Lenksystem für Fahrzeuge
Die Erfindung betrifft ein Lenksystem für Fahrzeuge, das mit servomotorischer Unterstützung arbeitet, gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Lenksysteme der vorgenannten Art sind aus der DE 44 22 386 Cl bekannt und weisen als Lenkhandhabe ein Lenkrad auf, das über eine Lenkspindel, ein Lenkgetriebe und nachgeordnete Lenkge¬ stänge mit den lenkbaren Rädern einer Achse des Fahrzeuges me¬ chanisch gekoppelt ist, derart, dass ein Lenkeinschlag der ge¬ lenkten Räder zwangsläufig mit einer Drehung des Lenkrades ge¬ koppelt ist und umgekehrt.
In der mechanischen Antriebsverbindung zwischen dem die Lenk¬ handhabe bildenden Lenkrad und den gelenkten Rädern ist die Lenkspindel in zwei relativ zueinander gegen Federkraft be¬ grenzt verdrehbare Teile aufgetrennt und die Relativverdrehung derselben gegeneinander bildet die Steuergröße für ein hydrau¬ lisches Steuerventil, das eine offene Mitte aufweist und über das ein in der Antriebsverbindung zu den lenkbaren Rädern lie¬ gendes Servostellglied versorgt wird. Die Summe der durch das fahrerseitig aufgebrachte Betätigungsmoment und des der Stell¬ kraft des Servostellers entsprechenden Momentes bildet das auf die lenkbaren Räder wirkende Lenkmoment, zu dem die durch die
Radführungskräfte bedingten Gegenmomente ebenso wie das Betäti¬ gungsmoment korrelieren.
Das Betätigungsmoment ist bei gleich bleibendem Lenkmoment über einen elektrischen Servomotor zu beeinflussen, der in den der Lenkhandhabe zugeordneten Spindelteil eingekoppelt ist und der in Abhängigkeit vom Betätigungsmoment und von Fahrparametern, insbesondere der Fahrgeschwindigkeit den Fahrer unterstützend angesteuert ist, z. B. derart, dass der Servomotor lediglich bei kleinen Geschwindigkeiten angetrieben ist und dadurch das seitens des Fahrers aufzubringende Betätigungsmoment reduziert. Entsprechend der Ansteuerung des Steuerventiles in Abhängigkeit vom Betätigungsmoment ergibt sich eine von der Kennlinie des Steuerventiles abhängige Servounterstützung sowie bedingt durch die Ausgestaltung des Steuerventiles als Ventil mit offener Mitte auch ein verhältnismäßig hoher Energiebedarf.
Bei einem weiteren bekannten Lenksystem für Kraftfahrzeuge (DE 196 01 826 Al) ist in die die Lenkhandhabe mit dem auf die lenkbaren Räder wirkenden Lenkgetriebe verbindende Lenkspindel ein Überlagerungsgetriebe eingekoppelt, das elektromotorisch verstellbar ist und über das die über das Überlagerungsgetriebe miteinander verbundenen Lenkspindelteile gegeneinander verdreh¬ bar sind, so dass lenkgetriebeseitig ein aus der Überlagerung des durch den Fahrer eingegebenen Lenkwinkels mit der durch die Verstellung des Überlagerungsgetriebes sich ergebenden Lenkwin¬ keländerung resultierender Lenkwinkel gegeben ist, der durch die variabel ausgelegte mechanische Übersetzung des Lenkgetrie¬ bes als Radstellungswinkel auf die gelenkten Räder übertragen wird. Durch die variabel ausgelegte Übersetzung des Lenkgetrie¬ bes in Verbindung mit den Verstellmöglichkeiten des Überlage¬ rungsgetriebes lassen sich Zusammenhänge zwischen dem fahrer- seitig für die Lenkhandhabe vorgegebenen Lenkradwinkel und dem Radstellungswinkel realisieren, die von unterschiedlichen Para-
metern, wie Fahrzustand, Fahrzeuggeschwindigkeit usw. abhängig sein können. Durch derartige Verknüpfungen ergeben sich für die Bedienung durch den Fahrer keine Veränderungen bezüglich der gewohnten Verhältnisse bei Lenkgetrieben mit mechanischer vari¬ abler Übersetzung, es lässt sich aber vermeiden, dass die Len¬ kung bei hohen Fahrgeschwindigkeiten und kleinen Lenkradwinkeln durch zu große Leichtgängigkeit ein schwammiges Verhalten zeigt.
