REINIGUNGSSYSTEM UND VERFAHREN ZUM BETREIBEN EINES REINIGUNGSSYSTEMS
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Reinigungssystem, das eine Reinigungsvorrichtung mit mindestens einem Reinigungswerkzeug umfasst. Außerdem betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Betreiben eines Reinigungssystems, das eine Reinigungsvorrichtung der vorstehend beschriebenen Art umfasst.
Die Reinigungsvorrichtung des nachfolgend beschriebenen Reinigungssystems kann auf unterschiedliche Weise ausgestaltet sein, beispielsweise mobil zum Verfahren auf einer Bodenfläche oder stationär. Dementsprechend kann die Erfindung zum Beispiel mit einer Flächenreinigungsvorrichtung zum Einsatz kommen, beispielsweise einer Scheuersaugmaschine oder einer Kehrmaschine. Denkbar ist der Einsatz der Erfindung in einer Reinigungsvorrichtung, die einen Reinigungsstrahl zum Reinigen von Gegenständen erzeugt, insbesondere ein Hochdruckreinigungsgerät.
Beim Betrieb von Reinigungsvorrichtungen, die benutzergeführt und/oder autonom ausgestaltet sein können, können Störungen oder abnorme Betriebszustände auftreten, die einen Einfluss auf das Reinigungsergebnis und/oder auf die Funktionsfähigkeit der Reinigungsvorrichtung haben können. Aus diesem Grund ist es wünschenswert, eine derartige Störung oder einen von der Norm abweichenden Betriebszustand zu erkennen und etwaige Gegenmaßnahmen einzuleiten. Bekannt ist es auch, normale Betriebszustände zu überwachen, beispielsweise die Laufzeit der Reinigungsvorrichtung des Reinigungswerkzeugs mittels eines Betriebsstundenzählers zu bestimmen.
Die US 2019/0216283 Al beschreibt eine Scheuersaugmaschine, die benutzergeführt oder (teil-)autonom ausgestaltet sein kann. Ein gestörter Betriebszustand kann auf der Grundlage veränderter Betriebsparameter festgestellt und eine Gegenmaßnahme eingeleitet werden. Der Betriebsparameter kann Stromfluss, Betriebsspannung, Leistung, Drehzahl eines Aggregates, Geräusch- und Differenzdruck eines Saugaggregates sein.
Im Bereich von Haushaltsgeräten beschreiben die EP 2 573 247 A2 und die EP 2 932 340 Bl die Analyse von im Betrieb entstehenden Geräuschen mittels eines mobilen Endgerätes.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Reinigungssystem mit mindestens einer Reinigungsvorrichtung und ein Verfahren zum Betreiben eines derartigen Reinigungssystems bereitzustellen, bei dem bzw. mit dem ein Betriebszustand der Reinigungsvorrichtung überwacht werden kann.
Diese Aufgabe wird durch ein erfindungsgemäßes Reinigungssystem gelöst, umfassend eine Reinigungsvorrichtung mit mindestens einem Reinigungswerkzeug, eine Sensoreinrichtung zum Erfassen einer Schwingungsausbreitung infolge des Betriebs der Reinigungsvorrichtung und Bereitstellen einer diesbezüglichen Eingangsinformation und eine Datenverarbeitungseinrichtung, auf der ein Anwendungsprogramm abläuft oder ablauffähig ist, mit dem die Eingangsinformation analysierbar ist, wobei bei der Analyse der Eingangsinformation feststellbar ist, ob die Schwingungsausbreitung eine abnorme Schwingungsausbreitung ist, die indikativ für einen von einem Normalbetriebszustand der Reinigungsvorrichtung abweichenden Ist-Betriebszustand ist, wobei abhängig von der Abweichung eine Ursache der abnormen Schwingungsausbreitung ermittelbar ist und/oder von der Datenverarbeitungseinrichtung eine Behebungsmaßnahme im Hinblick auf eine Behebung der Ursache der abnormen Schwingungsausbreitung bereitstellbar ist.
Bei dem erfindungsgemäßen Reinigungssystem kann das Auftreten einer abnormen Schwingungsausbreitung im Betrieb der Reinigungsvorrichtung festgestellt werden. Die Schwingungsausbreitung kann beispielsweise ein Geräusch sein oder umfassen, das auf Luftschall und/oder Körperschall beruhen kann. Alternativ oder ergänzend kann die Schwingungsausbreitung zum Beispiel eine Körperschwingung einer Komponente der Reinigungsvorrichtung sein. In die Erfindung fließt der Gedanke mit ein, dass während des Betriebs der Reinigungsvorrichtung zwangsläufig Schwingungsausbreitungen auftreten. Nimmt die Reinigungsvorrichtung einen Normalzustand ein, sind die Schwingungsausbreitungen insbesondere innerhalb einer vorgegebenen oder vorgebbaren Spanne normal oder üblich. Interessant für eine Überwachung des Betriebszustandes sind indessen abnorme Schwingungsausbreitungen, die mit dem abnormen Ist-Betriebszustand verknüpft sind, der sich von dem üblichen Normalbetriebszustand unterscheidet. Derartige abnorme Schwingungsausbreitungen beruhen zum Beispiel auf einer Störung der Reinigungsvorrichtung.
Gemäß der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen, über die Sensoreinrichtung Schwingungsausbreitungen zu erfassen und der Datenverarbeitungseinrichtung eine Eingangsinformation hierüber bereitzustellen. Die Datenverarbeitungseinrichtung ist ausgebildet und programmiert, die Eingangsinformation über das Anwendungsprogramm zu analysieren und eine abnorme Schwingungsausbreitung und damit eine Abweichung vom Normalbetriebszustand festzustellen. Ferner kann vorzugsweise die Ursache der abnormen Schwingungsausbreitung ermittelt werden. Hierunter kann vorliegend insbesondere verstanden werden, dass die Quelle für die abnorme Schwingungsausbreitung ermittelt werden kann. Alternativ oder ergänzend kann vorzugsweise eine Behebungsmaßnahme kann bereitgestellt werden, auf deren Grundlage die Ursache der abnormen Schwingungsausbreitung behoben werden kann.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfasst die Sensoreinrichtung mindestens ein Mikrofon, wobei die abnorme Schwingungsausbreitung ein Geräusch ist oder umfasst, das im Betrieb der Reinigungsvorrichtung auftritt. Das Geräusch, das auf Luftschall und/oder Körperschall beruhen kann,
kann vom mindestens einen Mikrofon erfasst werden. Vorgesehen sein kann, dass das Geräusch, beispielsweise in Form einer oder über eine Audiodatei, in einer Speichereinrichtung für die weitere Verarbeitung und/oder Nutzung gespeichert werden kann. Die Datei kann die Eingangsinformation umfassen oder ausbilden. Bei einer alternativen Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die Datei unterschiedlich von der Eingangsinformation ist, letztere aber von der Sensoreinrichtung aus dem erfassten Geräusch generiert wird. Es kann vorgesehen sein, dass die Reinigungsvorrichtung im Normalbetriebszustand ein Normalbetriebsgeräusch emittiert, dem ein Geräusch zur Ausbildung der abnormen Schwingungsausbreitung beigemischt ist. Das Anwendungsprogramm kann beispielsweise aus dem so überlagerten Gesamtgeräusch die abnorme Schwingungsausbreitung feststellen und vorzugsweise deren Ursache ermitteln. Auch ein Fehlen eines Anteils des Normalbetriebsgeräusches kann unter Umständen zu einer vorzugsweise detektierbaren abnormen Schwingungsausbreitung führen.
Alternativ oder ergänzend kann bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung vorgesehen sein, dass die Sensoreinrichtung mindestens einen Beschleunigungssensor umfasst und dass die abnorme Schwingungsausbreitung eine Körperschwingung einer Komponente der Reinigungsvorrichtung ist, welche Körperschwingung im Betrieb der Reinigungsvorrichtung auftritt. Beispielsweise weist die Komponente in dem Normalbetriebszustand eine Normalbetriebschwingung auf, der eine Körperschwingung zur Ausbildung der abnormen Schwingungsausbreitung überlagert ist. Beispielsweise kann die so gebildete Gesamtschwingung vom Anwendungsprogramm analysiert werden, um die abnorme Schwingungsausbreitung und vorzugsweise deren Ursache festzustellen.
