Kolben-Zylinder-Anordnung, insbesondere ein Geberzylinder eines Kupplungsbetäti gungssvstems in einem Kraftfahrzeug
Die Erfindung betrifft eine Kolben-Zylinder-Anordnung, insbesondere einen Geberzylinder eines Kupplungsbetätigungssystems in einem Kraftfahrzeug, mit einem Kolben, welcher axial beweglich in einem, als Gehäuse ausgebildeten Zylinder angeordnet ist, und einem Sensorsystem, welches an dem Gehäuse angeordnet ist und mit einem, an oder in dem Kolben befestigten Sensorbestandteil in einer Wirkverbindung steht.
In hydraulischen Kupplungsausrücksystemen, die in Kraftfahrzeugen Einsatz finden, werden lineare Wegmesssysteme eingesetzt, um eine Position eines Kolbens, welcher in einem Geberzylinder geführt ist, zu erfassen, um den Betätigungszustand der Kupplung des Kraftfahrzeuges bestimmen zu können. Das Linearwegmesssystem umfasst ein Sensorsystem, das aus einer induktiven Sensoreinheit und einem elektrisch leitfähigen Target, welches im Weiteren als Sensorbestandteil bezeichnet werden soll, besteht. Alternativ dazu ist es aber auch möglich, dass als Sensorsystem ein Hall-Sensor benutzt wird, welches als Sensorbestandteil einen Dauermagneten umfasst, der am Kolben positioniert ist. Durch die Bewegung des Kolbens wird der Sensorbestandteil in einem, von dem Sensorsystem aufgespannten Magnetfeld bewegt oder spannt selbst ein Magnetfeld auf, welches an dem Sensor vorbeigeführt wird, wodurch sich ein Sensorsignal des Sensorsystems verändert.
Um ein genaues Sensorsignal zu garantieren, ist es notwendig, den am Kolben montierten Sensorbestandteil gegen Verdrehen zu sichern. Aus der DE 10 2009 038 638 A1 ist ein Geberzylinder mit einem Wegsensor bekannt, bei welchem an der, dem Magneten entgegengesetzten Seite des Kolbens ein Befestigungselement drehfest angeordnet ist. Das Befestigungselement weist einen radialen Vorsprung auf, der in eine axial verlaufende Führungsnut eingreift, die in einem Einsatzteil ausgebildet ist, welches an das Gehäuse anschließt und mit diesem fest verbunden ist. Eine solche Verdrehsicherung ist sehr aufwändig herzustellen und zu justieren.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Kolben-Zylinder-Anordnung anzugeben, welche ohne zusätzliche Teile auskommt und trotzdem ein genaues Sensorsignal liefert.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass an dem Kolben nahe dem
Sensorbestandteil ein sich axial erstreckender Führungssteg ausgebildet ist, welcher in eine, an einer Innenwandung des Gehäuses ausgebildete axiale Führungsnut eingreift. Eine solche konstruktiv einfache Lösung verhindert zuverlässig, dass der Abstand zwischen dem Sensorbestandteil und dem Sensorsystem sich verändert, so dass das Sensorsignal immer konstant ist. Darüber hinaus ist eine zuverlässige Montage des Kolbens und der an dem Kolben befestigten Kolbenstange möglich, da diese nur in einer Richtung zu montieren sind. Durch den Verzicht auf zusätzliche Bauteile reduzieren sich die Kosten sowie das Gewicht der Kolben- Zylinder-Anordnung.
Vorteilhafterweise greift der Führungssteg formschlüssig in die Führungsnut ein. Dieser formschlüssige Einsatz verhindert ein Spiel zwischen Kolben und Gehäuse und erlaubt eine plane Führung des Kolbens innerhalb des Gehäuses.
In einer Ausgestaltung ist ein Querschnitt der Führungsnut und des Führungssteges rund oder eckig ausgebildet. Die eckige Ausgestaltung begünstigt den formschlüssigen Kontakt und sichert den Kolben zuverlässig am Gehäuse. Bei der runden Ausbildung wird eine gleitende Bewegung des Kolbens innerhalb des Gehäuses unterstützt.
