EP4713829A1 - Kartenförmiger datenträger und verfahren zum herstellen eines kartenförmigen datenträgers - Google Patents
Kartenförmiger datenträger und verfahren zum herstellen eines kartenförmigen datenträgersInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen kartenförmigen Datenträger (1). Der kartenförmige Datenträger (1) umfasst eine erste Schicht (10), welche ein Kunststoffmaterial aufweist und ein Antennenelement (30) trägt. Die erste Schicht (10) hat einen Rand (12), der einen Über gang von einer Vorderseite (13) der ersten Schicht (10) zu einer Rückseite (14) der ersten Schicht (10) bildet. Der kartenförmige Datenträger (1) umfasst auch eine zweite Schicht (20), welche durch ein Material gebildet ist, das sich von dem Kunststoffmaterial der ersten Schicht (10) unterscheidet. Die zweite Schicht (20) ist um zumindest einen ersten Randabschnitt (12a) des Randes (12) der ersten Schicht (10) gefaltet, sodass die zweite Schicht (20) die Vorderseite (13) der ersten Schicht (10) und die Rückseite (14) der ersten Schicht (10) zumindest teilweise überdeckt. Die erste Schicht (10) ist mittels einer Klebeverbindung mit der zweiten Schicht (20) verbunden.
Description
Kartenförmiger Datenträger und Verfahren zum Herstellen eines kartenförmigen Datenträgers Gebiet der Erfindung Die vorliegende Erfindung betrifft kartenförmige Datenträger mit reduziertem Kunststoffmaterialeinsatz. Insbesondere betrifft die Erfindung einen kartenförmigen Datenträger sowie ein Verfahren zum Herstellen eines kartenförmigen Datenträgers. Hintergrund der Erfindung Kartenförmige Datenträger werden heutzutage in einer Vielzahl von Anwendungsgebieten verwendet. Beispielsweise können solche Datenträger zum bargeldlosen Bezahlen von Waren oder Dienstleistungen, zur personenbezogenen Identitätsfeststellung oder für einen Zugang zu internetbasierten Anwendungsprogrammen eingesetzt werden. Dementsprechend gibt es zum Beispiel kartenförmige Datenträger in Form von Chipkarten im Allgemeinen, Zahlungskarten, wie beispielsweise Kreditkarten oder Debitkarten, sowie Personalausweis- oder Identitätskarten. Diese kartenförmigen Datenträger enthalten üblicherweise Kunststoff bzw. Plastik als Basismaterial, sodass die Entsorgung solcher kartenförmigen Datenträger nach Gebrauchsende oft problematisch ist und insbesondere eine umweltschonende Entsorgung mit Herausforderungen verbunden sein kann. Beschreibung Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, den Kunststoffmaterialeinsatz bei kartenförmigen Datenträgern zu reduzieren. Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand der unabhängigen Ansprüche gelöst. Beispielhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen und der nachfolgenden Beschreibung.
