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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vakuumfiltration, bei dem die zu filtrierende Schlammtrübemenge über ein das spezifische Gewicht, die Viskosität, die Lichtabsorption sowie sonstige das Filtrieren beeinflussende chemische und physikalische Kenngrössen messendes Ansprechorgan in das Vakuumfilter geleitet und die
Umdrehungszahl des Filters auf Grund dieser resultierenden Messwerte eingestellt wird, wobei die geeignete
Trübemenge im Filter mittels des von einem Niveaufühler gesteuerten Mengenreglers eingestellt wird und durch mit entsprechend der Filterkuchenstruktur geregelter Pressluft der auf der Filterfläche entstandene Filterkuchen in bestimmter Filterstellung abgeblasen und das Filtertuch gereinigt wird sowie eine Vorrichtung zur
Durchführung dieses Verfahrens.
Bekannte Verfahren zur Vakuumfiltration und deren Vorrichtungen sind zur Entwässerung schwer entwässerbarer Trüben, besonders in Anwesenheit von sehr feinen, semikolloidalen Feststoffen unbrauchbar.
Demzufolge sind die bekannten Vorrichtungen auf dem Gebiet der Vakuumfiltration nur beschränkt verwendbar.
Die Entwässerung der oben angeführten Schlämme kann nur an Filterpressen erfolgen, welche aber hohe
Investitionskosten und grossen Energieaufwand beanspruchen. Ein bekannter Nachteil der Filterpressen besteht weiter in ihrem grossen Arbeitsaufwand und in Betriebskosten ; ferner erfordern sie einen grossen Platzbedarf.
Die Anwendung der herkömmlichen Vakuumfiltration wird weiterhin dadurch erschwert, dass, um die sogenannte Vakuumsperre herstellen zu können, die eine Vorbedingung für eine störungsfreie Funktion des
Filters ist, zwischen dem Eintritt des Vakuums in das Filter und dem tiefsten Ablaufpunkt des Filtrates ein
Niveauunterschied von ungefähr 10 m bestehen muss.
Bei bekannten Vakuumilltrierungsverfahren wird jeweils eine grössere Trübemenge zugeführt als das Filter aufbereiten bzw. aufarbeiten kann. Die Kontinuität des Filterbetriebes bedingt ein vorbestimmtes konstantes
Trübeniveau, das gewöhnlich mit Einbau einer Überlaufleitung erreicht wird. Die Überlauftrübe wird in einem
Zusatzbehälter gesammelt und von diesem Behälter mit einer Trübepumpe zum Filtersystem rückgeführt. Nimmt das Trübeniveau ab, bleibt der Filterbetrieb aus, und demzufolge nimmt die Filterleistung ab. Mittels der bekannten Vakuumfiltration kann bei schwer entwässerbaren, feinstkörnigen Schlammtrüben keine befriedigende
Filtration erzielt werden. Diese schwer oder nicht entwässerbaren Schlämme müssen für die Vakuumfiltrierung durch Zugabe von Chemikalien vorbehandelt werden.
Da die chemisch koagulierten oder geflockten
Schlammaggregate mechanisch leicht zerstört werden können, sind sie gegen eine mechanische Beanspruchung empfindlich und bedürfen einer schonenden Behandlung. Bei den bekannten Filtern erfolgt oft durch überlauf und Rückführung des Schlammes mittels der Trübepumpe eine Entflockung und Dekoagulation.
