EP4732271A1 - Musiksaite - Google Patents

Musiksaite

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EP4732271A1
EP4732271A1 EP24735916.9A EP24735916A EP4732271A1 EP 4732271 A1 EP4732271 A1 EP 4732271A1 EP 24735916 A EP24735916 A EP 24735916A EP 4732271 A1 EP4732271 A1 EP 4732271A1
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EP
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winding element
string
tungsten
winding
musical
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EP24735916.9A
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Franz Klanner
Bernhard Rieger
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Zdenka Infeld Asset Management GmbH
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Zdenka Infeld Asset Management GmbH
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Abstract

Bei einer Musiksaite (1) für Streichinstrumente, mit einem tragenden Saitenkern (2) und einer äußeren Wickellage (3), welche ein erstes Wickelelement (4), ein zweites Wickelelement (5) und ein drittes Wickelelement (6) aufweist, wobei das erste Wickelelement (4), das zweite Wickelelement (5) und dass dritte Wickelelement (6) in Form einer mehrgängigen Schraubenlinie um den Saitenkern (2) gewickelt sind, wird vorgeschlagen, dass das erste Wickelelement (4), das zweite Wickelelement (5) und das dritte Wickelelement (6) jeweils aus Wolfram oder einer Wolfram- Legierung ist.

Description

Musiksaite
Die Erfindung betrifft eine Musiksaite gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 .
Musiksaiten weisen einen Saitenkern auf, welcher beim Spannen der Musiksaite belastet wird. Musiksaiten für Streichinstrumente für tiefere Stimmungen weisen in der Regel Umwicklungen bzw. Wickellagen auf, um den Massebelag der Musiksaite zu erhöhen. Die Grundfrequenz, mit welcher eine Musiksaite schwingt, hängt von der schwingenden Länge bzw. Mensur der betreffenden Musiksaite, der Kraft, mit welcher die betreffende Musiksaite gespannt ist, sowie vom Massebelag der Musiksaite ab.
Der jeweilige Aufbau der Musiksaite hat großen Einfluss auf deren Klang, insbesondere deren Obertonverteilung, sowie deren Spielbarkeit, insbesondere deren Ansprache und Reaktion auf einen Bogenwechsel. Weiters wird die innere Dämpfung vom Aufbau beeinflusst, welche Dämpfung erheblichen Einfluss auf den dynamischen Wechsel zwischen unterschiedlichen Grundtönen aufweist. Eine zu geringe Dämpfung hat negativen Einfluss auf ein schnelles Wechseln zwischen einzelnen Tönen.
Aufgabe der Erfindung ist es daher eine Musiksaite der eingangs genannten Art anzugeben, mit welcher die genannten Nachteile vermieden werden können, und welche eine gute Ansprache aufweist und welche schnelle Tonfolgen bzw. einen schnellen Ton wechsel unterstützt.
Erfindungsgemäß wird dies durch die Merkmale des Anspruches 1 erreicht.
Dadurch kann eine Musiksaite geschaffen werden, welche eine gute Ansprache aufweist und welche schnelle Tonfolgen unterstützt. Diese Musiksaite ermöglicht schnelle Tonwechsel und unterstützt den Musiker beim Spielen sehr kurzer Töne. Die drei Wickelelemente weisen - verglichen mit nur zwei Wickelelementen - einen kleineren Steigungswinkel und eine größere Steigung auf. Verbunden mit den Kontaktflächen zwischen den aneinander anliegenden Wickelelementen führt dies zu einer erhöhten bzw. veränderten Biegesteifigkeit der gespannten Musiksaite und zu ausgeprägteren Obertönen eines Klanges. Die drei Wolfram-Wickellagen haben zudem direkten Einfluss auf das Torsionsverhalten und die Drehsteifigkeit der Musiksaite, und insbesondere auf die Torsionsdämpfung. Dadurch können unharmonische Obertöne, welche durch Torsionsschwingungen entstehen, verringert werden. Weiters wird durch diesen Aufbau auch die Dämpfung innerhalb der Musiksaite unterstützt, wodurch schnelle Tonfolgen möglich sind. Aufgrund der relativ hohen Dichte von Wolfram bzw. Wolfram- Legierungen kann eine Musiksaite geschaffen werden, welche bezogen auf deren Massebelag einen geringen Durchmesser aufweist. Dadurch können die Amplituden von Torsionsschwingungen gering gehalten werden.