Gemäß einem Aspekt ist ein kartenförmiger Datenträger angegeben. Der kartenförmige Datenträger umfasst eine erste Schicht, welche ein Kunststoffmaterial aufweist und ein Antennenelement trägt. Die erste Schicht weist einen Rand auf, der einen Übergang von einer Vorderseite der ersten Schicht zu einer Rückseite der ersten Schicht bildet. Der kartenförmige Datenträger umfasst ferner eine zweite Schicht, welche durch ein Material gebildet ist, das sich von dem Kunststoffmaterial der ersten Schicht unterscheidet. Die zweite Schicht ist um zumindest einen ersten Randabschnitt des Randes der ersten Schicht gefaltet ist, sodass die zweite Schicht die Vorderseite der ersten Schicht und die Rückseite der ersten Schicht zumindest teilweise überdeckt. Die erste Schicht ist mittels einer Klebeverbindung mit der zweiten Schicht verbunden. Generell ist es jedoch auch denkbar, dass jegliche Art von mechanischer Verbindung zwischen den Schichten vorgesehen werden kann. Durch die gefaltete Ausführung der zweiten Schicht kann die Materialstärke der ersten aus Kunststoff gebildeten Schicht reduziert werden. Insbesondere wird der kartenförmige Datenträger nun nicht mehr nahezu vollständig aus Kunststoff gebildet, sondern nur noch zu einem erheblich reduzierten Anteil, wobei die teils standardisierten Größen und Formen eines solchen kartenförmigen Datenträgers beibehalten werden können. Somit kann der Kunststoffeinsatz beispielsweise bei Zahlungskarten, wie Kreditkarten, um bis zu 75 % oder je nach verwendeter Technologie auch noch höher reduziert werden. Der erfindungsgemäße kartenförmige Datenträger kann durch seinen hierin beschriebenen Aufbau zudem auch ein einfaches und sauberes Abtrennen oder Ablösen der zweiten, vorzugsweise biologisch abbaubaren Schicht von der ersten, aus Kunststoff gebildeten Schicht ermöglichen. Der kartenförmige Datenträger kann eine sog. Dual-Interface Karte mit einer Kontaktlosschnittstelle und einer Kontaktschnittstelle sein. Der kartenförmige Datenträger kann insbesondere eine Ausweiskarte, eine Identitätskarte (ID-Karte), eine Chipkarte, eine Smartcard oder eine Bezahlkarte, wie beispielsweise eine Kreditkarte oder eine Debitkarte, sein.
Die erste Schicht dient als Basiskomponente und Träger für das Antennenelement, welches einen Teil einer Kontaktlosschnittstelle bilden kann. Diese erste Schicht kann flächig ausgebildet sein, um somit die Vorderseite und die Rückseite zu bilden, die jeweils eben sind und sich gegenüberliegen. Die Vorderseite und die Rückseite können beide rechteckig geformt sein, zum Beispiel im Kreditkartenformat. Der Rand der ersten Schicht kann ein um die erste Schicht umlaufender Rand sein, welche die Vorderseite mit der Rückseite verbindet. Die erste Schicht kann neben dem Antennenelement auch eines oder eine Vielzahl von Sicherheitsmerkmalen, wie einen Sicherheitschip, im Bereich der Vorderseite oder der Rückseite der ersten Schicht umfassen. Die zweite Schicht ist um den ersten Randabschnitt gefaltet, das heißt um diesen herumgelegt oder herumgeklappt, und deckt somit einen Teil der Vordesseite und der Rückseite der ersten Schicht ab. Beispielsweise deckt die zweite Schicht die Vorderseite und die Rückseite jeweils vollständig oder nahezu vollständig ab. Der erste Randabschnitt kann ein gerader Randabschnitt der ersten Schicht sein. Bei rechteckiger Ausgestaltung der ersten Schicht bzw. der Vorder- und Rückseite der ersten Schicht (z. B. Kreditkartenformat) kann die erste Schicht vier das Rechteck bildende Randabschnitte aufweisen. Es kann vorgesehen sein, dass die zweite Schicht nur um den ersten Randabschnitt gefaltet ist. Es kann jedoch auch vorgesehen sein, dass die zweite Schicht um einen weiteren oder um sämtliche Randabschnitte gefaltet ist. Vorder- und rückseitig kann die erste Schicht über die Klebeverbindung mit den jeweils die Vorder- und Rückseite der ersten Schicht überdeckenden Teilen der zweiten Schicht klebend verbunden sein. Gemäß einer Ausführungsform ist die zweite Schicht durch ein biologisches Material gebildet. Im Rahmen der Anmeldung bezeichnet ein biologisches Material insbesondere ein umweltfreundliches Material. Insbesondere kann die zweite Schicht ein biologisch abbaubares Material sein. Beispielsweise kann die zweite Schicht Pappe oder Papier als Material aufweisen oder aus diesen Materialien bestehen. Somit kann der Kunststoffeinsatz der ersten Schicht reduziert
