EP4705710A1 - Verfahren zur bekämpfung eines torpedos - Google Patents
Verfahren zur bekämpfung eines torpedosInfo
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Abstract
Es ist ein Verfahren zur Bekämpfung eines Torpedos mit folgenden Schritten offenbart: a) Detektieren des Torpedos; b) Verfolgen einer Laufbahn des Torpedos; c) Navigieren eines Bekämpfungslaufkörpers in eine vorgegebene Entfernung zu dem Torpedo; d) Erzeugen einer Detonation mit dem Bekämpfungslaufkörper (20) um den Torpedo zu bekämpfen, wenn der Bekämpfungslaufkörper (20) die vorgegebene Entfernung zu dem Torpedo erreicht hat.
Description
Verfahren zur Bekämpfung eines Torpedos
Beschreibung
Die Erfindung bezieht sich auf die Bekämpfung von Torpedos bzw. den Schutz einer schwimmenden oder teilweise bzw. vollständig getauchten Plattform vor einem oder mehreren Torpedo.
Als Torpedo wird eine als autonomes Unterwasserfahrzeug (AUV) oder ferngelenktes Unterwasserfahrzeug (ROV) ausgestaltete Unterwasserwaffe mit einer Sprengladung bezeichnet. Auch Mischformen sind möglich. Der Torpedo zündet bei Kontakt oder bei Annäherung an ein Ziel. Der Torpedo dient beispielsweise als Hauptwaffe von bemannten als auch unbemannten Plattformen, beispielsweise U- Booten, kann jedoch auch von Überwasserschiffen, Flugzeugen und Hubschraubern eingesetzt oder von Land aus verschossen werden. Aktuelle Abwehrmaßnahmen ermöglichen aufgrund ihres Wirkmechanismus nur einen teilweisen Schutz gegen einzelne Angriffsverfahren von Torpedos und haben zunehmend durch die Weiterentwicklung in der Torpedotechnologie eine geringere Abwehrwahrscheinlichkeit
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht deshalb darin, ein verbessertes Konzept zur Bekämpfung von Torpedos, insbesondere unabhängig von ihrem Angriffsverfahren, zu schaffen.
Die Aufgabe wird durch den Gegenstand der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Weitere vorteilhafte Ausführungsformen sind der Gegenstand der abhängigen Patentansprüche.
Ausführungsbeispiele zeigen ein Verfahren zur Bekämpfung eines Torpedos. In einem ersten Schritt (a) wird der Torpedo detektiert. Die Detektion erfolgt bevorzugt mittels Sensoren, beispielsweise Aktiv- und/oder Passivsonar. Die Detektion kann durch einen Bekämpfungslaufkörper oder eine beliebige Wasserplattform, insbesondere der Wasserplattform, von der der Bekämpfungslaufkörper ausgesetzt
wird, erfolgen. Ebenso ist es möglich, den Torpedo mittels einer oder mehrere Sonobojen zu detektieren. In einem zweiten Schritt (b) wird die Laufbahn des Torpedos verfolgt. Hierzu kann die Position des Torpedos wiederholt, insbesondere kontinuierlich, bestimmt werden. D.h. die Bestimmung der Position des Torpedos erfolgt auch nach dem Start des Bekämpfungslaufkörpers. Insbesondere erfolgt die Bestimmung der Position des Torpedos bis der Torpedo bekämpft wurde, d.h. bevorzugt unschädlich gemacht worden ist. In einer anderen Betrachtung erfolgt die Bestimmung der Position des Torpedos zumindest von der Detektion des Torpedos bis der Bekämpfungslaufkörper die Detonation zur Bekämpfung des Torpedos auslöst. Die Position des Torpedos kann z.B. mittels Beamforming (dt.: Richtungsbildung) bestimmt werden. Die Berechnung der Laufbahn des Torpedos kann mittels des Bekämpfungslaufkörpers oder mittels der Wasserplattform erfolgen. Auch ist es optional möglich, dass Sensordaten sowohl der Sensoren des Bekämpfungslaufkörpers als auch der Wasserplattform zur Bestimmung der Laufbahn des Torpedos herangezogen werden. Die Sensordaten bzw. die berechneten Laufbahn können, insbesondere vor dem Start, z.B. mittels eines Lichtwellenleiters, von der Wasserplattform an den Bekämpfungslaufkörper gesendet werden.
