Batteriezellgehäuse aus Aluminiumlegierungsband mit hohem Recycling- Anteil
Die Erfindung betrifft ein Batteriezellgehäuse aufweisend ein Aluminiumlegierungsband oder -blech sowie eine Verwendung eines Aluminiumlegierungsbands oder -blechs zur Herstellung eines Batteriezellgehäuses.
Batteriezellen werden in einer Vielzahl von technischen Anwendungen eingesetzt, um einen elektrischen Verbraucher mit elektrischer Energie zu versorgen. Anwendungsfelder für Batteriezellen sind beispielsweise in der Elektromobilität, insbesondere bei Elektroautos, Elektrofahrrädern und Elektrorollern, in der Verbraucherelektronik, insbesondere bei Laptop-Computern, Tablet-Computern, Mobiltelefonen, Digitalkameras und Videokameras, oder in der Energietechnik, insbesondere bei Batteriespeichern, um nur einige wenige zu nennen. Oft werden mehrere Batteriezellen seriell oder parallel zu einem Batteriemodul beziehungsweise zu einem Batteriesystem zusammengeschaltet. Es existieren jedoch auch Anwendungen, bei denen einzelne Batteriezellen als Energiequelle dienen.
Batteriezellen lassen sich grundsätzlich unterscheiden in Primärzellen, welche nur einmal entladen und nicht wieder aufgeladen werden können, sowie Sekundärzellen, welche wiederaufladbar sind. Sowohl bei Primärzellen als auch bei Sekundärzellen können die notwendigen elektrochemischen Prozesse, welche die Funktionsweise der Batteriezelle bereitstellen, mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Materialien realisiert werden. Beispiele für Primärzellen sind in diesem Zusammenhang Alkali- Mangan-Zellen, Zink-Kohle-Zellen, Nickel-Oxyhydroxid-Zellen oder Lithium- Eisensulfid-Zellen, um nur einige wenige zu nennen. Beispiele für Sekundärzellen sind Lithium-lonen-Zellen, Natrium-lonen-Zellen, Nickel-Cadmium-Zellen, Nickel- Metallhydrid-Zellen oder Nickel-Zink-Zellen, um nur einige wenige zu nennen.
Insbesondere in den Bereichen Elektromobilität und Verbraucherelektronik kommen Lithium-Ionen-Sekundärzellen unter anderem aufgrund ihrer vergleichsweise hohen gravimetrischen und volumetrischen Energiedichte seit einigen Jahren in zunehmendem Maße zum Einsatz. Wie auch andere Typen von Batteriezellen weisen Lithium-Ionen-Sekundärzellen ein Batteriezellgehäuse auf. Dieses bildet die äußere Form der Batteriezelle und umschließt einen Hohlraum, in dem sich unter anderem das Anodenmaterial, das Kathodenmaterial und ein Elektrolyt befinden. Dabei lassen sich verschiedene Bauformen eines Batteriezellgehäuses unterscheiden: Batteriezellgehäuse zylindrischer Bauform weisen im Wesentlichen die Form eines Zylinders auf. Ist die Höhe des Zylinders größer als der Durchmesser, spricht man von Rundzellen, andernfalls von Knopfzellen. Batteriezellgehäuse prismatischer Bauform weisen im Wesentlichen die Form eines Prismas, insbesondere eines Quaders, auf. Als weitere Variante ist die Pouch-Bauform zu nennen, bei der das Batteriezellgehäuse im Wesentlichen die Form einer Tasche beziehungsweise eines Beutels aufweist.
Aufgrund hoher Anforderungen an die Festigkeit beziehungsweise mechanische Stabilität sowie gleichzeitig hoher Anforderungen an die elektrochemische Beständigkeit gegenüber dem korrosiv auf das Batteriezellgehäuse wirkenden Elektrolyten wurden insbesondere zylindrische Batteriezellgehäuse bisher in der Regel aus nickelplattiertem Stahl hergestellt. Wachsende Zellformate, beispielsweise die zunehmende Substitution von Rundzellen des Typs 18650 durch Rundzellen des Typs 21700 und die zukünftig zu erwartende Substitution von Rundzellen des Typs 21700 durch Rundzellen des Typs 46800 im Bereich der Elektromobilität, stellen jedoch höhere Anforderungen an die elektrische und thermische Leitfähigkeit, nachdem größere Wärmemengen generiert werden, welche abgeführt werden müssen. Potenzielle Aluminiumwerkstoffe müssen darüber hinaus die hohen Anforderungen an die Festigkeit des Gehäusewerkstoffs erfüllen.
Ansätze zur Verwendung von Aluminiumlegierungen für zylindrische
Batteriezellgehäuse sind bereits bekannt, beschränken sich allerdings auf die
Aluminiumlegierung AA3003. Als Beispiel hierfür lässt sich das US-amerikanische
Patent US 6,258,480 B1 anführen. Für prismatische Batteriezellgehäuse ist die Aluminiumlegierung AA3003 hingegen Standard, wobei sich die Anwendung im Bereich prismatischer Zellgehäuse jedoch ebenso auf diese Legierung beschränkt.
Aus der US-Patentanmeldung US 2006/093908 A1 ist ein Batteriegehäuse mit hoher Festigkeit bekannt, welches aus einem Verbundwerkstoff mit einer äußeren Kunststoffschicht sowie einer Aluminiumfolie aus einer Aluminiumlegierung vom Typ AA8079, 1N30, AA8021, AA3003, AA3004, AA3104 oder AA3105 besteht.
Die identischen Aluminiumlegierungen sind aus der koreanischen Patentanmeldungen KR 2016005673 A bekannt, wobei die koreanische Patentanmeldung aber die Verwendung einer Aluminiumlegierung vom Typ AA3003 präferiert.
Die japanische Patentanmeldung JP 2015 125886 A stellt die Festigkeit und die Schweißbarkeit der Batteriegehäuse in den Vordergrund und schlägt die Verwendung von Aluminiumlegierungen vom Typ AA3003, AA3203, AA3004, AA3104, AA3005 oder AA3105 vor.
Keines der vorgenannten Dokumente beschäftigt sich mit dem Problem der Recyclingfähigkeit unter Berücksichtigung der Anforderungen an die Festigkeit, Elektrolytbeständigkeit sowie elektrische und thermische Leitfähigkeit des Batteriezellgehäuses.
Die in den letzten Jahren stark gestiegenen Nachhaltigkeitsanforderungen verlangen allerdings eine Fertigung von Batteriezellgehäusen mit einem möglichst geringen CO2- Fußabdruck. Am effektivsten ist dabei eine Reduktion des Einsatzes von energieintensivem Primäraluminium durch die vermehrte Verwendung von Recycling-Material, auch Sekundäraluminium genannt. Letzteres wird durch das Einschmelzen von Aluminiumschrotten gewonnen. Bei Aluminiumschrotten werden Pre-Consumer-Schrotte und Post-Consumer-Schrotte unterschieden. Bei Pre-
Consumer-Schrotten handelt es sich um Abfälle, die bei der Herstellung von Halbzeugen oder Endprodukten aus Aluminium oder Aluminiumlegierungen in einer Vielzahl von möglichen Prozessen anfallen. Die Pre-Consumer-Schrotte lassen sich weiter unterteilen in interne Prozessschrotte auf der einen Seite, die innerhalb des Herstellungsprozesses der Aluminiumbänder bzw. -bleche unvermeidbar anfallen, wie beispielsweise Angüsse, Verschnitte, Späne, Produktionsreste oder Produktionsausschüsse, und externe Prozessschrotte auf der anderen Seite, die in der weiteren Verarbeitung zum Endprodukt unvermeidbar anfallen, wie beispielsweise Stanzgitter, Späne oder Fertigungsausschüsse. Bei Post-Consumer-Schrotten handelt es sich um Endprodukte, deren Lebenszyklus vollständig durchlaufen wurde, und die nach erfolgter Nutzung als Abfall anfallen. Dabei ist es unerheblich, ob die Nutzung durch einen Endverbraucher erfolgte oder nicht, was bedeutet, dass die Nutzung beispielsweise auch in einem Industrie- oder Gewerbebetrieb stattgefunden haben kann. Beispiele für Post-Consumer-Schrotte sind Lebensmittelverpackungen, insbesondere Getränkedosen, Fensterrahmen, lithografische Druckplattenträger, Kabeladern sowie Automobilkomponenten.
