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Verfahren und Vorrichtung zur Durchmischung von pulverförmigem Gut
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Durchmischung von pulverförmigem Gut, wobei in das zu durchmischende bzw. zu homogenisierende Gut von unten mehrere Gasströme eingeleitet werden.
Es ist bei einem solchen Verfahren bereits bekannt, das gesamte im Behälter befindliche LuftStaub-Gemisch, von dem die Adhäsion der einzelnen Teilchen durch eingelagerte Druckluft vermindert ist (das also in den Wirbelzustand versetzt oder fluidisiert ist), der Einwirkung von Druckwellen zu unterwerfen, um die Durchmischung zu erreichen.
Bisher hat man in einem Behälter, in den kontinuierlich ein Gasstrom eingeleitet wird, nur mit entsprechend grobem oder körnigem Gut geeigneten Korngrössenbereiches gute Leistungen erreicht. Bei Fehlen eines erheblichen Anteiles an Teilchen einer Grösse unter 0, 075 mm oder manchmal unter 0, 05 mm ist eine gute Durchmischung bei Anwendung eines entsprechend geschwinden Gasstromes erreichbar. Sinkt jedoch die durchschnittliche Teilchengrösse unter den genannten Bereich, so wird es schwierig, ein stetiges Strömen ohne Zuhilfenahme mechanischer Mittel bzw. besonderer Vorkehrungen zur Erreichung des Wanderns des Gutes im Behälter aufrechtzuerhalten. Ist das Material zur Gänze in der Grössenordnung von wenigen Mikron, wie z. B. bei Pigmenten, wird das Fluidisieren oder Aufrechterhalten des Wirbelzustandes sehr schwierig, ja unmöglich.
Ob nun ein bestimmtes Material fluidisiert werden kann oder nicht, hängt von den Eigenschaften seiner Teilchen ab, nämlich von der Gestalt der einzelnen Teilchen, von der Teilchengrösse und von den Mengenanteile an Teilchen verschiedener Grösse im Gut.
Die Erfindung ist insbesondere zum Durchmischen von pulverförmigem Gut geeignet, das normal nicht oder nur schwierig fluidisierbar ist. Bei der Herstellung von Zement ist es beispielsweise infolge von Schwankungen in der Zusammensetzung der einzelnen Rohmaterialien sowie des Feuchtigkeitsgehaltes u. dgl. praktisch unmöglich, die Rohmaterialien anteilmässig so zu dosieren, dass plötzliche, über die Toleranzen hinausgehende Änderungen in der Zusammen- setzung des Rohgutes vermieden werden. Es wird daher ein Mischvorgang eingeführt, um sicher zu sein, dass die Drehofenbeschickung eine annähernd gleiche, innerhalb der zulässigen Toleranzen liegende Zusammensetzung aufweist. Solche Materialien haben üblicherweise Teilchengrösse im Bereich von etwa 0, 1 mm bis zu Grössen unterhalb eines Mikrons, wobei 80-90% feiner als 0, 075 mm sind.
Das erfindungsgemässe Verfahren besteht darin, dass zumindest einer der Gasströme in die ihm zugeordnete lotrechte Zone in an sich bekannter Weise pulsierend und mit einem solchen Druck eingeführt wird, dass das Gut in dieser Zone in den Wirbelzustand versetzt wird, wogegen die andern Gasströme in die ihnen zugeordneten, zur erstgenannten parallelen, lotrechten Zonen in solcher Menge und unter solchem Druck eingeleitet werden, dass das Gut dort unter Vermeidung eines Wirbelzustandes nur aufgelockert wird. Zweckmässig liegt die Dauer der Pulsationszyklen zwischen 0, 7 und 15 Sekunden, vorzugsweise zwischen 0, 9 und 5 Sekunden.