Die Unteransprüche betreffen weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
Die Erfindung wird unter Bezugnahme auf die beigeschlossenen Zeichnungen, in welchen lediglich bevorzugte Ausführungsformen beispielhaft dargestellt sind, näher beschrieben. Dabei zeigt:
Fig. 1 eine Detailansicht einer ersten bevorzugten Ausführungsform einer Musiksaite; und
Fig. 2 eine Detailansicht einer zweiten bevorzugte Ausführungsform einer Musiksaite.
Die Fig. 1 und 2 zeigen jeweils eine schematische Detailansicht einer Musiksaite 1 für Streichinstrumente, mit einem tragenden Saitenkern 2 und einer äußeren Wickellage 3, welche ein erstes Wickelelement 4, ein zweites Wickelelement 5 und ein drittes Wickelelement 6 aufweist, wobei das erste Wickelelement 4, das zweite Wickelelement 5 und dass dritte Wickelelement 6 in Form einer mehrgängigen Schraubenlinie um den Saitenkern 2 gewickelt sind, wobei das erste Wickelelement 4, das zweite Wickelelement 5 und das dritte Wickelelement 6 jeweils aus Wolfram oder einer Wolfram-Legierung ist.
Dadurch kann eine Musiksaite 1 geschaffen werden, welche eine gute Ansprache aufweist und welche schnelle Tonfolgen unterstützt. Diese Musiksaite 1 ermöglicht schnelle Tonwechsel und unterstützt den Musiker beim Spielen sehr kurzer Töne. Die drei Wickelelemente 4, 5, 6 weisen - verglichen mit nur zwei Wickelelementen - einen kleineren Steigungswinkel und eine größere Steigung auf. Verbunden mit den Kontaktflächen zwischen den aneinander anliegenden Wickelelementen 4, 5, 6 führt dies zu einer erhöhten bzw. veränderten Biegesteifigkeit der gespannten Musiksaite 1 und zu ausgeprägteren Obertönen eines Klanges. Die drei Wolfram- Wickellagen haben zudem direkten Einfluss auf das Torsionsverhalten und die Drehsteifigkeit der Musiksaite 1 , und insbesondere auf die Torsionsdämpfung. Dadurch können unharmonische Obertöne, welche durch Torsionsschwingungen entstehen, verringert werden. Weiters wird durch diesen Aufbau auch die Dämpfung innerhalb der Musiksaite 1 unterstützt, wodurch schnelle Tonfolgen möglich sind. Aufgrund der relativ hohen Dichte von Wolfram bzw. Wolfram- Legierungen kann eine Musiksaite 1 geschaffen werden, welche bezogen auf deren Massebelag einen geringen Durchmesser aufweist. Dadurch können die Amplituden von unharmonischen Torsionsschwingungen gering gehalten werden.
Die in den Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsformen bzw. Detailansichten sind vereinfachte Darstellungen. Die Proportionen müssen nicht den vorgesehenen realen Proportionen entsprechen. Zum besseren Verständnis können einzelne Teile in stark vergrößerter Ansicht bzw. deutlich überzeichneten Proportionen dargestellt sein.
Ein bevorzugtes Einsatzgebiet derartiger Musiksaiten 1 sind die Instrumente der Geigen-Familie, daher die Violine bzw. Geige, die Bratsche bzw. Viola, das Violoncello bzw. Cello, und der Bass bzw. Kontrabass bzw. die Bassgeige. Weitere bevorzugte Instrumente zum Einsatz erfindungsgemäßer Musiksaiten 1 sind Viola da Gamba und Viola d 'Amore. Weiters können diese auch für Gitarren vorteilhaft eingesetzt werden. Derartige, erfindungsgemäße Musiksaiten 1 können bevorzugt für alle gestrichenen und/oder gezupften Saiteninstrumente vorgesehen sein, bei welchen die schwingende Länge der Musiksaite 1 zum Erzeugen von Klängen mit unterschiedlichen Grundschwingungen verändert wird.