werden, da eine durch die zweite Schicht gebildete Decksicht des kartenförmigen Datenträgers nun nicht mehr aus Kunststoff, sondern aus dem biologischen Material gebildet sein kann. Gemäß einer Ausführungsform überdeckt die zweite Schicht die Rückseite der ersten Schicht vollständig und die zweite Schicht überdeckt die Vorderseite der ersten Schicht nur teilweise, um somit eine Aussparung in der zweiten Schicht zu bilden, welche sich über der Vorderseite der ersten Schicht befindet. Insbesondere kann die Aussparung einen Ausschnitt innerhalb desjenigen Teilabschnitts der zweiten Schicht bilden, der auf der Vorderseite der ersten Schicht aufgeklebt ist. Damit kann ein Zugang zu einer Kontaktschnittstelle des kartenförmigen Datenträgers bereitgestellt bzw. freigehalten werden, falls eine Kontaktschnittstelle, wie zum Beispiel ein Chip oder dergleichen, auf der ersten Schicht angeordnet ist. Die Kontaktschnittstelle bzw. der Chip kann auch ein Sicherheitsmerkmal aufweisen. Gemäß einer Ausführungsform ist die zweite Schicht ferner um einen zweiten Randabschnitt des Randes der ersten Schicht gefaltet, wobei der zweite Randabschnitt dem ersten Randabschnitt gegenüberliegt. Die erste Schicht kann ferner einen dritten und einen vierten Randabschnitt aufweisen, wobei die vier Randabschnitte die seitlichen Abschlüsse der beispielsweise rechteckig oder im Kreditkartenformat ausgebildeten ersten Schicht bilden können. Durch das Überklappen der zweiten Schicht um einen oder mehrere Randabschnitte der ersten Schicht kann die Herstellung des kartenförmigen Datenträgers mit vergleichsweise geringem Aufwand erfolgen. Gemäß einer Ausführungsform ist die zweite Schicht einstückig ausgebildet. Dies reduziert einerseits den Aufwand bei der Fertigung des kartenförmigen Datenträgers, da weniger Teile miteinander zu verbinden oder zueinander auszurichten sind. Anderseits
ermöglicht die einstückige Ausbildung der zweiten Schicht auch, dass sich nach Gebrauchsende des kartenförmigen Datenträgers die zweite Schicht in einem einzigen Stück von der ersten Schicht abziehen lässt, sodass die zweite Schicht einfach entsorgt werden kann, ohne dabei in einzelne Stücke zu zerfallen, die anschließend separat und aufwändig von der ersten Schicht entfernt werden müssten. In einem Beispiel kann die Klebeverbindung beispielsweise durch Hinzugeben eines Lösungsmittels aufgelöst werden, sodass die zweite Schicht rückstandslos von der ersten Schicht abgetrennt werden kann. Gemäß einer Ausführungsform umfasst der kartenförmigen Datenträger eine elektronische Kontaktschnittstelle, welche auf einem Flächenabschnitt der Vorderseite der ersten Schicht vorgesehen ist. Wie oben bereits angedeutet, kann beispielsweise ein Chip auf der Vorderseite der ersten Schicht angebracht sein, dessen Zugang durch eine Aussparung in der zweiten Schicht bereitgestellt wird. Die Aussparung in der zweiten Schicht kann somit das Format der Kontaktschnittstelle aufweisen, zum Beispiel die Form eines kleinen Fensters in dem Teilabschnitt der zweiten Schicht, welcher die Vorderseite der ersten Schicht überdeckt. Gemäß einer Ausführungsform bildet das Antennenelement eine Kontaktlosschnittstelle des kartenförmigen Datenträgers, die innerhalb oder auf der ersten Schicht vorgesehen ist. Das Antennenelement bzw. die Antenne kann teilweise oder vollständig durch die zweite Schicht überdeckt sein. Insbesondere kann die zweite Schicht ein Material aufweisen, welches für elektromagnetische Wellen durchlässig ist oder elektromagnetische Wellen nur in äußerst geringem Maße beeinflusst, sodass eine Funktion der Kontaktlosschnittstelle auch bei Überdeckung durch die zweite Schicht unbeeinträchtigt ist. Das Antennenelement kann ein auf die erste Schicht gedrucktes oder geätztes Antennenelement sein. Gemäß einer Ausführungsform weist das Antennenelement eine Leiterbahn auf, die sich innerhalb oder auf der ersten Schicht erstreckt, wobei die Leiterbahn durch ein Abziehen der zweiten Schicht von der ersten Schicht zerstörbar ist.