Bevorzugt erfolgt die Bestimmung der Laufbahn des Torpedos in Echtzeit. D.h. es wird regelmäßig eine aktuelle Position des Torpedos bestimmt. Die Häufigkeit der Positionsbestimmung richtet sich nach der üblichen Zeitdauer, die die Sensoren, beispielsweise das Sonar (-system), für die Aktualisierung des Lagebilds des Bekämpfungslaufkörpers benötigt. Beispielsweise wird das Lagebild 1 mal pro Sekunde aktualisiert, so dass auch die aktuelle Position des Torpedos 1 mal pro Sekunde neu bestimmt wird. Es können aber auch beliebige andere Aktualisierungsintervalle vorgesehen sein. Es ist allerdings zu beachten, dass die Intervalle aufgrund der benötigten Messzeit durch die Sensoren nicht beliebig klein werden können.
Der Bekämpfungslaufkörper kann nun in einem dritten Schritt (c) in eine vorgegebene Entfernung zu dem Torpedo navigiert werden. Dies kann abhängig von den bestimmten Positionen des Torpedos erfolgen. Es sei angemerkt, dass generell statt eines einzigen Bekämpfungslaufkörpers auch einer Mehrzahl von
Bekämpfungslaufkörpern, typischerweise gleichzeitig, zur Bekämpfung des Torpedos eingesetzt werden können. Dass die Bekämpfungslaufkörper gleichzeitig eingesetzt werden bezieht sich darauf, dass nicht abgewartet wird, bis ein Bekämpfungslaufkörper sein Missionsziel, d.h. die Unschädlichmachung des Torpedos, verfehlt hat, bevor ein weiterer Bekämpfungslaufkörper ausgesetzt wird. Vielmehr versuchen beide Bekämpfungslaufkörper, insbesondere unabhängig voneinander, ihr Missionsziel gleichzeitig zu verfolgen.
In weiteren Ausführungsbeispielen können in einem weiteren Schritt (e) auch einer oder mehrere zukünftige Positionen des Torpedos, d.h. eine zukünftige Laufbahn, vorhergesagt werden, um die Navigation des Bekämpfungslaufkörpers zu verbessern. Die Vorhersage der zukünftigen Laufbahn kann beispielsweise basierend auf der bisherigen Laufbahn des Torpedos und der Geschwindigkeit des Torpedos erfolgen. Ferner ist es möglich, die Berechnung der zukünftigen Laufbahn des Torpedos mehrfach durchzuführen, um Updates der Vorhersage der zukünftigen Laufbahn zu erhalten. Beispielsweise kann nach einer, insbesondere nach jeder, ermittelten aktuellen Position des Torpedos ein Update der Vorhersage der zukünftigen Laufbahn erfolgen.
Hat der der Bekämpfungslaufkörper die vorgegebene Entfernung zu dem Torpedo, d.h. sein Ziel, erreicht, erzeugt der Bekämpfungslaufkörper eine Detonation um den Torpedo zu bekämpfen. Das Bekämpfen des Torpedos hat zum Ziel, dass der Torpedo sein Ziel nicht mehr angreifen kann. Dies kann durch die vollständige Zerstörung des Torpedos, beispielsweise durch Auslösen der Sprengladung des Torpedos erreicht werden. Es kann aber auch schon ausreichen, wenn die Hülle des Torpedos zerstört wird und dessen Elektronik durch eindringendes Wasser beschädigt wird oder Antrieb bzw. Lenkung des Torpedos durch die Detonation nicht mehr ordnungsgemäß funktionieren.
Idee ist es somit, mittels eines Bekämpfungslaufkörpers, der auch als Anti Torpedo Torpedo bezeichnet werden kann, den angreifenden Torpedo in seiner Laufbahn zu erreichen und gezielt mittels einer Detonation zu bekämpfen. Das heißt, der Bekämpfungslaufkörper steuert aktiv auf den Torpedo zu. Dies ermöglicht eine
frühzeitige Bekämpfung des Torpedos. Somit wird eine effektive Verteidigung gegen Torpedos ermöglicht.