Erfindungsgemäße Musiksaiten 1 sind zum Erzeugen tongebender Schwingungen vorgesehen, wobei ein bestimmter Typ von Musiksaite 1 für den Einsatz bei einer bestimmten Art von Musikinstrument vorgesehen ist, und weisen des Weiteren einen Stimmton und ein sog. Stimmgewicht als Merkmale auf, wobei der Stimmton den Grundton angibt, mit welchem ein Teillängenstück der Musiksaite 1 - innerhalb der Gesamtlänge der Musiksaite 1 zwischen deren Endbereichen - von der Länge der Mensur der bestimmten Art von Musikinstrument schwingt, wenn die Musiksaite 1 mit dem Stimmgewicht belastet, daher gespannt, ist, und zu einer Schwingung angeregt wurde. Der Begriff „Stimmgewicht“ ist bei Musiksaiten 1 seit langer Zeit gebräuchlich und bezeichnet die Kraft, mit welcher die Musiksaite 1 zu spannen ist. Wenngleich es sich um eine Kraft handelt, wird diese in einer Einheit für Masse, insbesondere in Kilogramm angegeben. Eine alternative Bezeichnung für das „Stimmgewicht“ ist „Saitenspannkraft“.
Erfindungsgemäße Musiksaiten 1 weisen einen Saitenkern 2 auf, welcher dazu vorgesehen und ausgebildet ist, die Kraft bzw. die Spannung, welcher die Musiksaite 1 im, auf einem Musikinstrument aufgespannten Zustand ausgesetzt ist, aufzunehmen. Der Saitenkern 2 ist daher lasttragend. Der Saitenkern 2 kann als Einzeldraht, als Drahtseil, als Kunststofffaserbündel oder als Naturdarm ausgebildet sein. Bevorzugt umfasst der Saitenkern 2 wenigstens einen Kunststofffaden und/oder ein Drahtseil und/oder einen Naturdarm und/oder einen Kunstdarm und/oder ein Kunststoffband und/oder einen Kunststoffflachdraht.
Musiksaiten 1 für Grundtöne mit tieferen Frequenzen, insbesondere weniger als 500 Hz, weisen in der Regel Umwicklungen bzw. wenigstens eine erste Wickellage auf, um den Massebelag der Musiksaite 1 zu erhöhen. Die Grundfrequenz, mit welcher eine Musiksaite 1 schwingt, hängt von der schwingenden Länge bzw. Mensur der betreffenden Musiksaite 1 , der Kraft, mit welcher die betreffende Musiksaite 1 gespannt ist, sowie vom Massebelag der Musiksaite 1 ab. Es ist vorgesehen, dass die Musiksaite 1 wenigstens eine Wickellage aufweist. Diese wenigstens eine Wickellage bildet eine Außenkontur bzw. die äußere Oberfläche der Musiksaite, und wird gegenständlich als äußere Wickellage bezeichnet.
Für eine Erhöhung des Massebelags ist es bevorzugt vorgesehen, dass die Musiksaite 1 weiters wenigstens eine weitere Wickellage 12 aufweist. Diese weitere Wickellage 12 ist zwischen der äußeren Wickellage 3 und dem Saitenkern 2 angeordnet. Fig. 2 zeigt eine Schnittansicht eines Abschnittes einer Musiksaite 1 mit einer derartigen weiteren Wickellage 12. Eine weitere Wickellage hat weiters Einfluss auf die innere Dämpfung der Musiksaite 1 .
