Verfahren und Vorrichtung zur Einstellung eines Kraftstoff-/Luftverhältnisses für eine Brennkraftmaschine
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Einstellung eines Kraftstoff-/ Luftverhältnisses für eine Brennkraftmaschine nach den Oberbegriffen der unabhängigen Ansprüche.
Zur Reinigung von Abgasen einer Brennkraftmaschine wird üblicherweise ein Katalysator eingesetzt, der in dem Abgassystem einer Brennkraftmaschine angeordnet ist. Dieser konvertiert schädliche Komponenten, wie etwa Kohlenwasserstoffe CH, Kohlenmonoxid CO und Stickoxide NOx weitgehend in ungiftige Gase. Entscheidend für den sogenannten Konvertierungsgrad des Katalysators ist, dass der Sauerstoffgehalt des Abgases innerhalb optimaler Werte liegt. Für einen sogenannten Dreiwegekatalysator liegen diese optimalen Werte in einem engen Bereich um den Wert, der einem Kraftstoff/Luft-Gemisch von λ = 1 entspricht. Um diesen engen Bereich einhalten zu können, ist es üblich, das Kraftstoff/Luft- Verhältnis für eine Brennkraftmaschine mittels Sauerstoffsensoren zu regeln, die im Abgassystem einer Brennkraftmaschine angeordnet sind.
Aus der Offenlegungsschrift DE 40 24 212 A1 ist ein Verfahren zur Lambdaregelung für eine Brennkraftmaschine mit einem nachgeschalteten Katalysator bekannt, bei dem die Sauerstoffanteile im Abgas der Brennkraftmaschine mittels Sauerstoffsensoren stromauf und stromab des Katalysators erfasst werden. In vorgegebenen Betriebsbereichen wird ein Regelsignal mit steuerbarer Amplitude durch Einkoppeln eines Fremdsignals mit steuerbarer Amplitude erzeugt. Mit zunehmender Katalysatoralterung wird die Amplitude verringert. Mit dem Verfahren kann mittels einer Lambdaregelung der Funktionszustand des Katalysators im Abgasstrang der Brennkraftmaschine bestimmt und der Zeitpunkt zum Austauschen eines gealterten Katalysators festgelegt werden.
Aus der Offenlegungsschrift DE 43 37 793 A1 ist ein Verfahren zur Einstellung des Kraft- stoff-/Luftverhältnisses für eine Brennkraftmaschine mit einem nachgeschalteten Katalysator
bekannt, bei dem die Sauerstoffanteile im Abgas der Brennkraftmaschine mittels Sauerstoff sensoren stromauf und stromab des Katalysators erfasst werden. Beide Sensoren beeinflussen die Regelung des Kraftstoff-/Luftverhäitnisses. Zunächst wird mit einer Amplitudenauswertung festgestellt, ob der Katalysator bereits einen bestimmten Alterungszustand erreicht hat. Die Ist-Regelgröße wird hierbei vom Sensor stromauf des Katalysators ausgegeben. Dann wird auf eine Frequenzauswertung bzw. Frequenzregelung umgeschaltet, wobei der Sensor stromab des Katalysators die Ist-Regelgröße liefert. Solche Auswertungen sind an sich empfindlich, beeinflussen jedoch relativ stark das Betriebsverhalten der Brennkraftmaschine. Dies wird vermieden, indem die Umschaltung auf die Frequenzauswertung erst erfolgt, wenn der Katalysator bereits einen bestimmten Alterungszustand erreicht hat. Mit zunehmender Betriebsdauer nimmt die Sauerstoffspeicherfähigkeit des Katalysators ab. Daher steigt mit zunehmender Katalysatoralterung die Regelfrequenz an, so dass sich die Lambdaregelung dem Alterungszustand des Katalysators anpaßt. Sobald die ermittelte Regelfrequenz stromab des Katalysators höher als ein Frequenz-Schwellwert ist, kann die Alterung des Katalysators zuverlässig erkannt und der Katalysator erneuert werden.
Aufgabe der Erfindung ist, das Verfahren zur Einstellung des Kraftstoff-/Luftverhältnisses für eine Brennkraftmaschine mit einem nachgeschalteten Katalysator nach dem Stand der Technik zu verbessern und damit eine größere Dynamik zu ermöglichen, sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen.
Die Aufgabe wird bei einem Verfahren durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 und bei einer Vorrichtung durch Merkmale des Patentanspruchs 15 gelöst.
