Beschreibung
Schaltventil für ein Kraftstoffeinspritzsystem sowie Kraftstoffhochdruckpumpe
Die Erfindung betrifft ein Schaltventil für ein Kraftstoffe¬ inspritzsystem einer Brennkraftmaschine sowie eine Kraft¬ stoffhochdruckpumpe zum Beaufschlagen eines Kraftstoffes in einem Kraftstoffeinspritzsystem, die ein solches Schaltventil aufweist.
Kraftstoffhochdruckpumpen in Kraftstoffeinspritzsystemen werden dazu verwendet, einen Kraftstoff mit einem hohen Druck zu beaufschlagen, wobei der Druck beispielsweise bei Ben- zin-Brennkraftmaschinen in einem Bereich von 250 bar - 400 bar und bei Diesel-Brennkraftmaschinen in einem Bereich von 1500 bar - 3000 bar liegt. Je höher der Druck, der in dem jeweiligen Kraftstoff erzeugt werden kann, desto geringer sind Emissionen, die während der Verbrennung des Kraftstoffes in einer Brennkammer entstehen, was insbesondere vor dem Hintergrund vorteilhaft ist, dass eine Verringerung von Emissionen immer stärker gewünscht wird .
In Kraftstoffeinspritzsystemen von Brennkraftmaschinen können an diversen Positionen Ventile vorgesehen sein, beispielsweise als Einlassventil, das einen Kraftstoff in einen Druckraum einer Kraftstoffhochdruckpumpe einlässt, oder auch als Auslassventil, das den Kraftstoff, nachdem er in der Kraftstoffhochdruckpumpe mit Hochdruck beaufschlagt worden ist, in beispielsweise ein der Kraftstoffhochdruckpumpe nachgelagertes Rail führt, oder auch als Absteuerventil, um den Druck beispielsweise in einem Rail einstellen zu können.
Alle diese Ventile können als aktive Schaltventile ausgebildet sein, beispielsweise als Magnetventile, die digital arbeiten und aktiv angesteuert werden können, sodass sie bei Bedarf gezielt geöffnet bzw. geschlossen werden können.
Es ist beispielsweise bei Benzin-Kraftstoffhochdruckpumpen bekannt, ein sogenanntes „digitales Einlassventil" vorzusehen, welches bei entsprechender Ansteuerung einen Querschnitt freigibt, durch den der der Kraftstoffhochdruckpumpe zugeführte Kraftstoff von einem Niederdruckbereich zu einem Hochdruckbereich, beispielsweise einer Druckkammer in der Kraftstoffhochdruckpumpe, strömen kann. Auf die entsprechenden Kompo¬ nenten, welche in diesem Fall Kontakt zum Hochdruckbereich haben, wirken im Betrieb sehr hohe Kräfte. Zum einen ist es wichtig, dass diese Komponenten gegen den hohen Druck resistent sind, und zum anderen ist es wichtig, dass die Dichtheit zwischen den je¬ weiligen Komponenten sichergestellt werden kann.
Es ist daher beispielsweise bekannt, ein Einlassventil be- reitzustellen, bei dem eine Einlassventilscheibe in ein Pum¬ pengehäuse der Kraftstoffhochdruckpumpe eingepresst und mittels eines zusätzlichen Fixierrings fixiert wird, welcher an dem Pumpengehäuse angeschweißt wird. Die Abdichtung zwischen dem Hochdruck- und dem Niederdruckbereich an der Schnittstelle von Pumpengehäuse und Einlassventilscheibe, erfolgt somit mittels eines Pressverbandes zwischen dem Pumpengehäuse und der Ein¬ lassventilscheibe. Die Abdichtung des Niederdruckbereichs nach außen, zur Umwelt, erfolgt dabei mittels einer Schweißnaht. Aufgrund der stetig steigenden Systemdrücke steigt jedoch die Belastung auf die Einlassventilscheibe, sodass konstruktive Maßnahmen erforderlich werden, um die Fixierung der Einlassventilscheibe und die Dichtheit zwischen Pumpengehäuse und
Einlassventilscheibe auch bei höheren Systemdrücken sicherzustellen .
