AT100696B - Verfahren zur Verhinderung der Entzündung leicht brennbarer Gegenstände und zur Erstickung von Bränden. - Google Patents

Verfahren zur Verhinderung der Entzündung leicht brennbarer Gegenstände und zur Erstickung von Bränden.

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AT100696B
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Arthur Dr Eichengruen
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Arthur Dr Eichengruen
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  Verfahren zur Verhinderung der Entzündung leicht brennbarer Gegenstände und zur   Erstickung von   Bränden. 



   In der deutschen Patentschrift Nr. 355107 ist ein Verfahren zur Erstickung von Bränden und zur Verhütung der   Entf1ammung   von brennbaren Gegenständen, insbesondere von Geweben, beschrieben, welches darin besteht, dass man die Gegenstände mit Lösungen von Ammoniumbromid imprägniert. 



   Es hat sich nun gezeigt, dass   dieser Imprägnierungsmethode noch   zwei Fehler anhaften, insofern die mit Ammoniumbromid imprägnierten Materialien zwar vollkommen unbrennbar sind und durch offene Flammen nicht entzündet werden können, die an der Berührungsstelle sich bildende Kohle jedoch weiterglimmt und infolgedessen eine Wiederentzündung durch die durch den Brand gebildeten oder die Brandursache darstellenden Gase und Dämpfe eintreten kann. 



   Es wurde nun gefunden, dass dieser Übelstand dadurch behoben werden kann, dass man die Gewebe nicht nur mit dem in der Hitze sich verflüchtigenden und infolgedessen das Nachglimmen nicht beeinträchtigenden Bromammonium, sondern zugleich mit schwerflüchtigen Ammoniumsalzen organischer oder anorganischer Säuren, wie beispielsweise Ammoniumborat, neutrales Ammoniumphosphat, Ammoniumsulfit usw., behandelt. Es kommt ein sehr geringer Zusatz von diesen Salzen, beispielsweise   ein solcher von nur 10% des angewandten Bromammoniums,   also einer Menge, welche an sich eine Flammenschutzwirkung gar nicht auszuüben imstande wäre, zur Anwendung, um das schädliche Nachklimmen der Gewebe vollkommen aufzuheben.

   Voraussichtlich beruht diese überraschende Wirkung der an sich sehr schwach wirkenden Salze auf einer doppelten Umsetzung mit dem Bromammonium bei der Erhitzung durch die Flamme, da auch die feuerlöschende Wirkung der bei der Erhitzung des Salzgemisches sich bildenden Dämpfe wesentlich grösser ist als diejenige des Bromammoniums allein. 



   Ein zweiter Übelstand ist der, dass bei den zu imprägnierenden leichten Geweben die Imprägnierung mit Ammoniumbromid eine gewisse Steifheit hervorruft, die insbesondere bei Kleiderstoffen, Schleiern, Gardinen usw.   unerwünscht   ist. Es hat sich gezeigt, dass diese Versteifung der Gewebe dadurch behoben wird, dass man den   Ammoniumbromidlösungen   Stoffe zusetzt, welche (wie Chlormagnesium, Glyzerin,   Milchsäure   und ihre Salze) wasseranziehend wirken und hiedurch den Salzimprägnierungen stets einen gewissen Feuchtigkeitsgrad verleihen. 



   Allen Ansprüchen eines brauchbaren   Flammenschutzimprägniermittels   wird durch einen gleichzeitigen Zusatz von Substanzen genügt, welche sowohl die Glimmwirkung beheben, als auch ein'vollkommenes Austrocknen verhindern. 



   Die mit der Mischung imprägnierten Stoffe zeigen keinerlei Veränderungen, sie sind weich, werden nicht steif, zeigen keine Flecken, keinen Geruch und keine Veränderung der Farbe, so dass man die Mischung auch für die feinsten Gewebe, wie Seide, Plüsch,   Schleiertüll   usw. verwenden kann. 



   Durch die Imprägnierung werden aber nicht nur die Stoffe selbst unentzündbar gemacht, sondern sie können auch dazu dienen, das Entstehen von Bränden zu verhüten oder entstandene Brände zu ersticken ; denn dort, wo sie mit einer offenen Flamme in Berührung kommen oder wo sie stark erhitzt werden, entwickeln sich weisse Dämpfe, welche eine   ausserordentlich starke flammenerstickende   Wirkung besitzen.

     Umhüllt   man also Gegenstände, welche vor Feuer geschützt werden sollen, mit Decken, Papieren, Stroh, Holzwolle und ähnlichen Stoffen, welche mit der Mischung imprägniert sind, so werden dieselben vor einem Brande   geschützt,     überdeckt   man brennende Gegenstände mit einem mit der Mischung 
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 dass man unter denselben Papier oder Stroh, welche mit der Mischung imprägniert sind, erhitzt, die hiebei aufsteigenden Dämpfe bringen die glühenden Kohlen zum sofortigen Erlöschen. Naturgemäss kann man die   Feuerlöschung   auch dadurch bewirken, dass man die Mischung selbst in trockener oder gelöster Form in den Feuerherd einspritzt. Auch in diesem Falle entwickeln sich die feuererstickenden Dämpfe und löschen selbsttätig das Feuer aus. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Verhinderung der Entzündung leicht brennbarer Gegenstände und zur Erstickung von Bränden unter Verwendung von Ammoniumbromid, dadurch gekennzeichnet, dass man neben Bromammonium andere schwerflüchtige Ammoniumsalze organischer oder anorganischer Säuren anwendet.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Verhinderung des vollkommenen Austrocknen der Ammoniumbromidimprägnierungen die zu schützenden Gegenstände gleichzeitig mit Substanzen behandelt, welche die Luftfeuchtigkeit anziehen.
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man gleichzeitig mit Bromammonium andere, schwerflüchtige Ammoniumsalze und solche Substanzen anwendet, welche die Luftfeuchtigkeit anziehen.
    4. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass man die nach Ansprüchen : l und 2 imprägnierten Stoffe, wie Papier, Holzwolle usw. in den Feuerherd hineinbringt oder in dessen Nähe erhitzt, so dass die durch die Erwärmung entwickelten Dämpfe eine feuerlöschende Wirkung auf den Brandherd ausüben können.
    5. Verfahren zum Schutze von Gegenständen aller Art vor Brandgefahr, dadurch gekennzeichnet, dass man dieselben mit leicht brennbaren Materialien, welche nach Anspruch 1 behandelt sind, überdeckt oder sie in dieselben einhüllt.
    G. Auslöschen bereits entstandener Brände oder Ablöschen brennender oder glühender Gegenstände, dadurch gekennzeichnet, dass man nach Anspruch 1 behandelte leicht brennbare Materialien unter dem Brandherd oder in der Nähe desselben erhitzt und hiedurch feuererstickende Dämpfe entwickelt oder dass man diese in geschlossene Räume hineinleitet, in welchen ein Brand ausgebrochen ist.
AT100696D 1922-08-10 1923-08-07 Verfahren zur Verhinderung der Entzündung leicht brennbarer Gegenstände und zur Erstickung von Bränden. AT100696B (de)

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