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Verfahren zur Herstellung von Prothesen od. dgl.
Nachstehend beschriebene Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Prothesen, orthopädischer Apparate aller Art, ferner von Booten, Sport und Kunstartikel sowie von Hohlkörpern, bei denen es auf geringes Gewicht trotz grosser Festigkeit und Stabilität ankommt.
Insbesondere bei orthopädischen Apparaten spielt das Gewicht eine grosse Rolle, da dasselbe, bei meist an leidenden Körperteilen angebrachten Apparaten, möglichst geringgehalten werden muss, was bei der bisherigen Verwendung von Walkleder mit den üblichen Stahlgerüsten als Versteifung nicht möglich war. Durch die grosse Zahl der Versteifungen, die bei Entlastungsvorrichtungen als Träger- gerüst und auch zur Formerhaltung notwendig sind, ergibt sich infolge geringer Dimensionierung des
Gerüstes eine gewisse Bruchgefahr, die recht verhängnisvoll für den Träger sein kann, wogegen eine grössere gefahrsichere Abmessung dieser Teile unmögliche Apparatgewichte mit sich bringen würde.
Ein weiterer Nachteil ist die Ausfütterung, die zur Verkleidung und Lagerung der metallischen Gerüst- streben notwendig ist, da, sie sowohl vom hygienischen als auch vom Festigkeitsstandpunkte verwerflich ist. Der in diesen Ausfütterungen angesammelte Schweiss wirkt nicht nur zersetzend auf die säure- empfindlichen Stoffe, sondern auch auf das Metallgerüst (Rost, Grünspan usw.).
Alle diese Nachteile werden durch das neue Verfahren vermieden, da dasselbe sowohl die An- wendung von metallischen Teilen als auch von Ausfütterungsstoffen (Leder) entweder ganz erübrigt oder auf ein Mindestmass beschränkt.
Das Verfahren kennzeichnet sich hauptsächlich dadurch, dass bei der in bekannterweise ange- wendeten Verwendung schuppenförmiger übereinandergreifender Holzfurnierstreifenlagen, nebst der parallelen und kreuzweisen Streifenführung auch Keileinlagen zur Formgebung und Festigung der erzeugten Gegenstände verwendet werden.
Bei Formen mit Aus-oder Einbuchtungen, bei denen man mit paralleler Streifenführung nicht auskommt, werden Keileinlagen notwendig, die wieder aus übereinandergreifenden Furnierstreifen bestehen, die in die freien keilförmigen Stellen eingeschoben werden und die bereits bestehende Streifen- lage unter, oder übergreifen.
Auf diese Art ist es möglich, die kompliziertesten Formen, wie sie bei der Herstellung von Miedern,
Kopfstützen od. dgl. vorkommen, zu erzeugen.
Nebst den kreuzweise übereinandergelegten Furnierlagen kann aber auch eine in der Längsachse des Körpers verlaufende Streifenanordnung stattgreifen. Letztere wird dann angewendet, wenn die
Furnierstreifen, wie bei Tuber-oder Kopfstützen, die weichen elastischen Unterlagen ersetzen sollen, wodurch die Verwendung der teuern Lederpolsterungen erspart wird.
In der Zeichnung sind einige Anwendungsbespiele gezeigt, u. zw. zeigt Fig. l den Zweck der schuppen- förmigen Anordnung, Fig. 2 die Streifenführung bei zylindrischen und ausgebauchten Formen, Fig. 3 die Anordnung einer Keileinlage, Fig. 4 eine Fussprothese, Fig. 5 eine Kopfstütze, Fig. 6 eine Fussprothese mit Gelenk.
In Fig. 1 a sind m die nebeneinandergelegten Furnierstreifen, die an ihren Stossflächen n mit- einander verleimt sind. Wie ersichtlich, beträgt die zur Verleimung zur Verfügung stehende Fläche nur die Furnierdicke a mal der Furnierlänge und ist von dieser Dicke abhängig. Im Falle einer Schrumpfung reissen diese Verbindungsstellen infolge zu geringer Bindungsfläche sehr leicht. In Fig. 1 b sind die Streifen m schief gegen die Streifenfläche geschnitten und dieselben einander überdeckend zusammen-
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geleimt, dadurch wird eine Klebefläche mit der Breitenbasis f (c-d) geschaffen, die ein Vielfaches der Furnierdicke sein kann.
Im Falle einer Schrumpfung können die Streifen sich längs der schiefen Fläche verschieben, wodurch wohl eine kleinere Klebefläche mit der Basis (e-d) entsteht, aber niemals eine vollständige Trennung der Streifen eintreten kann. Die eventuellen Unebenheiten (o-v) werden im Schleifprozess ausgeglichen, so dass eine einheitliche glatte Gesamtfläche erzielt wird, auf welche die nächste Furnierstreifenlage aufgetragen wird.
Fig. 2 zeigt einen zylindrischen Körper K der in der Mitte eine Ausbuchtung besitzt. Die im unteren Teil geführten Streifen 1, 2,3 können dort genau parallel verlaufen, müssen aber beim Erreichen
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Leerstellen, die durch Keileinlagen, wie sie Fig. 3 zeigt, ausgefüllt werden. Hier ist deutlich gezeigt, wie die Furnierstreifen 8, 9, 10 so in die keilförmige Leerstelle eingeschoben wurde, dass sie die einen Furnierstreifen 3 untergreifen, dagegen den Streifen 4 übergreifen. Die eingeschobenen Streifen 8, 9, 1 () sind aber selbst einander überdeckend angeordnet.
Fig. 4 stellt eine Fussprothese dar, an der die Streifen m, m in der Wadengegend fast parallel verlaufen, wogegen sie in der Kniegegend bereits keilförmige Streifeneinlagen K, K'aufweisen.
In Fig. 5 ist eine Kopfstütze gezeigt, bei der nebst der kreuzförmigen Streifenführung, %'eine nach der Körperachse verlaufende parallele Streifenführung m"angewendet ist. Diese Streifen m"ver- laufen gegen den oberen Rand der Stütze zu sich verjüngend, um zugleich der Kopfstütze eine federnde Unterlage zu bieten.
Gerade das Gegenteil ist in Fig. 6 gezeigt, die eine Gelenkprothese darstellt, bei der nebst der kreuzweisen Streifenanordnung K am Ober-und Unterschenkel eine zur Längsachse senkrechte und verstärkte Streifenführung S zur Befestigung der Gelenksscharniere G angewendet werden muss.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von aus schuppenförmig übergreifenden Holzfurnierstreifenlagen hergestellten Gegenständen, wie Prothesen, orthopädischen Apparaten, Sport-und Kunstgegenständen od. dgl., dadurch gekennzeichnet, dass nebst der parallelen und kreuzweisen Streifenführung auch Keileinlagen zur Formgebung dieser Gegenstände verwendet werden.