Beschreibung
Halbleiterbauteil mit einem Halbleiterchip und mit Außenkon¬ takten sowie Verfahren zur Herstellung desselben
Die Erfindung betrifft ein Halbleiterbauteil mit einem Halb¬ leiterchip auf einem Verdrahtungssubstrat und mit Außenkon¬ takten. Diese Außenkontakte sind auf einer Unterseite des Halbleiterbauteils angeordnet und ermöglichen, das Halblei- terbauteil durch Oberflächenmontage auf einem übergeordneten Schaltungsträger aufzubringen. Dazu sind die Außenkontakte auf der Unterseite der Halbleiterbauteile angeordnet, wie es bei Flipchip-Kontakten und/oder bei BGA-Gehäusen der Fall ist.
Um die Zuverlässigkeit zwischen dem oberflächenmontierten Halbleiterbauteil und der übergeordneten Schaltungsplatine insbesondere bei Zyklentests zu erhöhen, wird nach der Ober¬ flächenmontage der Zwischenraum zwischen Halbleiterbauteil mit BGA-Gehäuse oder mit Flipchip-Struktur und dem übergeord¬ neten Schaltungsträger durch ein Unterfüllmaterial gefüllt. Dafür wird ein langsamer Dispensprozess eingesetzt. Für die¬ sen Dispensprozess ist neben dem oberflächenmontierten Halb¬ leiterbauteil eine entsprechend große Fläche auf dem überge- ordneten Schaltungsträger zu reservieren, damit entsprechende Werkzeuge das Unterfüllmaterial in den Zwischenraum zwischen Halbleiterbauteil und dem übergeordneten Schaltungsträger einbringen können. Dieser Flächenbedarf sowie der langsame Dispensprozess wirken sich nachteilig auf den Fertigungs- durchsatz aus. Ferner ist dieses Auffüllen auf Unterfüllmate¬ rialien beschränkt, die in der Lage sind, mit Hilfe der Ka¬ pillarwirkung den Zwischenraum zwischen der Unterseite des
Halbleiterbauteils und dem übergeordneten Schaltungsträger aufzufüllen.
Es besteht somit der Bedarf, dieses mit hohen Risiken und großem Platzbedarf verbundene Verfahren des Unterfüllens von Halbleiterbauteilen in Halbleiter-BGA-Technik oder Flipchip- Technik zu vermeiden.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Halbleiterbauteil an- zugeben, mit dem es möglich ist, eine Oberflächenmontage durchzuführen, ohne dass anschließend die Zwischenräume zwi¬ schen den Außenkontakten der übergeordneten Schaltungsplatine aufzufüllen sind.
Gelöst wird diese Aufgabe mit dem Gegenstand der unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
Erfindungsgemäß wird ein Halbleiterbauteil mit einem Halblei- terchip auf einem Verdrahtungssubstrat geschaffen, wobei das Verdrahtungssubstrat auf seiner Oberseite und/oder auf seiner Unterseite eine Verdrahtungsstruktur aufweist. Auf der Ober¬ seite des Verdrahtungssubstrats ist mindestens ein Halblei¬ terchip angeordnet und über Verbindungselemente mit der Ver- drahtungsstruktur elektrisch verbunden. Dazu weist das Ver¬ drahtungssubstrat eine Unterseite auf, auf der Außenkontakt- flächen angeordnet sind, die über Durchkontakte durch das Verdrahtungssubstrat mit der Verdrahtungsstruktur und/oder den Verbindungselementen elektrisch in Verbindung stehen. Die Außenkontaktflächen weisen Außenkontakte auf, die von einer isolierenden thermischen Ausgleichsschicht, welche ein Unter¬ füllmaterial aufweist, umgeben sind, wobei Außenkontaktspit¬ zen aus der Ausgleichsschicht herausragen.
