<Desc/Clms Page number 1>
Sauger zum Festhaften, insbesondere einer Elektrode für
Reizstromtheraphie, an der Haut biologischer Objekte
Die bekannten Saugnäpfe haften nur an glatten, ebenen Flächen, wobei sich der breit ausladende
Haftteil mit grosser Fläche an die Unterlage anpressen muss, um den unter Unterdruck stehenden Innenraum gegen die Aussenluft dicht abzuschliessen und dadurch ein dauerndes Haften sicherzustellen. Der für die Srughaftung nötige Unterdruck wird bekanntlich durch die Rückstellkraft erzeugt, welche nach dem deformierenden Niederdrücken des Napfes gegen die Unterlage wirksam wird und im Sinne einer Rückgewinnung seiner ursprünglichen Form das Volumen des abgeschlossenen Innenraumes vergrössert.
Eine Anwendung dieses einfachen und billigen Verfahrens auf die unebene und weder starre noch glat- te Oberfläche biologischer Objekte ist bisher mangels des erforderlichen hermetischen Luftabschlusses nicht gelungen.
Sowohl für die sogenannte Saugmassage wie auch zur Fixierung z. B. von Elektroden in der Reizstromtherapie mittels Saughattung kommen vergleichsweise massive Saugglocken mit breitem wulstförmigem Haftrand zur Anwendung, die auch bei stärkstem Anpressdruck keinen völligen Luftabschluss ergeben. Um wenigstens einigermassen abzudichten und den unvermeidlichen Druckausgleich zu kompensieren, sind vielmehr zusätzliche Mittel erforderlich. In einer mit den Saugkörpern durch Schläuche verbundenen Vakuumpumpe muss ein hoher Unterdruck erzeugt und aufrechterhalten werden.
Um dem atmosphärischen Überdruck standzuhalten, müssen die Saugkörper eine im Vergleich zu dem biologischen Gewebe hohe Konsistenz besitzen, was umso nachteiliger ist, als sie wegen ihres breiten Randwulstes und des hohen Anpressdruckes tieferliegende und empfindliche Gewebspartien schädigen können. Einrichtungen dieser Art sind nicht nur kostspielig, sie erfordern auch Einstellung und Wartung, beschränken daher die therapeutische Nutzung des Unterdruckes und machen seine Verwendung zur Einsparung der Elektrodenfixierung mit den üblichen Bändern mehr als fragwürdig.
Die Erfindung zielt demgegenüber darauf ab, das einfache Prinzip der Saughaftung auch für die weder ebene noch glatte oder starre Oberfläche biologischer Objekte technisch nutzbar zu machen. Zur Erreichung dieses Ziels sind biologische Abläufe zu berücksichtigen.
Durch einen strichdünn lokalisierten Druckreiz auf die Haut reagiert die gereizte Stelle und deren unmittelbare Umgebung mit typischen Veränderungen, wie Verfärbung, Quellung des Hautgewebes wegen erhöhten Flüssigkeitsgehaltes und einer damit verbundenen Abnahme ihrer Konsistenz. Diese reversiblen Reaktionen werden ausgelöst durch einen scharfen, deformierenden Dehnungsreiz auf jene zarte Muskelfasern, welche in der Wand der arteriellen und venösen Hautgefässe liegen und deren Querschnitt regu-
EMI1.1
was dann der Fall ist, wenn die Haut durch eine stumpfe Schneide in Form einer Rille eingedellt wird. Stumpf deshalb, um eine Gewebsschädigung durch Zelltrennung auszuschliessen. Unter stumpfer Schneide wird eine Kante verstanden, die von Flächen gebildet wird, welche etwa einen rechten Winkel einschlie- ssen.
Auf dieser Erkenntnis beruht die Erfindung, die im Wesen darin besteht, dass der Sauger einen senkrecht oder annähernd senkrecht auf der Hautoberfläche sitzenden Haftring mit einer schneidenartigen Kante aufweist. Dadurch ist es möglich, den Saugkörper auf beliebig lange Zeit auf der Hautoberfläche haftend zu machen, wobei die in dem Saugkörper enthaltenen Rückstellkräfte allein genügen, die Saughaftung aufrechtzuerhalten. Durch den Haftteil in Form einer stumpfen Schneide wird die Haut rillenför-
<Desc/Clms Page number 2>
mig eingedellt, wobei die Rückstellkräfte des Saugers selbst und allein den hiefür erforderlichen Einpress- druck bedingen.