In einem Ausführungsbeispiel führt der Bekämpfungslaufkörper in Schritt c) eine Kollision mit dem Torpedo herbei, um die Detonation in Schritt d) zu erzeugen. Der Bekämpfungslaufkörper kann den Torpedo hierzu bevorzugt lateral, d.h. beispielsweise seitlich, von oben, von unten, oder einem beliebigen Winkel dazwischen, treffen. D.h. die vorgegebene Entfernung wird auf „0“ gesetzt. Das Treffen des Torpedos hat verschiedene Vorteile. Zunächst erfährt der Torpedo die größte Wirkung der Detonation, wenn die Detonation durch den Aufprall ausgelöst wird. Die Wahrscheinlichkeit der vollständigen Zerstörung des Torpedos als sicherste Variante den Torpedo zu bekämpfen, ist somit am größten. Das Auslösen durch den Aufprall ist ferner die sicherste Variante, um die Detonation zum richtigen Zeitpunkt auszulösen. Ferner wird das unbeabsichtigte Auslösen durch den, beispielsweise mechanischen oder elektrischen, Auslöser wirksam verhindert. Bei einer Zündung, die alleine durch eine Software erfolgt, müssten hier geeignete Sicherungsmaßnahmen ergriffen werden, um das unbeabsichtigte Auslösen der Detonation zu vermeiden.
In weiteren Ausführungsbeispielen navigiert der Bekämpfungslaufkörper in Schritt c) zunächst zu einer in Abhängigkeit der zukünftigen Laufbahn ermittelten Zielkoordinate. Vor dem Eintreffen des Bekämpfungslaufkörpers an seinem Ziel wird diese Zielkoordinate basierend auf Updates der zukünftigen Laufbahn des Torpedos aktualisiert, um die Navigation zu verbessern. D.h. bevorzugt der Bekämpfungslaufkörper berechnet die zukünftige Laufbahn des Torpedos. Die nötigen Sensordaten können von Sensoren des Bekämpfungslaufkörpers stammen, aber auch von Sensoren der Wasserplattform. Eine Übermittlung der Daten von der Wasserplattform an den Bekämpfungslaufkörper ist z.B. mittels Lichtwellenleiter möglich. Ist der Lichtwellenleiter gerissen, so kann die Laufbahn des Torpedos auch alleine mittels der Sensoren des Bekämpfungslaufkörpers erfolgen.
In weiteren Ausführungsbeispielen wird die Zielkoordinate zunächst auf der Wasserplattform, die den Bekämpfungslaufkörper aussetzt, ermittelt und der Bekämpfungslaufkörper aktualisiert die Zielkoordinate nach dem Start eigenständig,
um eine verbesserte Zielkoordinate zu erhalten. D.h. der Bekämpfungslaufkörper erhält von seiner Wasserplattform eine Zielvorgabe, die der Bekämpfungslaufkörper autonom beispielsweise durch präzisere Berechnungen der Laufbahn des Torpedos und/oder einer genaueren Ankunftszeit bzw. Aufprallzeit anpassen kann. Die Ermittlung kann auf der Wasserplattform auf Basis von Sensordaten, die von Sensoren der Wasserplattform und/oder von Sensoren des Bekämpfungslaufkörpers stammen, erfolgen.
Analog ist ein Bekämpfungslaufkörper zur Bekämpfung eines Torpedos offenbart. Der Bekämpfungslaufkörper umfasst einen Sensor, der ausgebildet ist, wiederholt Umgebungsinformationen zu ermitteln, die signifikant für den Torpedo sind, und jeweils entsprechende Sensorsignale auszugeben. Als Sensor eignet sich ein (Aktiv- und/oder Passiv-) Sonar. Ferner umfasst der Bekämpfungslaufkörper eine Sprengladung, die ausgebildet ist, den Torpedo zu bekämpfen. D.h. die Sprengladung ist so stark gewählt, dass der Torpedo bei der Detonation in einem vorgegebenen Abstand einen derartigen Schaden nimmt, dass dieser die Wasserplattform oder eine andere Wasserplattform nicht mehr angreifen kann.
