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Gerät zur genau dosierten Zuführung von Medikamenten bei Dauerinfusionen
Die Erfindung betrifft ein Gerät zur genau dosierten Zuführung von Medikamenten bei Dauerinfusionen.
Bekannt sind derartige Geräte, bei denen die genau gesteuerte Zuführung von Medikamenten mit Hilfe einer Pumpe erfolgt.
Bekannt ist ferner, dass der Weg des geförderten Mediums mittels Mehrwegehähnen verändert wird.
Während bei einem freien Durchfluss ohne Dosierpumpe die Gasdosis abhänge ist vom Gegendruck (Gefässdruck) und dem eingestellten Arbeitsdruck, ist bei Verwendung des Erfindungsgerätes eine genaue Dosierung-unabhängig von dem jeweiligen Gefässdruck-gewährleistet.
Die bisher üblichen Insufflationsgeräte eigneten sich nur für kurzzeitige Behandlungen und Anwendung grösserer Quantitäten ; sie erforderten eine ständige Bedienung und Überwachung durch Anpassung des Arbeitsdruckes an den Gefässdruck oder Neuauffüllung des Dosierzylinders.
Auch trotz Zwischenschaltung eines Druckminderers zwischen Gerät und Einführungskanüle und trotz einstellbaren Arbeitsdruckes war ferner auch eine Anstauung des Gases vor dem Eintritt in das Gefäss bis zum Zeitpunkt der Überwindung des Gegendruckes nicht zu vermeiden. Hiedurch konnte eine grössere Gasmenge als vorbestimmt und zulässig in das Gefäss gelangen, so dass keine exakte Dosierung gewährleistet war. Für die Dauer-Verabreichung fehlte auch eine geeignete Vorrichtung, die, mechanisch angetrieben und weitgehend automatisch gesteuert, es ermöglichte, dass mehrere Patienten an verschiedenen Geräten gleichzeitig von einer Überwachungsperson betreut werden. Dies ist bei dem Mangel an Pflegepersonal und zwecks Verminderung desselben von besonderer Bedeutung.
Diese Übelstände beseitigt vorliegende Erfindung. Sie besteht darin, dass im Ansaugweg dieser Pumpe ein Mehrwegehahn angeordnet ist, der mittels einer Steuereinrichtung in gewissen Zeitabständen automatisch umgesteuert wird, um dem Patienten verschiedene Medikamente zuzuführen oder einem dauernd zugeführten Stoff verschiedene Medikamente zuzumischen.
Der Vorteil der Erfindung besteht darin, dass das neue Gerät in der Lage ist, immer die gewünschte Menge von Sauerstoff oder von durchblutungsfördernden, gefässerweiternden Mitteln in Flüssigkeitsform, von Blutersatzstoffen, von Nährstoffen für die Gewebe gegebenenfalls von gerinnung-un infektionshemmenden Mitteln in Flüssigkeitsform über das punktierte Gefäss dem Kreislauf zuzuführen, u. zw. ununterbrochen und von praktisch unbegrenzter Dauer, gegebenenfalls tagelang. Besonders in Frage kommen chronische Erkrankungen des Herzens und Kreislaufes infolge Mangel an Sauerstoff oder Wirkstoffen, des Gehirns oder anderer Organe und Gewebe (Krebs) bzw. der Lungen (Asthma).
Bei der Behandlung der kranken Peripherie, den peripheren Durchblutungsstörungen, hat die Sauerstofftherapie ihre Bewährungsprobe-bestanden und sich als Methode der Wahl durchgesetzt.
Das erfindungsgemässe Gerät entnimmlaus einer Hochdruckflasche über einen Druckminderer das Gas, welches durch eine Dosierpumpe über eine Kanüle in das Gefäss gedrückt wird. Für Behandlungen, bei denen abwechselnd Sauerstoff und flüssige Medikamente, z. B. zur Gefässerweiterung und Ernährung der Gewebe, zugeführt werden, ist in die Saugleitung ein Mehrwegehahn eingebaut, der vorzugsweise automatisch gesteuert werden kann, so dass die Gas- und Medikamentenanteile in der Reihenfolge, in den Zeitabständen und Mengen, wie gefordert, zugegeben werden können.