Die Legierungszusammensetzung der bislang für Batteriezellgehäuse verwendeten Aluminiumlegierung AA3003 ist gemäß der internationalen Spezifikation vergleichsweise einschränkend, beispielsweise in Bezug auf die Standard- Legierungselemente Kupfer, Magnesium, Chrom, Zink und Titan. Die Verwendung dieser Legierung erfordert daher den Einsatz von hohen Anteilen an Primäraluminium und steht damit der Realisierung hoher Recycling-Anteile entgegen. Die aus der Aluminiumlegierung AA3003 hergestellten Batteriezellgehäuse des Stands der Technik sind deshalb in Bezug auf deren Nachhaltigkeit zu verbessern.
Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Batteriezellgehäuse aufweisend ein Aluminiumlegierungsband oder -blech anzugeben, welches die Realisierung hoher Recycling-Raten ermöglicht und gleichzeitig den Anforderungen an ein Batteriezellgehäuse, insbesondere in Bezug auf Festigkeit, Elektrolytbeständigkeit sowie elektrische und thermische Leitfähigkeit, genügt.
Daneben hat sich der vorliegenden Erfindung die Aufgabe gestellt, eine entsprechende Verwendung eines Aluminiumlegierungsbands oder -blechs zur Herstellung eines Batteriezellgehäuses anzugeben.
Gemäß einer ersten Lehre der vorliegenden Erfindung wird die oben genannte Aufgabe für ein Batteriezellgehäuse aufweisend ein Aluminiumlegierungsband oder -blech dadurch gelöst, dass das Aluminiumlegierungsband oder -blech eine Aluminiumlegierung mit den folgenden Legierungsbestandteilen in Gew.-% aufweist: 0,1 % ≤ Si ≤ 0,5 %, 0,25 % ≤ Fe ≤ 0,8 %, Cu ≤ 0,6 %, 0,6 % ≤ Mn ≤ 1,4 %, 0,5 % ≤ Mg ≤ 1,5 %, Cr ≤ 0,25 %, Zn ≤ 0,4 %, Ti ≤ 0,2 %,
Rest Al und unvermeidbare Verunreinigungen, einzeln maximal 0,05 %, in Summe maximal 0,15 %.
Überraschenderweise hat sich in Versuchen der Erfinder herausgestellt, dass ein erfindungsgemäßes Batteriezellgehäuse aufweisend ein Aluminiumlegierungsband oder -blech die entsprechenden Anforderungen, insbesondere in Bezug auf Festigkeit, Elektrolytbeständigkeit sowie elektrische und thermische Leitfähigkeit, erfüllt. Vor allem wurde überraschenderweise festgestellt, dass sich die Elektrolytbeständigkeit und die Schweißbarkeit gegenüber der bereits bekannten Legierung AA3003 nicht, beziehungsweise nicht nennenswert, verschlechtern. Gleichzeitig eignet sich das erfindungsgemäße Batteriezellgehäuse aufgrund des angegebenen Kupfer- und Magnesium-Gehalts der Aluminiumlegierung gut zur Realisierung hoher Recycling- Anteile. Dies gilt insbesondere für die Nutzung von UBC-Schrotten (UBC: used beverage can), d.h. von Getränkedosen aus Aluminiumlegierungen, welche signifikante Gehalte an Magnesium und Kupfer aufweisen und für die Herstellung der
Aluminiumlegierung des Aluminiumbands oder -blechs des Batteriezellgehäuses geeignet sind. Sämtliche der soeben genannten Vorteile werden durch die Legierungszusammensetzung des Aluminiumlegierungsbands oder -blechs des Batteriezellgehäuses erreicht. Nachdem die Aluminiumlegierung darüber hinaus nur Standard-Legierungselemente enthält, ist diese selbst ebenfalls gut recycelbar, sodass das erfindungsgemäße Batteriezellgehäuse ohne Probleme bestehenden Schrottkreisläufen zugeführt werden kann.
Der Silizium-Gehalt der Aluminiumlegierung liegt erfindungsgemäß im Bereich 0,1 Gew.-% ≤ Si ≤ 0,5 Gew.-%. In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses liegt der Silizium-Gehalt der Aluminiumlegierung im Bereich 0,2 Gew.-% ≤ Si ≤ 0,4 Gew.-%, vorzugsweise 0,2 Gew.-% ≤ Si ≤ 0,35 Gew.-%. Der Silizium-Gehalt von 0,1 Gew.-% ≤ Si ≤ 0,5 Gew.-% führt in Kombination mit den erfindungsgemäßen Eisen- und Mangan-Gehalten in den angegebenen Mengen insbesondere zu relativ gleichförmig verteilten, kompakten Partikeln der quaternären α-Al(Fe,Mn)Si-Phase. Diese ausgeschiedenen Partikel steigern sowohl die Festigkeit der Aluminiumlegierung als auch deren elektrische und thermische Leitfähigkeit, da sie dem Mischkristall Eisen und Mangan entziehen, ohne jedoch andere Eigenschaften wie das Korrosionsverhalten, d.h. die Elektrolytbeständigkeit, oder die Umformbarkeit negativ zu beeinflussen. Silizium-Gehalte von weniger als 0,1 Gew.-% führen zu einer reduzierten Ausscheidung von α-Al(Fe,Mn)Si-Phasen, was zur Beeinträchtigung der elektrischen und thermischen Leitfähigkeit durch gelöstes Mangan führen kann. Darüber hinaus wirkt sich das Fehlen von α-Al(Fe,Mn)Si-Phasen negativ auf den Werkzeugverschleiß aus. Silizium-Gehalte von mehr als 0,5 Gew.-% können in Verbindung mit Magnesium zur Bildung von Mg2Si-Phasen führen, was die Mischkristallverfestigung des Magnesiums negativ beeinflusst. Der Korridor des Silizium-Gehalts der genannten Ausführungsform von 0,2 Gew.-% ≤ Si ≤ 0,4 Gew.-%, vorzugsweise 0,2 Gew.-% ≤ Si ≤ 0,35 Gew.-%, stellt einen idealen Kompromiss zwischen hoher Festigkeit sowie hoher elektrischer und thermischer Leitfähigkeit dar.
Der Eisen-Gehalt der Aluminiumlegierung liegt erfindungsgemäß im Bereich 0,25
Gew.-% ≤ Fe ≤ 0,8 Gew.-%. In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses liegt der Eisen-Gehalt der Aluminiumlegierung im Bereich 0,3 Gew.-% ≤ Fe ≤ 0,7 Gew.-%, vorzugsweise 0,4 Gew.-% ≤ Fe ≤ 0,7 Gew.-%. Der Eisen- Gehalt von 0,25 Gew.-% ≤ Fe ≤ 0,8 Gew.-% führt in Kombination mit dem erfindungsgemäßen Mangan-Gehalt in der angegebenen Menge zur Ausbildung von Al6(Mn,Fe)-Phasen sowie, wie bereits oben ausgeführt, in Kombination mit den erfindungsgemäßen Silizium- und Mangan-Gehalten in den angegebenen Mengen zur Ausscheidung der Partikel der quaternären α-Al(Fe,Mn)Si-Phase. Dabei trägt Eisen zur Absenkung der Löslichkeit von Mangan in Aluminium bei, wodurch mehr Mangan in intermetallischen Phasen gebunden wird, was sich positiv auf die elektrische und thermische Leitfähigkeit auswirkt. Daneben beeinflussen die intermetallischen Phasen Erholungs- und Rekristallisationsvorgänge und verbessern die thermische Stabilität der mechanischen Eigenschaften. Eisen-Gehalte von mehr als 0,8 Gew.-% begünstigen die Bildung grober intermetallischer Phasen, die die Umformbarkeit im Tiefziehprozess beeinträchtigen können. Zu niedrige Eisen-Gehalte von weniger als 0,25 Gew.-% schränken hingegen die Toleranz der Aluminiumlegierung für eisenhaltige Schrotte zu stark ein, da übliche Schrottgüten im Allgemeinen einen signifikanten Eisen-Anteil aufweisen. Daher kann eine zu starke Limitierung des Eisengehalts die Realisierung hoher Recycling-Anteile behindern. Der Korridor des Eisen-Gehalts der genannten Ausführungsform von 0,3 Gew.-% ≤ Fe ≤ 0,7 Gew.-%, vorzugsweise 0,4 Gew.-% ≤ Fe ≤ 0,7 Gew.-%, stellt demnach eine ideale Kombination aus Recyclingfähigkeit, Verwendung hohe Recyclingmaterialanteile, thermischer Stabilität, elektrischer sowie thermischer Leitfähigkeit und Umformbarkeit dar.
