AT208201B - Verfahren und Anlage zur Behandlung von Sojabohnen - Google Patents

Verfahren und Anlage zur Behandlung von Sojabohnen

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AT208201B AT448656A AT448656A AT208201B AT 208201 B AT208201 B AT 208201B AT 448656 A AT448656 A AT 448656A AT 448656 A AT448656 A AT 448656A AT 208201 B AT208201 B AT 208201B
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soybeans
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Guillaume Alias Duchange
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Guillaume Alias Duchange
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren und Anlage zur Behandlung von Sojabohnen   Die Erfindung betrifft Verfahren zur Behandlung von Sojabohnen durch Einwirkung von Wasserdampf unter 120  C bis zu einer halben Stunde auf entölte und bewegte Sojabohnen-Teilchen sowie Anlagen zur Durchführung dieser Behandlung. 



  Das Sojabohnenmehl könnte ein Nahrungsmittel von hohem biologischem Wert sein, wenn es einerseits nicht durch den geringen Methionin-Gehalt unter den Aminosäuren, die in seinen Proteinen vorkommen, in seiner Verwendung beeinträchtigt wäre und anderseits nicht eine Diastase (Amylase) oder ein proteolytisches Enzym enthielte, die bzw. das die trypsin-bildende Wirkung unterbindet. 



  Diese Diastase (Amylase) verhindert also den teil weisen Abbau der Aminosäuren durch das von der Pankreas- oder Bauchspeicheldrüse abgesonderte Trypsin und hemmt die Wirkung des Methionins, das wegen seines geringen Gehaltes in den Proteinen der Sojabohne nicht assimilierbar ist. Ferner hat das Sojabohnenmehl einen ausgesprochen bitteren Geschmack. 



  Nach der Erfindung werden nun bei Verfahren der eingangs beschriebenen Art zur Behandlung von Sojabohnen diese Nachteile dadurch zumindest weitgehend beseitigt, dass der Wasserdampf in situ durch Berieseln der erhitzten Teilchen mit Wasser erzeugt wird, das vorzugsweise mit einer Magnesium- oder Alkali-Verbindung versetzt ist und darnach nahezu augenblicklich evakuiert wird, worauf das so behandelte Gut zu Griess oder Mehl zerkleinert wird, u. zw. genügen für 1 kg Sojabohnenmehl einige Milligramm eines derartigen Zusatzstoffes, der eine katalytische Wirkung hat, welcher die Neutralisierung des betreffenden Enzyms begünstigt. 



  Es wurde festgestellt, dass in Mehl aus Getreide oder Hülsenfrüchten, dem eine verhältnismässig geringe Menge des vom besagten Enzym befreiten Sojabohnenmehl zugesetzt war, die Stärke in Gegenwart von H20 und Cl-Ionen sowie bei einem leicht sauren pH von 6-6, 5 nahezu vollständig zu   
Kohlehydraten und Galaktanen umgesetzt wurde, u. zw. in einem Zeitraum, der bei
Normal-Temperatur von 15-180 C für übli- ches Brot-Mehl etwa 1 Stunde beträgt und sich mit steigender Temperatur höchstens auf
20 Minuten bei 40 bis 450 C verkürzt ; bei demselben Brot-Mehl wird diese Wirkung schon durch einen Zusatz von Sojabohnenmehl von zweckmässig unter 5   0/0   erzielt ; dieser Prozentsatz kann selbstverständlich ohne Nachteil erhöht werden, wenn eine grössere Anreicherung des Getreidemehls gewünscht wird ;

   der Zusatz an Sojamehl kann besonders bei Teigwaren auf 20   Ojo   oder darüber erhöht werden. 



   Getreidemehl mit einem derartigen Zusatz an Sojabohnenmehl, das von seinem die Trypsin-Bildung unterbindenden Enzym befreit ist, eignet sich zur Herstellung von - insbesondere in Näpfen oder Formen ge-   backenen-Broten,   von Teigwaren, Keks sowie andern gut verdaulichen Produkten, die vor allem ein ausgezeichnetes Nahrungsmittel für Diabetiker darstellen. Die übliche Herstellungsweise dieser Nahrungsmittel braucht auch bei Zusatz von Sojabohnenmehl in keiner Weise geändert werden. 



   Alle in Sojabohnen enthaltenen Lipide, Proteide, Kohlehydrate, Mineralsalze und Vitamine bleiben bei der erfindungsgemässen Behandlung im wesentlichen unverändert. 



   Bei einer bevorzugten weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemässen Verfahrens werden als Ausgangsmaterial in bekannter Weise enthäutete und mit chlorfreien   Lösutngss   mitteln entölte Sojabohnen verwendet und es wird das Gut anschliessend an die   Entölung   im kontinuierlichen Prozess weiterbehandelt.
Die erfindungsgemässe Anlage zur Behandlung von Sojabohnen nach dem erstgenannten Verfahren besteht aus einer Darre mit   Rühr-   und Vorschub-Organen für das Behandlunggut und einen an ihren Auslauf angeschlossennen Behälter, der ebenfalls mit VorschubOrganen sowie einer Einrichtung zur Berieselung des Gutes mit Wasser versehen ist. 

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    Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemässen Anlage zur Behandlung von Sojabohnen nach dem oben. an zweiter Stelle erwähnten Verfahren sind eine Enthäutungs- und Brech-Mühle sowie eine. von dieser kontinuierlich beschickte EntölungsVorrichtung über ein kontinuierlich arbeitendes Vorschub-Organ der Darre unmittelbar vorgeschaltet. 



  In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel dieser zuletzt genannten Anlage dargestellt. 



