnahmen, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll - klimatechnische Verbesserungen in Bezug auf den Innenraum des Gebaudes nur in sehr geringem Ausmass erreicht werden können.
Es ist eine Aufgabe der Erfindung, auf kostengünstige Art und Weise die oben genannten
Nachteile wie Blendung durch direkte Sonnenstrahlung, Uberhitzung des Innenraums beson- ders im Sommer und zu niedrige Lufttemperaturen des Innenraums vor allem im Winter beim
Bau eines Gebaudes zu vermeiden Weiters ist es auch eine Aufgabe der Erfindung, diese
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Nachteile bei einer Sanierung bereits bestehender Gebaude der oben erwähnten Art zu beheben Diese Aufgabe wird von einem Gebaude der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass erfindungsgemass in Abstand von der Aussenfläche der Verglasung eine Abschattung angeordnet ist, welche steil einfallende Sonnenstrahlung zumindest teilweise absorbiert, vor der Abschattung eine Glasfassade angeordnet ist, welche zusammen mit der Aussenwand einen die Abschattung aufnehmenden Hohlraum bildet,
im oberen Endbereich des Hohlraumes in der Aussenwand ein steuerbarer Luftungsdurchlass für einen Innenraum des Gebäudes ausgebildet ist, der Hohlraum eine verschliessbare Beluftungsöffnung nach aussen besitzt, und unterhalb der Verglasung in der Aussenmauer zumindest eine steuerbare Entluftungsklappe zwischen dem Hohlraum und dem Innenraum vorgesehen ist.
Dank der Erfindung ist es einerseits möglich, den Innenraum eines Gebaudes im Sommer gekuhlt zu halten, indem die einfallende kurzwellige Sonnenstrahlung im oben genannten Hohlraum zumindest teilweise absorbiert und in langwellige Warmestrahlung umgewandelt wird, wobei die dadurch erwärmte und in den Aussenraum abgefuhrte Luft im Hohlraum durch Luft aus dem Innenraum des Gebäudes ersetzt wird, was zu einer thermisch induzierten Luftzirkulation, einem sogenannten thermischen Ventilator", fuhrt, andererseits kann der Innenraum im Winter erwärmt werden, was dadurch geschieht, dass die von den einfallenden Sonnenstrahlen erwärmte, im Hohlraum aufsteigende Luft durch den steuerbaren Lüftungsdurchlass in den Innenraum des Gebäudes geführt wird Dabei erweist es sich als zweckmässig, wenn die Glasfassade aus Gussglaselementen besteht,
da dies eine kostengünstige Variante zur Herstellung einer Glasfassade darstellt Weiters ist es vorteilhaft, wenn die Abschattung aus Streckmetall besteht Dadurch kann einerseits eine sehr gute Abschattung von steil einfallendem Sonnenlicht erreicht werden, andererseits wird diese Strahlung durch das Metall absorbiert und in Wärme transformiert, wodurch sich die Luft im Hohlraum erwärmt und aufsteigt.
Weiters kann auch vorgesehen sein, dass der steuerbare Luftdurchlass in der Aussenwand ein Geblase besitzt, um die erwärmte Luft bei Bedarf in den Innenraum des Gebäudes zu blasen Vorgesehen ist auch, dass der steuerbare Luftdurchlass mit zumindest emer Ruckschlagklappe versehen ist, welche einen Rückstrom der Warmluft aus dem Innenraum des Gebaudes nach aussen verhindert
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Zweckmässig ist es auch, wenn die Entluftungsklappe als Fenster ausgebildet ist, da solche Entluftungsfenster bereits in vielen bestehenden Gebäuden existieren, und neben der Funktion einer Entl üftungsklappe dadurch auch eine grösstmögliche Transparenz zwischen Innen- und Aussenraum erreicht werden kann
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besitzt, und gleichfalls ist es von Vorteil,
wenn das Gebläse thermostatgesteuert ist, da dadurch das Offnen und Schliessen der Entluftungsklappe bzw eine Aktivierung des Gebläses in Abhangigkeit von der im Hohlraum herrschenden Lufttemperatur gesteuert werden können
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Geblase so thermostatgesteuert sind, dass oberhalb einer festsetzbaren Temperatur des Hohlraumes die Entluftungsklappe geoffnet und das Geblase im Sinne einer Stromungsrichtung zu dem Innenraum eingeschaltet wird Die erwarmte Luft im Hohlraum wird in den Innenraum eingeleitet, wahrend die kuhlere Luft im Innenraum des Gebaudes durch die Entluftungsklappe in den Hohlraum ausstromen kann
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ist,
