<Desc/Clms Page number 1>
Eisenbahnsignalapparat.
Vorliegende Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass zur Betätigung der Signalapparate eine Thermokette zur Anwendung kommt, welche gleichzeitig dazu dient, den ganzen Apparat im warmen Zustande zu erhalten. Die Thermokette betätigt den Apparat nicht direkt, sondern es wird die von dieser Stromquelle erzeugte Energie aufgespeichert und im richtigen Masse zur Betätigung des Apparates wieder abgegeben.
In der beigegebenen Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindunggegenstandes dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 einen senkrechten Schnitt des Eisenbahnsignalapparates und Fig. 2 einen in grösserem Massstabe gezeichneten Schnitt der im Apparate zur Anwendung kommenden Thermokette.
Der in der Zeichnung zur Erklärung der Erfindung dargestellte Apparat gehört zur Klasse der Blocksignale und besitzt zur Vereinfachung der Darstellung einen einzigen Signalmast. Der ganze Mechanismus des Apparates ist in einem Kasten 41 eingeschlossen, der vermittelst einer wagerechten Platte 42, welche den Signalmotor trägt, in zwei Kammern eingeteilt ist. In der unteren Kammer befindet sich ein mit Petroleum oder anderem Brennstoff angefüllter, geschlossener Behälter 26, mit Füllöffnung 27, dessen unterer Teil kegelstumpfförmig ausgebildet und mit einer dusenförmigen Verlängerung versehen ist, welche in einen kleineren Behälter 29 hineinragt.
Letzterer ist mit einem Luftauslassventil 28 ausgestattet, welches für gewöhnlich offengehalten ist ; in diesem Falle kann Luft aus dem unteren Behälter 29 entweichen und somit auch Brennstoff aus dem oberen Be- hälter 26 in den unteren Behälter 29 gelangen, jedoch nur sehr langsam, da, um den Abfluss zu ermöglichen, die die abfliessende Menge an Flüssigkeit ersetzende Luft die Flüssigkeit durchstreichen muss. Auf diese Weise wird der Flüssigkeitsstand im Behälter 29 auf gleicher Höhe gehalten. Schliesst man das Ventil 28, so kann kein Brennstoff aus 26 nach 29 abfliessen.
In der unteren Kammer befindet sich auch die Thermokette 43, deren Erzeugerelemente aus ringförmigen Scheiben 50 und 51 bestehen. Jedes Element besitzt am inneren Rande einen konzentrischen, ringförmigen Vorsprung zur Bildung des Kontaktes und der Ver- bindung ; ein zweiter konzentrischer, ringförmiger Vorsprung ist am äusseren Rande eines jeden Elementes vorgesehen. Die Scheiben sind konzentrisch übereinander gelegt, so dass die positiven und negativen Elemente abwechseln. Die inneren Vorsprüngc der positiven und negativen Elemente 50 und 51 berühren einander und bilden eine ringförmige Ver- bindung, während die äusseren Vorsprünge eine ähnliche Verbindung darstellen.
Die Zwischen- räume zwischen den aufeinander folgenden Scheiben sind mit geeigneten Isolierungen 53 ausgefüllt. Die Kette der auf diese Weise hergestellten Elemente ist zwischen einer oberen und einer unteren Endplatte 46 bezw. 47 vermittelst Schrauben oder dgl. 48 fest ein- gespannt, welch letztere isoliert sind und durch die ringförmigen Flanschen der Zylinder 55 und 54 hindurchgehen. Letztere bilden den Wassermantel der Thermokette. Zwischen den
Flanschen der Mantelzylinder und den Endplatten der Kette sind geeignete Dichtungs- ringe 56 vorgesehen, welche gleichzeitig zur Isolierung der Verbindung dienen.
Die äussersten
<Desc/Clms Page number 2>
Elemente liegen in ringförmigen Vertiefungen der Endplatten, wobei der äussere Vorsprung des obersten bezw. untersten Elementes den elektrischen Kontakt mit der entsprechenden Platte herstellt, während die mittlere Fläche dieser Elemente durch geeignete Ringe isoliert ist. Die kreisförmigen Öffnungen der ringförmigen liettenelemente bilden nach Zusammenstellung der Kette einen zentralen, senkrecbten Kanal, dessen Zweck im nachstehenden näher beschrieben wird. Die beiden Endplatten der Thermokette sind mit geeigneten Polen 44 und 45 versehen. Der untere Brennstoffbehälter 29 ist vermittelst einer Röhre 32 mit einem Brenner 33 verbunden, welcher am unteren Ende des zentralen Kanals der Thermokette angeordnet ist. Die Röhre 33 ist mit einem geeigneten Speise- ventil 31 ausgestattet.
Ein Lufteinlasskanal 37, welcher durch den Deckel des äusseren Mantels hindurchgeht, ist an das untere Ende des zentralen Kanals der Kette angeschlossen und trägt ausserhalb des Mantels eine geeignete Schutzhaube 36, welche das Eindringen von Staub und Regen verhindert. Über dem zentralen Kanal der Thermokette ist eine zugleich als Heizröhre dienende Ausströmungsröhre 34 angeordnet, deren oberes Ende ebenfalls mit einer zweckmässigen Schutzhaube 35 versehen ist. Die Ein-und Ausströmungs- rohre 37 bezw. 34 sind mit den Endplatten der Thermokette vermittelst Flanschenringen 49 verbunden, welche durch geeignete Ringscheiben 5S isoliert sind.
