BURST BETRIEB MIT VARIABLER BURST FREQUENZ UND VARIABLEM BURST TASTGRAD FÜR BETRIEB VON DC/DC WANDLERN MIT NIEDRIGER AUSGANGSLEISTUNG ODER -STROM
BESCHREIBUNG
Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines getakteten elektronischen Leistungswandlers mit einem Ausgangsleistungsbereich zum Betreiben einer an- schließbaren Last.
Hintergrund
Elektronische Schaltungen, z.B. Leistungswandler zur Versorgung einer Last mit elektrischer Energie oder Leistung, also zu deren Wandlung zwischen einer Quelle und einer Last, sind heutzutage meist getaktet betrieben, um verlustarm arbeiten zu können, und müssen fast immer geregelt sein. Zu diesem Zweck muss solch ein getakteter elektronischer Leistungswandler verschiedene Spannungsüberset- zungen zwischen seinem Ein- und Ausgang ermöglichen können, und dies auch bei unterschiedlichen Ausgangsströmen. Anders ausgedrückt muss dieser Leis- tungswandler verschiedene Ausgangsströme einstellen und somit kontrollieren können, wobei sich - je nach momentaner Belastung - verschiedene Spannungs- übersetzungen zwischen seinem Ein- und Ausgang ergeben. Jeder hier betrachte- te getaktete elektronische Leistungswandler muss folglich in einem flächenförmi- gen und einstückig zusammenhängenden Arbeitsbereich in einem IV-Diagramm, das vom Ausgangsstrom als x-Achse und von der Spannungsübersetzung als y- Achse aufgespannt wird, ordnungsgemäß arbeiten, also verlustarm elektrische Energie oder Leistung wandeln können. Ist der zeitliche Mittelwert der Eingangs-
Spannung im Wesentlichen konstant und als solcher bekannt, wovon im Weiteren stets ausgegangen wird, kann an der y-Achse des IV-Diagramms statt der Span- nungsübersetzung auch direkt die Ausgangsspannung angetragen sein.
Der getaktete elektronische Leistungswandler muss ferner mittels einer speziellen Steuergröße und abhängig von seiner momentanen Belastung einen bestimmten Arbeitspunkt innerhalb seines flächenförmigen Arbeitsbereichs immer und wieder- holt anfahren können, was letztlich durch schnelle und exakte Einstellung der momentan zu übertragenden Leistung geschieht. Deswegen kann sein Arbeitsbe- reich auch Leistungsbereich genannt werden. Dann taugt der betrachtete Leis- tungswandler als Stellglied innerhalb des Regelkreises für eine elektronische Energiewandlung oder Energieversorgung. Dieser Regelkreis kommt in allen Be- triebsgeräten, Laborstromversorgungen, Schaltnetzteilen, Gleichspannungs- oder Gleichstromwandlern, aktiven Spannungs- oder Stromquellen oder ähnlichem vor und übernimmt eine zweite Koordinate innerhalb des Arbeitsbereichs, die auch Regelkoordinate genannt sei. Eine erste Koordinate entspricht der Lastkennlinie. Der Schnittpunkt zwischen diesen beiden Koordinaten, also zwischen Lastkennli- nie und Regelkoordinate, ergibt den Arbeitspunkt. Ist dieser Regelkreis bspw. auf den Ausgangsstrom des getakteten elektronischen Leistungswandlers ausgerich- tet, steht seine zugehörige Regelkoordinate in besagtem IV-Diagramm senkrecht auf der x-Achse an der Stelle, die dem gerade vorgegebenen Sollwert für einen Ausgangsstrom entspricht. Bei einer Regelung auf die Ausgangsspannung liegt die zugehörige Regelkoordinate waagerecht im IV-Diagramm auf der Höhe, die dem aktuell gültigen Sollwert einer Ausgangsspannung entspricht.
Entladungslampen oder Leuchtdioden als Last haben in sich vorgegebene Brenn- oder Flußspannungen, wodurch deren Lastkennlinien zu quasi waagerechten Ge- raden innerhalb des Arbeitsbereichs im IV-Diagramm werden. Solche Lasten wer- den bevorzugt stromgeregelt mit Energie versorgt, damit sich ein gut definierter Arbeitspunkt ergibt. Deshalb werden solche getakteten elektronischen Leistungs- wandler, die aus sich selbst heraus einer Stromquelle ähneln oder sogar gleich- kommen oder die gutmütig auf eine Regelung ihres Ausgangsstroms reagieren, im Weiteren bevorzugt betrachtet.
Eine elektronische Schaltung zur Energieversorgung kann auch auf ihre momen- tane Leistung geregelt sein. Die sich dann ergebenden Regelkoordinaten sind lau- ter jeweils zur Winkelhalbierenden des IV-Diagramms symmetrische Hyperbeln, die insbesondere bei höheren Leistungen die Lastkennlinien ebenso schneiden. Leistungshyperbeln als Regelkoordinaten eignen sich daher besonders gut für eine Regelung auf maximal zulässige Leistung, um eine Überlastung des getakte- ten elektronischen Leistungswandlers zuverlässig zu vermeiden.
Insbesondere für Betriebsgeräte, die zum Versorgen von Leuchtdioden als Last vorgesehen sind, kann ein flächenförmiger und einstückig zusammenhängender Arbeitsbereich bspw. durch die sechs Regelkoordinaten
• maximaler Ausgangsstrom
• maximale Ausgangsleistung
• maximale Ausgangsspannung
• minimaler Ausgangsstrom
• minimale Ausgangsleistung
• minimale Ausgangsspannung definiert sein. Soll der minimale Ausgangsstrom bei null liegen, die gesamte Ver- sorgungsschaltung also leerlaufstabil sein, empfiehlt sich statt der minimalen Aus- gangsleistung - die dann ja null ist - die minimal mögliche Leerlaufausgangs- spannung als neuer definierender Punkt. Soll dieselbe Versorgungsschaltung zu- sätzlich kurzschlussfest sein, ist als weiterer definierender Punkt der minimal ein- stellbare Kurzschlußstrom wiederum geeigneter als die minimale Ausgangsleis- tung. Eine Verbindungskurve zwischen diesen beiden letztgenannten Punkten er- setzt obige Koordinate der minimalen Ausgangsleistung und soll „bauchig“ mög- lichst nahe am Nullpunkt des IV-Diagramms vorbeziehen, wobei die Verbindungs- kurve in Abschnitten durchaus einer minimalen Ausgangsleistung nahekommen kann. Jeder durch lauter Regelkoordinaten oder durch die ersten drei davon plus minimale Leerlaufausgangsspannung plus minimal möglicher Kurzschlußstrom plus geforderte Verbindungskurve dazwischen eingegrenzte Arbeitsbereich wird im Weiteren als geforderter Arbeitsbereich angesehen. Letztere Kurve kann von einer durch den betrachteten Leistungswandler natürlich möglichen oder ermög- lichten Verbindungskurve abweichen, was ein Grund dieser Offenbarung ist.