Beispielsweise kann die Leiterbahn eine Sollbruchstelle aufweisen, an der die Leiterbahn reißt, wenn die zweite Schicht von der ersten Schicht abgezogen wird. Alternativ kann die zweite Schicht mit der Leiterbahn an einer bestimmten Stelle über eine verstärkte Befestigung oder Haftung verbunden sein, sodass ein Abziehen der zweiten Schicht von der ersten Schicht dazu führt, dass an dieser bestimmten Stelle die Leiterbahn an der zweiten Schicht haften oder befestigt bleibt, während der Rest der Leiterbahn an der ersten Schicht haften oder befestigt bleibt. Auch dies kann beim Abziehen der zweiten Schicht von der ersten Schicht zu einem Zerstören der Leiterbahn führen. Gemäß einem Aspekt ist eine Verwendung des hierin beschriebenen kartenförmigen Datenträgers als Ausweisdokument, Identitätsdokument, Chipkarte oder Bezahlkarte angegeben. Gemäß einem Aspekt ist ein Verfahren zum Herstellen eines kartenförmigen Datenträgers angegeben. In einem Schritt des Verfahrens wird eine erste Schicht bereitgestellt, welche ein Kunststoffmaterial aufweist und ein Antennenelement trägt. In einem weiteren Schritt wird eine zweite Schicht bereitgestellt, welche durch ein Material gebildet ist, das sich von dem Kunststoffmaterial der ersten Schicht unterscheidet. In einem weiteren Schritt wird ein erster Teilbereich der zweiten Schicht auf eine Vorderseite der ersten Schicht geklebt. In einem weiteren Schritt wird ein mit dem ersten Teilbereich verbundener, zweiter Teilbereich der zweiten Schicht über einen Randabschnitt der ersten Schicht umgeklappt. In einem weiteren Schritt wird der zweite Teilbereich der zweiten Schicht auf eine Rückseite der ersten Schicht geklebt. Die Verfahrensschritte können insbesondere in der angegebenen Reihenfolge ausgeführt werden. Kurze Beschreibung der Figuren Fig. 1 zeigt eine Vorderseite einer ersten Schicht für einen kartenförmigen Datenträger gemäß einem Ausführungsbeispiel.
Fig. 2 zeigt eine Rückseite der ersten Schicht aus Fig. 1 gemäß einem Ausführungsbeispiel. Fig. 3 zeigt Teilbereiche einer zweiten Schicht für einen kartenförmigen Datenträger gemäß einem Ausführungsbeispiel. Fig. 4 zeigt eine Schnittansicht eines kartenförmigen Datenträgers gemäß einem Ausführungsbeispiel. Fig. 5 zeigt eine Rückansicht eines kartenförmigen Datenträgers gemäß einem Ausführungsbeispiel. Fig. 6 zeigt ein Flussdiagramm für ein Verfahren zum Herstellen eines kartenförmigen Datenträgers gemäß einem Ausführungsbeispiel. Detaillierte Beschreibung beispielhafter Ausführungsformen Die Darstellungen in den Figuren sind schematisch und nicht maßstäblich. Werden in der folgenden Figurenbeschreibung in verschiedenen Figuren die gleichen Bezugszeichen verwendet, so bezeichnen diese gleiche oder ähnliche Elemente. Gleiche oder ähnliche Elemente können aber auch durch unterschiedliche Bezugszeichen bezeichnet sein. Fig. 1 zeigt eine Vorderseite 13 einer ersten Schicht 10 eines kartenförmigen Datenträgers, wobei der kartenförmige Datenträger beispielsweise ein Ausweisdokument, ein Identitätsdokument, eine Chipkarte oder eine Bezahlkarte sein kann. Die erste Schicht 10 kann aus einem Kunststoffmaterial gefertigt sein. Auf oder innerhalb der ersten Schicht 10 ist ein Antennenelement 30 angeordnet bzw. befestigt. Die Vorderseite 13 kann eine ebene Oberfläche der ersten Schicht 10 bilden. Das Antennenelement 30 weist eine Leiterbahn 31 auf, die sich über einen Abschnitt der Vorderseite 13 der ersten Schicht 10 erstreckt, sich aber in anderen Beispielen auch über einen Abschnitt der in Fig. 2 dargestellten Rückseite 14 der ersten Schicht 10 erstrecken kann. Das Antennenelement 30 kann eine
