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Gewebe für Projektionszwecke
Gegenstand der Erfindung ist ein Gewebe für Projektionszwecke mit gerichtet reflektierender Oberfläche, bei welchem der Streuwinkel in der horizontalen Richtung grösser ist als der Streuwinkel in der vertikalen Richtung.
Bisher wurde eine Bündelung des reflektierenden Lichts dadurch erzielt, dass einze : ne kleine Reflektoren, z. B. aus Glas, auf eine Unterlage orientiert aufgeklebt wurden. Es wurde aber auch durch Prä- gung einer an und für sich homogenen Folie eine Richtcharakteristik erreicht. Diese Folie wurde zum Teil vor oder nach der Prägung mit einer gut reflektierenden Schicht versehen. Die Folie selbst war zum Teil auf Gewebe aufkaschiert.
Es gibt aber auch Projektionswände, die aus einem Gewebe bestehen, dessen Webart so ausgewählt wurde, dass allein durch die Reflexion des Gewebes in der Horizontalen eine breitere Charakteristik als in der Vertikalen entsteht. Das bedeutet also, dass ein Betrachter, der das projizierte Bild aus relativ schrägem Winkel von der Seite her sieht, dieses praktisch genau so hell sieht wie ein im gleichen Abstand vor der Bildwand sitzender Beobachter. Ein in demselben Winkel über oder unter dem Zentralsitzenden stehender dritter Beobachter würde jedoch das Bild wesentlich dunkler sehen.
Dieser Vorteil wird dadurch erreicht, dass Acetatseide in Duchesse Atlas-Bindung verwendet wird und dieses Gewebe entsprechend nachbehandelt ist. Während das unbehandelte rohe, rauhe Gewebe keine besondere Richtcharakteristik aufweist, sich also wie ein diffus reflektierender Weiss-Standard verhält, gelingt es, durch entsprechende Ausrüstung und Kalandern sowie durch Beschichtung des Gewebes auf der Rückseite beispielsweise mit Weich-PVC mit eingelagerten Farbstoffen, vorzugsweise Barium-Oxyd, eine Steigerung des Reflexionsvermögens bei senkrechtem Betrachten zu erzielen.
Gemäss der Erfindung wird nunmehr vorgeschlagen, dass die Beschichtung auf der Rückseite einen Strich, d. h. verschiedene, periodisch wiederkehrende, in bevorzugten Richtungen verlaufende Strukturelemente aufweist, wodurch ihr Streuwinkel der Beschichtung in der horizontalen Richtung grösser ist als in der vertikalen Richtung. Die verschiedenen Strukturelemente können erfindungsgemäss unterschiedliche Anteile an Farbstoffen aufweisen. Insbesondere zweckmässig ist es, wenn die Farbstoffe auf die Strukturelemente aufgebracht sind. Nach einem weiteren Kennzeichen der Erfindung ist der Beschichtung ein optischer Aufheller zugesetzt. Endlich kann erfindungsgemäss die dem Gewebe abgewandte Seite der Beschichtung mit einem stark lichtaustrittsverhindernden Farbstoff versetzt sein.
Ohne Beschichtung sind die in Frage kommenden Gewebe, beispielsweise Acetatseide in Atlas-Bindung, für die Projektion zu transparent, so dass sie einen zu grossen Teil des auftreffendenLichts hindurchlassen und überhaupt nicht reflektieren. Beim Projizieren auf das unbeschichtete Tuch wird a) vom Tuch weniger Licht reflektiert, und b) vom durchgehenden Licht der Raum hinter der Projektionsfläche stark erhellt, wobei das projizierte Bild von hinten her gleichmässig überstrahlt wird und an Kontrast verliert Durch eine Beschichtung der Rückwand, beispielsweise mit Weich-PVC, entfällt diese Transparenz des Tuches.
Weist nun diese Beschichtung noch einen Strich auf, der im gleichen Sinn wie das Gewebe selbst wirkt, d. h., dass ihr Streuwinkel in der Horizontalen durch den Strich grösser ist als der in der vertikalen Richtung, so wird die gewünschte Richtwirkung durch die Beschichtung der Rückseite noch verstärkt. Zugleich wird das auf der Rückseite auftretende Streulicht beseitigt und kann das Bild nicht störend überlagern, so dass die projizierten Bilder kontrastreicher erscheinen. Ausserdem entfällt die Behandlung des Tuches selbst, was eine nicht unbeträchtliche Kostenersparnis bedingt. Gegenüber der Bearbeitung des vorieren Gewebes stellt die geringe und einfache Behandlung des Kunststoffbelages auf der Rückseite eine
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tung Farbstoffe, z. B. optische Aufheller, zugesetzt sind.
Diese Farbstoffe können ungleich auf die Strukturelernente der Beschichtung aufgebracht oder in diese eingelagert sein, dass die (vorderen oder rückseitigen) Oberflächen verschiedener Strukturelemente unterschiedliche Anteile an Farbstoffen aufweisen, wobei z. B. in Richtung des einen Strukturelements die optische Wirkung stärker ist als in Richtung des dazu senkrechten Strukturelements. Dies kann zu einer weiteren Erhöhung des gewünschten Effektes, naam- lich einem grossen Streuwinkel in horizontaler Richtung, führen, sowie zu einer Erhöhung des gesamten Reflexionsvermögens der Bildwand.
Die erfindungsgemässe Anordnung hat also den Vorteil, dass das durch das Gewebe hindurchtretende Licht nicht mehr kontrastmindernd wirkt, dass die Richtwirkung der Projektionswand sowie auch das Reflexionsvermögen erhöht werden, und dass das auf der Vorderseite befindliche Gewebe nicht mehr bearbeitet zu werden braucht.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Gewebe für Projektionszwecke mit gerichtet reflektierender Oberfläche und reflexionssteigernder Beschichtung auf der Rückseite, bei welchem der Streuwinkel in der horizontalen Richtung grösser ist als der Streuwinkel in der vertikalen Richtung, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung auf der Rückseite einen Strich, d. h. verschiedene, periodisch wiederkehrende, in bevorzugten Richtungen verlaufende Strukturelemente aufweist, wodurch der Streuwinkel der Beschichtung in der horizontalen Richtung grösser ist als in der vertikalen Richtung.