202416423 1 Beschreibung Partikeldosiereinrichtung mit spiralförmiger Förderkammer Die Erfindung betrifft eine Partikeldosiereinrichtung. Weiterhin betrifft die Erfindung eine Parti- kelaustragungssystem mit einer solchen Partikeldosiereinrichtung. Außerdem betrifft die Er- findung ein Schienenfahrzeug. Die Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zur Parti- kelaustragung. Der Betrieb von Schienenfahrzeugen unterliegt sehr unterschiedlichen Umweltbedingungen, die die Traktions- und Bremseigenschaften eines Schienenfahrzeugs stark beeinflussen. Insbeson- dere leiden Schienenfahrzeuge bei nassen und laubbedeckten Schienen darunter, dass sie nicht mehr ihre volle Leistung auf die Schiene bringen. Um die Traktion bzw. die Bremswirkung bei ungünstigen Bedingungen zu verbessern, wird auf den befahrenen Schienen vor den Rädern eines Schienenfahrzeugs Streumittel verteilt. Hierzu werden sogenannte Sandanlagen, auch Sandstreuer oder Partikelaustragungssysteme ge- nannt, eingesetzt, die außen an Schienenfahrzeugen montiert sind. Ein Partikelaustragungssystem eines Schienenfahrzeugs transportiert mittels der Schwerkraft oder durch Druckluft Partikel aus einem Vorratsbehälter, auch Sandkasten oder Partikelvorrats- einrichtung genannt, durch eine Partikeldosiereinrichtung, auch als Partikeldosiereinheit be- zeichnet, hin zu einem Rad-Schiene-Spalt zwischen einem Rad des Schienenfahrzeugs und einer von dem Schienenfahrzeug befahrenen Schiene. Die geförderten Partikel sind auf die Schienen ausgebracht, um die Reibung zwischen Rad und Schiene zu erhöhen. Um eine Art Partikelstrahl zu erzeugen, werden die Partikel mit Druckluft auf die Schiene geblasen. Allerdings sollte bei dem Betrieb eines Partikelaustragungssystems gesichert sein, dass das Streumittel mit Schwerkraft nicht allein ohne Betätigung nach unten auf den Rad-Schiene-Spalt fällt, sondern nur dann, wenn Druckluft eingeschaltet ist. Insbesondere sollte das Streumittel auch nicht allein aufgrund von extern verursachten Erschütterungen auf die Schiene fallen. Andererseits wegen Betriebskosten und Platzbedarf für Druckluftbehälter sollte auch der Druck- luftverbrauch bei dem Betrieb des Partikelaustragungssystems nicht zu hoch sein.
202416423 2 Aufgrund der Plattformstrategie von vielen Herstellern ist der Bauraum für Partikelaustragungs- systeme begrenzt. Auch im Streumittelbehälter darf das Partikelaustragungssystem nicht zu weit hineinragen, weil das einen Einfluss auf das Streumittelvolumen, das Totvolumen und den Aufwand für die Integration eines kontinuierlichen Füllstandsensors hat. Da ein Partikelaustragungssystem möglichst an unterschiedlichen Arten von Schienenfahrzeu- gen montierbar sein soll, sollten die folgenden Funktionen modular ausgebildet sein: - die Orientierung des Streumittelaustritts, - die Positionierung der Druckluftanschlüsse, Kabelanschlüsse, Erdungsanschlüsse, - die Größe des Austragungsschlauches, - die Einstellung der Streumittelmenge, - die Einstellung der Streumittelaustragskraft, - die Schnittstelle zum Streumittelbehälter. Um sicherzustellen, dass das Streumittel von allein nicht ohne Betätigung nach unten bis zum Rad-Schiene-Spalt fließt, sind herkömmlich folgende Lösungen zu finden: - ein Verschließmechanismus: Die Öffnung des Streumittelbehälters ist mechanisch verschlos- sen und nach Betätigung elektrisch oder pneumatisch geöffnet, - es wird ein Widerstand für das Streumittel erzeugt, zum Beispiel durch ein Labyrinth oder einen Umweg für das Streumittel, - es wird eine Steigung in den Streumittelweg eingebaut, so dass das Streumittel zuerst eine Steigung in einem aufsteigenden Kanal überwinden muss. Es besteht also die Aufgabe, eine Partikelfördereinrichtung, ein Partikelaustragungssystem und ein entsprechendes Partikelaustragungsverfahren anzugeben, welche zumindest einen Teil der vorstehenden Probleme lösen. Diese Aufgabe wird durch eine Partikelfördereinrichtung gemäß Patentanspruch 1, eine Parti- kelaustragungssystem gemäß Patentanspruche 13, ein Schienenfahrzeug gemäß Patentan- spruch 14 und ein Verfahren zur Partikelaustragung gemäß Patentanspruch 15 gelöst. Die erfindungsgemäße Partikeldosiereinrichtung ist vorzugsweise Teil eines erfindungs- gemäßen Partikelaustragungssystems. Mit der Partikeldosiereinrichtung werden Partikel aus einer Partikelvorratseinrichtung des Par- tikelaustragungssystems heraus dosiert und gefördert. Eine solche Partikeldosiereinrichtung
202416423 3 weist, wie später noch im Detail erläutert, eine Vorrichtung zum Dosieren und Transport der Partikel, vorzugsweise eine sogenannte Aufwirbelungskammer und Förderkammer, auf, mit denen die Partikel dosiert und zu einer Position in der Partikeldosiereinrichtung weitertrans- portiert werden, an der sie mit Hilfe des bereits erwähnten Luftstroms auf eine betreffende Schiene ausgetragen werden. Die Dosiereinheit weist eine Drosseldüse zur Einstellung des Luftverbrauchs von von einer Drucklufteinrichtung des Partikelaustragungssystems der Partikeldosiereinrichtung zugeführter Druckluft, eine Aufwirbelungsdüse zum Erzeugen von Überdruck, einen ringförmigen Druckluft- kanal, eine Mehrzahl von Aufwirbelungskanälen zum allseitigen Aufwirbeln der Partikel und eine Aufwirbelungskammer zum Kanalisieren der Partikel auf. Vorteilhaft können die durch die Dosiereinheit hindurchfallenden Partikel von mehreren Seiten aus aufgewirbelt und aufgelockert werden, so dass ihre Dynamik verbessert wird. Die Aufwirbelungsdüse dient zum Befüllen des ringförmigen Druckluftkanals. Teil der Partikeldosiereinrichtung ist auch eine Fördereinrichtung mit einer Mischkammer und einer Förderdüse zum Erzeugen von Unterdruck und zum Ausblasen der Partikel in Richtung eines Rad-Schiene-Spalts. Die Fördereinrichtung umfasst auch eine steigende spiralförmige Förderkammer zum Fördern der Partikel von der Aufwirbelungskammer der Dosiereinheit zur Mischkammer hin mit einem aus dem Überdruck und dem Unterdruck resultierenden Druckunterschied. Das untere Ende der steigenden spiralförmigen Förderkammer, also der Bereich auf Höhe der Förderdüse, wird auch als Mischkammer bezeichnet. Dort werden Sand und Luft miteinander gemischt. Die der Drosseldüse bereitgestellte Luft verteilt sich je nach Druckeinstellung und Querschnitt der jeweiligen Düsen in der Aufwirbelungsdüse und der Förderdüse. Wie bereits erwähnt, umfasst die Dosiereinheit einen ringförmigen Druckluftkanal und eine Mehrzahl von Aufwirbelungskanälen zum Aufwirbeln der Partikel und Kanalisieren der Partikel in der Aufwirbelungskammer.
