Gurtschlossbringer
Die Erfindung betrifft einen Gurtschlossbringer.
Gurtschlossbringer erleichtern das An- und Abschnallen eines Sicherheitsgurtes, indem das Gurtschloss aus einer zurückgezogenen Position, in der es dem Fahrzeuginsassen im normalen Fahrbetrieb nicht im Weg ist, über einen Antrieb reversibel in eine ausgefahrene Position verfahren wird, in der es für den Fahrzeuginsassen gut erreichbar ist.
Aus der DE 10 2004 017 457 A1 ist beispielsweise ein Gurtschlossbringer mit einem Spindelantrieb bekannt, bei dem ein Elektromotor eine Spindel in Drehung versetzt, wodurch eine über ein Stahlseil mit dem Gurtschloss gekoppelte Spindelmutter auf der Spindel verschoben wird. Nachteilig hier ist jedoch der aufwendige Aufbau des Gurtschlossbringers.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Gurtschlossbringer mit einer einfachen und kompakten Bauweise zu schaffen. Dies wird erfindungsgemäß mit einem Gurtschlossbringer erreicht, der einen stationär fahrzeugfest anbringbaren Grundkörper und ein am Grundkörper verfahrbar gelagertes Gurtschloss aufweist, wobei am Grundkörper ein Spindelantrieb vorgesehen ist, der das Gurtschloss bewegt und dessen Spindel drehfest mit dem Gurtschloss verbunden ist, wobei ein Zwischengetriebe vorgesehen ist, das mit einem Antriebsritzel des Elektromotors gekoppelt ist und das ein mit der Spindelmutter kämmendes Ritzel aufweist.
BESTÄTIGUNGSKOPI E
Das Gurtschloss ist direkt und unmittelbar mit dem Spindelantrieb gekoppelt, was sowohl die Zahl der benötigten Bauteile und damit die Herstellungskosten als auch die Baugröße des gesamten Gurtschlossbringers reduziert. Das Zwischengetriebe dient der Übertragung der Antriebskraft vom Elektromotor auf die Spindelmutter in einer kompakten Anordnung mit einer gewünschten Übersetzung.
Das Zwischengetriebe kann zwei auf einer gemeinsamen Welle angeordnete Ritzel umfassen, von denen eines mit dem Antriebsritzel des Elektromotors und das andere mit einer Außenverzahnung der Spindelmutter kämmt. In einer anderen Ausführungsform umfasst das Zwischengetriebe ein Hohlrad und ein Ritzel, die auf einer gemeinsamen Welle angeordnet sind, wobei das Hohlrad mit dem Antriebsritzel des Elektromotors in Eingriff ist und das Ritzel mit einer Außenverzahnung der Spindelmutter kämmt.
Die drehfeste Verbindung der Spindel mit dem Gurtschloss wird beispielsweise dadurch erreicht, dass an einem oberen Ende der Spindel ein Befestigungselement angeordnet ist, an dem das Gurtschloss fixiert ist. Die Befestigungsgeometrie am Befestigungselement ist so wählbar, dass Gurtschlösser derselben Bauweise sowohl mit Gurtschlossbringern als auch für eine feste Befestigung im Fahrzeug verwenden werden können.
Für eine möglichst kompakte Bauweise kann die Spindel mit einem Schlitten verbunden sein, der entlang des Grundkörpers verfahrbar ist und der den Grundkörper zumindest abschnittsweise umschließt. Die Fixierung des Schlittens an der Spindel kann beispielsweise über das Befestigungselement am oberen Ende der Spindel erfolgen. Bei dieser Bauweise ist der Grundkörper zumindest teilweise im Inneren des Schlittens aufgenommen, wodurch auf ein zusätzliches Gehäuse verzichtet werden kann, was die Anzahl der Teile und den benötigten Bauraum weiter reduziert.
Zwischen dem Grundkörper und dem Schlitten kann wenigstens ein Kugelkäfig angeordnet sein, auf dem der Schlitten für eine Linearbewegung entlang des Grundkörpers gelagert ist. Die Verwendung eines oder mehrerer Kugelkäfige, insbesondere in linearer Form mit mehreren entlang einer Gerade aufgereihten
Kugeln ermöglicht eine leichtgängige und geräuscharme Lagerung des Schlittens am Grundkörper.
Um die Spindel des Spindelantriebs in Axialrichtung reversibel zu bewegen, kann die Spindelmutter des Spindelantriebs, die die Axialbewegung der Spindel bewirkt, in der gewünschten Drehrichtung angetrieben werden.
Die Spindelmutter ist vorzugsweise am Grundkörper drehbar gelagert.
Beispielsweise kann die Spindelmutter in einem insbesondere senkrecht zur Axialrichtung geteilten Lagerblock aufgenommen sein, was eine einfache Vormontage des Spindelantriebs vor dessen Befestigung am Grundkörper erlaubt. Der Lagerblock wird vorzugsweise vom Schlitten umgriffen, sodass auch hier kein separates Gehäuse benötigt wird und die Kompaktheit des gesamten Gurt- schlossbringers erhöht wird.
