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Verfahren und Vorrichtung zur Nachbehandlung von
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Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Nachbehandlung von Wasch- mittelbeads.
Das bei der Herstellung von Waschmitteln im Zerstäubungs-oder Sprühverfahren von dem Zerstäu- bungstrockner anfallende Zerstäubungsgut, namentlich die im Trockenprozess enstandenen, aufgeblähten i Waschmittelhohlkügelchen. die sogenannten Beads, können nicht ohne weiteres weiterverarbeitet, z. B. si- lotiert oder in Packungen abgefüllt werden. Vorgängig muss noch durch entsprechende Nachbehandlung, so unter anderem durch Kühlen, Trocknen, Konditionieren, ein ausgereifter Zustand herbeigeführt und stabi- lisiert werden. Dies konnte bisher nur mit einem beträchtlichen, zeitlichen, räumlichen und konstrukti- ven Aufwand erreicht werden. Nach einer der heute üblichen Methoden werden z.
B. die Beads nach dem
Sprühturm auf ein unverhältnismässig langes endloses Band gebracht und gelangen nach einer Strecke von etwa 200 oder mehr Meter in noch unausgereiftem Zustand in einen Silo, um dort voll auszureifen. Das voll ausgereifte Produkt muss nach dem Silo mit Hilfe von Bürstenwalzen verkleinert werden, bevor es mit
Hilfe von weiteren Förderbändern endlichzur Abfüllstation gelangt.
Vielfach wird das anfallende Zerstäubungsgut in Säcke abgefüllt und-meist in grossen Stapeln-eini- ge Tage gelagert, bis nach erfolgter Zerkleinerung mit Hilfe von Bürstenwalzen das Abfüllen endlich er- folgen kann. Wie bei dem vorerwähnten Vorgang wird auch hiedurch sehr viel Raum beansprucht und der
Reifeprozess dehnt sich auf mehrere Tage aus. Als Abhilfe hat man in die Nachbehandlung einen Turm eingeschaltet, in welchem die Gutteilchen in einem vertikal nach oben gerichteten Luftstrom herumge- wirbelt werden. Das erwünschte Resultat konnte jedoch auch auf diese Weise nicht erzielt werden. Neben den eingangs schon erwähnten Nachteilen wirkt sich in all diesen Fällen der Umstand ungünstig aus, dass die Beads während der Nachbehandlung, d. h. während der Aufbereitung, mechanisch verändert, im allge- meinen zerstört werden.
Zweck des erfindungsgemässen Verfahrens ist nun, diese Nachteile zu vermeiden, d. h., die Aufberei- tung der Waschmittelbeads in kürzester Zeit, mit einfachsten Mitteln und unter Wahrung der vor der Auf- bereitung vorhandenen Teilchenform zu ermöglichen. Dies wird im Sinne des erfindungsgemässen Verfah- rens dadurch erreicht, dass das Behandlungsgut in einer ebenen Arbeitsfläche ausgebreitet und unter steti- gem Auflockern und Umwenden wenigstens einmal quer durch feinverteilte Ströme eines gasförmigen Be- handlungsmittels fortbewegt wird.
Die Einrichtung zur Durchführung des hier vorgeschlagenen Verfahrens besitzt erfindungsgemäss eine einem Zerstäubungstrockner nachgeschaltete, gasdurchlässige und von dem Behandlungsgas durchströmte
Arbeitsfläche sowie Mittel zum Bewegen der Gutteilchen auf und längs derselben.
Das nach dem erfindungsgemässen Verfahren nachbehandelte Waschmittel unterscheidet sich von an- dern Gütern gleicher Art dadurch, dass es aus Teilchen gleicher Form wie das unbehandelte Gut besteht.
Eine beispielsweise Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens wird nachfolgend an Hand der
Zeichnung, in welcher ein Ausführungsbeispiel der Einrichtung nach der Erfindung schematisch dargestellt ist, näher erläutert.
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nach der Linie Ill-Ill der Fig. 2 und Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 2.
