EP4704729A1 - Chirurgisches instrument - Google Patents
Chirurgisches instrumentInfo
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- EP4704729A1 EP4704729A1 EP25706199.4A EP25706199A EP4704729A1 EP 4704729 A1 EP4704729 A1 EP 4704729A1 EP 25706199 A EP25706199 A EP 25706199A EP 4704729 A1 EP4704729 A1 EP 4704729A1
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein chirurgisches Instrument (2), insbesondere für endoskopische Anwendungen, mit einem Handstück (4) und mit einem in dem Handstück lösbar gehaltenen, rotierend antreibbaren Werkzeug (6), insbesondere einem Fräswerkzeug, wobei das Handstück (4) einen stirnseitigen Endabschnitt (10) aufweist, der eine in einer Längsrichtung (12) erstreckte Werkzeugaufnahmeöffnung (14) begrenzt, und wobei das Werkzeug (6) einen in die Werkzeugaufnahmeöffnung (14) des Handstücks in der Längsrichtung (12) einsteckbaren Werkzeugschaft (18) aufweist, wobei das Werkzeug (6) einen dem Endabschnitt (10) zugewandten Schild (24) aufweist, der so ausgebildet und angeordnet ist, dass zwischen dem Schild (24) und dem Endabschnitt (10) ein Ringspalt (26) gebildet ist, so dass darin befindliche Flüssigkeit bei rotierendem Antrieb des Werkzeugs (6) ebenfalls in Rotation versetzt und dadurch infolge von Zentripetalkräften aus dem Ringspalt (26) nach außen ausgetrieben wird.
Description
Titel : Chirurgisches Instrument
Beschreibung
Die Erfindung betri f ft ein chirurgisches Instrument , insbesondere für endoskopische Anwendungen, mit einem Handstück und mit einem in dem Handstück lösbar gehaltenen, rotierend antreibbaren Werkzeug, insbesondere einem Fräswerkzeug, wobei das Handstück einen stirnseitigen Endabschnitt aufweist , der eine in einer Längsrichtung erstreckte Werkzeugaufnahmeöf fnung begrenzt , und wobei das Werkzeug einen in die Werkzeugaufnahmeöf fnung des Handstücks in der Längsrichtung einsteckbaren Werkzeugschaft aufweist .
Derartige Instrumente werden typischerweise bei sehr hohen Umdrehungsgeschwindigkeiten, insbesondere bis 80 000 Umdrehungen pro Minute oder mehr, betrieben . Sie sind für endoskopische Anwendungen in der Längsrichtung mitunter sehr ausladend und werden einschließlich des Handstücks mitunter tief in den Körper des Patienten eingetaucht . Dabei wird das Instrument gewissermaßen wie in Flüssigkeit eingetaucht betrieben, etwa wenn das OP-Gebiet gewissermaßen eine geschlossene Kavität bildet , welche teilweise oder ganz mit Flüssigkeit gefüllt ist , oder diese Flüssigkeit auch abgepumpt und neu hinzugegeben wird . Es stellt sich hier das Problem, dass dabei Flüssigkeit in die Werkzeugaufnahmeöf fnung eingesogen wird und mitunter an hiervon entfernten Fugen des Handstücks wieder austritt , was als nachteilig und sehr störend angesehen wird . Auf der anderen Seite ist eine gewisse Spülbarkeit der Handstücke auch vorteilhaft , da sie hierdurch besser gereinigt werden können, als mittels Dichtelementen geschlossene Handstücke .
Wenn auf dem Schaft des Werkzeugs helixförmige Konturen aufgebracht sind, so hil ft dies lediglich bei einer der zwei Umdrehungsrichtungen um einem Aufsteigen von Flüssigkeiten am Werkzeugschaft entgegenzuwirken . Wenn das Instrument aber bis zur Werkzeugaufnahmeöf fnung in Flüssigkeit eintaucht , kann ein Eindringen von Flüssigkeit durch die Werkzeugaufnahmeöf fnung nicht verhindert werden . Dasselbe gilt für Einstiche am Werkzeugschaft , welche bei rotierendem Antrieb des Werkzeugs nach oben gesogene Flüssigkeit nach radial außen abschleudern sollen . Auch die Anbringung eines Ringbunds am Schaft des Werkzeugs ( " Throw-of f-Ring" ) vermag bei tiefem Eintauchen des Instruments keine Abhil fe gegen ein Eindringen von Flüssigkeit
in die Werkzeugaufnahmeöf fnung des eingetauchten Handstücks zu schaf fen .