Im Lagerblock kann auch eine Lagerung für einen die Spindelmutter antreibenden Elektromotor vorgesehen sein, sodass der gesamte Antrieb am Grund- körper angeordnet werden kann und wenigstens zum Großteil vom Schlitten gegen Umwelteinflüsse geschützt werden kann. Das Zwischengetriebe ist vorzugsweise ebenfalls am Lagerblock gelagert und kann an diesem vormontiert werden.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels mit Bezug auf die beigefügten Zeichnungen näher beschrieben. In den Zeichnungen zeigen:
Figur 1 einen erfindungsgemäßen Gurtschlossbringer in einer schematischen perspektivischen Darstellung in einer vollständig zurückgezogenen Position;
Figur 2 den Gurtschlossbringer aus Figur 1 in einer vollständig ausgefah- renen Position;
Figur 3 eine schematische perspektivische Darstellung des Gurtschloss- bringers aus Figur 1 ohne den Schlitten;
Figur 4 die in Figur 3 dargestellte Baugruppe in einer Frontansicht;
Figuren 5 und 6 schematische Darstellungen des Spindelantriebs des erfindungsgemäßen Gurtschlossbringers;
- Figuren 7 und 8 schematische Darstellungen des Spindelantriebs mit einem Lagerblock und einem Elektromotor; - Figuren 9 und 10 eine Explosionsdarsteilung des erfindungsgemäßen Gurtschlossbringers; und
Figuren 11 bis 13 einen erfindungsgemäßen Gurtschlossbringer gemäß einer zweiten Ausführungsform.
Die Figuren 1 und 2 zeigen einen Gurtschlossbringer 10, der einen fahrzeug- fest befestigbaren, starren Grundkörper 12 und einen am Grundkörper 12 entlang dessen Axialrichtung A verfahrbar gelagerten Schlitten 14 aufweist. Der Schlitten 14 umgreift den Grundkörper 12 in Umfangsrichtung zumindest teilweise, wobei in diesem Beispiel der Schlitten 14 umfangsmäßig teilweise komplett geschlossen ist (siehe auch Figur 9). Figur 1 zeigt den Gurtschlossbringer 10 in einer vollständig zurückgezogenen Position, wie sie während des normalen Fahrbetriebs eingenommen wird. Figur 2 zeigt den Gurtschlossbringer 10 in der maximal ausgefahrenen Position, die zum An- und Abschnallen des Sicherheitsgurtes eingenommen wird. Die Verfahrrichtung V, in der ein Gurtschloss 16 durch den Gurtschlossbringer 10 reversibel bewegt wird, fällt mit der Axialrichtung A zusammen.
Am Grundkörper 12 ist hier eine Befestigungsöse 18 ausgebildet, über die die Befestigung des Gurtschlossbringers 10 am Fahrzeug erfolgt.
Der Grundkörper 12 weist eine Rückenplatte 20 sowie zwei sich in Axialrichtung A erstreckende Schmalseiten 22 auf, die seitlich von der Rückenplatte 20 abstehen.
Der kastenförmige Schlitten 14 hat zwei Schmalseiten 24, die parallel zu den Schmalseiten 22 des Grundkörpers 12 angeordnet sind. Zwischen der Außenseite der Schmalseiten 22 und der Innenseite der Schmalseiten 24 sind als Lagerung mehrere Kugelkäfige 26 angeordnet, die in Axialrichtung A frei beweglich in Führungen 28 an den Schmalseiten 22 des Grundkörpers 12 aufgenommen sind. Dies ist auch in den Figuren 3, 4 und 10 dargestellt. Die Kugelkäfige 26 sind hier
als lineare Bauteile mit jeweils vier Kugeln ausgebildet und erlauben auf bekannte Weise eine gleichmäßige und geräuscharme Bewegung des Schlittens 14 entlang des Grundkörpers 12. Es sind insgesamt vier Kugelkäfige 26 vorgesehen, die jeweils an den Außenkanten der Schmalseiten 22 angeordnet sind. Anschlä- ge 30 an den axialen Enden der Schmalseiten 22 verhindern, dass die Kugelkäfige 26 die Führungen 28 verlassen. An den gurtschlossseitigen Enden sind die Anschläge 30 hier durch Niete gebildet, die nach dem Einschieben der Kugelkäfige 26 in die Führungen 28 eingesetzt werden.
Das Gurtschloss 16 wird in und gegen die Verfahrrichtung V reversibel durch einen am Grundkörper 12 angeordneten Spindelantrieb 32 bewegt. Der Spindelantrieb 32 ist beispielsweise in den Figuren 5 und 6 näher dargestellt.
