<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zur Herstellung eines für Isolationszwecke geeigneten Produktes
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines für Isolationszwecke geeigneten Produktes bestehend aus abgerundeten Körnern in einer Grösse von 3 bis 30 mm und mit einer so stark vortretenden Blasenstruktur, dass das Raumgewicht als Schüttgut höchstens 500 kg/cmbetragt, wobei Ton oder Tonschiefer im grubenfeuchten Zustand und ohne besondere vorausgehende Formgebung bis zum Schmelzbeginn und unter Aufblähung in einer Drehofenanlage gebrannt wird, in welcher die Umdrehungszahl der Brennzone verhältnismässig hoch gehalten wird, um ein Kleben der Körner an den Ofenwänden bzw. ein Zusammenkleben zu grossen Klumpen zu vermeiden. Dabei ist es notwendig, dass z.
B. ein Ofen mit einem inneren Durchmesser in der Brennzone von 2 1/2 m mit mindestens drei Umdrehungen pro Minute angetrie- ben werden muss.
Auch ist es bekannt, dass ein auf diese Weise hergestelltes Produkt nur gelegentlich-und dann nur mit einer geringen Produktion - als zufriedenstellend bezeichnet werden kann, da das Raumgewicht nur selten so niedrig wie wünschenswert ist wird. Dies ist darauf zurückzuführen, dass ein Absinken im Raumgewicht bedeutet, dass das Isolationsvermögen des Produktes sowohl gegenüber Wärme wie Kälte und Ge- räusch grösser wird sowie dass die Wirtschaftlichkeit des Herstellungsprozesses bedeutend verbessert wird ; dass letztere ist darauf zurückzuführen, dass die Ausgaben bei der Herstellung von der produzierten Ge- wichtsmenge (kg), die Einnahmen hingegen von der produzierten Raummenge (rira) bestimmt sind.
Um das bestmögliche Resultat zu erreichen, ist es ebenfalls wichtig, dass das einzelne Korn in passender Grösse und abgerundeter Form sowie mit dichter Oberfläche vorliegt. Solche Resultate zu erreichen ist schwierig, da oft das Endprodukt aus Körnern von sehr wechselnder Grösse besteht oder das einzelne Korn als ein Agglomerat von kleineren Körnern entstanden ist. Auf diese Weise wird das Raumgewicht unerwünscht hoch, da es erfahrungsgemäss nicht möglich ist, mit Körnern, die kleiner als 3 mm sind, das für die Herstellung eines leichten Produktes notwendige Aufblähen zu erreichen. Der Grund dafür ist der, dass es den beim Brennen gebildeten Gasen gelingt, auf kurzem Weg durch die Oberfläche des kleinen Kornes zu entweichen.
Ein Produkt, das aus Agglomeraten von kleineren Kömern besteht, hat deshalb eine beträchtlich nied-
EMI1.1
tur und abgerundeter Form. Ein Produkt aus gleichartigen, abgerundeten Körnern benötigt übrigens weit weniger Zement bei einer Verwendung in Leichtbeton oder in mit Zement verbundenen Bauelementen. z. B. in Form von gewöhnlichen Mauersteinen.
Eine bekannte Rotierofenanlage ist zwar zweiteilig ausgebildet, jedoch werden dort andere Materialien als Blähton verwendet und auch andere Ergebnisse im Ofen erzielt.
Bei andern bekannten Rotierofenanlagen sind ebenfalls mehrere unabhängig voneinander rotierende Rohre zum Brennen von Kalk, Zement und andern chemischen Erzeugnissen vorgesehen, wobei aber nur ein besserer Wärmeaustausch zwischen den Gasen und dem Material erzielt wird.
Schliesslich ist bekannt, dass ein Ofen zur Herstellung von Blähton ein Rohr mit verschieden dicken Abschnitten aufweist, wobei aber kein Wert auf das Formen des Rohmaterials zu Körnern bestimmter GröSe gelegt wird.
In einem andern bekannten Rotierofen werden zwei Drehgeschwindigkeiten angewendet. Bei langsam laufendem Ofen wird das eingeführte Pulver abgeschwefelt, während im rascher gedrehten Ofen eine Modulierung stattfindet, da hier das Pulver sich zu grösseren Körnern sammelt.
<Desc/Clms Page number 2>
Um die Nachteile der bekannten Öfen zu vermeiden, wird für ein Verfahren der eingangs erwähnten
Art erfindungsgemäss vorgeschlagen, dass die Entwässerung des Tones in einer gesonderten, z. B. mit einer
Umdrehung pro Minute rotierenden unmittelbar von der Brennzone beheizten Trocknungszone vorgenom- men wird, wobei die Umdrehungszahl und eventuelle Neigung reguliert wird, so dass als Folge der Ent- wässerung Bruchstücke gebildet werden, die unmittelbar darauf in der Brennzone zu Körnern in abgerun- deter Form aufgebläht werden.
