Verfahren zum Herstellen eines optischen Elements, sowie optisches Element und Beschichtunqsanlaqe
Die vorliegende Anmeldung beansprucht die Priorität der Deutschen Patentanmeldung DE 10 2023 205 340.3, angemeldet am 7. Juni 2023. Der Inhalt dieser DE-Anmeldung wird durch Bezugnahme („incorporation by reference“) mit in den vorliegenden Anmeldungstext aufgenommen.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines optischen Elements, insbesondere für die Mikrolithographie, sowie ein optisches Element, eine Beschichtungsanlage und eine mikrolithographische Projektionsbelichtungsanlage.
Stand der Technik
Mikrolithographie wird zur Herstellung mikrostrukturierter Bauelemente, wie beispielsweise integrierter Schaltkreise oder LCD’s, angewendet. Der Mikrolitho- graphieprozess wird in einer sogenannten Projektionsbelichtungsanlage durchgeführt, welche eine Beleuchtungseinrichtung und ein Projektionsobjektiv aufweist. Das Bild einer mittels der Beleuchtungseinrichtung beleuchteten Maske (= Retikel) wird hierbei mittels des Projektionsobjektivs auf ein mit einer lichtempfindlichen Schicht (Photoresist) beschichtetes und in der Bildebene des Projektionsobjektivs angeordnetes Substrat (z.B. ein Siliziumwafer) projiziert,
um die Maskenstruktur auf die lichtempfindliche Beschichtung des Substrats zu übertragen.
In für den EUV-Bereich ausgelegten Projektionsobjektiven, z.B. bei Wellenlängen von z.B. etwa 13 nm, etwa 11 nm, etwa 7 nm oder etwa 4 nm, werden mangels Verfügbarkeit geeigneter lichtdurchlässiger refraktiver Materialien Spiegel als optische Komponenten für den Abbildungsprozess verwendet.
In der Beleuchtungseinrichtung einer für den Betrieb im EUV ausgelegten mikrolithographischen Projektionsbelichtungsanlage, aber auch in für den Betrieb bei Wellenlängen im DUV-Bereich (z.B. bei Wellenlängen von ca. 248 nm oder ca. 193 nm) ausgelegten mikrolithographischen Projektionsbelichtungsanlagen, ist der Einsatz von aus einer Mehrzahl von Einzelspiegeln aufgebauten Spiegelanordnungen (z.B. in Form von Facettenspiegeln oder Pupillenfacettenspiegeln) zur flexiblen Einstellung unterschiedlicher Beleuchtungswinkelverteilungen bekannt. Diese Einzelspiegel können jeweils über Festkörpergelenke unabhängig voneinander einstellbar bzw. kippbar ausgelegt sein und ihrerseits als Blöcke aus einzelnen Mikrospiegeln in Form mikroelektromechanischer Systeme (sogenannter „MEMS-Spiegel“) aufgebaut sein.
Zur Herstellung der spiegelnden Beschichtung werden beispielsweise Anlagen verwendet, in denen Magnetron-Sputtern zum Einsatz kommt. Dabei wird das jeweilige Spiegelsubstrat (hierunter wird der Träger für die im Beschichtungsverfahren aufzubringende Schicht bzw. das aufzubringende Schichtsystem verstanden) über die den jeweiligen Targets (denen ein entsprechendes Beschichtungsmaterial zugeordnet ist) zugewandten Beschichtungspositionen geführt. Eine Einstellung vorgegebener Schichtdickenprofile kann in dem Fachmann grundsätzlich bekannter Weise über eine Änderung der Geschwindigkeit, eine Änderung der Leistung oder durch eine Verwendung geeigneter Blenden erfolgen. In einer Beschichtungsanlage, in der das Material über Elektronenstrahl-Verdampfen auf das Spiegelsubstrat aufgebracht wird, kann entsprechend die Einstellung vorgegebener Schichtdickenprofile über eine Verwendung geeigneter Blenden erfolgen. Ein azimutal verlaufendes Dickenprofil kann auch
in einer Beschichtungsanlage, in der das Material über Elektronenstrahl-Verdampfen auf das Spiegelsubstrat aufgebracht wird, eingestellt werden: Hierbei werden (Rotations-)Geschwindigkeits-Profile mit einer Maske kombiniert, analog kann auch die Rate variiert werden.
In der Praxis besteht - insbesondere im Zuge der fortschreitenden Entwicklung zu Systemen mit höheren numerischen Aperturen (NA) sowie zur Bereitstellung ausreichender Pupillenfüllgrade - der Bedarf, die Bereitstellung von Zonen unterschiedlicher Schichtdicke und/oder unterschiedlicher Schichtzusammensetzung auch mit vergleichsweise geringen Zonengrößen zu realisieren, mit anderen Worten also bei der Spiegelherstellung die Kontrolle des Schichtdickenverlaufs bzw. der Schichtzusammensetzung mit entsprechend geringer Ortswellenlänge durchführen zu können. Dies ist insbesondere in Szenarien von Bedeutung, in denen auch bei signifikanter Variation des Einfallswinkels der auf den betreffenden Spiegel bzw. die Spiegelanordnung im Betrieb des optischen Systems auftreffenden elektromagnetischen Strahlung eine hohe Gesamttransmission sowie Uniformität des optischen Systems gewährleistet werden soll.
Die gezielte Kontrolle von Schichtdickenverlauf und -Zusammensetzung ist somit von großer Bedeutung, um die Reflektivität und letztlich die Gesamtperformance des optischen Systems zu verbessern.
Zum Stand der Technik wird lediglich beispielhaft auf DE 10 2016 201 564 A1 , DE 10 2015 225 535 A1 , DE 10 2015 217 603 A1 , DE 10 2012 215 359 A1 , DE 10 2012 204 833 A1 , WO 2022/008102 A1 und US 10,423,073 B2 verwiesen.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Vor dem obigen Hintergrund ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Herstellen eines optischen Elements sowie ein optisches Element und eine Beschichtungsanlage bereitzustellen, welche eine
Realisierung von Zonen unterschiedlicher Schichtdicke und/oder Schichtzusammensetzung auch bei vergleichsweise geringen Zonengrößen ermöglichen.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der nebengeordneten Patentansprüche gelöst.