Mit einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Halbleiter¬ bauteil mit einem Halbleiterchip geschaffen, wobei der Halb¬ leiterchip Flipchip-Kontakte als Außenkontakte des Halblei- terbauteils aufweist. Mit diesen Flipchip-Kontakten ist das Halbleiterbauteil auf einer übergeordneten Schaltungsplatine montierbar. Die Flipchip-Kontakte sind dafür von einer iso¬ lierenden thermischen Ausgleichsschicht auf der aktiven Ober¬ seite des Halbleiterchips umgeben, wobei die Ausgleichs- Schicht ein Unterfüllmaterial aufweist. Aus der Ausgleichs¬ schicht ragen bei diesem Aspekt der Erfindung Flipchip- Kontaktspitzen als Außenkontaktspitzen aus der Ausgleichs¬ schicht heraus.
Ein derartiges erfindungsgemäßes Bauteil hat den Vorteil, dass eine Oberflächenmontage billiger und schneller durch¬ führbar ist. Auch das Aufbringen der Ausgleichsschicht auf die Unterseite des Verdrahtungssubstrats bzw. auf die Ober¬ seite des Halbleiterchips mit Flipchip-Kontakten zwischen den dort angeordneten Außenkontakten bzw. den Flipchip-Kontakten ermöglicht einen schnellen Prozessablauf, zumal diese Flächen vor einer Oberflächenmontage voll zum Beschichten mit einer Ausgleichsmasse zur Verfügung stehen. Dabei ist ein weiterer Vorteil entscheidend, dass die Auftragshöhe beliebig an die Außenkontakthöhen bzw. an die Höhen der Flipchip-Kontakte an¬ passbar ist, so dass eine individuelle Auftragshöhe ohne Ver¬ änderung der entsprechenden Technikanlagen erforderlich wird. Vielmehr werden lediglich entsprechende Prozessparameter für das Aufbringen der Ausgleichsschicht an die Außenkontakthöhen angepasst.
Im Gegensatz zu dem Unterfüllmaterial, das durch Kapillarwir¬ kung eingebracht wird, sind hier keine weiteren Prozess-
schritte notwendig und es können selbsthärtende Kunststoffe oder unter UV-Bestrahlung härtende Materialien eingesetzt werden, zumal die mit einer Unterfüllschicht zu versehenden Flächen voll von einem UV-Strahler erfasst werden können, was bei bereits oberflächenmontierten Halbleiterbauteilen, in die nachträglich ein Kapillarunterfüllmaterial eingebracht wird, nicht möglich ist. Eine UV-Bestrahlung wird nämlich durch das Halbleiterbauteil abgeschirmt und kann bei herkömmlicher Technik die unter Kapillarwirkung eingebrachten Materialien in den Zwischenräumen zwischen Halbleiterbauteil und überge¬ ordnetem Schaltungssubstrat nicht erreichen.
In einer Ausführungsform der Erfindung sind die Außenkontakt- spitzen bzw. die Flipchip-Kontaktspitzen gleichmäßig auf der Unterseite des Halbleiterbauteils verteilt angeordnet. Diese gleichmäßige Anordnung entspricht zwar der BGA-Gehäusetechnik bzw. der Flipchip-Technik, jedoch stehen die Außenkontakte für die Oberflächenmontage des erfindungsgemäßen Halbleiter¬ bauteils nicht vollständig zur Verfügung, sondern lediglich ein Kugelabschnitt, der aus der Ausgleichsschicht herausragt. Dennoch reicht dieser Kugelabschnitt eines Außenkontaktes bzw. eines Flipchip-Kontaktes vollständig aus, um eine zuver¬ lässige Oberflächenmontage auf dem übergeordneten Schaltungs¬ träger zu erreichen. Dazu können die Außenkontaktspitzen bzw. die Flipchip-Kontaktspitzen vorzugsweise ein oberflächenmon- tierbares Außenraster aufweisen. Dieses Außenraster ist ent¬ sprechenden Kontaktanschlussflächen auf dem übergeordneten Schaltungsträger in seiner Anordnung angepasst. Somit kann das erfindungsgemäße Halbleiterbauteil ohne Schwierigkeiten an die übergeordnete Schaltungsplatine herangeführt werden.