Weiter umfasst der Bekämpfungslaufkörper eine Steuerungseinheit, die ausgebildet ist, den Torpedo basierend auf den Sensorsignalen zu detektieren, eine Laufbahn des Torpedos zu verfolgen und den Bekämpfungslaufkörper in eine vorgegebene Entfernung zu dem Torpedo zu navigieren. Die Steuerungseinheit oder der Bekämpfungslaufkörper können die Sprengladung zünden, wenn die vorgegebene Entfernung zu dem Torpedo erreicht ist. D.h. die Sprengladung wird beispielsweise elektrisch mittels der Steuerungseinheit oder mechanisch z.B. mittels eines Aufprallzünders gezündet. Optional kann die Steuerungseinheit die vorbeschriebenen Verfahrensschritte (vollständig oder teilweise) ausführen.
Ferner ist eine Wasserplattform mit einem Bekämpfungslaufkörper, einem Sensor, einer Signalverarbeitungseinheit und einer Ausbringvorrichtung offenbart. Der Bekämpfungslaufkörper ist ausgebildet, den Torpedo zu bekämpfen. Der Sensor ist ausgebildet, wiederholt Umgebungsinformationen zu ermitteln, die signifikant für den Torpedo sind, und jeweils entsprechende Sensorsignal auszugeben. Die Signalverarbeitungseinheit ist ausgebildet, den Torpedo basierend auf den
Sensorsignalen zu detektieren und eine Laufbahn des Torpedos zu verfolgen. Die Ausbringvorrichtung ist ausgebildet, den Bekämpfungslaufkörper von der Wasserplattform in das die Wasserplattform umgebende Wasser freizugeben. Die Signalverarbeitungseinheit kann dann eine Zielkoordinate zur Bekämpfung des Torpedos ermitteln und dem Bekämpfungslaufkörper die Zielkoordinate vorgeben. Optional kann die Signalverarbeitungseinheit die vorbeschriebenen Verfahrensschritte bis zum Freigeben des Bekämpfungslaufkörpers ausführen.
In einem Ausführungsbeispiel ist der Bekämpfungslaufkörper der Wasserplattform der vorbeschriebene Bekämpfungslaufkörper. Mittels der Sensorik kann auch der Bekämpfungslaufkörper, insbesondere dessen Steuerungseinheit, die gesamten Verfahrensschritte ausführen, auch wenn der Bekämpfungslaufkörper mit der Wasserplattform (mechanisch) verbunden ist. Bei Verwendung von Sonar als Sensor kann der Bekämpfungslaufkörper so an der Wasserplattform angeordnet sein, dass diese sich bereits im Wasser befindet, um so die Schallwellen empfangen zu können.
Analog ist ein Computerprogramm offenbart, das Befehle umfasst, die bei der Ausführung des Computerprogramms durch einen Computer diesen veranlassen, das vorbeschriebene Verfahren auszuführen.
Bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend Bezug nehmend auf die beiliegenden Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 : eine schematische Seitenansicht eines Bekämpfungslaufkörpers;
Fig. 2: eine schematische Seitenansicht einer Wasserplattform mit dem Bekämpfungslaufkörper.
Bevor nachfolgend Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung im Detail anhand der Zeichnungen näher erläutert werden, wird darauf hingewiesen, dass identische, funktionsgleiche oder gleichwirkende Elemente, Objekte und/oder Strukturen in den unterschiedlichen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen sind, so dass die in unterschiedlichen Ausführungsbeispielen dargestellte
Beschreibung dieser Elemente untereinander austauschbar ist bzw. aufeinander angewendet werden kann.