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Schaltventil vorzu- schlagen, dessen Komponenten resistent gegen einen in einem Kraftstoffeinspritzsystem herrschenden Systemdruck sind, und das gleichzeitig dicht an einem Kraftstoffeinspritzsystemge- häuse befestigt werden kann. Diese Aufgabe wird mit einem Schaltventil für ein Kraftstof¬ feinspritzsystem mit der Merkmalskombination des unabhängigen Anspruches 1 gelöst.
Eine Kraftstoffhochdruckpumpe eines Kraftstoffeinspritzsys- tems, die ein solches Schaltventil aufweist, ist Gegenstand des nebengeordneten Anspruches.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
Ein Schaltventil für ein Kraftstoffeinspritzsystem einer Brennkraftmaschine weist ein Ventilgehäuse, das einen Ventilsitz bildet, welcher zum Öffnen und Schließen des Schaltventils mit einem sich entlang einer Längsachse beweglichen Ventilelement zusammenwirkt. Das Ventilgehäuse weist eine Mantelfläche auf, die konisch ausgebildet ist, wobei das Ventilgehäuse einen sich radial erstreckenden, in axialer Richtung federnd ausgebildeten, Federvorsprung aufweist, der radial über die Mantelfläche hervorsteht .
Unter dem Begriff „radial" soll im Wesentlichen eine senkrechte Anordnung zu der Längsachse des Schaltventils verstanden werden, während unter dem Begriff „axial" im Wesentlichen eine parallele Anordnung zu der Längsachse des Schaltventils, oder sogar eine
Achse, die mit der Längsachse des Schaltventils zusammenfällt, verstanden wird.
Durch die konische Ausbildung des Ventilgehäuses können bei- spielsweise Einführfasen, die für die Anordnung von Dichtelementen zum Abdichten einer Verbindung des Schaltventils mit einem Kraftstoffeinspritzsystemgehäuse vorgesehen sind, ent¬ fallen. Der Federvorsprung kann aufgrund seiner federnden Eigenschaften in axialer Richtung Dichtelemente, die zum Ab- dichten des Schaltventils an dem Ventilgehäuse angeordnet sind, in axialer Richtung entlasten, so dass eine Beschädigung der Dichtelemente aufgrund eines hohen wirkenden Drucks vermieden wird . In vorteilhafter Ausgestaltung ist der Federvorsprung umlaufend um die gesamte Mantelfläche des Ventilgehäuses ausgebildet, um so ein eventuell ebenfalls umlaufendes Dichtelement vorteilhaft stützen zu können. Vorzugsweise sind das Ventilgehäuse und die Aktuatoranordnung entlang der Längsachse hintereinander angeordnet, und das Ventilgehäuse verjüngt sich ausgehend von der Aktuatoranordnung in einer Richtung weg von der Aktuatoranordnung. Ein Kraftstoffeinspritzsystemgehäuse kann beispielsweise durch ein Pumpengehäuse einer Kraftstoffhochdruckpumpe gebildet sein, es ist jedoch auch möglich, dass das Kraftstoffeinspritzsys¬ temgehäuse beispielsweise durch ein Rail gebildet ist. Das Schaltventil wird dann vorteilhaft in einer Aufnahmebohrung dieses Kraftstoffeinspritzsystemgehäuses befestigt.
In vorteilhafter Ausgestaltung weist das Ventilgehäuse an der Mantelfläche eine radiale Auslassringnut auf, die das Ven¬ tilgehäuse in ein erstes konisches Ringelement und ein zweites
konisches Ringelement unterteilt. Dabei schließen eine erste Mantelfläche des ersten konischen Ringelements und eine zweite Mantelfläche des zweiten konischen Ringelements jeweils mit der Längsachse den gleichen Öffnungswinkel ein. Besonders vor- teilhaft sind die erste Mantelfläche und die zweite Mantelfläche fluchtend zueinander angeordnet.
Insbesondere durch den gleichen Öffnungswinkel und die fluchtende Anordnung ergibt sich vorteilhaft eine durchgehende Mantelfläche des Ventilgehäuses von dem ersten konischen Ringelement bis zum zweiten konischen Ringelement.