Die Erfindung betrifft insbesondere ein Verfahren zum Herstellen eines optischen Elements, insbesondere für die Mikrolithographie, in einem in einer Beschichtungsanlage durchgeführten Beschichtungsprozess, wobei wenigstens einem Substrat Beschichtungsmaterial von wenigstens einer Quelle zur Deposition jeweils eines Schichtsystems auf dem Substrat zugeführt wird; und wobei durch gezieltes ortsaufgelöstes Selektieren und/oder Behandeln des deponierten Beschichtungsmaterials und/oder des Substrats eine Mehrzahl von lateral in wenigstens einer vorgegebenen Richtung einander benachbarten Zonen mit jeweils definiertem Schichtdickenverlauf und definierter Schichtzusammensetzung ausgebildet wird, wobei diese Zonen sich in ihrem Schichtdickenverlauf und/oder ihrer Schichtzusammensetzung voneinander unterscheiden; wobei die mittlere Abmessung der Zonen in der vorgegebenen Richtung jeweils im Bereich von 0.1 mm bis 2 cm liegt; wobei das optische Element ein Spiegel-Array mit einer Mehrzahl von Spiegelelementen ist; und wobei für unterschiedliche Substrate dieses Spiegel-Arrays voneinander verschiedene Schichtdickenverläufe und/oder Schichtzusammensetzungen des jeweils deponierten Schichtsystems erzeugt werden.
Die Formulierung „Selektieren des deponierten Beschichtungsmaterials“ ist dabei im Sinne der vorliegenden Anmeldung so zu verstehen, dass dieses Selektieren je nach Ausführungsform und wie im Weiteren beschrieben
alternativ vor, während oder nach dem Deponieren des Beschichtungsmaterials auf dem Substrat erfolgen kann.
Von der Formulierung „definierter Schichtdickenverlauf“ soll dabei im Sinne der vorliegenden Anmeldung auch ein konstanter Schichtdickenverlauf mit umfasst sein.
Gemäß einem weiteren Aspekt umfasst die Offenbarung auch ein Verfahren zum Herstellen eines optischen Elements, insbesondere für die Mikrolithographie, in einem in einer Beschichtungsanlage durchgeführten Beschichtungsprozess, wobei wenigstens einem Substrat Beschichtungsmaterial von wenigstens einer Quelle zur Deposition jeweils eines Schichtsystems auf dem Substrat zugeführt wird, und wobei durch gezieltes ortsaufgelöstes Selektieren und/oder Behandeln des deponierten Beschichtungsmaterials und/oder des Substrats eine Mehrzahl von lateral in wenigstens einer vorgegebenen Richtung einander benachbarten Zonen mit jeweils definiertem Schichtdickenverlauf und definierter Schichtzusammensetzung ausgebildet wird, wobei diese Zonen sich in ihrem Schichtdickenverlauf und/oder ihrer Schichtzusammensetzung voneinander unterscheiden, wobei die mittlere Abmessung der Zonen in der vorgegebenen Richtung jeweils im Bereich von 0.1 mm bis 2 cm liegt. Hierbei kann es sich bei dem optischen Element um eine Spiegelanordnung, insbesondere um ein Spiegel-Array mit einer Mehrzahl von (gegebenenfalls auch unabhängig voneinander verstellbaren) Spiegelelementen oder auch um einen Einzelspiegel handeln. Ferner kann es sich gemäß einem Aspekt der Offenbarung bei dem optischen Element auch um eine Linse handeln, wobei die Deposition des Schichtsystems z.B. zur Ausbildung einer Antireflexschicht (AR-Schicht) erfolgen kann.
Die Variation des Schichtdickenverlaufs und/oder der Schichtzusammensetzung eines Schichtsystems kann auf ein- und demselben Substrat oder auch über eine Mehrzahl von Substraten hinweg realisiert werden. Dabei kann im Falle der erfindungsgemäßen Anwendung auf die Herstellung eines Spiegel-Arrays die
Mehrzahl von (Spiegel-)Substraten insbesondere auch in einem gemeinsamen Modul vorgesehen bzw. zusammengebaut sein.
Im Falle der erfindungsgemäßen Anwendung auf die Herstellung eines Spiegel- Arrays kann die Erzeugung von Zonen, welche sich im Schichtdickenverlauf und/oder in ihrer Schichtzusammensetzung voneinander unterscheiden, bzw. entsprechender Zonengrenzen zwischen einander benachbarten Zonen auch innerhalb ein- und desselben Spiegelelements (und nicht nur an den jeweiligen Grenzen benachbarter Spiegelelemente) erfolgen. Mit anderen Worten sind erfindungsgemäß insbesondere auch Spiegel-Arrays herstellbar, bei denen die jeweiligen Grenzen zwischen Zonen unterschiedlicher Schichtdicken bzw. Schichtzusammensetzungen nicht den Grenzen zwischen benachbarten Spiegelelementen entsprechen.
Das Schichtsystem kann insbesondere ein Reflexionsschichtsystem, z.B. ein Mehrfachschichtsystem aus alternierend angeordneten Molybdän (Mo)- sowie Silizium (Si)-Schichten eines für den Betrieb unter senkrechtem Einfall ausgelegten (Nl-)Spiegels (Nl= „normal incidence“) oder auch eine Einzelschicht aus z.B. Ruthenium (Ru) eines für den Betrieb unter streifendem Einfall ausgelegten (Gl-)Spiegels (Gl= „grazing incidence“), sowie gegebenenfalls auch weitere Funktionsschichten umfassen. Dabei sind die vorstehend genannten Schichtmaterialien Molybdän (Mo)/Silizium (Si) bzw. Ruthenium (Ru) jeweils zum Einsatz bei einer Arbeitswellenlänge von etwa 13 nm geeignet, wobei für andere Arbeitswellenlängen andere Schichtmaterialien (z.B. Molybdän (Mo)/(Bor (B) für eine Arbeitswellenlänge von etwa 1 1 nm und Lanthan (La)/Bor (B) für eine Arbeitswellenlänge von etwa 7 nm) geeignet sind.
Der Erfindung liegt insbesondere das Konzept zugrunde, beim Herstellen eines optischen Elements wie insbesondere einer Spiegelanordnung Zonen unterschiedlicher Schichtdicke und/oder unterschiedlicher Schichtzusammensetzung bei vergleichsweise geringen Zonengrößen bzw. Ortswellenlängen im Bereich von 0.1 mm bis 2 cm zu realisieren, indem bei der Deposition eines Schichtsystems auf einem oder mehreren Substraten durch Zufuhr von Beschichtungs-
material von wenigstens einer Quelle ein gezieltes ortsaufgelöstes Selektieren und/oder Behandeln des deponierten Beschichtungsmaterials und/oder des Substrats durchgeführt wird.