Es hat sich nämlich gezeigt, dass der grubenfeuchte Ton oder Tonschiefer, der gegebenenfalls einen weiteren Wasserzusatz erhalten haben kann, bei einer relativ schnellen Entwäs- serung in kantige Stücke zerspringt, u. zw. oft so, dass die in den Ofen eingeführten grossen Tonklumpen den äusseren mehr oder weniger entwässerten Teil dadurch abgeben, dass ein allmähliches Abschälen dieser
Klumpen stattfindet, wonach die Schalen in Körner von passender Grösse zerspringen. Wenn das Trocknen zu schnell vor sich geht, kann während der Wasserabgabe so grosser Dampfdruck entstehen, dass die Ton- stücke in zu kleine Stücke gesprengt werden, die auf ihrem weiteren Weg durch den Ofen mehr oder weni- ger zu einem beinah pulverförmigen Produkt zerbröckeln, das während des Brennens keine Körner der ge- wünschten Art bilden kann.
Wenn anderseits die Wasserabgabe zu langsam stattfindet, werden Tonstücke in die Brennzone geführt, die unerwünscht gross und in ihrem Innern noch nicht entwässert sind. Mit solchen Körnern ist es ebenfalls unmöglich, das gewünschte Produkt herzustellen, da in der Brennzone ein Zersprengen in zu kleine Stücke stattfindet und gleichzeitig kein gleichartiges Produkt entsteht.
Weiters siehtdieErfindung ur Verbesserung vor, die Tonstucke in der Brennzone einer an sich bekann- ten starken Umwälzung zu unterwerfen, wodurch ihre Oberflächen in kurzen Zeitabständen wiederholt der
Strahlenwärme der Flamme ausgesetzt werden, und eine hohe Temperatur aufrecht zu erhalten, die die
Bildung einer geschmolzenen und deshalb wenig klebenden Oberflächenschicht an den Tonstücken begün- stigt, wobei die Brennzone mit mehr als drei Umdrehungen pro Minute rotieren gelassen wird.
Zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens können nicht nur die technischen Vorteile eines
Drehofens ausgenützt werden, nämlich einfache Konstruktion, grössere Einfachheit im Herstellungsprozess, gute Wärmeökonomie und eine im Verhältnis zur Grösse der Anlage grosse Produktion, sondern es ist dar- über hinaus dadurch auch gelungen, ein besonders leichtes, besonders druckstarkes, besonders wenig was- sersaugendes und besonders wenig zementverbrauchendes Produkt herzustellen.
Ferner werden auf diese Weise die Instandhaltungskosten der Anlage stark reduziert, da es sich er- findungsgemäss gezeigt hat, dass die Ofenabteilung, in der das Trocknen stattfindet, vorteilhaft mit we- sentlich geringerer Umdrehungszahl als die Brennzone, z. B. mit einer Umdrehung pro Minute, betrieben werden kann.
Durch Veränderung der Neigung der Trockenzone gegenüber der der Brennzone kann regulierend ein- gegriffen werden. Erfindungsgemäss wird vorzugsweise die Neigung der Trockenzone geringer als die der
Brennzone eingestellt.
Da die Brenn- und Trockeneigenschaft einer Tonart mit der Fundstelle des Tones wechseln können, muss man in jedem einzelnen Fall die Betriebsweise der Ofenanlage den Eigenschaften des Tones anpassen.
Bei einer solchen Anpassung ist es ferner gleichzeitig möglich, jene Korngrösse des endgültigen Produktes innerhalb weiter Grenzen festzulegen, die unter Berücksichtigung der weiteren Verwendung des Produktes erwünscht ist. Ferner ist es durch das erfindungsgemässe Verfahren möglich, die Kapazität einer gegebe- nen Anlage beträchtlich zu vergrössern.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung eines für Isolationszwecke geeigneten Produktes bestehend aus abgerun- deten Körnern in einer Grösse von 3 bis 30 mm mit einer so stark vorherrschenden Blasenstruktur, dass das
Raumgewicht des Schüttgutes höchstens 500 kg/cm3beträgt, wobei Ton oder Tonschiefer im grubenfeuch- ten Zustand und ohne besondere vorausgehende Formgebung bis zum Schmelzbeginn und unter Aufblähung in einer Drehofenanlage gebrannt wird, in welcher die Umdrehungszahl der Brennzone verhältnismässig hoch gehalten wird, um ein Kleben der Körner an den Ofenwänden bzw. ein Zusammenkleben zu grossen
Klumpen zu vermeiden, dadurch gekennzeichnet, dass die Entwässerung des Tones in einer gesonderten, z.
B. mit einer Umdrehung pro Minute rotierenden, unmittelbar von der Brennzone aus beheizten Trock- nungszone vorgenommen wird, wobei die Umdrehungszahl und eventuelle Neigung so reguliert wird, dass als Folge der Entwässerung Bruchstücke gebildet werden, die unmittelbar darauf in der Brennzone zu Kör- nern in abgerundeter Form aufgebläht werden.