und der Winkel der Lamellen einstellbar ist Dadurch kann eine optimale Abschattung der direkten Sonneneinstrahlung in Abhangigkeit von Tages- und Jahreszeit erreicht werden Die Aufgabe der Erfindung wird auch mit einem Verfahren der eingangs genannten Art gelöst, bei welchem erfindungsgemass die Verglasung nach aussen hin zunächst mit einer Abschattung abgedeckt wird, welche die steil einfallende Sonnenstrahlung zumindest teilweise absorbiert, die Verglasung samt Abschattung durch eine Glasfassade abgedeckt wird, und im oberen Endbereich des von der Glasfassade und der Aussenwand umschlossenen Raumes eine erste Luftungsöffnung ins Gebäudeinnere sowie eine zweite Belüftungsöffnung nach aussen geschaffen wird Bei einer vorteilhaften Variante dieses Verfahrens kann vorgesehen sein,
dass eine Glasfassade aus Gussglaselementen verwendet wird Auch kann zweckmassigerweise die Verglasung in der Aussenwand mit einer Abschattung aus Streckmetall abgedeckt werden Der steuerbare Luftdurchlass in der Aussenwand kann mit einem Geblase ausgebildet werden und auch mit zumindest einer Ruckschlagklappe versehen werden Mit Vorteil kann auch die
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Weiters empfiehlt es sich, dass der Entluftungsklappe ein thermostatgesteuerter Antrieb zugeordnet wird Dabei kann das Gebläse thermostatgeteuert werden und es ist dann zweckmässig, wenn der Antrieb der Entlüftungsklappe sowie das Gebläse so thermostatgesteuert werden,
dass oberhalb einer festsetzbaren Temperatur des Hohlraumes die Entluftungsklappe geöffnet und das Gebläse im Sinne einer Strömungsrichtung zu dem Innenraum eingeschaltet wird Auch kann es empfehlenswert sein, wenn die Abschattung als Jalousie mit Lamellen ausgebildet wird, wobei Lamellen mit einstellbarem Winkel verwendet werden konnen Die durch das Verfahren nach der Erfindung sowie dessen Weiterbildungen erzielbaren Vorteile wurden bereits weiter oben im Zusammenhang mit dem erfindungsgemassen Gebrauch erortert Im folgenden ist die Erfindung samt weiterer Vorteile an Hand einer beispielhaften Ausfuh- rungsform erlautert, die in der Zeichnung dargestellt ist.
In dieser zeigen Fig l einen Vertikalschnitt durch ein Gebäude mit einer der Sonne zugewandten Aussenwand, und Fig 2 einen Horizontalschnitt durch eine der Sonne zugewandte Aussenwand des Gebäudes nach der Linie 11-11 der Fig 1 Wie aus Fig 1 ersichtlich, besitzt das Gebäude 1 eine Aussenwand 4, welche eine Verglasung 2 bestehend aus Glasbausteinen 3 aufweist In Abstand von der Aussenfläche der Verglasung 2 ist eine Abschattung 5 angeordnet, und vor der Abschattung 5 befindet sich eine Glasfassade 6, welche zusammen mit der Aussenwand 4 einen die Abschattung 5 aufnehmenden Hohlraum 7 bildet Weiters kann man erkennen, dass im oberen Endbereich des Hohlraumes 7 in der Au- ssenwand 4 ein steuerbarer Lüftungsdurchlass 8 für einen Innenraum 9 des Gebäudes 1 ausgebildet ist,
und dass der Hohlraum 7 eine verschliessbare Belüftungsoffnung 10 nach aussen besitzt Unterhalb der Verglasung 2 in der Aussenmauer 4 befindet sich eine steuerbare Entlüftungsklappe 11 zwischen dem Hohlraum 7 und dem Innenraum 9 In der hier dargestellten
Ausuhrungsform ist diese Entlüftungsklappe l ! zweckmässigerweise ais Fenster ausgebildet, wobei im allgemeinen bereits vorhandene Fenster Verwendung finden konnen
In Fig 2 kann man die Abschattung 5 und die darüber befindliche Glasfassade 6 erkennen, wobei bei der hier beschriebenen und dargestellten Ausfuhrungsform die Glasfassade 6 aus Gussglaselementen 12, deren vertikale Abmessungen wesentlich grosser als die horizontalen
Abmessungen sind, ausgebildet ist Diese Gussglaselemente l2,
von denen mehrere Elemente horizontal aneinandergereiht werden, sind beispielsweise durch eine Silikonmasse miteinander
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verbunden. Die Abschattung 5 ist in Form eines Streckmetalls mit beispielsweise schwarzer Lackierung ausgebildet Dadurch ist einerseits eine Abschattung des Innenraums des Gebäudes vor direkter Sonneneinstrahlung gewährleistet, andererseits ist auch ein 'Äbsorption der Sonnenstrahlung und eine Transformation derselben in Wärme gegeben, was wie weiter unten erlautert, von besonderer Bedeutung ist Die Abschattung 5 kann aber auch in Form von Jalousien mit winkelverstellbaren Lamellen ausgebildet sein,
