<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung betrifft einen zweiteiligen Behälter für Topfpflanzen, der eine Versorgung der Pflanzen mit Wasser ohne periodisches Giessen während eines längeren Zeitraumes gestattet.
Die bekannte Methode, den üblichen Blumentopf für die Zeit, in der regelmässiges Giessen nicht möglich ist, einfach in ein Gefäss mit Wasser zu stellen, ist in mehrfacher Hinsicht unzweckmässig. Diese Töpfe bestehen aus verhältnismässig wasserundurchlässigem Material, so dass das Wasser nur durch das Loch im Boden in das Topfmnere gelangen kann, wodurch eine gleichmässige und dem Bedürfnis der Pflanze angepasste Wasseraufnahme durch das Erdreich nicht möglich ist ; ausserdem neigt freistehendes, dem Licht ausgesetztes Wasser zur Verschmutzung und Algenbildung.
Diese Nachteile besitzt auch der Blumentränker gemäss der österr. Patentschrift Nr. 814964, bei dem zwei oder mehr Gefässe konzentrisch ineinander gesetzt sind, wobei Pflanzen und Erde sich im innersten, vorzugsweise stark porösen Behälter befinden und der Zwischenraum zwischen diesem und dem äusseren, vorzugsweise durchsichtigen Behälter mit Wasser gefüllt ist ; Wasserverdunstung und Algenbildung in diesem Wasserreservoir müssen unweigerlich zu einer baldigen Verstopfung der Poren des Pflanzenbehälters und damit zu jeder Unterbindung der Wasserversorgung führen.
Es wurde daher bereits vorgeschlagen, üblichen Blumentöpfen Wasser während längerer Zeit mit Hilfe mechanischer Einrichtungen, z. B. einem Docht, einem Schwamm oder mittels Pumpen zuzuführen, ohne dass dadurch eine befriedigende, gleichbleibende Wasserversorgung der Pflanzen erzielt werden konnte.
Bekannt sind ferner zweiteilige Behälter für Topfpflanzen mit mindestens einem Pflanzen und Erde aufnehmenden Oberteil, dessen Boden eine nach unten zulaufende, in einen als Wasserreservoir dienenden Unterteil hineinragende, Feuchtigkeit durchlassende Ausbuchtung aufweist.
Diese Ausbuchtung besteht gemäss der Schweizer Patentschrift Nr. 435841 aus einem siebartigen Korb, dessen Boden etwas über dem Wasserspiegel im Topfunterteil liegt, wobei am Korb mindestens ein in das Wasser ragendes Saugorgan zur Abgabe von Wasser an die im Oberteil befindliche Erde vorgesehen ist. Eine derartige Wasserzufuhr ist jedoch für eine gleichmässige Durchfeuchtung des gesamten Erdreiches im Obertopf entweder unzureichend oder es wird sich in der Erde im unteren Teil des Korbes ein Wasserüberschuss bilden, der zu einem Sauerwerden des Erdreiches und einer Schädigung der dort befindlichen Wurzeln führen kann.
Der zweiteilige Topf gemäss der franz. Patentschrift Nr. 2. 071. 441 besitzt einen ähnlichen Aufbau, jedoch ist hier der Untertopf durch ein in das Wasserreservoir hineinragendes Tauchrohr verlängert, das in seinem Boden mit einem Gitter versehen ist. In diesem Fall kann Wasser nur durch die Gitteröffnungen des im übrigen wasserundurchlässigen Behälters in das Erdreich gelangen ; auch hiedurch kann keine gleichmässige Durchfeuchtung der Erde erzielt werden, vielmehr besteht auch hier die Gefahr des Sauerwerdens der Erde im unteren Teil des Tauchrohres.
Gemäss der Erfindung ist ein zweiteiliger Behälter der oben genannten allgemeinen Art dadurch gekennzeichnet, dass der Oberteil zumindest in seinem nach unten ragenden Bodenteil aus einem Material, z. B. schwach gebranntem Ton, besteht, das eine das Eindiffundieren von Wasser in das Innere des Oberteiles nur in dem Ausmass, als es von der Pflanze dem Erdreich entzogen wird, gestattete Porosität besitzt.