Aus der EP 0 440 638 Bl ist es weiter bekannt, die mit einer Lenkhandhabe verbundene Lenkspindel über ein Drehschieberventil mit dem als Lenkschnecke oder Ritzel ausgebildeten Eingangs¬ glied eines Lenkgetriebes zu verbinden und über das Drehschie¬ berventil den Arbeitskolben eines in das Gehäuse des Lenkge¬ triebes integrierten Servostellers in Abhängigkeit von einer Relativverdrehung zwischen Eingangsglied und Lenkspindel mit Druck momentenabhängig zu beaufschlagen. Über einen mit der Lenkspindel antriebsverbundenen elektrischen Servomotor soll eine Mittenzentrierung des Drehschieberventils erreicht werden und es sollen ferner die seitens der Lenkhandhabe spürbaren Rückwirkungskräfte und damit das fahrerseitig aufzubringende Betätigungsmoment parameterabhängig, also in Abhängigkeit von der Fahrgeschwindigkeit, dem Beladungszustand des Fahrzeuges oder dergleichen beeinflusst werden können.
Ein im mechanischen Aufbau ähnliches, aber ohne Servomotor als Hilfskraftlenkung arbeitendes System ist aus der DE 198 29 531 Al bekannt, und es wird bei diesem System Größe und Richtung der Hilfskraftunterstützung sowie die Rückstellung der zu len¬ kenden Räder über ein insbesondere als Proportionalventil ges¬ taltetes, gemeinsames und elektronisch gesteuertes Elektromag¬ netventil bestimmt, und zwar bei Erfassung des jeweiligen Betä¬ tigungsmomentes über einen Drehmomenten- und/oder Lenkkraftsen¬ sor und dessen Verarbeitung in einem Steuergerät, über das ge-
gebenenfalls überlagernd Fahrgeschwindigkeit und Giergeschwin¬ digkeit als Steuerparameter berücksichtigt werden. Das Elektro¬ magnetventil kann mit offener oder geschlossener Mitte ausge¬ führt sein, so dass sich durch diese Gestaltung mit einfachen Mitteln auch energiesparende Lösungen einer hohe Lenkpräzision ermöglichenden Hilfskraftlenkung realisieren lassen.
Eine Ausgestaltungsmöglichkeit eines hydraulischen Steuerven¬ tils für eine Hilfskraftlenkung, bei dem die Ventilverstellung mechanisch in unmittelbarer Abhängigkeit von dem über das Lenk¬ getriebe laufenden Lenkmoment dadurch erfolgt, dass das Ein¬ gangsglied des Lenkgetriebes momentenabhängig quer zu seiner Erstreckung verschoben wird, zeigt die EP 0 624 135 Bl. Das Steuerventil ist mit geschlossener Mitte ausgebildet, weist mo¬ mentenabhängig eine im Wesentlichen lineare Kennlinie auf und enthält Sitzventile, deren Achsen sich im Wesentlichen senk¬ recht zum Eingangsglied in dessen momentenabhängiger Verlage¬ rungsrichtung erstrecken.
