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Dielektrisches Material
Die Erfindung bezieht sich auf eine verbesserte dielektrische Flüssigkeit für elektrische Appara- te.
Eine Schwierigkeit, die beim Gebrauch von chlorierten aromatischen Verbindungen als dielektrische Medien in elektrischen Apparaten auftritt, besteht darin, dass durch elektrische Entladungen in dem
Apparat Zersetzungsprodukte der chlorierten Verbindung, insbesondere Chlorwasserstoff, gebildet wer- den können. Diese Zersetzungsprodukte beeinflussen die Eigenschaften der dielektrischen Flüssigkeit ungünstig und führen zur Korrosion von Metallteilen des elektrischen Apparates und zur allmählichen Zerstörung bzw. zum Abbau von andern darin vorhandenen isolierenden Bestandteilen. Zur Lösung dieses Problems wurden schon Reinigungsmaterialien in die dielektrische Flüssigkeit einverleibt, um die Wirkung von Chlorwasserstoff u. a. halogenhaltigen Zersetzungsprodukten zu beseitigen oder zu neutralisieren.
Die bekannten, bisher für diesen Zweck verwendeten Reinigungsmaterialien haben jedoch verschiedene Nachteile, so unter anderem dass sie mit den Zersetzungsprodukten zu langsam reagieren bzw. dass sie übermässige Kosten verursachen.
Die Erfindung bezieht sich auf eine dielektrische flüssige Zusammensetzung mit einem Gehalt an einer halogenierten dielektrischen Flüssigkeit, die ein Reinigungsmaterial aus einer Epoxyverbindung gelöst enthält, welche dielektrische flüssige Zusammensetzung dadurch gekennzeichnet ist, dass in der Epoxyverbindung solche Epoxygruppen vorhanden sind, die an zwei cyclische Gruppen gebunden sind, welche nachstehend als Dicyclodiepoxycarboxylate bezeichnet werden.
Die erfindungsgemässen dielektrischen Zusammensetzungen eignen sich z. B. für elektrische Apparate, die eine Kombination eines Behälters mit einer elektrischen Einrichtung und einem dielektrischen Material, die sich in diesem Behälter befinden, aufweisen, wobei das dielektrische Material im wesentlichen aus einer halogenierten dielektrischen Flüssigkeit besteht, die ein Dicyclodiepoxycarboxylat enthält.
Die Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die angeschlossene Zeichnung weiter erläutert, in welcher die Eigenschaften des Reinigungsmaterials gemäss der Erfindung im Vergleich zu bekannten Reinigungsmaterialien graphisch dargestellt sind.
Das bevorzugte Dicyclodiepoxycarboxylat ist das 3,4-Epoxycyclohexylmethyl-3, 4-epoxycyclohexancarboxylat.
Eine im Handel erhältliche Epoxyverbindung dieser Zusammensetzung ist unter der Bezeichnung "Unox Epoxide 221" bekannt. Dieses Material ist bei normaler Temperatur flüssig, es besitzt ein Molekulargewicht von 250 und ein spez. Gewicht von etwa 1, 176.
Ein anderes Dicyclodiepoxycarboxylat, das im Rahmen der Erfindung gebraucht werden kann, ist das 3, 4-Epoxy-6-methylcyclohexylmethyl-3, 4-epoxy-6-methylcyclohexancarboxylat.
Eine Epoxyverbindung dieser Zusammensetzung ist in der Technik unter der Bezeichnung "EP 201" bekannt. Dieses Material ist bei gewöhnlicher Temperatur ebenfalls eine Flüssigkeit, es besitzt ein Molekulargewicht von 280 und hat einen Siedepunkt von 3350C bei 760 mm Hg.
Gemäss der Erfindung wurde festgestellt, dass die Dicyclodiepoxycarboxylate einen ausgeprägten
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Fortschritt hinsichtlich des Schutzes eines elektrischen Apparates gegen die Einwirkung der Zersetzung- produkte der in der dielektrischen Flüssigkeit enthaltenen Halogenarylverbindung ergeben. Die Di- cyclodiepoxycarboxylate weisen insbesondere eine weitgehend erhöhte Reaktionsgeschwindigkeit mit den
Zersetzungsprodukten, namentlich Chlorwasserstoff, im Vergleich zu bekannten Reinigungsverbindungen auf, die Epoxyde, wie Phenoxypropylenoxyd allein oder selbst in Kombination mit einem Beschleuni- gungskatalysator, z. B. einem Amin, enthalten, und sind auch in dieser Hinsicht dem Zinntetraphenyl überlegen, einer metallorganischen Verbindung, die für solche Reinigungszwecke in grossem Ausmass benutzt wird.