Die meisten elektronischen Schaltungen zur Wandlung elektrischer Energie oder Leistung, die einer Quelle entnommen wird und nach Wandlung zur Versorgung einer Last dient, insbesondere alle Betriebsgeräte, Laborstromversorgungen, Schaltnetzteile, Gleichspannungs- oder Gleichstromwandler, aktive Spannungs- oder Stromquellen oder ähnliches nutzen als Quelle das öffentliche Stromversor- gungsnetz, das üblicherweise eine bekannte effektive Spannung zwischen 90 V und 277 V anbietet bei einem idealerweise sinusförmigen Spannungsverlauf und bei einer Frequenz zwischen 50 Hz und 60 Hz. Um damit kompatibel zu sein, dür- fen die Verzerrungen, die der Eingangsstrom bspw. eines Betriebsgeräts im Ver- gleich zu seiner Eingangsspannung aufweist, gewisse enge Grenzen nicht über- schreiten. Bei allen Eingangsleistungen > 5 W ist dazu ein Leistungsfaktorkorrek- tor nötig, der oft mit PFC (= power factor corrector) abgekürzt ist und in Leistungs- flussrichtung gesehen direkt auf den Eingang der gesamten elektronischen Schal- tung folgt. Dessen Ausgang ist von einem großen Zwischenkreiskondensator ge- bildet, in dem eine Zwischenkreisspannung gepuffert wird, auf deren zeitlichen Mittelwert der PFC geregelt ist. Die Zwischenkreisspannung ist also bekannt und in etwa konstant und versorgt den eigentlichen getakteten elektronischen Leis- tungswandler mit Energie, der dadurch gekennzeichnet ist, dass er oft eine galva- nische Isolation zwischen seinem Ein- und seinem Ausgang aufweist, und dass er immer einen wie oben schon beschriebenen flächenförmigen und einstückig zu- sammenhängenden Arbeits- oder Leistungsbereich anbietet. Mit der speziellen Steuergröße werden verschiedene Arbeitspunkte auf einer Lastkennlinie innerhalb seines Arbeitsbereichs kontrolliert angefahren.
Alle getakteten elektronischen Leistungswandler umfassen jeweils mindestens einen Speicherkondensator und mindestens eine Speicherinduktivität oder Spei- cherspule oder Speicherdrossel sowie mindestens eine Gleichrichterdiode und mindestens einen aktiv steuerbaren Leistungstransistor. Damit sind die drei ein- fachsten Leistungswandlertopologien Tiefsetzsteller (Buck), Hochsetzsteller (Boost) und Drosselinverswandler (Buck-Boost) bereits umrissen. Ein Öuk- Wandler, ein Zeta-Wandler und ein SEPIC (= single-ended primary inductor con- verter) sind kompliziertere Topologien, die dennoch nur genau einen aktiv steuer- baren Leistungstransistor und eine Gleichrichterdiode umfassen und zusammen mit den drei erstgenannten Topologien die sechs möglichen grundlegenden Ein-
takt-Leistungswandler bilden. Alle drei letztgenannten Leistungswandlertopologien können genauso wie der Drosselinverswandler eine Ausgangsspannung erzeu- gen, die sowohl größer als auch gleich als auch kleiner als die jeweilige Eingangs- spannung sein kann, und benötigen dazu jeweils dieselbe spezielle Steuergröße, deren Wert in allen vier Topologien sogar jeweils das gleiche Spannungsüberset- zungsverhältnis erzeugt. Für die sechs Eintakt-Leistungswandler ist meist eine PWM oder eine anderweitige digitale Taktung zwischen „Ein“ und „Aus“ des akti- ven Leistungstransistors die spezielle Steuergröße, deren Wert einem Tastver- hältnis innerhalb der speziellen Steuergröße entspricht.
Der Speicherkondensator am Ausgang eines Hochsetzstellers, eines Drosselin- verswandlers oder eines SEPICs kann auch mit dem Zwischenkreiskondensator identisch sein, wenn diese drei Leistungswandlertopologien wie sehr oft als PFC eingesetzt werden. Bei letzteren beiden und beim Zeta-Wandler kann die jeweils mit einer durchgehenden Masseleitung verbundene Speicherinduktivität durch ei- nen Transformator ersetzt sein, wodurch aus dem Drosselinverswandler ein Fly- back-Wandler entsteht. Daraus folgt, dass Flyback und SEP IC auch als isolieren- de PFCs ausgebildet sein können. Einen isolierenden Öuk-Wandler zu konstruie- ren ist ebenso möglich, aber komplizierter. Ein Öuk-Wandler oder ein Zeta- Wandler in reiner PFC-Funktion ist unüblich.
Solange alle Zeitpunkte beider Schaltaktivitäten „Einschalten“ und „Ausschalten“ des aktiven Leistungstransistors in den Eintakt-Leistungswandlern von außen vor- gegeben werden, sind sie hartschaltend betrieben. Der Nachteil davon sind starke Funkstörungen und Schaltverluste proportional zu einer Wandlertaktfrequenz so- wie quadratisch proportional zum Spannungsbereich. Diese Verluste treten be- sonders im sogenannten CCM (= continuous conduction mode) auf, der für kleine- re Ausgangsströme automatisch in einen CRM (= critical conduction mode) oder TCM (= transient conduction mode) übergeht. Dabei berührt der Strom der min- destens einen Speicherinduktivität pro Takt einmal die Nulllinie, zeigt dabei aber annähernd keine Lücke. Da dieser Modus obige Schaltverluste und Funkstörun- gen deutlich reduziert, wird er für fast alle Eintakt-Leistungswandler kleiner und mittlerer Leistungen (bis bspw. 500 W) als Normalmodus vorgesehen und liegt auch hier allen weiteren Beschreibungen dieser Sorte von Wandlern zugrunde. Im
Unterschied zum hartschaltenden Betrieb werden die Einschaltzeitpunkte des Leistungstransistors nicht mehr von außen vorgegeben, sondern ergeben sich aus optimalen Zustandspunkten innerhalb der Schaltung.
Die Größe der mindestens einen Speicherinduktivität innerhalb der sechs grundle- genden Eintakt-Leistungswandler beeinflusst den minimal möglichen Ausgangs- strom, und deren Sättigungsverhalten sowie die Dimensionierung der übrigen am Wandler beteiligten Bauteile begrenzen den maximal möglichen Ausgangsstrom. Letzterer ist im laufenden Betrieb schlecht erkennbar und muss daher durch Re- gelung auf einen zu diesem Maximum passend abgespeicherten oder anderweitig vorgehaltenen Sollwert eingehalten werden. Die maximale Ausgangsspannung ist entweder auf die Eingangsspannung gedeckelt wie beim Tiefsetzsteller oder durch die Dimensionierung der Bauteile begrenzt, die maximale Ausgangsleistung ist über die maximal zulässigen Verluste limitiert. Auch diese beiden Dinge sind von der Regelung zu erkennen und gemäß abgespeicherter oder anderweitig vorge- haltener Maximal-Sollwerte abzufangen. Der Hochsetzsteller ist insofern ein Son- derfall, da seine minimale Ausgangsspannung auf die momentane Eingangsspan- nung begrenzt ist.