Die Ursache für die abnorme Schwingungsausbreitung kann beispielsweise mindestens eines der Folgenden umfassen:
eine Störung oder sich anbahnende Störung der Reinigungsvorrichtung, insbesondere mindestens einer Funktionseinheit und/oder mindestens eines Reinigungswerkzeugs. Dies erlaubt es, mit der Erfindung die aufgetretene oder sich anbahnende Störung zu erkennen und erforderlichenfalls Gegenmaßnahmen zu ergreifen. eine übermäßige Abnutzung oder fortschreitende Abnutzung einer Funktionseinheit der Reinigungsvorrichtung und/oder mindestens eines Reinigungswerkzeugs. Beispielsweise kann von der Datenverarbeitungseinrichtung festgestellt werden, dass eine Abweichung gegenüber dem Normalbetriebszustand vorliegt, wobei die Ursache über die Analyse der Eingangsinformation von dem Anwendungsprogramm ermittelt wird. Eine wiederholte Feststellung derselben Ursache kann beispielsweise indikativ für eine fortschreitende oder übermäßige Abnutzung sein. Denkbar ist zum Beispiel eine übermäßige Abnutzung einer Reinigungsbürste als Reinigungswerkzeug oder eines Teils davon.
Die Überwachung der Abnutzung wie im letzten Absatz beschrieben und/oder das Feststellen einer sich anbahnenden Störung wie in dem voranstehenden Absatz beschrieben weist den Vorteil auf, dass die Störung vorzugsweise vermieden werden kann, weil rechtzeitig Wartungsbedarf erkannt werden (predictive maintenance) und eine Wartung durchgeführt werden kann. Zu diesem Zweck kann die abnorme Schwingungsausbreitung zum Beispiel in wiederholten zeitlichen Abständen oder langfristig erfasst und gegebenenfalls aufgezeichnet werden. Abweichungen zwischen einzelnen Aufzeichnungen können indikativ für eine fortschreitende Abnutzung und/oder eine sich anbahnende Störung sein. eine fehlerhafte Bedienung durch eine Bedienperson. Hierbei sind beispielsweise eine fehlerhafte Einstellung der Reinigungsvorrichtung oder eine unsachgemäße Befestigung von Komponenten und/oder Zubehör denkbar, die zur abnormen Schwingungsausbreitung führen.
ein Mangel oder eine Übermenge einer verbrauchbaren Komponente zum Betrieb der Reinigungsvorrichtung, beispielsweise einer Reinigungsflüssigkeit. Zum Beispiel kann ein zu leerer oder zu voller Behälter für Reinigungsflüssigkeit zu einer Schwingungsausbreitung führen, die als abnorm erkannt wird.
Eine insbesondere abnorme Schwingungsausbreitung und/oder ein Abschalten einer Funktionseinheit, die bzw. das mit der Sensoreinrichtung und/oder von der Datenverarbeitungseinrichtung erfasst werden kann, kann vorzugsweise indikativ für eine Störung oder sich anbahnende Störung sein. Beispielsweise kann bei einer Scheuersaugmaschine ein voller Schmutzflüssigkeitsbehälter dazu führen, dass ein Saugaggregat abschaltet wird. Der Benutzer kann hierüber zum Beispiel an einer Hinweiseinheit informiert werden, den vollen Schmutzflüssigkeitsbehälter zu entleeren.
Vorgesehen sein kann, dass Betriebsparameter, die indikativ für einen vorgegebenen Normalbetriebszustand sind, vom Anwendungsprogramm der Analyse der Schwingungsausbreitung zugrunde gelegt werden. Zum Beispiel ist der Datenverarbeitungseinrichtung der vorgegebene Normalbetriebszustand bekannt, so dass auf dieser Grundlage eine abnorme Schwingungsausbreitung festgestellt werden kann. Dies kann zum Beispiel von Vorteil sein, wenn verschiedenartige Normalbetriebszustände vorgesehen sind, beispielsweise abhängig von einer Betriebsart (etwa Eco-Modus, Normalmodus, Hochleistungoder Intensivreinigungsmodus), die ihrerseits unterschiedliche Schwingungsausbreitungen im Normalbetriebszustand und dementsprechend unterschiedliche abnorme Schwingungsausbreitungen bedingen. Die Betriebsparameter können kabellos, z.B. per Bluetooth, und/oder kabelgebunden an die Datenverarbeitungseinrichtung übertragen werden und umfassen beispielsweise Betriebsparameter, die den Einsatz von Funktionseinheiten betreffen. Anhand der Betriebsparameter kann die Datenverarbeitungseinrichtung insbesondere erkennen, welchen Normalbetriebszustand die Reinigungsvorrichtung aufweisen sollte.
Das Reinigungssystem umfasst vorzugsweise eine Hinweiseinheit, an der als Behebungsmaßnahme ein Hinweis an eine Bedienperson betreffend die Ursache der abnormen Schwingungsausbreitung ausgebbar ist. Basierend auf dem Hinweis kann die Bedienperson vorzugsweise der Ursache abhelfen.
Die Hinweiseinheit ist oder umfasst bevorzugt eine optische Anzeigeeinheit, insbesondere mit einer ansteuerbaren Bildanzeige.
Alternativ oder ergänzend ist oder umfasst die Hinweiseinheit eine akustische Hinweiseinheit, die bei erkannter abnormer Schwingungsausbreitung zum Beispiel einen Warnton ausgibt.
Alternativ oder ergänzend ist oder umfasst die Hinweiseinheit eine haptische Hinweiseinheit, die bei erkannter abnormer Schwingungsausbreitung zum Beispiel eine Vibration auslöst, beispielsweise an einer Bedieneinheit zum Führen der Reinigungsvorrichtung durch den Benutzer oder an einem externen Zusatzgerät.
Günstig kann es sein, wenn die Erfassung etwaiger abnormer Schwingungsausbreitungen automatisch oder Zutun der Bedienperson erfolgt. Beispielsweise kann das Anwendungsprogramm im Hintergrund ohne Zutun der Bedienperson auf der Datenverarbeitungseinrichtung ablaufen und bei Auftreten eine etwaige Behebungsmaßnahme bereitstellen, zum Beispiel in Form des vorstehend genannten Hinweises.
Vorgesehen sein kann, dass die Bedienperson über den Hinweis zunächst auf das Vorliegen einer abnormen Schwingungsausbreitung informiert wird, ohne initial die Ursache hierfür zu nennen, wobei durch Auswählen des Hinweises (beispielsweise durch Antippen einer eine berührungssensitiven Anzeigeeinheit) die Ursache angezeigt wird.
Der Hinweis umfasst vorzugsweise eine Behebungsinformation für die Bedienperson zum Beheben der Ursache der abnormen Schwingungsausbreitung. Die
Behebungsinformation kann zum Beispiel unmittelbar mit der Anzeige des Hinweises auf die abnorme Schwingungsausbreitung angezeigt werden. Alternativ kann vorgesehen sein, dass der Bedienperson die Behebungsinformation erst nach Interaktion mit dem Reinigungssystem auf den initialen Hinweis über das Vorliegen der abnormen Schwingungsausbreitung angezeigt wird. Denkbar ist beispielsweise die Interaktion über eine berührungssensitive Anzeigeeinheit, wobei auf die Interaktion die ergänzende Behebungsinformation angezeigt werden kann.
Vorgesehen sein kann, dass ein Hinweis wieder verschwindet, wenn die Ursache der abnormen Schwingungsausbreitung entfällt, zum Beispiel von selbst oder durch Eingriff der Bedienperson an der Reinigungsvorrichtung.
Vorgesehen sein kann, dass der Hinweis bei nicht-eindeutiger Ermittlung der Ursache der abnormen Schwingungsausbreitung die Angabe einer Mehrzahl möglicher Ursachen umfasst, vorzugsweise unter Angabe von deren jeweiliger Wahrscheinlichkeit. Der Hinweis enthält auf diese Weise zumindest eine Information für die Bedienperson, beispielsweise über das Vorliegen einer Störung, verbunden mit möglichen Ursachen. Dadurch wird die Bedienperson bei der Identifikation und Behebung der Störung unterstützt.