Ferner ist aus der DE 195 41 749 Cl eine hydraulische Servolen¬ kung für Kraftfahrzeuge bekannt, die - ohne mechanische Verbin¬ dung zwischen Lenkhandhabe und lenkbaren Rädern - als sogenann¬ te steer by wire-Lenkung ausgebildet ist und die, in die Ver¬ bindung des Lenkgetriebes zu den lenkbaren Rädern eingekuppelt, ein Servostellglied aufweist, das über ein Drehschieberventil mit offener Mitte angesteuert ist, welches im Wellenstrang zwi¬ schen einem die Lenkkräfte aufbringenden Elektromotor und dem Lenkgetriebe liegt. Der Elektromotor wird über eine Regelschal¬ tung bestromt, und zwar bei Abweichungen des von einem Ist- Wertgeber erfassten Stellungswinkels der lenkbaren Räder von einem Soll-Wert, der in einem Soll-Wertgeber in Zuordnung zu seitens des Fahrers über die Lenkeingabe vorgegebenen Stellbe¬ fehlen abgelegt ist. Abweichungen vom Soll-Wert haben eine ent-
sprechende Verstellung des Drehschieberventils mit dadurch vor¬ gegebener Beaufschlagung des Servostellgliedes zur Folge.
Derartige steer by wire-Lenkungen geben zwar in der konstrukti¬ ven Gestaltung des Fahrzeuges zusätzliche Möglichkeiten, bedin¬ gen aber aus Sicherheitsgründen eine redundante, aufwendige Gestaltung.
Wird der elektromotorische Antrieb einem weiteren Ausführungs¬ beispiel zufolge durch einen hydraulischen Drehantrieb ersetzt, so kompliziert dies den Aufbau nicht unwesentlich, ungeachtet dessen, dass eine entsprechend leistungsstarke hydraulische Versorgung sichergestellt sein muss.
Überlagert zur auf fahrerseitigen Lenkeingaben mit Soll-Ist- Vergleich beruhender Lenkung kann einer weiteren Ausgestaltung zufolge ein fahrerunabhängiger Lenkeingriff als sogenannte Ak¬ tivlenkung in Abhängigkeit von Fahrparametern dadurch reali¬ siert werden, dass der Drehschieber überlagert zu seiner durch fahrerseitige Lenkeingaben vorgegebenen Stellung in seiner Drehstellung verändert wird und dadurch über das Ser- vostellglied in Reaktion auf kritische Fahrparameter die jewei¬ lige Stellung der gelenkten Räder verändert.
Entsprechende, von fahrerseitigen Lenkeingaben unabhängige, für aktive Lenkungen notwendige Radstellungsänderungen sind auch bei Lösungen gemäß der DE 100 23 485 Al vorgesehen, bei der in die mechanische Verbindung zwischen Lenkgetriebe und Lenkeinga¬ be in einer ersten Ausführungsform ein Reduziergetriebe und ein Überlagerungsgetriebe integriert sind, die jeweils elektromoto¬ risch angetrieben und über entsprechende Steuereinheiten ange¬ sprochen sind. Abhängig von dem über einen Drehmomentensensor fahrerseitig auf die Lenkeingabe ausgeübten Betätigungsmoment wird zur Servounterstützung der Lenkbetätigung parameterabhän-
gig das in die Lenkspindel eingekoppelte, elektromotorisch an¬ getriebene Reduziergetriebe angesprochen. Entsprechendes gilt für ein zwischen Drehmomentensensor und Reduziergetriebe in die Lenkspindel eingekoppeltes Überlagerungsgetriebe bezogen auf aktive Lenkeingriffe.
In einer weiteren Ausgestaltung wird über die Lenkspindel mo- mentenabhängig ein hydraulisches Steuerventil angesprochen, ü- ber das ein in die Antriebsverbindung zwischen Lenkgetriebe und lenkbaren Rädern eingekoppeltes Servostellglied beaufschlagt wird. Überlagert zu diesen dem Fahrkomfort dienenden Servoein- richtungen ist zwischen Steuerventil und Lenkgetriebe in die Lenkspindel auch bei dieser Lösung ein Überlagerungsgetriebe eingekoppelt, über das, wie vorgeschildert, aktive und fahrer¬ unabhängige Lenkeingriffe vorgenommen werden können.