Für eine Oberflächenmontage weisen die Außenkontaktspitzen eine Höhe h auf, mit der sie aus der Ausgleichsschicht her-
ausragen. Diese Höhe h ist kleiner oder gleich der Dicke d der Ausgleichsschicht. Bei Gleichheit der Dicke der Aus¬ gleichsschicht mit der Höhe h der Außenkontaktspitzen sind die Außenkontakte des Halbleiterbauteils nur bis zur Hälfte ihrer Gesamthöhe H von der Ausgleichsschicht umgeben.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung bilden die Außenkontaktspitzen bzw. die Flipchip-Kontaktspitzen eine Ku¬ gelabschnittsform mit einer Kugelabschnittshöhe hk von weni- gen um. Diese geringfügige Überhöhung gegenüber der Abdeck¬ schicht reicht aus, um eine sichere Oberflächenmontage auf einem übergeordneten Schaltungsträger zu gewährleisten und gleichzeitig die Zwischenräume zwischen Schaltungsträger und Halbleiterbauteil mit Hilfe der Ausgleichsschicht aufzufül- len.
Die Dicke d der Ausgleichsschicht liegt vorzugsweise zwischen 35 μm ≤ d ≤ 500 μm. Diese Größenordnung der Schichtdicke der Ausgleichsschicht reicht somit von der Flipchip-Technik bis hin zu Außenkontakten in BGA-Technik. Die zwischen dem Halb¬ leiterchip und dem Verdrahtungssubstrat angeordneten Verbin¬ dungselemente können ihrerseits auch Flipchip-Kontakte auf¬ weisen. In dem Fall ist die aktive Oberseite des Halbleiter¬ chips gegenüberliegend zur Oberseite des Verdrahtungssub- strats angeordnet, wobei das Verdrahtungssubstrat eine ent¬ sprechende Anordnung von Kontaktanschlussflächen aufweist, welche der Anordnung der Flipchip-Kontakte des Halbleiter¬ chips entspricht. Dazu können Durchkontakte durch das Ver¬ drahtungssubstrat so angeordnet werden, dass sie ebenfalls der Anordnung der Flipchip-Kontakte des Halbleiterchips ent¬ sprechen, wobei in diesem Fall die Verdrahtungsstruktur des Verdrahtungssubstrats auf der Unterseite angeordnet ist.
Alternativ dazu können die Verbindungselemente auch Bonddräh¬ te aufweisen. In diesem Fall ist die aktive Oberseite des Halbleiterchips von der Oberseite des Verdrahtungssubstrats abgewandt und weist auf seiner Oberseite Kontaktflächen auf, die über Bonddrähte mit Kontaktanschlussflächen des Verdrah¬ tungssubstrats elektrisch verbunden sind. In diesem Fall ist die Verdrahtungsstruktur auf der Oberseite des Verdrahtungs¬ substrats angeordnet und steht mit entsprechenden Durchkon¬ takten in Verbindung, die ihrerseits mit Außenkontaktflachen elektrisch verbunden sind.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist zwischen der Unterseite des Verdrahtungssubstrats und der Ausgleichsschicht eine Lötstop-Lackschicht angeordnet. Eine derartige Lötstop-Lackschicht wird in den Fällen eingesetzt, in denen die Verdrahtungsstruktur des Verdrahtungssubstrats auf der Unterseite bzw. auf der gleichen Seite wie die Außen¬ kontaktflachen angeordnet ist. Bei einer derartigen Ausfüh- rungsform sorgt die Lötstop-Lackschicht dafür, dass das Mate- rial der Außenkontakte nur die Außenkontaktflachen benetzt und die Verdrahtungsstruktur vor dem Außenkontaktmaterial ge¬ schützt bleibt. Eine derartige Lötstop-Lackschicht kann au¬ ßerdem die Haftung zwischen Ausgleichsschicht und Verdrah¬ tungssubstrat verbessern.