Bei benutzergeführten Reinigungsvorrichtungen ermöglicht die Erfindung vorzugsweise, dass die Ursache der abnormen Schwingungsausbreitung auch von einer unerfahrenen Bedienperson behoben werden kann, ohne dass Servicepersonal hinzuziehen ist. Beispielsweise kann eine aufgetretene Störung von der Bedienperson behoben und dadurch die Reinigungsvorrichtung wieder in Gang gesetzt werden. Bei einer sich anbahnenden Störung kann ein Ausfall der Reinigungsvorrichtung vorzugsweise vermieden werden. Alternativ oder ergänzend kann bei aufgetretener oder sich anbahnender Störung ein weiterer Betrieb unterbrochen und dadurch ein möglicherweise minderwertiges Reinigungsergebnis vermieden werden.
Vorgesehen sein kann, beispielsweise bei einer autonomen Reinigungsvorrich- tung, dass die Behebungsmaßnahme die Außerbetriebsetzung der Reinigungsvorrichtung oder einer Funktionseinheit der Reinigungsvorrichtung und/oder eines Reinigungswerkzeugs umfasst, die bzw. das als Ursache der abnormen Schwingungsausbreitung identifiziert wurde.
"Funktionseinheit" kann vorliegend insbesondere "Reinigungswerkzeug" umfassen.
Günstig kann es sein, wenn das Reinigungssystem eine räumlich entfernt von der Datenverarbeitungseinrichtung angeordnete weitere Datenverarbeitungseinrichtung umfasst, an die eine Information über die Ursache der abnormen Schwingungsausbreitung und/oder, wenn diese nicht feststellbar ist, eine diesbezügliche Information übermittelbar ist. Die Datenverarbeitungseinrichtung kann beispielsweise im Besitz oder unter Verwaltung des Herstellers des Reinigungssystems sein. Die Ursache der abnormen Schwingungsausbreitung kann, verbunden zum Beispiel mit einem ebenfalls übertragbaren gespeicherten Geräusch und/oder einer Aufzeichnung der Körperschwingung, für Schulungszwecke eingesetzt werden. Beispielsweise kann Servicepersonal über das Auftreten möglicher Ursachen geschult werden. Ist die Ursache nicht feststellbar, kann beispielsweise beim Hersteller des Reinigungssystems eine weitergehende Analyse vorgenommen werden, wobei bevorzugt ein gespeichertes Geräusch und/oder eine Aufzeichnung der Körperschwingung an die Datenverarbeitungseinrichtung mit übermittelt werden kann.
Die Datenverarbeitungseinrichtung ist beispielsweise durch einen Server und/oder einen Cloud-Dienst ausgebildet.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Reinigungsvorrichtung die Sensoreinrichtung und/oder die Datenverarbeitungseinrichtung umfasst, vorzugsweise eine Hinweiseinheit zum Ausgeben eines Hinweises betreffend die Ursache der abnormen Schwingungsausbreitung. Bei einer derartigen Ausführungsform der Erfindung ist die Reinigungsvorrichtung
beispielsweise autonom, sie kann jedoch ergänzend oder alternativ benutzergeführt ausgebildet sein. Eine integrierte Sensoreinrichtung und/oder Datenverarbeitungseinrichtung kann zum Einsatz kommen, so dass keine gesonderte Einrichtung erforderlich ist.
Die Reinigungsvorrichtung umfasst vorzugsweise eine Steuereinheit zum Steuern und/oder Regeln des Betriebs der Reinigungsvorrichtung, wobei die Steuereinheit die Datenverarbeitungseinrichtung umfasst oder ausbildet. Eine gesonderte Datenverarbeitungseinrichtung kann in diesem Fall eingespart werden.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfasst das Reinigungssystem eine insbesondere tragbare Erfassungsvorrichtung, die die Sensoreinrichtung, die Datenverarbeitungseinrichtung und vorzugsweise eine Hinweiseinheit zum Ausgeben eines Hinweises betreffend die Ursache der abnormen Schwingungsausbreitung umfasst. Die Erfassungsvorrichtung, die ein tragbares Zusatzgerät umfasst oder bilden kann, kann beispielsweise gesondert von der Reinigungsvorrichtung gebildet sein. Alternativ kann die Erfassungsvorrichtung einen von der Reinigungsvorrichtung im Übrigen lösbaren Bestandteil der Reinigungsvorrichtung bilden.
Die Erfassungsvorrichtung ist beispielsweise ein Smartphone, ein Tablet-Computer, ein Laptop-Computer oder eine Smartwatch.
Die Erfassungsvorrichtung ist vorzugsweise lösbar mit der Reinigungsvorrichtung verbunden oder verbindbar, speziell im Fall einer benutzergeführten Reinigungsvorrichtung.
Günstig kann es sein, wenn die Reinigungsvorrichtung eine Aufnahme für die Erfassungsvorrichtung aufweist, an der die Erfassungsvorrichtung insbesondere in definierter Position anordenbar ist. Beispielsweise ist ein Auflageelement der Aufnahme vorgesehen, auf das die Erfassungsvorrichtung aufgelegt werden kann. Über die definierte Position kann die Genauigkeit der Analyse
gesteigert werden, da reproduzierbare Voraussetzungen für das Erfassen der Schwingungsausbreitung vorliegen.
Vorgesehen sein kann, dass die Erfassungsvorrichtung an der Reinigungsvor- richtung an beliebiger Position anordenbar ist, wobei die Erfassung der Schwingungsausbreitung gewährleistet ist.
Günstig ist es, wenn an der Aufnahme mindestens ein mechanisches Fixierelement zum Fixieren der Erfassungseinrichtung in der Aufnahme angeordnet ist. Denkbar ist beispielsweise eine kraftschlüssige und/oder formschlüssige Fixierung.
An der Aufnahme kann mindestens ein elektrisches Anschlusselement zum elektrischen Anschließen der Erfassungseinrichtung an die Reinigungsvorrichtung angeordnet sein. Denkbar ist zum Beispiel ein feststehendes Anschlusselement oder eine kabelgebundene Verbindung.
Alternativ oder ergänzend kann vorgesehen sein, dass die Datenverarbeitungseinrichtung der Erfassungseinrichtung kabellos mit einer Steuereinheit der Reinigungsvorrichtung koppelbar ist. Beispielsweise ist eine induktive Kopplung vorgesehen.
Als günstig kann es sich erweisen, wenn die Aufnahme an einer Bedieneinheit der Reinigungsvorrichtung angeordnet ist, an der mindestens ein Bedienelement zum Bedienen der Reinigungsvorrichtung durch eine Bedienperson angeordnet ist. Dies erweist sich zum Beispiel bei einer benutzergeführten Reinigungsvorrichtung als vorteilhaft. Die Bedieneinheit ist beispielsweise bezogen auf eine Hauptbewegungsrichtung an der Rückseite der Reinigungsvorrichtung angeordnet.
Die Schwingungsausbreitung kann zum Erstellen der Eingangsinformation beispielsweise für eine vorgegebene Zeitdauer aufgenommen und/oder über-
wacht werden. Wie bereits erwähnt ist insbesondere denkbar, dass eine Speicherung erfolgt, insbesondere eines Geräusches und/oder eine Körperschwingung.
Vorgesehen sein kann, dass die Schwingungsausbreitung über die Sensoreinrichtung kontinuierlich oder im Wesentlichen kontinuierlich überwacht wird. "Im Wesentlichen kontinuierlich" ist beispielsweise dahingehend zu verstehen, dass im Rahmen einer zeitlichen Auflösung der Sensoreinrichtung eine dauerhafte Überwachung vorgenommen wird.
Als vorteilhaft kann es sich erweisen, wenn eine getaktete Überwachung durchgeführt wird, insbesondere eine getaktete Aufnahme eines Geräusches.