Eine weitere Ausgestaltung eines Lenksystems, das bei mechani¬ scher Verbindung zwischen Lenkgetriebe und Lenkeingabe mit ser¬ vomotorischer Unterstützung arbeitet und zusätzlich aktive, von fahrerseitigen Vorgaben unabhängige Lenkeingriffe ermöglicht, ist aus der DE 42 43 267 Al bekannt.
Schließlich ist aus der DE 102 45 975 Al ein Lenksystem für Fahrzeuge bekannt, bei dem auf hydraulischer Basis sowohl eine servomotorische Unterstützung möglich ist wie auch aktive Lenk¬ eingriffe, und zwar für beide Zwecke mit der gleichen Hydrau¬ lik. Diese umfasst ein in die Antriebsverbindung zwischen Lenk¬ getriebe und lenkbaren Rädern eingekoppeltes servomotorisches Stellglied in Form eines Stellzylinders, der über ein als Pro¬ portionalventil ausgebildetes Steuerventil mit geschlossener Mitte versorgt wird, das über eine Pumpe mit elektromotori¬ schem, abkuppelbarem Antrieb gespeist ist. Das Steuerventil ist mit einer Rechnereinheit verbunden, in der u. a. drehmomenten- /drehwinkelabhängige Signale einer Sensoreinheit eingespeist
werden, die benachbart zur Lenkeingabe der Lenkspindel zugeord¬ net ist. In diese ist auslaufend auf das Lenkgetriebe auch ein Überlagerungsgetriebe integriert, das als Planetentrieb ausge¬ bildet ist und dessen Sonnenrad mit dem zur Lenkeingabe führen¬ den Teil der Lenkspindel verbunden ist, während der Planeten¬ träger in der Verbindung zum Lenkgetriebe liegt. Das Hohlrad kann angetrieben sein, ungebremst drehen oder auch vollständig blockiert werden, u. a. über einen entsprechenden elektromoto¬ rischen Antrieb. Damit ist es bei dem geschilderten Lenksystem möglich, fahrerseitige, über die Lenkeingabe vorgegebene Stell¬ befehle servomotorisch unterstützt auf die lenkbaren Räder zu übertragen, oder auch über das hydraulische Stellglied unabhän¬ gig von fahrerseitigen Lenkeingaben aktiv, z. B. in Abhängig¬ keit von fahrzustandsabhängigen Parametern einzugreifen, wobei letzteres in Abhängigkeit von der Ansteuerung des Planetentrie¬ bes ohne oder mit verminderter Rückwirkung auf die Lenkeingabe möglich ist.
Bei einem Lenksystem dieser Art lässt sich das Lenkverhalten somit in vielfältiger Weise beeinflussen, wenn auch bei einem konstruktivem und steuertechnischem Aufwand, der sich auch bei verringerten Anforderungen kaum reduzieren lässt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Lenksystem der eingangs genannten Art ausgehend von einer einfachen Grundbau¬ form, die servokraftunterstützt fahrerseitigen Wunschvorstel¬ lungen für den Lenkkennlinienverlauf gerecht wird, sich mit einfachen Aggregaten energiesparend realisieren lässt und eine geeignete Basis auch für funktional erweiterte Bauformen dar¬ stellt, zu verwirklichen.
Gemäß der Erfindung wird dies mit den Merkmalen des Anspruches 1 erreicht.
Ausgangspunkt für die Erfindung ist, dass fahrerseits in Abhän¬ gigkeit von der Höhe des aufzubringenden Betätigungsmomentes aus Komfortgründen ebenso wie aus Gründen einer sicheren Füh¬ rung des Fahrzeuges bei hohen aufzubringenden Lenkkräften eine Servounterstützung gewünscht wird, dass diese Servounterstüt- zung aber auch einen „Wunschverlauf" haben soll, in der Regel über dem aufzubringenden Betätigungsmoment einen etwa parabel- förmigen Verlauf.