202416423 4 Die von der Aufwirbelungsdüse bereitgestellte Luft gelangt in den ringförmigen Druckluftkanal und verteilt sich in den Aufwirbelungskanälen. Die Luft von den Aufwirbelungskanälen lockert die Partikel in der Aufwirbelungskammer auf und wirbelt sie auf. Dank der speziellen Düsenanordnung und der Mehrzahl von Aufwirbelungskanälen wird ein ge- wisser Druckunterschied zwischen der Aufwirbelungskammer und der Mischkammer erzeugt. Aufgrund dieses Druckunterschieds, der Aufwirbelung der Partikel und der eine Steigung um- fassenden und spiralförmigen Geometrie der Förderkammer, können die Partikel durch die Par- tikeldosiereinrichtung in einer sehr kompakten und günstigen Geometrie mit wenig Luftver- brauch bis zum Rad-Schiene Spalt transportiert werden. Eine Steigung soll bedeuten, dass der Transportweg der Partikel zumindest auf einem Teil ansteigt, wodurch die Geschwindigkeit der Partikel abgebremst wird. Die Partikelaustragsmenge ist abhängig vom Druckunterschied zwischen der Aufwirbelungs- kammer und der Mischkammer bzw. der Förderkammer. Der Druckunterschied wird mit der Querschnittauswahl der Düsen eingestellt. Alternativen zur Einstellung der Partikelaustragmenge sind: - einen Druckminderer vor oder in der Partikeldosiereinrichtung vorsehen und entsprechend dem gewünschten Druck einstellen, - den Querschnitt einer Partikeleintrittsöffnung am Eingang der Partikeldosiereinrichtung anders gestalten, - den Querschnitt der spiralförmigen Förderkammer anders gestalten. Hierzu weist die erfindungsgemäße Partikeldosiereinrichtung eine Fördereinrichtung auf, mit der durch ein Richten des Luftstroms auf die von der Aufwirbelungskammer erhaltenen Partikel ein Partikel-Luft-Strom erzeugt wird, der auf die Schienen vor einem Rad des Schienenfahrzeugs gerichtet wird. Zur Beschränkung der Dynamik der Bewegung der Partikel sowie zum Fördern der Partikel von der Aufwirbelungskammer der Dosiereinheit zur Mischkammer hin mit einem aus dem Überdruck und dem Unterdruck resultierenden Druckunterschied umfasst die Fördereinrichtung eine steigende und spiralförmige Förderkammer und eine Förderdüse. Die spiralförmige Förderkammer hat den entscheidenden Vorteil, dass das Zurückhalten der Par- tikel durch eine Anordnung erreicht wird, die im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen sehr platzsparend ist, so dass das Gesamtsystem auch bei begrenztem Bauraum gut einsetzbar ist. Partikel müssen, um in die Mischkammer zu gelangen, zuerst eine sehr enge und steigende
202416423 5 Kurve überwinden. Durch diese steigende, spiralförmige Anordnung wird also auch erreicht, dass die Partikel nicht allein durch die Schwerkraft auf den Rad-Schiene-Spalt fallen. Das erfindungsgemäße Partikelaustragungssystem, vorzugsweise für ein Schienenfahrzeug, ist bevorzugt an einem Schienenfahrzeug, vorzugsweise an einem Wagenkasten eines Schienen- fahrzeugs, montiert. Dabei ist das Partikelaustragungssystem so positioniert und ausgerichtet, dass die von dem Partikelaustragungssystem emittierten Partikel vor einem Rad des Schienenfahrzeugs auf die zu befahrende Schiene ausgebracht werden, um die Reibung zwischen Rad und Schiene zu erhöhen und so die Traktion und Bremskraft des Schienenfahrzeugs zu erhöhen. Das erfindungsgemäße Partikelaustragungssystem weist eine erfindungsgemäßen Partikel- vorratseinrichtung, auch als Streumittelbehälter bezeichnet, zum Aufbewahren von auszutragenden Partikeln auf. Außerdem umfasst das erfindungsgemäße Partikelaustragungssystem eine Drucklufteinrich- tung. Eine solche Drucklufteinrichtung erzeugt einen Luftstrom mit einem vordefinierten Luft- druck. Die Drucklufteinrichtung umfasst vorzugsweise eine Drucklufterzeugungseinheit, beson- ders bevorzugt einen Kompressor, mit dem ein Luftstrom mit einem Luftdruck, dessen Stärke von der Leistung der Drucklufterzeugungseinheit abhängt, erzeugt wird. Das erfindungsgemäße Partikelaustragungssystem umfasst auch eine erfindungsgemäße Partikeldosiereinrichtung. Das erfindungsgemäße Partikelaustragungssystem teilt die Vorteile der erfindungsgemäßen Partikeldosiereinrichtung. Das erfindungsgemäße Schienenfahrzeug weist die erfindungsgemäße Partikeldosiereinrich- tung auf und vorzugsweise auch das erfindungsgemäße Partikelaustragungssystem. Das er- findungsgemäße Partikelaustragungssystem ist vorzugsweise am Wagenkasten des Schienen- fahrzeugs angeordnet und so positioniert, dass ausgetragene Partikel vor einem Rad des Schienenfahrzeugs auf eine befahrene Schiene treffen. Das erfindungsgemäße Schienen- fahrzeug teilt die Vorteile des erfindungsgemäßen Partikelaustragungssystems und der erfin- dungsgemäßen Partikeldosiereinrichtung. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Partikelaustragung werden die auszutragenden Partikel von einer Partikelvorratseinrichtung einer Partikeldosiereinrichtung, vorzugsweise einer