Vorgesehen sein kann, dass die Schwingungsausbreitung in aufeinanderfolgenden, insbesondere regelmäßigen Zeitabständen erfasst wird und vorzugsweise für eine vorgegebene Zeitdauer für die Analyse durch die Datenverarbeitungseinrichtung aufgenommen wird. Eine getaktete Erfassung und/oder Aufnahme kann beispielsweise bei benutzergeführter Erfassungseinrichtung vorteilhaft sein, um die Privatsphäre der Bedienperson zu respektieren. Bei einer tragbaren Erfassungseinrichtung, die über eine Batterie betrieben wird, kann durch die getaktete Überwachung und/oder Aufnahme die Batterie geschont werden.
Vorgesehen sein kann, dass der Betriebszustand der Reinigungsvorrichtung berücksichtigt wird. Zum Beispiel ist das Reinigungssystem durch eine Kommunikationsverbindung zwischen der Datenverarbeitungseinrichtung und einer Steuereinheit der Reinigungsvorrichtung gekennzeichnet, wobei eine Erfassung der Schwingungsausbreitung, das Bereitstellen der Eingangsinformation und/oder eine Analyse der Eingangsinformation nur erfolgt, wenn die Reinigungsvorrichtung, insbesondere mindestens eine Funktionseinheit und/oder ein Reinigungswerkzeug der Reinigungsvorrichtung, in Betrieb ist. Beispielsweise wird eine insbesondere getaktete Erfassung und/oder Aufnahme nur im Betrieb durchgeführt. Bei tragbarer Erfassungseinrichtung, die batteriebetrieben ist, kann auf diese Weise die Batterie geschont werden.
Auch bei fest in der Reinigungsvorrichtung verbauter Sensoreinrichtung und Datenverarbeitungseinrichtung kann vorgesehen sein, dass die Erfassung, das Bereitstellen und/oder die Analyse nur bei in Betrieb gesetzter Reinigungsvorrichtung durchgeführt wird.
Die Erfassungseinrichtung kann beispielsweise ein Modul der Reinigungsvorrichtung bilden, die in der Aufnahme lösbar angeordnet ist. Beispielsweise ist hierbei mindestens ein elektrisches Anschlusselement und/oder mechanisches Fixierelement vorgesehen. Eine derartige Konfiguration kann sich zum Beispiel für autonome Reinigungsvorrichtungen als vorteilhaft erweisen.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Datenverarbeitungseinrichtung räumlich getrennt von der Sensoreinrichtung angeordnet ist und mit dieser über eine kabellose Kommunikationsverbindung verbindbar ist, über die die abnorme Schwingungsausbreitung (beispielsweise ein gespeichertes Geräusch und/oder eine aufgezeichnete Körperschwingung) und/oder die Eingangsinformation an die Datenverarbeitungseinrichtung übertragbar ist. Dies erlaubt zum Beispiel eine Analyse räumlich entfernt von der Reinigungsvorrichtung. Denkbar ist hierbei zum Beispiel, dass die Datenverarbeitungseinrichtung über einen Server oder einen Cloud-Dienst gebildet ist, im Besitz oder unter Verwaltung des Herstellers des Reinigungssystems. Die Analyse zur Ermittlung der Ursache der abnormen Schwingungsausbreitung kann bei dieser Ausführungsform beispielsweise online erfolgen. Dies bietet sich beispielsweise an, wenn das Reinigungssystem eine Mehrzahl von Reinigungsvorrichtungen umfasst, die zu überwachen sind.
Es kann vorgesehen sein, dass das Reinigungssystem in der Reinigungsvorrichtung und/oder in der Erfassungseinrichtung eine Speichereinrichtung zum Speichern der erfassten abnormen Schwingungsausbreitung und/oder der Eingangsinformation umfasst. Hierauf wurde bereits eingegangen. Die Reinigungsvorrichtung und/oder die Erfassungseinrichtung kann vorzugsweise mit
einer räumlich entfernt angeordneten Datenverarbeitungseinrichtung (beispielsweise gebildet durch einen Server oder einen Cloud-Dienst) verbindbar sein, wobei die abnorme Schwingungsausbreitung und/oder die Eingangsinformation an die Datenverarbeitungseinrichtung übertragbar sind. Diese Ausführungsform bietet sich beispielsweise an, wenn Daten in der Reinigungsvorrichtung und/oder der Erfassungseinrichtung zwischenzuspeichern sind. Denkbar ist, dass eine lokale Analyse und/oder eine Analyse online an der räumlich entfernt angeordneten Datenverarbeitungseinrichtung durchgeführt werden kann. Eine dauerhafte Kommunikationsverbindung kann alternativ oder ergänzend vermieden werden, wobei die Datenübertragung lediglich bei aktiver Kommunikationsverbindung durchgeführt wird.
Die Analyse der Eingangsinformation vom Anwendungsprogramm ist beispielsweise gemäß zumindest einem der folgenden Verfahren durchführbar: Einsatz eines neuronalen Netzes, K-Nearest-Neighbor-Analyse, Decision Tree-Verfah- ren, Machine-Learning-Algorithmus, Deep-Learning-Technologie.
Vorgesehen sein kann, dass eine Aufnahme (beispielsweise einer Audiodatei) der Schwingung, etwa des Geräusches, an einen Benutzer übertragbar ist. Zum Beispiel kann der Benutzer eine diesbezügliche Aufnahme live und/oder zu einem späteren Zeitpunkt anhören, die Ursache der abnormen Schwingungsausbreitung ermitteln und bevorzugt Abhilfemaßnahmen ergreifen.
Günstigerweise ist das Reinigungssystem lernfähig. Dies kann insbesondere dadurch erfolgen, dass das Anwendungsprogramm aktualisiert wird.
Dementsprechend kann es günstig sein, wenn die Datenverarbeitungseinrichtung eine Kommunikationsschnittstelle umfasst zum Übertragen einer Aktualisierung des Anwendungsprogrammes. Eine Aktualisierung kann beispielsweise kabellos und/oder kabelgebunden durchgeführt werden. Eine Aktualisierung kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn herstellerseitig die Fähigkeit des Anwendungsprogrammes, abnorme Schwingungsausbreitungen festzustellen, verbessert ist. Dies kann sich zum Beispiel im Zuge einer fortgeschrittenen
Entwicklung ergeben, durch zusätzliches Einlernen des Anwendungsprogrammes und/oder basierend auf Erfahrungen im Einsatz bestehender Reinigungsvorrichtungen. Nicht erkannte abnorme Schwingungsausbreitungen, insbesondere Geräusche und/oder Körperschwingungen, können zum Beispiel von Servicepersonal identifiziert und die Aktualisierung des Anwendungsprogramms in dieser Hinsicht vorgenommen werden.
Vorgesehen sein kann, dass das Anwendungsprogramm an eine Reinigungsvorrichtung, die eine Sensoreinrichtung und vorzugsweise eine Datenverarbeitungseinrichtung umfasst, zur Ausbildung als erfindungsgemäße Reinigungsvorrichtung übertragbar ist. Auf diese Weise könnte eine vorhandene Reinigungsvorrichtung beispielsweise durch ein Software update technisch einfach aufgewertet werden. Die Analyse der Eingangsinformation könnte von der Datenverarbeitungseinrichtung und/oder einer räumlich entfernt angeordneten Datenverarbeitungsrichtung durchgeführt werden.
Das Reinigungssystem kann bei einer bevorzugten Ausführungsform zwei oder mehr Reinigungsvorrichtungen umfassen. Dementsprechend kann vorzugsweise eine "Flotte" von Reinigungsvorrichtungen vorgesehen sein. Die Reinigungsvorrichtungen können vom selben Typ sein, beispielsweise vom Typ Scheuersaugmaschine, Kehrmaschine oder Hochdruckreinigungsgerät.