Kontaktlosschnittstelle des kartenförmigen Datenträgers sein, über welche eine Datenübertragung mit einem externen Lesegerät oder dergleichen erfolgen kann. Die erste Schicht 10 weist einen umlaufenden Rand 12 auf, der die Vorderseite 13 und die Rückseite 14 (vgl. Fig. 2) der ersten Schicht 10 miteinander verbindet. Die erste Schicht 10 umfasst einen ersten geraden Randabschnitt 12a und einen zweiten geraden Randabschnitt 12b, der dem ersten geraden Randabschnitt 12a gegenüberliegt. Der Rand 12 kann zwei weitere, sich gegenüberliegende Randabschnitte aufweisen, wie in Fig. 1 zu erkennen ist. Fig. 2 zeigt die Rückseite 14 der ersten Schicht 10 aus Fig. 1. Die Rückseite 14 kann wie die Vorderseite 13 eine ebene Oberfläche der ersten Schicht 10 bilden. Vorderseite 13 und Rückseite 14 liegen sich bezüglich der ersten Schicht 10 gegenüber. Fig. 3 zeigt verschiedene Teilbereiche 22a, 22b, 22c einer zweiten Schicht 20 für den kartenförmigen Datenträger 1. Die zweite Schicht 20 weist ein Material auf, das sich von dem Kunststoffmaterial der ersten Schicht 10 unterscheidet. Insbesondere besteht die zweite Schicht aus einem biologischen Material oder einem biologisch abbaubaren Material, wie beispielsweise Pappe oder Papier. Die zweite Schicht 20 ist um die Randabschnitte 12a, 12b (vgl. Fig. 1) der ersten Schicht 10 faltbar bzw. umklappbar, sodass die zweite Schicht 20 im Bereich dieser Randabschnitte 12a, 12b Faltstellen 23 bzw. Knickstellen 23 bildet. Ein erster Teilbereich 22a der zweiten Schicht 20 ist auf der Vorderseite 13 (vgl. Fig. 1) der ersten Schicht 10 mittels einer Klebeverbindung aufgeklebt. Es kann vorgesehen sein, dass eine Klebeverbindung des ersten Teilbereichs 22a der zweiten Schicht 20 auf der Vorderseite 13 nur an bestimmten Stellen oder Punkten vorgesehen ist, um somit das Entfernen der zweiten Schicht 20 von der ersten Schicht 10 nach Gebrauchsende des kartenförmigen Datenträgers zu erleichtern. Der erste Teilbereich 22a der zweiten Schicht 20 überdeckt die Vorderseite 13 der ersten Schicht 10 nahezu vollständig, das heißt mit Ausnahme einer kleinen, rechteckig geformten Aussparung 21, die einen fensterförmigen Ausschnitt im Material der zweiten Schicht 20 bildet. Mit anderen Worten überdeckt die zweite Schicht 20 die Vorderseite 13 der ersten Schicht 10 nur teilweise, um somit die Aussparung 21 in der zweiten Schicht 20 zu bilden, welche sich über der Vorderseite 13 der ersten Schicht 10 befindet. Der erste Teilabschnitt 22a der
zweiten Schicht 20 bildet damit aber im Wesentlichen eine Vorderseite oder vordere Deckseite des kartenförmigen Datenträgers. Im Bereich der Aussparung 21 bzw. im Bereich des fensterförmigen Ausschnitts des ersten Teilbereichs 22a der zweiten Schicht 20 ist eine Kontaktschnittstelle 40 vorgesehen, welche auf einem Flächenabschnitt 16 der Vorderseite 13 der ersten Schicht 10 angeordnet sein kann. Es kann vorgesehen sein, dass die Kontaktschnittstelle 40 zunächst mit der zweiten Schicht 20 verbunden wird, so dass die Kontaktschnittstelle 40 