Die Erfindung bezweckt die Vermeidung der bisherigen Schwierigkeiten bei der Vakuumfiltration und stellt sich die Aufgabe, in Flüssigkeiten suspendierte, feinstkörnige Schwebestoffe mit verbessertem Wirkungsgrad abzutrennen, das Filtrat kontinuierlich aus dem Filter unter Aufrechterhaltung des Vakuums im Filter zu entfernen, für eine automatische und kontinuierliche Bildung des Filterkuchens sowie für eine Erhöhung der Wirksamkeit bei dessen Abblasen zu sorgen ; die bei den bisherigen Verfahren notwendige Vakuumsperre zu vermeiden und eine kontinuierliche Überwachung des Verfahrens und der Anlage in Abhängigkeit von der Qualität des Filtrates zu gewährleisten.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss bei einem Verfahren der eingangs bezeichneten Art dadurch gelöst, dass die Umdrehungszahl des Filters gemäss der pro Zeiteinheit gewählten Feststoffmenge eingestellt und die kontinuierliche Entfernung des Filtrates und die Aufrechterhaltung des Filtervakuums dadurch vorgenommen wird, dass zwei oder mehr in das Vakuumsystem eingeschaltete Behälterkammern abwechselnd mit dem Filterraum verbunden werden, wobei die Umschaltung durch einen in der Behälterkammer befindlichen Niveaufühler automatisch vorgenommen wird und die Kenngrössen des Filtrates mittels eines Ansprechorgans kontrolliert werden ;
dass weiters die Zeitdauer und der Druck des Abblasens des sich auf dem Filtertuch bildenden Filterkuchens in Abhängigkeit von der Struktur des Filterkuchens gewählt und eingestellt werden, und dass die Reinigung des Filtertuches bei kontinuierlicher Pressluftzufuhr unter Einstellung eines entsprechenden Luftdruckes vorgenommen wird.
Die Erfindung ist besonders wirtschaftlich anwendbar bei der Trennung der Fest- und Flüssigphase in Kommunalabwässern nach aerober Behandlung sowie bei Filtrierung von Rotschlamm in Tonerdefabriken, auf welchen Gebieten die bisher bekannten Vakuumfiltriervorrichtungen für die Praxis keine oder nur eine teilweise befriedigende Lösung sichern.
Vorteilhaft wird das Abblasen des Filterkuchens dynamisch, zweckmässig durch mehrere pulsierende Luftstösse mit Hilfe des Zeitrelais durchgeführt.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform wird die Qualität des Filtrates mittels eines Ansprechorgans kontrolliert, welches mit dem vor das Filter geschalteten Ansprechorgan und der Steuervorrichtung in Steuerverbindung steht und bei Überschreiten des für das Filtrat zulässigen Verunreinigungswertes das Filter über das Ansprechorgan ausser Betrieb gesetzt und ausserdem ein optisches und/oder akustisches Warnsignal ausgelöst wird.
Die Erfindung umfasst weiters eine Vorrichtung zur Durchführung des beschriebenen Verfahrens, die dadurch gekennzeichnet ist, dass ein Ansprechorgan zur Ermittlung der chemischen und physikalischen Kenngrössen der in das Filter geleiteten Schlammtrübe, ferner diese Werte als Steuersignal dem Getriebe des
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Filters weiterleitende Befehls- bzw.
Ausführorgane vorgesehen sind, dass im Filtertrog ein Niveaufühler angeordnet ist, durch den ein den Trübezulauf regelndes bzw. verschliessendes Organ gesteuert wird, und dass mit einem optischen und/oder akustischen Alarmgerät sowie mit in Funktionsverbindung mit der Filterumdrehung stehende, Druck und Impulsdauer der zum Filterkuchenabblasen notwendigen Luft regelnde, einstellbare Organe vorgesehen sind, und dass weiters wenigstens zwei mit dem Vakuumsystem verbundene Abscheidekammern und ein eine Abscheidekammer abwechselnd mit dem Filterraum verbindendes Steuerorgan und durch dieses gesteuerte Kammerabsperrorgane zur Abführung des Filtrates in den Sumpf oder an seinen Bestimmungsort angeordnet sind, wobei in der Filtratleitung ein Ansprechorgan zur überwachung der Kenngrössen des Filtrates eingebaut ist.
Hiebei wird zweckmässig das den Trübezulauf regelnde Organ, welches durch den im Filtertrog befindlichen
Niveaufühler gesteuert wird, ein elektrisch, hydraulisch oder pneumatisch betätigtes Ventil oder ein Schieber ist und über eine die Funktion des Niveaufühlers anzeigende und/oder registrierende Einrichtung verfügt.