Das Reinigungssystem kann beispielsweise zwei oder mehr Datenverarbeitungseinrichtungen umfassen, die den Reinigungsvorrichtungen zugeordnet sind, wobei das Anwendungsprogramm abhängig von einem Einsatzort der Reinigungsvorrichtungen bei Einsatzort gleicher Art übereinstimmt oder sich bei unterschiedlichem Einsatzort unterscheidet. In diese bevorzugte Ausführungsform fließt die Überlegung mit ein, dass die von der Reinigungsvorrichtung ausgehenden Schwingungsausbreitungen bei Einsatzorten gleicher Art ganz oder zumindest teilweise übereinstimmen. Ein "Einsatzort gleicher Art" umfasst im vorliegenden Fall beispielsweise den Einsatz in gleichartigen Umgebungen, beispielsweise in Supermärkten, wobei der Einsatzort nicht zwingend
derselbe zu sein braucht. Einsatzorte gleicher Art können zum Beispiel Bahnhöfe sein, Außenbereiche oder Bürogebäude. Aufgrund der an den Einsatzorten gleicher Art auftretenden vergleichbaren Reinigungsaufgaben ist es sinnvoll, wenn die Anwendungsprogramme identisch sind, wohingegen sich die Anwendungsprogramme bei unterschiedlichen Einsatzorten voneinander unterscheiden können.
Günstig kann es sein, wenn die Anwendungsprogramme im Fall eines Einsatzortes gleicher Art miteinander synchronisierbar sind. Hierbei besteht vorzugsweise die Möglichkeit einer Aktualisierung der Anwendungsprogramme, wie vorstehend erläutert. Dies erlaubt beispielsweise "maßgeschneiderte" Anwendungsprogramme für Reinigungsvorrichtungen an Einsatzorten gleicher Art. Beispielsweise werden Aufnahmen von Geräuschen dieser Reinigungsvorrichtungen gespeichert, analysiert und etwaige Erkenntnisse über Aktualisierungen an die Datenverarbeitungseinrichtungen ausgebracht.
Wie bereits erwähnt kann die Reinigungsvorrichtung selbstfahrend und selbstlenkend ausgestaltet sein.
Alternativ oder ergänzend kann die Reinigungsvorrichtung benutzergeführt ausgestaltet sein und eine Bedieneinheit zum Führen der Reinigungsvorrichtung durch einen Benutzer/eine Bedienperson umfassen.
Die benutzergeführte Reinigungsvorrichtung kann eine Nachlaufvorrichtung sein (walk-behind) oder Vorrichtung sein, auf der der Benutzer mitfährt (ride- on), zum Beispiel stehend (stand-on) oder sitzend (Aufsitzvorrichtung, sit-on).
Die Reinigungsvorrichtung kann beispielsweise eine Scheuersaugmaschine, eine Kehrmaschine, ein Hochdruckreinigungsgerät, ein Sauggerät für Reinigungszwecke, ein Wischgerät, ein Hartflächenreinigungsgerät oder eine Trockeneisreinigungsvorrichtung sein.
Die Reinigungsvorrichtung kann statisch und/oder beweglich ausgebildet sein.
Das mindestens eine Reinigungswerkzeug kann zum Beispiel (jeweils mindestens) eine Düse für Sprüh- und/oder Saugzwecke umfassen, eine Bürstenwalze, eine Padwalze, eine Scheibenbürste, eine Scheibe mit Pad, einen Besen oder ein Strahlrohr sein oder umfassen. Das mindestens eine Reinigungswerkzeug kann unbeweglich oder beweglich ausgebildet sein.
Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein Verfahren.
Ein erfindungsgemäßes, die eingangs genannte Aufgabe lösendes Verfahren zum Betreiben eines Reinigungssystems mit einer Reinigungsvorrichtung, die mindestens ein Reinigungswerkzeug umfasst, umfasst:
Erfassen, mit einer Sensoreinrichtung, einer Schwingungsausbreitung infolge des Betriebs der Reinigungsvorrichtung und Bereitstellen einer diesbezüglichen Eingangsinformation;
Analysieren der Eingangsinformation, mit einer Datenverarbeitungseinrichtung, auf der ein Anwendungsprogramm abläuft oder lauffähig ist;
Feststellen, ob die Schwingungsausbreitung eine abnorme Schwingungsausbreitung ist, die indikativ für einen von einem Normalbetriebszustand der Reinigungsvorrichtung abweichenden Ist-Betriebszustand ist;
Ermitteln einer Ursache der abnormen Schwingungsausbreitung und/oder Bereitstellen einer Behebungsmaßnahme im Hinblick auf eine Behebung der Ursache der abnormen Schwingungsausbreitung.
Die im Zusammenhang mit der Erläuterung des erfindungsgemäßen Reinigungssystems erwähnten Vorteile können durch Ausübung des Verfahrens erzielt werden. Vorteilhafte Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen Ver-
fahrens ergeben sich durch vorteilhafte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Reinigungssystems. Auf die voranstehenden Ausführungen wird verwiesen.
Bei dem Verfahren kann es vorgesehen sein, Betriebsparameter, die indikativ für einen vorgegebenen Normalbetriebszustand sind, vom Anwendungsprogramm der Analyse der Schwingungsausbreitung zugrunde gelegt werden. Dies wurde bereits oben erläutert. "Vorgegeben" kann insbesondere "vorgebbar" umfassen.
Die nachfolgende Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung dient im Zusammenhang mit der Zeichnung der näheren Erläuterung der Erfindung. Mit den erfindungsgemäßen Reinigungssystemen kann jeweils das erfindungsgemäße Verfahren in bevorzugter Ausführung durchgeführt werden.
Es zeigen:
Figur 1 : eine perspektivische schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Reinigungssystems, umfassend eine als Scheuersaugmaschine ausgestaltete Reinigungsvorrichtung;
Figur 2: eine perspektivische Darstellung mit Blick auf eine Bedieneinheit und daran angeordneter Erfassungseinrichtung in Gestalt eines Smartphones;
Figur 3: eine Darstellung eines Details von Figur 2 mit Draufsicht auf das
Smartphone, an dessen Anzeigeeinheit ein Hinweis dargestellt ist;
Figur 4: das Smartphone nach Antippen des Hinweises;
Figur 5: eine perspektivische schematische Darstellung einer weiteren
Ausführungsform des erfindungsgemäßen Reinigungssystems; und
Figur 6: eine perspektivische schematische Darstellung einer weiteren
Ausführungsform des erfindungsgemäßen Reinigungssystems.
Figur 1 zeigt in einer schematischen perspektivischen Darstellung eine insgesamt mit dem Bezugszeichen 10 belegte vorteilhafte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Reinigungssystems. Das Reinigungssystem 10 umfasst eine Reinigungsvorrichtung 12, die vorliegend als Scheuersaugmaschine 14 ausgestaltet und zum Reinigen einer Bodenfläche 16 vorgesehen ist.
Die Reinigungsvorrichtung 12 weist zum Reinigen der Bodenfläche 16 ein Reinigungswerkzeug 18 auf, im vorliegenden nicht-beschränkenden Beispiel in Gestalt einer Scheibenbürste 20. Ein weiteres Reinigungswerkzeug 18 ist in Gestalt einer Saugleiste 22 vorgesehen, die von einem Saugaggregat 24 mit Unterdrück beaufschlagt werden kann. Das Saugaggregat 24 ist eine Funktionseinheit 26 der Reinigungsvorrichtung 12. Als weitere Funktionseinheit 26 ist beispielsweise ein Fahrwerk 28 zum Verfahren auf der Bodenfläche 16 vorgesehen. Auch die Reinigungswerkzeuge 18 sind vorliegend Funktionseinheiten 26.
Die Reinigungsvorrichtung 12 umfasst einen Vorratsbehälter 30 für auf die Bodenfläche 16 aufbringbare Reinigungsflüssigkeit. Die Reinigungsflüssigkeit kann mit dem abgelösten Schmutz von der Saugleiste 22 aufgenommen und in einen Schmutzflüssigkeitsbehälter 32 überführt werden. Der Schmutzflüssigkeitsbehälter 32 umfasst einen Deckel 34, der geöffnet und geschlossen werden kann.
Die Reinigungsvorrichtung 12 ist vorliegend benutzergeführt. Ergänzend kann vorgesehen sein, dass die Reinigungsvorrichtung 12 selbstfahrend und selbstlenkend ausgestaltet ist, um eine autonome Reinigung der Bodenfläche 16 durchzuführen.