Ein Vorteil der Erfindung besteht darin, dass der zeitliche Verlauf der Soll-Vorgabe des Lambdawertes des Abgases stromauf eines dem Motor nachgeschalteten Katalysators automatisch den Betriebszuständen des Katalysators angepasst wird, bei denen die Konvertierung ansonsten nicht optimal ist. Dies führt zu einer besseren Nutzung des Katalysators und zu einer erhöhten Sicherheit bei der Einhaltung von Emissionswerten.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass durch die verbesserte Dynamik des Abgassystems bei einem Fahrzeug, in dem die erfindungsgemäße Vorrichtung implementiert ist, die Fahrdynamik verbessert wird.
Weiterhin wird der Katalysator während seiner Lebensdauer in günstigen Betriebsbereichen geführt und mit hoher Effizienz betrieben, so dass im Vergleich mit herkömmlich geregelten Katalysatoren Edelmetall im Katalysator eingespart und/oder der Katalysator selbst verkleinert werden kann. Dies spart Kosten und Ressourcen.
Weitere Vorteile und günstige Ausgestaltungen der Erfindung sind der Beschreibung und den weiteren Ansprüchen zu entnehmen.
Die Erfindung ist anhand von Zeichnungen näher beschrieben, wobei die Figuren zeigen;
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer bevorzugten Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
Fig. 2 eine Kennlinie eines Regelsignals nach dem Stand der Technik für einen Dreiwegekatalysator mit neuem Katalysator (2a) und mit gealtertem Katalysator (2b),
Fig. 3 eine erste bevorzugte Kennlinie eines Regelsignals gemäß der Erfindung mit Rechteck-Verlauf und unterschiedlicher Sprunghöhe,
Fig. 4 eine zweite bevorzugte Kennlinie eines Regelsignals gemäß der Erfindung mit sägezahnartigem Verlauf,
Fig. 5 eine dritte bevorzugte Kennlinie eines Regelsignals gemäß der Erfindung mit degressivem Verlauf,
Fig. 6 eine vierte bevorzugte Kennlinie eines Regelsignals gemäß der Erfindung mit ebenfalls degressivem Verlauf,
Fig. 7 eine fünfte bevorzugte Kennlinie eines Regelsignals gemäß der Erfindung mit Rechteck-Verlauf und progressivem Auslauf,
Fig. 8 eine sechste bevorzugte Kennlinie eines Regelsignals gemäß der Erfindung mit Rechteck-Verlauf und sägezahnartigem Auslauf.
Die Erfindung ist besonders für Katalysatoren geeignet, bei denen der einer Brennkraftmaschine zugeführte Luftanteil eines Kraftstoff-/Luftgemisches mittels eines
Regelsignals eingestellt wird, welches periodisch zwischen einem Minimalwert und einem Maximalwert des Luftanteils eingestellt wird und so zwischen einem fetten Betriebszustand mit Sauerstoffmangel und einem mageren Betriebszustand mit Sauerstoffüberschuss hin und her geschaltet wird.
Besonders günstig ist die Erfindung für einen Dreiwegekatalysator, bei dem Sauerstoff und/oder Stickoxide periodisch als Oxidationsmittel in den Katalysator eingelagert und desorbiert wird und bei dem ein Regelsignal einer Lambdaregelung im wesentlichen periodisch um einen Lambdawert λ = 1 schwankt. Im mageren Betriebszustand ist das Sauerstoffangebot im Abgas ausreichend, um dessen HC- und CO-Anteile zu oxidieren, während im fetten Betriebszustand NOx-Anteile im Abgas als Oxidationsmittel vorhandene HC- und CO-Anteile oxidieren. Eine übliche Regelstrategie für einen Dreiwegekatalysator sieht eine Lambdaregelung vor, bei der eine Lambda-Sonde mit einem Regelsignal mit konstanter Frequenz beaufschlagt wird. Im mageren Betriebszustand bei λ > 1 wird Sauerstoff im Katalysator 2 eingelagert, im fetten Betriebszustand bei λ < 1 wird dieser Sauerstoff für Oxidationsvorgänge verbraucht.
Es ist allerdings auch möglich, die Erfindung für einen NOx-Speicherkatalysator einzusetzen, der bei höheren Lambdawerten als ein Dreiwegekatalysator betrieben werden kann. Gealterte Speicherkatalysatoren können auch bei niedrigeren Lambdawerten um λ = 1 betrieben werden.