Die Anordnung weiterer Durch- gangs-oder Mehrwegehähne-parallel zu dem Mehrwegehahn in der Saugleitung - ermöglicht die Ver-
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abreichung auch mehrerer Medikamente, wobei lediglich der Mehrwegehahn in der Saugleitung automatisch gesteuert wird oder in den einzelnen Zuleitungen des Mehrwegehahnes vorgesehene Hahnküken automatisch in die für die Zugabe des jeweils gewünschten Mediums erforderliche Stellung gebracht werden können.
Die automatische Steuerung des Mehrwegehahnes geschieht in der Weise, dass eine Steuerkurve über eine Zwischenübersetzungvon der Dosierpumpenwelle aus betätigt wird. Der Steuerkurventräger ist an der Gehäusewand schwenkbar aufgehängt und verstellt mittels eines Zahnsegments das Küken des Mehrwegehahns. Rhythmus und Dauer der Öffnungszeiten zur Verabreichung des jeweiligen Mediums-Sauerstoff bzw. durchblutungsförderndes oder infektionshemmendes Mittel - werdendurch die Drehzahl der Zwischenübersetzung bestimmt, die eine- Mitnehmerscheibe antreibt. auf der ein Hebel drehbar gelagert ist. Die Hebelrolle rollt bei Drehung der Mitnehmerscheibe innen an der Steuerkurve ab, deren Länge durch Verschieben auf dem Steuerkurventräger variiert werden kann, so dass hiedurch die Öffnungsdauer verkürzt oder verlängert wird.
Kommt die Rolle ausser Eingriff mit der Steuerkurve, so zieht eine am Gehäuse befestigte Feder in Verbindung mit einer Verstellvorrichtung die Steuerkurve und damit den Mehrwegehahn in die für die Zugabe des jeweils gewünschten Mediums erforderliche Stellung.
DieDosierpumpe istam stufenlos regelbaren Getriebemotor angeflanscht. Die Fordermenge der Pumpe ist nur abhängig von der Drehzahl, da das Gas mit geringem Überdruck und während der ganzen Behandlungsdauer konstantem Druck über die entsprechenden Trocken- und Nassfilter in die Saugleitung der Dosierpumpe gelangt. Eine Variation des Dosierbereichs kann ausserdem noch dadurch erfolgen, dass der Dosierschlauch gegen einen solchen mit grösserem oder kleinerem-lichten Querschnitt ausgetauscht wird.
Um ein Wandern des Dosierschlauches zu verhindern, ist eine Schlauchklemme angeordnet. Das Auswechseln des Dosierpumpenschlauches wird dadurch erleichtert, dass der Deckel des Pumpengehäuses mittels Bajonettverschluss aufgesteckt wird.
Da bei einer Umdrehung der Dosierpumpenwelle eine volumenmässig genau bestimmbare. Menge gefördert wird, ist die Gesamtfördermenge in der Zeiteinheit = Pumpenvolumen X Drehzahl. Die Möglichkeit der stufenlosen Drehzahländerung erlaubt bei vorheriger Festsetzung der zu verabreichenden Sauerstoffmenge, die Behandlungsdauer genau festzulegen. Die Einstellung der Drehzahl geschieht durch einen Verstellknopf am Gehäuse und kann auf einer Skala abgelesen werden. Der Dosierpumpe ist ein Kontaktmanometer nachgeschaltet, d. h. in die Druckleitung der Pumpe eingeschaltet. Es hat die Aufgabe, bei
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- die mit steigendem Druck zunimmt-, den Motor aus-und eine Warnlampe und eventuell zusätzlich noch ein akustisches Signal einzuschalten. Das Ausschalten kann ausserdem noch von Hand erfolgen.
Das Wiedereinschalten geschieht in zwei' Stufen u. zw. wird zuerst der Motor und dann die Automatik eingeschaltet.
Da die Dosierung nur drehzahlabhängig ist, wird gewährleistet, dass unabhängig vom jeweiligen Gefässdruck, die vorbestimmte Menge Gas oder Medikament in das Gefäss gedrückt wird, wobei-wie bereits gesagt-durch Änderung der Drehzahl die Menge pro Zeiteinheit den Kreislaufverhältnissen des jeweiligen Falles leicht angepasst werden kann.