Der Kupfer-Gehalt der Aluminiumlegierung liegt erfindungsgemäß im Bereich Cu ≤ 0,6 Gew.-%. In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses liegt der Kupfer-Gehalt der Aluminiumlegierung im Bereich Cu ≤ 0,3 Gew.-%, vorzugsweise 0,1 Gew.-% ≤ Cu ≤ 0,2 Gew.-%. Dadurch, dass ein Kupfer-Gehalt von bis zu 0,6 Gew.-% zugelassen wird, wird eine erhöhte Toleranz der Aluminiumlegierung für kupferhaltige Aluminiumlegierungsschrotte erreicht, was die Realisierung hoher Recyclingmaterialanteile bei der Herstellung des Batteriegehäuses begünstigt.
Nachdem zu hohe Kupfer-Gehalte sich jedoch negativ auf die Korrosionseigenschaften auswirken können, wird der Kupfer-Gehalt zur Erzielung einer ausreichend hohen Elektrolytbeständigkeit erfindungsgemäß auf höchstens 0,6 Gew.-% begrenzt. Für eine verbesserte Elektrolytbeständigkeit sowie eine ausreichend hohe elektrische und thermische Leitfähigkeit wird der Kupfer-Gehalt in der genannten Ausführungsform auf 0,3 Gew.-% begrenzt. Allerdings bewirkt das Vorhandensein von Kupfer gleichzeitig auch eine Festigkeitssteigerung der Aluminiumlegierung durch Mischkristallverfestigung, welche jedoch erst ab einem Gehalt von 0,1 Gew.-% deutlich zum Vorschein tritt. Ein bevorzugter Bereich von 0,1 Gew.-% ≤ Cu ≤ 0,2 Gew.- % stellt damit einen Kompromiss zwischen hoher Festigkeit, ausreichend hoher elektrischer und thermischer Leitfähigkeit und weiter verbesserter Elektrolytbeständigkeit bei gleichzeitig ausreichender Recycling-Toleranz dar.
Der Mangan-Gehalt der Aluminiumlegierung liegt erfindungsgemäß im Bereich 0,6 Gew.-% ≤ Mn ≤ 1,4 Gew.-%. In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses liegt der Mangan-Gehalt der Aluminiumlegierung im Bereich 0,8 Gew.-% ≤ Mn ≤ 1,1 Gew.-%. Der Mangan-Gehalt von 0,6 Gew.-% ≤ Mn ≤ 1,4 Gew.-%, beziehungsweise 0,8 Gew.-% ≤ Mn ≤ 1,1 Gew.-%, führt, wie bereits oben ausgeführt, in Kombination mit den Silizium- und Eisen-Gehalten in den angegebenen Mengen zur Ausscheidung der Partikel der quaternären α-Al(Fe,Mn)Si-Phase sowie der Al6(Mn,Fe)-Phase. Die intermetallischen Phasen behindern Erholungs- und Rekristallisationsvorgänge und verbessern somit die thermische Stabilität der mechanischen Eigenschaften. Mangan-Gehalte von weniger als 0,8 Gew.-% reduzieren die Festigkeitssteigerung durch Dispersoid- und Mischkristallhärtung bereits. Mangan-Gehalte von weniger als 0,6 Gew.-%, führen zu einer unzureichenden Festigkeitssteigerung durch Dispersoid- und Mischkristallhärtung, während Mangan- Gehalte von mehr als 1,1 Gew.-%, insbesondere mehr als 1,4 Gew.-%, die Bildung von groben intermetallischen Phasen begünstigen, die sich ungünstig auf die Umformeigenschaften im Tiefziehprozess auswirken. Darüber hinaus reduzieren Mangan-Gehalte von mehr als 1,1 Gew.-%, insbesondere mehr als 1,4 Gew-%, die
elektrische und thermische Leitfähigkeit des Batteriezellgehäuses so stark, dass das Thermomanagement ineffizient wird.
Der Magnesium-Gehalt der Aluminiumlegierung liegt erfindungsgemäß im Bereich 0,5 Gew.-% ≤ Mg ≤ 1,5 Gew.-%. In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses liegt der Magnesium-Gehalt der Aluminiumlegierung im Bereich 0,8 Gew.-% ≤ Mg ≤ 1,5 Gew.-%, vorzugsweise 0,8 Gew.-% ≤ Mg ≤ 1,2 Gew.-%. Dadurch, dass ein Magnesium-Gehalt von bis zu 1,5 Gew.-% zugelassen wird, wird eine erhöhte Toleranz der Aluminiumlegierung für magnesiumhaltige Aluminiumlegierungsschrotte wie beispielsweise UBC-Schrotte erreicht, was die Realisierung hoher Recyclinganteile bei der Herstellung der Batteriezellgehäuse weiter begünstigt. Daneben führt das Vorhandensein von Magnesium ab einem Gehalt von mindestens 0,5 Gew.-% zu einer effizienten Mischkristallverfestigung, die zu einer verstärkten Kaltverfestigung beiträgt und somit die Festigkeit erhöht. Nachdem zu hohe Magnesium-Gehalte sich jedoch negativ auf die elektrische und thermische Leitfähigkeit auswirken, wird der Magnesium-Gehalt erfindungsgemäß auf höchstens 1,5 Gew.-% begrenzt. Zur Erzielung verbesserter mechanischer Eigenschaften wird der Magnesium-Gehalt in der genannten Ausführungsform auf mindestens 0,8 Gew.-% erhöht. Der bevorzugte Bereich von 0,8 % ≤ Mg ≤ 1,2 % stellt einen Kompromiss zwischen hoher Festigkeit, gutem Umformverhalten sowie hoher elektrischer und thermischer Leitfähigkeit bei gleichzeitig guter Recycling-Toleranz dar.
Der Chrom-Gehalt der Aluminiumlegierung liegt erfindungsgemäß im Bereich Cr ≤ 0,25 Gew.-%. In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses liegt der Chrom-Gehalt der Aluminiumlegierung im Bereich Cr ≤ 0,1 Gew.-%, vorzugsweise Cr ≤ 0,05 Gew.-%. Dadurch, dass ein Chrom-Gehalt von bis zu 0,25 Gew.- % zugelassen wird, wird eine erhöhte Toleranz der Aluminiumlegierung für chromhaltige Aluminiumlegierungsschrotte erreicht, was die Realisierung hoher Recyclinganteile bei der Herstellung der Batteriezellgehäuse begünstigt. Daneben wirkt Chrom auch festigkeitssteigernd und bildet Dispersoide, die die thermische Stabilität erhöhen und rekristallisations- bzw. erholungsbedingte Entfestigung
behindern. Nachdem zu hohe Chrom-Gehalte sich jedoch negativ auf die elektrische Leitfähigkeit der Aluminiumlegierung auswirken können, wird der Chrom-Gehalt erfindungsgemäß auf höchstens 0,25 Gew.-% begrenzt. Für eine verbesserte Leitfähigkeit bei immer noch ausreichender Recycling-Toleranz und Festigkeit wird der Chrom-Gehalt in der genannten Ausführungsform auf 0,1 Gew.-%, vorzugsweise 0,05 Gew.-%, begrenzt.
Der Zink-Gehalt der Aluminiumlegierung liegt erfindungsgemäß im Bereich Zn ≤ 0,4 Gew.-%. In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses liegt der Zink-Gehalt der Aluminiumlegierung im Bereich 0,02 Gew.-% ≤ Zn ≤ 0,25 Gew.-%, vorzugsweise 0,04 Gew.-% ≤ Zn ≤ 0,25 Gew.-%. Dadurch, dass ein Zink-Gehalt von bis zu 0,4 Gew.-% zugelassen wird, wird eine erhöhte Toleranz der Aluminiumlegierung für zinkhaltige Aluminiumlegierungsschrotte erreicht, was die Realisierung hoher Recycling-Raten weiter begünstigt. Daneben wirkt Zink auch festigkeitssteigernd. Nachdem zu hohe Zink-Gehalte jedoch die Schweißbarkeit, die elektrische und thermische Leitfähigkeit sowie die Korrosionsbeständigkeit der Aluminiumlegierung verschlechtern, wird der Zink-Gehalt erfindungsgemäß auf höchstens 0,4 Gew.-% begrenzt. In der genannten Ausführungsform wird der Zink-Gehalt innerhalb des Korridors 0,02 Gew.-% ≤ Zn ≤ 0,25 Gew.-%, vorzugsweise 0,04 Gew.-% ≤ Zn ≤ 0,25 Gew.-% eingestellt, wodurch ein optimaler Kompromiss zwischen hoher Festigkeit, guter Schweißbarkeit und guter Elektrolytbeständigkeit bei immer noch guter Recycling-Toleranz erzielt wird.