202416423 6 erfindungsgemäßen Partikeldosiereinrichtung, zugeführt. Weiterhin wird der Luftverbrauch durch eine Drosseldüse der Partikeldosiereinrichtung, welche mit einer Drucklufteinrichtung verbunden ist, eingestellt. Die von der Drosseldüse bereitgestellte Luft verteilt sich in eine Aufwirbelungsdüse und eine Förderdüse der Partikeldosiereinrichtung. Durch die Aufwirbe- lungsdüse der Partikeldosiereinrichtung, durch einen ringförmigen Druckluftkanal und eine Mehrzahl von Aufwirbelungskanälen der Partikeldosiereinrichtung werden die auszutragenden Partikel aufgewirbelt und es wird auch ein Überdruck erzeugt. Mittels der Förderdüse wird ein Unterdruck erzeugt. Die auszutragenden Partikel werden durch eine Aufwirbelungskammer der Partikeldosierein- richtung und eine spiralförmige Förderkammer der Partikeldosiereinrichtung zu einer Mischkam- mer der Partikeldosiereinrichtung hin dank des durch den Überdruck und den Unterdruck er- zeugten Druckunterschieds zwischen der Aufwirbelungsdüse und der Förderdüse gefördert und dosiert. Schließlich erfolgt ein Ausblasen der Partikel durch die Förderdüse in Richtung eines Rad- Schiene-Spalts. Das erfindungsgemäße Verfahren teilt die Vorteile der erfindungsgemäßen Partikeldosiereinrichtung. Die abhängigen Ansprüche sowie die nachfolgende Beschreibung enthalten jeweils besonders vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung. Zudem können im Rahmen der Erfindung die verschiedenen Merkmale unterschiedlicher Ausführungsbeispiele und Ansprü- che auch zu neuen Ausführungsbeispielen kombiniert werden. In einer Variante der erfindungsgemäßen Partikeldosiereinrichtung weisen die Aufwirbelungs- kanäle einen Winkel zwischen 30° und 60° relativ zur Horizontalen auf. Dieser Winkel hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, um eine optimale Aufwirbelung der Partikel zu erreichen. Mit diesem Winkel ist sichergestellt, dass die Partikel nicht in den ringförmigen Druckluftkanal ge- langen und dass die Aufwirbelungsdüse verstopft wird. Die Anzahl, der Durchmesser und der Winkel der Aufwirbelungskanäle sind wichtig für einen optimalen Durchfluss der auszutragen- den Partikel. Besonders bevorzugt sind zwischen drei und neun Aufwirbelungskanäle jeweils mit einem Durchmesser von 2 mm bis 10 mm und dem genannten Winkel von 30° bis 60° re- lativ zur Horizontalen ausgebildet. Infolge der vorteilhaften Anordnung von Düsen und Aufwir- belungskanälen wird ein gewisser Druckunterschied erzeugt. Dadurch können Partikel durch die spiralförmige Förderkammer in einer sehr kompakten und günstigen Geometrie mit wenig Luftverbrauch transportiert werden.
202416423 7 Die Förderkammer der erfindungsgemäßen Partikeldosiereinrichtung umfasst bevorzugt Poly- urethan. Polyurethan ist widerstandsfähig und robust. Weiterhin eignet es sich als Gießharz auch dafür, komplexe Formen, insbesondere die Spiralform der Förderkammer zu generieren. Alternativ kann die spiralförmige Förderkammer aus Edelstahl gefertigt werden. Die Herstellung erfolgt vorzugsweise mit Hilfe eines 3D-Druckverfahrens oder eines Feingussverfahrens. In einer Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Partikeldosiereinrichtung umfasst die Aufwirbe- lungskammer eine Öffnung, d.h. eine Partikeleintrittsöffnung mit einer teilweisen oberen druck- entlastenden Einfüllplatte, welche zungenförmig ausgebildet ist. Durch die spezielle Geometrie werden Verstopfungen an der Öffnung der spiralförmigen Förderkammer vermieden. Die zungenförmige Ausprägung schützt die die Partikeleintrittsöffnung der Aufwirbelungskammer und damit auch der spiralförmigen Förderkammer vor dem Druck des Streumittels, das durch die Schwerkraft in Richtung der Partikeleintrittsöffnung gedrückt wird. Der Querschnitt dieser Partikeleintrittsöffnung wird vorzugsweise groß genug gewählt, dass eine maximale Durchfluss- menge der Partikel gesichert wird. Bevorzugt ist die obere druckentlastende Einfüllplatte ent- fernbar, insbesondere abschraubbar, gestaltet, so dass ein Zugang zum ringförmigen Druck- raum bzw. Druckluftkanal für Wartungszwecke ermöglicht wird. Bevorzugt sind die Dosiereinheit und die Fördereinrichtung der erfindungsgemäßen Partikel- dosiereinrichtung modular aufgebaut. Vorteilhaft können aufgrund der Modularität einzelne Komponenten leichter ersetzt werden oder gewartet werden oder repariert werden, ohne den Druckluftkreislauf zu öffnen. Der Druckluftkreislauf bleibt also damit sauber. In einer besonders einfach zu realisierenden Variante der erfindungsgemäßen Partikeldosier- einrichtung sind die Dosiereinheit und die Fördereinrichtung als Teile der Partikeldosiereinrich- tung miteinander integriert und gemeinsam einstückig ausgebildet. Eine einstückige Ausprä- gung lässt sich besonders einfach und mit wenig Aufwand produzieren, da die Gesamtzahl der Komponenten im Vergleich zu einer modularen Ausgestaltung reduziert ist. Um zur Wartung an die Mischkammer und spiralförmige Förderkammer zu kommen, umfasst diese Variante an ihrer Unterseite, also am unteren Ende der Mischkammer, einen abnehmbaren Wartungsdeckel. In einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Partikelaustragungssystems und der erfindungsgemäßen Partikeldosiereinrichtung ist eine Entleerung der Partikelvorratseinrich- tung des Partikelaustragungssystems, ohne den Druckluftkreislauf zu öffnen, möglich: - bei der zweistückigen Variante der Partikeldosiereinrichtung ist die Entleerung durch Abbau der Fördereinrichtung möglich,
