Vorrichtung zur Temperierung von Elementen
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Temperierung von Elementen, insbesondere zur Temperierung eines Projektionsobjek- tivs oder von Teilen eines Projektionsobjektivs in der Halblei¬ terlithographie,' mit einem Temperiermantel, der mit wenigstens einer Temperierleitung versehen ist. Des weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer Vorrichtung zur Temperierung von Elementen eines Projektionsobjektivs oder von Teilen eines Projektionsobjektives in der Halbleiterlithogra¬ phie, wobei zur Temperierung ein Temperiermantel mit wenigstens einer Temperierleitung eingesetzt wird. Die Erfindung betrifft auch einen Einsatz einer Vorrichtung zur Temperierung in einer EUV-Projektionsbelichtungsanlage.
Projektionsobjektive bzw. Teile von Projektionsobjektiven in der Halbleiterlithographie werden häufig mit Kühlmänteln umgeben, um eine konstante Temperatur für eine hohe Positionsgenauigkeit zu erhalten. Vorrichtungen zur Kühlung eines Projektionsobjektives sind beispielsweise aus der US 5,812,242, aus der US 6,153,877 und aus der US 2002/0027645 Al bekannt.
Nachteile des oben aufgeführten Standes der Technik liegen in einem schlechten Wärmeübergang zwischen dem Kühlmantel und den Kühlleitungen bzw. Kühlrohren, da die Wärmeübergangsfläche bei Aufbringung der Kühlleitungen auf den Kühlmantel, beispielsweise durch Verkleben, sehr klein ist. Weiterhin besteht bei Verkle¬ bung der Kühlleitungen mit dem Kühlmantel die Gefahr, dass das verwendete Klebemittel durch Ausgasen Kontaminationen verur- sacht. Oft ist auch die Festigkeit des verwendeten Klebemittels nicht ausreichend, weshalb zusätzliche Verbindungselemente zur Befestigung der Kühlleitungen an dem Kühlmantel erforderlich sind. Nachteilig ist weiterhin, dass bei Verwendung von runden Leitungsquerschnitten für die Kühlleitungen ein großer Bauraum erforderlich ist, wobei sich aber eckige oder ovale Leitungs¬ querschnitte nur sehr schwer umformen bzw. biegen lassen. Auch das Anpassen der Kühlleitungen an nicht ebene, beispielsweise
rund ausgeführte Kühlmäntel, ist sehr aufwändig.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ei¬ ne Vorrichtung zur Temperierung von Elementen, insbesondere zur Temperierung eines Projektionsobjektives oder von Teilen eines Projektionsobjektives, mit hoher Genauigkeit und Wirksamkeit, ohne hohen konstruktiven Aufwand zu schaffen.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass die we- nigstens eine Temperierleitung in den Temperiermantel eingeformt ist.
Durch das erfindungsgemäße Einformen der Temperierleitung in den Temperiermantel wird ein guter Wärmeübergang zwischen dem Tempe- riermantel und den Temperierleitungen gewährleistet, da ein ver¬ wendetes Temperiermittel in direktem bzw. vollem Kontakt mit dem Temperiermantel steht. Die Ausgestaltung der Temperierleitung wie auch die Verteilung dieser auf dem Temperiermantel ist durch die Einformung erfindungsgemäß einfacher und ohne separaten ho- hen konstruktiven Aufwand für eine gesonderte Temperierleitung möglich. Auf diese Weise kann der Temperaturgradient freier ein¬ gestellt werden, da keine Temperierleitungen an den Temperier¬ mantel angepasst werden müssen. Ein weiterer Vorteil der erfin¬ dungsgemäßen Vorrichtung ist, dass der Temperiermantel nach der Einformung der Temperierleitung je nach Ausgestaltung des Pro¬ jektionsobjektives oder Teilen des Projektionsobjektives als ganzes umformbar ist. Auf diese Weise wird ein aufwändiges und schwieriges Umformen bzw. Biegen des Temperiermantels mit sepa¬ raten Temperierleitungen zur Anpassung an das Projektionsobjek- tiv, wie dies beim Stand der Technik der Fall ist, vermieden.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann vorgese¬ hen sein, dass der Temperiermantel zweiteilig ausgebildet ist, wobei in wenigstens ein Teilelement die Temperierleitung einge- formt und die Teilelemente über ein Klebemittel miteinander ver¬ bunden sind. Durch die Verbindung von zwei Teilelementen, welche den Temperiermantel bilden, mittels eines Klebemittels wird so-
mit eine großflächige Verklebung ohne Festigkeitseinbuße ermög¬ licht. Da nur jeweils Stirnseiten des Temperiermantels mit der Umgebung bzw. der Umgebungsluft in Berührung kommen, ist ein Ausgasen der Klebefläche zwischen den beiden Teilelementen des Temperiermantels nur minimal, wodurch weniger Kontaminationen für die Projektionsbelichtungsanlage auftreten.