  Diese Anlage hat einen Aufgabebunker 1, der die zu behandelnden Sojabohnen enthält und durch Schwerkraft eine Schaal- odeur Enthäutungsmaschine 2 bekannter Bauart beschickt. Diese beschickt ebenfalls durch Schwerkraft ein Brechwerk 3. Ein an den Auslauf des Brechwerks angeschlossener Elevator 4 übernimmt die zerkleinerten Sojabohnen und fördert sie zu einer hier mit Lösungsmitteln arbeitenden Extraktions- oder Entölungsanlage 5 bekannter Bauart, die nicht zur Erfindung selbst gehört. Beim Verlassen der Entölungsanlage 5 fällt das entölte Gut durch ein Fallrohr 6 in eine dampfbeheizte Darre 7, die mit einer mittleren Ruhr- un Förderschnecke versehen ist. Ein weiteres Fallrohr 8 verbindet den Auslass der Darre mit der Oberseite eines tiefer gelegenen Autoklavs 9, der ebenfalls mit Dampf beheizt und mit einer senkrechten Ruhr- un Förderschnecke versehen ist.

   Ein am Auslass des Autoklavs angeordnetes Fallrohr 10 führt das Gut einem nicht dargestellten Mahlwerk zu, wo es zu Mehl verarbeitet wird. 



  Ein oberhalb des Autoklavs 9 angeordneter Fallbehälter 12, der reines oder gegebenenfalls mit einem geeigneten Reaktionsmittel versetztes Wasser enthält, steht mit einem Berieselungsverteiler 13 in Verbindung, der das Wasser des Behälters 12 in dünnen Strahlen über den ganzen Querschnitt des Autoklavs 9 rieseln lässt. 



  Der Arbeitsvorgang ist nun folgender : Die in der Maschine 2 vorgebrochenen und enthäuteten Sojabohnen werden im Brechwerk 3 zerkleinert und vom Elevator 4 der Ent- ölungsanlage zugeführt, wo die Extraktion des Oles in der üblichen Weise erfolgt. Das entölte Gut wandert alsdann durch das Fallrohr 6 zur Darre 7 und wird dort bei etwa 100 bis 1100 C einem thermischen Schock von 15-20 Minuten ausgesetzt. Aus der Darre 7 gelangt das Gut über das Fallrohr 8 in den Vertikalautoklav 9, wo es sofort beim Eingang vom Berieselungsverteiler 13 mit Wasser berieselt wird. Gegebenenfalls enthält dieses Wasser ein Reaktionsmittel ; dieses besteht vorteilhaft aus Magnesiumsulfat oder - karbonat, kann aber auch eine Alkaliverbindung sein und beispielsweise aus Natrium-   borat oder -bikarbonat bestehen. Die Dosis desselben beträgt etwa 1 g je Liter Rieselwasser.

   Das Verhältnis des Wassers selbst beträgt etwa 12 bis 18   %   des Gewichtes des behandelten Trockengutes. Dieses Wasser verdampft im Autoklav 9 und die senkrecht in der Mitte angeordnete Schnecke, die das Gut durchrührt und dabei abwärts fördert, gewährleistet einen innigen Kontakt aller Teilchen mit dem Dampf und dem Reaktionsmittel. Das an der Unterseite des Autoklavs 9 austretende Gut gelangt durch das Fallrohr 10 unmittelbar in die Apparate, die es zu Mehl verarbeiten. 



   Auf diese Weise wurde beispielsweise ein Mehl erzielt, das 10 bis 12   0 ; 0 konstanter !   Feuchtigkeit, 45 bis 50   %   Proteine, 25 bis 35 o/o Kohlehydrate und 0, 5 bis 2   lo   Lipoide enthielt, sich gut hält, nicht ranzig wurde und sehr verdaulich war. Ferner hatte dieses Mehl keinen bitteren Geschmack und behielt den grössten Teil seiner natürlichen Vitamine bei, darunter insbesondere eine erhebliche Dosis des Vitamins PP. 



   PATENTANSPRÜCHE : 
1. Verfahren zur Behandlung von Sojabohnen durch Einwirkung von Wasserdampf unter   1200 C his   zu einer halben Stunde auf entölte und bewegte Sojabohnen-Teilchen, dadurch gekennzeichnet, dass der Wasserdampf in situ durch Berieseln der erhitzten Teilchen mit Wasser erzeugt wird, das vorzugs- 
 EMI2.1 
 oder Alkali-Ver-bindung versetzt ist und darnach nahezu augenblicklich evakuiert wird, worauf das so behandelte Gut zu Griess   oder Mehl zer-   kleinert wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Ausgangsmaterial in bekannter Weise enthäutete und mit chlorfreien Lösungsmitteln entölte Sojabohnen verwendet werden und das Gut anschliessend an die Entölung im kontinuierlichen Prozess weiterbehandelt wird.
    3. Anlage zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einer Darre (7) mit Ruhr- un Vorschub-Organen für das Behandlungsgut und einem an ihren Auslauf angeschlossenen Behälter (9) besteht, der ebenfalls mit Vorschub-Organen sowie einer Einrichtung zur Berieselung des Gutes mit Wasser versehen ist.
    4. Anlage nach Anspruch 3 zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Enthäutungsund Brech-Mühle (1-2-3) sowie eine von dieser kontinuierlich beschickte Entölungs-Vorrichtung (5) über ein kontinuierlich arbeitendes Vorschub-Organ (6) der Darre (7) unmittelbar vorgeschaltet sind. EMI2.2
AT448656A 1955-07-29 1956-07-24 Verfahren und Anlage zur Behandlung von Sojabohnen AT208201B (de)

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