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Tonweiser.
EMI1.1
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Die Spieler aller Streichinstrumente können am Tonweiser für alle Tonarten ablesen, ob und welche Töne, deren Noten als Töne der leercn Saiten erscheinen, nicht auf diesen, sondern als gegriffene Töne auf einer andern Saite zu spielen sind, da sie in reiner Stimmung nach Angabe des Tonweisers in der betreffenden Tonart Kommadifferenzen zu der in Frage kommenden, zum Kammerton a quintenrein gestimmten leeren Saite besitzen.
Beispiel : Der Tonweiser zeigt bildhaft und in gesetzmässigem Zusammenhange die harmonischen Gesamtverhä1tnisse zwPÎer paralleler Tonarten (Dur und Parallelmoll).
Stellt man z. B. auf der Vorderseite des Tonweisers das Vorzeichen rechts im Fenster auf"5#"ein, so zeigt das Fenster l. unterstrichen : den Grundton der Durtonart den Grundton der Molltonart"gis",
2. innerhalb des innersten Linienzuges : die natürlichen diatonischen Leitern dieser beiden Tonarten,
3. innerhalb des zweiten Linienzuges : die Chromatik der natürlichen, melodischen und harmonischen Tonika-Leitern dieser beiden Tonarten,
4. innerhalb des äussersten Linienzuges : die Gesamtchromatik von Tonika-und diatonischer Domi- nantsphäre beider Tonarten und 5. das ganze Fensterquadrat : den Gesamttonbereich der Doppeltonart, also zusätzlich noch die Chromatik der chromatischen Dominantsphäre.
Gleichzeitig zeigt das Fenster der Rückseite die Logarithmen der relativen Schwingungswerte von allen 49 Tönen von hA-Dur gis'-Moll zum Grundton c.
Die Rückseite des Tonweisers gibt Aufschluss über das Gesamtgebiet der Dominanten einer Doppeltonart, indem durch Umrahmungslinien und Markierungen der betreffenden Dominantzeuger und der Grundtöne von Dur-und Moll-Dominanten auf dem Hilfsschieber die diatonischen Leitern des betreffenden Dominantgebietes unter Zuhilfenahme der Zahlen im Fenster der Rückseite festgelegt werden.
Der Sänger übersieht für jede Tonart den Unterschied der reinen Stimmung zwischen den Tonhöhen der Leiterstufen in Dur und Moll derselben Tonika (z. B. C-Dur und C-Moll), z. B. erkennt er, dass er nicht, wie bisher geglaubt, die zweite Stufe in Dur und Moll gleich zu singen hat, sondern dass sich die zweite Stufe in Moll zur zweiten Stufe in Dur derselben Tonika um ein ganzes syntonisches Komma, d. h. für den Gesang sehr deutlich unterscheidet. Der Tonweiser wird ferner erheblich dazu beitragen, das richtige Singen chromatischer Töne zu fördern, da der Sänger im Tonweiser zum ersten Male alle harmonisch richtigen und möglichen Töne der reinen Stimmung für jede Tonart gesondert und in sich geordnet iibersehen kann.
Dem Komponisten ermöglicht der Tonweiser, in chromatisch verwickelter neuzeitlicher Musik für Orchester oder für Kammermusik mit Klavier festzustellen, welche chromatischen Töne er möglichst für die temperierten Instrumente (Klavier, Orgel, Holzbläser) zu meiden und dafür der Stimmführung der frei intonierenden Instrumente (Streicher) zuzuweisen hat. Er vermeidet in der modernen Musik dadurch den bisher dauernd sich wiederholenden Fehler, dass an sich richtige, nur komplizierte harmonische Verhältnisse durch sehr fehlerbehaftete Wiedergabe entweder gar nicht verstanden oder als falsch oder hässlich klingend gewertet werden.
Die freien Flächen des Rahmens können zur Anbringung von Gebrauchsanweisungen, Tabellen od. dgl. verwendet werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Tonweiser mit einem in einem Rahmen einstellbaren Schieber, der in Fenstern des Rahmens wechselnde Teile der auf ihm verzeichneten Tonreihen zur Erscheinung bringt, dadurch gekennzeichnet. dass die Fenster mit ton ordnenden Linienzügen versehen sind, durch die Gruppen der auf dem Schieber achtbaren Töne zu musikalischen Gruppen in bezug auf die jeder Sehieberstellung entsprechende Ton- art zusammengefasst werden.