Werden zwei aktiv steuerbare Leistungstransistoren in derselben Leistungswand- lertopologie eingesetzt, entstehen als sogenannte Gegentakt-Leistungswandler zumeist Halbbrücken, die einen Brückenzweig aus zwei seriell verschalteten Leis- tungstransistoren umfassen, der zum Eingang hin über einen Speicherkondensa- tor abgeschlossen ist. Dieser liegt zwischen der Arbeitselektrode des oberen und der Bezugselektrode des unteren Leistungstransistors und ist zumeist mit einem Zwischenkreiskondensator identisch. Die beiden nicht mit dem Zwischenkreiskon- densator verbundenen „großen“ Elektroden beider Leistungstransistoren, also die Bezugselektrode des oberen und die Arbeitselektrode des unteren Leistungstran- sistors, bilden gemeinsam einen Mittelpunkt des Brückenzweiges. Neben einer Funktionsänderung für die dort angeschlossene Speicherinduktivität, die weiter unten noch beschrieben wird, und neben mindestens einer zusätzlichen Gleich- richterdiode, die zusammen mit der in allen Eintakt-Leistungswandlern schon vor- handenen einen vollwellentauglichen Gleichrichter bildet, benötigen die Halbbrü- cken zusätzlich mindestens einen weiteren Speicherkondensator in Serie zur
Speicherinduktivität, der den Gleichspannungsanteil der Spannung am Mittelpunkt des Brückenzweigs aufnimmt und daher oft Koppelkondensator genannt wird. Bil- det der Koppelkondensator zusammen mit der Speicherinduktivität, die bei Halb- brücken vorteilhaft zumindest teilweise durch einen Transformator realisiert ist, einen Resonanzkreis mit einer Eigenfrequenz unterhalb einer aktuellen Wandler- taktfrequenz, die an der Spannung am Mittelpunkt des Brückenzweigs ablesbar ist, entsteht eine resonante Halbbrücke mit Schaltentlastung durch ZVS (= zero voltage switching). Dabei geschieht jeder Einschaltvorgang beider Leistungstran- sistoren des Brückenzweigs spannungslos, wodurch jegliche Einschaltverluste vermieden und damit auch die Funkstörungen minimiert sind. Zum Erzielen dieser sehr vorteilhaften ZVS-Schaltentlastung wird der Resonanzkreis und der daran angeschlossene Gleichrichter von seinem Brückenzweig überresonant mit Energie versorgt, damit er sich zumindest leicht induktiv verhält. Zur Reduktion der über- tragenen Leistung wird fast immer, anstatt die üblicherweise gleichlangen Zeitab- schnitte zur abwechselnden Ansteuerung des unteren und des oberen Leistungs- transistors unterschiedlich lang zu machen, einfach die Wandlertaktfrequenz für eine resonante Halbbrücke erhöht. Dabei verhält sich der Resonanzkreis zuneh- mend stärker induktiv, wodurch die übertragbare Wirkleistung gedrosselt wird. Bei resonanten elektronischen Leistungswandlern sind wie schon oben bei CRM oder TCM die jeweiligen Einschaltzeitpunkte der Leistungstransistoren nicht von außen vorgebbar, sondern durch optimale Zustandspunkte aus dem Inneren der Schal- tung definiert. Sobald im Weiteren von einem Normalmodus für eine Leistungs- übertragung die Rede sein wird, gelten entweder CRM bzw. TCM für die Eintakt- Leistungswandler oder resonantes ZVS für die Halbbrücken. Die spezielle Steuer- größe für erstere ist ein Tastverhältnis in einer PWM, für letztere die Wandlertakt- frequenz. Die Speicherinduktivität aus den sechs Eintakt-Leistungswandlern, in der gleichstrombehaftete Ströme oder bei CCM sogar lückenlose Gleichströme, die nur noch eine Welligkeit in Wandlertaktfrequenz aufweisen, gespeichert sein kön- nen, ist bei der Halbbrücke in eine Resonanzinduktivität oder in einen induktiven Anteil des Resonanzkreises übergegangen mit folglich deutlich reduzierten Henry- Werten. Denn zumindest im Transformatorabschnitt dieser Resonanzinduktivität fließt nun reiner Wechselstrom in der Wandlertaktfrequenz. Meistens bildet die Streuinduktivität eines Transformators als Resonanzinduktivität L in Serie zur übli-
chen Kapazität C eines Koppelkondensators Resonanzfrequenzen aus, die für die Halbbrücke zu hoch sind, weshalb sehr große Koppelkondensatoren nötig wären, die wiederum zu so niedrigen reaktiven Impedanzen führten, dass eine derartige resonante Halbbrücke nur als Schweißgerät taugte. Daher wird meist eine diskrete Resonanzspule zur Primärwicklung des Transformators in Serie geschaltet, um zusammen mit üblichen oder sogar verkleinerten Koppelkondensatoren über die Impedanz Wurzel (L/C) den Ausgangsstrombereich der resonanten Halbbrücke einzustellen.
Darum herum wird der mögliche Arbeitsbereich einer resonanten Halbbrücke von ihren natürlichen ZVS-Grenzen definiert, die meist beliebig gekrümmt sind und sogar die Achsen des IV-Diagramms in beliebigen Winkeln berühren können. Eine resonante Halbbrücke kann sowohl leerlaufstabil als auch kurzschlussfest sein. Die beiden Regelkoordinaten „maximaler Ausgangsstrom“ und „maximale Aus- gangsspannung“ als geforderter Arbeitsbereich liegen innerhalb des möglichen Arbeitsbereichs, sofern die maximale Leistung nicht überschritten ist. Die obere und rechte natürliche ZVS-Grenze kann die Regelkoordinate „maximale Leistung“ ersetzen, wenn die Ansteuerung des Brückenzweiges diese natürliche Arbeitsbe- reichsbegrenzung entweder kennt (Maximalarbeitspunkte in einem p-Prozessor oder -Controller abgespeichert) oder mittels Non-ZVS-Erkennung kontinuierlich ausmisst oder gar nicht überschreiten kann. Letzteres ist insbesondere bei soge- nannten Selbstschwingern gegeben, da ihre Ansteuerungen auf den für ZVS er- forderlichen Rest an Blindleistung aus ihren Resonanzkreisen angewiesen und somit intrinsisch darauf abgestimmt sind. In anderen Worten versiegt die Ansteue- rung und schaltet sich der Leistungswandler ab, wenn zu wenig Blindleistung oder eben kein ZVS mehr vorhanden ist.
Zur Auswahl der Leistungswandlertopologie als Stellglied für bspw. ein Betriebs- gerät sowie zu deren Auslegung und Dimensionierung wird der geforderte Ar- beitsbereich im IV-Diagramm herangezogen. Je größer er sein soll und vor allem je näher er an die Achsen des IV-Diagramms heranreichen soll, wodurch sich die Spreizung der Ausgangsgrößen erhöht, desto kostspieliger wird dieses Stellglied, denn sein natürlicher oder möglicher Arbeits- oder Leistungsbereich weicht fast grundsätzlich von dem geforderten ab. Nach üblicher Auslegung und Dimensionie-
rung wird der natürliche oder mögliche Arbeitsbereich so groß gemacht, dass er den geforderten umschließt, was logischerweise kostentreibend ist. Dann schau- felt der getaktete elektronische Leistungswandler unnötig viel Blindleistung hin und her oder benötigt unnötig groß dimensionierte reaktive Bauteile oder eine unnötig komplizierte Topologie. Alles treibt Kosten und Verluste nach oben und führt oft dazu , dass der Leistungswandler Flächenstücke bedienen kann, die in seinem Arbeitsbereich gar nicht gefordert sind. Ein strom-bidirektionaler Wandler ist bspw. hilfreich für einen Ausgangsstrom gleich null, auch wenn der negative Teil seines möglichen Arbeits- oder Leistungsbereichs gar nicht gebraucht wird.