Fig. 1 zeigt schematisch eine bevorzugte Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens. Einer Brennkraftmaschine 1 ist im Abgastrakt 3 ein Katalysator 2 nachgeschaltet. Die Brennkraftmaschine 1 wird in üblicher Weise über nicht näher dargestellte Mittel mit einem Kraftstoff/Luftgemisch versorgt; die Luftversorgung erfolgt bevorzugt über einen Ansaugtrakt 7. Im Abgastrakt 3 stromauf des Katalysators 2 ist ein Sensor 4 angeordnet, der die Zusammensetzung des Abgases detektiert. Vorzugsweise ist der Sensor 4 ein Sauerstoffsensor, der den Sauerstoffgehalt im Abgas detektiert. Besonders bevorzugt ist der Sensor 4 eine Breitbandlambdasonde mit einer stetigen Regelcharakteristik. Stromab des Katalysators 2 ist ein weiterer Sensor im dortigen Abgastrakt 8 angeordnet, der die Zusammensetzung des im Katalysator 2 gereinigten Abgases detektieren kann. Vorzugsweise wird auch hier ein Sauerstoffsensor verwendet, besonders bevorzugt eine Zweipunktlambdasonde mit Sprungcharakteristik. Die Erfindung umfasst auch Vorrichtungen mit mehr als einem nachgeschalteten Katalysator 2.
Prinzipiell sind übliche Lambda-Sonden als Sensoren 4, 5 geeignet, wie Breitbandlambda- Sonden, Zweipunktlambda-Sonden oder NOx-Sensoren mit Lambdasonden-Funktion. Ebenso kann alternativ stromauf des Katalysators 2 eine Zweipunktlambdasonde und/oder stromab des Katalysators 2 eine Breitbandlambdasonde als Sensoren 4, 5 eingesetzt werden. Denkbar ist auch, den Lambda-Wert stromauf des Katalysators 2 aus anderweitigen Messgrößen wie z. B. eingespritzter Kraftstoffmenge und angesaugtem Luftmassenstrom zu ermitteln.
Über die Lebensdauer des Katalysators 2 verändert sich die Sauerstoffspeicherfähigkeit des Katalysators 2. Ebenso kann sich die Charakteristik einer Lambda-Sonde, insbesondere einer Breitbandlambda-Sonde, verändern. Dies kann ausgeglichen werden, indem die Frequenz des Regelsignals dem Alterungszustand angepasst wird. Zweckmäßigerweise wird der Sensor 4 stromauf des Katalysators 2 mit einem Regelsignal beaufschlagt. Der Sensor 5 stromab des Katalysators 2 meldet an den Sensor 4 stromauf, sobald hinter dem Katalysator 2 ein Durchschlagen eines fetten Abgases oder eines mageren Abgases beobachtet wird. Über die Brennkraftmaschine 1 wird, solange ein mageres Abgas zur Verfügung gestellt, bis von Sensor 5 stromab des Katalysators 2 ein Sauerstoffdurchbruch erkannt wird. Dann wird auf fetten Betriebszustand des Katalysators 2 umgeschaltet, bis ein Durchbruch der fetten Komponenten beobachtet wird. Dann wird wiederum auf mageren Betriebszustand umgeschaltet und die Sequenz wiederholt.
Mit zunehmendem Alter sinkt die Sauerstoffspeicherfähigkeit des Katalysators 2, Durchbrüche treten schneller ein, und die Regelfrequenz steigt. Damit passt sich die Lambdaregelung dem Alterungszustand des Katalysators 2 an. Eine solche Regelung wird auch als Eigenfrequenzregelung bezeichnet.