Das Selektieren wiederum kann erfindungsgemäß in unterschiedlicher Weise erfolgen, wozu im Weiteren noch unterschiedliche Ausführungsformen beschrieben werden. Des Weiteren beinhalten einige Ausführungsformen wenigstens einen auf einer Skala von vergleichsweise niedrigen Ortswellenlängen gezielt lokal wirkenden selektiven Behandlungsschritt, mit welchem die Bereitstellung von Zonen unterschiedlicher Schichtdicke und/oder unterschiedlicher Schichtzusammensetzung mit den o.g. vergleichsweise geringen Zonengrößen im Bereich von 0.1 mm bis 2 cm sowie auch mit vergleichsweise scharfen Übergängen realisiert werden kann. Das Behandeln kann lediglich beispielhaft ein Dotieren, eine Oberflächenmodifikation, ein Passivieren, ein Tempern oder auch ein lichtinduziertes Ätzen umfassen.
Gemäß einer Ausführungsform besitzt eine Übergangszone zwischen einander benachbarten Zonen eine maximale Breite von 1 mm.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist eine Übergangszone zwischen einander benachbarten Zonen einen vorgegebenen monotonen Verlauf einer die Ortsabhängigkeit der Schichtdicke und/oder der Schichtzusammensetzung beschreibenden Funktion auf. Dabei kann die Breite dieser Übergangszone insbesondere im Bereich von 0.1 mm bis 2 cm liegen. In dieser Ausgestaltung kann ein allmählicher, gegebenenfalls auch kontinuierlicher oder quasi-kontinuierlicher Übergang zwischen den zuvor genannten Zonen bereitgestellt werden; dabei kann die besagte, die Schichtzusammensetzung beschreibende Funktion beispielsweise das Verhältnis zwischen zwei Schichtmaterialien beschreiben.
Gemäß einer Ausführungsform wird auf ein- und demselben Substrat eine Mehrzahl von Zonen mit jeweils definiertem Schichtdickenverlauf und definierter Schichtzusammensetzung, welche sich im Schichtdickenverlauf und/oder in ihrer Schichtzusammensetzung voneinander unterscheiden, erzeugt.
Gemäß einer Ausführungsform umfasst das Selektieren des Beschichtungsmaterials ein partielles Ausblenden und/oder ein partielles Ablenken von Beschichtungsmaterial derart, dass dieses Beschichtungsmaterial nicht zur Deposition des Schichtsystems auf dem wenigstens einen Substrat beiträgt.
Gemäß einer Ausführungsform erfolgt dieses partielle Ausblenden von Beschichtungsmaterial über wenigstens eine Maske, welche während der Durchführung des Beschichtungsprozesses in einem definierten Abstand von wenigstens einem Substrat angeordnet ist.
Gemäß einer Ausführungsform liegt dieser definierte Abstand im Bereich von 0.1 mm bis 2 cm.
Gemäß einer Ausführungsform umfasst das Selektieren des Beschichtungsmaterials ein partielles elektrisches Aufladen des wenigstens einen Substrats.
Gemäß einer Ausführungsform erfolgt das partielle Ausblenden von Beschichtungsmaterial über einen Schutzlack, mit welchem das wenigstens eine Substrat vor Durchführung des Beschichtungsprozesses behandelt wird.
Gemäß einer Ausführungsform umfasst das Behandeln des deponierten Beschichtungsmaterials und/oder des Substrats ein partielles Tempern des wenigstens einen Substrats nach Durchführung des Beschichtungsprozesses.
Gemäß einer Ausführungsform ist das optische Element für eine Arbeitswellenlänge von weniger als 400 nm, insbesondere weniger als 250 nm, weiter insbesondere weniger als 200 nm, ausgelegt.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist das optische Element für eine Arbeitswellenlänge von weniger als 30 nm, insbesondere weniger als 15 nm, ausgelegt. Insbesondere kann das optische Element für Wellenlängen von z.B. etwa 13 nm, etwa 1 1 nm, etwa 7 nm oder etwa 4 nm ausgelegt sein.
Gemäß einer Ausführungsform umfasst das ortsaufgelöste Selektieren und/oder Behandeln des deponierten Beschichtungsmaterials ein Abtragen von Beschichtungsmaterial.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst das ortsaufgelöste Selektieren und/oder Behandeln des deponierten Beschichtungsmaterials ein Implantieren von Material.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst das ortsaufgelöste Selektieren und/oder Behandeln des deponierten Beschichtungsmaterials und/oder des Substrats ein Verändern des Substrats und/oder der Substratoberfläche und/oder eines zuvor deponierten Materials.
Die Erfindung betrifft weiter ein optisches Element, insbesondere für die Mikrolithographie, welches mit einem Verfahren mit den vorstehend beschriebenen Merkmalen hergestellt ist.
Die Erfindung betrifft weiter auch eine Beschichtungsanlage zum Herstellen eines optischen Elements, insbesondere für die Mikrolithographie, mit einer Prozesskammer zur Aufnahme wenigstens eines Substrats, wenigstens einer Quelle zur Bereitstellung von Beschichtungsmaterial und wenigstens einer Antriebseinheit zur Durchführung einer Relativbewegung von Quelle und Substrat, wobei die Beschichtungsanlage zur Durchführung eines Verfahrens mit den vorstehend beschriebenen Merkmalen ausgestaltet ist.