Die vorliegende Aufgabe wird weiterhin dadurch gelöst, dass die wenigstens eine Temperierleitung auf den Temperiermantel über einen Galvanisierungsprozess aufgeformt ist.
Erfindungsgemäß besteht damit eine weitere Möglichkeit zur Her¬ stellung eines Temperiermantels. Durch den erfindungsgemäßen Galvanisierungsprozess, insbesondere einer Galvanoformung, las- sen sich auch Temperiermäntel mit komplexen Geometrien herstel¬ len.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den restlichen Unteransprüchen. Ausführungsbei- spiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnung nä¬ her erläutert.
Es zeigt:
Figur 1 eine Prinzipdarstellung mit Funktionsweise eines Projektionsobjektives für die Mikrolithographie, wobei das Projektionsobjektiv Temperiermäntel auf¬ weist;
Figur 2 eine prinzipmäßige Darstellung eines Temperierman¬ tels mit einer eingebrachten Temperierleitung;
kigur ό einen vergrößerten Ausschnitt nach der Linie ffi-IE des in Figur 2 dargestellten Temperiermantels;
Figur 4 eine alternative Ausführung des Temperierrαantels des in Figur 3 dargestellten Ausschnitts nach der
Linie IH-IE nach Figur 2;
Figur 5 eine prinzipmäßige Darstellung eines alternativen Temperiermantels mit Temperierleitungen in Verbin¬ dung mit einem Projektionsobjektiv;
Figuren 6a Eine prinzipmäßige Darstellungen von er-findungsge- bis βc mäßen Verfahrensschritten zur Herstellung eines Temperiermantels mit Temperierleitungen gemäß Figur 5 mittels eines Galvanisierungsprozesses;
Figur 7 einen prinzipmäßigen Aufbau einer EUV-Projektions- belichtungsanlage mit einer Lichtquelle, einem Be¬ leuchtungssystem und einem Projektionsobjektiv.
In Figur 1 ist prinzipmäßig eine Projektionsbelichtungsanlage mit einem Projektionsobjektiv 1 für die Mikrolithographie zur Herstellung von Halbleiterbauelementen dargestellt.
Die Projektionsbelichtungsanlage weist ein Beleuchtungssystem 2 mit einem nicht dargestellten Laser als Lichtquelle auf. In ei¬ ner Objektivebene der Projektionsbelichtungsanlage befindet sich ein Reticle 3, dessen Struktur auf einem unter dem Projektions- objektiv 1 angeordneten Wafer 4, der sich in einer Bildebene be¬ findet, in einem entsprechend verkleinerten Maßstab abgebildet werden soll.
