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Für Bluttransfusionen, u. zw. ausschliesslich für solche, ist ein Instrument bekanntgeworden, welches ein röhrchenförmiges Glied zur Einführung in die Vene aufweist, durch das ein Schlauch, insbesondere ein
Kunststoffschlauch, hindurchgeführt wird, und das gegebenenfalls eine dünne, lange Nadel aufnehmen kann.
Dabei ist das röhrchenförmige Glied rinnenförmig ausgeführt bzw. mit Längsschlitzen versehen und an seinem vorderen Ende in eine nadelförmige Spitze auslaufend ausgeführt. Zu dem einen röhrchenförmigen Glied kann ein zweites, das rinnenförmig ausgeführt ist, treten, wobei allenfalls beide scherenförmig voneinander spreizbar sind.
Weiter ist es bekannt, für die Erweiterung des Afters zum Einführen eines Medikamentes einen vorne geschlossenen, aus zwei Teilen bestehenden Tubus mit einer Spreizvorrichtung zu versehen, die mit einem
Handgriff ausgestattet ist, der Gewindeteile aufweist, durch welche die beiden Teile des Tubus auseinandergezogen werden können.
Bei dem Gegenstand der Erfindung handelt es sich im Gegensatz zu dem Bekannten um eine Einrichtung für das Auseinanderdrängen von Bindegewebe bei der Tracheotomie unter Verwendung einer Injektionsspritze mit angeschlossener Hohlnadel.
Der Zweck der Einrichtung beruht auf der Tatsache, dass das Bindegewebe, die Muskulatur und die
Blutgefässe eine gewisse Elastizität besitzen, wobei Arterien und Venen der einstechenden Nadel ausweichen.
Wenn beabsichtigt ist, eine intravenöse Injektion zu verabreichen, muss man die Vene stauen und fixieren, um überhaupt die Nadel in die Vene einführen zu können.
Insbesondere in der Tracheotomie, d. h. bei der Öffnung der Luftröhre, die bei Erstickungsgefahr durchzuführen ist, muss rasch gehandelt werden, weil die Gefahr des Erstickungstodes besteht. Es ist dabei meist nicht mehr möglich, den Patienten in ein Krankenhaus einzuliefern, in dem die Chirurgen die allenfalls nahe der
Einstichstelle bzw. der öffnungsstelle des Kehlkopfes liegenden Arterien freilegen können. Es muss daher jeder praktische Arzt in der Lage sein, einen Luftröhrenschnitt durchzuführen, wobei aber eine Zahl von Ärzten für einen solchen Eingriff Hemmungen besitzen, weil es Anomalien gibt, welche die Gefahr des Anstechens einer
Arterie ergeben können, da der Arzt ungewollt beim Einschneiden mit dem Messer eine Arterie durchschneiden kann, wodurch der Patient verblutet.
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Auseinanderdrängen von Bindegewebe, insbesondere für die
Tracheotomie, mit zwei auf eine Injektionsnadel aufsetzbaren Spreizbacken, wobei das wesentliche Kennzeichen der Erfindung darin besteht, dass die Spreizbacken als Rinnen ausgebildet sind, deren Innenfläche den gleichen
Durchmesser besitzt wie die Aussenfläche der Injektionsnadel, wobei die Spreizbacken in an sich bekannter Weise an einem ihrer Enden in einem Kopfteil geführt und dort mittels einer Betätigungsspindel mit zwei gegenläufigen
Gewinden gegeneinander und senkrecht zu ihrer Längsrichtung verstellbar sind.
Der Vorteil der Erfindung liegt vor allem darin, dass sie das Messer des Arztes ersetzt und dem Arzt die Möglichkeit gibt, die Lage der allenfalls anormalen Blutgefässe zu kontrollieren, während er den Einstich vornimmt. Der Arzt kann sich also während der ganzen Dauer des Einstiches überzeugen, ob er ein Blutgefäss angestochen hat oder nicht. Die Hohlnadel mit den daran anliegenden Rinnen für den Kehlkopf wird zügig eingestochen und zugleich mehrfach der Kolben der Pumpe zurückgezogen, wobei der Zylinder leer ist. Würde nun ein Blutgefäss angestochen werden, so würde bei dem Zurückziehen des Kolbens Blut in den Zylinder eintreten.
Hat man sich nun überzeugt, dass kein Blutgefäss angestochen ist, so kann man Nadel und Backen zusammen in den Kehlkopf weiter einführen und dann oder zugleich durch die Spreizvorrichtung die beiden Backen (Rinnen) auseinanderbringen, wobei es vorteilhaft ist, dass dieses Auseinanderspreizen der beiden Rinnen parallel zu sich selbst und achsparallel erfolgt, so dass damit die grösste Schonung der Gewebe gegeben ist.
Zugleich erfolgt der Eintritt der Luft in die Luftröhre.