Es wurde festgestellt , dass am Markt verfügbare Werkzeuge das Ansaugen von Flüssigkeit begünstigen und das Handstück gewissermaßen bis zum motorischen Antrieb hin geflutet wird, und zwar innerhalb weniger Sekunden des Betriebs . Ein endoskopisches Arbeiten ist bei Eintauchen in Flüssigkeit so nicht sicher gewährleistet , j edenfalls nicht ohne die Gefahr von Kurzschlüssen, Elektrolyse , Korrosion bei Kontakt mit sal zhaltiger Flüssigkeit oder vergleichbarer Probleme in Kauf zu nehmen .
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde , ein chirurgisches Instrument der eingangs genannten Art dahingehend zu verbessern, dass auch beim Eintauchen in Flüssigkeit , insbesondere Körperflüssigkeit , insbesondere bei endoskopischen Anwendungen, die eingangs geschilderten Probleme infolge eindringender Flüssigkeit im Betrieb des Instruments nicht oder in geringerem Maße auftreten .
Diese Aufgabe wird bei einem chirurgischen Instrument der eingangs genannten Art erfindungsgemäß dadurch gelöst , dass das Werkzeug einen dem Endabschnitt zugewandten Schild aufweist , der so ausgebildet und angeordnet ist , dass zwischen dem Schild und dem Endabschnitt ein Ringspalt gebildet ist , so dass darin befindliche Flüssigkeit bei rotierendem Antrieb des Werkzeugs ebenfalls in Rotation versetzt und dadurch infolge von Zentripetalkräften aus dem Ringspalt nach außen ausgetrieben wird .
Die im Bereich der Werkzeugaufnahmeöf fnung in dem Ringspalt befindliche Flüssigkeit wird also durch den rotierenden Schild ebenfalls in Rotation versetzt und dabei infolge von Zentripetalkräften an einem Eindringen in die Werkzeugaufnahmeöf fnung gehindert , indem die Flüssigkeit aus dem Ringspalt ausgetrieben wird . Es zeigt sich sogar, dass bei einem vorübergehenden Stillstand des Instruments in das Handstück eingetretene Flüssigkeit bei erneuter Inbetriebnahme sofort aus dem Handstück und die stirnseitig ausmündende Werkzeugaufnahmeöf fnung hindurch in den Ringspalt und von dort nach außen ausgetrieben wird . Hierdurch kann das Instrument auch im vollständig, also über die Werkzeugaufnahmeöf fnung am stirnseitigen Endabschnitt hinaus eingetauchten Zustand, verwendet werden .
Die auf die rotierende Flüssigkeit innerhalb des Ringspalts wirkenden Zentripetalkäf te wirken zwar nach physikalischer Gesetzlichkeit nach radial außen; j e nach Erstreckung des Ringspalts orthogonal oder mehr oder weniger schräg zur Längsrichtung wird die Flüssigkeit dann entsprechend schräg zur Längsrichtung aus dem Ringspalt heraus gedrängt .
Bei einer besonders bevorzugten Aus führungs form der Erfindung ist der Schild topf förmig ausgebildet und überfängt den Endabschnitt des Handstücks . Der Endabschnitt des Handstücks ist also im montierten Zustand des Werkzeugs in der Längsrichtung in den topf förmig ausgebildeten Schild eingetaucht . Zwischen dem Schild und dem Endabschnitt des Handstücks bildet sich dabei der Ringspalt aus .