Fig. 1 zeigt eine schematische Seitenansicht eines Bekämpfungslaufkörpers 20. Der Bekämpfungslaufkörper weist einen Sensor 22, eine Sprengladung 24 und eine Steuerungseinheit 26 auf. Der Sensor 22 ermittelt wiederholt Umgebungsinformationen, die signifikant für zu detektierende Torpedos sind und gibt entsprechend den Umgebungsinformationen entsprechende Sensorsignale 23 aus. Mittels der Sprengladung 24 kann der Torpedo bekämpft, insbesondere zerstört, werden. Die Steuerungseinheit 26 kann den Torpedo basierend auf den Sensorsignalen 23 detektieren, eine Laufbahn des Torpedos verfolgen und den Bekämpfungslaufkörper in eine vorgegebene Entfernung zu dem Torpedo zu navigieren. Hat der Bekämpfungslaufkörper 20 die vorgegebene Entfernung zu dem Torpedo erreicht, kann die Steuerungseinheit 26 die Sprengladung mittels eines Zündsignals 27 auslösen, insbesondere zur Detonation bringen. Alternativ sind auch andere Zündmechanismen denkbar. Beispielsweise kann die Sprengladung auch durch auftreffen auf den Torpedo mittels eines Aufprallzünders gezündet werden. Generell ist es denkbar, die Sprengladung mechanisch zu zünden oder indem die Steuerungseinheit durch den Aufprall die Information erhält, dass die vorgegebene Entfernung zu dem Torpedo erreicht ist und das Zündsignal ausgibt.
Fig. 2 zeigt eine schematische Seitenansicht einer Wasserplattform 28. Die Wasserplattform 28 umfasst einen Bekämpfungslaufkörper zur Bekämpfung eines Torpedos. Optional kann es sich bei dem Bekämpfungslaufkörper um den Bekämpfungslaufkörper 20 aus Fig. 1 handeln. Die Wasserplattform weist ferner einen Sensor 30, eine Signalverarbeitungseinheit 32 und eine Ausbringvorrichtung 34 auf. Der Sensor 30 kann wiederholt Umgebungsinformationen ermitteln, die signifikant für den Torpedo sind, und jeweils entsprechende Sensorsignal 31 ausgeben. Bei dem Sensor 30 der Wasserplattform und dem Sensor 22 des Bekämpfungslaufkörpers kann es sich um die gleichen Sensoren oder um Sensoren, die das gleiche Sensorprinzip verwenden, handeln. D.h., die Sensoren können jeweils Sonare sein. Es kann sich jedoch bei dem Sensor des Bekämpfungslaufkörpers um ein Hullmounted Sonar (dt.: rumpfmontiertes, Sonar), das bevorzugt am Bug montiert ist, handeln. Bei dem Sonar der Wasserplattform
kann es sich um ein Sidescan Sonar (dt.: Seitensichtsonar) handeln. Ferner ist es möglich, dass einer der beiden Sensoren ein Aktivsonar nutzt während der andere Sensor ein Passivsonar verwendet. Das Sonar als Sensor ist nur beispielhaft gewählt. Bevorzugt werden zur Detektion des Torpedos als Sensor nicht nur ein einzelner Sensor, sondern eine Mehrzahl von Sensoren verwendet.
Beispielhafte alternative Sensoren sind optische Sensoren, z.B. Kameras, die zumindest in klaren und/oder flachen Gewässern eine Detektion per Überflug ermöglichen. Ferner ist es ebenfalls möglich eine Kombination aus einer Mehrzahl von gleichartigen Sensoren, z.B. Sensoren, zur Detektion zu verwenden bzw. unterschiedliche Messverfahren einzusetzen. So können z.B. Sonobojen, an dem Meeresboden verankerte Sensorik oder andere Wasserfahrzeuge ihre Informationen an den Bekämpfungslaufkörper bzw. dessen Wasserplattform senden. Ferner ist es möglich, das (bevorzugt Aktiv-) Sonar dieser Sensoren für bi- oder multistatische Sonardetektionsverfahren einzusetzen. Weiterhin können Sensoren den Torpedo anhand dessen Magnetfelds detektieren. Insbesondere Sensoren, die an dem Meeresboden verankert sind, können solche Magnetfeldsensoren aufweisen. Die Signalverarbeitungseinheit 32 kann den Torpedo basierend auf den Sensorsignalen detektieren und eine Laufbahn des Torpedos verfolgen.
Die Ausbringvorrichtung 34 kann den Bekämpfungslaufkörper von der Wasserplattform 28 in das die Wasserplattform umgebende Wasser freigeben. Hier ist eine Ausbringvorrichtung 34 an Deck oder unter Deck eines Oberflächenschiffes als Wasserplattform 28 dargestellt. Es ist jedoch beispielsweise auch möglich, ein z.B. ein Torpedorohr als Ausbringvorrichtung zu verwenden.