Das Projektionsobjektiv 1 weist ein erstes vertikales Objektiv- teil Ia und ein zweites horizontales Objektivteil Ib auf. In dem Objektivteil Ib sind mehrere Linsen 5 und ein Konkavspiegel 6, welche zusammen eine Baugruppe 70 bilden und in einem Objektiv¬ gehäuse 7 des Objektivteiles Ib angeordnet sind, vorgesehen. Zur Umlenkung eines Projektionsstrahlenbündels, welches hier nur durch einen Pfeil gekennzeichnet ist, von dem vertikalen Objek-
tivteil Ia mit einer vertikalen optischen Achse 8 in das hori¬ zontale Objektivteil Ib mit einer horizontalen optischen Achse 9 ist ein Strahlenteilerelement 10 vorgesehen, welches hier als Strahlenteilerwürfel ausgebildet ist. Nach Reflexion des Projek- tionsstrahlenbündels an dem Konkavspiegel 6 und einem nachfol¬ genden Durchtritt durch das Strahlenteilerelement 10 trifft die¬ ses auf einen ' Umlenkspiegel 11. An dem Umlenkspiegel 11 erfolgt eine Ablenkung des horizontalen Strahlengangs entlang der opti¬ schen Achse 9 wiederum in eine vertikale optische Achse 12. Un- terhalb des Umlenkspiegels 11 ist ein drittes vertikales Objek¬ tivteil Ic mit einer weiteren Linsengruppe 13 vorgesehen. Zu¬ sätzlich befinden sich im Strahlengang noch drei λ/4-Platten 14, 15 -und 16. Die λ/4-Platte 14 befindet sich in dem Projektionsob¬ jektiv 1 zwischen dem Reticle 3 und dem Strahlenteilerelement 10 hinter einer Linse oder Linsengruppe 17. Die λ/4-Platte 15 be¬ findet sich im Strahlengang des horizontalen Objektivteils Ib und die λ/4-Platte 16, welche mit der Linsengruppe 13 eine opti¬ sche Baugruppe 700 bildet, befindet sich in dem dritten Objek¬ tivteil Ic. Die drei λ/4-Platten 14, 15, 16 dienen dazu, die Po- larisation einmal vollständig zu drehen, wodurch unter anderem Strahlenverluste minimiert werden.
Weiterhin sind in Figur 1 Temperiermäntel 18 dargestellt. Diese dienen zur Kühlung von Elementen. In diesem Ausführungsbeispiel ist das Projektionsobjektiv 1 mit mehreren Temperiermänteln 18 versehen, wobei das Projektionsobjektiv 1 möglichst ganzflächig temperiert werden soll. Um die optischen Baugruppen 10, 11, 70 und 700 thermisch stabil zu halten, wird eine Belastung dieser durch die Umgebung mittels der Temperiermäntel 18 ferngehalten. Zur Vermeidung einer Erwärmung des Projektionsobjektives 1 von innen, beispielsweise durch Absorption der optischen Elemente 5, 6, 10, 13, 15 und 16, können zusätzlich noch innere Temperier¬ mäntel 18' für die einzelnen Elemente vorgesehen werden. Ther¬ misch besonders sensible Bereiche, wie z.B. der Spiegel 6 oder der Umlenkspiegel 11, des Projektionsobjektives 1 können auch mechanisch und thermisch getrennt mit Temperiermäntel 18' und mit einem eigenen Temperierkreislauf versehen werden. Die Befes-
tigung der Temperiermäntel 18 an dem Projektionsobjektiv 1 wie auch an einzelnen Teilen und Elementen des Projektionsobjektivs 1 kann in üblicher bekannter Weise erfolgen.
In den nachfolgenden Ausführungsbeispielen werden der Aufbau und die Herstellung eines Temperiermantels 18 näher beschrieben.
In Figur 2 ist prinzipmäßig ein Ausschnitt eines Temperierman¬ tels 18 dargestellt. In den Temperiermantel 18 ist eine Tempe- rierleitung 19 eingeformt, welche ein Temperiermittel (ein Gas oder eine Flüssigkeit) zur Temperierung, im vorliegenden Fall zur Kühlung, des Projektionsobjektives 1 aufweist. Der Tempe¬ riermantel 18 ist zweiteilig ausgebildet, d.h. der Temperierman¬ tel 18 weist ein erstes Teilelement 20 und ein zweites Teilele- ment 21 auf. In wenigstens eines der beiden Teilelemente 20 und/oder 21 sind über ein Trennverfahren, beispielsweise mittels eines Fräsverfahrens, Aussparungen zur Bildung der Temperierlei¬ tung 19 eingebracht. Die in diesem Ausführungsbeispiel gezeigten Teilelemente 20, 21 sind zur leichteren Erkennung der Temperier- leitung 19 transparent dargestellt.