In besonders vorteilhafter Ausgestaltung sind die konischen Ringelemente, insbesondere auch der Federvorsprung, insgesamt als einstückiges Bauteil ausgebildet.
Vorzugsweise geht von der radialen Auslassringnut in das Innere des Ventilgehäuses hinein wenigstens eine Auslassbohrung aus, über die ein Fluid aus dem Ventilgehäuse ausströmen kann. Es können hierfür auch mehrere Auslassbohrungen in dem Ventilgehäuse vorgesehen sein. Diese sind vorteilhaft senkrecht zu der Längsachse angeordnet. Die Auslassbohrungen können vorteilhaft auch als Einlassbohrungen wirken, wenn beispielsweise das Schaltventil als ein digitales Einlassventil zum Beispiel an einer Kraftstoffhochdruckpumpe angeordnet ist.
Vorzugsweise ist der Federvorsprung an dem ersten Ringelement ausgebildet, wobei der Federvorsprung eine radiale Auflagefläche und eine der Auflagefläche gegenüberliegende Auslauffläche aufweist, die insbesondere geneigt zu der Längsachse angeordnet ist und in die Auslassringnut übergeht.
Vorteilhaft sind der Ventilsitz und ein Ventileinlass an ersten Ringelement ausgebildet, wobei der Ventileinlass
besondere durch wenigstens eine axiale Bohrung in dem ersten Ringelement ausgebildet ist.
Weiter vorteilhaft kann das zweite Ringelement eine axiale, im Wesentlichen zentral angeordnete, Aufnahmeausnehmung zur Aufnahme der Aktuatoranordnung aufweisen.
Demgemäß sind verschiedene Funktionen des Ventilgehäuses verschiedenen Bereichen des Ventilgehäuses zugeordnet. Vor- teilhaft dient dabei das erste konische Ringelement als der
Bereich, in dem das Schaltventil geöffnet und geschlossen wird, da es den Ventilsitz aufweist, und als der Bereich, der für eine Dichtung des eingebauten Schaltventils sorgt, da hier der Federvorsprung angeordnet ist.
Das zweite Ringelement dient vorteilhaft dazu, die Aktuato¬ ranordnung an dem Ventilgehäuse zu befestigen.
Vorteilhaft weist das erste Ringelement an der ersten Man- telfläche eine erste umlaufende Dichtungsnut mit einem Dich¬ telement auf, wobei das zweite Ringelement an der zweiten Mantelfläche eine zweite umlaufende Dichtungsnut mit einem Dichtelement aufweist. Besonders vorteilhaft sind die Dich¬ tungsnuten insbesondere parallel zu den Mantelflächen der Ringelemente angeordnet.
Vorteilhaft sind dementsprechend die Dichtelemente innerhalb der Dichtungsnuten angeordnet, und können somit eine einfache Dichtungsanordnung zum Abdichten des Schaltventils einer Aufnahmebohrung bereitstellen . Dabei sind besonders vorteilhaft zwei Dichtungsnuten mit jeweils einem Dichtelement vorgesehen, um einerseits eine Abdichtung zu einer Umgebung hin, und andererseits eine Abdichtung beispielsweise zu einem Hoch¬ druckbereich hin, bereitzustellen.
Um die vorteilhafte konische Mantelfläche des gesamten Ven¬ tilgehäuses beizubehalten, sind die Dichtungsnuten vorteilhaft ebenfalls geneigt und somit parallel zu den Mantelflächen angeordnet, sodass auch die Dichtelemente, die darin unter¬ gebracht werden, geneigt sind, und sich damit eine bündige Mantelfläche des Ventilelementes ergibt.
Die Dichtelemente können beispielsweise durch O-Ringe gebildet sein, was eine besonders einfache Anordnung zum Bilden eines Dichtelementes darstellt.
Die erste Dichtungsnut kann beispielsweise durch die Aufla¬ gefläche des Federvorsprungs begrenzt sein bzw. von dieser Auflagefläche mit definiert sein, sodass der Federvorsprung in die erste Dichtungsnut übergeht. Dies stellt eine besonders stabile Ausbildung des Federvorsprungs an dem Ventilgehäuse dar.