Der im Filtertrog befindliche Niveaufühler kann in seiner oberen bzw. unteren Stellung bei einem schnellen oder unregelmässigen Steigen oder Absinken des Trübeniveaus, also bei Erreichen des oberen bzw. des unteren
Niveaus, mit dem akustischen und/oder optischen Warngerät und/oder mit die Filtriervorrichtung ausser Betrieb setzenden, vorzugsweise die Stromversorgung unterbrechenden bzw. verriegelnden Elementen in Verbindung steht.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist sie mit Steuerorganen zum Einschalten der zum
Filterkuchenabblasen erforderlichen Luft, ferner zur Regelung von deren Druck und zur Regelung der
Abblaszeitdauer versehen, welche Steuerorgane aus einem mit der Umdrehung des Filters synchronisierten
Positionsfühler, einem Impulsgeber, einem Zeitrelais und einem Steuerventil für den Eintritt der Pressluft bestehen.
Vorteilhaft sind die Abscheidekammern miteinander und mit dem Sumpf über die mit Absperrorgan versehenen Rohrleitungen verbunden.
Zwecks schnellerer Entfernung des Filtrates ist eine Pumpe vorgesehen, die mit der gravitativ arbeitenden
Abflussleitung oder mit dem an diese angeschlossenen Sumpf in Verbindung steht.
Das erfindungsgemässe Verfahren und die Vorrichtung zu seiner Durchführung sind im beiliegenden Schema veranschaulicht, wobei die einzelnen Verbindungsleitungen zwischen den Teilen der Anlage mit "Steuerung", "Vakuumleitung", "Filtrat", "Trübe" und "Druckluft" bezeichnet sind. Die strichlierte Linie erläutert eine modifizierte Ausführungsform.
I) Kontinuierliche, optimale Einstellung der Vakuumfiltration.
Der Wirkungsgrad der Vakuumssltration hängt von den physikalischen und chemischen Eigenschaften der Aufgabetrübe und dem technischen Niveau der eingesetzten Filtervorrichtung ab. Eine der wichtigsten Eigenschaften der Aufgabetrübe ist die Korngrösse des Feststoffgehalts. Bei Schlämmen gleicher Art ist theoretisch mit einer mit der Abänderung des Korndurchmessers linear proportionalen Filterleistung zu rechnen.
Bei einem bestimmten feinkörnigen Material kommt es vor, dass die Entwässerung mit einer Vakuumfiltervorrichtung und-technologie nicht durchgeführt werden kann und deswegen eine kostspielige Filterpresse oder eine ähnliche Vorrichtung eingesetzt werden müssen.
Die ultrafeinkörnigen Stoffe können auf chemisch-physikalischem Wege durch Abänderung ihrer Oberflächenbeschaffenheiten zur Vakuumfiltration vorbereitet werden. Nach Zugabe geeigneter Koagulationsund Flockungsmittel bilden die dispers-kolloidalen Teilchen in der Trägerflüssigkeit Aggregate, die nach bekannten Verfahren und mittels Vorrichtungen ähnlicherweise wie Schlämme grösserer Körnung gefiltert werden können.
Ein Teil der Vorbereitungskosten kann durch Anwendung der erfindungsgemässen Vakuumfiltration auf folgende Weise eingespart werden :
Die zur Filtration vorbereitete Schlammtrübe fliesst über die Aufgabeleitung--8---zweckmässig durch eine geschlossene Rohrleitung-in den Filtertrog des Vakuumfilters --5-- hinein. In der Rohrleitung--S-- ist vor dem Filter ein Ansprechorgan--l--eingebaut, das mindestens einer jener physikalischen und chemischen Parameter ermittelt-gegebenenfalls auch mehrere-welche die Filtrierbarkeit der aufzugebenden Schlammtrübe beeinträchtigen.
Die Ermittlung der die Filtration beeinflussenden Kennwerte kann mit dem Ansprechorgan--l--durch folgende Messungen erfolgen : a) Messung des spezifischen Gewichts, b (Messung der Viskosität, c) Messung der Lichtabsorption, d) Messung der Trübung (Turbidimetrie), e) Messung sonstiger, zweckmässig gewählter, physikalischer oder chemischer Parameter.
Ausser durch die physikalischen Parameter in der Schlammtrübe wird der Filtereffekt folgenderweise beeinflusst :
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SteuereinrichtungFiltrierprogramm ergibt sich als Summe und Folge der durch die Messungen ermittelten Grössen, welche Einfluss auf das Filterergebnis haben. Das Filtrierprogramm gibt eine Aussage darüber, wann sich bei einem gegebenen
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Filter auf Grund der gemessenen Eigenschaften die günstigste Filterleistung einstellt. Das jeweilige, für den gegebenen Stoff günstigste Filtrierprogramm kann durch Vorversuche im Laboratorium ermittelt werden. Die
Steuereinrichtung arbeitet dann diesem Programm entsprechend. Während der Vakuumfiltration werden Vakuum und Druck konstant gehalten.