in der Aussparung 21 befestigt ist, bevor der erste Teilbereich 22a der zweiten Schicht 20 mitsamt Kontaktschnittstelle 40 auf die Vorderseite 13 der ersten Schicht 10 aufgeklebt wird. Die zweite Schicht 20 weist ferner einen zweiten Teilbereich 22b sowie einen dritten Teilbereich 22c auf, wobei diese beiden weiteren Teilereiche 22b, 22c diejenigen Teilbereiche 22b, 22c der zweiten Schicht 20 darstellen, welche auf die Rückseite 14 (vgl. Fig. 2) der ersten Schicht 10 hinübergeklappt bzw. gefaltet werden, um somit mittels einer weiteren Klebeverbindung auf der Rückseite 14 der ersten Schicht 10 aufgeklebt zu werden. Es kann wiederum vorgesehen sein, dass eine Klebeverbindung des zweiten Teilbereichs 22b der zweiten Schicht 20 und/oder des dritten Teilbereichs 22c der zweiten Schicht 20 auf der Rückseite 14 nur an bestimmten Stellen oder Punkten vorgesehen wird, um somit das Entfernen der zweiten Schicht 20 von der ersten Schicht 10 nach Gebrauchsende des kartenförmigen Datenträgers zu erleichtern. Der zweite Teilbereich 22b wird im gezeigten Beispiel nur an den oberen in Fig. 3 dargestellten Faltstellen 23 um den ersten Randabschnitt 12a der ersten Schicht 10 gefaltet, wobei der dritte Teilbereich 22c nur an den unteren in Fig. 3 dargestellten Faltstellen 23 um den zweiten Randabschnitt 12b der ersten Schicht 10 gefaltet wird (vgl. hierzu auch Fig. 1). Es sei angemerkt, dass die Figuren schematischer Natur sind und insbesondere die Abstände zwischen den Faltstellen 23 bzw. Faltlinien 23 nicht maßstabsgetreu dargestellt sein können. Die genaue Anordnung der Faltstellen 23 kann sich dabei aus den konkreten Abmessungen der Dicke der ersten Schicht 10 und damit aus der Form des Randes 12 ergeben. Die Dicke der ersten Schicht 10 kann beispielsweise 150 Pm betragen.
Fig. 4 zeigt eine Schnittansicht des oben bereits erwähnten kartenförmigen Datenträgers 1. Insbesondere zeigt Fig. 4 den Schnitt A-A aus Fig. 3. Der Schnitt A-A ist im Bereich der Aussparung 21 gesetzt und verläuft parallel zum ersten Randabschnitt 12a und zum zweiten Randabschnitt 12b (vgl. Fig. 1) bzw. zu den Faltstellen 23 (vgl. Fig. 3). In der Schnittansicht ist zu erkennen, dass die Aussparung 21 einen Freiraum bildet, der einen Zugang zur oben erwähnten Kontaktschnittstelle 40 bereitstellen kann, sodass diese beispielsweise auf dem Flächenabschnitt 16 der Vorderseite 13 der ersten Schicht 10 aufliegen und/oder an diesem befestigt sein kann. Damit überdeckt der erste Teilbereich 22a der zweiten Schicht 20 die Vorderseite 13 nur teilweise, wohingegen der zweite Teilbereich 22b der zweiten Schicht 20 zusammen mit dem dritten Teilbereich 22c der zweiten Schicht 20 die Rückseite 14 der ersten Schicht 10 vollständig überdeckt, wie dies auch bei Betrachtung der Fig. 5 noch deutlich wird. In dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel ist die zweite Schicht 20 nur um den ersten Randabschnitt 12a und um den zweiten Randabschnitt 12b gefaltet, sodass die beiden weiteren Randabschnitte, die in Fig. 4 seitlich an der ersten Schicht 10 angeordnet sind, nicht mit der zweiten Schicht 20 überdeckt sind. Es sind in diesem Beispiel lediglich der erste Randabschnitt 12a und der zweite Randabschnitt 12b von der zweiten Schicht 20 überdeckt, da die zweite Schicht 20 lediglich an diesen Stellen über den Rand 12 der ersten