Vorzugsweise ist ein Fixierring mit einer zylindrischen Au- ßenfläche zum Fixieren des Ventilgehäuses in einer Aufnahme¬ bohrung eines Kraftstoffeinspritzsystemgehäuses vorgesehen, wobei der Fixierring als ein von dem Ventilgehäuse separiertes Bauelement ausgebildet ist und insbesondere einen Fixier¬ ring-Außendurchmesser aufweist, der größer ist als ein größter Außendurchmesser des Ventilgehäuses.
Vorzugsweise weist das Ventilgehäuse an einer zu der Aktua- toranordnung hin gerichteten Seite eine radiale Fixierfläche zum Zusammenwirken mit einer Fixiergegenfläche des Fixierrings auf.
Durch das Zusammenwirken der Fixierfläche mit der Fixierge¬ genfläche wird eine Kraft auf das Ventilgehäuse aufgebracht, die im Wesentlichen senkrecht zu der Längsachse des Schaltventiles wirkt, und die von der Aktuatoranordnung weg gerichtet ist.
Dadurch wird das Ventilgehäuse in der Einbausituation in einem Kraftstoffeinspritzsystemgehäuse fest in einer Aufnahmebohrung des Kraftstoffeinspritzsystemgehäuses fixiert. Zum Fixieren weist beispielsweise der Fixierring vorteilhaft ein Außengewinde auf, mit dem der Fixierring dann beispielsweise in das Kraftstoffeinspritzsystemgehäuse eingeschraubt werden kann.
Vorzugsweise weist die Aufnahmeausnehmung des Ventilgehäuses, in der die Aktuatoranordnung aufgenommen wird, Führungswände auf, die die Aktuatoranordnung halten, wobei diese Führungswände im Wesentlichen parallel zu der Längsachse angeordnet sind und sich in Richtung auf die Aktuatoranordnung über die Fixierfläche des Ventilgehäuses hinaus erstrecken.
Eine Kraftstoffhochdruckpumpe zum Beaufschlagen eines Kraft¬ stoffes in einem Kraftstoffeinspritzsystem mit Hochdruck weist ein Pumpengehäuse und ein oben beschriebenes Schaltventil auf, wobei das Pumpengehäuse eine Aufnahmebohrung zur Aufnahme wenigstens eines Ventilgehäuses des Schaltventils aufweist, wobei eine Bohrungswand der Aufnahmebohrung zumindest be¬ reichsweise sich in das Pumpengehäuse konisch verjüngend ausgebildet ist. Die Bohrungswand weist daher im Wesentlichen die gleiche Form auf wie das Ventilgehäuse, und kann daher für eine gute Abdichtung des Schaltventils in der Aufnahmebohrung sicher mit einer Mantelfläche des Ventilgehäuses zusammenwirken. Besonders bevorzugt ist ein Öffnungswinkel, den die Bohrungswand mit einer Längsachse des Schaltventils einschließt, gleich zu einem Öffnungswinkel, den eine Mantelfläche des Ventilgehäuses mit der Längsachse des Schaltventils einschließt.
Dadurch kann das Ventilgehäuse beispielsweise einfach durch einen Pressverband in der Aufnahmebohrung befestigt sein.
Vorteilhaft weist die Aufnahmebohrung zusätzlich zu dem konisch gebildeten Bereich einen zylindrisch ausgebildeten Bereich auf, in dem auch der Fixierring aufgenommen werden kann. Dort ist besonders vorteilhaft ein Innengewinde vorhanden, das mit einem Außengewinde des Fixierrings zum Befestigen des Fixierrings zusammenwirken kann.
Besonders vorteilhaft ist an einem Übergangsbereich zwischen dem zylindrischen Bereich und dem konischen Bereich eine Entlastungsnut in der Bohrungswand vorgesehen. In besonders vorteilhafter Ausgestaltung ist in dem sich konisch in das Pumpengehäuse verjüngend ausgebildeten Bereich der Bohrungswand eine Aufnahmenut zur Aufnahme des Federvorsprungs angeordnet . Weiter vorteilhaft ist in dem Pumpengehäuse eine Zulaufbohrung angeordnet, die in eingebautem Zustand des Schaltventils fluchtend mit der Auslassringnut angeordnet ist.