Sofern der Haftrand des Saugkörpers starr ist. wird dieser Druck nur durch den atmosphärischen Überdruck bestimmt, welcher vergleichsweise niedrig sein kann, da er wegen der Linienberührung stark zur Wirkung kommt. Besitzt der Haftring eine gewisse Elastizität und erfolgt beim manuellen Aufsetzen eine gewisse Dehnung desselben, so bewirken die Rückstellkräfte in diesem selbst eine zusätzliche, radiale Kraftkomponente in Richtung auf das in den Innenraum des Saugkörpers hineingesaugte Gewebe.
Am Rillengrund und an den beiden Flanken der Rille, sogar über das ursprüngliche Hautniveau überquellend, haftet sich das verstärkt mit Gewebsflüssigkeit durchtränkte und weicher gewordene Hautgewebe in hermetischer Abdichtung lückenlos an den Saugrand fest, wobei sowohl Vertiefungen, wie Hautspalten, Einrisse u. ähnl., geglättet, Erhebungen, wie Körperhaare usw., eingebettet, umschlossen und dadurch eingeebnet werden. Der Saugkörper haftet so fest an der Körperoberfläche des Patienten, dass er nur durch kräftiges Wegziehen gelöst werden kann.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in der Zeichnung dargestellt. Fig. l zeigt eine aus Gummi bestehende Saugschale in nichtdeformiertem Zustande im Schnitt, Fig. 2 den Saugkörper nach Fig. 1 im Stadium des unter manuellem Druck erfolgenden Aufsetzens auf die Hautoberfläche und Fig. 3 den Saugkörper in festhaftendem Zustande.
Der Saugkörper besteht aus der den Innenraum umschliessenden Saugschale l und dem Haftring 2, der eine als stumpfe Schneide ausgebildete, kreisförmig verlaufende Kante 3 aufweist. Durch die über den Haftring 2 hinausragende Randpartie der Saugschale 1 wird nicht nur die Formbeständigkeit des Saugers erhöht, sondern auch die erwähnte radial nach innen gerichtete Druckkomponente bewirkt. Nach Fig. 2 ist die Deformation des Saugkörpers mit einer leichten Dehnung des Haftringes verbunden. Die Kante 3 desselben beginnt in derHaut bereits eine Rille einzudellen. Der Luftdruck ist innen und aussen gleich gross.
Nach Aufhören des manuellen Druckes haben die statischen Rückstellkräfte die Deformation des Saugkörpers zum Teil aufgehoben. Der Unterdruck im Innern hat das Gewebe in den Innenraum des Oberteils gesaugt. Der Überdruck presst die Saugkante in das Hautgewebe, welches mit abdichtender Quellung reagiert und an den Kantenflanken über das ursprüngliche Hautniveau emporsteigt. Wegen der völligen Abdichtung haftet der Saugkörper beliebig lange unter Aufrechterhaltung des Unterdruckes.
In Fig. 3 ist der festhaftende Saugkörper zur Fixierung einer Elektrode für Reizstromtherapie dargestellt. Ein flexibler, schwammartiger Körper 4, welcher mit metallisch leitendem Gewebe 5 umhüllt ist, steht über einen mit dem Oberteil des Saugers luftdicht vernieteten Anschlussteil 6 für die Elektrode in leitender Berührung.
Der Sauger ist auch für Saugmassage geeignet, da er durch den erzeugten Unterdruck Blut und Lymphe in vermehrtem Masse in die peripheren Gefässe und Gewebe befördert und eine langdauernde Hyperämie erzeugt. Die Möglichkeiten dieser Therapie werden insoferne erweitert, als die Sauger einfach und rasch nacheinander aut verschiedenen Stellen der Körperoberilache appliziert werden können und anderseits wegen der Billigkeit und Einfachheit sehr viele Sauger angesetzt und damit grosse Teile der Körperoberfläche gleichzeitig der therapeutischen Wirkung des Unterdruckes ausgesetzt werden können.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Sauger zum Festhaften an der Haut biologischer Objekte, insbesonders einer Elektrode für Reizstromtherapie, dadurch gekennzeichnet, dass der Saugkörper (1) einen senkrecht oder annähernd senkrecht auf der Hautoberfläche sitzenden Haftring (2) mit einer schneidenartigen Kante (3) aufweist, so dass der Sauger nach dem Ansetzen beliebig lange festhält.