Das Unterfüllmaterial der Ausgleichsschicht kann einen Füll¬ stoffanteil von 30 VoI % bis 95 VoI % vorzugsweise von 70 VoI % bis 85 VoI % Rest Kunststoff aufweisen. Ein derart hoher Füllstoffanteil zum besseren thermischen Anpassen der Ausgleichsschicht an die Ausdehnungskoeffizienten des Ver¬ drahtungssubstrats kann mit den erfindungsgemäßen Halbleiter¬ bauteilen deshalb realisiert werden, weil das Auffüllen der Zwischenräume zwischen den Außenkontakten nicht im bereits
oberflächenmontierten Zustand erfolgen muss, sondern weil diese Ausgleichsschicht direkt auf die Unterseite des Halb¬ leiterbauteils zwischen den Außenkontakten bzw. zwischen den Flipchip-Kontakten angebracht werden kann. Somit muss auf ei- ne Kapillarwirkung keine Rücksicht genommen werden und der
Füllstoffanteil kann somit beliebig erhöht werden, zumal eine niedrige Viskosität des geschmolzenen Unterfüllmaterials, wie sie bei geringem Füllstoffanteil auftritt, für diese Aus¬ gleichsschicht nicht erforderlich ist.
Weiterhin ist es vorgesehen, dass das Unterfüllmaterial Kera¬ mikpartikel als Füllstoff aufweist, um den thermischen Aus¬ gleich zu gewährleisten.
Ein Verfahren zur Herstellung eines Halbleiterbauteils an mehreren Halbleiterbauteilpositionen weist folgende Verfah¬ rensschritte auf. Zunächst wird ein Nutzen mit den nachfol¬ genden Verfahrensschritten hergestellt. Als erstes wird ein Verdrahtungsträger mit mehreren Halbleiterbauteilpositionen, die Verdrahtungssubstrate mit Verdrahtungsstrukturen, Durch¬ kontakten und Außenkontaktflächen auf der Unterseite des Ver¬ drahtungssubstrats aufweisen, hergestellt. Anschließend wird der Verdrahtungsträger mit Halbleiterchips in den Halbleiter¬ bauteilpositionen unter Verbinden von Verbindungselementen mit Kontaktanschlussflächen des Verdrahtungssubstrats herge¬ stellt. Schließlich werden die Halbleiterchips und die Ver¬ bindungselemente in eine Kunststoffgehäusemasse unter Bilden einer koplanaren Oberseite auf dem Verdrahtungsträger einge¬ bettet.
Nun werden auf der Unterseite des Verdrahtungsträgers, der in den Halbleiterbauteilpositionen Außenkontaktflächen aufweist, Außenkontakte aufgebracht. Nachdem die Außenkontakte auf der
Unterseite des Verdrahtungsträgers für eine Mehrzahl von Halbleiterbauteilpositionen fixiert sind, wird eine isolie¬ rende thermische Ausgleichsschicht auf die Unterseite des Verdrahtungsträger unter Herausragen von Außenkontaktspitzen durchgeführt. Damit sind die Verfahrensschritte für die Her¬ stellung eines Nutzens mit mehreren Halbleiterbauteilpositio¬ nen abgeschlossen und zum Herstellen von einzelnen Halblei¬ terbauteilen wird dann dieser Nutzen aufgetrennt.
Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass ein preiswerter und schneller Prozessablauf möglich wird. Ferner ist dieses Ver¬ fahren inlinefähig. Ferner hat das Verfahren den Vorteil, dass eine der Oberflächenmontage anpassbare Auftragshöhe der Ausgleichsschicht möglich ist, ohne die Vorrichtungen zum Auftragen zu ändern. Es müssen lediglich entsprechende Pro¬ zessparameter angepasst werden, um individuelle Auftragshöhen für individuelle Ausgleichsschichtdicken zu realisieren. Fer¬ ner ist bei Verwendung von geeigneten selbsthärtenden oder mittels UV-Bestrahlung aushärtenden Materialien als Unter- füllmaterial eine Ausgleichsschicht möglich, die auf weitere thermisch belastende Prozesschritte, wie Aushärten und Trock¬ nen auf einer übergeordneten Schaltungsplatine, verzichten kann.
