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Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung, die die Aufbereitung von Kunststoffabfällen, insbesondere in Gestalt von Behältnissen od. dgl. und Rückgewinnung zu Werkstoffen für deren Weiterverarbeitung gestattet.
Das Problem der Müllbeseitigung wird für alle mit dieser Angelegenheit befassten Stellen in erster Linie für die Behörden, immer prekärer. Besonders erschwerend ist die Tatsache, dass die Kunststoffabfälle immer mehr überhandnehmen und es ist nicht abzusehen, in welchem Ausmass diese Kunststoffabfälle im Haushalt und in
Industriebetrieben sich mehren. Die Frage der Beseitigung dieser Abfallkunststoffe ist inzwischen nicht nur vordringlich, sondern gerade lebenswichtig geworden. Die bereits vor Jahren in Angriff genommene Vernichtung durch Verbrennung solcher Abfälle blieb unzureichend, da verschiedene Werkstoffe dieser Art nur schwer verbrennbar sind und dabei ein weiteres Problem der gesundheitsschädlichen Luftverschmutzung aufgeworfen wird.
Der Gedanke, Kunststoffabfälle weiter zu verwerten, ist nicht neu. Die Schwierigkeit der Verwertung von
Kunststoffabfällen liegt darin, dass diese zunächst voneinander getrennt werden müssen, da sie nicht in einem
Gesamtgemisch wieder verarbeitet, also verspritzt werden können. Die Kunststoffe, z. B. der gebräuchlichste
Kunststoff Polystyrol, hat ganz andere Eigenschaften wie das Polyvinylchlorid oder wie Polyäthylen od. dgl. Man muss die Kunststoffe zunächst nach ihrer Substanz einmal trennen und dieses Trennen von Hand verursacht vor allem grossen Zeitaufwand.
Darüber hinaus wird durch diese aufwendige Tätigkeit der neu gewonnene Werkstoff erheblich teuerer. Die damit aufgeworfene Frage der Trennung der Kunststoffabfälle wäre daher praktisch nur dann möglich, wenn dies mit einem Minimum von Handarbeit oder überhaupt vollautomatisch bewerkstelligt werden könnte.
Es wurde bereits versucht, eine Vorrichtung zu schaffen und mittels dieser entsprechend eingerichteter
Vorrichtungseinheiten ein Verfahren durchzuführen, bei welchem Kunststoffabfälle verschiedenster Art, welche insgesamt in herkömmliche Abfallbehälter geworfen werden, einwandfrei zu trennen und einen Werkstoff wieder zurückzugewinnen. Dies geschieht bereits im sogenannten Flotationsverfahren, bei welchem die Abfälle zunächst zerkleinert, sodann durch verschiedene Reinigungsbehälter geführt und gleichzeitig in Trennwannen abgeleitet werden. Die Trennung erfolgt bei dieser Prozedur allerdings nur unzureichend, so dass letzten Endes kein einheitlicher, homogener Werkstoff für die Wiederverwendung hervorgebracht werden konnte.
Aufgabe der Erfindung ist es, unter Beibehaltung des Grundprinzips der früher durchgeführten Trennarbeit ein Verfahren durchzuführen, bei welchem eine exakte Trennung der Kunststoffabfälle möglich wird, wobei auf die vorhergehende Zerkleinerung der Abfälle verzichtet wird. Am Ende des Verwertungsvorganges sollen dennoch die einzelnen Kunststoffarten nach ihrer Substanz genau voneinander getrennt sein, weil sich nur unter dieser
Voraussetzung eine störungsfreie, saubere und wirtschaftliche Weiterverwertung durchführen lässt.
Die Lösung dieser Aufgabe geht vor allem davon aus, dass die einzelnen Abfallartikel, also Flaschen, Becher od. ähnl. Behältnisse, je nach Art ihrer spezifischen Werkstoffsubstanz, z. B. durch Ringe, Striche. Kerben oder durch ähnliche optische Erkennungszeichen, welche bei der Herstellung dieser Behälter bereits mit angeformt sind, deutlich sichbar markiert werden.
So ist es z. B. denkbar, dass Behälter aus PVC-Rohstoff mit einem Ring (Strich oder Kerbe), solche aus Polyäthylen mit zwei Ringen (Strichen oder Kerben u. dgl.), und schliesslich solche Behältnisse aus Polystyrol mit drei Ringen (Strichen oder Kerben) usw. versehen sind. Diese äusseren Zeichen oder Symbole ermöglichen ein verhältnismässig leichtes Aussortieren bzw. Trennen dieser Abfallbehältnisse auf einem langsamlaufenden Transportband.
Mit dem Transportband beginnt die Vorrichtungseinheit, welche eine Art Fertigungsstrasse darstellt. an deren Ende die Weiterverarbeitung des gewonnenen Werkstoffes zu neuen Artikeln steht, für deren Herstellung insgesamt gesehen Abfallwerkstoff möglich sind. In der Regel handelt es sich bei der Zweitverwendung um Behältnisse grösseren Volumens und längerer Gebrauchsdauer, wie Abfalleimer, Wannen u. dgl.