Die sich ständig verändernde Umdrehungszahl bewirkt an dem Filter die günstigste Feststoffmenge pro
Zeiteinheit. Mit der Einstellung der Umdrehungszahl des Filters wird die Filtrierungsperiode immer auf dem Wert reguliert, bei welchem die Dicke und der Wassergehalt des Filterkuchens einen optimalen Wert erreichen. Die
Umdrehungszahl wird in Abhängigkeit von der Trübemenge automatisch auf ein Signal des im Filtertrog vorgesehenen Niveaufühlers--6--durch den Mengenregler--7--eingestellt, wodurch der Filtereffekt erhöht wird und die Schlammbehandlung schonend erfolgt.
Der Signalbereich des Niveaufühlers --6-- hängt vom jeweiligen konstruktiven Aufbau des Filters ab, wobei im Falle eines Ausbleibens des Filters der Wirkungsgrad verschlechtert wird. Deswegen werden die
Grenzwerte für den Niveaufühler --6-- so gewählt, dass in der oberen Grenzlage--6a--die überlauflose Füllung des Filtertroges, in der unteren Grenzlage--6b--das tiefste Trübeniveau gesichert wird, bei dem an der Filterfläche auch im ungünstigsten Fall keine Störung auftritt, d. h. es gelangt ohne Filtereffekt keine
Falschluft ins Vakuumsystem hinein. Die Niveauregelung kann innerhalb dieser Grenzen intermittierend oder zweckmässigerweise auch kontinuierlich erfolgen.
In diesem zwischen den beiden Grenzlagen liegenden Bereich des Niveaufühlers--6--wird der steigende oder abnehmende Durchfluss der Schlammtrübe durch den Mengenregler--7--gesichert. Zur restlosen Erfüllung dieser Aufgabe kann als Mengenregler ein elektrisch, hydraulisch oder pneumatisch betätigter Schieber oder ein solches Ventil verwendet werden.
Die Niveauregelung kann derart erfolgen, dass sie für die anzuwendende automatische Signalisierung am zentralen, zur Kontrolle des Filterprozesses dienenden Steuerpult geeignet ist.
Die beschriebene Automatik kann bei einer Störung der Niveauregelungselemente z. B. folgenderweise funktionieren : Bei einem ständigen, schnellen Anstieg des Trübeniveaus gibt der Niveaufühler --6-- in der Stellung--6a--ein Steuersignal zum Absperren des Mengenreglers--7--. Gleichzeitig springt das Alarmgerät--9--an und löst ein akustisches oder optisches Signal entweder an der Vorrichtung oder am Zentralsteuerpult aus. Gleichzeitig treten die entsprechenden Verriegelungsorgane im elektrischen Verteiler in Betätigung und stellen das Filtersystem ab.
Ein unerwarteter oder stetiger Niveauanstieg tritt ein, wenn das Filter abweichend vom Filterprogramm nur sehr geringe oder keine Aufgabemenge zu verarbeiten vermag.
Die möglichen Ursachen einer derartigen Betriebsstörung sind : a) unregelmässiger Betrieb der Vakuumpumpe, z. B. zu niedriges oder kein Vakuum, demzufolge kein Saugeffekt am Filter, b) unregelmässige Druckluftzufuhr für das Abblasen des Filterkuchens, so dass der Filterkuchen am Filtertuch haften bleibt und das Filter kein Material aufnehmen kann.
Das Alarmgerät springt an und stellt das System ab, falls das Trübeniveau kontinuierlich sinkt und der Niveaufühler --6-- geht in die Lage-6b-und es würde bei weiterem Betrieb eine Betriebsstillegung eintreten. Die Ursachen einer Betriebsstillegung sind : a) das Filtertuch reisst durch und die Trübe fliesst zufolge des Vakuums ungefiltert durch. Demzufolge fliesst nur ungenügende Trübemenge auch beim völlig freien Durchlass des Mengenreglers--7--zu. b) der Feststoffgehalt der Trübe ist zu niedrig und die Aufgabemenge kann weiter nicht gesteigert bzw. die Umdrehungszahl nicht verlangsamt werden.
