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Wenn ein solches Ventil durch eine Hilfsvorrichtung, insbesondere durch einen Elektromagneten, ge- öffnet werden soll, muss von der Hilfseinrichtung die ganze Ventiltellerbelastung überwunden werden.
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beispielsweisebracht werden, die sich aus dem Wert : Ventilsitzfläche mal Vorratsdruck plus Kraft der Ventilfeder ergibt. Da meist die Magnete nicht beliebig gross gemacht werden können, muss die Ventilsitzfliche begrenzt werden, so dass sich nur verhältnismässig kleine Ventildurchgangsquerschnitte erzielen lassen.
Diese Mängel lassen sich auf einfache Weise vermeiden, wenn die in Fragt kommenden Ventilteile so ausgebildet werden, dass die bei geöffnetem Ventil plan aufeinanderliegenden Berührungsflächen von Stössel und Ventilteller in der Schliesslage unter einem spitzen Winkel geringer Grösse gegeneinander geneigt sind.
Zwei Ausführungsbeispiele nach der Erfindung sind in den Fig. 1 und 2 der Zeichnung Im Schnitt skiz- ziert.
In einer mehrstufig abgesetzten Axialbohrung 1 eines Ventilgehäuses 2 ist ein Ventilstössel 3 mit Hilfe eines an ihm befestigten Führungstellers 4 und einer Stulpdichtung 5 axial beweglich geführt. Eine am Teller 4 angreifende Feder 6 hält den Stössel mit seinem oberen Ende am axial beweglichen Anker 7 eines Elektromagneten 8. Der über der Stulpdichtung 5 liegende Teil der Bohrung 1 Ist durch eine Bohrung 9 und ein diese Bohrung abdeckendes Filter 10 mit der Aussenluft verbunden. Vom Bohrungsraum unter der Stulpdichtung führt ein Querkanal 11 zum nicht dargestellten Arbeitszylinder, beispielsweise einem Bremszylinder. Der Ventilstössel hat eine Axialbohrung 12, von der aus Querbohrungen 13 zu der Aussenluftkammer über dem Stulp 5 führen.
Das offene untere Ende 15 des Stössels 3 ragt in einen verengten Teil 14 der Bohrung 1 hinein und ist über seine ganze Stirnfläche wenig geneigt gegen die Ventilachse angeschrägt. Der Abschrägungswinkel kann beispielsweise 0, 30 betragen. Die schräge Stirnfläche 15 des Stössels ist im übrigen plan gehalten. Am unteren Ende der Bohrung 14 Ist ein nach unten gerichteter Ventilsitz 16 vorgesehen, an dem bei angehobenem Stössel 3 ein Ventilteller 17 mit einer Feder 18 gehalten ist. Das untere Ende der Feder 18 ist an einer Verschlussschraube 19 für den unteren Teil 20 der Bohrung 1 abgestützt. Die Ventilsitzfläche 16 und die Anlagefläche des Ventiltellers 17 sind ebenfalls plan und liegen senkrecht zur Ventilachse.
In den Raum 20 unter dem Ventilsitz 16 mündet eine Querbohrung 21, an die ein nicht dargestellter Druckluftvorratsbehälter einer Druckluftbremsanlage angeschlossen sein kann.
Während bei den bekannten Ventilbauarten zum Öffnen des Ventils der Magnetanker über den axial vor ihm liegenden Stössel den Ventilteller zentral erfassen und senkrecht zur Sitzfläche entgegen der Feder und Druckluftbelastung vom Sitz abheben muss, braucht er bei der neuen Ausführung den Ventilteller
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nur mit Hilfe des vorstehenden Teils des angeschrägten Ventilstössels kappenartig um einen an der gegenüberliegenden Sitzseite sich bildenden Stützpunkt etwas zu schwenken, wozu nur ein Bruchteil der bisherigen Magnetkraft erforderlich ist. Ausserdem gelangt schon nach geringfügigem Anheben der einen Tellerseite Druckluft aus dem Raum 20 rasch hinter den Ventilteller und führt dort einen teilweisen Druckausgleich herbei.
Den restlichen Öffnungshub führt dann der Ventilteller In der üblichen Weise auf dem Ventilstössel aufliegend aus. Versuche haben gezeigt, dass mit Hilfe der Abschrägung die für das Öffnen des Ventils notwendigen Magnetkräfte um etwa SOlo vermindert sind. Da die Anschrägung des Ventilstössels nur klein ist, liegt der Stössel mit seiner planen Ringfläche im Augenblick des Öffnens des Ventiltellers auch schon gut abschliessend an der gegenüberliegenden Dichtfläche des Ventiltellers an. Dies trifft insbesondere für die Ventile zu, bei denen der dichtende Teil des Ventiltellers aus etwas nachgiebigem Stoff, z. B. synthetischem Gummi, hergestellt ist. Nennenswerte Druckluftverluste bei Öffnungsbeginn sind also nicht zu befürchten.
Die Abschrägung kann vom Stössel auch an den Sitz des Ventiltellers verlegt werden, so dass der Ventilstössel mit einer zur Ventilachse senkrechten Stirnfläche ausgeführt werden kann. Ein Ausführungsbeispiel dieser Art ist in Fig. 2 dargestellt. Dort ist die zur Hubrichtung des Stössels senkrechte Stirnfläche mit 15'und die hiezu geneigte Ventilsitzfläche mit 16'bezeichnet. Im übrigen entspricht die Ausführung nach Fig. 1 der nach Fig. 2, so dass hier die gleichen Bezugszeichen verwendet sind und eine Beschreibung des Aufbaus und der Wirkungsweise nicht erforderlich ist.
Wenn es erwünscht ist, sowohl die Stirnfläche des Stössels, als auch die Sitzfläche für den Ventilteller am Ventilgehäuse je rechtwinklig zur Hubrichtung des Stössels, also rechtwinklig zur Ventilachse,
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den vorstehenden Teil der Keilfläche trifft, bleibt auch hier bei Öffnungsbeginn des Ventils die klappen- förmige Tellerbewegung erhalten.
Von der Erfindung kann mit gutem Erfolg insbesondere auch bei Ventilen mit undurchbohrtem Ven- tilstossel Gebrauch gemacht werden, wo der Ventilteller nur eine Durchgangsbohrung überwachen muss.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Druckmittelventil, insbesondere Druckluftbremsventil mit elektromagnetischem Antrieb, dessen Stössel beim Öffnungshub einen quer vor ihm angeordneten Ventilteller aufstosst. welcher in der Schliess- stellung von einer Feder und dem zu steuernden Druckmittel gegen seinen Sitz gedrückt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die bei geöffnetem Ventil plan aufeinanderliegenden Gegenflächen von Stössel und Ventilteller in der Schliesslage unter einem spitzen Winkel geringer Grösse gegeneinander geneigt sind.