Hierbei erweist es sich als vorteilhaft , wenn der Schild eine den Ringspalt begrenzende Innenseite oder einen
Innenseitenbereich aufweist , die bzw . der schräg zur Längsrichtung geneigt ist , insbesondere wenigstens 5 ° , insbesondere wenigstens 10 ° , insbesondere wenigstens 15 ° , insbesondere höchstens 30 ° , insbesondere höchstens 25 ° zur Längsrichtung geneigt ist . Durch diese Neigung erfährt die in Rotation versetzte Flüssigkeit innerhalb des Ringspalts eine nach radial außen gehende verdrängende Kraft und tritt somit entlang der Innenseite aus dem Ringspalt aus .
Weiter erweist es sich als vorteilhaft , wenn der Endabschnitt sich stirnseitig verj üngend ausgebildet ist , insbesondere konisch oder kegelstumpf förmig oder kalottenförmig verlaufend ausgebildet ist . Solchenfalls wird der Ringspalt von radial innen durch eine geneigte Fläche des Endabschnitts und von radial außen durch den Schild begrenzt . Hierbei kann eine Innenseite des Schilds dieselbe oder auch eine etwas größere oder geringfügig kleinere Neigung aufweisen als die geneigte Fläche des Endabschnitts .
Weiter erweist es sich als vorteilhaft , wenn der Endabschnitt des Handstücks eine insbesondere im Wesentlichen orthogonal zur Längsrichtung erstreckte Stirnseite und eine Umfangseite aufweist und wenn sich der Ringspalt von der Stirnseite ausgehend über die Umfangseite des Handstücks erstreckt . Hierbei erweist es sich auch als vorteilhaft , wenn der Ringspalt im Bereich der Umfangsseite des Endabschnitts des Handstücks zur Längsrichtung geneigt erstreckt ist , und insbesondere die Umfangsseite des Endabschnitts ihrerseits zur Längsrichtung geneigt erstreckt ist .
Hinsichtlich der Bemessung des Ringspalts wird vorgeschlagen, dass der Ringspalt eine Spaltbreite aufweist , die so gering
wie technisch und im Rahmen von Toleranzen möglich ist, insbesondere eine Spaltbreite von wenigstens 0,2 mm, insbesondere von wenigstens 0,3 mm, insbesondere von wenigstens 0,4 mm, insbesondere von wenigstens 0, 6 mm, insbesondere von wenigstens 0,8 mm, insbesondere von wenigstens 1,0 mm und weiter insbesondere von höchstens 8,0 mm, insbesondere von höchstens 6, 0 mm, insbesondere höchstens 5,0 mm, insbesondere von höchstens 4,0 mm, insbesondere von höchstens 3,0 mm, insbesondere von höchstens 2,0 mm aufweist.
Weiter erweist es sich als vorteilhaft, wenn der topfförmig ausgebildete Schild zumindest innen rotationssymmetrisch, also konzentrisch ausgebildet ist. Solchenfalls lässt sich die im Ringspalt befindliche Flüssigkeit rasch in Rotation versetzen und dabei infolge von Zentripetalkräften aus dem Ringspalt austreiben .
Hinsichtlich der Ausbildung und Anbringung des Schilds am Schaft wäre es denkbar, dass der Schild einstückig mit dem Schaft des Werkzeugs ausgebildet ist oder drehfest und für den bestimmungsgemäßen Gebrauch jedenfalls unlösbar am Schaft des Werkzeugs festgelegt oder festlegbar ist, insbesondere durch eine Schweißverbindung, insbesondere Laserschweißverbindung, oder durch eine andere, insbesondere stoff schlüssige Verbindung, einschließlich Klebeverbindung. Hierbei erweist es sich als vorteilhaft, wenn der Schild flüssigkeitsdicht auf dem Schaft sitzt oder angebracht ist, so dass zwischen Schaft und Schild keine Flüssigkeit in den Ringspalt eindringen kann. Vorteilhafterweise umfasst der Schild eine Durchgangsöffnung und ist mit dieser Durchgangsöffnung auf den Schaft des Werkzeugs aufschiebbar und dort festlegbar.