Der Titan-Gehalt der Aluminiumlegierung liegt erfindungsgemäß im Bereich Ti ≤ 0,2 Gew.-%. In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses liegt der Titan-Gehalt der Aluminiumlegierung im Bereich 0,005 Gew.-% ≤ Ti ≤ 0,1 Gew.-%, vorzugsweise 0,005 Gew.-% ≤ Ti ≤ 0,05 Gew.-%. Dadurch, dass ein Titan-Gehalt von bis zu 0,2 Gew.-% zugelassen wird, wird eine erhöhte Toleranz der Aluminiumlegierung für titanhaltige Aluminiumlegierungsschrotte erreicht, was die Realisierung hoher Recyclinganteile bei der Herstellung von Batteriezellgehäusen begünstigt. Zu hohe Titan-Gehalte können jedoch die Umformeigenschaften der
Aluminiumlegierung negativ beeinflussen und reduzieren die elektrische und thermische Leitfähigkeit signifikant, sodass der Titan-Gehalt erfindungsgemäß auf höchstens 0,2 Gew.-% begrenzt wird. Demgegenüber verbessert Titan ab einem Gehalt von 0,005 Gew.-% die Kornfeinung beim Gießen der Aluminiumlegierung. Für eine gute Kornfeinung bei gleichzeitig guter Umformbarkeit, ausreichend hoher elektrischer und thermischer Leitfähigkeit sowie ausreichender Recycling-Toleranz wird der Titan-Gehalt in der genannten Ausführungsform deshalb innerhalb des Korridors 0,005 Gew.-% ≤ Ti ≤ 0,1 Gew.-%, vorzugsweise 0,005 Gew.-% ≤ Ti ≤ 0,05 Gew.-%, eingestellt.
Neben den bisher genannten Legierungsbestandteilen weist die Aluminiumlegierung des erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses als Rest Aluminium und unvermeidbare Verunreinigungen auf. Als unvermeidbare Verunreinigungen werden Legierungsbestandteile bezeichnet, die nicht vorsätzlich hinzulegiert werden, sondern herstellungsbedingt in der Aluminiumlegierung zwangsläufig enthalten sind. Erfindungsgemäß ist der Gehalt einer einzelnen unvermeidbaren Verunreinigung auf 0,05 Gew.-%, der Gehalt aller unvermeidbaren Verunreinigungen in Summe auf 0,15 Gew.-% begrenzt. Damit wird sichergestellt, dass die unvermeidbaren Verunreinigungen keine, beziehungsweise keine signifikanten negativen Auswirkungen auf die Eigenschaften der Aluminiumlegierung, beispielweise durch unerwünschte Phasenbildung, haben.
In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses weist die Aluminiumlegierung einen Anteil von mindestens 50 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 70 Gew.-% Recycling-Material auf. Aufgrund der oben beschriebenen hohen Recycling-Toleranz der Aluminiumlegierung wird die Realisierung hoher Recyclinganteile von mindestens 50 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 70 Gew.-% für das erfindungsgemäße Batteriezellgehäuse ermöglicht. Durch die damit verbundene Energieeinsparung wird die Fertigung von Batteriezellgehäusen mit möglichst geringem CO2-Fußabdruck ermöglicht und eine verbesserte Nachhaltigkeit erzielt. Insbesondere weist die Aluminiumlegierung des erfindungsgemäßen
Batteriezellgehäuses einen Anteil von mindestens 50 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 70 Gew.-% Post-Consumer-Schrotten auf. Nachdem der Einsatz von Post- Consumer-Schrotten besonders CO2-effizient ist, lässt sich hierdurch eine besonders hohe Verringerung des CO2-Fußabdrucks erzielen. Zusätzlich oder alternativ wird der Anteil an Recycling-Material von mindestens 50 %, vorzugsweise mindestens 70 Gew.-% durch Verwendung von Pre-Consumer-Schrotten, insbesondere durch Verwendung von internen und/oder externen Prozessschrotten erreicht. Bei internen Prozessschrotten sind die Zusammensetzungen und Mengen der einzelnen Legierungen in der Regel sehr gut bekannt, so dass die sich beim Einschmelzen von internen Prozessschrotten ergebende Legierungszusammensetzung gut bestimmt werden kann. Externe Prozessschrotte sind in ihrer Zusammensetzung weniger gut definiert als interne Prozessschrotte und erfordern ggf. weitere Aufbereitung, fallen aber zum Beispiel in der Produktion von Stanzteilen in großem Maße an, so dass die Wiederverwertungwirtschaftlich und im Sinne der Nachhaltigkeit von hoher Relevanz ist. Durch die Wiederverwertung von externen Prozessschrotten kann der Bedarf an Primärmetall reduziert werden, was die Gesamt-CO2-Bilanz reduziert.
In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses weist das Aluminiumlegierungsband oder -blech einen kaltverfestigten Zustand des Typs H1X auf. Insbesondere handelt es sich hierbei um die dem Fachmann geläufigen Zustände H12, H14, H16, H18 und H19. Vorzugsweise weist das Aluminiumlegierungsband oder -blech den kaltverfestigten Zustand H18 oder H19 auf. Die genannten Zustände, insbesondere H18 und H19, zeichnen sich durch eine besonders hohe mechanische Stabilität aus, sodass insbesondere hohe Festigkeiten für das Batteriezellgehäuse bereitgestellt werden können.
In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses weist das Aluminiumlegierungsband oder -blech eine Dicke zwischen 0,1 mm und 2,0 mm auf. Mit diesem Dickenbereich werden die für ein Batteriezellgehäuse typischen Wandstärken im Wesentlichen vollständig abgedeckt. Eine Reduzierung der Dicke auf weniger als 0,1 mm verringert die mechanische Stabilität des Batteriezellgehäuses zu
stark. Demgegenüber ist bei einer Dicke von mehr als 2,0 mm ein effizienter Materialeinsatz nicht mehr gegeben. Zudem würden sich die gravimetrische und volumetrische Energiedichte der Batteriezelle beziehungsweise des Batteriemoduls oder Batteriesystems zu stark verringern, falls das Aluminiumlegierungsband oder - blech des Batteriezellgehäuses eine Dicke von mehr als 2,0 mm aufweisen würde. Vorzugsweise liegt die Dicke des Aluminiumlegierungsbands oder -blechs zwischen 0,2 mm und 1,5 mm, insbesondere zwischen 0,35 mm und 1,2 mm.
In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses weist das Aluminiumlegierungsband oder -blech eine elektrische Leitfähigkeit σ von mindestens 35 % IACS auf. Gegenüber den bisher verwendeten Batteriezellgehäusen aus nickelplattiertem Stahl ist die elektrische Leitfähigkeit damit deutlich erhöht, sodass schnellere Ladezeiten, geringere elektrische Verluste und somit auch eine geringere Wärmeentwicklung beim Betrieb der Batteriezellen erreicht werden. Aufgrund des Wiedemann-Franz-Gesetzes, wonach ein direkter Zusammenhang zwischen der elektrischen und der thermischen Leitfähigkeit eines Metalls besteht, geht die erhöhte elektrische Leitfähigkeit darüber hinaus auch mit einer erhöhten thermischen Leitfähigkeit gegenüber nickelplattiertem Stahl einher. Hierdurch kann die beim Betrieb der Batteriezellen entstehende Abwärme effizienter abgeführt werden. Darüber hinaus führt die höhere thermische Leitfähigkeit zu einer homogeneren Temperaturverteilung innerhalb der Zelle, was sich positiv auf deren Alterung auswirkt. Die elektrische Leitfähigkeit er von mindestens 35 % 1ACS führt damit insgesamt zu einer verbesserten Leistungsfähigkeit der Batteriezellen.
In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses weist das Aluminiumlegierungsband oder -blech eine Streckgrenze Rp0,2 von mindestens 180 MPa, vorzugsweise mindestens 220 MPa, insbesondere mindestens 250 MPa, auf. Hierdurch können hohe Festigkeiten für das Batteriezellgehäuse bereitgestellt werden. Vorzugsweise weist das Aluminiumlegierungsband oder -blech die genannten Werte für die Streckgrenze vor seiner Verarbeitung zu dem Batteriezellgehäuse, beispielsweise im Zustand H16, H18 oder H19 auf. Nachdem die
Verarbeitung des Aluminiumlegierungsbands oder -blechs, welche typischerweise durch eine Kaltumformung wie beispielsweise Tiefziehen erfolgt, in der Regel mit einer Festigkeitssteigerung einhergeht, kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die angegebenen Mindestwerte für die Streckgrenze ebenso für das erfindungsgemäße Batteriezellgehäuse im fertigen Zustand gelten.