In einem alternativen Verfahren ist es darüber hinaus mög¬ lich, die oben beschriebenen Verfahrensschritte für die Her¬ stellung eines Nutzens auf einen Wafer mit Flipchip-Kontakten anzuwenden, wobei auf die Oberfläche des Wafers nach Anbrin¬ gen von Flipchip-Kontakten auf den entsprechenden Kontaktflä- chen in jeder der Halbleiterbauteilpositionen des Halbleiter- wafers die Ausgleichsschicht für eine Vielzahl von Halblei¬ terbauteilen in Flipchip-Technik aufgebracht werden kann. Le¬ diglich die Trennwerkzeuge beim Trennen des Halbleiterwafers
und beim Auftrennen eines Nutzens in einzelne Halbleiterbau¬ teile unterscheiden sich.
In einer bevorzugten Durchführungsform des Verfahrens werden noch vor dem Auftrennen des Halbleiterwafers mit Flipchip- Kontakten bzw. des Nutzens mit Außenkontakten die einzelnen Halbleiterbauteile in ihren Halbleiterbauteilpositionen auf dem Nutzen bzw. auf dem Halbleiterwafer über die Außenkon- taktspitzen auf ihre Funktionsfähigkeit getestet. Erst nach Markieren der Halbleiterbauteilpositionen, die den Funktions¬ test nicht bestanden haben, wird dann der Wafer bzw. der Nut¬ zen aufgetrennt und nur die Halbleiterbauteile, die funkti¬ onstüchtig sind, werden weiter verarbeitet.
In einem weiteren bevorzugten Durchführungsbeispiel des Ver¬ fahrens erfolgt das Aufbringen der Ausgleichsschicht mittels Dispensens unter Aussparen der Außenkontaktspitzen bzw. der Flipchip-Kontaktspitzen. Das hat den Vorteil, dass eine Nach¬ behandlung nicht erforderlich ist. Bei einer weiteren Durch- führungsmöglichkeit des Verfahrens erfolgt das Aufbringen der Ausgleichsschicht mittels Aufsprühen durch eine Schutzmaske hindurch. Dabei werden durch die Schutzmaske die Bereiche vor einem Aufbringen der Ausgleichsschicht geschützt, die Außen¬ kontakte bzw. Flipchip-Kontakte aufweisen. Alle übrigen Be- reiche werden mit einer Ausgleichsschicht bedeckt.
Schließlich kann die Ausgleichsschicht mittels Strahldruck¬ verfahren unter Aussparung der Außenkontaktspitzen bzw. Flip¬ chip-Kontaktspitzen erfolgen. Das Strahldruckverfahren ent- spricht dem Tintenstrahl-Druckverfahren und kann durch ähnli¬ che Strahldruckköpfe wie beim Tintenstrahldrucken zwischen den Außenkontakten bzw. den Flipchip-Kontakten auf die Unter¬ seite eines Verdrahtungssubstrats bzw. auf die aktive Ober-
seite eines Halbleiterchips, der bereits mit Flipchip- Kontakten bedeckt ist, aufgebracht werden. Da die Außenkon- taktspitzen bei diesem Verfahren vollständig frei gelassen werden, ist das Halbleiterbauteil direkt nach dem Strahl- druckverfahren mit einem Auftrennen des Nutzens bzw. des Halbleiterwafers für eine Oberflächenmontage einsetzbar.
Eine weitere bevorzugte Möglichkeit des Aufbringens der Aus¬ gleichsschicht besteht darin, ein Schablonendruckverfahren unter Schutz der Außenkontaktspitzen durchzuführen. Das Scha¬ blonendruckverfahren unterscheidet sich von dem oben erwähn¬ ten Aufsprühverfahren durch eine Schutzmaske dadurch, dass beim Schablonendruckverfahren eine Masse aus Unterfüllmateri¬ al im schmelzflüssigen Zustand mit Hilfe eines Rakels auf der Oberseite einer Schablone verteilt wird, wobei die Flächen, die keine Außenkontakte bzw. Flipchip-Kontakte tragen, mit der Ausgleichsschicht bedeckt werden.