Jede derartige Servounterstützung für den Fahrer bedingt einen Energieeinsatz, der die Fahrleistungen beeinträchtigen kann, falls das jeweilige Fahrzeug schwach motorisiert ist. Besonders kritisch wird die Situation, wenn die zur Servounterstützung erforderliche Leistung elektrisch aufgebracht werden soll, in Anbetracht der Vielzahl der elektrischen Verbraucher in Fahr¬ zeugen und der entsprechenden Leistungsanforderungen bei schwa¬ chen Bordnetzen. Berücksichtigt man weiter, dass entsprechende fahrerseitige Ansprüche auch schon bei kleinen Fahrzeugen be¬ stehen, im Rahmen der preislichen Vorgaben, trotz unerlässli- cher Zuverlässigkeit des Systems aber nur funktional verhält¬ nismäßig einfache Aggregate eingesetzt werden können, so kommt es wesentlich darauf an, einen Weg für die Servounterstützung zu finden, mit dem sich Wunschverläufe des fahrerseitig aufzu¬ bringenden Betätigungsmomentes bei minimiertem Energieeinsatz gestalten lassen.
Dies bedingt einmal eine entsprechende Ausgestaltung der Hyd¬ raulik durch Ausbildung des verwendeten Steuerventils als mit geschlossener Mitte arbeitendes Steuerventil. Zum anderen, um auf zusätzliche Betätigungsmittel für das Steuerventil verzich¬ ten zu können, dessen Anordnung im Antriebsstrang der Antriebs¬ verbindung zwischen Lenkeingabe und lenkbaren Rädern. Um bei der Ansteuerung des Steuerventils Verfälschungen zu vermeiden, ist des Weiteren die Antriebsverbindung zumindest in dem Be-
reich des Antriebsstranges mechanisch geschlossen ausgebildet, der auf die gelenkten Räder ausläuft und zu dem eingangsseitig der Servomotor angeordnet ist, über den das Betätigungsmoment erfindungsgemäß in Abhängigkeit von der Kennlinie des Steuer- ventiles an den vorgegebenen Wunschverlauf anzupassen ist. Durch diese Art der Anpassung lässt sich der Energieeinsatz mi¬ nimieren und es können auch, da die korrigierend über den Ser¬ vomotor aufzubringenden Rückstellkräfte auf die Lenkeingabe verhältnismäßig klein sind, klein bauende, leichte und billige Servomotoren eingesetzt werden. Insgesamt ist somit für ein Lenksystem eine Grundausgestaltung geschaffen, die sich bei gu¬ ter Funktionalität preisgünstig darstellen lässt und die zudem die Möglichkeit bietet, gewünschtenfalls als Ausbaustufen, wei¬ tere Funktionalitäten in dieses System unter Beibehalt des Grundaufbaus zu integrieren.
Für das Steuerventil erweist sich dabei eine Ausgestaltung als zweckmäßig, bei der die Verstellung des Steuerventils in Abhän¬ gigkeit von drehmomentenabhängigen Verlagerungen der Lenkspin¬ del erfolgt, wie dies an sich bekannt ist und beispielsweise der EP 0 624 135 in einer konstruktiven Ausgestaltungsform zu entnehmen ist.
Bei einer derartigen Lösung ist der Lenkspindel abtriebsseitig als Teil des Lenkgetriebes das Lenkritzel zugeordnet und es ist die Lenkspindel im Eingriffsbereich des Ritzels zu einer Zahnstange quer zu ihrer Erstreckungsrichtung lenkmomentenab- hängig auslenkbar gelagert, und es wird über die entsprechende Auslenkung das Steuerventil angesteuert. Analoge Lösungen las¬ sen sich auch realisieren, wenn anstelle des Ritzels als Ein¬ gangsglied zum Lenkgetriebe eine Lenkschnecke oder dergleichen vorgesehen ist.