Einin der Druckleitungvor derInsufflationskanüle zusätzlich angeordnetes Rückschlagventil (in transparentem Gehäuse) verhindert, dass bei Druckdifferenzen Blut aus den Gefässen in das Schlauchsystem eindringt.
Das Gerät gestattet auch die Messung des Druckes in der punktierten Vene oder Arterie.
Eine Ausführungsform der Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise dargestellt.
Der Sauerstoff wird einer Hochdruckflasche entnommen und gelangt über die üblichen nicht dargestellten Nass- und Trockenfilter über einen Mehrwegehahn 1 durch die Schlauchleitung 2 in die Dosierpumpe 3. Das Hineinziehen des Schlauches 2 in die Dosierpumpe 3 wird durch eine Schlauchklemme4 verhindert. Die Dosierpumpe wird durch einen stufenlos regelbaren Getriebemotor 5 angetrieben, dessen Drehzahl mittels eines Einstellknopfes 6 eingestellt und an einer Skala 7 abgelesen werden kann. Über ein Zwischenrad 8 wird von der Dosierpumpenwelle 9 aus ein Zählwerk 10 angetrieben. In der Druckleitung 11 ist ein Kontaktmanometer 12 mit einstellbarer Schwankungsbreite in Abhängigkeit vom jeweiligen Solldruck eingebaut, dessen Kontakte 13 mit dem Antriebsmotor 5 verbunden sind. Vor der nicht gezeichneten Insufflationskanüle ist ein Rückschlagventil 14 eingebaut.
Der Mehrwegehahn 1 wird auto- matischvon der Dosierpumpenwelle 9 ausüber eine Zwischenübersetzung15 von einer Steuerkurve 16 gesteuert. Sie gleitet auf dem Steuerkurventräger 26, der an der Gehäusewand 17 im Punkt 18 schwenkbar gelagert ist. Dieser besitzt am unteren Ende ein Zahnsegment 19, das in ein Zahnsegment am Hahnküken 20 eingreift. Die Zwischenübersetzung 15 treibt eine Mitnehmerscheibe 21 an, auf der ein Hebel 22 im
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dunkt 23 drehbar gelagert ist, dessen Bewegung durch einen Anschlag 24 begrenzt wird. Die Rolle 25 des Hebels 22 rollt innen auf der Steuerkurve 16 ab, die inLanglöchern 27'mit Schrauben 28 auf dem Steuer- kurventräger 26 befestigt ist.
Kommt die Rolle 25 mit der Steuerkurve 16 ausser Eingriff, so zieht eine an der Gehäuseseitenwand 29 befestigte Feder 30 in Verbindung mit einer Verstellvorrichtung 31 die Steuerkurve 16 und damit das Küken 20 des Mehrwegehahns 1 in die-für die Zugabe des jeweils gewünschten Mediums - erforderliche Stellung, so dass z. B. aus dem Gefäss 32 über die Schlauchleitung 33 flüssige Medikamente, Reizstoffe u. a. in die jeweiligen Anschlüsse 34 des Mehrwegehahns 1 gesaugt werden, wobei die Verstellung der einzelnen Küken 35 von Hand oder auch automatisch erfolgen kann.
Bei der Zugabe nur eines Mediums kann der Hebel 22 in der Weise umgelegt werden, dass die Steuerkurve 16 nicht betätigt wird und somit keine Verstellung des Hahnkükens 20 erfolgt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Gerät zur genau dosierten Zuführung von Medikamenten bei Dáuerinfusionen, bei dem mittels einer Schlauchpumpe ein Strom einer Flüssigkeitoder eines Gases in einer konstanten Menge pro Zeiteinheit dem Patienten zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass im Ansaugweg dieser Pumpe ein Mehrwegehahn angeordnet ist, der mittels einer Steuereinrichtung in gewissen Zeitabständen automatisch umgesteuert wird, um dem Patienten verschiedene Medikamente zuzuführen oder einem dauernd zugeführten Stoff verschiedene Medikamente zuzumischen.