202416423 8 - bei der einstückigen Variante der Partikeldosiereinrichtung ist die Entleerung durch Abbau des Wartungsdeckels ermöglicht. Bei der zweistückigen Variante der Partikeldosiereinrichtung lässt sich die Fördereinrichtung von der Dosiereinheit lösen. In einer Variante der erfindungsgemäßen Partikeldosiereinrichtung weist diese eine Heizung zur Erwärmung von von einer Drucklufteinrichtung gelieferter Druckluft auf. Vorteilhaft kann durch die Erwärmung die Fließfähigkeit der auszutragenden Partikel auch bei niedrigen Temperaturen, insbesondere auch bei Frost, gesichert werden. Bevorzugt weist die erfindungsgemäße Partikeldosiereinrichtung ein kommunizierendes Luft- leitungssystem zum Zuführen von Druckluft von der Drosseldüse aus zu der Aufwirbelungsdüse und der Förderdüse auf. Vorteilhaft kann die über die Drosseldüse bereitgestellte Luft zur Aufwirbelung und zum Fördern verteilt werden. Eine gezielte Verteilung erfolgt dabei bevorzugt durch eine oder mehrere Regulierungseinheiten. In einer Variante des erfindungsgemäßen Partikelaustragungssystems ist die Drucklufteinrich- tung dazu eingerichtet, Druckluft direkt an der Dosiereinheit der erfindungsgemäßen Partikel- dosiereinrichtung zuzuführen. Vorteilhaft kann die Fördereinrichtung einschließlich der spiral- förmigen Förderkammer und Förderdüse, wo am häufigsten Verstopfungen auftreten könnten, abgebaut werden, ohne die komplette Anlage oder den Druckluftkreislauf zu öffnen. In einer Variante der erfindungsgemäßen Partikeldosiereinrichtung weist diese mindestens eine Regulierungseinheit, vorzugsweise einen Drosselregler, zum Einstellen eines Luftstroms mindestens einer der Düsen auf. Durch Hineindrehen oder Herausdrehen des Drosselreglers kann ein Durchgang für eine Düse für einen Luftstrom erweitert oder eingeschränkt werden, wo- durch die Intensität des Luftstroms gesteuert wird. Anstatt eines Drosselreglers kann die Regulierungseinheit auch ein Proportionalventil umfas- sen, welches in Abhängigkeit von einem Steuersignal mehr oder weniger Luft durchlässt. In einer Variante der erfindungsgemäßen Partikeldosiereinrichtung weist die Förderdüse eine Mehrzahl von Durchgangsbohrungen auf. Bei dieser Variante hat die Förderdüse auch einen Filtereffekt. Damit ist sichergestellt, dass die Partikel, die in Gegenrichtung durch die Förder- düse in den Luftweg zwischen der Drosseldüse und der Förderdüse reinkommen, kleiner als die
202416423 9 Bohrungen der Aufwirbelungsdüse und der Drosseldüse sind. Eine Verstopfung durch die Partikel ist also damit vermieden. Vorteilhaft kann das Gesamtsystem mit einer reduzierten Anzahl von Komponenten ausgestaltet sein, da keine zusätzlichen separaten Filter benötigt werden. Bevorzugt weist die Dosiereinheit der erfindungsgemäßen Partikeldosiereinrichtung ein kom- munizierendes Luftleitungssystem zum Zuführen von Druckluft von der Drosseldüse aus zu der Aufwirbelungsdüse und der Förderdüse auf. Vorteilhaft kann das kommunizierende Luftleitungs- system dazu genutzt werden, die Druckluft zwischen der Aufwirbelungsdüse und der Förderdüse zu verteilen bzw. zu dosieren. In einer Variante des erfindungsgemäßen Partikelaustragungssystems und/oder der erfindungs- gemäßen Partikeldosiereinrichtung weist die Partikeldosiereinrichtung mindestens eine Regu- lierungseinheit, vorzugsweise einen Drosselregler, des folgenden Typs auf: - ein Drosselregler zum Regulieren der der Partikeldosiereinrichtung zugeführten Druckluft, - ein Drosselregler zum Regulieren der Verteilung der Druckluft zwischen der Aufwirbe- lungsdüse und der Förderdüse. Vorteilhaft kann die dem Gesamtsystem zugeführte Druckluft reguliert werden. Dies ist beson- ders von Vorteil, wenn Druckluft von einer gemeinsamen Drucklufteinrichtung über unterschied- lich lange Leitungen mehreren Partikelaustragungssystemen oder mehreren Partikeldosierein- richtungen geliefert wird. Über den Drosselregler zum Regulieren der der Partikeldosiereinrich- tung zugeführten Druckluft kann so der an den unterschiedlichen Partikelaustragungssystemen oder Partikeldosiereinrichtungen anliegende unterschiedlich hohe Luftdruck ausgeglichen werden. Mit dem Drosselregler zum Regulieren der Verteilung der Druckluft zwischen der Aufwirbelungs- düse und der Förderdüse kann die Luftverteilung zwischen der Förderdüse und der Aufwirbe- lungsdüse gesteuert werden. Die Erfindung wird im Folgenden unter Hinweis auf die beigefügten Figuren anhand von Aus- führungsbeispielen noch einmal näher erläutert. Es zeigen: FIG 1 eine schematische Darstellung eines herkömmlichen Partikelaustragungssystems eines Schienenfahrzeugs,