Die Sensoren 4, 5 sind mit einem Steuergerät 6 verbunden, welches deren Signale aufnimmt und einer Bewertung zuführt. Zweckmäßigerweise ist dieses Steuergerät 6 Bestandteil eines üblichen Motorsteuergeräts, das für den Betrieb der Brennkraftmaschine 1 verwendet wird. In diesem Steuergerät 6 bzw. über dieses sind vorzugsweise Betriebsparameter der Brennkraftmaschine 1 bzw. eines Fahrzeugs, welches durch die Brennkraftmaschine 1 angetrieben wird, verfügbar. Vorzugsweise sind diese Betriebsparameter als Kennlinienfelder in einem entsprechenden Speichermedium hinterlegt. Solche Betriebsparameter sind z.B. eine Abgastemperatur stromauf des Katalysators 2 und/oder im Katalysator 2, eine Abgastemperatur stromab des Katalysators, eine Sauerstoffspeicherfähigkeit des Katalysators 2, ein Abgasmassenstrom, eine Drehzahl der
Brennkraftmaschine 1 , eine Abgasrückführrate, eine Stellung eines Nockenwellenstellers, eine Ladungsbewegungsklappe, ein Zündzeitpunkt und/oder ein Ladedruck und dergleichen. Informationen über die Betriebsparameter können mit den Sensorsignalen verknüpft werden und so die Regelung abhängig von Betriebsparametern durchgeführt werden. Dies ist durch Pfeile am Steuergerät 6 angedeutet. Es können einzelne Betriebsparameter oder auch verschiedene Betriebsparameter in Kombination miteinander verwendet werden.
In Fig. 2 sind zwei Kennlinien eines üblichen Regelsignals nach dem Stand der Technik für einen frischen Dreiwegekatalysator (Fig. 2a) und einen gealterten Dreiwegekatalysator (2b) dargestellt. Die Frequenz des Regelsignals des frischen Katalysators 2 ist deutlich geringer als die des gealterten Katalysators 2. Ansonsten ist die Kennlinie des Regelsignals jedoch unverändert, da die charakteristische Kurvenform und insbesondere die Amplitudenform erhalten bleiben.
Gemäß der Erfindung sind Mittel vorgesehen, um eine Kennlinie des Regelsignals an einen aktuellen Katalysatorzustand so anzupassen, dass eine charakteristische Kurvenform der Kennlinie abhängig von der Anlagerung und/oder Desorption eines Oxidationsmittels im Katalysator 2 einstellbar ist. Eine solche charakteristische Kurvenform kann z.B. einen Übergang von einem Betriebszustand zum anderen und/oder einen Verlauf der Kennlinie innerhalb eines Betriebszustands des Katalysators 2 betreffen. Das Oxidationsmittel kann Sauerstoff oder auch NOx sein.
Dabei wird nicht einfach wie im Stand der Technik beschrieben die Frequenz des Regelsignals dem Alterungszustand des Katalysators 2 entsprechend nachgeführt, sondern die charakteristische Kurvenform der Kennlinie wird verändert, indem die Amplitude und/oder die Charakteristik, insbesondere eine Flankensteilheit, Umschaltzeitpunkte und/oder ein Verlauf in einem Betriebszustand verändert wird. Diese Anpassung erfolgt innerhalb eines Regelzyklus und kann sich mit steigender Betriebsdauer des Katalysators 2 verändern. Das Alterungsverhalten des Katalysators 2 kann in fetten und mageren Betriebszuständen unterschiedlich sein, so dass eine Berücksichtigung des unterschiedlichen Verhaltens in den beiden Betriebszuständen über eine entsprechende katalysatorzustandsabhängige Einstellung des Regelsignals eine effizientere Ausnutzung des Katalysators 2 ermöglicht.
Je nach Alterungszustand des Katalysators 2 kann die Amplitude der Kennlinie für einen fetten und mageren Betriebszustand des Katalysators angepasst werden. Dies ist in Fig. 3 dargestellt. Dort ist ein sprungartiges Regelsignal mit variabler Amplitude dargestellt.
Zusätzlich kann auch die Frequenz moduliert werden. Durch eine Variation der Amplitude kann das System beschleunigt werden. Stellt der Sensor 5 stromab des Katalysators 2 etwa ein stark abgemagertes Abgas fest, kann durch ein stärkeres Anfetten schnell dagegen geregelt werden. Bei Überfettung kann wiederum schnell abgemagert werden. Das System kann somit schneller ins Gleichgewicht gelangen. Die Amplituden für den Übergang vom fetten Betriebszustand zum mageren Betriebszustand und vom mageren zum fetten Betriebszustand können unterschiedlich sein.
Eine solche Regelstrategie ist vorteilhaft für Katalysatoren 2, die zwar bereits einige Zeit eingesetzt aber noch über längere Zeit verwendbar sind. Hier ist es günstig, über mehrere Regelperioden stärker im Fetten zu arbeiten, dann eine Phase mit überwiegend mageren Anteilen anzuschliessen und wieder mehr im Fetten zu arbeiten und dies zu wiederholen. Dadurch kann temporär eine erhöhte Sauerstoffeinlagerung im Katalysator 2 erreicht werden, bis zur Grenze der Regenerationsfähigkeit des Katalysators 2.