In Figur 3 ist ein Längsschnitt nach der Linie III-III nach Fi¬ gur 2 durch den Temperiermantel 18 prinzipmäßig dargestellt, wo¬ bei die Temperierleitung 19 nur in das Teilelement 20 einge- bracht ist. Es ist selbstverständlich auch möglich, dass die Temperierleitung 19 nur in das Teilelement 21 oder aber auch in beide Teilelemente 20 und 21 eingebracht ist. Die beiden Teil¬ elemente 20 und 21 sind derart miteinander verbunden, dass ein wenigstens annähernd vollflächiger Kontakt zwischen den Teilele- menten 20 und 21 vorliegt. Dies kann beispielsweise durch Ver¬ kleben der Teilelemente 20, 21 mittels eines Klebemittels 22 er¬ folgen. Eine derartige großflächige Verklebung gewährleistet ei¬ ne hohe Festigkeit zwischen den Teilelementen 20 und 21. Klebe¬ flächen der beiden Teilelemente 20 und 21 treten dabei nur an Stirnseiten 23 mit der Umgebung bzw. mit der Umgebungsluft in Verbindung, wodurch sich der Vorteil ergibt, dass weniger Klebe¬ fläche ausgasen und zu Kontaminationen führen kann. Ein Vorteil
des wenigstens annähernd vollflächigen Kontakts zwischen den Teilelementen 20 und 21 ist außerdem der sehr gute Wärmeüber¬ gang.
In Figur 4 ist eine alternative Möglichkeit zur Verbindung der Teilelemente 20 und 21 dargestellt. In diesem Ausführungsbei¬ spiel wird die Temperierleitung 19 durch Aussparungen in beiden Teilelementen 20, 21 des Temperiermantels 18 gebildet. Anstatt einer Verklebung der beiden Teilelemente 20 und 21 miteinander, werden hier die beiden Teilelemente 20, 21 über ein alternatives Verbindungsverfahren, z.B. Löten, verbunden. Hierbei werden Lote 24 auf jedes der Teilelemente 20 und 21 ohne Zufuhr von Wärme, d.h. in kaltem Zustand, aufgewalzt. Danach werden beide Teilele¬ mente 20 und 21 aufeinander gefügt und durch Erhitzen, wodurch die beiden Lote 24 mit den Teilelementen 20 und 21 verschmelzen, miteinander verbunden. Aus Gründen einer guten Wärmeleitfähig¬ keit ist Aluminium als Material für die beiden Teilelemente 20, 21 bevorzugt. In geeigneter Weise lässt sich Aluminium auch ohne Flussmittel im Vakuum verlöten. Auf diese Weise besteht eben- falls eine wenigstens annähernd vollflächige Verbindung zwischen den beiden Teilelementen 20 und 21 mit hoher Festigkeit. Selbst¬ verständlich können im Bedarfsfall auch andere Materialien für die Teilelemente 20 und 21 eingesetzt werden.
Ein Vorteil der Verfahren nach Figur 3 und Figur 4 ist, dass der Temperiermantel 18 nach Einbringung der Temperierleitungen 19 als Gesamtelement je nach Ausführung des zu temperierenden Ge¬ genstandes oder Elements umgeformt werden kann. Ein weiterer Vorteil des so erzeugten Temperiermantels 18 liegt in einem sehr guten Wärmeübergang, da das Temperiermittel in direktem bzw. vollem Kontakt mit dem Temperiermantel 18 steht. Die Ausgestal¬ tung der Temperierleitung 19 wie auch die Verteilung dieser auf dem Temperiermantel 18 kann vielfältig sein bzw. gestaltet wer¬ den, da die Temperierleitung 19 weder in einem separaten Herstellungs- bzw. Arbeitsgang auf noch an dem Temperiermantel 18 aufgebracht bzw. angepasst werden muss.