202416423 10 FIG 2 eine perspektivische Schnittdarstellung einer Partikeldosiereinrichtung gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung, FIG 3 eine perspektivische Schnittansicht einer Partikeldosiereinrichtung gemäß einem Aus- führungsbeispiel der Erfindung, FIG 4 eine perspektivische Schnittansicht einer Partikeldosiereinrichtung gemäß einem Aus- führungsbeispiel der Erfindung, FIG 5 eine perspektivische Schnittansicht einer Partikeldosiereinrichtung gemäß einem Aus- führungsbeispiel der Erfindung, FIG 6 eine perspektivische Draufsicht auf eine Partikeldosiereinrichtung gemäß einem Aus- führungsbeispiel der Erfindung, FIG 7 eine perspektivische Schnittansicht einer Partikeldosiereinrichtung gemäß einem Aus- führungsbeispiel der Erfindung mit eingezeichnetem Partikelfluss, FIG 8 eine perspektivische Außenansicht einer Partikeldosiereinrichtung eines Partikel- austragungssystems gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung, FIG 9 eine perspektivische Schnittansicht einer Partikeldosiereinrichtung eines Partikelaus- tragungssystems mit einer Heizpatrone als Heizeinrichtung gemäß einem Ausfüh- rungsbeispiel der Erfindung, FIG 10 eine perspektivische Ansicht einer Partikeldosiereinrichtung gemäß einem alternativen Ausführungsbeispiel der Erfindung, FIG 11 eine Schnittansicht von oben auf die in FIG 10 gezeigte Partikeldosiereinrichtung, FIG 12 eine seitliche Schnittansicht der in FIG 10 und FIG 11 gezeigten Partikeldosierein- richtung, FIG 13 eine seitliche Schnittansicht der in FIG 10 und FIG 11 gezeigten Partikeldosierein- richtung mit einem Drosselregler, welcher zur Regulierung einer Drosseldüse aus- gebildet ist,
202416423 11 FIG 14 eine perspektivische Schnittansicht einer modularen Partikeldosiereinrichtung mit einem Drosselregler, welcher zur Regulierung einer Förderdüse ausgebildet ist, FIG 15 eine Förderdüse, durch die ein Luftstrom in eine spiralförmige Förderkammer fließt, FIG 16 eine Partikelvorratseinrichtung, durch welche Streumittel in Form einer Streumittelsäule zu einer Partikeleintrittsöffnung hin fällt, FIG 17 eine Partikeldosiereinrichtung, in der der Weg der geförderten und ausgeblasenen Partikel durch Pfeile eingezeichnet ist, FIG 18 ein Flussdiagramm, welches ein Verfahren zur Partikelaustragung gemäß einem Aus- führungsbeispiel der Erfindung veranschaulicht, FIG 19 eine schematische Darstellung eines Schienenfahrzeugs gemäß einem Ausführungs- beispiel der Erfindung. In FIG 1 ist eine schematische Darstellung eines herkömmlichen Partikelaustragungssystems 10 eines Schienenfahrzeugs (nicht gezeigt) gezeigt. Das Partikelaustragungssystem 10 umfasst eine Partikelvorratseinrichtung 1, welche zum Beispiel als Sandkasten zur Bevorratung von Sand als zu streuende Partikel, ausgebildet sein kann. Die Partikelvorratseinrichtung 1 ist in FIG 1 im oberen Bildbereich dargestellt. Teil des Partikelaustragungssystems 10 ist auch eine Drucklufteinrichtung 2, mit der, beispiels- weise mit Hilfe eines Kompressors, Druckluft bzw. ein Luftstrom erzeugt wird, der dazu benötigt wird, um zusammen mit den Partikeln der Partikelvorratseinrichtung 1 ein Partikel-Luft-Gemisch zu erzeugen, welches in Form eines Partikel-Luft-Stroms auf eine von einem Schienenfahrzeug zu befahrende Schiene gerichtet wird. Weiterhin umfasst das Partikelaustragungssystem 10 neben der Partikelvorratseinrichtung 1 und der Drucklufteinrichtung 2 eine Partikeldosiereinrichtung 8 (gestrichelt umrandet). Zur Erzeugung dieses Partikel-Luft-Stroms umfasst das Partikelaustragungssystem 10 bzw. um- fasst die Partikeldosiereinrichtung 8 eine Dosiereinheit 3, welche in FIG 1 in der Bildmitte dar- gestellt ist. Mit dieser Dosiereinheit 3 werden die in der Partikelvorratseinrichtung 1 gelagerten Partikel zu einer Fördereinrichtung 4 hin transportiert und dosiert, die ebenfalls Teil der Partikel- dosiereinrichtung 8 des Partikelaustragungssystems 10 ist und in FIG 1 unten im Bild gezeigt
202416423 12 ist. Die Dosiereinheit 3 umfasst eine Aufwirbelungskammer 3.1, durch die sich die in der Par- tikelvorratseinrichtung 1 gelagerten Partikel der Schwerkraft folgend zur Fördereinrichtung 4 hin bewegen. Die Dosiereinheit 3 umfasst auch eine Partikeleintrittsöffnung 3.2.1, welche zwischen der Partikelvorratseinrichtung 1 und der Aufwirbelungskammer 3.1 der Dosiereinheit 3 angeord- net ist, um die in der Partikelvorratseinrichtung 1 bevorrateten Partikel bei Bedarf in die Aufwir- belungskammer 3.1 fallen zu lassen. Ein von der Drucklufteinrichtung 2 (rechts im Bild gezeigt) erzeugter Luftstrom wird über eine Druckluftleitung 5 ebenfalls der Fördereinrichtung 4 (siehe unten im Bild) zugeführt. Ein Mag- netventil 6 wird dazu eingesetzt, die Druckluftleitung 5 von der Fördereinrichtung 4 zu trennen oder die Druckluft für die Fördereinrichtung 4 freizugeben. Die bereits erwähnte Fördereinrichtung 4 umfasst eine Förderdüse 4.2, die die über die Druck- luftleitung 5 gelieferte Druckluft bündelt und kanalisiert. Teil der Partikelfördereinrichtung 8 ist auch eine Mischkammer 9, die den unteren Bereich der Aufwirbelungskammer 3.1 mit einem Mischbereich einer Partikelzuführeinrichtung 11 verbindet, welche ebenfalls Teil der Partikel- fördereinrichtung 8 ist. Fallen Partikel über die Mischkammer 9 in diesen Mischbereich, so wer- den sie von dem aus der Förderdüse 4.2 austretenden Luftstrom in Pfeilrichtung, d.h. in FIG 1 nach links aus einer Partikelzuführeinrichtung 11, die den Ausgang aus der Streueinrichtung 4 bildet, heraus in Richtung eines Rad-Schiene-Spalts geblasen, um auf einer Schiene (nicht gezeigt) zu liegen zu kommen und auf diese Weise die Traktion des Schienenfahrzeugs zu verbessern. Üblicherweise ist das Partikelaustragungssystem 