Auf Zwischenwand 42 steht ein Wasserbehälter 22, welcher durch eine Kaltwasserröhre 24 mit dem unteren Teile des Wassermantels 25 der Thermokette in Verbindung steht. Das durch den Wasser- mantel 25 fliessende Wasser kehrt durch die Röhre 23 zum Behälter 22 zurück.
Die Armatur 14 des Motors besitzt ein Zahnrad 13, welches mit einem über dem- selben angeordneten, auf der Achse des Getriebes 9 sitzenden Zahnrade 12 in Eingriff steht. Zwischen dem Getriebe 9 und dem Kronenrade 10 liegt ein Planetenrad 8, dessen
Achse, wie nachstehend beschrieben, mit der Zugstange des Signalarmes verbunden ist. Die Aussenfläche des Kronenrades 10 ist mit einer Anzahl Hemmungszähnen ausgebildet, mit denen der Arm 18 eines Hommungshebels 17, 18 in Eingriff steht, dessen zweiter Arm 17 zwischen zwei Elektromagneten 19 und 20 liegt, welche das Bestreben haben, den Hebel- arm in entgegengesetzten Richtungen zu drehen. Eine an dem Hebelarme 17 befestigte
Zugfeder 21 hat das Bestreben, den Hebel aus seiner Hemmungsstellung zu bringen.
Die
Spindel des Plauetenrades 8 ist durch ein Zwischenglied 7 mit dem schwingenden Arme 5 verbunden, welcher um den Stift 6 schwingt und an der Zugstange 3 des Signalarmes 2 angelenkt ist. In der Normal-oder Haltstellung des Signals befindet sich die Zugstange 3 sowie der Arm 5 in der untersten Stellung, in welcher diese Teile vermittelst eines ge-
EMI2.1
der im Stromkreis des Motors liegenden Kontaktplatte 4 ist.
In dem von den Kettenpolen ausgebenden Ladestromkreis sind die beiden Batterien 15 und 16 hintereinander geschaltet. Die Batterie 15 ist die Motorbatterie, während 16 die Streckenbatterie ist. Die Motorbatterie betätigt den Motor durch folgenden Stromkreis : Von einem der Pole der Batterie geht der Strom durch einen Leitungsdraht zu einem der Pole des Motors, durch die Motorfelder und die Armatur und einen Leitungsdraht zum Hemmungshebel 18, und wenn letzterer in der Hemmungsstellung ist, durch das Kronenrad 10, das Planetenrad 8 und das Gelenk 7 oder durch die metallischen Teile des
EMI2.2
durch die Kontaktplatte 4 und einen Leitungsdraht zurück zum anderen Pole der Batterie.
Der Schienenstrang 40 des Geleises ist leitend ununterbrochen, während die Schiene 38 durch geeignete Isolierungen 39 in Abschnitte geteilt ist, welche in der Nähe der Signal-
EMI2.3
Blockes am vorderen Ende desselben, wobei der eine Pol der Batterie mit der leitend unllnterbrohpnen Geleiseschicne und der andere Batteritpol mit dem vorderen Ende der unterbrochenen Geleiseschiene verbunden ist. Der Magnet 20 Überbrückt ebenfalls den Streckenstromkreis des B) ockos 4. Der zum vorderen Block B gehörige Magnet J9 über- drückt in ähnlicher Weise die Schienen leitungen, wobei das eine Ende der Magnetleitung mit der leitend ununterbrochenen Schiene 40 und das andere Ende mit der Schiene 38 des Blockes 1 ; verbunden ist.
Eine in dem vor dem vorderen Ende des Blockes B aufgestellten Apparate angeordnete Batterie, welche der Streckenbatterie 16 am vorderen Ende des Blockes A entspricht, erregt im Normalzustande den Magneten 19 durch den Srhienenstromhris des Blockes B. Ein dem Magneten J9 entsprechender und in einem am rückliegenden Ende des Blockes A aufgestellten Apparate angeordneter Magnet überrückt in ähnlicher Weise die Schienenleitungen des Blockes A und wird im Normalzustande durch diesen Schienenkreis von der Streckenbatterie 16 erregt.
Im Normalzustande ist die Anziehungskraft des Magneten 20 des rückliegeuden Block''s im Zusammenwirken mit der Zugkraft der Feder 21 und der Schwere des Betätigungsarmes 17 des Hemmungshebels stärker als die entgegengesetzte Kraft des
<Desc/Clms Page number 3>
Magneten 19 des vorderen Blockes, so dass der Hemmungshebel für gewöhnlich ausgeschaltet ist. Tritt jedoch ein Eisenbahnzug in den rückliegenden Block A ein, so bilden die Räder und Radachsen desselben einen Kurzschluss tiber dem Schienenkreise des Blockes und schwächen dadurch den Strom, der von der Batterie 16 durch den Kontrollmagneten 20 geht.