Die äußere Wickellage 3 weist ein erstes Wickelelement 4, ein zweites Wickelelement 5 und ein drittes Wickelelement 6 auf. Diese drei Wickelelemente 4, 5, 6 sind in Form einer mehrgängigen bzw. dreigängigen Schraubenlinie um den Saitenkern 2 gewickelt. Die äußere Wickellage 3 kann auch vier oder fünf Wickelelemente aufweisen, welche zusammen als mehrgängige Schraubenlinie um den Saitenkern 2 gewickelt sind.
Sofern eine weitere Wickellage vorgesehen ist, umfasst diese weitere Wickellage 12 wenigstens ein Wickelelement 14, 15, welches schraublinienförmig um den tragenden Saitenkern 2 gewickelt ist. In der bevorzugten Ausführungsform gemäß Fig. 2 weist die weitere Wickellage 12 zwei Wickelelement 14, 15, ein viertes Wickelelement 14 und ein fünftes Wickelelement 15 auf, welche in einer mehrgängigen Schraubenlinien um den Saitenkern 2 gewickelt sind. Die weitere Wickellage 12 kann auch drei, vier oder fünf Wickelelemente aufweisen.
Die Wickelelemente 4, 5, 6, 14, 15 können unterschiedliche Querschnitte bzw. Querschnittsformen aufweisen. Bevorzugte Querschnittsformen sind insbesondere im Wesentliche rechteckige oder runde Querschnitte.
Ein runder Querschnitt umfasst insbesondere alle Querschnitte, welche frei von wenigstens einer Kante bzw. Ecke sind. Bevorzugte runde Querschnitte sind Kreise und Ellipsen. Das erste, zweite und dritte Wickelelement 4, 5, 6 weisen in der ersten bevorzugten Ausführungsform gemäß Fig. 1 jeweils - in der Darstellung - einen im Wesentlichen elliptischen Querschnitt auf. Als runder Querschnitt wird insbesondere auch ein Querschnitt verstanden, welcher entsteht, wenn ein Wickelelement 4, 5, 6, 14, 15, welches vor dem Wickelvorgang einen - im Wesentlichen - kreisrunden Querschnitt aufweist, um den Saitenkern 2 gewickelt wird, und sich bei bzw. durch den Wickelvorgang teilweise verformt. Die Darstellung in Fig. 2 soll dies beispielhaft veranschaulichen.
Fig. 2 zeigt die zweite bevorzugte Ausführungsform, bei welcher das erste, zweite und dritte Wickelelement 4, 5, 6 jeweils einen rechteckigen Querschnitt aufweisen. Rechteckige Querschnitte können abgerundete Ecken aufweisen. Das in Fig. 2 weiters dargestellte vierte und fünfte Wickelelement 14, 15 weisen jeweils einen im Wesentlichen kreisförmigen Querschnitt auf.
Die einzelnen Querschnitte der einzelnen Wickelelemente 4, 5, 6, 14, 15 weisen jeweils eine Breite 7, 8, 9 und eine Höhe 10, 11 auf, wobei die Höhen 10, 11 jeweils normal zum Saitenkern 2 angeordnet sind. Daher weist das erste Wickelelement 4 einen ersten Querschnitt mit einer ersten Breite 7 und einer ersten Höhe 10, das zweite Wickelelement 5 einen zweiten Querschnitt mit einer zweiten Breite 8 und einer zweiten Höhe und dass dritte Wickelelement 6 einen dritten Querschnitt mit einer dritten Breite 9 und einer dritten Höhe 11 auf. Bevorzugt, und wie in den Fig. 1 und 2 dargestellt, sind die erste Breite 7, die zweite Breite 8 und die dritte Breite 9 im Wesentlichen identisch. Dadurch kann eine mehrgängige Verschraubung gebildet werden, bei welcher die Spalten zwischen einzelnen Wickelelementen 4, 5, 6, 14, 15 über die gesamte Musiksaite 1 im Wesentlichen gleichmäßig sind. Weiters sind auch die erste Höhe 10, die zweite Höhe und die dritte Höhe 11 bevorzugt im Wesentlichen identisch, wie in den Fig. 1 und 2 dargestellt.