Ia) Eine andere einfachere Ausführung der erfindungsgemässen Vorrichtung-ohne Filtrierprogrammregelung-kann verwendet werden, wenn die Eigenschaften der zu filtrierenden Schlammtrübe unverändert oder nahezu konstant bleiben. Bei dieser einfacheren Ausführung können die Elemente--l, 2 und 3--wegfallen.
Die Umdrehungszahl des Filters wird am stufenlosen Getriebe--4--fest eingestellt. Die Anpassung an
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Steigt das Trübeniveau ständig an, so drosselt der Mengenregler--7--die Trübeaufgabe proportional in der Aufgabeleitung--8--. Im Gegenfall wird die Aufgabemenge proportional vergrössert. Gegen überlauf und Störungen wird das Filter auf gleiche Weise geschützt, wie bei vollständiger Automatik.
Der Stand des Niveaufühlers --6-- zeigt gleichzeitig die richtige Einstellung der Umdrehungszahl und gibt die Korrektionsrichtung an.
II) Zeitgeregelte automatische Filterkuchenabnahme.
Als Voraussetzung des störungsfreien Filterbetriebs gilt die Gewährleistung der kontinuierlichen Filterkuchenabnahme. Eine ähnliche Methode stellt bei den modernen Vakuumfiltern das periodische Abblasen des Filterkuchens mittels Pressluft mässigen Druckes dar.
Die Wirksamkeit des Filterkuchenabblasens wird durch die folgenden Umstände beeinflusst :
1. Dicke, Gewicht und Scherfestigkeit des Filterkuchens,
2. gleichmässige Luftverteilung über der Filterfläche ; wird der Filterkuchen stellenweise durchbrochen, so verursacht das teilweise Abblasen eine Leistungsabnahme,
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3. Menge und Druck der während der Zeiteinheit der Filterfläche zuführbaren Pressluft,
4. Ausführungsart der Abblasevorrichtung.
Bei den bisher bekannten Filteranlagen arbeiten die Abblasevorrichtungen unter mechanischer Steuerung-mit konstantem Druck und konstanter Zeitdauer-und sie blasen den Filterkuchen im Synchronbetrieb mit der Umdrehungszahl der Filterscheiben ab. Auf diese Weise kann das Filterkuchenabblasen dem unter veränderlichen Verhältnissen entstehenden Filterkuchen nicht angepasst werden. Im Falle eines kritisch dünnen Filterkuchens wird dieser nicht restlos entfernt. Im entgegengesetzten Fall kann der Filterkuchen leicht abgeblasen werden und das Filtertuch wird durch den verwendeten Pressluftdruck unnötig beansprucht. Zwecks einer wirksamen und wirtschaftlichen Kuchenabnahme soll die Grösse und Zeitdauer des verwendeten Pressluftimpulses gemäss der Filterkuchenstruktur abgeändert werden.
Diese Aufgabe erfüllt das automatisch
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--12-- gedrückt. Der Druck im Luftbehälter kann mit dem Regelventil --11-- auf den gewünschten Wert eingestellt werden. Der Druck kann abhängig von der Filterkuchenstruktur zwischen 0, 5 und 1, 5 atü gewählt werden. Der Luftbehälter ist mit einem Sicherheitsventil--13--ähnlicher Konstruktion wie das Regelventil --11-- versehen.
Das Volumen des Luftbehälters--12--wird so gewählt, dass nach dem Abblasen mit Pressluftimpulsen dynamischen Charakters mit dem verminderten Druck des Luftbehälters--12--die Reinigung des Filtertuches durchgeführt werden kann.
Die Leistung des Kompressors--10--ist so zu wählen, dass der Luftbehälter --12-- zwischen zwei
Abblaseperioden auf den zum Abblasen erforderlichen Druck über das Regelventil--11--kontinuierlich gebracht wird.