Das Schaltventil ist besonders vorteilhaft als digitales Einlassventil gebildet, das einen Hochdruckbereich der
Kraftstoffhochdruckpumpe von einem Niederdruckbereich der Kraftstoffhochdruckpumpe, nämlich einem Zulaufbereich, trennt.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Darin zeigt:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Kraftstoffein- spritzsystems einer Brennkraftmaschine, das eine Kraftstoffhochdruckpumpe aufweist, wobei an ver-
schiedenen potenziellen Positionen Schaltventile angeordnet sind;
Fig. 2 Längsschnittdarstellung eines solchen Schalt ventils aus Fig. 1; und
Fig. 3 eine vergrößerte Darstellung des Schaltventils aus Fig.
2 in einem Bereich eines Ventilgehäuses. Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Kraftstof¬ feinspritzsystems 10, mit dem Kraftstoff 12 einerseits mit Hochdruck beaufschlagt wird, und andererseits zum Einspritzen gespeichert wird, um dann bei Bedarf in Brennkammern einer Brennkraftmaschine eingespritzt zu werden. Das Kraftstoffe- inspritzsystem 10 weist zur Lagerung des Kraftstoffes 12 einen Tank 14 auf, von dem über eine Vorpumpe 16 der Kraftstoff 12 einer Kraftstoffhochdruckpumpe 18 zugeführt wird. Dabei ist ein Einlassventil 20 in Strömungsrichtung des Kraftstoffes 12 vor der Kraftstoffhochdruckpumpe 18 angeordnet, das den Kraftstoff 12 in die Kraftstoffhochdruckpumpe 18 einlässt oder einen Einlass verhindern kann.
In der Kraftstoffhochdruckpumpe 18 wird der Kraftstoff 12 dann mit einem Hochdruck beaufschlagt, und dann einem Druckspeicher 22, dem sogenannten Rail zugeführt, wo der mit Hochdruck beaufschlagte Kraftstoff 12 gespeichert wird. Der Druckspeicher 22 versorgt mehrere Injektoren 24 mit Kraftstoff 12, wobei der Kraftstoff 12 über die Injektoren 24 dann in Brennräume einer Brennkraftmaschine eingespritzt werden kann.
An der Kraftstoffhochdruckpumpe 18 ist neben dem Einlassventil 20 auch ein Auslassventil 26 vorgesehen, das in einem geöffneten Zustand einen Druckraum in der Kraftstoffhochdruckpumpe 18 mit dem Druckspeicher 22 fluidisch verbindet.
Zusätzlich kann an dem Druckspeicher 22 ebenfalls ein Drucksteuerventil bzw. ein Druckregelventil 28 vorgesehen sein, um einen Überdruck in dem Druckspeicher 22 zu vermeiden.
Sämtliche genannten Ventile, das Einlassventil 20, das Aus¬ lassventil 26 und das Drucksteuer-/ Druckregelventil 28 können als aktive Schaltventile 30 ausgebildet sein und somit aktiv über eine Ansteuerung geöffnet bzw. geschlossen werden.
In der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform kann das Schaltventil 30 sowohl das Einlassventil 20 als auch das Auslassventil 26 als auch das Drucksteuer-/ Druckregelventil 28 bilden. Es ist jedoch besonders bevorzugt, wenn insbesondere das Einlassventil 20 durch ein solches Schaltventil 30 gebildet ist.
Fig. 2 zeigt eine Längsschnittdarstellung eines solchen
Schaltventils 30, das in einer Aufnahmebohrung 32 in einem Kraftstoffeinspritzsystemgehäuse 34 angeordnet ist. Das
Kraftstoffeinspritzsystemgehäuse 34 kann beispielsweise ein
Pumpengehäuse 36 der Kraftstoffhochdruckpumpe 18 sein, es kann jedoch auch beispielsweise durch den Druckspeicher 22 gebildet sein . Aus der Längsschnittdarstellung in Fig. 2 geht hervor, dass das Schaltventil 30 ein Ventilgehäuse 38 aufweist, in dem ein Ventilsitz 40 gebildet ist. In der vorliegenden Ausführungsform ist ein Ventilelement 42, das mit dem Ventilsitz 40 zusammenwirkt, um das Schaltventil 30 zu öffnen und schließen, durch ein Ventilplättchen 44 gebildet, das durch einen Ventilstößel 46 von dem Ventilsitz 40 weggedrückt wird, um so das Schaltventil 30 zu öffnen. Es sind jedoch auch andere Arten von Ventilelementen 42 denkbar, die mit einem Ventilsitz 40 zusammenwirken, und so das Schaltventil 30 öffnen und schließen können.