Bei weniger üppigen Leistungsbereichen, bspw. ohne negativen Teil, bleibt gerade der Bereich kleiner Ausgangsströme, kleiner Ausgangsspannungen bzw. kleiner Ausgangsleistungen generell problematisch in Bezug auf seine Erreichbarkeit und Regelbarkeit. Bei der resonanten Halbbrücke bestimmt die genaue Form und Aus- legung des Resonanzkreises, wie weit der mögliche Arbeitsbereich unten links am Ursprung, also die natürliche ZVS-Grenze als Verbindungskurve zwischen kleinstmöglicher Leerlaufausgangsspannung und kleinstmöglichem Kurzschluß- strom am Nullpunkt des IV-Diagramms entfernt ist. In einem ungünstigen Fall ragt diese Verbindungskurve in Form bspw. eines Fingers in den Arbeitsbereich hinein und schneidet ein wichtiges Flächenstück aus ihm heraus. Bei allen Eintakt- Leistungswandlern ergeben sich in Verbindung mit der höchstmöglichen Wandler- taktfrequenz in Form einer kleinstmöglichen On-Zeit des Leistungstransistors aus dem Wert der mindestens einen Speicherinduktivität die niedrigsten möglichen Ausgangsströme, die obendrein von den momentanen Ein- und Ausgangsspan- nungen abhängen. Wird der durch CRM oder TCM definierte optimale Wiederein- schaltzeitpunkt verstreichen gelassen und der Leistungstransistor jedes Mal erst später eingeschaltet, wird zwar ein noch kleinerer Ausgangsstrom ermöglicht, da- für steigen aber die Verluste und die Funkstörungen. Eine Möglichkeit, beides zu- mindest im Ansatz gleichzeitig einzuhalten, also regelmäßig verspätet einschalten und trotzdem optimale Wiedereinschaltzeitpunkte zu treffen, wird in WO- 2016/050689-A2 offenbart.
Das Letztgenannte ist jedoch nur aufwendig realisierbar und für resonante Halb- brücken sogar unmöglich. Ein Burstmodus hingegen eröffnet eine Arbeitsbe-
reichsvergrößerung nach unten. Denn eine ausgewählte und schon optimierte Leistungswandlertopologie lässt einen Abschnitt des geforderten Arbeitsbereichs in ihrem Normalmodus meist prinzipiell nicht zu, weshalb ihr Normalmodus, eben ZVS, CRM oder TCM, zeitweise verlassen werden muss. Dabei wird während der sogenannten Bursts ein Leistungswandler in seinem Normalmodus betrieben, und zwischen zwei Bursts komplett abgeschaltet oder ausgetastet, also während die- ser Pause sein aktiver Leistungstransistor beispielsweise einfach nicht angesteu- ert. Dies geschieht periodisch, wodurch sich neben der speziellen Steuergröße für den Leistungswandler als solchen eine zweite Steuergröße ergibt in Form einer Burstdauer und einer Pausendauer zwischen jeweils zwei Bursts. Die Zeit zwi- schen zwei aufeinanderfolgenden Anfängen von Bursts sei Burstperiode genannt, deren Kehrwert entsprechend Burstfrequenz. Der Gedanke dahinter ist eine Aus- dünnung der Zusatzverluste aufgrund der Verletzung des ZVS-, CRM- oder TCM- Prinzips, weil diese Zusatzverluste nicht in jeder Taktperiode des Leistungswand- lers auftreten, sondern nur zu Beginn jedes Bursts. Damit sich kein „Einzelpuls- Burstbetrieb“ ergibt, dessen optimale Variante in WO-2016/050689-A2 beschrie- ben ist, muss besagte Burst-Periode deutlich länger als die Taktperiode des ei- gentlichen Leistungswandlers sein, bspw. mindestens zehnmal so lang.
Zum Erzielen eines Burstmodus' kann die Dimensionierung einer Leistungswand- lertopologie, insbesondere wenn es sich um eine resonante handelt, entweder periodisch wiederkehrend oder blockweise umgeschaltet werden je nachdem, welche Form eines natürlichen Arbeitsbereichs aktuell gebraucht wird. Bei block- weiser Umschaltung wird zusätzliche Blindleistung zugeschaltet, wenn ein vergrö- ßerter oder veränderter natürlicher Arbeitsbereich erforderlich ist, und wieder weggeschaltet, wenn dieser nicht mehr nötig ist. Bei periodischer Umschaltung kann die zugeschaltbare Blindleistung so beschaffen und so hoch sein, dass sich durch ihre Zuschaltung der Leistungswandler auftrennt in einen Blindleistungs- schwinger und einen Gleichrichter, der samt einer Last dann jeweils abgekoppelt ist. Während der Bursts oder während eines Betriebs im Normalmodus ist die zu- schaltbare Blindleistung weggeschaltet, um den Gleichrichter und die Last eben nicht abzukoppeln, sondern normal mit Energie zu versorgen.
In EP-2952060-B1 ist beispielhaft gezeigt, wie eine Pause zwischen zwei Bursts minimal eine halbe Taktperiode einer Halbbrückenansteuerung lang andauern kann und auch darauf synchronisiert ist. Dort besteht eine Pause jeweils aus ei- nem kurzzeitigen Kurzschluss des Gleichrichters einer resonanten Halbbrücke. Umgekehrt kann ein einzelner Burst minimal dieselbe Dauer aufweisen. Dazwi- schen sind sämtliche Kombinationen mit einer Zeitrasterung in dieser halben Taktperiode möglich. Eine Umschaltung der Topologie liegt deshalb vor, weil der Brückenzweig auch während der Pausen weiter getaktet wird, wobei der daran angeschlossene Resonanzkreis dann jeweils in sich geschlossen ist.
Sobald eine resonante Halbbrücke durch schaltbare Reaktanzen oder Kurzschlüs- se ausgetastet wird, kann bei guter zeitlicher Abstimmung der Pausen zwischen den Bursts auf den Wandlertakt die ZVS-Bedingung auch zu Burstbeginn einge- halten werden. Die Verluste des Blindleistungsschwingers während der Pausen treten an die Stelle der Zusatzverluste bei Burstbeginn in den Eintakt- Leistungswandlern. Diese lassen sich sogar, statt sie auszutasten, blockweise oder periodisch in ihrer Topologie umschalten. Beispielsweise kann durch Über- brückung des Binnenkondensators und der eigentlichen Gleichrichterdiode durch eine zusätzliche schaltbare Gleichrichterdiode aus einem SEPIC ein Hochsetzstel- ler gemacht werden, wie es u. a. in EP-1710898-B1 oder in US-8,379,422-B2 of- fenbart ist.
Ziel bei alldem, insbesondere im jeweiligen Burstmodus, kann neben dem ge- wünschten Mittelwert auch eine bestimmte Welligkeit des Ausgangsstroms sein. Diese Welligkeit soll abschnittsweise unabhängig vom Mittelwert des Ausgangs- stroms und damit unabhängig von Burstdauern und Burstfrequenzen eines den Ausgangsstrom steuernden Burstmodus' sein und kann oder soll sogar die Wellig- keit des Ausgangsstroms bei Betrieb im Normalmodus übersteigen.