Eine besondere Ausführungsform des Verfahrens besteht darin, dass der Reihe nach das Gut in den einzelnen lotrechten Zonen in den Wirbelzustand versetzt wird, während es in den jeweils anderen Zonen lediglich aufgelockert wird. Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist die Dauer der Sperrperiode in den Pulsationszyklen kürzer als die für die vollständige Entlüftung des während der Zutrittsperiode der Zyklen in den Wirbelzustand versetzten Gutes erforderliche Zeit. Zweckmässig ist ferner die Dauer der Zutrittsperiode in den Pulsationszyklen nicht wesentlich grösser als die für die Bildung von Luftkanälen in dem in den Wirbelzustand versetzten Gute erforderliche Zeit.
Bei der Ausführung des erfindungsgemässen Verfahrens kann z. B., wenn sich das pulverförmige Gut in einem Behälter befindet, ein Quadrant oder ein Abschnitt des Behälters mit Luft von ausreichender Menge und Druck zur Erzeugung eines Wirbelzustandes, die übrigen Quadranten aber mit so viel Luft behandelt werden, dass dort das Gut nur aufgelockert wird.
Das fluidisierte Gut dehnt sich im ersten Quadrant aus, u. zw. nach oben, da es von den benach-
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harten Quadranten eingeschlossen ist. Sobald das so fluidisierte Material das Niveau des Gutes im Behälter erreicht, läuft es über und gelangt auf die Oberfläche des Materials in den andern Quadranten ; dabei wird es allmählich entlüftet, d. h. es verlässt den Wirbelzustand. Da sich im ersten Quadranten eine konstante, aufwärtsgerichtete Strömung des Materials einstellt, fliesst das bloss belüftete und aufgelockerte Material der andern Quadranten in den ersteren ein und nimmt dort die Stelle jenes Materials ein, das nach oben stieg und von dort in die andern Quadranten übergelaufen ist.
Es ergibt sich dadurch eine ständige Zirkulation der gesamten Gutmenge im Behälter, weil das fluidisierte Material des ersten Quadranten nach aufwärts steigt und das in den andern Quadranten nur aufgelockerte Material zufolge seiner grösseren Dichte gegenüber jener des Materials im ersten Quadranten nach abwärts fliesst, wobei auch, von den Seitenwänden der anderen Quadranten ausgehend, ein Fliessen des Materials in den ersten Quadranten hinein entsteht.
Die Zuleitung von Luft zum ersten Quadranten erfolgt pulsierend, wodurch Abschnitte des fluidisierten Materials über die ganze Höhe dieses Quadranten zum Pulsieren gebracht werden. Dieser Vorgang hat sich für das Mischen von pulverförmigem Gut vorteilhaft erwiesen, das normal deshalb nicht oder wegen seiner Oberflächeneigenschaften nur schwierig fluidisierbar ist, weil das Gas nicht gleichmässig durch die Masse des Gutes hindurch aufsteigen kann, sondern darin lotrechte Kanäle bildet. Da jedes Gas den Weg des geringsten Widerstandes einschlagen wird, bilden solche Kanäle Nebenwege für das Gas, so dass andere Zonen des Materials nicht so viel Gas zugeleitet erhalten, dass sie im fluidisierbaren Zustand verbleiben.
Wird der Gasstrom pulsierend unterbrochen, so schliessen sich diese Kanäle mit dem Ergebnis, dass beim nächsten Impuls die vorher gebildeten Kanäle nicht mehr bestehen. Der Zyklus der Pulsation soll also von solcher Dauer sein, dass knapp nach Beginn der Kanalbildung die Luftzufuhr unterbrochen oder erheblich vermindert wird, damit das Gut schon wieder zusammenstürzt, sobald sich Kanäle bilden. Die wiederholte Bildung von Kanälen und das wiederholte Einfallen des Gutes in die
Kanalzonen unterstützt das Mischen des Gutes.
Derartige Pulsationszyklen können weniger als eine Sekunde, etwa 0, 7 Sekunden bis zu 15 Sekun- den betragen, möglicherweise auch länger dauern, je nach den Eigenschaften der Gutteilchen.