Zur Führung durch die Bedienperson umfasst die Reinigungsvorrichtung 12 bezogen auf eine Hauptbewegungsrichtung 36 an einer Rückseite 38 eine Be-
dieneinheit 40. Die Bedieneinheit 40 umfasst Bedienelemente 42, die im vorliegenden Fall beispielsweise Fahrhebel und einen Programmwahlschalter umfassen.
Das Reinigungssystem 10 umfasst mindestens eine Erfassungseinrichtung 44, die mit der Reinigungsvorrichtung 12 zum Einsatz kommt. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind als Erfassungseinrichtungen 44 ein Smartphone 46 und ein Tablet-Computer 48 vorgesehen, als tragbare Zusatzgeräte zum Erfassen und Analysieren von Schwingungsausbreitungen der Reinigungsvorrichtung 12 in deren Betrieb. Andere Beispiele für Erfassungseinrichtungen 44 sind Laptop-Computer oder Smartwatches.
Im vorliegenden Fall wird die Funktionsweise des Reinigungssystems 10 unter Bezugnahme auf das Smartphone 46 erläutert. Die diesbezüglichen Ausführungen gelten in identischer Weise für den Tablet-Computer sowie gegebenenfalls weitere Erfassungseinrichtungen.
Das Smartphone 46 umfasst eine Datenverarbeitungseinrichtung 50. In einer Speichereinrichtung 52 des Smartphones 46 ist ein Anwendungsprogramm gespeichert, das auf der Datenverarbeitungseinrichtung 50 ablaufen kann. Die Speichereinrichtung 52 kann in die Datenverarbeitungseinrichtung 50 integriert oder von dieser umfasst sein. Beim Smartphone 46 kann das Anwendungsprogramm insbesondere als sogenannte "App" ausgebildet sein.
Das Smartphone 46 umfasst ferner eine Sensoreinrichtung 54. Über die Sensoreinrichtung 54 kann eine bei dem Betrieb der Reinigungsvorrichtung 12 auftretende Schwingungsausbreitung erfasst werden. Die Schwingungsausbreitung kann insbesondere ein Geräusch sein oder umfassen. Alternativ oder ergänzend kann die Schwingungsausbreitung eine Körperschwingung einer Komponente der Reinigungsvorrichtung 12 sein, beispielsweise eines Gehäuses 56.
Zum Erfassen von Geräuschen umfasst die Sensoreinrichtung 54 mindestens ein Mikrofon 58 und zum Erfassen einer Körperschwingung mindestens einen Beschleunigungssensor 60.
Die Reinigungsvorrichtung 12 umfasst zum Aufnehmen des Smartphones 46 oder alternativ des Tablet-Computers 48 eine Aufnahme 62. Vorliegend ist die Aufnahme 62 an der Bedieneinheit 40 angeordnet (Figuren 2 und 3). Die Aufnahme 62 umfasst im vorliegenden Fall ein mit einem Absatz 64 versehenes Auflageelement 66. Auf dem Auflageelement 66 kann das Smartphone 46 flächig aufliegen.
Zur mechanischen Fixierung umfasst die Aufnahme 62 ein in der Zeichnung nicht dargestelltes Fixierelement. Das Fixierelement ist beispielsweise ein Bügel, der über das Smartphone 46 hinweg geführt werden kann, um zusätzlich zur formschlüssigen Auflage eine kraftschlüssige Fixierung zu ermöglichen.
Das Smartphone 46 umfasst ein Kommunikationsglied 68, das im vorliegenden Beispiel kabellos mit einer Steuereinheit 70 der Reinigungsvorrichtung 12 kommunizieren kann. Dies bietet die Möglichkeit, über eine Anzeigeeinheit 72 des Smartphones 46 im Betrieb der Reinigungsvorrichtung 12 Zustandsinformationen darzustellen. Dies ist beispielhaft in der unter der Nummer WO 2020/016338 Al veröffentlichten internationalen Anmeldung derselben Anmelderin beschrieben. Der Inhalt dieser Anmeldung wird vollumfänglich in die vorliegende Offenbarung miteinbezogen.
Die Anzeigeeinheit 72 umfasst eine ansteuerbare Bildanzeige.
Über ein jeweiliges vorliegend beschriebenes Kommunikationsglied wird eine Kommunikationsschnittstelle bereitgestellt.
Ergänzend oder alternativ zur kabellosen Verbindung kann eine kabelgebundene Verbindung oder eine Verbindung über ein an der Aufnahme 62 angeordnetes elektrisches Anschlusselement vorgesehen sein.
Die Anzeigeeinheit 72 ist im vorliegenden Beispiel berührungssensitiv und als Touchscreen ausgestaltet. Dies bietet der Bedienperson die Möglichkeit, durch Antippen der Anzeigeeinheit 72 mit dem Smartphone 46 zu interagieren. Insbesondere ist eine Interaktion mit dem ausgeführten Anwendungsprogramm möglich.
Die Positionierung des Smartphones 46 in der Aufnahme 62 erlaubt es, eine definierte Position das Smartphones 46 im Betrieb der Reinigungsvorrichtung 12 sicherzustellen. Dies erweist sich als vorteilhaft, um gleichbleibende Bedingungen beim Einsatz des Smartphones 46 zum Erfassen der Schwingungsausbreitungen der Reinigungsvorrichtung 12 zu erzielen.
Die vorliegende Erfindung ist hierauf jedoch vorzugsweise nicht beschränkt. Vorgesehen sein kann, dass eine Bedienperson ungeachtet der Aufnahme 62 das Smartphone 46 mit sich führt, wobei die Vorteile der Erfindung ebenfalls erzielt werden können. Vorgesehen sein könnte, dass die Aufnahme 62 entfällt.
Wie bereits erwähnt tritt beim Betrieb der Reinigungsvorrichtung 12 eine Schwingungsausbreitung auf, in Form mindestens eines Geräusches und in Form einer Körperschwingung, beispielsweise des Gehäuses 56. Die Erfindung wird nachfolgend am Beispiel von Betriebsgeräuschen beschrieben, die über das Mikrofon 58 erfasst werden können. Die diesbezüglichen Erläuterungen gelten in entsprechender Weise für Körperschwingungen, die über den Beschleunigungssensor 60 erfasst werden können.
Zunächst wird davon ausgegangen, dass die Reinigungsvorrichtung 12 bestimmungsgemäß betrieben wird und einen Normalbetriebszustand einnimmt. Im Normalbetriebszustand emittiert die Reinigungsvorrichtung 12 ein Normalbetriebsgeräusch. Das Normalbetriebsgeräusch kann als Vermischung einzelner Geräusche angesehen werden, die beispielsweise von den Reinigungswerkzeugen 18 und den Funktionseinheiten 26 ausgehen.
Im Betrieb der Reinigungsvorrichtung 12 kann eine abnorme Schwingungsausbreitung auftreten, die indikativ für einen Ist-Betriebszustand der Reinigungsvorrichtung 12 ist, der vom Normalbetriebszustand abweicht. Die abnorme Schwingungsausbreitung im Fall von Geräuschen führt dazu, dass das Betriebsgeräusch, das von der Reinigungsvorrichtung 12 emittiert wird, sich von dem Normalbetriebsgeräusch im Normalbetriebszustand unterscheidet. Beispielsweise ist das Normalbetriebsgeräusch von einem zusätzlichen Geräusch überlagert, oder dieses zusätzliche Geräusch ist mit dem Normalbetriebsgeräusch vermischt.
Auch das Fehlen eines Anteils des Normalbetriebsgeräusches kann zu einer abnormen Schwingungsausbreitung führen.
Ursache für die abnorme Schwingungsausbreitung mit verändertem Betriebsgeräusch kann beispielsweise mindestens eines der Folgenden sein: eine Störung oder eine sich anbahnende Störung der Reinigungsvorrichtung 12, insbesondere mindestens einer Funktionseinheit 26; eine übermäßige Abnutzung oder fortschreitende Abnutzung einer Funktionseinheit 26 der Reinigungsvorrichtung 12 und/oder mindestens eines Reinigungswerkzeugs 18; eine fehlerhafte Bedienung durch eine Bedienperson; ein Mangel oder eine Übermenge einer verbrauchbaren Komponente zum Betrieb der Reinigungsvorrichtung 12.