Eine weitere Möglichkeit, die Ausgleichsschicht aufzubringen, besteht darin, ein Tauchverfahren anzuwenden. Bei einem der¬ artigen Tauchverfahren werden auch die Außenkontaktspitzen bzw. Flipchip-Kontaktspitzen von dem Unterfüllmaterial be¬ deckt und werden in einem anschließenden Prozessschritt von dem Unterfüllmaterial befreit. Dieser Prozessschritt kann mit einer Laserabtragstechnik, mit einer Reib- oder Schleiftech¬ nik oder mit Zerstäubungs- oder Ätztechniken durchgeführt werden.
Die Erfindung wird nun anhand der beigefügten Figuren näher erläutert.
Figur 1 zeigt einen schematischen Querschnitt durch ein
Halbleiterbauteil einer Ausführungsform der Erfin¬ dung;
Figur 2 zeigt eine Prinzipskizze eines Strahldruckverfah¬ rens zum Aufbringen einer isolierenden thermischen Ausgleichsschicht auf eine Unterseite eines Ver¬ drahtungssubstrats;
Figur 3 zeigt eine Prinzipskizze eines Sprühverfahrens zum Aufbringen einer isolierenden thermischen Aus¬ gleichsschicht auf eine Unterseite eines Verdrah¬ tungssubstrats.
Figur 1 zeigt einen schematischen Querschnitt durch ein Halb¬ leiterbauteil 1 einer Ausführungsform der Erfindung. Dieses Halbleiterbauteil 1 ist in BGA-Technik (ball grid array) auf¬ gebaut. Jedoch kann die erfindungsgemäße Ausgleichsschicht 11 aus Unterfüllmaterial 12 auch auf die Unterseiten von HaIb- leiterbauteilen in Flipchip-Technik aufgebracht werden.
Schließlich ist es möglich, die erfindungsgemäße Ausgleichs¬ schicht 11 bei allen Halbleiterbauteilen anzuwenden, die für eine Oberflächenmontage auf einem übergeordneten Schaltungs¬ träger vorgesehen sind.
Dazu weisen derartige Halbleiterbauteile 1 Außenkontakte 10 auf ihrer Unterseite 14 auf, wobei die Anordnung der Außen¬ kontakte 10 den Anordnungen von Anschlussflächen auf dem ü- bergeordneten Schaltungsträger entspricht. Mit der erfin- dungsgemäßen Ausgleichsschicht 11 zwischen den Außenkontakten 10 der oberflächenmontierbaren Halbleiterbauteile 1 ist es möglich, auf ein Unterfüllen des Zwischenraums zwischen einem oberflächenmontierbarem Halbleiterbauteil 1 und einem überge-
ordnetem Schaltungsträger vollständig zu verzichten. Das in Figur 1 gezeigte beispielhafte Halbleiterbauteil 1 weist ei¬ nen Halbleiterchip 2 auf einem Verdrahtungssubstrat 3 auf. Das Verdrahtungssubstrat 3 weist auf seiner Unterseite 7 eine Verdrahtungsstruktur 5 auf, über die Durchkontakte 9 mit Au- ßenkontaktflachen 8 auf der Unterseite 7 des Verdrahtungssub¬ strats 3 verbunden sind. Der Halbleiterchip 2 weist seiner¬ seits Kontaktflächen 21 auf, die über Verbindungselemente 6, welche in dieser Ausführungsform der Erfindung als Flipchip- Kontakte 16 ausgebildet sind, mit den Durchkontakten 9 über entsprechende Anschlussflächen 17 auf der Oberseite 4 des Verdrahtungssubstrats 3 verbunden sind.