Wenn nun kein Eisenbahnzug sich in dem vorderen Blocke B befindet, so dass kein Kurzschluss zwischen den Schienen dieses Blockes entsteht und der durch den Magneten 19 gehende Strom nicht geschwächt ist, so wird die Anziehung des Magneten 19 überwiegen und der Betätigungsarm des Hemmungshebels wird von demselben angezogen, bis der Arm 18 des Hebels in Eingriff mit der gezahnten Stirnfläche des Krolnenrades 10 ist.
Durch diesen Eingriff wird der Motorstromkreis geschlossen, so dass der Motor und dem- nach das Zahnrad 9 in der in der Zeichnung angegebenen Richtung in Umdrehung ver- setzt wird.
Hiedurch erhält das Planetenrad 8 eine teilweise Kreisbewegung im Innern des Kronenrades 10 nach aufwärts, wobei diese Bewegung durch das Gelenk 7 auf den
Schwingarm 5 übertragen wird, bis der Kontakt desselben mit der Kontaktplatte 4 auf- gehoben ist, wodurch der Motorstromkreis geöffnet wird und der Motor stillsteht. Durch diese Bewegung ist das Signal auf "Freie Fahrt" gebracht worden, jedoch hat dasselbe das Bestreben, durch die Wirkung geeigneter Gegengewichte auf" Halt" zurückzukehren.
Durch die Umdrehung des Zahnrades 9 kommt ein Hemmungszahn 11 des Rades 10 in Eingriff mit dem Hebelarme 18, wodurch die Drehung des Rades 10 verhindert und die Aufwärtsbewegung des Planetenrades ermöglicht wird. Nach dem Stillstehen des Motors hält der Hebelarm 18 das Kronenrad 10 noch zurück, während eine Klinke 63 das Zurück- drehen des Rades 9 unter dem Einflusse des Signals verhindert. Auf diese Weise wird letzteres in der Stellung "Freie Fahrt" festgehalten, während der Eisenbahnzug sich dem
Signale nähert. Wenn ein anderer Zug vor dem Signale auf die Strecke B kommt, so wird der Magnet 19 des vorderen Blockes durch die Kurzschlusswirkung des Zuges ent- magnetisiert, wodurch der Hemmungshebel durch die Feder 21 aus seiner Eingriffsstellung gebracht wird.
Infolgedessen wird das Kronenrad 10 ausgelöst und gestattet dem Signal- arme durch die Wirkung der Gegengewichte in die Normalstellung zurückzukommen, wo- durch alle uetatigungsteue mre Normallage wiener emnenmen una aas kronenrad 10 durch die Abwärtsbewegung des Planetenrades 8 zurückgedreht wird.
Wenn in dem Augenblicke der Einfahrt des Zuges auf den rückliegenden Block A sich ein anderer Zug auf dem vorderen Blocke B befindet, so wird der Magnet 19 des vorderen Blockes ebenfalls entmagnettsiert und bringt den Hemmungshebel bei der Einfahrt des Zuges nicht in seine Eingriffsstellung, wenn jedoch der vordere Streckenbloc1 B frei ist und bis zur Einfahrt des von dem hinteren Streckenblocke. A kommenden Zuges freibleibt, so wird das Signal auf" Freie Fahrt" eingestellt und bleibt in dieser Stellung, bis der Zug auf den vorderen Streckenblock gelangt, worauf das Signal in der oben beschriebenen Weise wieder auf "Gefahr" gebracht wird und in dieser Stellung bleibt, bis ein anderer Zug auf den hinteren Strecken block A einfährt.
Beim Füllen des Brennstoffbehälters bleiben die Ventile 28 und 31 geschlossen.
Nach dem Füllen des Behälters wird der Pfropfen 27 wieder eingesetzt, die Ventile wieder geöffnet und der Brennstoff am Brenner angezündet. Die heissen Gase des Brenners erzeugen einen beständigen Luftzug durch den Luftkanal 37 zum Brenner'und durch den zentralen Kanal der Thermokette und die Heizröhre 34. Hiedurch wird die Luft im Innern des Apparates im warmen Zustande erhalten, wodurch die Batterien vor Frost und der Apparat selbst vor dem schädlichen Einflusse der Temperaturwechsel geschützt sind. Die inneren ringförmigen Verbindungen der Kettenelemente, welche den zentralen Kanal der
Kette unmittelbar umgeben, werden durch die heissen Gase geheizt, während die äusseren Verbindungen durch den äusseren Wassermantel wirksam abgekühlt werden.
Das Rücklauf- rohr 23 des Wassermantels trägt ebenfalls zur Erwärmung der inneren Luft bei.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Eisenbahnsignalupparat, dessen Betätigung durch eine aus Ringelementen zusammen- gesetzte Thermosäule erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass die Thermosäule mit einem Energie- sammler verbunden ist, der die zur Umstellung erforderliche Energiemenge aufspeichert und bei der Umstellung des Signales an den die Stellvorrichtung betätigenden Motor abgibt.