An dem Ventilgehäuse 38 ist eine Aktuatoranordnung 48 befestigt, über die das Ventilelement 42 aktiv entlang einer Längsachse 50 des Schaltventils 30 bewegt werden kann. In der vorliegenden Ausführungsform wird hierfür eine Spule 52 mit einer Spannung beaufschlagt, sodass ein feststehendes Polstück 54 und ein beweglicher Anker 56 sich entlang der Längsachse 50 relativ zueinander bewegen. Dadurch wird der Ventilstößel 46, der fest an dem Anker 56 befestigt ist, ebenfalls entlang der Längsachse 50 bewegt, und kann somit einen Einfluss auf das Ventilplättchen 44 haben.
Das Ventilgehäuse 38 ist in der Aufnahmebohrung 32 des Pumpengehäuses 36 angeordnet. Das Ventilgehäuse 38 weist eine Mantelfläche 58 auf, die konisch ausgebildet ist und sich von der Aktuatoranordnung 48 weggerichtet verjüngt.
Auch die Aufnahmebohrung 32 weist eine Bohrungswand 60 auf, die ebenfalls konisch in das Pumpengehäuse 36 verjüngend ausgebildet ist.
Insbesondere ist ein Öffnungswinkel a, den die Mantelfläche 58 des Ventilgehäuses 38 mit der Längsachse 50 des Schaltventils 30 einschließt, gleich zu einem Öffnungswinkel a, den die Boh- rungswand 60 mit der Längsachse 50 des Schaltventils 30 ein¬ schließt .
Durch die Konizität kann das Ventilgehäuse 38 besonders einfach in die Aufnahmebohrung 32 eingefügt werden.
Das Ventilgehäuse 38 weist weiter einen Federvorsprung 62 auf, der sich radial erstreckt, und zwar derart, dass er radial über die Mantelfläche 58 des Ventilgehäuses 38 hervorsteht. Dieser
Federvorsprung 62 ist in axialer Richtung federnd ausgebildet und kann daher als Stützelement für ein Dichtungselement 64 an dem Ventilgehäuse 38 dienen. Damit der Federvorsprung 62 sinnvoll wirken kann, weist die Bohrungswand 60 dort, wo sie konisch in das Innere des Pum¬ pengehäuses 36 verjüngend ausgebildet ist, eine Aufnahmenut 66 auf, die mit dem Federvorsprung 62 zusammenwirkt. Der Federvorsprung 62 kann in diese Aufnahmenut 66 eingreifen und sich dort federnd in axialer Richtung des Schaltventiles 30 abstützen.
Das Ventilgehäuse 38 weist eine Auslassringnut 68 auf, die radial an der Mantelfläche 58 des Ventilgehäuses 38 angeordnet ist, und von der ausgehend sich Auslassbohrungen 70 in das Ventilgehäuse 38 hinein erstrecken. Um mit der Auslassringnut 68 zusammenzuwirken, weist das Pumpengehäuse 36 genau auf dieser Höhe eine Zulaufbohrung 72 auf, die im eingebauten Zustand des Schaltventiles 30 in der Aufnahmebohrung 32 mit der Auslassringnut 68 fluchtend angeordnet ist. Über diese Zulaufbohrung 72 kann, wenn das Schaltventil 30 als beispielsweise Einlassventil 20 aus¬ gebildet ist, Kraftstoff 12 zugeführt werden, um über das Einlassventil 20 den Kraftstoff 12 in die Kraftstoffhoch¬ druckpumpe 18 einzulassen. Es ist jedoch auch möglich, einen Kraftstoff bei geöffnetem Einlassventil 20 aus der Kraft- stoffhochdruckpumpe 18 zurück in die Zulaufbohrung 72 strömen zu lassen .