Ist der Torpedo detektiert, kann die Signalverarbeitungseinheit 32 eine Zielkoordinate ermitteln und dem Bekämpfungslaufkörper die Zielkoordinate vorgeben.
Die Signalverarbeitungseinheit 32 und die Steuerungseinheit 26 können demnach unabhängig von dem jeweiligen Ausführungsbeispiel aufeinander abgestimmt Teile des beschriebenen Verfahrens ausführen. Einzig die Steuerungseinheit 26 des Bekämpfungslaufkörpers ist jedoch in der Lage, bei geeigneter Positionierung, auch auf der Wasserplattform das gesamte Verfahren eigenständig auszuführen.
Die offenbarten (Wasser-) Schallwandler sind für den Einsatz unter Wasser, insbesondere im Meer, ausgelegt. Die Schallwandler können, Wasserschall in eine dem Schalldruck entsprechenden elektrischen Signal (z.B. Spannung oder Strom), das Wasserschallsignal, umwandeln. Überdies ist es möglich, dass die Schallwandler eine anliegende elektrische Spannung in Wasserschall umwandeln können. Die Schallwandler können demnach als Wasserschallempfänger und/oder als Wasserschallsender verwendet werden. Als sensorisches Material können die Schallwandler ein piezoelektrisches Material, beispielsweise eine Piezokeramik, aufweisen. Die Schallwandler können für (Aktiv- und/oder Passiv-) Sonar (sound navigation and ranging, dl: Schall-Navigation und -Entfernungsbestimmung) eingesetzt werden. D.h. die Wasserschallwandler können Teil eines Sonarsystems sein. Die Schallwandler sind bevorzugt nicht für medizinische Anwendungen geeignet bzw. werden nicht für medizinische Anwendungen eingesetzt.
Obwohl manche Aspekte im Zusammenhang mit einer Vorrichtung beschrieben wurden, versteht es sich, dass diese Aspekte auch eine Beschreibung des entsprechenden Verfahrens darstellen, sodass ein Block oder ein Bauelement einer Vorrichtung auch als ein entsprechender Verfahrensschritt oder als ein Merkmal eines Verfahrensschrittes zu verstehen ist. Analog dazu stellen Aspekte, die im Zusammenhang mit einem oder als ein Verfahrensschritt beschrieben wurden, auch eine Beschreibung eines entsprechenden Blocks oder Details oder Merkmals einer entsprechenden Vorrichtung dar.
Die oben beschriebenen Ausführungsbeispiele stellen lediglich eine Veranschaulichung der Prinzipien der vorliegenden Erfindung dar. Es versteht sich, dass Modifikationen und Variationen der hierin beschriebenen Anordnungen und Einzelheiten anderen Fachleuten einleuchten werden. Deshalb ist beabsichtigt, dass die Erfindung lediglich durch den Schutzumfang der nachstehenden Patentansprüche und nicht durch die spezifischen Einzelheiten, die anhand der Beschreibung und der Erläuterung der Ausführungsbeispiele hierin präsentiert wurden, beschränkt sei.
Bezugszeichenliste:
20 Bekämpfungslaufkörper
22 Sensor 23 Sensorsignal
24 Sprengladung
26 Steuerungseinheit
27 Zündsignal
28 Wasserplattform 30 Sensor der Plattform
31 Sensorsignal
32 Signalverarbeitungseinheit
34 Ausbringvorrichtung
Claims
1 . Verfahren zur Bekämpfung eines Torpedos mit folgenden Schritten: a) Detektieren des Torpedos; b) Verfolgen einer Laufbahn des Torpedos; c) Navigieren eines Bekämpfungslaufkörpers in eine vorgegebene Entfernung zu dem Torpedo; d) Erzeugen einer Detonation mit dem Bekämpfungslaufkörper (20) um den Torpedo zu bekämpfen, wenn der Bekämpfungslaufkörper (20) die vorgegebene Entfernung zu dem Torpedo erreicht hat.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1 mit einem weiteren Schritt e): Vorhersagen der zukünftigen Laufbahn des Torpedos.