Um die Ursache für die abnorme Schwingungsausbreitung festzustellen, wird im Betrieb der Reinigungsvorrichtung 12 das Betriebsgeräusch erfasst. Vorgesehen sein kann hierbei, dass eine Erfassung nur dann durchgeführt wird, wenn die Reinigungsvorrichtung 12 in Betrieb ist, beispielsweise mindestens ein Reinigungsvorrichtung 18 und/oder mindestens eine Funktionseinheit 26. Denkbar ist auch, dass lediglich ein Hauptschalter der Reinigungsvorrichtung
12 eingeschaltet und beispielsweise die Steuereinheit 70 bestromt zu sein braucht.
Das Anwendungsprogramm auf dem Smartphone 46 kann beispielsweise von der Bedienperson gestartet werden. Alternativ oder ergänzend ist denkbar, dass das Anwendungsprogramm bei aktivierter Reinigungsvorrichtung 12 wie vorstehend beschrieben automatisch startet. Hierbei besteht insbesondere die Möglichkeit, dass das Anwendungsprogramm für die Bedienperson nicht erkennbar zunächst im Hintergrund von der Datenverarbeitungseinrichtung 50 ausgeführt wird.
Über die Sensoreinrichtung 54, insbesondere das Mikrofon 58, wird das Betriebsgeräusch erfasst und der Datenverarbeitungseinrichtung 50 eine diesbezügliche Eingangsinformation bereitgestellt. Die Datenverarbeitungseinrichtung 50 führt das Anwendungsprogramm aus, von dem die Eingangsinformation analysiert wird. Beispielsweise wird hierbei ein neuronales Netz eingesetzt.
Wird bei der Analyse der Eingangsinformation festgestellt, dass die erfasste Schwingungsausbreitung abnorm ist, wertet die Datenverarbeitungseinrichtung 50 dies als einen vom Normalbetriebszustand abweichenden Ist-Betriebs- zustand.
Über das Anwendungsprogramm kann ferner die Ursache für die abnorme Schwingungsausbreitung ermittelt werden, insbesondere ein vom Normalbetriebsgeräusch abweichendes abnormes Betriebsgeräusch. Um die Ursache zu erheben, stellt die Datenverarbeitungseinrichtung 50 vorliegend eine Behebungsmaßnahme bereit.
Die Behebungsmaßnahme ist im vorliegenden Beispiel ein Hinweis 74. Der Hinweis 74 wird an einer Hinweiseinheit 71 bereitgestellt. Die Hinweiseinheit 71 umfasst vorliegend die Anzeigeeinheit 72, an der der Hinweis 74 angezeigt
wird. (Figur 3). Die Bedienperson wird darüber informiert, dass ein "Fehler" beim Betrieb der Reinigungsvorrichtung 12 aufgetreten ist.
Die Hinweiseinheit 71 kann alternativ oder ergänzend eine akustische Hinweiseinheit umfassen. Beispielsweise wird über den Lautsprecher des Smartphones 46 ein Warnton ausgegeben. Denkbar ist alternativ oder ergänzend ein haptischer Hinweis durch Vibration, zum Beispiel des Smartphones 46 und/oder der Bedieneinheit 40.
Der initiale Hinweis 74 umfasst zunächst die Information an die Bedienperson, die durch Antippen der Anzeigeeinheit 72 weitere Informationen erhält. Insbesondere wird die Bedienperson über die Ursache der abnormen Schwingungsausbreitung informiert, indem weitere Informationen über den Fehler an der Anzeigeeinheit 72 angezeigt werden.
Das vorliegende Beispiel sieht vor, dass der Deckel 34 des Schmutzflüssigkeitsbehälters 32 von der Bedienperson versehentlich nicht geschlossen wurde. In dem dadurch entstandenen veränderten Betriebsgeräusch hat die Datenverarbeitungseinrichtung 50 über das Anwendungsprogramm die Ursache ermittelt, und die Bedienperson wird hierüber an der Anzeigeeinheit 72 informiert (Figur 4).
Vorgesehen sein kann, dass der Hinweis 74 zusätzlich zur Nennung der Ursache eine Behebungsinformation 76 umfasst, wie die Ursache der abnormen Schwingungsausbreitung behoben werden kann. Die Behebungsinformation 76 umfasst beispielsweise eine Anleitung, welche Maßnahme(n) die Bedienperson zu unternehmen hat.
Abweichend von der Darstellung der Figuren 3 und 4 kann vorgesehen sein, dass der Hinweis 74 bereits initial sämtliche Informationen darstellt, nämlich das Auftreten des Fehlers, dessen Ursache sowie gegebenenfalls eine Behebungsinformation 76.
Bei benutzergeführter Reinigungsvorrichtung 12 kann vorgesehen sein, dass das Erfassen des Geräusches getaktet erfolgt. Beispielsweise wird in regelmäßigen Abständen, die zum Beispiel ungefähr 3 Sekunden betragen können, ein Geräusch über die Sensoreinrichtung 54 erfasst. Die Dauer der Erfassung kann vorgegebenen oder vorgebbar sein und kann zum Beispiel ungefähr 1 Sekunde betragen.
Die getaktete Erfassung dient zum Schutz der Privatsphäre der Bedienperson. Darüber hinaus werden die Anforderungen an die Leistungsaufnahme durch das Smartphone 46 verringert.
Vorgesehen sein kann, dass von der Datenverarbeitungseinrichtung 50 festgestellt wird, dass mehr als nur eine Ursache für eine abnorme Schwingungsausbreitung vorliegt. Ist dies der Fall, umfasst der Hinweis 74 vorzugsweise die jeweiligen Ursachen hierfür.
Wird eine abnorme Schwingungsausbreitung festgestellt, für die die Ursache jedoch nicht eindeutig ermittelt werden kann, kann die Bedienperson ebenfalls über einen entsprechenden Hinweis 74 informiert werden. Vorzugsweise wird die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer entsprechenden Ursache angegeben.
Geräusche, die auf einer abnormen Schwingungsausbreitung beruhen, können in der Speichereinrichtung 52 gespeichert werden. Dies dient zum Beispiel für Nachweiszwecke und/oder für Schulungszwecke von Servicepersonal. Denkbar ist alternativ oder ergänzend, dass die gespeicherten Informationen zum Anlernen des Anwendungsprogramms eingesetzt werden, das auf weiteren Erfassungseinrichtungen 44 ausgeführt wird.
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass das Anwendungsprogramm aktualisiert werden kann. Beispielsweise werden Informationen über das Kommunikationsglied 68, das eine Kommunikationsschnittstelle bildet, an das Smartphone 46 übertragen.
Nachfolgend wird auf eine in Figur 5 dargestellte und mit dem Bezugszeichen 80 belegte vorteilhafte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Reinigungssystems eingegangen. Für gleiche oder gleichwirkende Merkmale und Komponenten der Reinigungssysteme 10 und 80 werden identische Bezugszeichen benutzt. Die mit dem Reinigungssystem 10 erzielbaren Vorteile können beim Reinigungssystem 80 ebenfalls erzielt werden. Es werden lediglich die wichtigsten Unterschiede beschrieben.
Das Reinigungssystem 80 umfasst eine räumlich entfernt zur Reinigungsvorrichtung 12 angeordnete Datenverarbeitungseinrichtung 82, die beispielsweise über einen Cloud-Dienst 84 gebildet ist.
Beim Reinigungssystem 80 erfolgt die Erfassung von Geräuschen und Körperschwingungen ebenfalls über das Smartphone 46. Über das Kommunikationsglied 68 wird die Eingangsinformation an die Datenverarbeitungseinrichtung 82 übertragen, auf der das Anwendungsprogramm abläuft. Die Analyse der Eingangsinformationen erfolgt daher räumlich entfernt von der Reinigungsvorrichtung 12.
