<Desc/Clms Page number 1>
Anordnung zur logischen Verknüpfung von Wechselspannungsgrössen
Die Erfindung betrifft Elementsysteme zur Realisierung von logischen Grundverknüpfungen, insbesondere für digitale Rechenmaschinen, in welchen den beiden Dualziffern 0 und L zwei feste Zustande zugeordnet sind.
Bekannte logische Schaltelemente arbeiten mit Elektronenröhren, welche die beiden Ziffern 0 und L durch zwei definierte Zustände darstellen, z. B. entspricht L einem hohen Potential und 0 einem niedrigen.
Relais sind ebenfalls zur Realisierung verwendet worden. Bei der Disjunktion w = X2 V xl werden z. B. zwei Relais parallel geschaltet. Es erscheint also eine Aussage w = L, wenn einer der beiden Kontakte geschlossen ist oder beide geschlossen sind. Weitere bekannte Arten realisieren die Verknüpfungen verschiedener Schaltgrössen mit Transistoren bzw. Dioden.
In neueren Maschinen werden diese Schaltelemente meist mit Ferritkernen ausgeführt. Ein Ferritkern besitzt z. B. für die Konjunktion w = Xl. X2 vier Wicklungen, zwei für die zu verknüpfenden Eingangsgrössen xl und X2, eine Wicklung für die Aussage und eine Rückstellwicklung, damit der Ferritkern in seinen Ruhezustand zurückgekippt werden kann. Es entsteht dann eine Aussage, wenn gleichzeitig zwei positive Impulse von der Grösse 1/2 den Kern in einen andern Gleichzustand ummagnetisieren. Dioden in den einzelnen Wicklungen verhindern eine Rückwirkung auf andere Schaltelemente.
Diese beschriebenen Schaltelemente arbeiten in der Regel bei der Darstellung von dualen Zahlengrö- ssen mitGleichspannungen bzw. -strömen.
Demgegenüber besteht die Aufgabe der Erfindung darin, die Realisierung der logischen Verknüpfun- gen "Oder" und "ausschliessendes Oder" durch billige und betriebssichere Bauelemente mit praktisch unbegrenzter Lebensdauer und die Darstellung der Dualzahlen 0, L durch eine Wechselspannung zu schaffen.
Die erfindungsgemässe Lösung erfolgt dadurch, dass zur Realisierung von logischen Verknüpfungen "Oder" w = xl V X2 V... V xn die eingangsseitigen Wicklungen eines Übertragers gleichsinnig und für die
EMI1.1
Ein Merkmal der Erfindung besteht noch darin, dass die Ziffer L durch eine Wechselspannung dargestellt wird, deren Frequenz ein Vielfaches der Ziffernschaltfrequenz der Rechenmaschine od. dgl. ist.
An Hand der in der Zeichnung veranschaulichten Ausführungsbeispiele wird die Erfindung erklärt.
In der Zeichnung bedeuten : Fig. 1 die erfindungsgemässe Realisierung der Verknüpfung "Oder",
EMI1.2
zur Vermiedung von unerwünschten Kopplungen, Fig. 4 eine Anordnung zur Teilung der Aussagespannung und zur Verhinderung einer Rückwirkung auf die Spannungsquelle, Fig. 5 eine Anordnung der Wicklungen ohne Kern, Fig. 6 ein Schirmbecher mit Elementsystem, Fig. 7 die Darstellung der Dualzahlen durch Wechselspannung bzw. -strom.
In Fig. 1 ist ein erfindungsgemässer Übertrager mit den Eingangswicklungen 1 (al bis an) und der Aussagewicklung 2 sowie dem Kern 3 für die Disjunktion dargestellt. Die Eingangswicklungen 1 (a, bis an) haben hiebei alle gleichen Wicklungssinn.
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
EMI2.2
<tb>
<tb> B.x1 <SEP> à <SEP> w
<tb> L <SEP> L <SEP> L
<tb> L <SEP> 0 <SEP> L
<tb> O <SEP> L <SEP> L
<tb>
EMI2.3
! = 01 (a(a) ein Strom, welcher die Aussage w =Lin der Wicklung 2 hervorruft.
Zur Verhinderung von unerwünschten Rückwirkungen bzw. Kopplungen wird die Spannung der Aussa- ge w durch geeignete Windungsverhältnisse zwischen Eingangswicklung 1 und Ausgangswicklung 2 herauf- gesetzt und am Spannungsteiler mit z. B. den Widerständen 13 und 14 nach Fig. 4 wieder geteilt, oder es werden Entkopplungskeme 7 nach Fig. 3 hinzugefügt, z. B. für die Verknüpfung "Oder" wird die uner- ) wünschte Kopplung dadurch beseitigt, dass auf einem Kern 3 die eine Hälfte der Eingangswicklungen l(a1 und a2) symmetrisch angebracht ist und auf einem Entkopplungskern 7 dte andere Hälfte der Eingangs- wicklungen 1 (al und a2) gegensinnig aufgewickelt ist. Die Wicklungen auf dem Entkopplungskem 7 wer- den in der weiteren Beschreibung mit Wicklung 8 und Wicklung 9 bezeichnet.
Steht nun am Eingang al eine L und am Eingang 3z eine 0, dann wird in der Aussagewicklung 2 eine Spannung der L entsprechend induziert. Die durch Kopplungserscheinungen in den Wicklungen 1 (3z) und 9 induzierten Spannungen kompensieren sich durch den entgegengesetzten Wicklungssinn der Wicklungen.
Analog läuft der physikalische Vorgang ab, wenn am Eingang al eine 0 und am Eingang 3z eine L oder an beiden Eingängen al und a. eine L steht. Eine Aussagewicklung 2 auf dem Entkopplungskern 7 ermög-
EMI2.4
gensinnig angeordneten Wicklungen diesen ein Wechselstromwiderstand 15 nach Fig. 4 vorgeschaltet werden.
Die Erfindung vermeidet die den bekannten Verknüpfungselementen zum Teil anhaftenden Mängel, wie z. B. hohe Herstellungskosten, kurze Lebensdauer, Störanfälligkeit, Aussortierung der gewünschten Qualitäten, aufwendige Steuerelektronik.
Die erfindungsgemässe Lösung lässt mannigfache Ausführungsformen zu, z. B. können die Kerne der Übertrager als Schalenkerne, Ringkerne oder Mantelkerne ausgebildet werden.
Weiterhin kann, wie in Fig. 4 dargestellt, auf einen Kern aus hochpermeablem Werkstoff ganz verzichtet werden, so dass die Kopplung der Eingangswicklung 1 mit der Ausgangswicklung 2 durch Luft od. dgl. unmagnetische Medien erfolgt. Zur Verhinderung von unerwünschten Kopplungen auf andere Schaltelemente empfiehlt es sich, die Übertrager nach aussen durch einen Schirmbecher 10 od. dgl., wie z. B. in Fig. 5 dargestellt, abzuschirmen.
Fig. 6 zeigt die Darstellung der Dualzahl 0 L 0 L L durch eine Wechselspannung 11. Ist die Dualstelle eine 0, dann ist auch die Wechselspannung 11 gleich O. Ein gewisser Störpegel 12 ist allerdings zugelassen. Jedoch ist dabei zu beachten, dass er gegenüber der Amplitude der Wechselspannung 11, die die L darstellt, klein ist.