Nach einer weiteren Aus führungs form der Erfindung ist der Schild nicht topf förmig ausgebildet , sondern er ist von einem Flanschabschnitt mit einer dem Endabschnitt des Handstücks und der Werkzeugaufnahmeöf fnung zugewandten Seite gebildet . Auf dieser Seite des Flanschabschnitts sind Strukturen ausgebildet , die bei rotierendem Antrieb des Werkzeugs das Austreiben von Flüssigkeit aus dem Ringspalt unterstützen . In diesem Fall fungiert der Schild gewissermaßen als Radialverdrängerpumpe , indem die Strukturen bei rotierendem Antrieb des Werkzeugs und des Flanschabschnitts nach radial außen gerichtete verdrängende Kräfte auf die dort vorhandene Flüssigkeit ausüben, so dass auch auf diese Weise ein Eindringen von Flüssigkeit in die Werkzeugaufnahmeöf fnung verhindert wird .
Hierbei kann die Ausbildung der Strukturen derart sein, dass sie radial erstreckte oder spiral förmig erstreckte Verdrängerf lächen aufweisen oder dass sich die Strukturen nach radial außen verj üngen . Sie bilden also eine Art Flügelrad oder Flügelradscheibe .
Hierbei erweist es sich als vorteilhaft , wenn die Strukturen eine Höhe in der Längsrichtung von bis zu 0 , 5 mm und insbesondere von wenigstens 0 , 5 mm, insbesondere von wenigstens 0 , 8 mm, insbesondere von wenigstens 1 , 0 mm und weiter insbesondere von höchstens 5 , 0 mm, insbesondere von höchstens 4 , 0 mm, insbesondere von höchstens 3 , 0 mm, insbesondere von höchstens 2 , 0 mm aufweisen .
Wie eingangs erwähnt , erweist es sich als vorteilhaft , wenn das Instrument für einen rotierenden Antrieb des Werkzeugs mit bis zu 30 . 000 Umdrehungen/min, insbesondere mit wenigstens
30 . 000 , insbesondere mit wenigstens 40 . 000 , insbesondere mit wenigstens 50 . 000 , insbesondere mit wenigstens 60 . 000 und insbesondere mit höchstens 100 . 000 , insbesondere mit höchstens 90 . 000 , insbesondere mit höchstens 80 . 000 Umdrehungen/min ausgelegt ist .
Weitere Merkmale , Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den beigefügten Patentansprüchen und der zeichnerischen Darstellung und nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Aus führungs formen der Erfindung .
In der Zeichnung zeigt :
Figuren la-c verschiedene Ansichten, auch teilweise geschnitten, eines erfindungsgemäßen chirurgischen Instruments mit einem rotierend antreibbaren Werkzeug und einem Teil davon;
Figuren 2a-b schematische Ansichten der Funktionsweise des erfindungsgemäßen Instruments ;
Figuren 3a-c verschiedene Ansichten einer weiteren
Aus führungs form des erfindungsgemäßen Instruments mit einem rotierend antreibbaren Werkzeug und einem Teil davon; und
Figuren 4a-c verschiedene Ansichten von Werkzeugen gemäß einer weiteren Aus führungs form des erfindungsgemäßen Instruments .
Figuren la-c verschiedene Ansichten eines erfindungsgemäßen chirurgischen Instruments 2 und seiner Bestandteile . Das chirurgische Instrument 2 umfasst ein Handstück 4 und ein rotierend antreibbares Werkzeug 6 , beispielhaft in Form eines
Fräswerkzeugs . Das Handstück 4 ist hier beispielhaft in Form eines gerade erstreckten Gehäusetubus 8 ausgebildet und weist einen stirnseitigen Endabschnitt 10 auf . Das Handstück 4 umfasst weiter eine in einer Längsrichtung 12 des Instruments erstreckte Werkzeugaufnahmeöf fnung 14 , die in dem stirnseitigen Endabschnitt 10 ausmündet .
Das Werkzeug 6 umfasst hier beispielhaft einen Fräskopf 16 und einen in der Längsrichtung erstreckten Werkzeugschaft 18 , mit dem das Werkzeug 6 in die in der Längsrichtung 12 erstreckte Werkzeugaufnahmeöf fnung 14 des Handstücks 4 einsteckbar und für den bestimmungsgemäßen Betrieb des Instruments drehfest verankerbar ist .