Schicht 10 gefaltet ist. Fig. 5 zeigt nun eine Rückansicht des kartenförmigen Datenträgers 1. Es ist zu erkennen, dass der zweite Teilbereich 22b der zweiten Schicht 20 und der dritte Teilbereich 22c der zweiten Schicht 20 derart auf der Rückseite 14 (vgl. Fig. 2) der ersten Schicht 10 angeordnet sind, dass beide Teilbereiche 22b, 22c die Rückseite 14 der ersten Schicht 10 vollständig überdecken, in diesem Beispiel sogar zu gleichen Anteilen, was jedoch variierbar ist. Es ist somit auf der Rückseite 14 eine Berührungslinie vorgesehen, an welcher sich beide Teilbereiche 22b, 22c berühren. Der zweite Teilbereich 22b der zweiten Schicht 20 und der dritte Teilbereich 22c der zweiten Schicht 20 bilden somit eine rückseitige Oberfläche oder hintere Deckseite des kartenförmigen Datenträgers 1. Fig. 6 zeigt ein Flussdiagramm für ein Verfahren zum Herstellen eines kartenförmigen Datenträgers, beispielsweise des in Bezug auf die Figuren 1 bis 5 beschriebenen
kartenförmigen Datenträgers 1. In einem Schritt S1 erfolgt ein Bereitstellen einer ersten Schicht 10, welche ein Kunststoffmaterial aufweist und ein Antennenelement 30 trägt. In einem weiteren Schritt S2 erfolgt ein Bereitstellen einer zweiten Schicht 20, welche durch ein Material gebildet ist, das sich von dem Kunststoffmaterial der ersten Schicht 10 unterscheidet. In einem weiteren Schritt S3 erfolgt ein Kleben eines ersten Teilbereichs 22a der zweiten Schicht 20 auf eine Vorderseite 13 der ersten Schicht 10. In einem weiteren Schritt S4 erfolgt ein Umklappen eines mit dem ersten Teilbereich 22a verbundenen, zweiten Teilbereichs 22b der zweiten Schicht 20 über einen Randabschnitt 12a der ersten Schicht 10. In einem weiteren Schritt S5 erfolgt ein Kleben des zweiten Teilbereichs 22b der zweiten Schicht 20 auf eine Rückseite 14 der ersten Schicht 10. In einem weiteren Schritt kann ein Umklappen eines mit dem ersten Teilbereich 22a verbundenen, dritten Teilbereichs 22c der zweiten Schicht 20 über einen weiteren Randabschnitt 12b der ersten Schicht 10 erfolgen. In einem weiteren Schritt kann ein Kleben des dritten Teilbereichs 22c der zweiten Schicht 20 auf die Rückseite 14 der ersten Schicht 10 erfolgen. In einem weiteren Schritt kann nach Schritt S1 und vor Schritt S3 ein Auftragen eines Klebstoffes auf die erste Schicht 10 erfolgen. Alternativ oder zusätzlich dazu kann in einem weiteren Schritt nach Schritt S2 und vor Schritt S3 ein Auftragen eines Klebstoffes auf die zweite Schicht 20 erfolgen. Das Auftragen des Klebstoffes kann dabei vollständig oder lediglich bereichsweise auf eine Seite der jeweiligen Schicht 10, 20 aufgetragen werden. Sofern die Kontaktschnittstelle 40 bereits in der Aussparung 21 der zweiten Schicht 20 getragen wird (vgl. Figuren 3 und 4) und somit mit der zweiten Schicht 20 verbunden ist, kann das Auftragen des Klebstoffes auf die zweite Schicht 20 auch das Auftragen des Klebstoffes auch die Kontaktschnittstelle 40 umfassen, sodass die Kontaktschnittstelle 40 anschließend im Schritt S3 zusammen mit dem Kleben des ersten Teilbereichs 22a der zweiten Schicht 20 auf die Vorderseite 13 der ersten Schicht 10 ebenfalls auf die Vorderseite 13 der ersten Schicht 10 geklebt wird. In einem weiteren Schritt kann nach Schritt S5 ein Zusammenpressen der Sichten 10, 20 und/oder ein Aushärten der Klebeverbindung erfolgen.