10 direkt am Wagenkasten des Schienenfahr- zeugs (nicht gezeigt) befestigt. Dabei ist insbesondere die Partikelvorratseinrichtung 1 an dem Wagenkasten montiert. Die Drucklufteinrichtung 2 ist häufig im Schienenfahrzeug angeordnet, wobei die Druckluftleitung 5 die in der Drucklufteinrichtung 2 erzeugte Druckluft zu der Förder- einrichtung 4 des Partikelaustragungssystems 10 hin transportiert. Die Fördereinrichtung 4 ist über die Dosiereinheit 3 mit der Partikelvorratseinrichtung 1 fest verbunden und ist vor einem Radsatz hängend positioniert, um das Partikel-Luft-Gemisch in dem Rad-Schiene-Spalt des vorderen Rads des Radsatzes aufzubringen. In FIG 2 ist eine Schnittdarstellung einer Partikeldosiereinrichtung 21 gemäß einem Ausfüh- rungsbeispiel der Erfindung veranschaulicht. Die Partikeldosiereinrichtung 21 weist eine Dosier- einheit 3 (im oberen Abschnitt von FIG 2 gezeigt) und eine Fördereinrichtung 4 (im unteren Ab-
202416423 13 schnitt von FIG 2 gezeigt) auf. Auf der Dosiereinheit 3 ist eine obere druckentlastende Einfüll- platte 3.2 angeordnet, welche eine Partikeleintrittsöffnung 3.2.1 umfasst, durch die Streumittel bzw. Partikel P hindurch von einer Partikelvorratseinrichtung (nicht gezeigt) zu der Dosiereinheit 3 transportierbar ist bzw. sind. Die Dosiereinheit 3 weist eine Aufwirbelungskammer 3.1 mit einer Mehrzahl von Aufwirbelungskanälen 3.3 auf. Die Aufwirbelungskanäle 3.3 dienen dazu, das Streumittel bzw. die Partikel P aufzulockern, dessen bzw. deren Transportgeschwindigkeit zu steuern und dessen bzw. deren Dichte derart zu beeinflussen, dass es bzw. sie von der Fördereinrichtung 4 leichter austragbar ist bzw. sind. Turbulenzen tragen zu einer Reduktion der schwerkraftbedingten Fallgeschwindigkeit des Streumittels bzw. der Partikel P bei. Die Fördereinrichtung 4 umfasst eine steigende und spiralförmige Förderkammer 4.1, welche den Transportweg des Streumittels bzw. der Partikel P verlängert und einen zusätzlichen mecha- nischen Flusswiderstand für die Partikel P erzeugt, so dass der schwerkraftbedingte Fluss der Partikel P auf ein passendes Maß reduziert wird. Die Partikeldosiereinrichtung 21 weist auch eine Mehrzahl von Düsen 3.4, 3.6, 4.2 mit unterschiedlichen Funktionen auf, die in FIG 3 veranschaulicht sind. In FIG 3 ist ebenfalls eine Schnittansicht einer Partikeldosiereinrichtung 21 gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung gezeigt, wobei nun eine andere Schnittebene als in FIG 2 gewählt wurde, so dass nun eine Mehrzahl von Düsen 3.4, 3.6, 4.2 sichtbar werden, die in der Partikeldosiereinrichtung verwendet werden. Die Dosiereinheit 3 der Partikeldosiereinrichtung 21 umfasst eine im Bild links dargestellte Drosseldüse 3.4. Mit der Drosseldüse 3.4 kann der Luftstrom L, welcher dem Gesamtsystem zur Verfügung steht, gesteuert werden. Die Drossel- düse 3.4 ist mit einem Leitungssystem der Dosiereinheit 3 verbunden. Die Dosiereinheit 3 umfasst auch eine Aufwirbelungsdüse 3.6, welche der oberen druckentlastenden Einfüllplatte 3.2 zugewandt angeordnet ist und einen Teil der von der Drosseldüse 3.4 bereitgestellten Luft in einen ringförmigen Druckluftkanal 3.7 bläst und von dort durch die bereits in FIG 2 gezeigten Aufwirbelungskanäle 3.3 bläst, um die von der Dosiereinheit 3 geförderten Partikel aufzulockern und aufzuwirbeln. Auch die Fördereinrichtung 4 weist eine Düse in Form einer Förderdüse 4.2 auf. Die Förderdüse 4.2 dient dazu, das in die spiralförmige Förderkammer 4.1 eingebrachte Streumittel auf den Rad-Schiene-Spalt auszubringen. In FIG 4 ist eine perspektivische Schnittansicht einer Partikeldosiereinrichtung 21 gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung gezeigt. Die von der Druckluftleitung 5 (in der oberen Bildmitte gezeigt) zugeführte Luft L wird sowohl der Aufwirbelungsdüse 3.6 als auch der Förderdüse 4.2 zugeführt. In FIG 4 ist sowohl der durch die Aufwirbelungskanäle 3.3 fließende Luftstrom L durch Pfeile zu erkennen als auch der durch die Förderdüse 4.2 geleitete Luftstrom
202416423 14 L, welcher das in der spiralförmigen Förderkammer 4.1 befindliche Streumittel anbläst und in die Partikelzuführeinrichtung 11 überführt. In FIG 5 ist eine perspektivische Schnittansicht einer Partikeldosiereinrichtung 21 gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung gezeigt. In der in FIG 5 gezeigten Anordnung ist bereits die obere druckentlastende Einfüllplatte 3.2 auf der Dosiereinheit 3 montiert. Es ist auch die Druck- luftleitung 5 sowie der ringförmige Druckluftkanal 3.7, aus dem die Druckluft in die Aufwirbe- lungskanäle 3.3 geleitet wird, zu erkennen. Weitere Details sind die obere druckentlastende Einfüllplatte 3.2 sowie die Aufwirbelungskammer 3.1, durch die die Partikel zu der spiralför- migen Förderkammer 4.1 hin gefördert werden. In FIG 5 ist auch unten rechts im Bild als Teil der Fördereinrichtung 4 eine Förderdüse 4.2 teilweise dargestellt, welche Luft in eine Misch- kammer 9 bläst. In FIG 5 ist auch unten links eine Partikelzuführeinrichtung 11 dargestellt, mit der durch die in die Mischkammer 9 geblasene Luft Partikel in Richtung eines Rad-Schiene- Spalts (nicht gezeigt) ausgeblasen werden. In