Der Endabschnitt 10 des Handstücks 4 ist im beispielhaft dargestellten Fall sich stirnseitig konisch verj üngend ausgebildet . Er bildet eine im Wesentlichen orthogonal zur Längsrichtung 12 erstreckte Stirnseite 20 und eine hier beispielhaft konische Umfangsseite 22 , die beispielhaft schräg zur Längsrichtung 12 geneigt ausgebildet ist und mit dieser einen Winkel a ausbildet .
Weiter umfasst das Instrument 2 erfindungsgemäß einen dem Endabschnitt 10 des Handstücks 4 zugewandten Schild 24 , der so ausgebildet und angeordnet ist , dass zwischen dem Schild 24 und dem Endabschnitt 10 ein Ringspalt 26 gebildet ist . Der Schild 24 ist mit dem Schaft 18 des Werkzeugs 6 drehfest , insbesondere einstückig ausgebildet oder mit dem Schaft verbunden . Bei rotierendem Antrieb des Werkzeugs 6 wird die in den Ringspalt 26 eingedrungene Flüssigkeit erfindungsgemäß in eine Rotationsbewegung versetzt und dadurch infolge von Zentripetalkräften aus dem Ringspalt 26 nach außen
ausgetrieben . Infolge von auf die rotierende Flüssigkeit wirkenden Zentripetalkräften wird die Flüssigkeit daher an einem Eindringen in die Werkzeugaufnahmeöf fnung 14 gehindert . Sofern bei nachhaltig in eine Flüssigkeit eintauchendem Instrument 2 Flüssigkeit in den Ringspalt und bereits in die Werkzeugaufnahmeöf fnung 14 eingedrungen ist , wird diese Flüssigkeit bei rotierendem Antrieb des Werkzeugs binnen weniger Sekunden aus dem Handstück 4 in den Ringspalt 26 gesogen und von dort nach radial außen verdrängt .
Im beispielhaft dargestellten Fall ist der Schild 24 topf förmig ausgebildet und überfängt den Endabschnitt 10 des Handstücks . Der topf förmig ausgebildete Schild 24 umfasst eine den Ringspalt 26 von außen begrenzende Innenseite 28 , die zur Längsrichtung 12 geneigt ist , und zwar hier beispielhaft ebenso um den Winkel a geneigt ist , wie die konische Umfangsseite 22 des in den Schild 24 eintauchenden Endabschnitts 10 des Handstücks 4 .
Des Weiteren umfasst der topf förmige Schild 24 einen Topfboden 30 , der im hier beispielhaft dargestellten Fall im Wesentlichen orthogonal zu der Längsrichtung 12 und damit parallel zu der Stirnseite 20 des Endabschnitts 10 verläuft und zwischen sich und der Stirnseite 20 einen stirnseitigen Bereich des Ringspalts 26 begrenzt . Hiervon abweichende Konturen oder Strukturen an der Innenseite des Schilds 24 , insbesondere solche , welche ein fliehkraftbedingtes verdrängen von Flüssigkeit nach radial außen begünstigen, sind ebenfalls denkbar . Es ist von Vorteil , wenn der topf förmige Schild 24 in Umfangsrichtung durgehend flüssigkeitsdicht auf dem Schaft 18 des Werkzeugs 6 sitzt . Dies lässt sich realisieren, indem der Schild 24 einstückig mit dem Schaft des Werkzeugs 6
ausgebildet ist (hier nicht dargestellt , j edoch in Figur 2 angedeutet ) oder flüssigkeitsdicht gegen den Schaft 18 des Werkzeugs 6 gefügt ist . Hierfür weist der Schild 24 eine zentrale Durchstecköf fnung 32 auf , mit der der Schild 24 auf den Schaft 18 des Werkzeugs 6 aufsteckbar und beispielsweise mittels Schweißverbindung oder in sonstiger Weise drehfest befestigbar ist .