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass das erste Wickelelement 4 aus Wolfram oder einer Wolfram -Legierung besteht, dass das zweite Wickelelement 5 aus Wolfram oder einer Wolfram-Legierung besteht, und dass das dritte Wickelelement 6 aus Wolfram oder einer Wolfram-Legierung besteht.
Als Wolfram ist bevorzugt sog. reines Wolfram zu verstehen, welches vorzugsweise einen Reinheitsgrad von wenigstens 99,5%, insbesondere wenigstens 99,9%, aufweist. Besonders bevorzugt weist das Wolfram einen Reinheitsgrad von zumindest 99,97% auf. Unter der Angabe Reinheitsgrad von 99,9% ist zu verstehen, dass der Werkstoff zu 99,9 Gewichtsprozent aus dem chemischen Element Wolfram besteht. Bei der Verwendung von reinem Wolfram können die besonderen Eigenschaften von Wolfram an der Musiksaite gezielt angewendet werden. Reines Wolfram weist eine hohe Dichte auf, wodurch mit geringen Abmessungen ein hoher Massebelag erreicht werden kann. Wolfram weist weiters eine hohe Härte und Festigkeit auf. Dies hat Auswirkungen auf den Klangcharakter der Musiksaite 1 .
Wolfram-Legierungen weisen teilweise sehr unterschiedliche mechanische und physikalische Eigenschaften als reines Wolfram aus, und können vorzugsweise aufgrund deren Eigenschaften und deren angestrebte Wirkung ausgewählt werden. Bevorzugt handelt es sich bei der Wolfram-Legierung um eine der folgen Arten von Wolfram-Legierungen: Wolfram-Schwermetall- Legierung oder Wolfram-Molybdän- Legierung oder Wolfram-Kalium-Legierung oder Wolfram-Lanthanoxid-Legierung oder Wolfram-Ceroxid- Legierung oder Wolfram-Rhenium-Legierung ist.
Unter den Wolfram-Schwermetall-Legierungen haben sich insbesondere Wolfram- Nickel-Eisen-Legierungen als vorteilhaft erwiesen. Eine bevorzugte Variante einer derartigen Wolfram-Nickel-Eisen-Legierungen ist etwa Triamet® G17B der Firma Wolfram Industrie.
Als Wolfram -Molybdän -Legierung ist bevorzugt eine TZC- Legierung vorgesehen. Diese besitzen bei Raumtemperatur eine gute Plastizität, was vorteilhaft bei der mechanischen Belastung einer Musiksaite 1 ist.
Wolfram-Kalium-Legierungen sind sehr Vorteilhaft bei der Ausbildung von Wickelelementen 4, 5, 6, 14, 15. WK65® der Firma Plansee ist eine bevorzugte Wolfram-Kalium-Legierung. Neben den Vorteilen bei der Ausbildung dünnwandiger Wickelelemente 4, 5, 6, 14, 15 weisen diese eine hohe Formstabilität auf.
Wolfram-Lanthanoxid-Legierungen, insbesondere mit 0,5, 1 ,0, 1 ,5 oder 2,0 Gewichtsprozent Lanthanoxid (La2O3) haben sich ebenfalls als vorteilhaft erwiesen. Diese weisen eine hohe Kriechbeständigkeit auf. Dadurch wird ein Alterungsvorgang der Musiksaite verlangsamt, wodurch sich der Musiker darauf verlassen kann, dass sein Musikinstrument dessen klangliche Eigenschaften über längere Zeit aufweist bzw. aufrecht erhalten kann.
Auch Wolfram-Ceroxid-Legierungen welche primär für Schweißelektroden verwendet werden, haben sich als Vorteilhaft erwiesen bei der gezielten Beeinflussung des Klangcharakters der Musiksaite 1 .
Besonders bevorzugt sind Wolfram-Rhenium-Legierungen, da diese eine hohe Duktilität aufweisen.