Die Erfindung betrifft weiter auch eine mikrolithographische Projektionsbelichtungsanlage mit einer Beleuchtungseinrichtung und einem Projektionsobjektiv, wobei die Beleuchtungseinrichtung im Betrieb der Projektionsbelichtungsanlage eine in einer Objektebene des Projektionsobjektivs befindliche Maske beleuchtet und das Projektionsobjektiv Strukturen auf dieser Maske auf eine in einer Bildebene des Projektionsobjektivs befindliche lichtempfindliche Schicht abbildet, wobei die Projektionsbelichtungsanlage wenigstens ein optisches Element
aufweist, welches mit einem Verfahren mit den vorstehend beschriebenen Merkmalen hergestellt ist.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind der Beschreibung sowie den Unteransprüchen zu entnehmen.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von in den beigefügten Abbildungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Es zeigen:
Figuren 1 a-2d schematische Darstellungen zur Veranschaulichung des erfindungsgemäßen Konzepts;
Figuren 3a-4f schematische Darstellungen zur Erläuterung möglicher Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen Verfahrens unter Verwendung einer Maske, welche während der Durchführung des Beschichtungsprozesses in einem definierten Abstand von dem Spiegelsubstrat angeordnet ist;
Figuren 5a-5c schematische Darstellungen zur Erläuterung einer möglichen Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens mit partiellem Tempern des Spiegelsubstrats nach Durchführung des Beschichtungsprozesses;
Figuren 6a-7b schematische Darstellungen zur Erläuterung einer möglichen Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens, bei welchem das Selektieren des Beschichtungsmaterials ein partielles elektrisches Aufladen des Spiegelsubstrats umfasst;
Figuren 8a-8g schematische Darstellungen zur Erläuterung möglicher Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen Verfahrens, bei welchem ein partielles Ausblenden von Beschichtungsmaterial über einen Schutzlack erfolgt, mit welchem das Spiegelsubstrat vor Durchführung des Beschichtungsprozesses behandelt wird;
Figur 9 eine schematische Darstellung eines prinzipiellen möglichen
Aufbaus einer erfindungsgemäßen Beschichtungsanlage;
Figuren 10a-10d schematische Darstellungen zur Erläuterung grundsätzlich möglicher Anwendungsszenarien der Erfindung;
Figuren 1 1 a-11 f schematische Darstellungen zur Veranschaulichung einer möglichen Anwendung auf eine Schichtdickenvariation innerhalb des optisch wirksamen Teils bzw. Schichtsystems eines Spiegels bzw. einer Spiegelanordnung;
Figur 12 ein Diagramm zur Darstellung des wellenlängenabhängigen Reflektivitätsverlaufs für das Ausführungsbeispiel von Fig. 1 1 a-11 f;
Figuren 13a-13f schematische Darstellungen zur Veranschaulichung einer möglichen Anwendung auf eine Schichtdickenvariation innerhalb des optisch wirksamen Teils bzw. Schichtsystems eines Spiegels bzw. einer Spiegelanordnung in einer weiteren Ausführungsform;
Figur 14 ein Diagramm zur Darstellung des wellenlängenabhängigen Reflektivitätsverlaufs für das Ausführungsbeispiel von Fig. 13a-13f; und
Figur 15 eine schematische Darstellung einer für den Betrieb im EUV
ausgelegten Projektionsbelichtungsanlage.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
Im Weiteren wird davon ausgegangen, dass bei der Herstellung einer Spiegelanordnung (die für den Betrieb im EUV- oder auch für den DUV-Wellenlängen- bereich ausgelegt sein kann) mit z.B. einer Magnetron-Beschichtungsanlage oder einer Elektronenstrahl-Beschichtungsanlage ein gewünschter Schichtdickenverlauf und/oder eine gewünschte Schichtzusammensetzung des Schichtsystems (einschließlich Reflexionsschichtsystem sowie etwaigen Funktionsschichten) variiert werden soll. Im Folgenden werden beispielhafte Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen Verfahrens unter Bezugnahme auf die schematischen Diagramme von Fig. 1 a-8g erläutert.
Dabei wird erfindungsgemäß auf die Anwendung des Verfahrens auf das Herstellen einer Spiegelanordnung Bezug genommen.
Die Offenbarung ist jedoch nicht hierauf beschränkt, so dass es sich bei dem hergestellten optischen Element auch z.B. um einen Einzelspiegel oder um eine Linse handeln kann, wobei die Deposition des Schichtsystems z.B. zur Ausbildung einer Antireflexschicht (AR-Schicht) erfolgen kann.
Den im Weiteren beschriebenen Ausführungsformen ist gemeinsam, dass beim Herstellen einer Spiegelanordnung in einem in einer Beschichtungsanlage durchgeführten Beschichtungsprozess, bei welchem wenigstens einem Substrat Beschichtungsmaterial von wenigstens einer Quelle zur Deposition jeweils eines Schichtsystems auf dem Substrat zugeführt wird, der Schichtdickenverlauf und/oder die Schichtzusammensetzung eines Schichtsystems durch gezieltes ortsaufgelöstes Selektieren und/oder Behandeln des Beschichtungsmaterials und/oder des Substrats variiert werden, so dass lateral in wenigstens einer vorgegebenen Richtung einander benachbarte Zonen mit jeweils definiertem
Schichtdickenverlauf und definierter Schichtzusammensetzung ausgebildet werden, wobei diese Zonen sich in ihrem Schichtdickenverlauf und/oder ihrer Schichtzusammensetzung voneinander unterscheiden, wobei die mittlere Abmessung der Zonen in der vorgegebenen Richtung jeweils im Bereich von 0.1 mm bis 2 cm liegt .
Dabei können Schichtdickenverlauf und/oder Schichtzusammensetzung in solcher Weise eingestellt werden, dass in den betreffenden Zonen die Reflekti- vität zur gezielten Einstellung des Reflexionsgrades bei der jeweiligen Arbeitswellenlänge (z.B. für EUV-Strahlung) jeweils teilweise unterdrückt bzw. abgeschwächt wird oder dass die betreffende Zone sogar bei der jeweiligen Arbeitswellenlänge absorbierend wirkt.
Das erfindungsgemäße ortsaufgelöste Selektieren des Beschichtungsmaterials kann dabei wie im Weiteren beschrieben in unterschiedlicher Weise erfolgen, wobei diese Ausführungsformen auch in geeigneter Weise miteinander kombiniert werden können. Insbesondere kann das erfindungsgemäße ortsaufgelöste Selektieren des Beschichtungsmaterials ein partielles Ablenken von Beschichtungsmaterial (mit der Folge, dass dieses Beschichtungsmaterial nicht mehr zur Deposition des Schichtsystems auf dem Spiegelsubstrat beiträgt) oder auch ein partielles Ausblenden von Beschichtungsmaterial (z.B. über einen Schutzlack, mit welchem das Spiegelsubstrat vor Durchführung des Beschichtungsprozesses behandelt wird, oder über eine Maske, welche während der Durchführung des Beschichtungsprozesses in einem definierten Abstand von dem Spiegelsubstrat angeordnet wird) umfassen.