FIG 6 ist eine perspektivische Draufsicht auf eine Dosiereinheit 3 gezeigt. Die auf der Do- siereinheit 3 montierte druckentlastende Einfüllplatte 3.2 weist einen über die Partikeleintritt- söffnung 3.2.1 hervorstehenden zungenförmigen Vorsprung 3.2.2 auf, welcher eine halbmond- artige Geometrie hat. Durch diese halbmondartige Geometrie des zungenförmigen Vorsprungs 3.2.2 bzw. die zungenförmige Geometrie der druckentlastenden Einfüllplatte 3.2 im Bereich der Partikeleintrittsöffnung 3.2.1 wird der Fluss des Streumittels bzw. der Partikel P umgeleitet und so kanalisiert, dass der Fluss der Partikel wie gewünscht durch die Aufwirbelungskammer 3.1 hindurch in der Förderkammer 4 (siehe FIG 7) ankommt. Dieser Effekt ist in FIG 7 veranschaulicht. Die auf den zungenförmigen Vorsprung 3.2.2 der druckentlastenden Einfüllplatte 3.2 auftreffenden Partikel P werden umgeleitet, so dass der Partikelfluss seitlich bzw. schräg in der Öffnung der Förderkammer 4.1 ankommt. Damit ist sichergestellt, dass der Druck von der Streumittelsäule (abhängig von der Höhe der Partikel- vorratseinrichtung, mit den vertikalen Pfeilen dargestellt) die Kontinuität des Flusses nicht be- einflusst. Eine Verwirbelung wird durch die in FIG 7 dargestellten Aufwirbelungskanäle 3.3 er- reicht. Das durch die spiralförmige Förderkammer 4.1 hindurchfließende Streumittel wird weiter gebremst und verwirbelt und schließlich mit Hilfe der Förderdüse (in FIG 7 nicht gezeigt) ausge- blasen. In FIG 8 ist eine perspektivische Außenansicht einer Partikeldosiereinrichtung 21 gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung veranschaulicht. Es ist der Streumittelfluss bzw. der Fluss
202416423 15 der Partikel P durch die Partikeleintrittsöffnung 3.2.1 der druckentlastenden Einfüllplatte 3.2 der Dosiereinheit 3 der Partikeldosiereinrichtung 21 mit einem Pfeil veranschaulicht. Auch ist in FIG 8 der bereits erwähnte über die Partikeleintrittsöffnung 3.2.1 hervorstehende zungenförmige Vorsprung 3.2.2 zu erkennen. In FIG 9 ist eine perspektivische Schnittansicht einer Partikeldosiereinrichtung 21 gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung gezeigt. Die in FIG 9 gezeigte Partikeldosiereinrichtung 21 bzw. die von der Partikeldosiereinrichtung 21 umfasste Dosiereinheit 3 weist eine Heizpatrone 3.8 auf, mit der die über eine separate und optionale Druckluftleitung 5 zugeführte Druckluft L aufgewärmt wird, bevor sie weiter zur Partikelvorratseinrichtung 1 strömen wird. Durch ein Anwärmen der Druckluft L soll ein Verfestigen des Streumittels aufgrund von niedrigen Temperaturen verhindert werden. In FIG 10 ist eine perspektivische Ansicht einer Partikeldosiereinrichtung 21 gemäß einem al- ternativen Ausführungsbeispiel der Erfindung gezeigt. Anders als bei dem in FIG 2 bis FIG 9 gezeigten Ausführungsbeispiel sind hier die Dosiereinheit und die Fördereinrichtung in einen einzigen Körper integriert. Der Aufbau ist dadurch vereinfacht, allerdings auch weniger modular, so dass die Wartung, die Modifikation und die Reparatur etwas aufwändiger sind. Die Herstel- lung dagegen ist bei dieser Variante vereinfacht. In FIG 11 ist eine Schnittansicht von oben auf die in FIG 10 gezeigte Partikeldosiereinrichtung 21 dargestellt. In FIG 11 ist auch ein Drosselregler 3.5 gezeigt, mit dem der Luftweg zur Dros- seldüse 3.4 reguliert werden kann. In FIG 12 ist eine seitliche Schnittansicht der in FIG 10 und FIG 11 gezeigten Partikeldosier- einrichtung 21 veranschaulicht. Wie in FIG 12 zu erkennen ist, sind die Aufwirbelungskammer 3.1 und die Förderkammer 4.1 miteinander einstückig ausgebildet. Weiterhin ist in FIG 12 gut zu erkennen, wie die Luft L zu der Aufwirbelungsdüse 3.6 (oben rechts im Bild) und der Förder- düse 4.2 (unten rechts im Bild) verteilt wird. Nach unten hin wird die Förderkammer 4.1 durch einen Wartungsdeckel 22 abgeschlossen. Der Wartungsdeckel 22 kann zur Wartung entfernt werden. Nach oben hin ist die Partikeldosiereinrichtung 21 durch eine druckentlastende Ein- füllplatte 3.2 abgedeckt. In FIG 12 sind auch die Aufwirbelungskanäle 3.3 der Aufwirbelungs- kammer 3.1 zu erkennen. In FIG 13 ist ein Abschnitt einer Partikeldosiereinrichtung 21 mit einem Drosselregler 3.5 für eine Drosseldüse 3.4 dargestellt, welche dazu dient, den Luftfluss für die Förderdüse 4.2 und
202416423 16 auch die Aufwirbelungsdüse 3.6 regulieren. In FIG 13 sind auch beide Richtungen R mit einem Doppelpfeil eingezeichnet, in die der Drosselregler 3.5 bewegt werden kann, um den Quer- schnitt der Zuleitung für die Drosseldüse 3.4 zu regeln und so die Luftmenge zu variieren, die in die Drosseldüse 3.4 gelangt. In FIG 14 ist eine perspektivische Schnittansicht einer modularen Partikeldosiereinrichtung 21, wie sie in FIG 2 bis FIG 9 bereits dargestellt wurde, gezeigt. Die in FIG 14 gezeigte Besonder- heit bezieht sich auf einen Drosselregler 4.3, welcher durch Hineindrehen oder Herausdrehen die durch die Förderdüse 4.2 hindurchgeführte Luftmenge regulieren kann. In FIG 14 sind auch beide Richtungen R mit einem Doppelpfeil eingezeichnet, in die der Drosselregler 4.3 bewegt werden kann, um den Querschnitt der Zuleitung für die Förderdüse 4.2 zu