Vorgesehen sein kann, dass die Übertragung von Daten vom Smartphone 46 an die Datenverarbeitungseinrichtung 82 erst nach Aufbau einer Kommunikationsverbindung erfolgt, beispielsweise wenn keine dauerhafte Kommunikationsverbindung besteht. Die Eingangsinformationen können beispielsweise in der Speichereinrichtung 52 zwischengespeichert werden. Die Eingangsinformationen können durch das erfasste Betriebsgeräusch ausgebildet sein. Insbesondere kann das Geräusch zum Beispiel als Audiodatei gespeichert werden. Dies gilt auch für sämtliche weiteren hier beschriebenen vorteilhaften Ausführungsformen der Erfindung.
Bei dauerhafter Kommunikationsverbindung kann vorgesehen sein, dass die Eingangsinformation vom Smartphone 46 unmittelbar an die Datenverarbeitungseinrichtung 82 übertragen wird.
Die Behebungsmaßnahme, insbesondere der Hinweis 74, kann beispielsweise an einer mit der Datenverarbeitungseinrichtung 82 gekoppelten optischen und/oder akustischen Hinweiseinheit 86 bereitgestellt werden, auf die eine Bedienperson Zugriff hat. Alternativ oder ergänzend kann an das Smartphone 46 eine Behebungsmaßnahme und insbesondere der Hinweis 74 zur Ausgabe an die Hinweiseinheit 71 übertragen werden.
Vorgesehen sein kann, dass als Hinweiseinheit eine räumlich entfernt zur Reinigungsvorrichtung 12 und zum Smartphone 46 angeordnete Hinweis- und insbesondere Anzeigeeinheit zum Einsatz kommt, um einen Benutzer zu informieren. An diese Hinweiseinheit kann eine Information von der Datenverarbeitungseinrichtung 50 übertragen werden, beispielsweise als Textnachricht (SMS o.ä.). Entsprechendes kann bei den nachfolgend noch erläuterten bevorzugten Ausführungsformen mit den Bezugszeichen 80 und 90 der erfindungsgemäßen Reinigungssysteme vorgesehen sein.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht in Ergänzung oder Abwandlung zum Reinigungssystem 10 vor, dass ergänzend eine räumlich entfernt angeordnete Datenverarbeitungseinrichtung 82 Bestandteil des Reinigungssystems ist. Diese Datenverarbeitungseinrichtung 82, beispielsweise der Cloud-Dienst 84, ist in Figur 1 gestrichelt gezeigt.
Ergänzend zur Analyse auf dem Smartphone 46 kann eine Analyse von der Datenverarbeitungseinrichtung 82 vorgenommen werden. Denkbar ist auch die Übertragung gespeicherter Eingangsinformationen an die Datenverarbeitungseinrichtung 82, beispielsweise für Schulungszwecke für Servicepersonal und zum Anlernen weiterer Erfassungseinrichtungen 44 mit Benutzeranwendungsprogramm.
Alternativ können Aktualisierungen für das Anwendungsprogramm über die Datenverarbeitungseinrichtung 82 ausgebracht werden. Dies gilt vorzugsweise auch für das Reinigungssystem 80.
Eine in Figur 6 gezeigte vorteilhafte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Reinigungssystems ist mit dem Bezugszeichen 90 belegt. Im vorliegenden Fall umfasst das Reinigungssystem 90 eine Reinigungsvorrichtung 92, die ebenfalls als Scheuersaugmaschine 14 ausgestaltet ist.
Gleiche oder gleichwirkende Merkmale und Bauteile der Reinigungssysteme 10 und 90 tragen dieselben Bezugszeichen. Die mit dem Reinigungssystem 10 erzielbaren Vorteile können beim Reinigungssystem 90 ebenfalls erzielt werden. Es wird lediglich auf die wesentlichen Unterschiede eingegangen.
Die Reinigungsvorrichtung 92 ist selbstfahrend und selbstlenkend ausgebildet und ermöglicht dadurch die autonome Reinigung der Bodenfläche 16. Die Steuerung des Betriebs erfolgt durch die Steuereinheit 70.
Ergänzend kann die Reinigungsvorrichtung 92 benutzergeführt sein. Zu diesem Zweck kann die Bedieneinheit 40 vorgesehen sein, an der zum Beispiel die Hinweiseinheit 71 angeordnet sein kann, insbesondere die Anzeigeeinheit 72.
Als Hauptreinigungswerkzeug 18 ist bei der Reinigungsvorrichtung 92 beispielhaft und nicht-limitierend ein Bodenreinigungskopf 93 mit Walzenbürsten vorgesehen.
Das Reinigungssystem 90 umfasst ebenfalls eine Erfassungseinrichtung 44. Vorliegend ist die Erfassungseinrichtung 44 in der Reinigungsvorrichtung 92 angeordnet. Denkbar ist ein fester Einbau oder eine lösbare Verbindung.
Die Erfassungseinrichtung 44 umfasst die Datenverarbeitungseinrichtung 50, die Speichereinrichtung 52, die Sensoreinrichtung 54 und bevorzugt das Kommunikationsglied 68. Die Datenverarbeitungseinrichtung 50 kann mit der Hinweiseinheit 71 in Wirkverbindung stehen.
Im vorliegenden Beispiel ist die Erfassungseinrichtung 44 als Modul 94 ausgestaltet, das in einer entsprechenden Aufnahme 96 der Reinigungsvorrichtung 92 aufgenommen werden kann. Die Aufnahme 96 erlaubt insbesondere eine mechanische und/oder elektrische Verbindung des Moduls 94 über korrespondierende mechanische und/oder elektrische Anschlusselemente.
Die Analyse der Schwingungsausbreitung (Geräusch und/oder Körperschall) erfolgt in der Reinigungsvorrichtung 92. Wird eine abnorme Schwingungsausbreitung festgestellt, kann die Behebungsmaßnahme beispielsweise die Außerbetriebsetzung der Reinigungsvorrichtung 92 umfassen. Alternativ oder ergänzend können zum Beispiel lediglich das Reinigungswerkzeug 18 und/oder lediglich die Funktionseinheit 26 außer Betrieb gesetzt werden.
Das Kommunikationsglied 68 ist vorzugsweise vorgesehen, um Informationen an eine optionale räumlich entfernt angeordnete Datenverarbeitungseinrichtung 82 zu übermitteln, beispielsweise ausgebildet als Cloud-Dienst 84. Wie vorstehend erläutert können Eingangsinformationen und/oder gespeicherte Informationen an die Datenverarbeitungseinrichtung 82 zur weiteren Nutzung übertragen werden.
Günstigerweise erfolgt die Analyse der Schwingungsausbreitung durch die Erfassungseinrichtung 44, um etwaige Fehler der autonomen Reinigungsvorrichtung 92 unabhängig vom Bestehen einer Kommunikationsverbindung zur Datenverarbeitungseinrichtung 82 festzustellen.
Ist die Reinigungsvorrichtung 92 benutzergeführt, können Hinweise an der Hinweiseinheit 71 bereitgestellt werden.
Bezugszeichenliste
10 Reinigungssystem
12 Reinigungsvorrichtung
14 Scheuersaugmaschine
16 Bodenfläche
18 Reinigungswerkzeug
20 Scheibenbürste
22 Saugleiste
24 Saugaggregat
26 Funktionseinheit
28 Fahrwerk
30 Vorratsbehälter
32 Schmutzflüssigkeitsbehälter
34 Deckel
36 Hauptbewegungsrichtung
38 Rückseite
40 Bedieneinheit
42 Bedienelement
44 Erfassungseinrichtung
46 Smartphone
48 Tablet-Computer
50 Datenverarbeitungseinrichtung
52 Speichereinrichtung
54 Sensoreinrichtung
56 Gehäuse
58 Mikrofon
60 Beschleunigungssensor
62 Aufnahme
64 Absatz
66 Auflageelement
68 Kommunikationsglied
70 Steuereinheit
Hinweiseinheit
Anzeigeeinheit Hinweis
Behebungsinformation
Reinigungssystem
Reinigungsvorrichtung Cloud-Dienst Hinweiseinheit Reinigungssystem
Reinigungsvorrichtung
Reinigungskopf Modul
Aufnahme