Zur Vereinfachung des Aufbaus trägt weiter bei, wenn ein Steu¬ erventil Verwendung findet, das über dem als Eingangssteuergrö¬ ße dienenden Moment einen linearen Verlauf aufweist.
Die im Rahmen der erfindungsgemäßen Lösung notwendige Zuordnung zwischen der Kennlinie des Steuerventils und der dem Wunschver¬ lauf entsprechenden Kennlinie des Betätigungsmomentes wird in bekannter Weise rechnerunterstützt, beispielsweise in einer Re¬ cheneinheit vorgenommen, die die Berücksichtigung und/oder An¬ steuerung durch weitere Parameter ermöglicht, so insbesondere die Berücksichtigung des Drehwinkels der Lenkeingabe und/oder des Betätigungsmomentes .
Wird, in einer Ausbaustufe, zusätzlich ein variables Überset¬ zungsverhältnis in der Antriebsverbindung zwischen Lenkhandhabe und lenkbaren Rädern gewünscht und/oder sollen aktive Lenkein¬ griffe parameterabhängig möglich sein, so lässt sich dies durch zusätzliche Integration eines Überlagerungsgetriebes in den Lenkstrang realisieren, wobei das Überlagerungsgetriebe zweck¬ mäßigerweise zwischen dem Servomotor und benachbart zur Lenk¬ handhabe liegendem Drehwinkel- und/oder Drehmomentensensor liegt und als Planetengetriebe ausgestaltet ist. Die diesbezüg¬ lichen Ausgestaltungsmöglichkeiten sind bekannt.
Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen. Ferner wird die Erfindung nachstehend an¬ hand eines Ausführungsbeispieles erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Lenksystems für Fahrzeuge in einer erfindungsgemäßen Ausgestaltungs¬ form und
Fig. 2 wiederum schematisiert, in einem Diagramm den Grad der Servounterstützung des verwendeten hydraulischen
Servostellgliedes als Druckdifferenz ΔP zwischen den Arbeitskammern des Servostellgliedes über dem fahrer- seitigen Betätigungsmoment der Lenkhandhabe, bezogen auf die Kennlinie eines Steuerventils einerseits und eine fahrerseitige Wunschkennlinie.
Das in Fig. 1 schematisiert dargestellte Lenksystem 1 umfasst eine Lenkhandhabe 2, die über eine Lenkspindel 3 mit einem in einem Lenkgetriebegehäuse 4 angeordneten Lenkgetriebe 5 verbun¬ den ist. Das Lenkgetriebe 5 ist als Zahnstangenlenkung mit ei¬ ner Zahnstange 6 und einem Ritzel 7 ausgebildet, das hier einen Teil der Lenkspindel 3 bildet. Im zum Lenkgetriebegehäuse 4 be¬ nachbarten und einstückig zu diesem ausgebildeten Bereich eines Lenkspindelgehäuses 30 ist die Lenkspindel 3 über Lager 8 und 9 gehalten, die beiderseits der Zahnstange 6 liegen und von denen das Lager 9 in nicht gezeigter Weise verschiebbar geführt ist, was eine entsprechend schwenkbare Abstützung im oder über das Lager 8 voraussetzt.