In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses weist das Aluminiumlegierungsband oder -blech eine Zugfestigkeit Rm von mindestens 190 MPa, vorzugsweise mindestens 230 MPa, insbesondere mindestens 260 MPa auf. Hierdurch können ebenfalls hohe Festigkeiten für das Batteriezellgehäuse bereitgestellt werden. Erneut weist das Aluminiumlegierungsband oder -blech die genannten Werte für die Zugfestigkeit vorzugsweise bereits vor seiner Verarbeitung zu dem Batteriezellgehäuse, beispielsweise im Zustand H16, H18 oder H19, auf, wobei auch hier davon ausgegangen werden kann, dass diese ebenso für das erfindungsgemäße Batteriezellgehäuse im fertigen Zustand gelten.
In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses weist das Aluminiumlegierungsband oder -blech eine Streckgrenze Rp0,2 von mindestens 200 MPa bei einer Temperatur von 100 °C auf. Gleichzeitig oder alternativ weist das Aluminiumlegierungsband oder -blech eine Streckgrenze Rp0,2 von mindestens 150 MPa bei einer Temperatur von 200 °C auf. Nachdem sich eine Batteriezelle im Falle eines Defekts, einer Schadeinwirkung oder eines unsachgemäßen Gebrauchs auf eine Temperatur erwärmt, die zum Teil deutlich oberhalb der Raumtemperatur liegt, können durch die genannten Streckgrenzen bei 100 °C beziehungsweise 200 °C auch hohe Warmfestigkeiten für das Batteriezellgehäuse bereitgestellt werden. Erneut weist das Aluminiumlegierungsband oder -blech die genannten Werte für die Streckgrenze bei 100 °C beziehungsweise 200 °C vorzugsweise bereits vor seiner Verarbeitung zu dem Batteriezellgehäuse auf, wobei auch hier davon ausgegangen werden kann, dass diese ebenso für das erfindungsgemäße Batteriezellgehäuse im fertigen Zustand gelten.
In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses weist das Aluminiumlegierungsband oder -blech vor seiner Verarbeitung zu dem Batteriezellgehäuse ein Wandstärkenverhältnis δ in Bezug auf Stahl von höchstens 1,6, vorzugsweise höchstens 1,4 auf. Das Wandstärkenverhältnis δ in Bezug auf Stahl wird ermittelt, indem die Streckgrenze Rp0,2,St eines nickelplattierten Stahlbands des Typs AISI1020 durch die Streckgrenze Rp0,2,AI des Aluminiumlegierungsbands dividiert wird, wobei für Rp0,2,St ein typischer Wert von 350 MPa angesetzt wird. Zur Herleitung des Wandstärkenverhältnisses δ wird das für Batteriezellgehäuse praxisrelevante Szenario einer Innendruckbelastung betrachtet. Vereinfachend wird das Batteriezellgehäuse als geschlossener und dünnwandiger Zylinder angenommen.
Basierend darauf erfolgt die Berechnung des Wandstärkenverhältnisses δ in Bezug auf Stahl unter Verwendung der aus der Elastostatik bekannten Kesselformelσφ = p · Ri/s mit σφ: Spannungskomponente in Umfangsrichtung, p: Innendruck, Ri: Innenradius, s: Wandstärke und unter Verwendung der Vergleichsspannung nach Tresca σV, Tresca = σ max-σmin = σφ- 0 = p · Ri/s mit einer Auslegung gegen eine durch den Fließbeginn limitierten Belastung, d.h. σV, Tresca ≤ Rp0,2. Unter Annahme eines gleichen maximalen Innendrucks p = Rp0,2,AI · sAl/Ri,Al = Rp0,2,St · sSt/Ri,St und der Annahme des gleichen Innenradius Ri der Zellen ergibt sich somit Rp0,2,AI · sAI = Rp0,2,St · sSt, sodass sich das Wandstärkenverhältnis δ aus dem genannten Streckgrenzenverhältnis berechnen lässt: δ = sAl/sSt = Rp0,2,St / Rp0,2,Al. Das Wandstärkenverhältnis δ in Bezug auf Stahl ist ein Maß für die Zunahme der Wandstärke des Batteriezellgehäuses bei der Substitution von Stahl durch Aluminium und kann insbesondere verwendet werden, um verschiedene
Aluminiumlegierungsbänder oder -bleche miteinander zu vergleichen. Der erfindungsgemäße δ-Wert von höchstens 1,6, vorzugsweise höchstens 1,4 wirkt sich positiv auf die volumetrische Energiedichte der Batteriezellen aus, da hierdurch das von dem Aluminiumlegierungsband oder -blech eingenommene Raumvolumen bei gleicher mechanischer Stabilität minimiert wird. Darüber hinaus wird durch die
Begrenzung des Wandstärkenverhältnisses in Verbindung mit der geringen Dichte von Aluminium im Vergleich zu Stahl die gravimetrische Energiedichte maximiert.
In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses weist das Aluminiumlegierungsband oder -blech vor seiner Verarbeitung zu dem Batteriezellgehäuse eine mittlere prozentuale Zipfelhöhe Z von höchstens 4 %, vorzugsweise höchstens 3 %, und vorzugsweise eine maximale prozentuale Zipfelhöhe Zmax von höchstens 6 %, vorzugsweise höchstens 5,5 % auf. Die Zipfelkenngrößen Z und Zmax werden in der Zipfelprüfung nach DIN EN 1669 unter Verwendung einer Ronde mit 60 mm Durchmesser, einem Stempeldurchmesser von 33 mm sowie des Schmiermittels Lanolin ermittelt. Die mittlere prozentuale Zipfelhöhe Z von höchstens 4 %, vorzugsweise höchstens 3 %, sowie die vorzugsweise erreichte, maximale prozentuale Zipfelhöhe Zmax von höchstens 6 %, vorzugsweise höchstens 5,5 % bewirken, dass sich das Aluminiumlegierungsband oder -blech gut zum Tiefziehen mit minimalem Prozessschrottaufkommen und damit zur effizienten Fertigung eines erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses eignet.
Gemäß einer zweiten Lehre der vorliegenden Erfindung wird die oben genannte Aufgabe für eine Verwendung eines Aluminiumlegierungsbands oder -blechs zur Herstellung eines Batteriezellgehäuses dadurch gelöst, dass das Aluminiumlegierungsband oder -blech zur Herstellung eines Batteriezellgehäuses entsprechend der ersten Lehre der Erfindung verwendet wird. Aufgrund der bereits ausgeführten vorteilhaften Eigenschaften des Aluminiumlegierungsbands oder -blechs kann damit ein gegenüber dem Stand der Technik verbessertes Batteriezellgehäuse bereitgestellt werden.
In einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Verwendung ist das Batteriezellgehäuse ein Gehäuse einer Sekundärzelle, vorzugsweise einer Lithium- lonen-Sekundärzelle oder einer Natrium-lonen-Sekundärzelle. Nachdem Sekundärzellen, insbesondere Lithium-lonen-Sekundärzellen derzeit in den Bereichen Elektromobilität und Verbraucherelektronikverstärkt zum Einsatz kommen, können
die vorteilhaften Eigenschaften des erfindungsgemäß verwendeten Aluminiumlegierungsbands oder -blechs insbesondere für diesen Typ einer Batteriezelle ausgenutzt werden. Dies gilt auch für Natrium-lonen-Sekundärzellen, welche derzeit noch vorwiegend Gegenstand der Forschung sind und zukünftig Lithium-lonen-Sekundärzellen in bestimmten Anwendungen aufgrund einer besseren Wirtschaftlichkeit und der guten Verfügbarkeit von Natrium ersetzen könnten. Die erfindungsgemäße Verwendung des Batteriezellgehäuses umfasst darüber hinaus insbesondere den Einsatz des Gehäuses für Festkörper-Sekundärzellen, die einen Festkörperelektrolyten aufweisen.
In einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Verwendung weist das Batteriezellgehäuse eine zylindrische Bauform, eine prismatische Bauform oder eine Pouch-Bauform auf. Hiermit können die vorteilhaften Eigenschaften des erfindungsgemäß verwendeten Aluminiumlegierungsbands oder -blechs bei allen derzeit gängigen Bauformen eines Batteriezellgehäuses ausgenutzt werden.
In einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Verwendung ist das Aluminiumlegierungsband oder -blech durch ein Verfahren hergestellt, welches die folgenden Schritte umfasst: - Gießen eines Walzbarrens aus einer Aluminiumlegierung, - Homogenisieren des Walzbarrens, - Warmwalzen des Walzbarrens zu einem warmgewalzten Band, - Kaltwalzen des warmgewalzten Bands.
Die genannten Verfahrensschritte werden vorzugsweise in der angegebenen Reihenfolge ausgeführt, wobei das Homogenisieren des Walzbarrens separat geschehen oder in die Vorwärmung des Walzbarrens zum Warmwalzen integriert werden kann. Es wurde festgestellt, dass mit dem soeben beschriebenen Verfahren ein Aluminiumlegierungsband oder -blech hergestellt werden kann, mit welchem sich bei einer erfindungsgemäßen Verwendung die Anforderungen an ein Batteriezellgehäuse, insbesondere in Bezug auf Festigkeit, Elektrolytbeständigkeit sowie elektrische und thermische Leitfähigkeit, erfüllen und gleichzeitig hohe
Recycling-Anteile realisieren lassen. Weiterhin erlaubt dieses Verfahren eine wirtschaftliche Herstellung des Aluminiumlegierungsbands oder -blechs.
Das Gießen des Walzbarrens aus einer Aluminiumlegierung erfolgt vorzugsweise im Direktkühlungs-Strangguss, auch Direct-Chill-Strangguss oder DC-Strangguss genannt, womit sich die Wirtschaftlichkeit des Herstellverfahrens weiter erhöhen lässt.
Durch das Homogenisieren des Walzbarrens wird eine Verbesserung der Gefügestruktur des Aluminiumlegierungsbands oder -blechs erreicht, was sich positiv auf Festigkeit und Umformbarkeit auswirkt. Vorzugsweise erfolgt das Homogenisieren bei einer Temperatur von 480 °C bis 620 °C, insbesondere 550 °C bis 610 °C für eine Dauer von mindestens 0,5 h, vorzugsweise mindestens 1 h, insbesondere mindestens 2 h.
Das Warmwalzen des Walzbarrens zu einem warmgewalzten Band erfolgt vorzugsweise bei einer Temperatur zwischen 280 °C und 550 °C, wobei die Warmbandtemperatur nach dem letzten Warmwalzstich zwischen 280 °C und 380 °C, vorzugsweise zwischen 310 °C und 360 °C beträgt. Das Warmwalzen des Walzbarrens kann sowohl reversierend auf einem Walzgerüst oder sequenziell in einem Tandem- Gerüst erfolgen. Insbesondere kann das Warmwalzen bis zu einer Platinendicke zwischen 20 mm und 50 mm reversierend erfolgen und die Platine anschließend in einem Tandemgerüst an Warmbanddicke gewalzt werden. Die Warmbanddicke, d.h. die Dicke des warmgewalzten Bands, liegt in einer Ausführungsform des Verfahrens zwischen 1 mm und 15 mm, vorzugsweise zwischen 2 mm und 12 mm, insbesondere zwischen 2 mm und 9 mm. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass beim nachfolgenden Kaltwalzen ein ausreichend hoher Abwalzgrad eingestellt werden kann, durch den Festigkeit und Umformbarkeit sowie die kristallographische Textur und somit das Zipfelprofil des Aluminiumlegierungsbands oder -blechs mitbestimmt werden.
Das Kaltwalzen des Aluminiumlegierungsbands oder -blechs kann in einem oder in mehreren Stichen erfolgen. In einer Ausführungsform des Verfahrens, bei der mehrere Kaltwalzstiche durchgeführt werden, erfolgt während des Kaltwalzens optional mindestens eine Zwischenglühung. In einer Ausführungsform des Verfahrens erfolgt die Zwischenglühung im Temperaturbereich zwischen 150 °C und 450 °C, vorzugsweise zwischen 200 °C und 400 °C, insbesondere zwischen 300°C und 400°C. Vorzugsweise wird die Zwischenglühung als eine Rekristallisationsglühung durchgeführt, durch die für den anschließenden Kaltwalzstich ein rekristallisiertes Gefüge bereitgestellt wird. Dieser Kaltwalzstich kann dann mit einem höheren Abwalzgrad durchgeführt werden, was sich festigkeitssteigernd auf das fertiggewalzte Aluminiumlegierungsband oder -blech auswirkt. Alternativ kann anstelle einer Rekristallisationsglühung jedoch auch eine Erholungsglühung durchgeführt werden, welche einen Abbau von Verfestigungen bewirkt.
In einer Ausführungsform des Verfahrens beträgt der Abwalzgrad beim Kaltwalzen an Enddicke mindestens 20 %, vorzugsweise mindestens 50 %, insbesondere mindestens 70 %. Wird das Verfahren mit Zwischenglühung während des Kaltwalzens durchgeführt, beträgt der Abwalzgrad im Kaltwalzen an Enddicke nach der letzten Zwischenglühung mindestens 20%, vorzugsweise mindestens 50%, insbesondere mindestens 70%. Durch die Abwalzgrade beim Kaltwalzen an Enddicke von mindestens 20 %, vorzugsweise mindestens 50 %, insbesondere mindestens 70 %, lässt sich die Festigkeit des hergestellten Aluminiumlegierungsbands oder -blechs erhöhen, sodass dieses sich in besonderem Maße für die erfindungsgemäße Verwendung eignet. Durch die hohen Abwalzgrade kommt es zwar zur Zipfelbildung in 45° Lage. Die Zipfelbildung kann jedoch kompensiert werden, indem die Warmwalzparameter so gewählt werden, dass ein rekristallisiertes Warmband hergestellt wird, welches dann eine Zipfelbildung in 0°/90° Lage aufweist und damit die Zipfelbildung in der 45° Lage kompensieren kann. Dadurch können die mittlere prozentuale Zipfelhöhe Z und die maximale prozentuale Zipfelhöhe Zmax begrenzt werden, was sich positiv auf die Produktivität im Tiefziehprozess auswirkt und die im Tiefziehprozess anfallende Schrottmenge reduziert.
Im Folgenden soll die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert werden, wobei auch auf die Zeichnung Bezug genommen wird. Die Zeichnung zeigt in
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Batteriezelle zylindrischer Bauform mit einem erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuse,
Fig. 2 eine schematische Darstellung einer Batteriezelle prismatischer Bauform mit einem erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuse,
Fig. 3 eine schematische Darstellung einer Batteriezelle in Pouch-Bauform mit einem erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuse, und
Fig. 4 ein Flussdiagramm eines Verfahrens zur Herstellung eines Aluminiumlegierungsbands oder -blechs zur erfindungsgemäßen Verwendung.
Fig. 1 zeigt in einer schematischen Darstellung eine Batteriezelle 10 zylindrischer Bauform. Die Batteriezelle 10 weist ein erfindungsgemäßes Batteriezellgehäuse 11 sowie daneben einen Anodenanschluss 12 und einen Kathodenanschluss 13 auf.
Fig. 2 zeigt in einer schematischen Darstellung eine Batteriezelle 20 prismatischer Bauform. Die Batteriezelle 20 weist ein erfindungsgemäßes Batteriezellgehäuse 21 sowie daneben einen Anodenanschluss 22 und einen Kathodenanschluss 23 auf.
Fig. 3 zeigt in einer schematischen Darstellung eine Batteriezelle 30 in Pouch- Bauform. Die Batteriezelle 30 weist ein erfindungsgemäßes Batteriezellgehäuse 31 sowie daneben einen Anodenanschluss 32 und einen Kathodenanschluss 33 auf.
Fig. 4 zeigt ein Flussdiagramm eines Verfahrens 40 zur Herstellung eines Aluminiumlegierungsbands oder -blechs zur erfindungsgemäßen Verwendung. Das Verfahren 40 umfasst die folgenden Schritte:
Gießen 42 eines Walzbarrens aus einer Aluminiumlegierung,
Homogenisieren 44 des Walzbarrens,
Warmwalzen 46 des Walzbarrens zu einem warmgewalzten Band, Kaltwalzen 48 des warmgewalzten Bands.