Fig. 1 a-2d zeigen zunächst schematische Darstellungen zur Veranschaulichung des erfindungsgemäßen Konzepts.
Dabei werden erfindungsgemäß auf einem in Fig. 1 a mit „101“ bezeichneten Spiegelsubstrat z.B. gemäß Fig. 1 b voneinander separierte Zonen 1 1 1 , 1 12 unterschiedlicher Schichtdicke und/oder unterschiedlicher Schichtzusammensetzung ausgebildet, welche durch eine mit „1 13“ bezeichnete Übergangszone
voneinander getrennt sind (wobei die Breite der Übergangszone z.B. weniger als 1 mm betragen kann. Vorzugsweise ist somit die als Zonengrenze dienende Übergangszone 1 13 (in welcher die Schichteigenschaften im Wesentlichen Undefiniert sind) auf einen vergleichsweise schmalen Bereich mit einer Breite von weniger als 1 mm begrenzt.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist eine Übergangszone zwischen einander benachbarten Zonen einen vorgegebenen monotonen Verlauf einer die Ortsabhängigkeit der Schichtdicke und/oder der Schichtzusammensetzung beschreibenden Funktion auf. Dabei kann die Breite dieser Übergangszone insbesondere im Bereich von 0.1 mm bis 2 cm liegen. Wie in Fig. 1 c angedeutet kann auf dem Spiegelsubstrat zwischen Zonen 121 , 122 auch eine Übergangszone 123 realisiert werden, welche einen Gradientenverlauf mit sukzessiver Variation von Schichtdicke und/oder Schichtzusammensetzung aufweist.
Fig. 2a-2d zeigen schematische Darstellungen zur Veranschaulichung einer Anwendung der Erfindung auf ein Spiegelarray, welches wiederum Blöcke aus einzelnen Mikrospiegeln in Form mikroelektromechanischer Systeme (= „MEMS-Spiegel“) aufweisen kann. In Fig. 2a-2d ist dabei jeweils schematisch ein solcher Block dargestellt und mit „200“ bis „230“ bezeichnet, wobei die jeweiligen Zonengrenzen zwischen den erfindungsgemäß erzeugten Zonen unterschiedlicher Schichtdicke und/oder unterschiedlicher Schichtzusammensetzung zwischen benachbarten MEMS-Spiegeln (siehe Fig. 2c) oder auch innerhalb der MEMS-Spiegel (siehe Fig. 2b und Fig. 2d) verlaufen können.
Fig. 3a-3f und Fig. 4a-4f zeigen jeweils schematische Darstellungen zur Erläuterung möglicher Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens unter Verwendung einer Maske, welche während der Durchführung des Beschichtungsprozesses in einem definierten Abstand vom Spiegelsubstrat angeordnet ist. Gemäß Fig. 3a (= Draufsicht) und Fig. 3b (= Seitenansicht) wird in einem ersten Beschichtungsdurchgang oberhalb eines Spiegelsubstrats 300 eine Maske 301 a platziert und das Spiegelsubstrat 300 nur in dem nicht von der Maske 301 abgedeckten Bereich mit einem Schichtsystem 302 beschichtet. In
einem nachfolgenden zweiten Beschichtungsdurchgang wird eine Maske 301 b oberhalb des zuvor partiell beschichteten Spiegelsubstrats 300 platziert, so dass ein Schichtsystem 303 nun in dem durch diese Maske 301 b nicht abgedeckten Bereich deponiert wird. Fig. 3e (= Draufsicht) und Fig. 3f (= Seitenansicht) zeigen schematisch das Ergebnis des Beschichtungsprozesses in Form zweier benachbarter Zonen entsprechend den im ersten bzw. zweiten Beschichtungsdurchgang deponierten Schichtsystemen 302, 303.
Das in Fig. 4a-4f schematisch in analoger Weise veranschaulichte Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von demjenigen aus Fig. 3a-3f dadurch, dass der erste Beschichtungsdurchgang gemäß Fig. 4a-4b noch ohne Verwendung einer Maske und somit vollflächig über dem Spiegelsubstrat 400 durchgeführt wird, woraufhin im zweiten Beschichtungsdurchgang unter partiellem Abdecken des Spiegelsubstrats 400 mit einer Maske 401 eine Überbeschichtung des im ersten Beschichtungsdurchgang aufgebrachten Schichtsystems (mit „402“ bezeichnet) mit einem weiteren Schichtsystem 404 lediglich in dem von der Maske 401 nicht abgedeckten Bereich erfolgt. Fig. 4a-4f zeigt das Ergebnis des Beschichtungsprozesses in Form zweier benachbarter Zonen entsprechend den im ersten bzw. zweiten Beschichtungsdurchgang deponierten Schichtsystemen 402, 404.
Die in den vorstehend beschriebenen Ausführungsformen verwendete(n) Maske(n) wird bzw. werden in den jeweiligen Beschichtungsdurchgängen fest über dem Spiegelsubstrat montiert, wobei geeignete Abstände zwischen Maske und Spiegelsubstrat typischerweise im Bereich von 0.1 mm bis 1 cm liegen können. Dabei ist die Breite der zwischen benachbarten Zonen unterschiedlicher Schichtdicke und/oder unterschiedlicher Schichtzusammensetzung befindlichen Übergangszone durch die, von der konkreten Depositionsmethode (z.B. Elektronenstrahlverdampfung, Magnetron-Sputtern, lonenstrahl-Sputtern) abhängige Hinterdampfung bestimmt, welche wiederum vom Abstand zwischen der Maske und der Oberfläche des Spiegelsubstrats abhängt. Der Verlauf der erzielten Reflektivität im Übergangsbereich bzw. an der Zonengrenze kann somit über den Abstand zwischen Maske und Spiegelsubstratoberfläche gesteuert werden, wobei für eine möglichst geringe Zonenbreite und möglichst gut definierte
Zonengrenzen dieser Abstand möglichst gering sein sollte. Des Weiteren kann z.B. auch die spektrale Reflexion bzw. Transmission innerhalb eines sehr kurzen Abstandes besonders stark variiert werden, womit nicht nur eine Variation der Reflektivität bei einer bestimmten Wellenlänge, sondern eine Verschiebung des gesamten Response- bzw. Reflektivitäts-Spektrums erzielt werden kann.