Das Kuchenabblasen soll neben der Abänderung der Umdrehungszahl des Filters--5--in einer bestimmten Lage des Filters erfolgen. Diese Aufgabe wird durch einen, mit der Filterachse zusammengebauten und mit der Filterumdrehungszahl im Synchronbetrieb arbeitenden mechanischen oder elektrischen Positionsfühler --14-- erfüllt, durch den ein Impulsgeber --15-- betätigt wird. Vom Impulsgeber läuft das
Signal zu einem Zeitrelais--16--, welches ein Steuerventil --17-- für Pressluftzufuhr in den Verteilerkopf - 5a-- des Filters--5--von der Kuchenstruktur abhängig auf vorbestimmte Zeitdauer öffnet bzw. schliesst.
Die Zeitdauer der Pressluftzufuhr ist zweckmässig-der Wirtschaftlichkeit halber-von der Umdrehungszahl unabhängig, mit prozessgemässer Steuerung einzustellen. Die prozessgemässe Steuerung berücksichtigt, dass
Zeitdauer und Stärke des Abblasens bei Filterkuchen verschiedener Dicke und verschiedenen Feuchtegehaltes auch bei vorgegebenem Filtertuch unterschiedlich sind. Die Funktionsart des Zeitrelais --16-- ermöglicht, den Abblasevorgang verzögert anzulassen, dynamisch zu halten, die Zeitdauer in weiten Grenzen zu variieren und mit mehreren Luftstössen pulsieren zu lassen. Die letztere Lösung kann besonders günstig bei schwer abnehmbaren
Filterkuchen angewandt werden, wie es bei der Filtration von kommunalen und biologisch behandelten
Schlämmen organischer Herkunft der Fall ist.
Bei der Filtration solcher Schlämme liegt die Filterleistung zwischen 1 und 2 kg/m2. hund 10 bis
15 kg/rn. h, bei welchen Werten die geringste Filterkuchendicke 2 bis 3 mm beträgt. Solche dünne Filterkuchen können nur mit der erfindungsgemässen Lösung abgeblasen werden. Bei den herkömmlichen Filtern bleiben mehr als 50% des Filterkuchens wegen seiner geringen Dicke und niedrigen Scherfestigkeit am Filtertuch zurück.
Bei Mangel an entsprechender Reinigung der Filterfläche können die bekannten Filter wegen der zwischengeschalteten Filtertuchspülung nur mit intermittierendem Betrieb arbeiten. Bei der erfindungsgemässen Vorrichtung ist die Filtertuchreinigung ohne Verwendung besonderer Konstruktionselemente durch Luftspülung gesichert. Die prozessgemässe Steuerung gibt nämlich die Möglichkeit, das Abblasventil länger als nur zum Abblasen des Filterkuchens offenzuhalten. Nachdem dieser abgefallen ist, säubert und durchspült die durch das offene Ventil strömende Luft das Filtertuch und macht die Durchführung besonderer Reinigungsspülungen überflüssig.
III) Filtratbehandlung ohne herkömmliche Vakuumsperre.
In den Vakuumsslteranlagen wird bekanntlich mittels Vakuumpumpen ein Druckunterschied zwischen dem Aussenfilter und dem Innenfilterraum hergestellt, und unter Einwirkung dieses Druckunterschiedes wird eine Flüssigkeitströmung in Richtung des kleineren Druckes erzeugt. Dies stellt den Grundsatz der Vakuumfiltration dar. Es soll beim Dauerbetrieb der Filteranlage verhindert werden, dass verunreinigtes Filtrat in die Vakuumpumpe gelangt, da diese dadurch beschädigt würde. Deshalb wird in die Leitung zwischen Filter und Vakuumpumpe ein sogenannter Filtratabscheider eingebaut. Aus diesem Abscheider wird das Filtrat über ein, dem verwendeten Vakuum entsprechend hohes barometrisches Fallrohr kontinuierlich abgeführt.
Zwischen dem im Filtratabscheider vorhandenen Flüssigkeitspiegel und dem Entnahmeniveau ist entsprechend dem Wert des in der Praxis verwendeten Vakuums eine Niveaudifferenz von 8 bis 10 m erforderlich. Durch diese Zwangslösung werden die Investitionskosteh bedeutend erhöht, da entweder das Filter entsprechend hoch liegen oder der Wassersumpf genug tief gebaut werden muss. Dieser Nachteil und die damit verbundenen Mehrkosten werden erfindungsgemäss durch Ausgestaltung eines Zwei- oder Mehrkammerabscheiders behoben.