Ein Verlauf gemäß Fig. 3 kann weiterhin sehr vorteilhaft für eine Brennkraftmaschine 1 sein, die mit Schubabschaltung betrieben wird. In diesem Zustand, etwa auf Gefällstrecken, wird der Brennkraftmaschine 1 zeitweise kein Kraftstoff zugeführt, und die Brennkraftmaschine 1 dreht im Leerlauf. Das Abgas magert schnell ab. Hier ist es günstig, das Regelsignal so einzustellen, dass die Brennkraftmaschine 1 zunächst mit einem Kraftstoff/Luftgemisch beaufschlagt wird, das über mehrere Perioden im zeitlichen Mittel gesehen mehr fette Anteile im Abgas verursacht, was durch die größeren Amplituden im fetten Betriebszustand erkennbar ist. Anschliessend wird die Brennkraftmaschine 1 mehr im mageren Bereich betrieben. Dies ermöglicht eine verbesserte Dynamik des Systems und entsprechend eine bessere Fahrdynamik eines dergestalt betriebenen Fahrzeugs.
Über einen Zeitbereich, der zumindest mehrere Perioden des Regelsignals erfasst, kann es demnach vorteilhaft sein, die Amplituden der Kennlinie des Regelsignals unsymmetrisch zu einem vorgegebenen Lambdawert einzustellen.
Gemäß einer günstigen Weiterbildung der Erfindung kann die Kennlinie des Regelsignals sägezahnartig verlaufen. Dies ist in Fig. 4 dargestellt. Die Übergänge zwischen einem mageren Betriebszustand zu einem fetten Betriebszustand verlaufen demnach nicht sprungartig, wie im vorigen Beispiel, sondern die Übergänge erfolgen sanfter mit einer endlichen Steigung der Flanken. Ein solcher Verlauf des Regelsignals ist z. B. für einen Katalysator 2 geeignet, welcher nicht oder noch nicht den optimalen Temperaturbereich erreicht hat,
insbesondere in einer Phase mit mittlerer Temperatur zwischen Kaltstart und angestrebter Betriebstemperatur. Es zeigt sich, dass der Katalysator 2 mittels des sägezahnartigen Verlaufs des Regelsignals schneller seinen optimalen Temperaturbereich für seinen Normalbetrieb erreichen kann. Dabei können die Flanken des Regelsignals sowohl betragsmäßig unterschiedliche Steigungen als auch unterschiedliche Amplituden aufweisen.
Es kann vorgesehen sein, dass die Kennlinie des Regelsignals eine Rechteckkurve oder eine andere Charakteristik mit unterschiedlichen Amplituden und/oder Verweildauern im jeweiligen Betriebszustand ist, so dass die Anteile an fetten Betriebszuständen und an mageren Betriebszuständen jeweils bedarfsabhängig auf den aktuellen Zustand des Katalysators 2 abgestimmt werden können.
Ebenso ist es möglich, aufeinanderfolgende Betriebszustände mit unterschiedlicher Dauer einzustellen, je nachdem, wie abhängig von Betriebsparametern der Brennkraftmaschine und/oder vom Lebensalter des Katalysators 2 Anlagerungsvorgänge und/oder Desorptionsvorgänge des Oxidationsmittels im Katalysator 2 ablaufen.
In Fig. 5 ist eine Regelcharakteristik dargestellt, die nichtlinear verläuft und einen degressiven Verlauf zeigt. Ein Übergang von einem Betriebszustand zum anderen erfolgt schnell mit einer relativ steilen Flanke, dann läuft die Kennlinie leicht ansteigend zu einem Maximalwert bzw. Minimalwert aus. Das Regelsignal kann auch einen progressiven Verlauf zeigen.
In Fig. 6 ist eine Regelcharakteristik dargestellt, die nicht-linear verläuft und einen progressiven Verlauf zeigt. Ein Übergang von einem Betriebszustand erfolgt zunächst schnell, dann jedoch mit relativ flacher Flanke.