3. Verfahren gemäß Anspruch 2, wobei Schritt e) mehrfach durchgeführt wird, um Updates der Vorhersage der zukünftigen Laufbahn des Torpedos zu erhalten.
4. Verfahren gemäß einem der vorherigen Ansprüche, wobei der Bekämpfungslaufkörper (20) in Schritt c) eine Kollision mit dem Torpedo herbeiführt, um die Detonation in Schritt d) zu erzeugen.
5. Verfahren gemäß Anspruch 3 oder Anspruch 4 in seinem Rückbezug auf Anspruch 3, wobei der Bekämpfungslaufkörper (20) in Schritt c) zunächst zu einer in Abhängigkeit der zukünftigen Laufbahn ermittelten Zielkoordinate navigiert und diese Zielkoordinate vor dem Eintreffen des Bekämpfungslaufkörpers basierend auf Updates der zukünftigen Laufbahn des Torpedos aktualisiert wird, um die Navigation zu verbessern.
6. Verfahren gemäß Anspruch 5, wobei die Zielkoordinate zunächst auf einer Wasserplattform (28), die den Bekämpfungslaufkörper (20) aussetzt, ermittelt wird und der Bekämpfungslaufkörper (20) nach dem Start die Zielkoordinate eigenständig aktualisiert, um eine verbesserte Zielkoordinate zu erhalten.
7. Verfahren gemäß einem der vorherigen Ansprüche, der Schritt c) das aktive Zusteuern des Bekämpfungslaufkörpers auf den Torpedo umfasst.
8. Bekämpfungslaufkörper (20) zur Bekämpfung eines Torpedos mit folgenden Merkmalen:
- einem Sensor (22), der ausgebildet ist, wiederholt Umgebungsinformationen zu ermitteln, die signifikant für den Torpedo sind, und jeweils entsprechende Sensorsignale (23) auszugeben;
- einer Sprengladung (24), die ausgebildet ist, den Torpedo zu bekämpfen;
- einer Steuerungseinheit (26), die ausgebildet ist, den Torpedo basierend auf den Sensorsignalen (23) zu detektieren, eine Laufbahn des Torpedos zu verfolgen und den Bekämpfungslaufkörper (20) in eine vorgegebene Entfernung zu dem Torpedo zu navigieren;
- wobei die Steuerungseinheit (26) oder der Bekämpfungslaufkörper (20) ausgebildet ist, die Sprengladung zu zünden, wenn die vorgegebene Entfernung zu dem Torpedo erreicht ist.
9. Bekämpfungslaufkörper (20) gemäß Anspruch 8, wobei die Steuerungseinheit ausgebildet ist, das Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7 auszuführen.
10. Wasserplattform mit folgenden Merkmalen:
- einen Bekämpfungslaufkörper (20) , der ausgebildet ist, einen Torpedo zu bekämpfen;
- einem Sensor (30), der ausgebildet ist, wiederholt Umgebungsinformationen zu ermitteln, die signifikant für den Torpedo sind, und jeweils entsprechende Sensorsignal (31 ) auszugeben;
- einer Signalverarbeitungseinheit (32), die ausgebildet ist, den Torpedo basierend auf den Sensorsignalen (31 ) zu detektieren und eine Laufbahn des Torpedos zu verfolgen;
- einer Ausbringvorrichtung (34), die ausgebildet ist, den Bekämpfungslaufkörper (20) von der Wasserplattform (28) in das die Wasserplattform umgebende Wasser freizugeben;
- wobei die Signalverarbeitungseinheit (32) ausgebildet ist, eine Zielkoordinate, zur Bekämpfung des Torpedos zu ermitteln und dem Bekämpfungslaufkörper (20) die Zielkoordinate vorzugeben.
11. Wasserplattform gemäß Anspruch 10, wobei der Bekämpfungslaufkörper (20) ein Bekämpfungslaufkörper (20) gemäß Anspruch 8 oder Anspruch 9 ist.
12. Computerprogramm, umfassend Befehle, die bei der Ausführung des Programms durch einen Computer diesen veranlassen, das Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7 auszuführen.
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