Einrichtung zum Unterstützen eines Anspinnvorqanges an einer Luftdüsenspinnvorrichtung
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Unterstützen eines Anspinnvorganges an einer ein Streckwerk aufweisenden Luftdüsenspinnvorrichtung,. mit einem aus elastischer Oberwalze und angetriebener Unterwalze bestehenden und eine Klemmlinie bildenden Ausgangswalzenpaar, mit wenigstens einem dem Ausgangswalzenpaar vorgeordneten elastischen Führungsriemchen, sowie mit einer in Fadenlaufrichtung vor der Klemmlinie des Ausgangswalzenpaares angeordneten, aus zwei Klemmelementen bestehenden Fadenbremse für ein dem Anspinnen dienendes Fadenende, wobei eines der Klemmelemente eine gummielastische Oberfläche aufweist.
Eine Einrichtung dieser Art ist durch die DE 37 06 728 A1 Stand der Technik. In dieser Druckschrift ist eine zwischen den letzten beiden Walzenpaaren des Streckwerks angeordnete Fadenbremse beschrieben, die einen Hilfsfaden straff hält, welcher bei einem Anspinnvorgang in das Ausgangwalzenpaar eingelegt wird. Das Fadenende des Hilfsfadens wird durch einen Greifer entgegen der normalen Fasertransportrichtung in das Streckwerk zurückgeführt. Beim Wiederanlaufen der Streckwerkswalzen zum Start des Spinnvorganges wird das Fadenende durch den Greifer freigegeben. Das vorher durch den Greifer straff gehaltene Fadenende verliert seine Vorspannung. Es kann dadurch zusammenspringen und Kringel bilden. Um dies zu verhindern ist eine Fadeηbremse vorgesehen, die eine elastische Fadenklemme bildet und das Fadenende führt und streckt, bevor es in die Klemmlinie des Ausgangswalzenpaares einläuft.
Beim Stand der Technik wird die elastische Fadenklemme durch ein zylindrisches Ende eines Fadeneinlegers und eine aus Weichgummi bestehende Klemmfläche gebildet. Das zylindrische Ende des Fadeneinlegers und die elastische Klemmfläche stehen senkrecht zu der Streckfeldebene und zu den Längsachsen der Streckwerkswalzen.
Die bekannte Einrichtung hat den Nachteil, dass die Fadenbremse relativ weit von der Klemmlinie des Ausgangswalzenpaares entfernt angeordnet ist. Das Ende des Hilfsfadens wird relativ früh freigegeben und ist dann für eine immer noch nennenswerte Strecke ohne Führung. Hierbei besteht die Gefahr, dass das Fadenende wieder Kringel bildet.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zu Grunde, unter Beibehaltung der Vorteile der bekannten Einrichtung die Führung des Fadens zu verbessern und das Kringeln sicher zu vermeiden.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass das Klemmelement mit der gummielastischen Oberfläche, gegen welches das zweite Klemmelement andrückbar ist, durch die elastische Oberwalze oder das elastische Führungsriemchen gebildet wird.
Das Klemmelement mit Her gummielastischen Oberfläche wird also durch ein im Streckwerk vorhandenes und dem regulären Spinnprozess dienendes Bauteil gebildet. Dadurch lässt sich die elastische Fadenklemme der Fadenbremse sehr nah an die Klemmlinie des Ausgangswalzenpaares heranführen. Die freie Strecke des Fadenendes wird so minimiert, dass ein Zusammenspringen bzw. Kringeln verhindert wird. Außerdem lässt sich das im Stand der Technik genannte, zusätzliche Bauteil mit der elastischen Oberfläche einsparen.
Für das zweite Klemmelement,. welches gegen das elastische Führungsriemchen oder gegen die elastische Oberwalze andrückbar ist, ergibt sich gemäß der Erfindung eine Vielzahl von Befestigungsmöglichkeiten. Neben der aus dem Stand der Technik bekannten Möglichkeit, dass das zweite Klemmelement an Bauteilen eines Wartungswagens befestigt ist, besteht auch die Möglichkeit einer Befestigung an Elementen des Streckwerks, so dass das zweite Klemmelement auch im normalen Spinnbetrieb an seiner Position verbleiben kann.
Vorteilhaft ist außerdem, dass durch die erfindungsgemäße Anordnung die elastische Klemmfläche in Fadenlaufrichtung bewegbar ist. So lassen sich die Kräfte auf das Fadenende verringern und eine Überdehnung des Hilfsfadens vermeiden. Dies kann durch eine Ausbildung des zweiten Klemmelementes als ein zylindrischer und rotierbar gelagerter Stift unterstützt werden.