Das in der Zeichnung dargestellte Diagramm zeigt die relativen Reaktionsgeschwindigkeiten von Chlorwasserstoff mit einer Anzahl von Reinigungsmaterialien einschliesslich der Dicyc1odiepoxycarboxyla- te gemäss der Erfindung. In dem Diagramm ist die Menge an umgesetztem Chlorwasserstoff in % gegen die Reaktionszeit in Minuten aufgetragen.
Die dargestellten Kurven zeigen die verschiedenen Reini- gungsmaterialien in folgender Weise, wobei diese Reinigungsmaterialien in stöchiometrisch äquiva-
EMI2.1
EMI2.2
<tb>
<tb> :Kurve <SEP> A <SEP> - <SEP> Dicyc1odiepoxycarboxylat <SEP>
<tb> Kurve <SEP> B <SEP> - <SEP> Phenoxypropylenoxyd <SEP> + <SEP> 0, <SEP> 02% <SEP> Tribenzylamin
<tb> Kurve <SEP> C-Dipentendioxyd <SEP> (EP <SEP> 269)
<tb> Kurve <SEP> D <SEP> - <SEP> Zinntetraphenyl <SEP>
<tb> Kurve <SEP> E <SEP> - <SEP> Phenoxypropylenoxyd <SEP>
<tb>
Die Kurve A veranschaulicht die beiden beschriebenen Dicyclodiepoxycarboxylate, weil beide im wesentlichen dieselben Reaktionsgeschwindigkeiten aufwiesen.
Wie aus dem Diagramm zu ersehen ist, sind die Dicyclodiepoxycarboxylat-Reinigungsmittel bezüglich ihrer Reaktionsgeschwindigkeit mit Chlorwasserstoff beträchtlich besser als alle andern Reinigungsmaterialien. Während für das nächstbeste Reinigungsmaterial (Phenoxypropylenoxyd + Tribenzylamin) mindestens 20 min benötigt werden, damit 90% des Chlorwasserstoffes umgesetzt werden, gelangen die Dicyclodiepoxycarboxylate innerhalb von 2 min mit 100% des Chlorwasserstoffes zur Reaktion.
Die folgenden Beispiele veranschaulichen dielektrische flüssige Zusammensetzungen mit einem Gehalt an Dicydodiepoxycarboxylat-Reinigungsmitteln, welche Flüssigkeiten vorteilhaft für elektrische Apparate verwendet werden können.
Beispiel 1 :
EMI2.3
<tb>
<tb> Hexachlordiphenyl <SEP> 45 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Trichlorbenzol <SEP> 40 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Tetrachlorbenzol <SEP> 15 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Dicyclodiepoxycarboxylat <SEP> 0, <SEP> 125 <SEP> Gew.-Teile <SEP>
<tb>
Beispiel 2 :
EMI2.4
<tb>
<tb> Trichlordiphenyl <SEP> 100 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Dicyclodiepoxycarboxylat <SEP> 0,3 <SEP> Gew.-Teile
<tb>
Beispiel 3 :
EMI2.5
<tb>
<tb> Pentachlordiphenyl <SEP> 100 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Dicyclodiepoxycarboxylat <SEP> 0,3 <SEP> Gew.-Teile
<tb>
Die Dicyclodiepoxycarboxylate sind in halogenierten aromatischen Flüssigkeiten, wie in den vorstehend genannten, leicht löslich.
Die relative Menge an Reinigungsmittelverbindung, die in den erfindungsgemässen Zusammensetzungen vorhanden ist, hängt von der Art des elektrischen Apparates und dem Ausmass der elektrischen Belastung oder Durchschlagspannung ab, welchem die Flüssigkeit beim üblichen Gebrauch des Apparates ausgesetzt sein kann. So kann der Anteil der Reinigungsverbindung in der dielektrischen Flüssigkeit in weiten Grenzen variieren, von Spurenmengen bis zu jedem gewünschten Anteil. In praktischer Hinsicht wird einBereich des Reinigungsmittelgehaltes von 0, 001 bis etwa 10 Gew.-%, bezogen auf die dielektrische Flüssigkeit, einen weiten Bereich von Arbeitsbedingungen umfassen, wobei ein enger Bereich in der Grössenordnung von 0,05 bis 0,25 Gew.-% liegt, der allgemein für typische Anwendungszwecke bevorzugt wird.
Die auf diese Weise gemäss der Erfindung beschleunigte Beseitigung der Zersetzungsprodukte hat nicht nur eine wesentlich herabgesetzte Korrosion der Metallteile des Apparates zur Folge, sondern führt
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EMI3.1