Im Rahmen der Erfindung wurden insgesamt sieben Aluminiumlegierungsbänder, die nachfolgend als Band 1 bis 7 bezeichnet werden, aus unterschiedlichen Aluminiumlegierungen hergestellt. Die jeweiligen Legierungszusammensetzungen der Bänder 1 bis 7 sind in der nachfolgenden Tabelle 1 zusammengestellt. Die Gehalte der einzelnen Legierungselemente sind dabei in Gew.-% angegeben. Der Rest, d.h. die Differenz zu 100 Gew.-%, besteht jeweils aus Aluminium und unvermeidbaren Verunreinigungen, einzeln maximal 0,05 Gew.-%, in Summe maximal 0,15 Gew.-%. Bei den Bändern 1, 2, 3 und 7 handelt es sich um erfindungsgemäße Ausführungsbeispiele mit einer der Erfindung entsprechenden Legierungszusammensetzung, wobei letztere für Band 1 und Band 2 identisch ist. Hingegen sind die Bänder 4, 5 und 6 Vergleichsbeispiele, welche eine Aluminiumlegierung des Typs AA3003 aufweisen.
Tabelle 1
Die Aluminiumlegierungsbänder 1 bis 7 wurden mit dem in Fig. 4 gezeigten Verfahren hergestellt. Im Einzelnen wurden aus den jeweiligen Aluminiumlegierungen im DC- Strangguss Walzbarren gegossen. Dabei wurde für die Herstellung der Walzbarren der erfindungsgemäßen Bänder 1, 2, 3 und 7 ein Anteil von mindestens 70 Gew.-% Recycling-Material gewählt. Für die Vergleichsbeispiele 4, 5 und 6 wurde ein maximaler Recycling-Anteil von 30 Gew.-% erreicht. Die Walzbarren wurden nach dem Gießen homogenisiert und anschließend zu warmgewalzten Bändern warmgewalzt. Die warmgewalzten Bänder wurden dann jeweils auf eine Enddicke zwischen 0,5 mm und 1,0 mm kaltgewalzt. Die nachfolgende Tabelle 2 zeigt verschiedene Verfahrensparameter bei der Herstellung der Bänder 1 bis 7. Im Einzelnen sind dies die Warmbanddicke, d.h. die jeweilige Dicke des warmgewalzten Bands, die Parameter Temperatur, Dauer und Banddicke einer optionalen Zwischenglühung während des Kaltwalzens, sowie der Abwalzgrad beim Kaltwalzen an Enddicke.
Tabelle 2
Wie aus Tabelle 2 zu entnehmen ist, wurden die erfindungsgemäßen Bänder 1 bis 3 ohne Zwischenglühung hergestellt, während das erfindungsgemäße Band 7 sowie die Vergleichsbänder 4 bis 6 mit einer Zwischenglühung, hier insbesondere mit einer Rekristallisationsglühung, hergestellt wurden. Im Falle des Bands 2 wurde nach dem Kaltwalzen eine Abschlussglühung mit einer Temperatur von 250 °C und einer Haltezeit von 2 h durchgeführt.
Anschließend wurden die Aluminiumlegierungsbänder auf verschiedene, für Batteriezellgehäuse relevante Eigenschaften untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind in der nachfolgenden Tabelle 3 zusammengestellt. Im Einzelnen zeigt Tabelle 3 den Werkstoffzustand, die Dicke d als Enddicke nach dem Kaltwalzen, die elektrische Leitfähigkeit σ, die Streckgrenze Rp0,2, die Zugfestigkeit Rm, das Wandstärkenverhältnis δ in Bezug auf Stahl, die mittlere prozentuale Zipfelhöhe Z, sowie die maximale prozentuale Zipfelhöhe Zmax der Bänder 1 bis 7. Streckgrenze Rp0,2 und Zugfestigkeit Rm wurden im Zugversuch nach DIN EN ISO 6892-1 ermittelt. Das Wandstärkenverhältnis δ in Bezug auf Stahl wurde ermittelt, indem die Streckgrenze Rp02,St von 350 MPa, welche einen typischen Wert für ein nickelplattiertes Stahlband des Typs AlS11020 darstellt, durch die Streckgrenze Rp02,AI des jeweiligen Aluminiumlegierungsbands 1 bis 7 dividiert wurde. Die mittlere prozentuale Zipfelhöhe Z und die maximale prozentuale Zipfelhöhe Zmax wurden in der Zipfelprüfung nach DIN EN 1669 unter Verwendung einer Ronde mit 60 mm Durchmesser, einem Stempeldurchmesser von 33 mm sowie des Schmiermittels Lanolin ermittelt.
Tabelle 3
Wie Tabelle 3 zeigt, lassen sich mit den erfindungsgemäßen Bändern 1, 2, 3 und 7 Streckgrenzen und Zugfestigkeiten erreichen, welche höher liegen als diejenigen der Vergleichsbänder 4, 5 und 6 aus der Aluminiumlegierung AA3003. Ein kaltverfestigter Zustand des Typs HIX, insbesondere der Zustand H18 oder H19, wirkt sich dabei weiter positiv auf die Festigkeit aus, wie der Vergleich zwischen den erfindungsgemäßen Bändern 1, 2, 3 und 7 zeigt. So liegen Streckgrenze und Zugfestigkeit des Bands 2, welches eine identische Legierungszusammensetzung aufweist wie Band 1 (siehe Tabelle 1), jedoch im kaltverfestigten und rückgeglühten Zustand H24 vorliegt, zwar oberhalb der Vergleichsbänder 3, 4 und 5, allerdings unterhalb des Bands 1, welches im ausschließlich kaltverfestigten Zustand H18 vorliegt.
Wie Tabelle 3 ferner zeigt, weisen die erfindungsgemäßen Bänder 1, 2, 3 und 7 eine Streckgrenze Rp0,2 von mindestens 180 MPa und eine Zugfestigkeit Rm von mindestens 190 MPa auf. Sie sind daher in besonderem Maße für die Verwendung zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses geeignet. Auch wenn die in Tabelle 3 gezeigten Werte der Streckgrenze und der Zugfestigkeit für die Bänder 1, 2, 3 und 7 vor einer Verarbeitung zu einem Batteriezellgehäuse gelten, kann davon ausgegangen werden, dass ein aus den Bändern 1, 2, 3 und 7 hergestelltes Batteriezellgehäuse im fertigen Zustand Werte aufweist, die mindestens genauso hoch sind. Dies ist dadurch
begründet, dass die Verarbeitung, welche typischerweise durch Kaltumformung wie beispielsweise Tiefziehen erfolgt, in der Regel mit einer Festigkeitssteigerung einhergeht.
Neben der in Tabelle 3 enthaltenen Streckgrenze, die sich auf Raumtemperatur bezieht, wurden für das erfindungsgemäße Band 3 sowie das Vergleichsband 4 auch die Streckgrenze bei 100 °C sowie die Streckgrenze bei 200 °C gemäß DIN EN ISO 6892-2 bestimmt. Dabei erreichte das erfindungsgemäße Band 3 bei 100 °C einen Wert von 270 MPa und bei 200 °C einen Wert von 161 MPa. Das Vergleichsband 4 erreichte bei 100 °C einen Wert von 151 MPa und bei 200 °C einen Wert von 92 MPa. Nachdem sich eine Batteriezelle im Falle eines Defekts, einer Schadeinwirkung oder eines unsachgemäßen Gebrauchs auf eine Temperatur erwärmt, die zum Teil deutlich oberhalb der Raumtemperatur liegt, eignet sich das erfindungsgemäße Band 3 aufgrund seiner gegenüber dem Vergleichsband 4 deutlich höheren Warmfestigkeit in besonderem Maße für die Verwendung zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses. Auch wenn die soeben genannten Werte der Streckgrenze bei 100 °C und 200 °C für das Band 3 vor einer Verarbeitung zu einem
Batteriezellgehäuse gelten, kann erneut davon ausgegangen werden, dass ein aus dem Band 3 hergestelltes Batteriezellgehäuse im fertigen Zustand Werte aufweist, die mindestens genauso hoch sind.
Wie Tabelle 3 ferner zeigt, weisen die erfindungsgemäßen Bänder 1, 3 und 7 ein Wandstärkenverhältnis δ in Bezug auf Stahl von höchstens 1,6 auf. Im Falle einer erfindungsgemäßen Verwendung der genannten Bänder zur Herstellung eines Batteriezellgehäuses wirkt sich dieser Wert positiv auf die volumetrische sowie die gravimetrische Energiedichte der fertigen Batteriezelle aus, da hierdurch das von dem Aluminiumlegierungsband eingenommene Raumvolumen und das Gewicht der Batteriezelle bei gleicher mechanischer Stabilität minimiert werden. Die erfindungsgemäßen Bänder 1, 3 und 7 sind daher in besonderem Maße für die Verwendung zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses geeignet.