Im Ausführungsbeispiel zwischen dem benachbart zum Ritzel 7 vorgesehenen Lager 8 und dem nur teilweise dargestellten, auf die Lenkhandhabe 2 auslaufenden Teil der Lenkspindel 3 ist in die Lenkspindel 3 ein Servomotor 10 eingekoppelt, wobei der Servomotor als selbsthemmungsfreier E-Motor ausgebildet ist. Die Ausbildung des Servomotors 10 entspricht bekannten Lösun¬ gen, beispielsweise derart, dass der Motor gegen das Lenkspin¬ delgehäuse 30 abgestützt ist und mit einem Ritzel in eine ent¬ sprechende Gegenverzahnung der Lenkspindel 3 eingreift. Ent¬ sprechend der lediglich schematischen Darstellung des Servomo¬ tors 10 ist auch ein benachbartes, in die Lenkspindel 3 einge¬ koppeltes Überlagerungsgetriebe 11 lediglich angedeutet. Das Überlagerungsgetriebe 11 kann bevorzugt als Planetentrieb aus¬ gebildet sein, dessen Hohlrad eine Antriebs- und/oder Bremsein¬ richtung zugeordnet ist, wobei Antriebs- und Bremseinrichtung
durch einen Elektromotor gebildet sein können, der als Brems- und/oder Antriebselement mit gegenläufigen Antriebsrichtungen oder als Freilauf wirkt. Ferner ist mit 12 ein Drehmomenten- und/oder Drehwinkelsensor angedeutet, wobei auf den Servomotor
10 in Richtung auf die Lenkhandhabe 2 das Überlagerungsgetriebe
11 und auf dieses der Drehmomenten- und/oder Drehwinkelsensor
12 folgt, gegebenenfalls zu einer Baueinheit zusammengefasst. Dem Servomotor 10 und dem Überlagerungsgetriebe 11 sind nicht dargestellte Leistungsverbindungen zugeordnet und strichliiert sind Signalverbindungen zwischen dem Servomotor 10, dem Überla¬ gerungsgetriebe 11 und dem oder den Sensoren 12 und einer Re¬ cheneinheit 13 vorgesehen. Die Recheneinheit 13 steht des Wei¬ teren in einer Signalverbindung zum Druckbegrenzungsventil 14 der hydraulischen Versorgungseinheit, die insgesamt mit 15 be¬ zeichnet ist und die einen elektrischen Antriebsmotor 16, eine Pumpe 17, einen Hydrospeicher 18 und weitere Elemente umfasst. Die hydraulische Versorgungseinheit steht über die dargestell¬ ten, nicht bezeichneten Leitungswege mit dem Steuerventil 19 und dem Servostellglied 20 in Verbindung, wobei letzteres einen mit der Zahnstange 6 verkoppelten, und bevorzugt in Flucht zur Zahnstange 6 liegenden Stellzylinder aufweist, in dem über ei¬ nen Stellkolben 21 zwei Arbeitskammern 22 und 23 gegeneinander abgegrenzt sind.
Das Steuerventil 19 umfasst, bei symmetrischem Aufbau, zwei einander gegenüberliegende Ventile 24 und 25, die gleich ausge¬ bildet sind und die jeweils einen druckseitigen Anschluss, ei¬ nen niederdruckseitigen Anschluss und einen Anschluss zu einer der Kammern 22, 23 aufweisen. Der jeweils mittlere, druckseiti¬ ge Anschluss ist über ein Einlasssitzventil 26 gegen den kam- merseitigen Anschluss über ein federbelastetes Ventilglied ab¬ gesperrt, das über eine Durchgangsbohrung den kammerseitigen Anschluss mit dem Anschluss zur Niederdruckseite verbindet, so lange dieser nicht abgesteuert ist. Dies geschieht über das
Auslasssitzventil 27, das ein zapfenförmiges Ventilglied um- fasst, über das in seiner Schließlage die Durchgangsbohrung im Ventilglied des Einlassspritzsitzventiles 26 absperrbar ist. Das zapfenförmige Ventilglied beider das Steuerventil 19 bil¬ denden Ventile 24, 25 ist gegen das drehmomentenabhängig aus¬ lenkbare Lager 9 der Ventilspindel 3 abgestützt, schließt bei entsprechender Beaufschlagung die Durchgangsbohrung im federbe¬ lasteten Ventilglied und drückt dieses Ventilglied entgegen der Federbelastung in seine den druckseitigen Anschluss mit der je¬ weiligen Arbeitskammer 22 bzw. 23 verbindende Lage.