Aufgabe
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum Betrieb eines getakteten elektro- nischen Leistungswandlers in bspw. einem Betriebsgerät für Leuchtdioden anzu- geben, das keine unnötigen Schaltungserweiterungen für den Leistungswandler
erfordert. Dabei umfasst das Betriebsverfahren zumindest zwei Bereiche, einen ersten Bereich mit Betrieb des Leistungswandlers in seinem Normalmodus und mindestens einen zweiten Bereich für Ausgangsströme oder Ausgangsleistungen, die kleiner als diejenigen vom Normalmodus erreichbaren sind, mit einem speziel- len Betriebsverfahren für einen Burstmodus. Mit einer anderen Herangehensweise als in WO-2016/050689-A2 wird ausdrücklich KEIN Einzelpuls-Burstbetrieb ange- strebt, der ein absolutes Minimum an Welligkeit im Ausgangsstrom zum Ziel hat, sondern ausgehend von einer erlaubten und größeren Welligkeit in demselben Ausgangsstrom wird eine Burstdauer und eine Pausenzeit zwischen zwei Bursts ermittelt. Dabei soll die Welligkeit des Ausgangsstroms in einem gewünschten Be- reich, der von der Burstfrequenz abhängt, und dabei bevorzugt unterhalb eines Grenzwertes, der von der Burstfrequenz abhängt, bleiben mit dem Ziel, uner- wünschte Flicker- und Stroboskop-Effekte bei der angeschlossenen LED-Last zu vermeiden bzw. zu minimieren.
Wichtige Nebenbedingung für alle noch zu betrachtenden Lösungen für das Be- triebsverfahren kann eine Leistungsübertragung über eine galvanische Isolations- barriere hinweg sein.
Die erlaubte Welligkeit nimmt bei kleiner werdenden Ausgangsströmen in einer Art und Weise zu, wie sie insbesondere für die Stromversorgung von Leuchtdioden sinnvoll ist, die bis zu sehr geringen Helligkeiten - fast bis an ihre physikalische Grenze heran - heruntergedimmt werden sollen.
Da diese Welligkeit auch von der Ausgangsspannung, die der Leistungswandler momentan abgeben soll, abhängt, muss das Betriebsverfahren ferner die Möglich- keit bieten, diese Ausgangsspannung im Ifd. Betrieb zu messen. Im Falle von bspw. seriell auf einem Modul zusammengeschalteten Leuchtdioden, die vom Leistungswandler ihres Betriebsgeräts zu versorgen sind, hängt die Ausgangs- spannung von der momentanen Temperatur des Moduls ab. Außerdem soll ein für das angegebene Betriebsverfahren vorgesehenes Betriebsgerät alternativ viele verschiede Module mit unterschiedlichen Flußspannungen mit Strom versorgen können, wodurch es zu einem immer häufiger anzutreffenden Weitbereichs- Betriebsgerät wird, sodass die Ausgangsspannung beim erstmaligen Start des Betriebsgeräts immer eine unbekannte Größe ist.
Schließlich soll das Betriebsverfahren ermöglichen, den demgemäß getakteten elektronischen Leistungswandler eines damit ausgestatteten Betriebsgeräts „aus dem Nichts“ heraus anfahren zu lassen, also einen minimal möglichen Dimmsoll- wert von Anfang an umsetzen zu können, um auf diese Weise den berüchtigten Einschaltlichtblitz zu vermeiden.
Darstellung der Erfindung
Die nähere Erläuterung des Betriebsverfahrens fußt beispielhaft auf einer reso- nanten Halbbrücke mit Serienresonanzkreis zwischen ihrem Brückenzweig und ihrem Gleichrichter, wobei der Serienresonanzkreis einen Transformator umfasst, und wobei mindestens einer der Wicklungen des Transformators mindestens ein Bypasskondensator parallelgeschaltet ist, dessen Kapazität mittels des angege- benen Betriebsverfahrens kontrolliert variabel ist. Hierfür ist der Bypasskondensa- tor mit einer Ein-Austastvorrichtung verbunden, die mit dem angegebenen Be- triebsverfahren gesteuert wird. Auch wird beschrieben, wie dasselbe Betriebsver- fahren auf Ansteuerungen von anderen getakteten elektronischen Leistungswand- lern als Stellglieder innerhalb geregelter Betriebsgeräte, wie sie besonders vorteil- haft zur Versorgung von Leuchtdioden vorgesehen sind, angewandt werden kann.
Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit einem Verfahren zum Be- treiben eines getakteten elektronischen Leistungswandlers mit einem Ausgangs- leistungsbereich zum Betreiben einer anschließbaren Last, wobei sich der Aus- gangsleistungsbereich aus einem zulässigen Ausgangsspannungsbereich und einem zulässigen Ausgangsstrombereich ergibt, der an einer seiner Seiten von einem reduzierten Ausgangsstrom begrenzt ist, wobei der Leistungswandler min- destens einen Schalter, welcher durch eine spezielle Steuergröße in Form einer geeigneten Wandlertaktfrequenz und einer geeigneten Einschaltzeitdauer betrie- ben wird, um mit einer ihn umfassenden und als steuerbare Stromquelle wirken- den Leistungswandlertopologie einen Ausgangsstrom zu regeln, und eine Ein- Austastvorrichtung aufweist, die den Ausgangsstrom des Leistungswandlers peri- odisch unterbrechbar auf einen Ausgangskondensator leitet. Der Ausgangskon- densator glättet hier vorteilhaft den Ausgangsstrom des Leistungswandlers.
Das Verfahren ist durch folgende Schritte gekennzeichnet:
- in einem ersten Betriebsmodus, der Normalmodus genannt sei und der von dem maximalen Ausgangsstrom des Leistungswandlers von 100% bis zu dem reduzier- ten Ausgangsstrom reicht, Einstellen der Ein-Austastvorrichtung auf ein Burst- Tastverhältnis von 100%, also auf einen Betrieb ohne Unterbrechungen, und Ver- stellen der Wandlertaktfrequenz und der Einschaltzeitdauer des Schalters, um den Ausgangsstrom des Leistungswandlers für die Last zu erhöhen oder zu reduzie- ren,
- in einem zweiten Betriebsmodus, der Burstmodus genannt sei und von dem re- duzierten Ausgangsstrom bis zu dem minimalen Ausgangsstrom reicht, Beibehal- ten der Wandlertaktfrequenz und der Einschaltzeitdauer des Schalters, die für den reduzierten Ausgangsstrom gültig sein können, und Einstellen eines Burst- Tastverhältnisses durch die Ein-Austastvorrichtung, um den Arbeitspunkt zu ver- ändern und damit den Ausgangsstrom des getakteten Wandlers für die Last weiter zu verringern, wobei eine Burstfrequenz ab einem Burst-Tastverhältnis, das im Bereich von 40% bis 20% liegt, mit abnehmendem Burst-Tastverhältnis reduziert wird, um eine Welligkeit des Ausgangsstroms in einem gewünschten Bereich zu halten mit dem Ziel, die Lichtqualität zu optimieren z.B. um stroboskopische Effek- te zu minimieren. Gleichzeitig wird durch die Reduzierung der Burstfrequenz die zeitliche Auflösung des Stellglieds bzw. die Auflösung der Wirkung des Tastver- hältnisses der Ein-Austastvorrichtung wunschgemäß erhöht, so dass die Stromre- gelung eine bessere Auflösung erhält. Die Burstfrequenz ist niedriger als die Wandlertaktfrequenz und ist bei dem Burst-Tastverhältnis, das im Bereich von 40% bis 20% liegt, vorteilhaft um den Faktor 2 bis 40, vorzugsweise um den Fak- tor 3 bis 15 höher als die Burstfrequenz bei minimalem Burst-Tastverhältnis und damit bei minimalem Ausgangsstrom.