Wie Tabelle 3 ferner zeigt, weisen die erfindungsgemäßen Bänder 1, 2 und 3 eine mittlere prozentuale Zipfelhöhe Z von höchstens 4 % sowie eine maximale prozentuale Zipfelhöhe Zmax von höchstens 6 % auf. Sie eignen sich aufgrund dessen gut zum Tiefziehen und damit zur Fertigung eines erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses mit minimaler Schrottgenerierung. Die Werte für Z und Zmax sind dabei vergleichbar beziehungsweise geringfügig besser als die der Vergleichsbänder 4, 5 und 6.
Wie Tabelle 3 ferner zeigt, weisen die erfindungsgemäßen Bänder 1, 2, 3 und 7 eine elektrische Leitfähigkeit σ von mindestens 35 % IACS auf. Gegenüber den bisher verwendeten Batteriezellgehäusen aus nickelplattiertem Stahl ist die elektrische Leitfähigkeit damit deutlich erhöht, sodass schnellere Ladezeiten, geringere elektrische Verluste und somit auch eine geringere Wärmeentwicklung beim Betrieb der Batteriezellen erreicht werden können. Zwar ist die elektrische Leitfähigkeit σ der erfindungsgemäßen Bänder 1, 2, 3 und 7 geringfügig schlechter als diejenige der Vergleichsbänder 4, 5 und 6, jedoch erfüllt sie die Anforderungen für Batteriezellgehäuse dennoch problemlos. Aufgrund des Wiedemann-Franz-Gesetzes, wonach ein direkter Zusammenhang zwischen elektrischer und thermischer Leitfähigkeit in Metallen besteht, gelten analoge Überlegungen auch für die thermische Leitfähigkeit. Eine verbesserte thermische Leitfähigkeit der erfindungsgemäßen Aluminiumlegierungsbänder im Vergleich zu nickelplattiertem Stahl ermöglicht hierbei eine wesentlich effizientere Kühlung der Batteriezellen insbesondere bei hohen C-Raten, die beim Schnellladen auftreten, sowie eine homogenere Temperaturverteilung über den Wickel, wodurch die Alterung der Batteriezelle begrenzt wird.
Wie Tabelle 3 ferner zeigt, weisen die erfindungsgemäßen Bänder 1, 2, 3 und 7 eine Dicke zwischen 0,1 mm und 2,0 mm auf. Hierdurch wird bei der Verwendung zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses ein guter Kompromiss zwischen mechanischer Stabilität und effizientem Materialeinsatz erreicht. Daneben wird auch die gravimetrische und volumetrische Energiedichte einer entsprechenden
Batteriezelle beziehungsweise eines Batteriemoduls oder Batteriesystems nicht zu stark verringert.
Das Korrosionsverhalten des erfindungsgemäßen Bands 3 und des Vergleichsbands 4 wurden exemplarisch mittels zyklischer Polarisationsmessung gemäß DIN 50918:2018-09 unter Verwendung eines Lithiumhexafluorophosphat-Elektrolyten durchgeführt. Dabei wurde zunächst das Ruhepotential von beizentfetteten Bändern im Elektrolyten bestimmt und anschließend folgende Polarisationen durchgeführt:
1. Polarisation vom Ruhepotential mit 1 mV/s um 600 mV in kathodische Richtung,
2. Polarisation mit 1 mV/s aus dem kathodischen Bereich in anodische Richtung bis zu dem Potential, das einem Korrosionsstrom von 1 mA/cm2 entspricht,
3. Rückpolarisation mit 1 mV/s zurück in kathodische Richtung.
Die Auswertung der Messungen ergab die in der nachfolgenden Tabelle 4 gezeigten Kennwerte zur Charakterisierung des Korrosionsverhaltens. Im Einzelnen zeigt Tabelle 4 die kathodische Stromdichte, die Austauschstromdichte und den Polarisationswiderstand. Wie die Tabelle zeigt, weisen das erfindungsgemäße Band 3 und das Vergleichsband 4 praktisch gleiche kathodische Stromdichten, Austauschstromdichten und Polarisationswiderstände auf, sodass das erfindungsgemäße Band 3 die Anforderungen an die Elektrolytbeständigkeit in gleicher weise erfüllt wie das Referenzband 4, das eine für prismatische Batteriezellgehäuse des Stands der Technik typische Legierungs-Zustands- Kombination aufweist.
Tabelle 4
Da die Elektrolytbeständigkeit im Wesentlichen durch die chemische Zusammensetzung bestimmt wird, welche für die erfindungsgemäßen Bänder 1, 2, 3 und 7 einerseits sowie die Vergleichsbänder 4, 5 und 6 andererseits jeweils sehr ähnlich ist, ergibt sich aus den zyklischen Polarisationsmessungen nach DIN 50918:2018-09 insgesamt, dass die Elektrolytbeständigkeit für die erfindungsgemäßen Bänder 1, 2, 3 und 7 im Wesentlichen identisch mit denen der Vergleichsbänder 4, 5 und 6 aus der Aluminiumlegierung AA3003 ist. Damit erfüllen die erfindungsgemäßen Bänder gleichermaßen die Anforderungen an die Elektrolytbeständigkeit und sind daher für die Verwendung zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuses geeignet.
Aufgrund der soeben im Einzelnen ausgeführten vorteilhaften Eigenschaften der erfindungsgemäßen Bänder 1, 2, 3 und 7, insbesondere der Bänder 1 und 3, eignen sich diese in besonderem Maße für die erfindungsgemäße Verwendung zur Herstellung eines Batteriezellgehäuses. Auf diese Weise können erfindungsgemäße Batteriezellgehäuse hergestellt werden, welche exemplarisch in den Figuren 1 bis 3 dargestellt sind.
Die in den Figuren 1 bis 3 gezeigten Batteriezellen (10, 20, 30) können Sekundärzellen, insbesondere Lithium-lonen-Sekundärzellen oder Natrium-lonen- Sekundärzellen sein, sodass die erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuse (11, 21, 31) dementsprechend jeweils Gehäuse einer Sekundärzelle, insbesondere einer Lithium- lonen-Sekundärzelle oder einer Natrium-lonen-Sekundärzelle sind. Damit können die vorteilhaften Eigenschaften der erfindungsgemäß verwendeten Aluminiumlegierungsbänder insbesondere für diese Typen von Batteriezellen ausgenutzt werden.
Ferner können die in den Figuren 1 bis 3 gezeigten erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuse (11, 21, 31) insbesondere eine zylindrische Bauform, eine prismatische Bauform oder eine Pouch-Bauform aufweisen. Fig. 1 zeigt ein
erfindungsgemäßes Batteriezellgehäuse (11) in zylindrischer Bauform; Fig. 2 ein erfindungsgemäßes Batteriezellgehäuse (21) in prismatischer Bauform, und Fig. 3 ein erfindungsgemäßes Batteriezellgehäuse (31) in Pouch-Bauform. Somit können die vorteilhaften Eigenschaften der erfindungsgemäß verwendeten Aluminiumlegierungsbänder bei allen derzeit typischen Bauformen eines Batteriezellgehäuses ausgenutzt werden.
Ferner weisen die Aluminiumlegierungen, welche den in den Figuren 1 bis 3 gezeigten erfindungsgemäßen Batteriezellgehäusen (11, 21, 31) zugrunde liegen, vorzugsweise einen Anteil von mindestens 50 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 70 Gew.-% Recycling-Material auf. Vorzugsweise wird der Recycling-Anteil durch Verwendung von Post-Consumer-Schrotten erreicht. Durch die damit verbundene Energieeinsparung wird die Fertigung von Batteriezellgehäusen mit möglichst geringem CO2-Fußabdruck ermöglicht und die Nachhaltigkeit der Batteriezellgehäuse erhöht. Dies ist deshalb möglich, weil sich die erfindungsgemäßen Batteriezellgehäuse (11, 21, 31) aufgrund ihrer Legierungszusammensetzung gut zur Realisierung hoher Recycling-Anteile eignen. Zusätzlich oder alternativ kann der Recycling-Anteil auch durch Verwendung von internen oder externen Prozessschrotten erreicht werden und ebenfalls eine Verringerung des CO2-Fußabdrucks gegenüber einer Primäraluminium basierten Fertigung erreicht werden.