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Verfahren zur Herstellung eines mehrschichtigen Filzes
In den österr. Patentschriften Nr. 213626 und Nr. 210158 sind Verfahren zur Herstellung von Filzen be- schrieben, die bei der Verarbeitung von Papier, einschliesslich Ptilpe und Pappe. und Asbestzementbahnen zur Anwendung kommen können. Derartige Verfahren bestehen im Weben eines Stoffes aus geeignetem faserigem Textilmaterial. Aufrauhen einer oder beider Oberflächen des Stoffes, wonach die aufgerichteten
Fasern auf einer oder beidenSeiten des Stoffes einer Nadelbehandlung unterworfen werden, so dass sie am
Stoff an mehreren Stellen ihrer Längserstreckung befestigt sind.
Mit dem Ziel, eine wesentlich erhöhte Absorptions-bzw. Saugfähigkeit und Elastizität mit einer gleichzeitig gesteigerten Haltbarkeit des Produktes zu erhalten, wird nun. ein Verfahren zur Herstellung eines mehrschichtigen Filzes vorgeschlagen, bei welchem erfindungsgemäss die Oberfläche eines jeden einer Mehrzahl von gewebten Erzeugnissen (Bahnen) z. B. einer Kardenbehandlung unterworfen oder auf andere Weise aufgerauht wird, die aufgerauhtenErzeugnisse, Oberfläche an Oberfläche aneinandergelegt, einer Nadelbehandlung unterworfen werden, so dass die aufgerichteten bzw. aufgerauhten Fasern an Stellen ihrer Längserstreckung an der Schicht, aus der sie durch Aufrauhen erhalten wurden, und an den mit dieser
Schicht vereinigten andern Schichten befestigt sind.
Ein so hergestellter, zusammengesetzter mehrschichtiger Filz lässt nichtnurdie Summe der Qualitäten erwarten, die die entsprechende Anzahl einzelner einschichtiger, gemäss der Lehre der oben erwähnten Patentschriften hergestellten Filze besitzen würde, sondern weist darüber hinaus besondere Stärke- und Verschleissfestigkeitseigenschaften auf, die auf der Verbindung der einzelnen Hauptschichten durch Elemente beruhen, nämlich den aufgerichteten, haarfilzartigen Fasern, die selbst wichtige Bestandteile der Schichten bilden.
Ein weiterer Vorteil resultiert aus der kissenartigen Masse der aufgerauhten Fasern, die zwischen den vereinigten Schichten des zusammengesetzten Filzes vorhanden sind und die eine stossdämpfende Komponente bilden, die die Leistungsfähigkeit des Filzes unter den schwierigsten Arbeitsbedingungen wesentlich verbessert. Weitere Vorteile des erfindungsgemässen Filzes gehen aus der im folgenden beschriebenen Art seiner Herstellung hervor.
Verschiedene Ausführungsformen der Erfindung werden beispielsweise an Hand der Zeichnung näher beschrieben, in denen verschiedene Arten des Aufbaues der einzelnen Schichten des verbesserten Filzes dargestellt sind.
Der in Fig. l dargestellte Filz ist aus zwei unabhängigen Gewebebahnen zusammengesetzt, die jede für sich eine Schichte des zusammengesetzten Filzes bilden. Die äussere Schichte ist mit A und die innere Schichte mit demBuchstabenB bezeichnet. Derartige Lagen können in allen Belangen identisch sein oder auch aus verschiedenen Materialien und bzw. oder verschiedenen Webarten bestehen, um verschiedene Funktionen im Verband des zusammengesetzten Filzes zu erfüllen. Jede der Schichten A und B ist durch Aufrauhen auf einer oder beiden Seiten der Bahn vorbehandelt. und ihre Enden sind durch stumpfes Aneinanderfügen (wie in Fig. l dargestellt) oder durch Verbiegen auf irgendeine konventionelle Art zu einem Stück zusammengefügt.
Die zwei so hergestellten endlosenBahnen werden miteinander verbunden, wobei die gegenseitige Anordnung der Bahnen untereinander so ist, dass die Verbindungsstücke gegeneinander versetzt angeordnet werden, um unangemessene Stärke an irgendeinem Punkt zu vermeiden. In diesem Zusammenhang wird bemerkt, dass die zur Zusammenfügung der Enden eines Filzes gemäss der Erfindung notwendigen Verbindungen nicht so aufwendig bzw. kostspielig zu sein brauchen, wie es bisher bei der
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Herstellung endloser Filze üblich war : dies beruht darauf, dass die Verbindungsstelle der einen Schicht mit der andern Schicht durch eine Nadelbehandlung zu einem kontinuierlichen Teil vereinigt wird, wobei die natuur. liche Stärke der andern Schicht zur Verstärkung der Verbindungsstelle dient.