Eine möglichst kleine Ausführung des zweiten Klemmelementes ist ebenfalls vorteilhaft. Ein im Wesentlichen zylindrischer Stift mit kleinem Außendurchmesser oder eine dünne Blattfeder können sehr weit im Zwickel zwischen Führungsriemchen und Ausgangswalzenpaar angebracht werden. Durch die Verkleinerung des zweiten Klemmelementes, lässt es sich noch näher an die Klemmlinie
des Ausgangswalzenpaares heran verlagern, und die übrig bleibende freie Länge des Fadenendes kann noch weiter minimiert werden.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung einiger Ausführungsbeispiele.
Es zeigen:
Figuren 1 bis 4 jeweils eine Variante einer erfindungsgemäßen Fadenbremse in einem nur teilweise und schematisch dargestellten Streckwerk einer Luftdüsenspinnvorrichtung.
Die Luftdüsenspinnvorrichtung gemäß den Figuren 1 bis 4 dient dem Erspinnen eines Fadens 1 aus einem Stapelfaserverband 2. Die Spinnvorrichtung enthält als wesentliche Bestandteile ein vorzugsweise als Drei-Zylinder-Streckwerk ausgebildetes Streckwerk 3 und ein Luftdüsenaggregat 4, welches beispielsweise entsprechend der EP 1 219 737 A1 ausgebildet sein kann. Der bereits teilweise verstreckte Stapelfaserverband 2 wird von einem nicht dargestellten Eingangswalzenpaar kommend, in Zuführrichtung A einem Riemchenwalzenpaar 5 zugeführt. Dem Riemchenwalzenpaar 5, das von Führungsriemchen 6 und 7 in bekannter Weise umschlungen wird, folgt ein im Folgenden als Ausgangswalzenpaar 8 bezeichnetes Lieferwalzenpaar, an welchem die Verzugszone des Streckwerks 3 beendet ist. In dem Streckwerk 3 wird in bekannter Weise der Stapelfaserverband 2 bis zur gewünschten Feinheit verstreckt.
Das Ausgangswalzenpaar 8 enthält eine angetriebene Unterwalze 9 sowie eine als elastische Druckwalze ausgebildete Oberwalze 10 und ist an nicht dargestellte Einrichtungen zum Öffnen und Schließen des Ausgangswalzenpaares 8 angeschlossen. Mit 10' ist gestrichelt die geöffnete Position der Oberwa.lze 10 angedeutet. Der fertig verstreckte Faserverband durchläuft nach der durch das Ausgangswalzenpaar 8 gebildeten Klemmlinie 11 das Luftdüsenaggregat 4. Dort wird den Fasern durch Luftwirbel Spinndrehung erteilt und ein Faden 1 gebildet. Der Faden 1 wird in Fadenlaufrichtung B abgezogen und einer nicht dargestellten Aufspuleinrichtung zugeführt.
Nach einer Betriebsstörung und einem dadurch verursachten Fadenbruch muss der Spinnvorgang wieder in Gang gesetzt werden. Dies geschieht durch das Zurückführen eines Fadenendes 13 von der Aufspuleinrichtung in das Streckwerk 3. Das Fadenende 13 wird entgegen der Fadenlaufrichtung B durch das Luftdüsenaggregat 4 hindurchgeführt und von einem Greifer 14 in das geöffnete Ausgangswalzenpaar 8 eingelegt. Der Greifer 14 kann als Zangengreifer oder als
ein unter Saugzug stehendes Rohr ausgebildet sein. Nachdem das Fadenende 13 unter die geöffnete Oberwalze 10' eingelegt wurde, wird üblicherweise das Fadenende 13 auf eine definierte Länge abgelängt und der Endbereich 15 des Fadenendes 13 wird zu einem so genannten Fadenpinsel aufbereitet, um einen guten Ansetzer zu erreichen. Jetzt wird das Luftdüsenaggregat 4 und das Streckwerk 3 gestartet und das Fadenende 13 wird in Fadenlaufrichtung B abtransportiert. Hierdurch verlässt der Endbereich 15 des Fadenendes 13 den Greifer 14 und wird frei. Ist nun keine Fadenbremse 16 vorhanden oder befindet sich diese - wie beim eingangs genannten Stand der Technik - sehr weit von der Klemmlinie 11 entfernt, so springt das Fadenende 13 zusammen und kann Kringel bilden. Solche Kringel verursachen eine schlechte Ansetzerqualität. Das auch als „Schlängeln" bezeichnete Zusammenspringen des Fadenendes 13 wird umso stärker, je höher die Beschleunigung und Geschwindigkeit des Fadenendes 13 in Fadenlaufrichtung B ist.