Gegenüber den bekannten Vorrichtungen der eingangs genannten Art ergibt sich vor allem der wesentliche Unterschied, dass bei der Einrichtung nach der Erfindung auf die Möglichkeit des Lufteinführens in die Luftröhre besonderes Gewicht gelegt werden muss, während bei einem Bluttransfusionsgerät darauf geachtet werden muss, dass dieses so ausgestaltet ist, dass keine Luft in die Vene eintreten darf, da dies eine Gefahr für den Patienten bedeuten würde. Ausserdem ist bei dem obigen bekannten Gegenstand, nämlich einer Vorrichtung zum Spreizen von Hohlrinnen, diese in Form einer Schere vorgesehen, so dass diese Vorrichtung ausgeschlossen für die Tracheotomie verwendet werden kann. Dies schon deshalb nicht, weil bei dem bekannten Gerät keine Gewähr gegeben ist, dass eine ausreichende Öffnung für einen Luftkanal hergestellt wird.
Bei dem Gegenstand der Erfindung wird durch die Parallelverschiebung der beiden rinnenförmigen Spreizorgane ein Kanal hergestellt, der vom Inneren des Organs nach aussen führt und den Luftzutritt zur Luftröhre sicherstellt. Die an sich bekannte Pumpe ist dabei der Halter für den das Gerät betätigenden Arzt, der sich dabei durch öfteres und kurzes Aufziehen des Pumpenkolbens überzeugen kann, dass kein Blutgefäss, keine Arterie angestochen ist. Bei dem Gegenstand des Vorhaltes aber ist gerade das Gegenteil der Fall, der Arzt muss sich überzeugen, dass er die Vene richtig angestochen hat, um die Kanüle oder einen Schlauch für eine Bluttransfusion einzuführen bzw. einführen zu können. Auch ist es von wichtigem Vorteil, dass die Spreizorgane glatt an der Nadel anliegen, daher das Einführen des Gerätes einfach zu handhaben ist.
Gegenüber der an zweiter Stelle genannten, bekannten Einrichtung ergibt sich der Vorteil, dass diese
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bekannte Einrichtung nicht mit dem Organ zum Anklemmen an eine Kolbenpumpe versehen ist und dass daher diese bekannte Einrichtung für den erfindugsgemässen Zweck ungeeignet erscheint.
Die Zeichnungen zeigen beispielsweise Ausführungsformen des Gegenstandes der Erfindung, u.zw. zeigt die Fig. l eine Gesamtanordnung mit Zusatzgerät von oben gesehen, während die Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie Il-11 der Fig. l veranschaulicht. Die Fig. 3 zeigt eine Ansicht von der Seite im Sinne des Pfeiles III der Fig. 2 und die Fig. 4 einen Schnitt mit Ansicht im Sinne der Linie IV-IV der Fig. 3. Die Fig. 5 zeigt eine vereinfachte Ausführungsform der Erfindung in einem Längsschnitt und die Fig. 6 diese bei abgehobener, oberer Abschlusswand.
Die Kolbenpumpe--l--mit dem Zylinder--2--und dem Kolben --3-- ist mit einer Hohlnadel
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befestigbar ist, sind ein Paar von Haltern--10, 11--voneinander und zueinander verschiebbar, die seitliche Ansätze --12-- aufweisen. Diese seitlichen Ansätze--12--weisen je ein Gewinde auf, in denen eine Schraubenspindel --14-- drehbar ist, die je mit einem Rechts- und einem Linksgewinde-16 und 17-versehen ist, so dass durch Drehen der Spindel --14-- die genannten Teile voneinander und zueinander bewegt werden können.
Die Spindel --14-- weist oben einen Griff --18-- auf und ist an Ort durch einen Bund --19-- und eine Mutter --20-- drehbar, aber in der Längsrichtung ihrer Achse ortsfest gesichert. An der in Richtung der Nadel --4-- gelegenen Seite der Halter-10, 11- sind an diesen zwei im Querschnitt rinnenartige, an der Nadel anliegende Spreizbacken-21, 22--befestigt, wobei sich die Spitzen-23-dieser Backen der Form der Spitze der Nadel --4-- anpassen, wie die Zeichnungen zeigen. Wie aus Fig. 4
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vorgesehen, in welchen sich die beiden Spreizbacken--21 und 22-bewegen können.
Die Funktion des Gerätes ergibt sich aus der Beschreibung. Eine andere Ausführungsform ist aus den Fig. 5 und 6 zu ersehen. In einer Wand --6a-- ist durch eine Schwalbenschwanzführung --26-- je ein Teil --27-- mit je einem Spreizbacken-21 bzw. 22-in der Vertikalen geführt, wobei die Spindel-M-- mit den gegenläufigen Gewindeteilen-16 bzw. 17--versehen ist, und diese Spindel neben der durchgehenden Nadel --4-- vorgesehen ist und dabei, wie in der Fig. 2 gezeigt wird, gegen Längsverschiebung gesichert ist. Die sonstige Ausführung dieser Variante ist die gleiche wie in Fig. l gezeigt wurde.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zum Auseinanderdrängen von Bindegeweben, insbesondere für die Tracheotomie, mit zwei
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(21,22) als Rinnen ausgebildet sind, deren Innenfläche den gleichen Durchmesser besitzt wie die Aussenfläche der Injektionsnadel, wobei die Spreizbacken (21,22) in an sich bekannter Weise an einem ihrer Enden in einem Kopfteil (6,7) geführt und dort mittels einer Betätigungsspindel (14) mit zwei gegenläufigen Gewinden (16,17) gegeneinander und senkrecht zu ihrer Längsrichtung verstellbar sind.
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