*Wie die Fig. 1 zeigt, besitzt die Einrichtung eine einem Zerstäubungstrockner Z nachgeschaltete
Nachbehandlungsanlage A, deren einzelne Organe in einem mit einer Grundplatte 1 versehenen Kasten 2 untergebracht sind. Auf der Grundplatte 1 stützt sich mit Hilfe von vier Säulen 3 ein Traggestell 4 ab, welches in vertikalem Abstand voneinander einen oberen und einen unteren rechteckigen Tragrahmen 5 bzw. 6 aufweist. An jeder Längsseite dieser beiden Tragrahmen 5 und 6 sind in Abständen voneinander sich nach oben erstreckende, federnde Schwingarme 7 verankert, welche der Übersichtlichkeit halber lediglich in der Fig. 4 dargestellt sind.
An den freien Enden der Schwingarme 7 eines jeden Rahmens 5 bzw. 6 ist ein längliches Fliessbett 8 bzw. 9 hängend befestigt, welches jeweils einen kastenförmigen Oberteil 8'bzw. 9. einen in Luftkammern 10 unterteilten Unterteil 8"bzw. 9" und schliesslich zwischen den beiden Betteilen eine gasdurchlässige Platte 11 besitzt. Die in ihrer Längsrichtung nachgiebige Halterung der Fliessbetten 8 bzw.
9 an federnden Schwingarmen 7 gestattet das Erregen von entsprechenden Schwingungen mit Hilfe zweier im Gestell 4 übereinander angeordneter Schwingungserreger 12 an sich bekannter Bauart, welche mit
Hilfe eines regelbaren, an der Grundplatte 1 angeordneten Motors 13 angetrieben sind und mittels je eines
Schütteljoches 14 (vgl. Fig. 2 und 3) jeweils mit einem Fliessbett verbunden sind. Die Fliessbetten 8 und 9 sind mittels Schächten 15 und 16 in Serie verbunden, wobei dem Fliessbett 8 ein Aufgabetrichter 17 vorgeschaltet und dem Fliessbett 9 eine pneumatische Schleuse 18 mit einer Förderleitung 19 nachgeschaltet ist.
Damit bilden die beiden Fliessbetten 8 und 9 zwischen dem Aufgabetrichter 17 und der mittels eines Gebläses 20 durch die Leitung 21 gespeisten Schleuse 18 eine U-förmige Nachbehandlungsstrasse mit zwei untereinander angeordneten porösen Arbeitsplatten, welche dank der Verwendung von nachgiebigen Manchetten 22 an entsprechenden Stellen Schwingungen ausführen können.
Die unter den Platten 11 angeordneten Luftkammern 10 besitzen bei jedem Schwingbett abwechselnd entgegengesetzt geneigte Böden 23 (vgl. Fig. 4) und sie sind mittels nachgiebiger Schläuche 24 (Fig. 4) an zwei U-förmige Luftzufuhrschächte 25 angeschlossen, welche mit ihren Schenkeln jeweils den Unterteil eines Fliessbettes gabelförmig einschliessen. Die Schächte 25 werden durch einen Ventilator 26 gespeist, welcher die Luft durch eine Ansaugleitung 27, in welche übrigens auch die Saugleitung 28 des Gebläses 20 mündet, von ausserhalb des Kastens 2 ansaugt.
Zwei weitere U-förmige Schächte 29 schliessen in der gleichen Art und Weise jeweils den Oberteil eines Fliessbettes ein, wobei ihre Schenkel denjenigen der Schächte 25 entgegengerichtet sind. Über einen vertikalen Schacht 30 sind die Schächte 29 mit der Saugseite eines weiteren Ventilators 31 und mittels in Abständen voneinander angeordneter Schläuche 32 jeweils mit dem entsprechenden Bettoberteil verbunden. Der Ventilator 31 fördert die aus den Bettoberteilen abgesaugte Luft durch eine Leitung 33 aus dem Kasten 2.
Es sei nun angenommen, dass die aus dem Zerstäubungstrockner Z anfallenden Waschmittelbeads bei entsprechender Dosierung durch den Aufgabetrichter 17 in das Fliessbett 8, namentlich auf die Platte 11 desselben gelangen, wobei bereits bei der Zuführung des Behandlungsgutes in an sich bekannter Weise für eine gute Verteilung gesorgt wird, so dass die Beads die ganze Arbeitsfläche 11 etwa gleichmässig überdecken. Das ganze Fliessbett schwingt in seiner Längsrichtung, wobei die Beads-Schicht in Richtung auf die Schächte 15 und 16 zum Fliessen gebracht wird.