Der Spindelantrieb 32 umfasst eine drehbar gelagerte, angetriebene Spindelmutter 34 sowie eine durch Drehung der Spindelmutter 34 entlang der Verfahrrichtung V verschiebbare Spindel 36. An ihrem gurtschlossseitigen Ende ist die Spindel 36 über ein hier plattenför- miges Befestigungselement 38 drehfest mit dem Gurtschloss 16 verbunden. Das Befestigungselement 38 ist beispielsweise mit der Spindel 36 laserverschweißt.
Um ein Mitdrehen der Spindel 36 mit der Spindelmutter 34 zu verhindern, ist das Befestigungselement 38 drehfest am Schlitten 14 verschraubt, wie bei- spielsweise Figur 9 zeigt. Hierzu sind in diesem Beispiel zwei Befestigungsösen 40 an einem gurtschlossseitigen Ende des Schlittens 14 vorgesehen.
Die Spindel 36 ist zumindest über den maximalen Verfahrbereich mit einem Gewinde versehen, das in ein Innengewinde der Spindelmutter 34 eingreift, wie es von Spindelantrieben bekannt ist. Die Spindelmutter 34 ist axial unverschieblich, aber drehbar in einem Lagerblock 42 aufgenommen, der fest mit dem Grundkörper 12 verbunden ist.
Der Lagerblock 42 ist hier vertikal in zwei Abschnitte 42a, 42b unterteilt (siehe Figur 10), zwischen denen die Spindelmutter 34 gelagert ist. In diesem Beispiel ist der Lagerblock 42 über einen Rahmen 44 mit der Rückenplatte 20 des Grund- körpers 12 verschraubt.
Die Spindelmutter 34 wird über einen Elektromotor 46 angetrieben, der ebenfalls am Grundkörper 12 fixiert ist. Der Lagerblock 42, genauer der gurtschloss- ferne Abschnitt 42b des Lagerblocks 42, bildet eine Lagerung für ein gurtschloss- seitiges Ende des Elektromotors 46. Um den Bauraum in der in das Fahrzeug hinein weisenden Richtung zu reduzieren, ist in diesem Beispiel im Schlitten 14 jeweils in einer Frontplatte 14a und einer Rückenplatte 14b eine Ausnehmung 48 vorgesehen, in die der Elektromotor 46 hineinragt.
Auf der Welle des Elektromotors 46 sitzt ein Antriebsritzel 50, das mit einem ersten Ritzel 52 eines Zwischengetriebes 54 kämmt. Das Zwischengetriebe 54 weist ein zweites Ritzel 56 auf, das mit dem ersten Ritzel 52 auf einer gemeinsamen Welle 57 angeordnet ist. Das zweite Ritzel 56 kämmt mit einer Außenverzahnung 58 an der Spindelmutter 34, wodurch eine Drehbewegung des Ritzels 50 in gewünschter Übersetzung auf die Spindelmutter 34 übertragen werden kann. Alle Verzahnungen sind hier als Schrägverzahnungen ausgebildet. Die Welle des Zwischengetriebes 54 ist ebenfalls im Lagerblock 42 gelagert, wie in Figur 10 zu erkennen ist.
Die Welle des Elektromotors 46, die Welle 57 des Zwischengetriebes 54 und die Spindel 36 sind parallel zueinander ausgerichtet. Der Spindelantrieb 32 kann mit dem Elektromotor 46 im Lagerblock 42 zu einer separaten Baugruppe vormontiert werden, wie in den Figuren 7 und 8 dargestellt ist.
Außerdem sind in diesem Beispiel zwei Positionssensoren 60 zur Erfassung einer Spindelposition vorgesehen. Die Positionssensoren 60 sind ebenfalls am Grundkörper 12 montiert.
In den Figuren 1 1 bis 13 ist eine zweite Ausführungsform dargestellt, die einen abgeänderten Spindelantrieb 32'aufweist.
In diesem Fall umfasst das Zwischengetriebe 54' ein Hohlrad 52' und ein Ritzel 56, die auf einer gemeinsamen Welle 57' angeordnet sind. Das Hohlrad 52' umgibt das Ritzel 50 des Elektromotors 46 und wird von diesem angetrieben. Die Rotationsbewegung wird über das drehfest mit dem Hohlrad 52' gekoppelte Rit-
zel 56 auf die Spindelmutter 34 übertragen. In diesem Beispiel sind die Verzahnung des Ritzels 56 und die Außenverzahnung 58 der Spindelmutter 34 als Geradverzahnungen ausgebildet, es könnten aber auch wie in der ersten Ausführungsform Schrägverzahnungen verwendet werden. Figur 13 zeigt die Anordnung des Hohlrads 52' um das Ritzel 50 des Elektromotors 46 in einer Schnittansicht.
Die restlichen Merkmale des Gurtschlossbringers können wie oben beschrieben ausgebildet sein.