Claims
P a t e n t a n s p r ü c h e 1. Kartenförmiger Datenträger (1), umfassend: eine erste Schicht (10), welche ein Kunststoffmaterial aufweist und ein Antennenelement (30) trägt; wobei die erste Schicht (10) einen Rand (12) aufweist, der einen Übergang von einer Vorderseite (13) der ersten Schicht (10) zu einer Rückseite (14) der ersten Schicht (10) bildet; eine zweite Schicht (20), welche durch ein Material gebildet ist, das sich von dem Kunststoffmaterial der ersten Schicht (10) unterscheidet; wobei die zweite Schicht (20) um zumindest einen ersten Randabschnitt (12a) des Randes (12) der ersten Schicht (10) gefaltet ist, sodass die zweite Schicht (20) die Vorderseite (13) der ersten Schicht (10) und die Rückseite (14) der ersten Schicht (10) zumindest teilweise überdeckt; wobei die erste Schicht (10) mittels einer Klebeverbindung mit der zweiten Schicht (20) verbunden ist. Kartenförmiger Datenträger (1) nach Anspruch 1, wobei die zweite Schicht (20) durch ein biologisches Material gebildet ist. 3. Kartenförmiger Datenträger (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die zweite Schicht (20) die Rückseite (14) der ersten Schicht (10) vollständig überdeckt; und wobei die zweite Schicht (20) die Vorderseite (13) der ersten Schicht (10) nur teilweise überdeckt, um somit eine Aussparung (21) in der zweiten Schicht (20) zu bilden, welche sich über der Vorderseite (13) der ersten Schicht (10) befindet. 4. Kartenförmiger Datenträger (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die zweite Schicht (20) ferner um einen zweiten Randabschnitt (12b) des Randes (12) der ersten Schicht (10) gefaltet ist;
wobei der zweite Randabschnitt (12b) dem ersten Randabschnitt (12a) gegenüberliegt. 5. Kartenförmiger Datenträger (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die zweite Schicht (20) einstückig ausgebildet ist. 6. Kartenförmiger Datenträger (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend: eine elektronische Kontaktschnittstelle (40), welche auf einem Flächenabschnitt (16) der Vorderseite (13) der ersten Schicht (10) vorgesehen ist. 7. Kartenförmiger Datenträger (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Antennenelement (30) eine Kontaktlosschnittstelle des kartenförmigen Datenträgers (1) bildet, die innerhalb oder auf der ersten Schicht (10) vorgesehen ist. 8. Kartenförmiger Datenträger (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Antennenelement (30) eine Leiterbahn (31) aufweist, die sich innerhalb oder auf der ersten Schicht (10) erstreckt; wobei die Leiterbahn (31) durch ein Abziehen der zweiten Schicht (20) von der ersten Schicht (10) zerstörbar ist. 9. Verwendung eines kartenförmigen Datenträgers (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche als Ausweisdokument, Identitätsdokument, Chipkarte oder Bezahlkarte. 10. Verfahren zum Herstellen eines kartenförmigen Datenträgers (1), umfassend: Bereitstellen einer ersten Schicht (10), welche ein Kunststoffmaterial aufweist und ein Antennenelement (30) trägt (S1); Bereitstellen einer zweiten Schicht (20), welche durch ein Material gebildet ist, das sich von dem Kunststoffmaterial der ersten Schicht (10) unterscheidet (S2);
Kleben eines ersten Teilbereichs (22a) der zweiten Schicht (20) auf eine Vorderseite (13) der ersten Schicht (10, S3); Umklappen eines mit dem ersten Teilbereich (22a) verbundenen, zweiten Teilbereichs (22b) der zweiten Schicht (20) über einen Randabschnitt (12a) der ersten Schicht (10, S4); Kleben des zweiten Teilbereichs (22a) der zweiten Schicht (20) auf eine Rückseite (14) der ersten Schicht (10, S5).
Applications Claiming Priority (2)
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| DE102023112759.4A DE102023112759A1 (de) | 2023-05-15 | 2023-05-15 | Kartenförmiger Datenträger und Verfahren zum Herstellen eines kartenförmigen Datenträgers |
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Publications (1)
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