Das Verfahren kann zur Übertragung von elektrischer Leistung über eine galvani- sche Barriere hinweg genutzt werden, wobei die galvanische Barriere z.B. ein Iso- lationstransformator bzw. ein Leistungsübertrager ist, wobei die Ein- Austastvorrichtung die Strompulse mit einem verstellbaren Burst-Tastverhältnis auf den Ausgangskondensator leitet, welcher zum Glätten des Ausgangsstroms dient. Der Ausgangsstrom wird in dem oben genannten zweiten Betriebsmodus, der von dem reduzierten Ausgangsstrom bis zu dem minimalen Ausgangsstrom
reicht, mittels Verstellen des Burst-Tastverhältnisses reduziert bzw. gedimmt. Der Ausgangsstrom wird durch das Ein-Austasten der Strompulse moduliert. Eine dar- aus resultierende Welligkeit des Ausgangsstroms ist abhängig von der Burstfre- quenz sowie vom Burst-Tastverhältnis sowie von der Größe des Ausgangskon- densators.
Vorteilhafterweise synchronisiert die Ein-Austastvorrichtung die Unterbrechungen des Ausgangsstroms des Leistungswandlers auf die Wandlertaktfrequenz mittels geeigneter Einstellung von Burstfrequenz und Burst-Tastverhältnis.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist die Ein-Austastvorrichtung vier Arbeitspunkte auf:
- Bei einem ersten Arbeitspunkt liegt die Burstfrequenz in einem Bereich zwischen 60Hz und 600Hz, vorzugsweise in einem Bereich zwischen 200Hz und 450Hz, und das Burst-Tastverhältnis in einem Bereich zwischen 0,05% bis 10%, vorzugs- weise in einem Bereich zwischen 1 % und 5%,
- Bei einem zweiten Arbeitspunkt liegt die Burstfrequenz in einem Bereich zwi- schen 800Hz und 4000Hz, vorzugsweise in einem Bereich zwischen 1000Hz und 2000Hz, und das Burst-Tastverhältnis in einem Bereich zwischen 15% bis 35%, vorzugsweise in einem Bereich zwischen 20% und 30%,
- Bei einem dritten Arbeitspunkt liegt die Burstfrequenz in einem Bereich zwischen 800Hz und 4000Hz, vorzugsweise in einem Bereich zwischen 1000Hz und 2000Hz, und das Burst-Tastverhältnis in einem Bereich zwischen 65% bis 85%, vorzugsweise in einem Bereich zwischen 70% und 80%,
- Bei einem vierten Arbeitspunkt liegt die Ein-Austastvorrichtungsfrequenz in ei- nem Bereich zwischen 60Hz und 600Hz, vorzugsweise in einem Bereich zwischen 200Hz und 450Hz, und das Tastverhältnis in einem Bereich zwischen 90% bis 100%, vorzugsweise in einem Bereich zwischen 98% und 100%.
Mit dieser Maßnahme werden die oben genannten Ziele besonders gut erreicht und die Lichtqualität erhöht sich über den gesamten Dimmbereich beträchtlich.
In einer weiteren Ausführungsform steigt die Burstfrequenz im Bereich zwischen dem ersten und dem zweiten Arbeitspunkt linear über dem Burst-Tastverhältnis
an. Dies stellt vorteilhaft einen besonders weichen und im Licht nicht wahrnehm- baren Übergang zwischen den Arbeitspunkten sicher.
In einer anderen Ausführungsform nimmt die Burstfrequenz im Bereich zwischen dem dritten und dem vierten Arbeitspunkt linear über dem Burst-Tastverhältnis ab. Auch hier wird durch die Maßnahme eine besonders konstante bzw. angenehme Lichtqualität beim Dimmen angestrebt.
In einer weiteren Ausführungsform bleibt die Burstfrequenz im Bereich zwischen dem zweiten und dem dritten Arbeitspunkt im Wesentlichen konstant. Auch diese Maßnahme dient einem möglichst gleichförmigen Dimmvorgang ohne sichtbare Stufen in der Lichtabgabe.
In einer bevorzugten Ausführungsform wiederholen sich Pulsmuster der Ein- Austastvorrichtung periodisch mit der Burstfrequenz. Diese Maßnahme dient vor- teilhaft einer vereinfachten Steuerung des Leistungswandlers und stellt auch eine hochwertige Lichtqualität sicher.
In einer anderen Ausführungsform ist der Ausgangskondensator der Ein- Austastvorrichtung nachgeschaltet und parallel zu Ausgangsklemmen des Leis- tungswandlers geschaltet, und die Kapazität des Ausgangskondensators wird der- art gewählt, dass eine relative Welligkeit des Ausgangsstroms folgende Kriterien erfüllt:
- Bei einer Burstfrequenz von 70Hz bis 100Hz liegt die relative Welligkeit im Be- reich 50% bis 10% und vorzugsweise im Bereich 25% bis 10%,
- Bei einer Burstfrequenz von 200Hz bis 240Hz liegt die relative Welligkeit im Be- reich 60% bis 12% und vorzugsweise im Bereich 30% bis 12%,
- Bei einer Burstfrequenz von 500Hz bis 600Hz liegt die relative Welligkeit im Be- reich 80% bis 26% und vorzugsweise im Bereich 65% bis 26%,
- Bei einer Burstfrequenz von 1000Hz bis 1200Hz liegt die relative Welligkeit im Bereich 85% bis 36% und vorzugsweise im Bereich 80% bis 36%,
- Bei einer Burstfrequenz von 3000Hz bis 4000Hz liegt die relative Welligkeit im Bereich 100% bis 36% und vorzugsweise im Bereich 90% bis 36%.
Diese Maßnahme stellt vorteilhaft ein gleichmäßiges Leuchten aller an den Leis- tungswandler angeschlossenen LED im gesamten Dimmbereich sicher, und er- möglicht ein hochwertiges, wenig moduliertes Licht bei größeren Leistungen.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist innerhalb einer Periode der Burstfrequenz, also innerhalb einer Burstperiode, mindestens ein Zeitabschnitt vorgesehen, an dem die anschließbare Last vermessen wird. Dies stellt eine ge- naue Regelung der Ausgangsleistung des getakteten Leistungswandlers sicher, der das Verfahren ausführt. Das hat vorteilhaft eine hohe Lichtqualität zur Folge.
In einer Ausgestaltung der vorherigen Ausführungsform findet der Zeitabschnitt, an dem die anschließbare Last vermessen wird, zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Ein-Austastvorrichtung den Ausgangsstrom des Leistungswandlers auf den Ausgangskondensator leitet, wobei die Länge des Zeitabschnitts im Bereich 10us bis 5000us und vorzugsweise im Bereich 50us bisl 1000us liegt. Diese Maßnahme dient einer einfachen und präzisen Regelung des getakteten Leistungswandlers.