Die drei Wickelelemente 4, 5, 6 der äußeren Wickellage 3 können aus unterschiedlichen Arten von Wolfram bzw. Wolfram -Legierungen bestehen. Dadurch können die - oftmals sehr - unterschiedlichen Eigenschaften der unterschiedlichen Legierungen des Reinmetalls gezielt kombiniert werden. Dadurch kann der Klang der Musiksaite 1 gezielt beeinflusst werden. Es hat sich gezeigt, dass dadurch insbesondere die Dynamik der Musiksaite 1 vorgebbar beeinflusst werden kann.
Bevorzugt ist vorgesehen, dass das erste Wickelelement 4 und das zweite Wickelelement 5 und das dritte Wickelelement 6 aus dem gleichen Material sind. Die gegenständliche Musiksaite 1 kann beispielsweise mit Delikatessen von Lebensmitteln verglichen werden. Delikatessen sind sowohl wohlschmeckend als auch ungewöhnlich, und entsprechen nicht den Eigenarten eines Lebensmittels, welches dafür entwickelt wurde, von möglichst vielen Menschen akzeptiert zu werden. Die Eigenschaften bzw. Eigenarten von Delikatessen sind nicht durchschnittlich. Stattdessen weisen diese einzelne Eigenschaften bzw. Eigenarten auf, welche sehr stark ausgeprägt bzw. dominant sind. Kombinationen verschiedener Werkstoffe mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften können zu einer gewissen Ausgeglichenheit führen. Dies verursacht jedoch auch, dass einzelne Eigenschaften nicht mehr dominant sind, und die Eigenschaften der Musiksaite 1 nur mehr ein Durchschnitt der speziellen Eigenschaften ist, welche von einzelnen Werkstoffen verursacht werden. Durch die Verwendung desselben Werkstoffes für die wenigstens drei Wickelelemente 4, 5, 6 ermöglicht es gezielt einzelne Eigenschaften einer Musiksaite 1 zu fördern. Dadurch können Musiksaiten 1 mit sehr stark ausgeprägten und dominanten Eigenschaften bzw. Eigenarten erschaffen werden, welche einen ganz bestimmten, erkennbaren, deutlichen und/oder eigenständigen Klang und Charakter aufweisen. Dadurch können Musiksaiten 1 für ganz spezielle Musikrichtungen und/oder Komponisten hergestellt werden.
Weiters kann vorgesehen sein, dass auf dem ersten Wickelelement 4 und/oder dem zweiten Wickelelement 5 und/oder dem dritten Wickelelement 6 und/oder dem vierten Wickelelement 14 und/oder dem fünften Wickelelement 15 wenigstens eine Beschichtung angeordnet ist. Dabei ist insbesondere vorgesehen, dass die Oberfläche des ersten und/oder des zweiten und/oder des dritten und/oder dem vierten und/oder dem fünften Wickelelements 4, 5, 6, 14, 15 mit wenigstens einem Metall, insbesondere Messing, Zinn, Nickel, und/oder einem Kunststoff, insbesondere einem Polymer, beschichtet ist.
Insbesondere ist vorgesehen, dass die wenigstens eine Beschichtung als Oxidschicht und/oder Nitridschicht und/oder Sulfidschicht ausgebildet ist. Diese können etwa mittels PVD- oder CVD- Verfahren auf den Wickelelementen 4, 5, 6, 14, 15 angebracht werden. Vorzugsweise kann vorgesehen sein, dass eine vorgebbare Anzahl an Beschichtungen übereinander angeordnet sind.
Durch das Aufbringen einer Beschichtung kann das Bogengeräusch beeinflusst werden. Die Beschichtung beeinflusst dabei die Oberflächeneigenschaften des jeweiligen Wickelelements. Aufgrund der geringen Dicke einer derartigen Beschichtung in Relation zum Querschnitt eines Wickelelements 4, 5, 6, 14, 15 hat die Beschichtung in der Regel einen untergeordneten Einfluss auf den Wärmetransport durch das Wickelelement. Es hat sich gezeigt, dass die Oberflächenbeschaffenheit, welche unmittelbar durch die Beschichtung beeinflusst ist, zusätzlich geeignet ist, das Bogengeräusch zu beeinflussen.