Fig. 5a-5c zeigen schematische Darstellungen zur Erläuterung einer weiteren Ausführungsform, wobei ein partielles Tempern des Spiegelsubstrats (zur Änderung bzw. Modifikation der Materialdurchmischung oder auch der Dichte des (z.B. zunächst poröseren) Materials nach Durchführung eines Beschichtungsprozesses erfolgt. Dabei kann insbesondere ein gemäß Fig. 5a zunächst homogen beschichteter Bereich eines Spiegelarrays (z.B. ein homogen beschichteter Block 500 von MEMS-Spiegeln 501 ) selektiv getempert werden, was z.B. unter Verwendung eines Lasers erfolgen kann. Dabei kann durch Absorption der Laserstrahlung bzw. -energie durch das Spiegelsubstratmaterial ein lokales Erwärmen (und gegebenenfalls Aufschmelzen) erfolgen, welches über die damit einhergehende lokale Dichteänderung (entsprechend einer selektiven Kompaktierung des Spiegelsubstratmaterials) mit einer Verschiebung der wellenlängenabhängigen Reflektivität einhergeht. Abhängig vom konkreten Anwendungsszenario kann so die resultierende Reflektivität im getemperten Bereich des Spiegelsubstrats bzw. Spiegelarrays bei einer definierten Wellenlänge bzw. in einem vorgegebenen Wellenlängenbereich abgeschwächt (und nach Wunsch gegebenenfalls auch vollständig unterdrückt) werden. In Fig. 5b ist der wie vorstehend beschrieben getemperte Bereich des Blocks 500 mit „51 1“ bezeichnet, wobei Fig. 5c das Resultat des gesamten Behandlungsprozesses (mit einem Bereich 521 von infolge des Temperns veränderter Reflektivität) zeigt. Dabei kann durch das Tempern die Reflektivität abhängig vom konkreten Einsatzszenario abgeschwächt bzw. unterdrückt oder auch erhöht werden (falls etwa das Reflektivitäts-Spektrum zunächst für eine höhere Wellenlänge als die Arbeits- bzw. Nutzwellenlänge eingestellt war.
Fig. 6a-6b und 7a-7b zeigen schematische Darstellungen zur Erläuterung einer weiteren möglichen Ausführungsform, bei welchem das Selektieren des
Beschichtungsmaterials jeweils ein partielles elektrisches Aufladen des Spiegelsubstrats umfasst. Hierzu wird das Substrat mit einem elektrischen Potential beaufschlagt, welches abhängig von der maximalen Energie der Beschichtungsmaterialteilchen geeignet gewählt wird. Lediglich beispielhaft kann beim Magnetron-Sputtern die hierzu an das Substrat angelegte elektrische Spannung im Bereich von bis zu 20 Volt liegen. Wie in Fig. 6a bzw. Fig. 7a anhand unterschiedlicher konkreter Beispiele angedeutet können unterschiedliche Spiegelsubstratbereiche bzw. Spiegelsubstrate unterschiedlicher MEMS-Spiegel positiv oder negativ elektrisch aufgeladen werden. Dieses selektive Aufladen des Spiegelsubstrats bzw. der MEMS-Spiegel ermöglicht ebenfalls die gezielte Einstellung unterschiedlicher Schichtdicken.
Fig. 8a-8g zeigen schematische Darstellungen zur Erläuterung einer weiteren möglichen Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens, wobei das partielle Ausblenden von Beschichtungsmaterial über einen Schutzlack erfolgt, mit welchem das Spiegelsubstrat vor Durchführung des Beschichtungsprozesses behandelt wird. Dabei erfolgt im dargestellten Ausführungsbeispiel nach einer im Schritt Fig. 8a durchgeführten Vorstrukturierung eines Spiegelsubstrats 800 mit einem Schutzlack 801 zunächst eine homogene Beschichtung (vergleiche Fig. 8b) durch Aufbringen eines Schichtsystems 802 gefolgt von einem Entfernen des Schutzlacks 801 (vergleiche Fig. 8c), woraufhin das Spiegelsubstrat 800 nur in seinem zuvor nicht vom Schutzlack 801 abgedeckten Bereich das zuvor aufgebrachte Schichtsystem 802 aufweist. Nach einer in Fig. 8d (in Draufsicht) und in Fig. 8e (im Schnitt) angedeuteten erneuten strukturierten Auftragung eines Schutzlacks 803 auf den zuvor beschichteten Bereich bzw. das Schichtsystem 802 erfolgt gemäß Fig. 8f erneut eine homogene Beschichtung unter Deposition eines weiteren Schichtsystems 804, so dass nach Abziehen des Schutzlacks 803 gemäß Fig. 8g dieses weitere Schichtsystem 804 nur in dem zuletzt nicht vom Schutzlack 803 abgedeckten Bereich vorhanden ist. Im Ergebnis werden somit zwei voneinander separate Zonen unterschiedlicher Schichtzusammensetzung und/oder Schichtdicke entsprechend den zuvor aufgebrachten Schichtsystemen 802 bzw. 804 erhalten.
Fig. 9 zeigt eine schematische Darstellung eines prinzipiellen möglichen Aufbaus einer erfindungsgemäßen Beschichtungsanlage 900. Gemäß Fig. 9 wird in einer Prozesskammer (Vakuumkammer) 900 wenigstens ein von einem Halter 902 gehaltenes Substrat 903 aufgenommen und eine Relativbewegung zwischen dem Substrat 903 und einer Quelle 901 (z.B. einem jeweils ein Beschichtungsmaterial bereitstellenden Target) durchgeführt, wie über den Doppelpfeil 904 angedeutet. Auf dem Halter 902 können auch jeweils mehrere Spiegelsubstrate angeordnet und zu einzelnen Blöcken gruppiert sein. Zur Deposition jeweils eines Schichtsystems auf jedem der Spiegelsubstrate wird der die Spiegelsubstrate tragende Beschichtungshalter 902 entlang einer vorgegebenen Bewegungsbahn über die Quelle 901 bzw. das jeweilige Target geführt.
Im Weiteren werden unter Bezugnahme auf die schematischen Darstellungen von Fig. 10a-1 Of bzw. Fig. 12a-12f sowie die Diagramme von Fig. 11 bzw. Fig. 13 konkrete Anwendungsbeispiele beschrieben, bei denen das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines Spiegels oder einer Spiegelanordnung in unterschiedlicher Weise eingesetzt wird.