Besonders bevorzugt werden während des Zeitabschnittes, an dem die an- schließbare Last vermessen wird, Größen gemessen, welche für eine Stromrege- lung des Leistungswandlers als Eingangsgrößen benötigt werden, insbesondere ein Eingangsstrom und eine Eingangsspannung des Leistungswandlers sowie ei- ne Ausgangsspannung des Leistungswandlers. Durch diese Maßnahme ist eine besonders genaue Regelung des getakteten Leistungswandlers möglich.
In einer Weiterbildung der vorherigen Ausführungsform werden mithilfe der ge- messenen Größen insbesondere ein Eingangsstrom und eine Eingangsspannung des Leistungswandlers sowie eine Ausgangsspannung des Leistungswandlers ermittelt, daraus mithilfe des Burst-Tastverhältnisses und eines Modells für die im getakteten elektronischen Leistungswandler anfallenden Verluste der Ausgangs- strom berechnet und durch das Verstellen des Burst-Tastverhältnisses geregelt. Diese Maßnahme stellt ebenfalls eine gute und genaue Regelung des Ausgangs- stroms und damit der Ausgangsleistung sicher, ohne dafür einen kostspielen Mes- stransformator und einen verlustbringenden ausgangsseitigen Strommesswider- stand zu benötigen.
Der durch das angegebene Verfahren steuerbare elektronische Leistungswandler wird umfasst von einem Betriebsgerät für die Steuerung und Energieversorgung von Leuchtdioden, die zur Beleuchtung vorgesehen sind.
Als eine relative Welligkeit wird oben und im Folgenden der Abstand zwischen Minima und Maxima des Zeitverlaufs des betrachteten Signals dividiert durch den aktuellen Mittelwert des sie tragenden Signals betrachtet, welches hier insbeson- dere der Ausgangsstroms des getakteten elektronischen Leistungswandlers im betrachteten Betriebsgerät sein kann.
Als Pulsmuster wird im Folgenden ein Muster der Strompulse angesehen, die auf den Ausgangskondensator des Leistungswandlers fließen bzw. nicht fließen, in- dem die Strompulse mittels der Ein-Austastvorrichtung ein- und ausgetastet wer- den.
Als Ein-Austastvorrichtung wird im Folgenden eine Vorrichtung angesehen, mit der der Stromfluss bzw. die Strompulse auf den Ausgangskondensator des getakteten elektronischen Leistungswandlers ein- und ausgetastet werden können. Das Ein- und Austasten der Strompulse kann synchron zur Schaltfrequenz des Wandlers, also zur Wandlertaktfrequenz, geschehen. Eine Auswahl an Ausführungsbeispie- len für die Ein-Austast-Vorrichtung ist:
- Bei einem getakteten Wandler mit LLC-Topologie mit Halbbrückenschaltern und LLC-Resonanzkreisen wird ein Bypasskondensator ein- und ausgetas- tet.
- Bei einem getakteten Wandler in Flyback-Topologie oder in einer anderen Eintakt-Leistungswandlertopologie mit einem MOS-FET oder ähnlichem als getaktetem Schalter wird der MOS-FET ein- und ausgetastet. Austasten bedeutet hier, dass der MOS-FET nicht im Wandlertakt schaltet, sondern für die Austastzeit oder Pausendauer permanent ausgeschaltet bleibt.
Das Burst-Tastverhältnis entspricht dem zeitlichen Anteil in %, währenddessen die Strompulse auf den Ausgangskondensator fließen, d.h. Ein-getastet sind, von der Burstperiode, oder allgemein dem Verhältnis in % von der Burstdauer zum Kehr- wert der Burstfrequenz.
Die Wandlertaktfrequenz ist die Taktfrequenz des getakteten elektronischen Leis- tungswandlers während der Bursts oder im Normalmodus, also die Frequenz, mit dem der oder die Schalter bzw. Transistoren des getakteten elektronischen Leis- tungswandlers ein- bzw. ausgeschaltet werden.
Als Ein-Austastfrequenz wird im Folgenden die Burstfrequenz der Ein- Austastvorrichtung, welche auf die Wandlertaktfrequenz synchronisiert sein kann, angesehen. In einer Periode der Ein-Austastfrequenz, also in einer Burstperiode, kann mehrmals der Strompfad vom Ausgang des getakteten Leistungswandlers auf dessen Ausgangskondensator geschaltet werden. Die Ein- Ausschaltvorrichtung erzeugt also in einer Burstperiode ein Pulsmuster, wobei die Pulse Strompulse oder Bursts, welche in den Ausgangskondensator fließen, dar- stellen. Das einfachste und zugleich häufigste Pulsmuster, auf dem die weitere Beschreibung basiert, besteht aus nur einem zusammenhängenden Burst pro Burstperiode.
Bevorzugte Ausführungsformen finden sich in den abhängigen Ansprüchen und der gesamten Offenbarung, wobei in der Darstellung nicht immer im Einzelnen zwischen Vorrichtungs- und Verwendungsaspekten unterschieden wird; jedenfalls implizit ist die Offenbarung hinsichtlich sämtlicher Anspruchskategorien zu lesen.
Weitere vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen des erfindungsgemä- ßen Verfahrens zum Betreiben eines getakteten isolierenden Leistungswandlers ergeben sich aus weiteren abhängigen Ansprüchen und aus der folgenden Be- schreibung.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich anhand der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen sowie anhand der Zeichnungen, in welchen gleiche oder funktionsgleiche Elemente mit identischen Bezugszeichen versehen sind. Dabei zeigen:
FIG 1a einen durch sechs Regelkoordinaten begrenzten geforderten Arbeitsbe- reich im IV-Diagramm,
FIG 1 b einen bis zu den Achsen des IV-Diagramms ausgedehnten günstigen Ar- beitsbereich,
FIG 1c einen bis zu den Achsen des IV-Diagramms ausgedehnten ungünstigen Arbeitsbereich,
FIG 2 einen möglichen Arbeitsbereich eines resonanten LLCC-Halbbrücken- wandlers mit mindestens einer schaltbaren Resonanzkapazität,
FIG 3a einen Arbeitsbereich eines Tiefsetzstellers im CRM bzw. TCM,
FIG 3b einen Arbeitsbereich eines SEPICs im CRM bzw. TCM,
FIG 4a ein Modell zur Welligkeitsermittlung an ohmscher Last,
FIG 4b ein Modell zur Welligkeitsermittlung mit differenziellem Lastwiderstand,
FIG 5 Frequenzen für konstante Welligkeit eines durch PWM gesteuerten Mittel- wertes abhängig vom Duty-Cycle oder Tastverhältnis derselben PWM,
FIG 6a eine Anwendung des Betriebsverfahrens auf ein Weitbereichs-LED- Betriebsgerät in einer Darstellung seines vollen Dimmbereichs von 100% bis unter 1%,
FIG 6b eine detailliertere Darstellung des unteren Dimmbereichs des Betriebsge- räts mit dem Betriebsverfahren,
FIG 6c zulässige relative Welligkeiten gemäß einer Anti-Stroboskop-Norm,
FIG 6d denselben Dimmbereich wie FIG 6b, aber dargestellt in anderen Größen,
FIG 7a gemessene Signale am rechten Rand der Figur 6b,
FIG 7b gemessene Signale an einem Punkt in der Mitte von Figur 6b,
FIG 7c gemessene Signale am linken Rand der Figur 6b,
FIG 8 eine Darstellung möglicher Trajektorien zum Starten eines neu installierten Weitbereich-Betriebsgeräts aus völliger Dunkelheit und anschließendem Hochfahren der LED-Helligkeit.