In einer Weiterbildung ist der Führungssteg an einem Außenumfang des Kolbens angeordnet, welcher sich in eine Richtung eines, durch das Gehäuse aufgespannten Druckraumes erstreckt. Der Führungssteg ist somit nahe der Position ausgebildet, wo sich auch der Sensorbestandteil am Kolben befindet. Diese Anordnung des Führungssteges unterbindet eine Veränderung des Abstandes zwischen Sensorsystem und Sensorbestandteil.
In einer Weiterbildung ist der Sensorbestandteil in einer Kammer angeordnet, welche sich ausgehend von einer, dem Druckraum zugewandten Stirnseite des Kolbens in dessen Inneres axial ausdehnt. Die Verankerung des Sensorbestandteils in einer Kammer verhindert zuverlässig, dass sich der Sensorbestandteil während der Bewegung des Kolbens aus seiner Position löst. Dies wird dadurch unterstützt, dass der Sensorbestandteil in der Kammer verklebt ist.
In einer Ausführungsform sind ein Innendurchmesser des Gehäuses und ein Außendurchmesser des Kolbens annähernd gleich groß. Ein minimaler Abstand zwischen diesen beiden
Bauteilen erlaubt eine gleitende axiale Bewegung des Kolbens, verhindert aber, dass sich der Abstand zwischen dem Sensorbestandteil und dem Sensorsystem verändert.
Vorteilhafterweise ist ein Bereich des Kolbens, welcher dem Druckraum abgewandt ist, von einem Dichtungsträger umfasst, der fest mit dem Gehäuse verbunden ist, wobei die Führungsnut in eine Innenwandung des ringförmigen Dichtungsträgers verlängert ist. Der Dichtungsträger trägt axial zwei Dichtungsringe, welche dazu dienen, dass der Druckraum gegen das Gehäuse und gegen den Dichtungsträger zuverlässig abgedichtet ist und keine Hydraulikflüssigkeit, welche sich in dem Druckraum befindet, austreten kann. Da der Dichtungsträger die Verlängerung des Gehäuses darstellt, bewegt sich der Kolben natürlich auch in diesem. Durch die Ausbildung der Führungsnut in dem Dichtungsträger wird weiterhin gewährleistet, dass der Kolben winkeltreu montiert und betätigt werden kann.
In einer Ausgestaltung ist das Gehäuse mit dem Dichtungsträger verschweißt, vorzugsweise ultraschallgeschweißt. Dabei ist der Dichtungsring vorteilhafterweise als Schweißring ausgebildet.
In einer weiteren Ausführungsform ist ein Innendurchmesser des Dichtungsträgers größer als der Innendurchmesser des Gehäuses. Dadurch wird sichergestellt, dass der Kolben im Dichtungsring ein größeres Spiel aufweist als innerhalb des Gehäuses, was insbesondere bei der Montage des Kolbens in die Baueinheit, bestehend aus Gehäuse und Dichtungsring, von Vorteil ist.
Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Eine davon soll anhand der in der Zeichnung dargestellten Figuren näher erläutert werden.
Es zeigen:
Figur 1 : Prinzipdarstellung eines hydraulischen Kupplungsbetätigungssystems,
Figur 2: ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Kolben-Zylinder-Anordnung,
Figur 3: eine Einzeldarstellung der Bestandteile der Kolben-Zylinder-Anordnung nach Figur 2,
Figur 4: ein Querschnitt der Kolben-Zylinder-Anordnung gemäß Figur 2.
Gleiche Merkmale sind mit gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet.
In Figur 1 ist ein hydraulisches Kupplungsbetätigungssystem 1 dargestellt, wie es in
Kraftfahrzeugen zum Einsatz kommt. Ein solches Kupplungsbetätigungssystem 1 umfasst ein hydraulisches Betätigungssystem in Form eines Kupplungsgeberzylinders 4, welcher einen als Gehäuse 2 ausgebildeten Zylinder aufweist, in dem ein Kolben 3 axial beweglich gelagert ist. Der Kolben 3 wird von einem Kupplungspedal 5 betätigt, welches an einer Kolbenstange 7 angreift. Über eine Hydraulikleitung 8 ist der Kupplungsgeberzylinder 4 mit einem Nehmerzylinder 9 verbunden, welcher eine Kupplung 10 betätigt. Das Verstellen der Position der Kupplung 10 erfolgt aufgrund des Antriebes des Kolbens 3 durch das Kupplungspedal 5. Der Kupplungsgeberzylinder 4 und die Kupplung 10 mit dem Nehmerzylinder 9 sind dabei räumlich getrennt im Kraftfahrzeug angeordnet. Außen an dem als Gehäuse 2 dienenden Zylinder ist ein Hall-Sensorsystem 1 1 angeordnet, dem ein Dauermagnet 12 gegenüberliegt, der an dem Kolben 3 befestigt ist. Das Hall-Sensorsystem 1 1 ist mit einem Steuergerät 6 verbunden.