Von Vorteil sind jedoch runde, einen gleichmäßigen Querschnitt aufweisende Temperierleitungen ohne enge Radien und Knickstel¬ len, wodurch weniger Geräusche durch den Temperiermittelfluss auftreten und sich somit keine Vibrationen auf die Optik über- tragen. Weiterhin sollte eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Temperierleitung oder der Temperierleitungen über die Man¬ telfläche angestrebt werden, damit eine gleichmäßige Temperatur¬ verteilung über der Mantelfläche vorliegt. Bei ebenen Flächen bzw. flächigen Optiken können Temperierleitungen schlangenförmig in dem Temperiermantel eingebracht sein. Bei runden Optiken, wie beispielsweise dem Projektionsobjektiv 1, ist eine spiralförmige Anordnung von ein oder mehreren Temperierleitungen zum Erreichen einer gleichmäßigen Temperaturverteilung am vorteilhaftesten.
Figur 5 zeigt ein Projektionsobjektiv 25, welches von einem Tem¬ periermantel 26 umgeben ist. Der Temperiermantel 26 kann dabei in bekannter Weise außenseitig an dem Projektionsobjektiv 25 an¬ gebracht sein. Temperierleitungen 27 sind in diesem alternativen Ausführungsbeispiel auf den Temperiermantel 26 aufgeformt. Die Aufformung der Temperierleitungen 27 erfolgt über einen Galvani- sierungsprozess, insbesondere eine Galvanoformung. In Figur 5 weisen die Temperierleitungen Anschlüsse 30 auf, welche mit Lei¬ tungen 31 gekoppelt sind, welche wiederum mit einer Temperier- mittelversorgungs- und Kontrolleinheit 32 verbunden sind. Wei- terhin führen die Temperierleitungen 27 zu einem Verteileran- schluss 33, welcher mit einer Leitung 34 zum Abtransport des Temperiermittels zu einer Ablauf- und Kontrolleinheit 35 verbun¬ den ist.
Nachfolgend soll anhand der Figuren 6a, 6b und 6c der Prozess der Galvanoformung zur Bildung bzw. Herstellung einer Temperier¬ leitung 27 auf dem Temperiermantel 26 näher erläutert werden.
Zur Herstellung der Temperierleitung 27 auf dem Temperiermantel 26 wird gemäß Figur 6a auf den Temperiermantel 26 eine Formmasse 28 derart aufgebracht, dass die Formmasse 28 einen inneren Quer¬ schnitt der Temperierleitung 27 bildet. Als Formmasse 28 kann
beispielsweise mit Graphit gefülltes Wachs, metallisch gefüllte Kunststoffe oder ein anderes elektrisch leitendes, sehr gut zu bearbeitendes Material verwendet werden. Die Formmasse 28 kann beispielsweise mittels eines thermisch instabilen Klebemittels 36 auf den Temperiermantel 26 aufgebracht und je nach Ausgestal¬ tung des Querschnittes und des vorgesehenen Verlaufs der Tempe¬ rierleitung 27 modelliert werden. Auch selbsthaftende Formmassen können eingesetzt werden.
Gemäß Figur 6b wird der Temperiermantel 26 mit der Formmasse 28, welche elektrisch leitend ist, in ein galvanisches Bad, gestri¬ chelt mit dem Bezugszeichen 37 dargestellt, eingebracht. Dabei werden die mit einer Metallschicht zu überziehenden Gegenstände, hier der Temperiermantel 26 und die Formmasse 28, als Kathode geschaltet. An dem Temperiermantel 26 und der Formmasse 28 als Kathode entladen sich dann die Metall-Ionen einer verwendeten Metallsalzlösung und scheiden sich als Schicht ab. Die Abschei- dungsbedingungen, wie Zusammensetzung des Elektrolyten, kathodi¬ sche Stromdichte, Elektrolyt-temperatur und Elektrolytzirkulati- on sowie Galvanisierdauer, werden derart gewählt, dass der abge¬ schiedene Metallüberzug ein anwendungsgerechtes Eigenschaftspro¬ fil aufweist. Auf diese Weise werden die Formmasse 28 wie auch der Temperiermantel 26 mit einer galvanischen Schicht 29 überzo¬ gen. Die galvanische Schicht 29 kann beispielsweise aus Nickel gebildet werden, wobei selbstverständlich auch andere Metalle, wie beispielsweise Kupfer, Zinn, Aluminium oder Kombinationen von mehreren Metallen zur Bildung der galvanischen Schicht 29 verwendet werden können.