Normalerweise ergibt ein Zyklus zwischen 0, 9 und 5 Sekunden bei den meisten Materialien die besten Resultate. Bei dieser Frequenz wird die ganze fluidisierte Gutmenge nicht zur Gänze gleich- zeitig expandiert und zum Zusammenstürzen ge- bracht, sondern es tritt ein fortschreitendes
Ausdehnen und Zurücksinken des Gutes in
Richtung nach aufwärts ein, wobei nach aufwärts wandernde Wellen im Material erzeugt werden.
Die einzelnen Quadranten der Gutmenge im
Behälter werden der Reihe nach in den Wirbel- zustand versetzt, ob1geich eine bestimmte Reihenfolge nicht notwendig ist. Die Quadranten können der Reihe nach im oder entgegengesetzt zum Uhrzeigersinn, aber auch in irgendeiner gewünschten andern Folge fluidisiert werden. Wesentlich ist, dass mindestens ein Abschnitt des Materials fluidisiert wird, die benachbarten Abschnitte jedoch nicht, sondern in einem Auflockerungszustand verbleiben, der die Zirkulation des Gutes erleichtert.
Eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens kennzeichnet sich dadurch, dass der gasdurchlässige Boden eines Behälters in eine Mehrzahl von aneinander grenzenden Zonen geteilt ist und die gasdurchlässigen Bodenteile dieser Zone die Deckenteile von Gaskammern bilden, in deren jede eine von einem Kompressor über Verteilungsleitungen gespeiste Gaszuleitung zur Zufuhr des Gases in die Kammer mündet, und dass eine Steuereinrichtung für die Verteilungsleitungen zur periodischen Verminderung der den Gaskammern in den einzelnen Zonen zugeführten Gasmengen vorgesehen ist, so dass die Gaszuführung zu dem in den einzelnen Zonen des Behälters befindlichen Gut pulsierend erfolgt, wobei eine zusätzliche Steuereinrichtung für die Verteilungsleitungen vorgesehen ist,
mit der wählbar und pulsierend mindestens einer der Verteilungsleitungen grössere Gasmengen als den andern zuführbar ist, um das Gut in der an diese Verteilungsleitung angeschlossenen Zone in den Wirbelzustand zu versetzen. Zweckmässig sind die Gaskammern am Behälterboden in Quadranten angeordnet und der Reihe nach mit der Verteilungsleitung für die grösseren Gasmengen verbindbar.
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und den Zeichnungen, in denen eine bevorzugte Ausführungsform einer erfindungsgemässen Vorrichtung dargestellt ist, u. zw. ist Fig. 1 ein horizontaler Schnitt, teilweise schematisch, nach der Linie 1-1 der Fig. 2 durch einen Mischbehälter ; Fig. 2 ein vertikaler
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eine Einzelheit, teilweise im Schnitt, der Zuleitung des Belüftungsgases ; Fig. 4 ein Querschnitt einer Einrichtung zur Drosselung des Luftzuganges zu den einzelnen Belüftungseinrichtungen und Fig. 5 eine schematische Ansicht zur Erläuterung der Zirkulation des pulverförmigen Gutes im Behälter während eines Mischvorganges.
Der Mischvorgang wird in einem Behälter 1 mit lotrechter Wandung 2 und Bodenplatte 3 durchgeführt. Der Behälter kann beliebige Querschnittsgestalt und Grösse aufweisen.
Die Bodenplatte 3 ist unter einem Winkel von 1 bis 130 gegen die Abgabeöffnung 4 geneigt ; das Mass der Neigung hängt von den Eigenschaften der Teilchen des pulverförmigen Gutes ab. Letzteres wird nach entsprechender Mischung durch die Öffnung 4 in eine Kammer 5 abgegeben, von der sie in den Ofen oder in einen Vorratssilo weitergeleitet wird.