Durch die besondere Form und Beschaffenheit des in das Wasser im Unterteil tauchenden Oberteilbodens kann Feuchtigkeit durch dessen Wandung hindurch nur in solchen Mengen in das Erdreich gelangen als es von der Pflanze tatsächlich benötigt bzw. verbraucht wird. Dadurch, dass sich das Volumen der Erde im Inneren des Bodenteiles nach oben hin ständig vergrössert, wird die Feuchtigkeitsbeförderung nach oben unterstützt und eine naturgemässe Erdbefeuchtung von unten nach oben gewährleistet, so dass die Pflanze je nach Bedarf feucht und die Erde trotzdem atmungsaktiv bleibt, da sich an keiner Stelle des Oberteiles überschüssiges Wasser ansammeln kann.
Im Gegensatz zu den oben erwähnten bekannten Ausbildungen ist beim erfindungsgemässen Behälter, selbst wenn der Wasserstand im Untertopf je nach Verbrauch durch die verschiedenen Pflanzenarten schwankt, eine völlig gleichbleibende Wasserversorgung für die Pflanzen gewährleistet. Die Feuchtigkeit verteilt sich auch in den über dem Wasserspiegel befindlichen porösen Wandteilen des Oberteiles, so dass eine dem Bedarf der Pflanzen angepasste Wasseraufnahme über eine grosse Fläche erfolgen kann, und nicht nur über die eng begrenzten Stellen des Dochtes bzw. des Gitters gemäss den bekannten Ausbildungen.
Zweckmässig bestehen beim erfindungsgemässen Behälter Seitenwände und Boden des Oberteiles aus demselben porösen Material. In diesem Falle diffundiert Wasser aus dem Reservoir bis an den oberen Rand des Behälters und die Pflanze kann nach Bedarf Feuchtigkeit von der ganzen Innenseite des Oberteiles entnehmen, was besonders für die Nebenwurzeln oder die Zwiebeln von Zwiebelgewächsen wichtig ist. Zur Vermeidung von Verdunstung ist die Aussenseite eines solchen Oberteiles vorzugsweise mit einem wasserundurchlässigen Material, z. B. einer Glasur, überzogen.
EMI1.1
Die Wandung des Oberteilbodens ist vorteilhaft konkav gewölbt, so dass im Unterteil eine grössere Menge Wasser Platz findet.
<Desc/Clms Page number 2>
Die Seitenwände des Oberteiles können an ihrem unteren Ende über ihren Umfang mit einer dem oberen Rand des Unterteiles angepassten Ausnehmung versehen sein, um einen sicheren Sitz des Oberteiles auf dem Unterteil zu gewährleisten.
Als Material für den erfindungsgemässen Behälter kommt in erster Linie Ton in Betracht, da er billig ist und seine Wasserdurchlässigkeit leicht durch Brennzeit und-temperatur eingestellt werden kann. Tonsorten mit der erfindungsgemäss erforderlichen Porosität sind im Handel erhältlich. Auch Kunststoffe und andere Giess- oder Pressmassen von geeignetem Porositätsgrad sind geeignet. Der als Wasserreservoir dienende Unterteil des Behälters kann selbstverständlich aus jedem beliebigen wasserundurchlässigen Material wie stark gebrannter oder glasierter Ton, Steingut, Metall od. dgl. bestehen.
In einer bevorzugten Ausführungsform hat der erfindungsgemässe Behälter die Form eines üblichen Blumentopfes von kreisrundem Querschnitt, wobei der verlängerte Boden des Oberteiles von einem unten geschlossenen und bis zum Boden des Unterteiles reichenden Hohlzapfen gebildet wird. Ober- und Unterteil eines solchen Behälters können leicht maschinell auf vorhandenen Einrichtungen aus Ton erzeugt werden.