Mit Hilfe des Ventilators 26 wird der Fliessbettunterteil 8" mit besonders konditionierter Luft versorgt, welche nach Ablenkung durch die Böden 23 der Luftkammer 10 in feinster Verteilung durch die Platte 11 strömt und die Beads strömt und die Beads kühltund gleichzeitig auf die gewünschte Endfeuchtigkeit konditioniert. Das Schwingen der Platte 11 bewirkt eine stetige Auflockerung der Beads-Schicht, so dass die Tendenz zur Zerklüftung dieser Schicht durch Zusammenballungen und damit die Beeinträchtigung der feinsten Luftverteilung sicher unterdrückt wird. Ausserdem wälzen sich die Beads innerhalb der fliessenden Schicht ständig auf der Platte 11 ab, so dass sie selber ständig gewendet werden und damit letzten Endes auch eine fortwährende Oberflächenwendung der Schicht selber erzielt wird.
Dies führt zu einer äusserst intensiven Berührung zwischen der Behandlungsluft und den Beads, welche in der Folge, praktisch ohne jegliche mechanische Verformung, ihren ausgereiften Zustand schnell erreichen werden Die Behandlungsluft wird in jeder Hinsicht, so unter anderem drucke und men- genmässig, den jeweiligen Verhältnissen entsprechend eingestellt, wobei die einzelnen Kennziffern längs des Fliessbettes örtlich variieren können. Ähnliche Änderungen können in der durch den Ventilator 31 im Bettoberteil 8'bewirkten Aspiration bewirkt werden.
Zu diesem Zwecke sind sowohl in die Schläuche 24, welche den Bettunterteil 8" speisen, wie auch die Schläuche 32, welche die Luft vom Bettoberteilin 8' abführen in der Zeichnung nicht ersichtliche Drosselklappen eingebaut, welche mittels Handgriffen 34 (Fig. 4) einzeln verstellt werden können. Damit lässt sich das Fliessbett in mehrere Behandlungszonen aufteilen, welche-wenn nötig-auch mit Hilfe von Zwischenwänden voneinander getrennt werden können.
Am Ende des Fliessbettes 8 gelangen die Beads durch die Schächte 15 und 16, in welchen beispiels-
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weise Siebe od. dgl. eingebaut sein können, auf das Fliessbett 9, das in der gleichen Weise schwingt, wie das Bett 8. Auch im übrigen gilt alles für das Bett 8 Gesagte sinngemäss auch für das Fliessbett 9. Beim Durchfliessen dieses Bettes können die Beads die gleichen Behandlungsphasen, wie am Bett 8, noch einmal durchmachen, es können jedoch auch weitere Operationen in die Behandlung eingeschaltet werden. Damit kann mit Hilfe der Einrichtung jedes beliebige Nachbehandlungsprogramm durchgeführt werden, welches beispielsweise Fördern, Kühlen, Sichten, Konditionieren, Zerkleinern und Sieben erfassen kann.
Die sehr intensive Einwirkung der Behandlungsluft auf die stets gelockerte und gewendete Beads-Schicht gestattet nach dem Durchführen des von Fall zu Fall unterschiedlichen Nachbehandlungsprogrammes das Gut in Form von Beads und in vollständig ausgereiftem und aufbereitetem Zustand aus der Einrichtung abzufUhren und sofort zu verpacken oder zu silotieren. Es versteht sich, dass die Nachbehandlung durch entsprechende Regelung vollständig dem Rhythmus der Herstellung angepasst werden kann.
Der Vollständigkeit halber ist noch zu bemerken, dass das beschriebene Verfahren die gleichen Vorteile gewährt, unabhängig davon, welche Nachbehandlungsarten zur Ausführung gelangen und in welcher Rei-
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Soodorisiert, parfUmiert, gemischt, getrennt, gesiebt, gesichtet werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Nachbehandlung vonWaschmittelbeads (Waschmittelhohlkügelchen), dadurch ge- kennzeichnet, dass das Behandlungsgut in einer ebenen Arbeitsfläche ausgebreitet und unter stetigem Auf- lockern und Umwenden, das vorzugsweise dadurch bewerkstelligt wird, dass das Behandlungsgut in Schwin- gungen in der Arbeitsfläche versetzt wird, wenigstens einmal quer durch feinverteilte Ströme eines gasförmigen Behandlungsmittels fortbewegt wird.