Gemäß Figur 1 ist nun eine Fadenbremse 16 vorgesehen, in der das Fadenende 13 zwischen zwei Klemmelementen straff gehalten wird und möglichst nahe an die Klemmlinie 11 herangeführt wird. Das erste Klemmelement wird durch eine gummielastische Oberfläche 17 des Führungsriemchens 7 gebildet. Als zweites Klemmelement dient ein Stift 18, der über ein Verbindungsglied 19 an einer Halterung 20 befestigt ist. Der Stift 18 ist vorzugsweise zylindrisch und kann am Verbindungsglied 19 rotierbar gelagert sein. Zur Verstärkung der elastischen Wirkung der Oberfläche 17 kann auch das Verbindungsglied 19 nachgiebige Elemente enthalten. Ebenso gut ist es möglich, dass der Stift 18 die Fadenbremse 16 mit dem Führungsriemchen 6 bildet.
Die Halterung 20 kann auf unterschiedliche Weise an der Maschine befestigt sein. In dem in Figur 1 gezeigten Ausführungsbeispiel ist es vorteilhaft, wenn die Halterung 20 an die Einrichtungen zum Öffnen und Schließen des Ausgangswalzenpaares 8 angekoppelt ist, so dass sich die Fadenbremse 16 beim Öffnen der Oberwalze 10 ebenfalls mit öffnet. Mit 16' ist gestrichelt die geöffnete Position der Fadenbremse 16 dargestellt. Das Fadenende 13 lässt sich so auf einfache Weise gleichzeitig durch den Greifer 14 in das Ausgangswalzenpaar 8 und in die Fadenbremse 16 einlegen.
In Figur 2 ist eine Variante der Fadenbremse 16 dargestellt, bei der der Stift 18 das Fadenende 13 gegen eine elastische Oberfläche 21 der Oberwalze 10 klemmt. Der Stift 18 ist wiederum über ein Verbindungsglied 19 an einer hier stationären Halterung 23 befestigt und kann rotierbar gelagert sein. Die stationäre Halterung 23 kann bei dieser Ausführung an einem unbeweglichen Bauteil des
Streckwerks 3 befestigt sein, da sich die Fadenbremse 16 beim Öffnen der Oberwalze 10 automatisch mit öffnet.
Gemäß Figur 3 ist als zweites Klemmelement eine Blattfeder 22 vorgesehen, welche gegen die gummielastische Oberfläche 17 des Führungsriemchens 7 andrückbar ist. Die Blattfeder 22 wird wiederum in einer Halterung 20 aufgenommen, welche an den Einrichtungen zum Öffnen des Ausgangswalzenpaares 8 befestigt sein kann. Das Einlegen des Fadenendes 13 erfolgt wiederum durch Öffnen der Fadenbremse 16 in eine gestrichelt dargestellte Position 16'.
In Figur 4 ist schließlich eine Variante dargestellt, bei der eine Blattfeder 22 gegen die elastische Oberfläche 21 der Oberwalze 10 andrückbar ist. Die Blattfeder 22 ist wiederum an einer stationären Halterung 23 befestigt, welche mit unbeweglichen Bauteilen des Streckwerkes 3 verbunden ist. Das Einlegen des Fadenendes 13 erfolgt bei geöffneter Oberwalze 10'.
Gemäß den Figuren 1 bis 4 ist es vorteilhaft wenn die Klemmelemente Stift 18 und Blattfeder 22 klein ausgebildet sind, so dass sie möglichst tief in den Zwickel 24 zwischen Führungsriemchen 6 oder 7 und Ausgangswalzenpaar 8 hineinreichen. Die Fadenbremse 16 kann bei allen vorgenannten Varianten während des normalen Spinnvorganges in ihrer Position verbleiben.
Alternativ zu den vorgenannten .Befestigungsmöglichkeiten der Halterung 20 und der Halterung 23 ist es aber auch möglich, beide Halterungen 20 und 23 an einem entlang der Luftspinnmaschine beweglichen Wartungswagen zu befestigen. Der Wartungswagen wird immer derjenigen Spinnstelle zugestellt, an der ein Anspinnvorgang durchgeführt wird. Eine solche Variante hat den Vorteil, dass nicht an, jeder Spinnstelle eine Fadenbremse 16 vorhanden sein muss und Bauteile eingespart werden können.