regeln und so die Luftmenge zu variieren, die in die Förderdüse gelangt. In FIG 15 ist eine Förderdüse 4.2 gezeigt, durch die ein Luftstrom in eine spiralförmige Förder- kammer 4.1 (siehe FIG 14) fließt. Die Förderdüse 4.2 weist eine Mehrzahl von Strömungska- nälen auf, durch die Druckluft in die spiralförmige Förderkammer 4.1 fließt. In FIG 16 ist eine Partikelvorratseinrichtung 1 veranschaulicht, durch welche Streumittel in Form einer Streumittelsäule 23 zu einer Partikeleintrittsöffnung 3.2.1 hin fällt. In FIG 16 ist auch der Weg der geförderten und ausgeblasenen Partikel durch Pfeile eingezeichnet und es sind Tot- zonen TZ, in die keine Partikel fallen, veranschaulicht. In FIG 17 ist eine Partikeldosiereinrichtung 21 veranschaulicht. Die Partikel fallen zunächst durch eine Partikeleintrittsöffnung 3.2.1 in eine Dosiereinheit 3 und insbesondere in eine Aufwir- belungskammer 3.1, werden über die Aufwirbelungskanäle 3.3 aufgewirbelt und über die spiral- förmige Förderkammer 4.1 in die Mischkammer 9 transportiert. Dort werden sie von der Förder- düse 4.2 in Richtung der Partikelzuführeinrichtung 11 geblasen. In FIG 18 ist ein Flussdiagramm 1800 dargestellt, welches ein Verfahren zur Partikelaustragung gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung veranschaulicht. Bei dem Schritt 18.I werden auszutragende Partikel P in einer Partikelvorratseinrichtung 1 auf- bewahrt und einer Partikeldosiereinrichtung 21 zugeführt. Bei dem Schritt 18.II wird der Luftverbrauch durch eine Drosseldüse 3.4 der Partikeldosier- einrichtung 21, welche mit einer Drucklufteinrichtung 2 verbunden ist, eingestellt.
202416423 17 Bei dem Schritt 18.III wird die Luft L zwischen einer Aufwirbelungsdüse 3.6 und einer Förderdüse 4.2 der Partikeldosiereinrichtung 21 verteilt. Bei dem Schritt 18.IV wird die Aufwirbelungsdüse 3.6 aktiviert. Damit wird der ringförmige Druckluftkanal 3.7 befüllt und es werden die Aufwirbelungskanäle 3.3 der Partikeldosier- einrichtung 21 aktiviert. Auf diese Weise wird auch ein leichter Überdruck ÜB in der Partikelvorratseinrichtung 1 erzeugt und die Partikel P in der Aufwirbelungskammer 3.1 werden allseitig aufgelockert und aufgewirbelt. Bei dem Schritt 18.V wir die Förderdüse 4.2 aktiviert. Damit wird Unterdruck UN in einer spiralförmigen Förderkammer 4.1 und einer Mischkammer 9 der Partikeldosiereinrichtung 21 erzeugt. Die Schritte 18.IV und 18.V erfolgen gleichzeitig bzw. parallel zueinander nach Schritt 18.III. Bei dem Schritt 18.VI werden die Partikel P mittels eines Druckunterschieds ΔD von der Aufwirbelungskammer 3.1 über die steigenden Windungen der spiralförmigen Förderkammer 4.1 und bis in die Mischkammer 9 transportiert und dosiert. Die auszutragenden Partikel P werden dann bei dem Schritt 18.VII durch einen Luftstrom L der Förderdüse 4.2 von der Mischkammer 9 über eine Partikelzuführeinrichtung 11 auf einen Rad- Schiene-Spalt bzw. eine befahrene Schiene SC aufgebracht. In FIG 19 ist ein Schienenfahrzeug 190 gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung veranschaulicht. Das Schienenfahrzeug 190 umfasst ein Partikelaustragungssystem 20 mit der in FIG 2 bis FIG 9 gezeigten Partikeldosiereinrichtung 21. Das Partikelaustragungssystem 20 trägt Streumittel durch einen Sandschlauch S auf eine von dem Schienenfahrzeug 190 befahrene Schiene SC aus. Es wird abschließend noch einmal darauf hingewiesen, dass es sich bei den vorbeschriebenen Verfahren und Vorrichtungen lediglich um bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung handelt und dass die Erfindung vom Fachmann variiert werden kann, ohne den Bereich der Erfindung zu verlassen, soweit er durch die Ansprüche vorgegeben ist. Es wird der Vollständigkeit halber auch darauf hingewiesen, dass die Verwendung der unbestimmten Artikel
202416423 18 „ein“ bzw. „eine“ nicht ausschließt, dass die betreffenden Merkmale auch mehrfach vorhanden sein können. Unabhängig vom grammatikalischen Geschlecht eines bestimmten Begriffes sind Personen mit männlicher, weiblicher oder anderer Geschlechteridentität mit umfasst.
202416423 19 Bezugszeichenliste 1 Partikelvorratseinrichtung 2 Drucklufteinrichtung 3 Dosiereinheit 3.1 Aufwirbelungskammer 3.2 druckentlastende Einfüllplatte 3.2.1 Partikeleintrittsöffnung / Sandeintrittsöffnung 3.2.2 zungenförmiger Vorsprung 3.3 Aufwirbelungskanäle 3.4 Drosseldüse 3.5 Drosselregler für Drosseldüse 3.6 Aufwirbelungsdüse 3.7 ringförmiger Druckluftkanal 3.8 Heizpatrone / Heizung 4 Fördereinrichtung 4.1 spiralförmige Förderkammer 4.2 Förderdüse 4.3 Drosselregler, welcher durch Hineindrehen oder Herausdrehen die durch die Förderdüse hindurchgeführte Luftmenge regulieren kann 5 Druckluftleitung 6 Magnetventil 8 herkömmliche Partikeldosiereinrichtung 9 Mischkammer 10 herkömmliches Partikelaustragungssystem 11 Partikelzuführeinrichtung 20 Partikelaustragungssystem 21 Partikeldosiereinrichtung gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung 22 Wartungsdeckel 23 Streumittelsäule 190 Schienenfahrzeug 1800 Flussdiagramm L Luftstrom / Druckluft / Luft P Partikel R Richtung S Sandschlauch SC Schiene TZ tote Zone
202416423 20 ÜB Überdruck UN Unterdruck ΔD Druckunterschied