Der Halbleiterchip 2 und die Verbindungselemente 6 zum Ver- drahtungssubstrat 3 sind in eine gemeinsame Kunststoffgehäu¬ semasse 18 eingebettet, die eine ebene bzw. planare Oberseite 19 des Halbleiterbauteils 1 aufweist. In anderen Ausführungs¬ formen der Erfindung kann diese Oberseite 19 auch direkt von der Rückseite 22 des Halbleiterchips 2 gebildet sein. Auf der Unterseite 7 des Verdrahtungssubstrats 3 bildet die Verdrah¬ tungsstruktur 5 Außenkontaktflachen 8 aus, auf denen Außen¬ kontakte 10 angeordnet sind. Diese Außenkontakte 10 ragen mit Außenkontaktspitzen 13 aus der Ausgleichsschicht 11, welche die Unterseite 14 des Halbleiterbauteils 1 bildet, heraus.
Die Ausgleichsspitzen 13 weisen eine Kugelabschnittsform 15 mit einer Kugelabschnittshöhe hk von wenigen Mikrometern auf. Diese Kugelabschnittshöhe hk kann jedoch größer oder gleich der Dicke d der Ausgleichsschicht 11 sein. Die Dicke d der Ausgleichsschicht 11 liegt zwischen 35 und 500 μm. Die Aus¬ gleichsschicht 11 umgibt die Außenkontakte 10, die eine Höhe H aufweisen, so dass die Außenkontakte 10 so weit gestützt
werden, dass Abrisse zwischen den Außenkontakten 10 und Au- ßenkontaktflachen 8 vermieden werden.
Die Ausgleichsschicht 11 kann ein Unterfüllmaterial 12 aus einem UV-aushärtbaren Kunststoff aufweisen. Somit kann nach dem Auftragen der Ausgleichsschicht 11 auf die Unterseite 7 des Verdrahtungssubstrats 3 mit Hilfe einer flächigen UV- Bestrahlung die Ausgleichsschicht 11 nach ihrem Auftragen auf die Unterseite 7 des Verdrahtungssubstrats 3 ausgehärtet wer- den, was bei herkömmlichen Unterfülltechniken nicht möglich ist, zumal diese Unterfüllmaterialien erst nach der Oberflä¬ chenmontage der Halbleiterbauteile aufgebracht werden und so¬ mit die Halbleiterbauteile selbst eine Maskierung gegen eine aushärtende Belichtung oder Bestrahlung darstellen.
Figur 2 zeigt eine Prinzipskizze eines Strahldruckverfahrens zum Aufbringen einer isolierenden thermischen Ausgleichs¬ schicht 11 auf eine Unterseite 7 eines Verdrahtungssubstrats 3. Komponenten mit gleichen Funktionen wie in Figur 1 werden mit gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet und nicht extra er¬ örtert.
Zum Aufbringen des Unterfüllmaterials 12 der Ausgleichs¬ schicht 11 wird eine Strahldruckdüse 23, die wie ein Tinten- strahldrucker arbeitet, auf die Unterseite 7 des Verdrah¬ tungssubstrats mit der Strahldruckdüse 23 gerichtet und füllt dabei die Zwischenräume 24 zwischen den Außenkontakten 10 mit dem Unterfüllmaterial 12 auf und lässt die Spitzen der Außen¬ kontakte 10 frei von Unterfüllmaterial 12.
Figur 3 zeigt eine Prinzipskizze eines alternativen Verfah¬ rens in Form eines Sprühverfahrens zum Aufbringen einer iso¬ lierenden thermischen Ausgleichsschicht 11 auf eine Untersei-
te 7 des Verdrahtungssubstrats 3. Bei diesem alternativen Verfahren wird eine Sprühdüse 25 auf die Unterseite 7 des Verdrahtungssubstrats 3 gerichtet, wobei das Verdrahtungssub¬ strat 3 die Außenkontakte 8 auf seiner Unterseite 7 aufweist. Diese Sprühhdüse 25 trägt das Unterfüllmaterial 12 flächig auf und eine Schutzmaske 20 schützt die Positionen der Außen¬ kontakte 10 vor einem Beschichten ihrer Außenkontaktspitzen 13 durch die Sprühdüse 25.