Nach der wie vorstehend geschilderten Vereinigung der Schichten werden sie gemeinsam einer Nadelbehandlung unterworfen, wobei die Nadeln durch beide Schichten hindurchgehen und in ähnlicher Weise abwechselnd die gegenüberliegenden Oberflächen ausbilden. Der Zweck dieser Operation liegt darin, dass die die aufgerauhten Stellen an den Aussenseiten sowie an den einander berührenden Flächen bildenden
Fasern durch den Gesamtaufbau des Filzes an vielen Punkten ihrer Längserstreckung hindurchgezogen wer- den, so dass die Schichten quasi zusammengesteppt oder im wesentlichen über ihre gesamte Ausdehnung durch die Fasern, die selbst Hauptelemente des zusammengesetztenErzeugnisses bilden, durch innere Ver- bindungen vereinigt sind.
Fig. 2 illustriert ein anderes Verfahren, bei welchem jede Schicht aus einem endlosen gewebten Ma- terial besteht, das an einer oder beiden Seiten unter Ausbildung einer haarigen Oberfläche aufgerauht ist.
Eine Schicht C ist innerhalb der andern Schicht D angeordnet, und die so gebildete Einheit wird einer Na- delbehandlung unterworfen.
Gemäss Fig. 3 wird eine kontinuierliche, nicht endlose Bahn nach dem Aufrauhen zu einer Schleife gelegt, so dass jede Schleife bei E und F eine Krümmung bildet und die Vorder- und Hinterkanten e und f so zu liegen kommen, dass sie, wenn das Ganze einer Nadelbehandlung unterworfen wird, in angrenzen- der Nachbarschaft liegen, mit Ausnahme des Falles, dass sie durch die dazwischenliegende Schleife bei G getrennt sind. Die Nadelbehandlung vereinigt die in Schleifen geführte Bahn zu einem vielschichtig zu- sammengesetzten Erzeugnis ohne Veränderungen der Stärke desselben.
Ein weiteres Verfahren zur Herstellung eines erfindungsgemässen Filzes geht aus Fig. 4 hervor. Ein in üblicher Weise gewebter und gerauhter Filz, der endlos oder auch, wie dargestellt, an seinen Enden stumpf miteinander verbunden sein kann, wird mit einer weiteren Bahn durch eine Nadelbehandlung ver- bunden, wobei eine solche Bahn I aus einem sehr diinnen, fein gewebten Material besteht, das einer über- durchschnittlich intensiven Aufrauhungsbehandlung unterworfen wurde. Falls erwünscht, kann auch mehr als eine solche zusätzliche Schicht verwendet werden. Die Schicht bildet die Arbeitsfläche des Filzes, auf welche die Papierpülpe od. dgl. abgelagert wird.
Es ist augenscheinlich, dass dieses Verfahren sich be- sonders zur Herstellung von Filzen eignet, die feine, gleichmässige (keine Abdrücke hinterlassende) Ober- flächeneigenschaften mit einer Grundstruktur hoher Zugfestigkeit undDauerhaftigkeit auf sich vereinigen.
An Hand von Fig. 5 wird noch eine andere Verfahrensvariante gemäss der Erfindung erläutert. In die- sem Fall wird eine endlose gewebte Bahn von doppelter Breite des gewünschten Filzes an beiden Seiten aufgerauht, worauf sie Saum an Saum unter Bildung eines doppelschichtigen endlosen Filzes der gewünsch- ten Breite gefaltet wird. Die beiden Schichten werden hierauf durch eine Nadelbehandlung miteinander zu einer Einheit verbunden, wonach die gefalteten Teile aufgeschnitten werden. Auf diese Art kann ein zusammengesetzter Filz hergestellt werden, dessen beide Schichten notwendigerweise in allen Belangen identisch sind. da sie Teile desselben Fabrikates darstellen.
Bei der Durchführung des oben beschriebenen Verfahrens wurde es als vorteilhaft befunden, die Schich- ten oder Lagen als Vorbereitung zur endgültigen Nadelbehandlung zu vereinigen, indem die Schichten oder
Lagen durch lose Stiche miteinander verbunden werden, um ein Verschieben der einen Schicht oder Lage gegenüber der andern zu verhindern und den Durchgang der vereinigten Schichten durch die Nadelmaschine zu erleichtern.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung eines meh-schichtigen Filzes zur Verwendung bei der Erzeugung von Papier und ähnlichen Produkten, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche eines jeden einer Mehrzahl von gewebten Erzeugnissen (Bahnen) z. B. einer Kardenbehandlung unterworfen oder auf andere Weise aufgerauht wird, die auf gerauhten Erzeugnisse, Oberfläche an Oberfläche aneinandergelegt, einer Nadelbehandlung unterworfen werden, so dass die aufgerichteten bzw. aufgerauhten Fasern an Stellen ihrer Längserstreckung an der Schicht, aus der sie durch Aufrauhen erhalten wurden, und an den mit dieser Schicht vereinigten andern Schichten befestigt sind.