Dabei kann grundsätzlich das erfindungsgemäße Verfahren zur Variation eines Schichtdickenverlaufs und/oder einer Schichtdickenzusammensetzung auf unterschiedliche Teilschichten bzw. Teilschichtsysteme innerhalb des gesamten Schichtsystems angewendet werden. Konkret kann die besagte Variation, wie im Weiteren zunächst anhand von Fig. 10a-1 Od veranschaulicht, im optisch wirksamen Teil bzw. Schichtsystem (siehe Fig. 10c), im oberhalb dieses optisch wirksamen Schichtsystem befindlichen Teil bzw. einer Deckschicht (siehe Fig. 10b) und/oder in einem unterhalb des optisch wirksamen Schichtsystems befindlichen Teil bzw. einer Unterlage (siehe Fig. 10d) erfolgen.
Die genannten erfindungsgemäßen Variationen der Schichtdicke in dem optisch wirksamen Teil bzw. Schichtsystem bzw. dem darüber oder darunter befindlichen Teil können auch beliebig miteinander kombiniert werden. Des Weiteren kann alternativ oder zusätzlich zur Schichtdickenvariation auch eine Variation der Zusammensetzung der jeweiligen Teilschichten bzw. Teilschichtsysteme
erfolgen.
Fig. 10a zeigt in lediglich schematischer und stark vereinfachter (Schnitt-)Dar- stellung zur Veranschaulichung des o.g. Prinzips unterschiedliche, lateral benachbarte Bereiche 1010, 1020, 1030 eines Spiegels oder einer Spiegelanordnung (wobei diese Bereiche im Falle einer Spiegelanordnung insbesondere auch unterschiedlichen Spiegelelementen entsprechen können). Dabei beziehen sich in dem dargestellten Aufbau die Bezugsziffern „101 1 “, „1021 “, „1031 “ jeweils auf das Substrat, die Bezugsziffern „1012“, „1022“, „1032“ auf besagte Unterlage, die Bezugsziffern „1013“, „1023“, „1033“ auf den optisch wirksamen Teil und die Bezugsziffern „1014“, „1024“, „1034“ auf den darüber befindlichen Teil bzw. die Deckschicht.
In einem konkreten Anwendungsfall kann es sich bei der gemäß Fig. 10b im dargestellten Ausführungsbeispiel in den unterschiedlichen Bereichen 1010, 1020, 1030 hinsichtlich der Schichtdicke variierten Deckschicht um eine Absorberschicht zur Absorption von DUV-Licht handeln. Hinsichtlich möglicher Ausgestaltungen dieser Absorberschicht wird auf DE 10 2015 208 214 A1 verwiesen.
In einem weiteren konkreten Anwendungsfall kann es sich bei besagter, im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 10b variierten Deckschicht auch um eine Absorberschicht nach Art eines Intensitätsanpassungsfilters bzw. Graufilters handeln, um z.B. unterschiedliche Intensitätsverteilungen aufgrund unterschiedlicher Arbeitslichtquellen zu kompensieren. Hierzu wird zu möglichen Ausgestaltungen auf DE 10 2016 224 1 13 A1 verwiesen.
Bei der gemäß Fig. 10d in ihrer Schichtdicke variierten Unterlage kann es sich in einem konkreten Anwendungsbeispiel um eine Spannungskompensationsschicht bzw. Ausgleichsschicht handeln, welche eine Übertragung mechanischer Spannungen zwischen Substrat und optisch wirksamem Teil bzw. Schichtsystem reduziert. Hierzu wird zu möglichen Ausgestaltungen auf DE 10 2015 225 510 A1 verwiesen.
Bei dem gemäß Fig. 10c in seiner Schichtdicke lateral variierten optisch wirksamen Teil bzw. Schichtsystem kann es sich z.B. um ein Reflexionsschichtsystem aus einer alternierenden Abfolge einzelner Schichtstapel (aus jeweils einer Molybdän- und einer Siliziumschicht) handeln, wie im Weiteren unter Bezugnahme auf Fig. 1 1 a bis Fig. 14 anhand beispielhafter Ausführungsformen beschrieben.
Unter Bezugnahme zunächst auf Fig. 1 1 a-1 1f sind wieder lateral benachbarte und hinsichtlich ihrer Schichtdicke in unterschiedlicher Weise ausgestaltete Bereiche mit „1 1 10“, „1120“, „1 130“ bezeichnet. Dabei zeigen Fig. 11 a, Fig. 1 1 c und Fig. 1 1 e jeweils schematische Draufsichten aus unterschiedliche Lagen im Gesamtschichtsystem, und Fig. 1 1 b, Fig. 1 1d und Fig. 1 1 f jeweils schematische Schnittansichten. Des Weiteren symbolisieren die schematischen Darstellungen den sukzessiven Aufbau des Schichtsystems mit Substrat (in Fig. 1 1 a-1 1 b mit „1 1 1 1 “, „1 121 “, „1 131 “ bezeichnet), erster Teilschicht aus z.B. Molybdän (in Fig. 1 1 c-11 d mit „1 113a“, „1 123a“, „1 133a“ bezeichnet) und zweiter Teilschicht aus z.B. Silizium (in Fig. 1 1 e-1 1 f mit „1 1 13b“, „1123b“, „1 133b“ bezeichnet), wobei aus besagten Teilschichten in alternierender Abfolge das entsprechende Reflexionsschichtsystem aufgebaut wird. Fig. 13a-13f zeigen analoge schematische Darstellungen einer weiteren Ausführungsform, wobei die im Vergleich zu Fig. 1 1 e-1 1 f entsprechenden und im Wesentlichen funktionsgleichen Komponenten mit um „200“ erhöhten Bezugsziffern bezeichnet sind.