Um dieses Ziel zu erreichen, sieht die Erfindung vor, dass ein Waschautomat und ein verhältnismässig langsamlaufendes, horizontales Sammeltransportband zur Gesamtaufnahme und Auslese der Abfallbehältnisse jeglicher Substanz mit je nach Werkstoffzusammensetzung optisch mühelos erkennbaren, unterschiedlichen Symbolen, wie Ringe, Streifen, Striche u. dgl. vorgesehen ist, welchem in gleicher Anzahl, wie auszusondierende Materialgruppen, wie PVC, Polystyrol und Polyäthylen, Förderbänder zugeordnet sind, an deren Ende je eine Zerkleinerungsmaschine, wie eine Kunststoffmühle od. dgl., zur unmittelbaren Aufnahme und Zerkleinerung der Abfallbehältnisse sowie Auffangbehälter für das Abfall-Granulat vorgesehen und welchen je eine Kunststoffverarbeitungsmaschine, z. B. eine Spritzgussmaschine, nachgeschaltet sind.
Das Sammeltransportband kann zum Aussortieren mit einem Greifertrennaggregat verbindbar sein. Das Trennaggregat kann entweder als Rütteleinrichtung oder als elektronisches Auslesegerät oder als Lichttaster (Photozellen) ausgebildet sein. Schliesslich kann die Trennung der unterschiedlichen Werkstoffgruppen mittels Hand erfolgen. Die Transportbänder können zudem synchron steuerbar sein, desgleichen kann mit der Kunststoffabfallmühle ein Farbbeigabeaggregat kombiniert werden.
Für eine kontinuierlich ablaufende Trennung und Verarbeitung ist der Granulatauffangbehälter mit einer Kippvorrichtung gekoppelt. Ein reibungsloser Ablauf ist überhaupt nur in der Weise zu bewerkstellingen, dass sämtliche Vorrichtungseinheiten zentral steuerbar sind. Abweichend von der herkömmlichen Reinigung der
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Abfallbehältnisse durch gemischtes Einfüllen der Gesamtmenge in den Waschautomaten kann der Waschautomat ein Reinigungsband mit einer Gleichrichtanlage und einer Greiferanlage für die Behältnisse aufweisen, wodurch die daran anschliessende Aussortierung noch wesentlich beschleunigt und erleichtert wird.
Die zusammenwirkenden Vorrichtungseinheiten lassen sich einem reibungslosen Verfahren unterordnen, u. zw. derart, dass die leeren Abfallbehältnisse in der Gesamtheit aufgesammelt, in den Waschautomat entleert, dort gereinigt, sodann einem langsamlaufenden Transportband übergeben, dort aussortiert und über getrennte Förderbänder jeweils einer Zerkleinerungsmaschine bzw. einer Mühle zugeführt, sodann nach einer Farbbeigabe über Auffangbehälter als Granulat in den Fülltrichter einer Kunstoffverarbeitungsmaschine zugeführt werden.
Einzelheiten der Erfindung sind an Hand eines bevorzugten Ausführungsbeispieles in den Zeichnungen und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen : Fig. l Abfallflaschen mit den Symbolen in Gestalt von einem, zwei oder drei horizontalen Ringen ; Fig. 2 Abfallflaschen mit den Symbolen in Gestalt von einer, zwei oder drei vertikalen Riefen ; Fig. 3 Becher mit der Kennzeichnung nach Fig. l und Fig. 4 in schematischer
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angeformten, optisch mühelos wahrnehmbaren Symbolen-7, 8 oder 9 bzw. 10,11 und 12-versehen und insgesamt in einen Waschautomat --13-- zur systematischen, gründlichen Reinigung eingebracht.
An den Waschautomaten --13-- schliessen sich drei Transportbänder--14, 15 und 16--an, welche in Pfeilrichtung - -17-- langsam ablaufen.
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kann dadurch geschehen, dass nach Austritt der Behälter--l bis 3--usw. aus dem Waschautomat--13-- eine Handauslese erfolgt oder dass die Aussortierung auf mechanischem Wege durchgeführt wird.
Am Ende der Transportbänder--14, 15 und 16-werden die Abfallbehälter durch ein Zerkleinerungsgerät-18--oder eine Mühle aufgenommen und zu Granulat-19--, gegebenenfalls unter Beimengung von Farbstoffen zermahlen. Dieses wird in einem Behälter --20-- aufgefangen und mittels eines mechanischen Kippvorganges dem Trichter --21--, z. B. einer Kunststoffspritzgussmaschine--22--bekannter Bauart übergeben. Für das Enderzeugnis--23--sind in der Ausgestaltung, Formgebung, Farbe usw. keinerlei Grenzen gesetzt.
Das Wiedergewinnen der Kunststoffe auf die vorbeschriebene Art und Weise ist auch von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung, denn hier wird nicht vernichtet, sondern zur Weiterverarbeitung wieder gewonnen und einem neuen Verwendungszweck zugeführt. Dies kann an sich zwei- oder mehrmals erfolgen, z. B. in der Weise, dass man dem zermahlenen, gewonnenen Granulat eventuell neues Material beifügt, um eine gut spritzbare Mischung zu erzielen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur Aufbereitung von Kunststoffabfällen, insbesondere von Behältern od. dgl. zum Rückgewinnen von Werkstoffen, g e k e n n z e i c h n e t d u r c h ein die gereinigten Abfälle insgesamt aufnehmendes, in horizontaler Richtung langsam laufendes Transportband (14), dem Förderbänder (15,16) zur Aufnahme bestimmter Materialgruppen der Abfälle vom Sammeltransportband (14) zugeordnet sind. wobei das Sammeltransportband (14) mit einem Greifertrennaggregat verbunden ist.
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