Wie aus Figur 2 ersichtlich, ist das Gehäuse 2 mit einem als Schweißring ausgebildeten Dichtungsträger 13 fest verbunden. Sowohl innerhalb des Gehäuses 2, welches einen Druckraum 14 aufspannt, und dem Dichtungsträger 13 ist der Kolben 3 axial beweglich gelagert. An der Stirnseite des Kolbens 3, welche dem Druckraum 14 zugewandt ist, ist eine Magnetkammer 15 ausgebildet, die sich axial in den Kolben 3 erstreckt. In dieser Magnetkammer 15 ist der Dauermagnet 12 so gelagert, dass er nahe an dem Hall-Sensorsystem 12, welches außen an dem Gehäuse 2 befestigt ist, vorbeigeführt wird. Der als Schweißring ausgebildete Dichtungsträger 13 weist zwei Dichtringe 16, 17 auf, welche sowohl das Gehäuse 2 als auch den Dichtungsträger 13 gegen die in den Druckraum 15 befindliche Hydraulikflüssigkeit abdichten.
Die einzelnen Bestandteile der Kolben-Zylinder-Anordnung sind in Figur 3 separat dargestellt. Der Kolben 3 weist dabei auf der Magnetseite einen Führungssteg 18 auf, welcher eine gewölbte Fläche aufweist. Das Gehäuse 2 und der Dichtungsträger 13 besitzen an ihrer Innenwandung 19 jeweils eine Führungsnut 20, welche ebenfalls axial ausgebildet ist und die im montierten Zustand ineinander übergehen. Bei der Montage des Kolbens 3 in die zusammengefügte Baueinheit, bestehend aus Gehäuse 2 und Dichtungsträger 13, kann der Kolben 3 nur in einer einzigen Position montiert werden, da der Führungssteg 18 in die Führungsnut 20 von Gehäuse 2 und Dichtungsträger 13 eingreift. Durch diese Arretierung ist der Kolben 3 gegen
Verdrehen gegenüber dem Gehäuse 2 und dem Dichtungsträger 13 gesichert, so dass zwischen dem Dauermagneten 12 und dem Hall-Sensorsystem 1 1 immer ein konstanter Abstand besteht, welcher ein konstantes Sensorsignal nach sich zieht, das das Sensorsystem 1 1 an das Steuergerät 6 weiterleitet.
Ein Querschnitt durch die beschriebene Kolben-Zylinder-Anordnung ist in Figur 4 gezeigt, wobei die Führungsnut 18 des Kolbens 3, welche in die Führungsnut 20 des Gehäuses 2 eingreift, noch einmal verdeutlicht wird.
Die vorgeschlagene Lösung lässt sich neben dem bereits erläuterten Hall-Sensorsystem mit einem Dauermagneten auch für andere Sensorsysteme einsetzen, wie beispielsweise einer induktiven Sensoreinheit, welche mit einem, am Kolben 3 befestigten elektrisch leitfähigen Target zusammenwirkt.
Mit der vorgeschlagenen Kolben-Zylinder-Anordnung wird der Kolben 3 gegen Verdrehen versichert, wodurch gleichzeitig verhindert wird, dass das Sensorsignal des Linearwegmess- systems verloren geht.
Bezugszeichenliste
Kupplungsbetätigungssystem
Gehäuse
Kolben
Kupplungsgeberzylinder
Kupplungspedal
Steuergerät
Kolbenstange
Hydraulikleitung
Nehmerzylinder
Kupplung
Hall-Sensorsystem
Dauermagnet
Dichtungsträger
Druckraum
Magnetkammer
Dichtring
Dichtring
Führungssteg
Innenwandung
Führungsnut