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Auf der Bodenplatte 3 liegen knapp nebeneinander Belüftungseinrichtungen 6 mit einer porösen, gasdurchlässigen Oberfläche, auf welcher das Gut ruht. Wie aus Fig. 3 ersichtlich, besteht jede Belüftungseinrichtung aus einem porösen, gasdurchlässigen Bodenteil 7 aus Stein, dicht gewebtem Textilstoff, wie Mehrlagenleinwand od. dgl. porösem Material und aus einer darunter befindlichen Gaskammer 8, der Luft zugeführt wird, damit diese durch den durchlässigen Teil 7 hindurch in die darüberliegende Schichte des pulverförmigen Gutes eindringt und letzteres belüftet bzw. fluidisiert.
Wie aus den Fig. 1 und 2 ersichtlich, ist die Bodenoberseite mit einer Anzahl von Kanälen 10 mit Zweigleitungen 9 ausgestattet, die den einzelnen Belüftungseinrichtungen die erforderliche Luft zuführen. Die Innenenden der Zweigleitungen 9 sind an diametral verlegte Leitungen 11, 12, 13 und 14 angeschlossen. Aus den Zweigleitungen 9 wird den einzelnen Belüftungs- einrichtungen durch elastische Rohre 15, z. B. aus Kupfer, Luft zugeführt.
Fig. 1 zeigt, dass der Behälter in Quadranten A, B, C und D unterteilt ist, deren Grenzen durch strichpunktierte Linien a und b angedeutet sind.
Ein kreisförmiger Behälter könnte natürlich in eine beliebige Zahl von Sektoren oder, wenn er nicht kreisförmig ist, von Abschnitten unterteilt werden.
Jede der Leitungen n, ,. M und 14 wird von zwei voneinander unabhängigen Kompressoren 16 und 17 mit Luft versorgt. Die Luft vom Kompressor 16 gelangt in eine Leitung 18, die sich entlang gegenüberliegenden Seiten des Behälters erstreckt. An einem Ende ist die Leitung 18 mit einem Paar von Verteilungsleitungen 19 und 21 verbunden, in denen Rückschlagventile 22 und 23 vorgesehen sind und die ihrerseits an die Leitungen 11 bzw. 12 angeschlossen sind. Am andern Ende ist die Leitung 18 mit Verteilungsleitungen 24 und 25 verbunden, in denen ebenfalls Rückschlagventile 26 und 27 vorgesehen sind, die ihrerseits wieder an die Leitungen 13 und 14 angeschlossen sind.
Der Kompressor 17 liefert Luft von gleichem Druck wie der Kompressor 16, aber in grösserer Menge, u. zw. durch die Rohre 28 und 29 zur Leitung 31, die im allgemeinen parallel zur Leitung 18 verläuft und sich gleich dieser an gegenüberliegenden Behälterseiten befindet. An einem Ende ist die Leitung 31 über Zweigrohre 32 und 33 mit den Verteilungsleitungen 19 und 21 verbunden, und am andern Ende ist sie über Zweigrohre 34 und 35 mit den Verteilungsleitungen 24 bzw. 25 verbunden. Die Abgabe von Luft aus der Leitung 31 über die Zweigrohre an die Verteilungsleitungen wird durch vorzugsweise ferngesteuerte Ventile 36, 37, 38 und 39 beliebiger Bauart gesteuert.
Die Speisung mit Luft vom Kompressor 17 durch Rohr 29 zur Leitung 31 wird durch ein Handventil 41 gesteuert, das normal in Offenstellung gehalten und durch ein selbsttätiges, intermittierend betätigtes, ferngesteuertes Ven- til 42 überwacht wird. Dieses ist ein solches mit
Solenoid, und die Frequenz seines Öffnens und
Schliessens wird durch einen Zeitregler 43 ge- steuert.
Die von Hand aus und intermittierend be- tätigten Ventile 41 und 42 im Rohr 29 sind durch ein Rohr 44 überbrückt, dessen Ventil 45, von
Hand aus betätigt, den Durchfluss durch das
Rohr 44 steuert.