wodurch eine optimale Abschattung des Innenraums vor direkter Sonnenstrahlung in Abhängigkeit von Tages- und Jahreszeit erzielt werden kann Ein auf die oben beschriebene Weise ausgebildetes Gebaude 1 hat nun der Vorteil, dass im wesentlichen zwei unterschiedliche Effekte, namlich einerseits die Kuhlung des Innenraums 9, andererseits aber auch die Erwärmung des Innenraums 9 basierend auf dem Prinzip der Absorption der einfallenden Sonnenstrahlung an der Abschattung 5 und Transformation dieser absorbierten Strahlung in Warme erfolgen kann Daneben wird durch die als Streckmetall oder in Form von Jalousien ausgebildete Abschattung 5 auch der Innenraum 9 von direkter Sonneneinstrahlung, welche die unangenehme Eigenschaft einer Blendwirkung mit sich führt, freigehalten
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Möglichkeiten, nämlich("Sommerbetrieb")
und die Erwärmung des Innenraums ("Winterbetrieb") beschrieben werden Im Sommerbetrieb befinden sich sowohl die verschliessbare Belüftungsöffnung 10 als auch die als Fenster ausgebildete Entlüftungsklappe 11 in geöffnetem Zustand, während der Lüftungs- durchlass 8 zum Innenraum 9 geschlossen ist Die steil einfallende Sonnenstrahlung wird von der in Abstand von der in der Aussenwand 4 befindlichen Verglasung 2 angeordneten Abschattung 5 zumindest teilweise absorbiert und in Wärme umgewandelt Dadurch wird die in dem Hohlraum 7 befindliche Luft erwärmt und steigt im Hohlraum nach oben Die aufsteigende Warmluft kann jetzt bei geoffneter Belüftungsöffnung 10 des Hohlraums 7 und geschlossenem Lüftungsdurchlass 8 nach aussen ausstromen Durch die aufsteigende Warmluft entsteht ein Unterdruck im Inneren
des Hohlraums 7 im Bereich der als Fenster ausgebildeten Entlüftungsklappe 11 Bei geoffneter Entluftungsklappe 11 strömt jetzt Luft aufgrund des im Hohlraum herrschenden Unterdrucks aus dem Innenraum 9 in den Hohlraum 7 Die aus dem Innenraum 9 entwichen Luft wird durch kuhlere Frischluft aus beispielsweise einem auf der gegenüberliegenden, der Sonne abgewandten Seite geoffneten Fenster 16 ersetzt, was zu einer Kühlung des Innenraums 9 des Gebaudes 1 führt
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9 des Gebaudes 1 angestrebt Grundsatzlich ist bei diesem Betrieb die BeluftungsolYlung 10 des Hohlraums 7 geschlossen,
die als Fenster ausgebildete Entluftungsklappe 11 ist anfänglich
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ebenfalls geschlossen Wie auch beim Sommerbetrieb wird nun die einfallende Sonnenstrahlung von der Abschattung 5 zumindest teilweise absorbiert und erwärmt die Luft im Hohlraum 7 Bei Uberschreiten einer einstellbaren Maximaltemperatur im Hohlraum 7 wird der thermostatgesteuerte Lüftungsdurch) ass 8 geöffnet und bei Bedarf das Gebläse 13 aktiviert Das Gebläse 13 kann dabei in einem Durchbruch in der Aussenwand 4, welcher beispielsweise durch Entfernen des obersten Glasbausteines der Verglasung 2 entsteht, untergebracht sein Die in dem Hohlraum 7 befindliche warme Luft kann in den Innenraum 9 des Gebaudes 1 stromen,
wodurch derselbe erwarmt wird Ein Zuruckfliessen der warmen Luft in den Hohlraum 7 durch den Luftungsdurchlass 8 wird dabei durch Rückschlagklappen 14 verhindert Die als Fenster ausgebildete Entlüftungsklappe 11 wird bei Überschreiten einer einstellbaren Maximaltemperatur im Hohlraum 7 durch den thermostatgesteuerten Antrieb 15 geoffnet, sodass kuhlere Luft aus dem Innenraum 9 in den Hohlraum 7 nachströmen kann Bei Unterschreiten einer bestimmten einstellbaren Temperatur im Hohlraum 7 schliessen sich der Lüftungsdurchtass 8 und die Enttüfujngsk) appe ! ! wieder automatisch, und es kann somit keine Luft mehr aus dem Hohlraum 7 in den Innenraum 9 nachfliessen. Nun beginnt der oben beschriebene Vorgang wieder von neuem, beginnend mit der Erwärmung der Luft im Hohlraum 7 usw.
Ein notwendiger Luftwechsel kann im Winterbetrieb durch eine eigene. hier nicht näher beschriebene, Lüftungsanlage erfolgen In seiner ursprünglichen Funktion ist das Gebläse 13 dafür vorgesehen, im Winterbetrieb die warme Luft aus dem Hohlraum 7 in den Innenraum 9 zu transportieren Allerdings kann dieses Gebläse auch mit umkehrbarer Drehrichtung ausgebildet sein. Dann kann dieses Gebläse auch dazu herangezogen werden, warme Luft aus dem Innenraum in den Hohlraum abzusaugen, was insbesondere im Sommerbetrieb in Frage kommen wird.