In Fig. 7 und Fig. 8 sind beispielhaft Regelsignale dargestellt, bei denen unterschiedliche Kurvenformen überlagert sind. So sind die Übergänge zwischen den Betriebszuständen zwar sprungartig, jedoch wird noch im Betriebszustand jeweils der Mager- und/oder Fettanteil im Abgas nichtlinear oder linear erhöht. Es sind auch weitere Überlagerungen und auch zeitlich aufeinanderfolgende Kombinationen von Kurvenformen des Regelsignals denkbar, die bedarfsabhängig eingestellt werden können.
Mit zunehmendem Alter verschlechtert sich die Tiefenspeicherung von Sauerstoff und/oder NOx im Katalysator 2, so dass die gewünschten katalytischen Prozesse nicht mehr effizient ablaufen können. Das Verhalten des Katalysators 2 kann in mageren Betriebszuständen
anders sein als in fetten Betriebszuständen. Daher erlaubt eine Variation bzw. Modulation der Kennlinie des Regelsignals eine Anpassung an diese Randbedingungen bei gleichzeitiger Steigerung der Effizienz der katalytischen Prozesse. Dies ist vorteilhaft für das Einhalten von Emissionsgrenzwerten.
Besonders zweckmäßig ist es, die Anpassung der Kennlinie des Regelsignals abhängig von
Betriebsparametern der Brennkraftmaschine 1 durchzuführen. Dies kann über Kennfelder von Betriebsparametern, wie sie bei Fig. 1 bereits beschrieben wurden, erfolgen. Damit wird berücksichtigt, dass das Verhalten des Katalysators 2 von den Betriebsparametern der
Brennkraftmaschine 1 stark beeinflusst wird. So verändert sich die Konvertierungsrate stark mit der Abgastemperatur. Der Katalysator 2 wird bei einem hohen Abgasmassenstrom massiv mit Schadstoffen beaufschlagt, so dass im Extremfall die Reinigungseffizienz des
Katalysators 2 nachlassen kann. Wird die Abgasrückführung variiert, ändert sich die
Fettigkeit des Kraftstoff/Luftgemisches. Steigt die Menge des rückgeführten Abgases, sinkt der NOx-Gehalt im Abgas. Der Zündzeitpunkt beeinflusst das System in ähnlicher Weise wie die Abgasrückführung. Durch Beeinflussung des Brennverlaufes ändern sich die Schadstoff- und Sauerstoffkonzentrationen bei gleichem Lambda. Bei niedrigen Rohemissionen oder einer Verschiebung hin zu leichter konvertierbaren Schadstoffen (z. B. mehr CO, weniger
CH4) sinken die Anforderungen an die Genauigkeit der Lambda-Regelung. Derartige
Einflüsse von Betriebsparametern können jeweils durch eine entsprechende Anpassung der
Kennlinie des Regelsignals berücksichtigt werden, so dass die Einhaltung von
Emissionsstandards über weite Betriebsbereiche der Brennkraftmaschine 1 sichergestellt ist.
Neben der Sicherung von Emissionsstandards kann in einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung aus einer Veränderung der Kennlinie des Regelsignals der Katalysatorzustand und/oder ein Zustand eines Sensors 4, 5, insbesondere des Sensors 5 stromab des Katalysators 2, ermittelt werden.
Neben der erhöhten Sicherheit bei der Einhaltung von Emissionswerten ermöglicht die Erfindung auch eine Absenkung des Edelmetallgehalts des Katalysators 2. Der Katalysator 2 wird überwiegend in Bereichen betrieben, bei denen die Konvertierung verbessert ist. Dadurch kann das Katalysatorvolumen entsprechend verkleinert werden und/oder der Edelmetallgehalt des Katalysators 2 kann verkleinert werden, um dieselbe Effizienz zu erreichen wie bei einer herkömmlichen Regelung. Es gelingt, den Edelmetallgehalt und/oder das Katalysatorvolumen bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens ohne Überschreiten der ohne Anwendung des Verfahrens entstehenden Schadstoffemissionen um
mindestens 10%, insbesondere um mindestens 20% zu verkleinern. Insbesondere weist der Katalysator (2) im Fall eines NOx-Speicherkatalysators einen Edelmetallgehalt von < 80g/ft3 insbesondere < 60g/ft3 auf. Bei einem 3-Wegekatalysator ist ein Edelmetallgehalt von < 60g/ft3, insbesondere < 40g/ft3, bevorzugt < 30g/ft3, optimal < 20g/ft3, ideal < 10g/ft3 vorgesehen.