Rückschlagventile 22, 23, 26 und 27 arbeiten normal derart, dass sie das Einströmen von Luft vom Kompressor 16 durch die Verteilungs- leitungen 19, 21, 24 und 25 in die Leitungen 11, 12, 13 und 14 zulassen, von wo aus die Luft durch die Zweigleitungen 9 und Rohre 15 zu den einzelnen Belüftungseinrichtungen gelangt. Die
Luftmenge vom Kompressor 16 reicht zu einer
Belüftung des Gutes im Behälter aus, sie ist aber ungenügend, um es in den Wirbelzustand zu versetzen. Dagegen kann der Kompressor 17 einer gewählten Verteilungsleitung Luft in einer Menge zuleiten, die jene des Kompressors 16 übersteigt und ausreicht, das pulverförmige Material zu fluidisieren.
Die der gewählten Verteilungsleitung durch den Kompressor 17 zugeführte Luftmenge verursacht einen höheren Druck, der ein Schliessen des darin befindlichen Rückschlagventiles hervorbringt. Wenn also die Ventile 36, 37 und 38 geschlossen sind und das Ventil- ? offen ist (Fig. 1), so wird der Druck im Rohr 24 so gross, dass er das Ventil 26 schliesst.
Da das Rohr 24 zur Leitung 14 führt, welche die Belüftungseinrichtungen des Quadranten A mit Luft versorgt, wird vom Kompressor 16 den Belüftungseinrichtungen dieses Quadranten keine Luft zu- geführt, sondern nur durch die Rohre 19, 21 und 25 zu den Leitungen 11 und 13 in einer Menge, die wohl eine Belüftung, nicht aber eine Fluidisierung des Gutes hervorbringt, das in den Quadranten B, C und D auf den Belüftung- einrichtungen liegt. Vom Kompressor 17 wird durch das offene Ventil 39 Luft dem Rohr 24 und von dort der Leitung 14 zugeführt, so dass die Belüftungseinrichtungen im Quadranten A zur Fluidisierung des Gutes ausreichend beaufschlagt werden.
Um den einzelnen Belüftungseinrichtungen 6, unabhängig von ihrer Entfernung von den Leitungen 11, 12, 13 und 14 Luft gleichmässig zuzuführen, besitzt jeder Anschlussnippel 461 (Fig. 4) eine Scheibe 47 mit einer kleinen Öffnung 48, die den Luftdurchtritt von den Zweigleitungen 9 durch die Rohre 15 in die Gaskammer 8 beschränkt, so dass jede derselben die gleiche Luftmenge erhält. 1
Die Art und Weise, in welcher das Durchmischen des pulverförmigen Gutes erfindungsgemäss erfolgt, geht aus Fig. 5 im Verein mit Fig. 1 hervor.
Bei den wie vorhin beschrieben eingestellten Ventilen 36 - 39 (geschlossenen 1 Ventilen 36, 37 und 38, offenem Ventil 39) wird den Belüftungseinrichtungen in den Quadranten, C und D vom Kompressor 16 Luft zur Auf-
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lockerung und gleichzeitig vom Kompressor 17 dem Quadranten A Luft zur Fluidisierung des Gutes zugeführt.
Im Quadranten A scheiden sich die Teilchen voneinander, woraus sich eine beträchtliche Erhöhung des Volumens des Gutes ergibt. Da in den Quadranten B, C und D nur belüftet wird, bleibt dort das Volumen des Gutes praktisch ungeändert.
Auf diese Weise sind die lotrechten Wandungen des Gutes in den Quadranten B und D nächst dem Quadranten A bestrebt, das Gut im Quadranten A seitlich auf dessen Grösse zu begrenzen, obgleich sein Volumen beträchtlich zugenommen hat. Das fluidisierte Gut in diesem Quadranten steigt auf, und sobald es das Niveau im Behälter erreicht hat, strömt es in die Quadranten B, C und D.
Bei einem kreisförmigen Silo nach Fig. 1 erfolgt dabei eine Wanderung des Gutes vom Oberteil des Quadranten A hauptsächlich quer über die Mitte des Behälters hinweg in den Quadranten C.