Ein Steuerventil 19 dieses Aufbaus weist eine im Wesentlichen lineare Kennlinie 28 auf, wie schematisiert im Diagramm gemäß Fig. 2 veranschaulicht. In diesem ist einmal bezogen auf die Ventilkennlinie 28 die Druckdifferenz zwischen den Arbeitskam¬ mern 22, 23 über dem seitens der Lenkhandhabe 2 anstehenden Mo¬ ment MLR abgetragen, und zum anderen bezogen auf eine sogenannte Wunschkennlinie 29. Diese Wunschkennlinie 29 gibt den Verlauf einer gewünschten Servoverstärkung, als Druckunterschied ΔP erfasst, bezogen auf ein seitens der Lenkhandhabe aufgegebenes Moment MLR wieder, und zeigt, bezogen auf Fig. 2 als Ausfüh¬ rungsbeispiel, dass die Ansteuerung des Steuerventiles 19 mit einem der Wunschkennlinie 29 entsprechenden Moment MLRW eine un¬ erwünscht höhere Servokraft zur Folge hätte. Dem wird erfin¬ dungsgemäß dadurch begegnet, dass der Servomotor 10 angesteuert wird und über den Servomotor 10 auf die Lenkspindel 3 ein Mo¬ ment eingeleitet wird, das dem seitens der Lenkhandhabe 2 vom Fahrer aufgegebenen Moment entgegenwirkt, so dass sich lenkge- triebeseitig ein entsprechend verringertes Moment ergibt, mit der Folge einer verringerten Auslenkung der Lenkspindel 3 und dadurch, wie erläutert, einer Reduzierung der Servounterstüt- zung auf das Maß, das durch die Wunschkennlinie 29 vorgegeben ist.
Die Antriebsverbindung ausgehend von der Lenkhandhabe 2 bis zu den nicht dargestellten lenkbaren Rädern ist im Rahmen der Er¬ findung mechanisch geschlossen und zumindest im Wesentlichen drehstarr, somit ist auch ein unverfälschtes Lenkgefühl sicher¬ gestellt.
Wird, gegebenenfalls in einer Ausbaustufe, ein Überlagerungsge¬ triebe 11 vorgesehen, das als Planetengetriebe gestaltet ist, so ist die Lenkspindel 3 im Bereich des Überlagerungsgetriebes 11 aufgetrennt, entsprechend der Verbindung des eingangsseiti- gen Spindelteiles mit dem Sonnenrad und des ausgangsseitigen Spindelteiles mit dem Planetenträger bei Stellzugriff auf das Hohlrad. Bezogen auf jeweilige Fixstellungen des Planetenge¬ triebes ist auch so eine im Wesentlichen drehstarre Antriebs¬ verbindung gegeben, aber bei entsprechend der jeweiligen Stell¬ lage geändertem Verhältnis zwischen eingangsseitig, also sei¬ tens der Lenkhandhabe 2 vorgegebenem Stellwinkel und ausgangs- seitig, d. h. der gelenkten Räder sich einstellendem Radwinkel.
Eine in Ausgestaltung der Erfindung vorgesehene Integration des Überlagerungsgetriebes 11 in den Antriebsstrang lässt sich zu¬ dem bei entsprechender sensorischer Erfassung extremer Fahrzu¬ stände für einen fahrerunabhängigen Stabilitätseingriff durch Einflussnahme auf die lenkbaren Räder, also für eine aktive Lenkung nutzen. Hierbei wird der Radstellungswinkel durch Ver¬ drehung des Hohlrades des Planetentriebes über den dem Überla¬ gerungsgetriebe zugehörigen Elektromotor überlagernd zu den fahrerseitigen Lenkvorgaben verstellt, wobei die Servoun- terstützung bestehen bleibt.