Durch die Auslassringnut 68 ist das Ventilgehäuse 38 in zwei Bereiche unterteilt, nämlich in ein erstes konisches Ringelement 74 und ein zweites konisches Ringelement 76.
Fig. 3 zeigt eine vergrößerte Darstellung des Ventilgehäuses 38 aus Fig . 2.
Das erste konische Ringelement 74 weist eine erste Mantelfläche 78 auf, und das zweite konische Ringelement 76 weist eine zweite Mantelfläche 80 auf. Die beiden konischen Ringelemente 74, 76 sowie der Federvorsprung 62 sind einstückig als einziges Bauteil ausgebildet und bilden so gemeinsam das Ventilgehäuse 38, sodass die erste Mantelfläche 78 gemeinsam mit der zweiten Mantelfläche 80 die gesamte Mantelfläche 58 des Ventilgehäuses 38 bildet. Um eine durchgehende Mantelfläche 58 an dem Ventilgehäuse 38 zu bilden, sind die erste und zweite Mantelfläche 78, 80 fluchtend zueinander angeordnet und schließen jeweils mit der Längsachse 50 des Schaltventils 30 den gleichen Öffnungswinkel α ein.
Die beiden Ringelemente 74, 76 übernehmen unterschiedliche Funktionen des Ventilgehäuses 38.
So ist der Ventilsitz 40 sowie ein Ventileinlass 82 an dem ersten Ringelement 74 ausgebildet. Der Ventileinlass 82 ist dabei insbesondere durch mehrere sich axial erstreckende Bohrungen gebildet, die durch das Ventilplättchen 44 verschlossen werden. Weiter ist auch der Federvorsprung 62 an dem ersten konischen Ringelement 74 ausgebildet.
Der Federvorsprung 62 ist dabei insbesondere so einstückig mit dem ersten konischen Ringelement 74 ausgebildet, dass er eine radiale Auflagefläche 84 aufweist, über die er mit der Auf¬ nahmenut 66 zusammenwirkt, und weiter auf der gegenüberliegenden Seite eine Auslauffläche 86 umfasst, die so geneigt zu der Längsachse 50 angeordnet ist, dass sie in die Auslassringnut 68 des Ventilgehäuses 38 übergeht.
In der ersten Mantelfläche 78 des ersten konischen Ringelementes 74 ist weiter eine erste Dichtungsnut 88 angeordnet, die um die erste Mantelfläche 78 umlaufend ausgebildet ist, und die, wie aus Fig. 2 hervorgeht, zur Unterbringung eines Dichtelementes 64 in
Form eines O-Ringes vorgesehen ist. Die erste Dichtungsnut 88 ist dabei parallel zu der ersten Mantelfläche 78 ausgebildet, das heißt sie ist geneigt zu der Längsachse 50 des Schaltventils 30 angeordnet .
Das Dichtelement 64, das in der ersten Dichtungsnut 88 angeordnet ist, wirkt als Abdichtung zwischen einem Hochdruckbereich 90 der Kraftstoffhochdruckpumpe 18 und einem Niederdruckbereich 92 der Kraftstoffhochdruckpumpe 18. Da zwischen dem Hochdruckbereich 90 und dem Niederdruckbereich 92 eine sehr hohe Druckdifferenz vorherrscht, ist das Dichtelement 64 in der ersten Dichtungsnut 88 sehr stark mit Kräften belastet. Um dieses Dichtelement 64 zu entlasten, ist daher der Federvorsprung 62 vorgesehen, der das Dichtelement 64 in Form des O-Ringes stützt und eine Beschädigung aufgrund der hohen Druckdifferenz vermeidet. Dazu definiert die radiale Auflagefläche 84 des Federvorsprunges 62 die erste Dichtungsnut 88 an einem Ende mit.
Das zweite konische Ringelement 76 des Ventilgehäuses 38 übernimmt einerseits die Funktion der Aufnahme der Aktuato- ranordnung 48, und andererseits die Funktion der Fixierung des Ventilgehäuses 38 in der Aufnahmebohrung 32.