Nach einer weiteren Ausführungsform kann der Unterteil des erfindungsgemässen Behälters in der Form von derjenigen des Oberteiles abweichen und in an sich bekannter Weise mit einer Abdeckplatte versehen sein, welche mindestens eine Öffnung zur Aufnahme eines oder mehrerer Oberteile aufweist. So lassen sich z. B. in einem langgestreckten Trog mehrere Oberteile in einer Reihe anordnen. Die Seitenwände des Troges können über die Abdeckplatte hinaus nach oben ragen, so dass der Zwischenraum zwischen den einzelnen Oberteilen mit Kies oder Erde gefüllt werden kann und der Eindruck eines Beetes entsteht. Eine solche Ausbildung eignet sich beispielsweise für Blumenkästen an Fenstern oder Balkons.
Es kann aber auch der erfindungsgemässe Behälter als ganzes eine andere als die übliche Blumentopfform, z. B. eine rechteckige langgestreckte Form haben. In diesem Falle ist der Oberteilboden nicht als annähernd kegelstumpfförmiger Hohlzapfen ausgebildet, sondern als eine langgestreckte Rippe mit analogem Querschnitt wie der Zapfen. Derartige Behälter lassen sich leicht, z. B. aus Kunststoffen, herstellen, wobei für den Oberteil ein schäumbares Material verwendet wird, das bei der Verformung einen Körper mit der gewünschten Porosität liefert. Der richtige Porositätsgrad des Materials kann durch einfache praktische Versuche festgestellt werden.
Durch den erfindungsgemässen Behälter ist die gleichmässige Versorgung der Pflanze mit Wasser im allgemeinen mindestens einige Wochen lang gesichert, jedenfalls aber solange als noch der untere Teil des Oberteilbodens in das Wasser eintaucht. Zum Nachfüllen von Wasser braucht der Oberteil oder die Abdeckplatte nur etwas zur Seite geschoben bzw. abgehoben werden.
In den Zeichnungen sind drei bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemässen Behälters dargestellt.
Fig. l zeigt einen Längsschnitt durch einen erfindungsgemässen Behälter mit einem Oberteil--A--und einem Unterteil--B--. Beide Teile bestehen aus einem Material der erforderlichen Porosität, z. B. schwach gebranntem Ton. Die Aussenfläche der Seitenwand des Oberteiles und die gesamte Oberfläche des Unterteiles sind mit einem wasserundurchlässigen Überzug, z. B. einer Glasur, versehen, wie durch die stark ausgezogenen Linien angedeutet ist. Der Boden-C--des Oberteiles ist als eine nach unten bis zum Boden des Unterteiles ragende Ausbuchtung mit konkav gewölbten Seitenwänden ausgebildet. Wie ersichtlich, ist der Innendurchmesser im unteren Teil--D--des Bodens doppelt so gross wie die Wandstärke.
Am unteren Ende der Seitenwand des Oberteiles befindet sich eine Ausnehmung--E-, welche sich über den ganzen Umfang der Seitenwand erstreckt und der Wandstärke des Unterteiles angepasst ist, so dass der Oberteil sicher auf dem oberen Rand des Unterteiles aufsitzt.
Fig. 2 zeigt eine perspektivische Darstellung einer Ausführungsform des erfindungsgemässen Behälters mit mehreren Oberteilen. Der Unterteil dieses Behälters besteht aus einem rechteckigen, langgestreckten Gefäss, dessen Deckplatte mit Öffnungen versehen ist, in welche Oberteile wie z. B. der in Fig. l dargestellte eingesetzt sind.
Fig. 3 zeigt eine perspektivische Darstellung eines ähnlichen Behälters wie derjenige der Fig. 2, nur dass die Deckplatte des Unterteiles nach oben ragende Seitenwände besitzt, welche einen die Oberteile umschliessenden oben offenen Trog bilden. Dadurch kann der Zwischenraum zwischen den Oberteilen mit z. B. Kies gefüllt werden, so dass der Eindruck eines einheitlichen Beetes entsteht.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Behälter für Topfpflanzen mit mindestens einem Pflanzen und Erde aufnehmenden Oberteil, dessen Boden eine nach unten zulaufende, in einen als Wasserreservoir dienenden Unterteil hineinragende, Feuchtigkeit
EMI2.1
das Eindiffundieren von Wasser in das Innere des Oberteiles nur in dem Ausmass, als es von der Pflanze dem Erdreich entzogen wird, gestattende Porosität besitzt.
EMI2.2