Die Figuren 2a und 2b verdeutlichen das Eindringen von Flüssigkeit in den Ringspalt 26 bei stillstehendem Werkzeug 6 ( Pfeile in Richtung des Ringspalts 26 ) und das Verdrängen von in das Handstück 4 und in den Ringspalt 26 eingedrungener Flüssigkeit nach radial außen ( aus dem Ringspalt 26 hinausweisende Pfeile ) .
Die Figuren 3a ) bis c ) zeigen eine weitere Aus führungs form eines erfindungsgemäßen Instruments 2 , bei dem der Schild 24 auch topf förmig ausgebildet ist und sich über den Endabschnitt des Handstücks erstreckt . Die Topf form ist hier innen wie außen aber eher als kalottenförmig gekrümmte Schale ausgebildet . Wiederum begrenzt der Schild 24 zwischen sich und dem Endabschnitt 10 des Handstücks 4 einen Ringspalt 26 , aus dem eingedrungene Flüssigkeit bei rotierendem Antrieb des Werkzeugs 6 ausgetrieben wird .
Schließlich zeigen Figuren 4a ) bis c ) eine weitere
Aus führungs form der Erfindung, bei der der Schild 24 von einem Flanschabschnitt 40 in Form einer in einer Ebene orthogonal zur Längsrichtung 12 des Instruments und Werkzeugs 6 erstreckten Ringscheibe 42 gebildet ist . Der Flanschabschnitt 40 bildet eine dem hier nicht dargestellten Endabschnitt des Handstücks 4 zugewandte Seite 44 , mit der der Flanschabschnitt
40 einen Ringspalt 26 zwischen sich und dem Endabschnitt 10 des Handstücks 4 begrenzt . Der Flanschabschnitt 40 weist auf seiner Seite 44 Verdrängerf lachen 46 bildende Strukturen 48 auf , welche in den Ringspalt 26 eingrei fen . Bei rotierendem Antrieb des Werkzeugs und des Schilds 24 wird Flüssigkeit nach radial außen verdrängt und somit aus dem Ringspalt 26 zwischen dem Schild 24 und dem Endabschnitt 10 des Gri f fteils 4 ausgetrieben . Im beispielhaft dargestellten Fall der Figur 4b weisen die Strukturen 48 spiral förmig erstreckte Verdrängerf lachen 46 auf . Figur 4c zeigt eine weitere
Aus führungs form von Strukturen 48 , die sternförmig, also sich nach radial außen verj üngend, ausgebildet sind . Auch sie bilden Verdrängerf lächen 46 .
Claims
1. Chirurgisches Instrument (2) , insbesondere für endoskopische Anwendungen, mit einem Handstück (4) und mit einem in dem Handstück lösbar gehaltenen, rotierend antreibbaren Werkzeug (6) , insbesondere einem Fräswerkzeug, wobei das Handstück (4) einen stirnseitigen Endabschnitt (10) aufweist, der eine in einer Längsrichtung (12) erstreckte Werkzeugaufnahmeöffnung (14) begrenzt, und wobei das Werkzeug (6) einen in die Werkzeugaufnahmeöffnung (14) des Handstücks in der Längsrichtung (12) einsteckbaren Werkzeugschaft (18) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (6) einen dem Endabschnitt (10) zugewandten Schild (24) aufweist, der so ausgebildet und angeordnet ist, dass zwischen dem Schild (24) und dem Endabschnitt (10) ein Ringspalt (26) gebildet ist, so dass darin befindliche Flüssigkeit bei rotierendem Antrieb des Werkzeugs (6) ebenfalls in Rotation versetzt und dadurch infolge von Zentripetalkräften aus dem Ringspalt (26) nach außen ausgetrieben wird.
2. Chirurgisches Instrument (2) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schild (24) topfförmig ausgebildet ist und den Endabschnitt (10) des Handstücks (4) überfängt.