Die geringere Dichte des fluidisierten Gutes im Quadranten A ist durch ein lichteres Punktieren angedeutet. Das in die Quadranten B, C und D wandernde Gut wird allmählich entlüftet und setzt sich auf die Oberfläche des bloss aufgelockerten Gutes dieser drei Quadranten ab, wie dies durch die nach abwärts allmählich erfolgende Verdichtung der Punktierung am Scheitel des Quadranten D der Fig. 5 veranschaulicht ist.
Da das Gut im Quadranten D dichter ist als im Quadranten A, bewegt es sich nach abwärts und tritt in den Quadranten A über, so dass also eine Zirkulation des Gutes eintritt, die durch die langen Pfeile c in Fig. 5 angedeutet ist. Diese Zirkulation wird dadurch erleichtert, dass am Boden des Quadranten D nächst der Belüftungseinrichtung eine geringe Fluidisierung des Materials auftritt ; dies ist durch die lichte Punktierung an dieser Stelle angedeutet.
Da das fluidisierte Gut allgemein die Eigenschaften einer Flüssigkeit hat und weniger dicht ist als das Gut in dem Hauptteil des Quadranten D, so wird sich die Hauptmenge des dichteren Gutes im Quadranten D auf das darunter befindliche fluidisierte Gut absetzen und es veranlassen, in seitlicher Richtung zum Boden des Quadranten A zu wandern und dort die Stelle des Gutes einzunehmen, das aus diesem Quadranten abgeflossen ist. Dadurch wird also eine Beschleunigung der Hauptzirkulation des Gutes erreicht (siehe Pfeile c).
Da vom Quadranten A in die benachbarten Quadranten etwas Luft seitlich eindringt, bildet sich keine scharfe Grenze zeischen dem Gut im Quadranten A und dem bloss aufgelockerten Gut in den andern Quadranten heraus. Es entsteht also ein Übergangsabschnitt d (Fig. 5), in welchem das Gut weniger als im Quadranten A, aber mehr als in den benachbarten Abschnitten belüftet wird.
Gleichzeitig mit der Zirkulation des Gutes gemäss den Pfeilen c (Fig. 5) findet ein geringeres Fliessen desselben von den an den Quadranten A anstossenden Quadranten B, C und D in den Quadranten A hinein statt. Dies ist in Fig. 5 durch die kleinen Pfeile e veranschaulicht.
Die kontinuierliche Steuerung des Ventiles 42 während der Luftzufuhr vom Kompressor 17 zum Quadranten A bewirkt ein pulsierendes Zutreten der Luft.
Das Verhältnis zwischen der Zeitdauer des Zutretens und der Zeitdauer des Abschliessens bei jedem Zyklus hängt ebenfalls von den Eigenschaften der Teilchen ab. Die Abschliess- oder Sperrperiode wird normal durch die Entlüftungsgeschwindigkeit des betreffenden Gutes bestimmt und ist die Zeit, welche das Material benötigt, um aus seinem gänzlichfluidisiertenZustand zu seinem ursprünglichen, nicht belüfteten Zustand zurückzukehren, nachdem die Zufuhr der Luft abgeschlossen ist. Die Zutrittsperiode soll vorzugsweise nicht von solcher Dauer sein, dass das Material zur Gänze in seinen unbelüfteten Zustand zurückkehrt, sondern nur so lange andauern, bis ein Zusammensinken der gebildeten Luftkanäle sichergestellt ist.
Manchmal kann es unerwünscht sein, die Luftzufuhr in der Anfangsperiode des PulsationsZyklus vollständig zu unterbrechen, sondern es soll nur die Menge derselben verringert werden. In solchen Fällen kann das Handventil 45 im Rohr 44, welches einen Nebenweg zu dem intermittierend betätigten Ventil 42 herstellt, so weit geöffnet werden, dass während der Zutrittsperiode nur die erwünschte geringere Luftmenge zuströmt, sobald das Ventil 42 geschlossen wird. Unter einer pulsierenden Luftzuführung ist also zu verstehen, dass die Pulsierungen auch schon durch eine periodische Mengenverminderung der Luft erfolgen können, desgleichen aber auch durch eine vollständige Unterbindung des Luftzutrittes in der Zutrittsperiode.