Denn das zweite konische Ringelement 76 weist an einer zu der Aktuatoranordnung 48 hin gerichteten Seite eine radiale Fixierfläche 94 auf. Diese Fixierfläche 94 wirkt mit einer Fi¬ xiergegenfläche 96 eines Fixierringes 98 zusammen, der in einen zylindrischen Bereich der Aufnahmebohrung 32 eingeschraubt wird, und so eine Fixierkraft auf das Ventilgehäuse 38 aufbringt.
Zum Abdichten gegen eine Umgebung weist auch das zweite konische Ringelement 76 eine zweite Dichtungsnut 100 auf, in der ebenfalls ein Dichtelement 64 eingebracht ist.
Zusätzlich umfasst das zweite konische Ringelement 76 zentral eine Aufnahmeausnehmung 102, in der die Aktuatoranordnung 48 befestigt werden kann. Um die Aktuatoranordnung 48 sicher zu führen, umfasst das zweite konische Ringelement 76 in diesem Bereich Führungswände 104, die sich axial über die Fixierfläche 94 erstrecken, und an denen sich die Aktuatoranordnung 48 abstützen kann. Der Fixierring 98 weist im Gegensatz zu dem Ventilgehäuse 38 keine konische Form, sondern eine zylindrische Außenfläche 106 auf, an der ein Außengewinde 108 angeordnet ist, um mit einem Innengewinde 110 in der Aufnahmebohrung 32 zusammenzuwirken .
Der Fixierring 98 ist als von dem Ventilgehäuse 38 separiertes Bauteil ausgebildet. Um das Ventilgehäuse 38 sicher in der Aufnahmebohrung 32 fixieren zu können, ist ein Fixierringau- ßendurchmesser DF größer als ein größter Außendurchmesser DG des Ventilgehäuses 38.
Die Idee ist es daher, eine Einlassventilscheibe in ein Ven- tilgehäuse 38 zu integrieren, indem das erste konische Rin¬ gelement 74 die Einlassventilscheibe bildet. Mittels eines zusätzlichen Ringes, nämlich des Fixierringes 98, der in das Pumpengehäuse 36 eingeschraubt wird, wird das Ventilgehäuse fixiert. Die Abdichtung zwischen dem Hochdruckbereich 90 und dem Niederdruckbereich 92 erfolgt mittels eines O-Ringes und eines Federvorsprunges 62, der als Stützring wirkt, welcher den O-Ring stützt, und somit eine Beschädigung aufgrund des hohen Drucks vermeidet. Die Abdichtung des Niederdruckbereiches 92 nach außen zur Umwelt erfolgt ebenfalls mittels eines O-Rings .
Bisher wurde der Stützring als getrennt ausgebildetes Bauelement vorgesehen, und ebenfalls in eine Dichtungsnut zusammen mit einem O-Ring eingebracht.
Die Idee besteht nun darin, das Ventilgehäuse 38 und die Aufnahmebohrung 32 in dem Pumpengehäuse 36 annähernd konisch auszuführen. Dadurch können beispielsweise Einführfasen an dem Pumpengehäuse 36 für einen oder sogar für beide O-Ringe ent- fallen. Der Stützring wird durch eine in das Ventilgehäuse 38 integrierte Tellerfeder in Form des Federvorsprunges 62 ersetzt.
Dadurch dass keine Einführfasen an dem Pumpengehäuse 36 für die Montage des bzw. der O-Ringe erforderlich ist, kann ein kleinerer Bauraum bereitgestellt werden, und über einen geringeren Materialeinsatz und eine verringerte Bearbeitung am Pumpen- und Ventilgehäuse 36, 38 kann eine Kostenersparnis erzielt werden. Auch die Integration des bisher bekannten Stützringes in das Ventilgehäuse 38 in Form des Federvorsprunges 62 führt zu einer Kostenersparnis. Im Vergleich zu einem Design mit einem extra Stützring ist ein geringeres Anzugsmoment für die Montage des Fixierringes 98 erforderlich, wodurch eine geringere
Krafteinleitung in die Gewinde 108, 110 nötig ist, und somit ein robusteres Design erzielt werden kann.