3. Chirurgisches Instrument (2) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schild (24) eine den Ringspalt (26) begrenzende Innenseite (28) oder einen Innenseitenbereich aufweist, die bzw. der schräg zur
Längsrichtung (12) geneigt ist, insbesondere wenigstens 5°, insbesondere wenigstens 10°, insbesondere wenigstens 15°, insbesondere höchstens 30°, insbesondere höchstens 25° zur Längsrichtung geneigt ist.
4. Chirurgisches Instrument (2) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Endabschnitt (10) sich stirnseitig verjüngend ausgebildet ist, insbesondere konisch oder kegelstumpf förmig oder kalottenförmig verlaufend ausgebildet ist.
5. Chirurgisches Instrument (2) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Endabschnitt (10) eine insbesondere im Wesentlichen orthogonal zur Längsrichtung erstreckte Stirnseite (20) und eine Umfangseite (22) aufweist und dass sich der Ringspalt (26) von der Stirnseite (22) ausgehend über die Umfangseite erstreckt.
6. Chirurgisches Instrument (2) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ringspalt (26) im Bereich der Umfangseite (22) des Endabschnitts (10) zur Längsrichtung (12) geneigt erstreckt ist.
7. Chirurgisches Instrument (2) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ringspalt (26) eine Spaltbreite von wenigstens 0,2 mm, insbesondere von wenigstens 0,3 mm, insbesondere von wenigstens 0,4 mm, insbesondere wenigstens 0, 6 mm, insbesondere wenigstens 0,8 mm, insbesondere wenigstens 1,0 mm und weiter insbesondere von höchstens 8,0 mm, insbesondere von höchstens 6, 0 mm, insbesondere
höchstens 5,0 mm, insbesondere höchstens 4,0 mm, insbesondere höchstens 3,0 mm, insbesondere höchstens 2,0 mm aufweist.
8. Chirurgisches Instrument (2) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der topfförmig ausgebildete Schild zumindest innen rotationssymmetrisch, also konzentrisch ausgebildet ist.
9. Chirurgisches Instrument (2) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schild (24) einstückig mit dem Schaft (18) des Werkzeugs (6) ausgebildet ist oder drehfest und für den bestimmungsgemäßen Gebrauch jedenfalls unlösbar am Schaft (18) des Werkzeugs festgelegt oder festlegbar ist, insbesondere durch eine Schweißverbindung, insbesondere Laserschweißverbindung, oder durch eine andere, insbesondere stoff schlüssige Verbindung, einschließlich Klebeverbindung.
10. Chirurgisches Instrument (2) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche 1, 3-4, 7, 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Schild (24) von einem Flanschabschnitt (40) mit einer dem Endabschnitt (10) des Handstücks (4) und der Werkzeugaufnahmeöffnung (14) zugewandten Seite (44) gebildet ist, und dass auf dieser Seite (44) des Flanschabschnitts (40) Strukturen ausgebildet sind, die bei rotierendem Antrieb des Werkzeugs (6) das Austreiben von Flüssigkeit aus dem Ringspalt (26) unterstützen.
11. Chirurgisches Instrument (2) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Strukturen (48) radial erstreckte oder spiralförmig erstreckte
Verdrängerf lachen (46) aufweisen oder dass sich die Strukturen (48) nach radial außen verjüngen.
12. Chirurgisches Instrument (2) nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Strukturen (48) eine Höhe in der Längsrichtung (12) von bis zu 0,5 mm und insbesondere von wenigstens 0,5 mm, insbesondere von wenigstens 0,8 mm, insbesondere von wenigstens 1,0 mm und weiter insbesondere von höchstens 5, 0 mm, insbesondere von höchstens 4,0 mm, insbesondere von höchstens 3,0 mm, insbesondere von höchstens 2,0 mm aufweisen .
13. Chirurgisches Instrument (2) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es für einen rotierenden Antrieb des Werkzeugs mit bis zu 30.000 Umdrehungen/min, insbesondere mit wenigstens 30.000, insbesondere mit wenigstens 40.000, insbesondere mit wenigstens 50.000, insbesondere mit wenigstens 60.000 und insbesondere mit höchstens 100.000, insbesondere mit höchstens 90.000, insbesondere mit höchstens 80.000 Umdrehungen/min ausgelegt ist.
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