Die Ausführungsform von Fig. 1 1 a-1 1 f und Fig. 13a-13f unterscheiden sich voneinander dadurch, dass gemäß Fig. 1 1 a-1 1 f das jeweilige Dickenverhältnis der Teilschichten 1 1 13a und 11 13b, 1 123a und 1 123b, 1 133a und 11333b über die unterschiedlichen Bereiche 1 1 10, 1 120, 1 130 konstant ist, wobei jedoch die „Periodenlänge“ des gebildeten Vielfachschichtsystems (d.h. die jeweilige Gesamtdicke von erster und zweiter Teilschicht) über die betreffenden Bereiche 1 110, 1 120, 1 130 variiert. Dies hat gemäß dem Diagramm von Fig. 12 zu Folge, dass die Peak-Wellenlänge im wellenlängenabhängigen Reflektivitätsverlauf über die Bereiche hin (bei gleichbleibendem Wert der Peak-Reflektivität) variiert. Im
Unterschied dazu ändert sich in der Ausführungsform gemäß Fig. 13a-13f das jeweilige Dickenverhältnis von erster und zweiter Teilschicht von Bereich (1310, 1320 bzw. 1330) zu Bereich, wobei jedoch die jeweilige optische Weglänge konstant bleibt. Diese Ausgestaltung hat zur Folge, dass gemäß dem Diagramm von Fig. 14 die Peak-Wellenlänge über die Bereiche hinweg konstant bleibt, wobei jedoch die Peak-Reflektivität von Bereich zu Bereich variiert.
Fig. 15 zeigt schematisch im Meridionalschnitt den möglichen Aufbau einer für den Betrieb im EUV ausgelegten mikrolithographischen Projektionsbelichtungsanlage.
Gemäß Fig. 15 weist die Projektionsbelichtungsanlage 1 eine Beleuchtungseinrichtung 2 und ein Projektionsobjektiv 10 auf. Eine Ausführung der Beleuchtungseinrichtung 2 der Projektionsbelichtungsanlage 1 hat neben einer Licht- bzw. Strahlungsquelle 3 eine Beleuchtungsoptik 4 zur Beleuchtung eines Objektfeldes 5 in einer Objektebene 6. Bei einer alternativen Ausführung kann die Lichtquelle 3 auch als ein zur sonstigen Beleuchtungseinrichtung separates Modul bereitgestellt sein. In diesem Fall umfasst die Beleuchtungseinrichtung die Lichtquelle 3 nicht.
Belichtet wird hierbei ein im Objektfeld 5 angeordnetes Retikel 7. Das Retikel 7 ist von einem Retikelhalter 8 gehalten. Der Retikelhalter 8 ist über einen Retikel- verlagerungsantrieb 9 insbesondere in einer Scanrichtung verlagerbar. In Fig. 15 ist zur Erläuterung ein kartesisches xyz-Koordinatensystem eingezeichnet. Die x-Richtung verläuft senkrecht zur Zeichenebene hinein. Die y-Richtung verläuft horizontal und die z-Richtung verläuft vertikal. Die Scanrichtung verläuft in Fig. 15 längs der y-Richtung. Die z-Richtung verläuft senkrecht zur Objektebene 6.
Das Projektionsobjektiv 10 dient zur Abbildung des Objektfeldes 5 in ein Bildfeld 1 1 in einer Bildebene 12. Abgebildet wird eine Struktur auf dem Retikel 7 auf eine lichtempfindliche Schicht eines im Bereich des Bildfeldes 1 1 in der Bildebene 12 angeordneten Wafers 13. Der Wafer 13 wird von einem Waferhalter
14 gehalten. Der Waferhalter 14 ist über einen Waferverlagerungsantrieb 15 insbesondere längs der y-Richtung verlagerbar. Die Verlagerung einerseits des Retikels 7 über den Retikelverlagerungsantrieb 9 und andererseits des Wafers 13 über den Waferverlagerungsantrieb 15 kann synchronisiert zueinander erfolgen.
Bei der Strahlungsquelle 3 handelt es sich um eine EUV-Strahlungsquelle. Die Strahlungsquelle 3 emittiert insbesondere EUV-Strahlung, welche im Folgenden auch als Nutzstrahlung oder Beleuchtungsstrahlung bezeichnet wird. Die Nutzstrahlung hat insbesondere eine Wellenlänge im Bereich zwischen 5 nm und 30 nm. Bei der Strahlungsquelle 3 kann es sich zum Beispiel um eine Plasmaquelle, eine synchrotronbasierte Strahlungsquelle oder um einen Freie-Elektronen-La- ser („Free-Electron-Laser“, FEL) handeln. Die Beleuchtungsstrahlung 16, die von der Strahlungsquelle 3 ausgeht, wird von einem Kollektor 17 gebündelt und propagiert durch einen Zwischenfokus in einer Zwischenfokusebene 18 in die Beleuchtungsoptik 4. Die Beleuchtungsoptik 4 weist einen Umlenkspiegel 19 und diesem im Strahlengang nachgeordnet einen ersten Facettenspiegel 20 (mit schematisch angedeuteten Facetten 21 ) und einen zweiten Facettenspiegel 22 (mit schematisch angedeuteten Facetten 23) auf. Die Facettenspiegel 21 , 22 können z.B. unter Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. unter Verwendung einer erfindungsgemäßen Beschichtungsanlage hergestellt sein.
Das Projektionsobjektiv 10 weist eine Mehrzahl von Spiegeln Mi (i= 1 , 2, ...) auf, welche gemäß ihrer Anordnung im Strahlengang der Projektionsbelichtungsanlage 1 durchnummeriert sind. Bei dem in der Fig. 15 dargestellten Beispiel weist das Projektionsobjektiv 10 sechs Spiegel M1 bis M6 auf. Alternativen mit vier, acht, zehn, zwölf oder einer anderen Anzahl an Spiegeln Mi sind ebenso möglich. Der vorletzte Spiegel M5 und der letzte Spiegel M6 weisen jeweils eine Durchtrittsöffnung für die Beleuchtungsstrahlung 16 auf. Bei dem Projektionsobjektiv 10 handelt es sich um eine doppelt obskurierte Optik. Das Projektionsobjektiv 10 hat eine bildseitige numerische Apertur, die größer ist als 0.5 und die auch größer sein kann als 0.6 und die beispielsweise 0.7 oder 0.75 betragen kann.
Wenn die Erfindung auch anhand spezieller Ausführungsformen beschrieben wurde, erschließen sich für den Fachmann zahlreiche Variationen und alternative Ausführungsformen, z.B. durch Kombination und/oder Austausch von Merk- malen einzelner Ausführungsformen. Dementsprechend versteht es sich für den
Fachmann, dass derartige Variationen und alternative Ausführungsformen von der vorliegenden Erfindung mit umfasst sind, und die Reichweite der Erfindung nur im Sinne der beigefügten Patentansprüche und deren Äquivalente beschränkt ist.