Sollte es erwünscht sein, dem Quadranten A oder einem andern Quadranten, in dem das Gut fluidisiert gemacht werden soll, Luft kontinuierlich statt pulsierend zuzuführen, so wird das Handventil 41 im Rohr 29 geschlossen und das Handventil 45 im Nebenrohr 44 geöffnet. Die gesamte Luftmenge vom Kompressor 17 fliesst dann durch Rohr 28, Rohr 44 und Rohr 29 in die Leitung 31, von wo sie durch die betreffende Verteilungsleitung hindurch in die Zuleitung zum Quadranten übertritt, der mittels eines kontinuierlichen Luftstromes behandelt werden soll.
Statt das Ventil 42 zum plötzlichen Sperren des Luftzutrittes zu betätigen, wie dies bei Benützung eines Ventiles mit Solenoidantrieb der Fall ist, kann das Ventil, dann insbesondere ein kontinuierlich umlaufendes Flügelventil, allmählich geöffnet und geschlossen werden, um den Luftzutritt zum Gut zu verstärken oder zu schwächen, wodurch Luftwellen verschiedener Art entstehen.
Die Zeitdauer, während welcher das Gut in irgend einem Quadrant im fluidisieren Zustand erhalten wird, ist nicht kritisch ; für manches Gut genügt es, einen Zyklus von 2 bis 15 Minuten für jeden Quadranten anzuwenden.
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Um die einzelnen Quadranten des Silos der Reihe nach mit Luft zur Fluidisierung zu versorgen, sind die Solenoidventil 36-39 mit einem elektrischen Zeitregler üblicher Ausführung verbunden, welcher diese Ventile in der gewünschten Aufeinanderfolge öffnet und sie genügend lange offen belässt.
Die Höhe des in den Leitungen 11-14 aufrechterhaltenen Luftdruckes hängt von den Eigenschaften der Teilchen und von der Tiefe des Gutes im Behälter ab. Dieser Druck kann zwischen etwa 0, 3 und 1, 5 kg/cm2 schwanken, doch wird bei manchen Anlagen ein Leitungsdruck von 0, 7 bis 1, Okg/cm bevorzugt.
Das geschilderte Mischverfahren für pulverförmiges Gut besteht also im wesentlichen aus einer Kombination zweier verschiedener Techniken der Fluidisierung, nämlich aus einem periodischen Verschieben differenzierter mehrfacher Flächenbelüftung einerseits und aus der Einführung der die Fluidisierung hervorbringenden Luft in kleinen Mengen oder Impulsen anderseits. Die Kombination ermöglicht eine Mischung im Wirbelzustand von pulverförmigem Gut, das bisher für ein solches Mischen unzulänglich war, sobald man es der einen oder der andern Technik allein unterzog. Bezüglich jenes Gutes, das mittels jeder der beiden Techniken durch Fluidisierung mischbar ist, ermöglicht das erfindungsgemässe Verfahren eine gründlichere und gleichmässigere Mischung in der Zeiteinheit als bisher.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Durchmischung von pulverförmigem Gut, wobei in das zu durchmischende Gut von unten mehrere Gasströme eingeleitet werden, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einer der Gasströme in die ihm zugeordnete lotrechte Zone in an sich bekannter Weise pulsierend und mit einem solchen Druck eingeführt wird, dass das Gut in dieser Zone in den Wirbelzustand versetzt wird, wogegen die andern Gasströme in die ihnen zugeordneten, zur erstgenannten parallelen, lotrechten Zonen in solcher Menge und unter solchem Druck eingeleitet werden, dass das Gut dort unter Vermeidung eines Wirbelzustandes nur aufgelockert wird.