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Erfindungsgemäss erzeugt die Vakuumpumpe--18--im Zweikammerabscheider--20--über die Vakuumleitung--19--das benötigte Vakuum und erhält dieses ständig aufrecht. Der Zweikammerabscheider --20-- besteht aus zwei, voneinander wasserdicht getrennten Kammern--20a und 20b--. Diese Kammern sind mit einem gesteuerten Absperrventil --22-- durch eine Leitung --21-- miteinander verbunden. Unten in der Kammer--20b--ist ein Niveaufühler --26-- eingebaut.
Entsprechend dem Filterprozess fliesst das Filtrat unter der Wirkung des vorhandenen Vakuums über das
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fliess- -26-- ein Kontrollsignal an die Steuervorrichtung --27-- ab, und auf deren Stellsignal wechseln die dadurch gesteuerten Ventile --22, 23 und 24--ihre Stellung.
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--26-- beim Auffüllen--24-- und das Entleerungsventil--23--. Nach diesem Vorgang fliesst das Filtrat von der unteren Kammer --20b--- wenn nach öffnen des Entlüftungsventils--24--kein Vakuum mehr herrscht-über das
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Die verzögerte Funktion der Absperrorgane ist deshalb notwendig, damit der Verlust im Vakuumsystem auf einen möglichen Mindestwert sinkt.
Nach dem Entleerungsventil--23--können zur Weiterförderung des Filtrats zweckmässig zwei Alternativen gewählt werden. Laut der einen Alternative fliesst das Filtrat über das Entleerungsventil--23-durch die Leitung--25--in einen Sumpf--28--gravitativ hinein, aus welchem es dann mit einer durch den Niveaufühler--31--gesteuerten Pumpe--29--über die Rohrleitung--30--an den Bestimmungsort befördert wird. Die zweite Alternative ist dann anzuwenden, wenn das Filtrat schneller als die Entleerungszeit entsprechend der Gravitation entfernt werden soll. In diesem Fall gibt die Steuervorrichtung--27--
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der Pumpe im unteren Kammerteil noch vorhandene Wasserniveau die Luftansaugung der Pumpe verhindert wird.
IV) Kontinuierliche Kontrolle des Filterbetriebs durch Messung der Filtratqualität.
Der vorschriftsmässige Filtervorgang des Filterbetriebes kann an Hand eines oder von mehreren chemisch-physikalischen Parametern des Filtrats kontrolliert werden.
Diese Aufgabe stimmt mit der Messung der bei der Trübeaufgabe angeführten Parameter überein. Zur Ausführung dieser Aufgabe ist in die Abflussleitung des Zweikammerabscheiders--20--ein Ansprechorgan --32-- eingebaut, das z. B. den Feststoffgehalt oder den Trübungsgrad des Filtrats ermittelt. Wird dem qualitätsmässigen Wert im Filtrat genüge geleistet, so gibt das Ansprechorgan kein Signal. Im Gegenfall stellt das Befehlsgerät--2--nach Einlauf des Stellsignals vom Ansprechorgan--32--durch den Servomotor--3--
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kann der vorschriftsmässige Filtervorgang gewährleistet werden. Bei Betriebsstörung wird der Fehler angezeigt und behoben.
Die Einheiten der erfindungsgemässen Filtervorrichtung sowie deren Zubehöre können an einem gemeinsamen Traggerüst bzw. Grundrahmen in Form eines mobilen Systems aufgebaut werden. Eine solche Vorrichtung samt allen ihrer Elementen ist als fahrbare Einheit mit Fahrzeugen oder am Fahrgestell montiert zu transportieren.
Mit der transportablen Vakuumfilteranlage können Filtrationen nach dem erfindungsgemässen Verfahren an verschiedenen Plätzen und in verschiedenen Zeitpunkten durchgeführt werden. Auf diese Weise können mit dieser Vorrichtung mehrere Abwasseranlagen bedient werden. In bestimmten Zeiten und entsprechender Reihenfolge kann man mittels der erfindungsgemässen Filtriervorrichtung bei mehreren Industriewerken, landwirtschaftlichen Betrieben, Wohnsiedlungen bis zu 10 bis 12000 Einwohnern die Filtration von Abwasserschlämmen durchführen.