Nach Erreichen der gewünschten Schichtdicke der galvanischen Schicht 29 auf dem Temperiermantel 26 bzw. auf der Formmasse 28 wird der Temperiermantel 26 aus dem galvanischen Bad entnommen. Zur Bildung der Temperierleitung 27 wird die Formmasse 28 ent¬ fernt, wodurch eine Aussparung entsteht. Das Entfernen der Form- masse 28 kann beispielsweise durch Erwärmen, wenn z.B. als Form¬ masse 28 ein Wachs eingesetzt wird, durch Auswaschen, wenn die Formmasse 28 wasserlöslich ist, oder auch durch Ätzen erfolgen.
Figur 6c zeigt den Temperiermantel 26 mit einer auf diese Weise entstandenen Temperierleitung 27, durch welche zur Kühlung des Projektionsobjektivs 26 nach der Figur 5 oder von Teilen des Projektionsobjektives 1 in der Halbleiterlithographie das Tempe¬ riermittel fließen kann.
Mittels diesem Galvanisierungsprozess lassen sich auch Tempe¬ riermäntel mit komplexen Geometrien herstellen, da nur die zu verarbeitende Formmasse 28 zur Bildung einer Temperierleitung 27 bearbeitet werden muss und die Bearbeitung sehr einfach erfolgen kann.
Die Temperiermäntel 18, 18' und 26 können zur Kühlung oder auch zur Erwärmung eines Projektionsobjektives, einzelner optischer Elemente oder auch mechanischer Elemente mit erhöhter Wärmeer¬ zeugung eingesetzt werden.
In der Figur 7 ist eine EUV-Projektionsbelichtungsanlage 40 mit einer Lichtquelle 41, einem EUV-Beleuchtungssystem 42 zur Aus¬ leuchtung eines Feldes in einer Objektebene 43, in welcher eine Struktur tragende Maske angeordnet ist, sowie einem Projektions¬ objektiv 44 mit einem Gehäuse 44a und einem durch mehrere Um¬ lenkspiegel 48 vorgegebenen Strahlenverlauf 45 zur Abbildung der strukturtragenden Maske in der Objektebene 43 auf ein lichtemp¬ findliches Substrat 46 zur Herstellung von Halbleiterbauelemen¬ ten dargestellt. Das EUV-Beleuchtungssystem 42 weist in vorteil¬ hafter Weise eine Kollektoreinheit 47 auf der zur Lichtquelle 41 gerichteten Seite auf, um die von der Lichtquelle 41 erzeugte Strahlung zu bündeln.
Auch bei der EUV-Projektionsbelichtungsanlage 40 können Teile des Objektivgehäuses 44a oder das gesamte Gehäuse ebenso wie op¬ tische Elemente im Inneren des Projektionsobjektives 44 mit ei- nem Temperiermantel 18 bzw. 18' versehen sein. Gleiches gilt für die Kollektoreinheit 47, die für die Kollektion der von der Lichtquelle 41 abgegebenen Strahlung vorgesehen ist.
Derartige Kollektoreinheiten werden für ein Beleuchtungssystem in Wellenlängen ≤ 193 IM verwendet und sind grundsätzlich allge¬ mein bekannt. Hierzu wird beispielsweise auf die DE 102 14 259 Al und die ältere US-Provisional-Anmeldung Serial No. 60/695,932 verwiesen, deren Inhalte zum Offenbarungsgehalt der vorliegenden Anmeldung zählen sollen.
Neben einer Kühlung der optischen Elemente, wie zum Beispiel Linsen und Spiegel können auch weitere mechanische Teile, die temperaturempfindlich sind mit einem Temperiermantel 18' verse¬ hen werden.
Neben den im Projektionsobjektiv 44 angeordneten Umlenkspiegeln 48 können selbstverständlich auch im EÜV-Beleuchtungssystem 42 angeordnete optische Elemente, wie Spiegel und andere mechani¬ sche Teile durch einen Temperiermantel 18' temperiert werden. Dies gilt zum Beispiel für Blendenelemente 49, wie dies in Figur 7 schematisch im Beleuchtungssystem 42 angedeutet worden ist.