Bevorzugt ist wenigstens an einem, dem Saitenkern 2 zugewandten Bereich der äußeren Wickellage 3 eine polymere Dämpfungsschicht 13 angeordnet. Als Polymer kommen dabei insbesondere Öl-Wax-Gemische zum Einsatz. Insbesondere ist die Dämpfungsschicht an dem Saitenkern 2 anliegend und die äußere Wickellage 3 bzw. eine weitere Wickellage dringt teilweise in diesen ein.
Nachfolgend werden Grundsätze für das Verständnis und die Auslegung gegenständlicher Offenbarung angeführt.
Merkmale werden üblicherweise mit einem unbestimmten Artikel „ein, eine, eines, einer“ eingeführt. Sofern es sich aus dem Kontext nicht anders ergibt, ist daher „ein, eine, eines, einer“ nicht als Zahlwort zu verstehen.

Claims

A N S P R Ü C H E
1 . Musiksaite (1 ) für Streichinstrumente, mit einem tragenden Saitenkern (2) und einer äußeren Wickellage (3), welche ein erstes Wickelelement (4), ein zweites Wickelelement (5) und ein drittes Wickelelement (6) aufweist, wobei das erste Wickelelement (4), das zweite Wickelelement (5) und dass dritte Wickelelement (6) in Form einer mehrgängigen Schraubenlinie um den Saitenkern (2) gewickelt sind, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Wickelelement (4), das zweite Wickelelement (5) und das dritte Wickelelement (6) jeweils aus Wolfram oder einer Wolfram-Legierung ist.
2. Musiksaite (1 ) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das erste Wickelelement (4), das zweite Wickelelement (5) und das dritte Wickelelement (6) aus dem gleichen Material sind.
3. Musiksaite (1 ) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Wolfram einen Reinheitsgrad von wenigstens 99,5%, insbesondere wenigstens 99,9%, aufweist.
4. Musiksaite (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Wolfram-Legierung eine Wolfram-Schwermetall- Legierung oder eine Wolfram-Molybdän-Legierung oder eine Wolfram-Kalium- Legierung oder eine Wolfram-Lanthanoxid-Legierung oder eine Wolfram-Ceroxid- Legierung oder eine Wolfram-Rhenium-Legierung ist.
5. Musiksaite (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Wickelelement (4) einen ersten Querschnitt mit einer ersten Breite (7), das zweite Wickelelement (5) einen zweiten Querschnitt mit einer zweiten Breite (8) und dass dritte Wickelelement (6) einen dritten Querschnitt mit einer dritten Breite (9) aufweist, und dass die erste Breite (7), die zweite Breite (8) und die dritte Breite (9) im Wesentlichen identisch sind.
6. Musiksaite (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Musiksaite (1 ) wenigstens eine weitere Wickellage (12) aufweist, welche zwischen der äußeren Wickellage (3) und dem Saitenkern (2) angeordnet ist.
7. Musiksaite (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Saitenkern (2) als Einzeldraht, als Drahtseil, als Kunststofffaserbündel oder als Naturdarm ausgebildet ist.
8. Musiksaite (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens an einem, dem Saitenkern (2) zugewandten Bereich der äußeren Wickellage (3) eine polymere Dämpfungsschicht (13) angeordnet ist.
9. Musiksaite (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem ersten Wickelelement (4) und/oder dem zweiten Wickelelement (5) und/oder dem dritten Wickelelement (6) wenigstens eine Beschichtung angeordnet ist.
10. Musiksaite (1 ) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Beschichtung als Oxidschicht und/oder Nitridschicht und/oder Sulfidschicht ausgebildet ist.
11. Musiksaite (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Wickelelement (4) und/oder das zweite Wickelelement (5) und/oder das dritte Wickelelement (6) einen im Wesentlichen runden Querschnitt aufweisen.
EP24735916.9A 2023-06-21 2024-06-18 Musiksaite Pending EP4732271A1 (de)

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ATGM50107/2023U AT18520U1 (de) 2023-06-21 2023-06-21 Musiksaite
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