Bevorzugte Ausführung der Erfindung
Da die Begrenztheit der möglichen Arbeitsbereiche von getakteten elektronischen Leistungswandlern, jeweils betrieben in ihrem Normalmodus, durch das anzuge- bende Betriebsverfahren insbesondere zu noch kleineren Ausgangsleistungen oder -strömen hin überwunden werden soll, werden zunächst die natürlichen Grenzen der möglichen Arbeitsbereiche beispielhalber ausgewählter getakteter elektronischer Leistungswandler beschrieben. Dabei ist der Ausgangsstrom lA die die x-Achse aller folgenden IV-Diagramme definierende Größe und die Ausgangs- spannung VA die die y-Achse definierende Größe. Das Betriebsverfahren besagt, dass es einen damit beaufschlagten getakteten elektronischen Leistungswandler in seinem Normalmodus betreibt, solange der geforderte Arbeitspunkt im mögli- chen Arbeitsbereich des Leistungswandlers liegt, und dass es denselben Leis- tungswandler in einem Burstmodus betreibt, sobald der geforderte Arbeitspunkt im IV-Diagramm links oder unterhalb von dem möglichen Arbeitsbereich liegt. Ferner kann das Betriebsverfahren die Modusgrenze zwischen diesen beiden Bereichen selbständig erkennen. Innerhalb des Burstmodus' wird von dem Betriebsverfahren eine spezielle Takterzeugung für eine Ein-Austastung angewandt.
FIG 1a zeigt einen insbesondere für Weitbereichs-LED-Betriebsgeräte typischen geforderten Arbeitsbereich im IV-Diagramm, der durch die eingangs bereits aufge- zählten sechs Regelkoordinaten definiert ist. „Weitbereich“ ist dabei zu verstehen als eine Möglichkeit, verschiedene LED-Module, deren Arbeitspunkte allesamt innerhalb des geforderten Arbeitsbereichs liegen, alternativ von ein- und demsel- ben LED-Betriebsgerät versorgen und betreiben lassen zu können. Nach oben ist dieser Arbeitsbereich durch die maximale Ausgangsspannung VAMax begrenzt, die für SELV-Geräte zumeist bei 54 V liegt, was sich aus den normativ maximal er- laubten 60 V minus 10 % davon errechnet. Wegen ihrer Sicherheitsrelevanz muss diese Grenze zuverlässig vermessen und geregelt sein. Auf dieser Grenze - und natürlich auch darunter - gibt der Leistungswandler umso mehr Leistung ab, je höher der Ausgangsstrom ist. Daher geht diese VAMax-Regelkoordinate über in die PAMax-Regelkoordinate, die der Hyperbel der konstanten und maximal möglichen
Ausgangsleistung PAMax entspricht. Beim Durchlaufen dieser Hyperbel nimmt die Ausgangsspannung VA um so viel ab, um wieviel der Ausgangsstrom lA zunimmt. Beim maximal zulässigen Ausgangsstrom lAMax übernimmt die hierzu gehörige Regelkoordinate, die auf der rechten Seite senkrecht im IV-Diagramm steht, die Begrenzung des Arbeitsbereichs. Da viele getaktete elektronische Leistungswand- ler für lAMax keine topologisch vorgegebene Grenze haben, muss diese Grenze regelungstechnisch sichergestellt werden, genauso wie oft auch die Grenze der maximalen Ausgangsleistung.
Viele hartschaltende oder anderweitig getaktete elektronische Leistungswandler arbeiten bei sehr kleinen Ausgangsspannungen nicht ordnungsgemäß, sodass die lAMax-Regelkoordinate bei einer minimalen Ausgangsspannung VAMin endet und die Begrenzung des Arbeitsbereichs von der dazugehörigen VAMin-Regelkoordinate übernommen wird. Die nun sowieso schon kleine Ausgangsleistung reduziert sich mit abnehmendem Ausgangsstrom lA noch weiter, bis die Hyperbel der konstanten und minimal möglichen Ausgangsleistung PAMin erreicht wird. Je weiter der Aus- gangsstrom lA sinkt, desto höher muss im Gegenzug die Ausgangsspannung VA werden. Alle noch kleineren Ausgangsleistungen, also alle Arbeitspunkte unter- halb oder links von dieser PAMin-Hyperbel, sind vom betrachteten Leistungswandler in seinem Normalmodus nicht erreichbar. Gleiches gilt für einen minimalen Aus- gangsstrom lAMin, der im Normalmodus eines Leistungswandlers nicht unterschrit- ten werden kann. Daher ist die linke Begrenzung des Arbeitsbereichs die Regel- koordinate für lAMin-
Diese Begrenzung ist die kritischste aus zwei Gründen. Viele LED-Betriebsgeräte können vor ihrer Inbetriebnahme auf einen individuellen maximalen Ausgangs- strom eingestellt werden, der kleiner als der konstruktiv mögliche maximale Aus- gangsstrom ist. Wenn der LED-Strom dimmbar sein soll, also wenn der Aus- gangsstrom im Betrieb reduzierbar sein soll, wird der Grad dieser Reduktion im- mer relativ zum eingestellten Maximalstrom angegeben. Damit wird auch der tat- sächlich geforderte minimale Ausgangsstrom kleiner, wenn der maximale Aus- gangsstrom kleiner eingestellt worden ist. Soll das Gerät obendrein seinen Aus- gangsstrom bis (fast) auf null herunterdimmen können, muss dies vom darin arbei- tenden Leistungswandler über seinen möglichen Arbeitsbereich im Normalmodus
entweder erreichbar sein, oder das angegebene Betriebsverfahren mit einem zweiten Bereich im Burstmodus für besonders kleine Ausgangsströme kann für diesen Leistungswandler angewandt werden.
In FIG 1b ist ein geforderter Arbeitsbereich für „Dimm to dark“, also für ein Redu- zieren des Ausgangsstroms lA auf null gezeigt. Die linke Begrenzung des gefor- derten Arbeitsbereichs entspricht nun einem Abschnitt der VA-Achse des IV- Diagramms, der oben bei VAMax endet. Dorthin ist der Arbeitsbereich im Vergleich zu Figur 1a ausgedehnt. Da für alle Arbeitspunkte auf diesem Abschnitt ein PA = 0 gilt, kann die Hyperbel für die minimale Leistung PAMin keine Begrenzung mehr sein. Es bietet sich also an, den Arbeitsbereich gleichzeitig auch auf einen Aus- gangskurzschluss auszudehnen, also auf Arbeitspunkte unter VAMin, insbesondere auf Arbeitspunkte mit VA = 0. Dabei soll der Leistungswandler imstande sein, den Kurzschlußstrom sicher zu begrenzen und - besser noch - auf erträgliche Werte zu reduzieren. Dieser den ausgedehnten geforderten Arbeitsbereich unten be- grenzende Abschnitt der IA-Achse endet rechts bei lAMax.
Fraglich sind jedoch das linke Ende des IA-Achsenabschnitts und das untere Ende des VA-Achsenabschnitts, deren Verbindungskurve 1 die Hyperbel minimaler Aus- gangsleistung ersetzen muss. Denn keine Hyperbel einer noch so kleinen minima- len Ausgangsleistung schneidet eine der Achsen des IV-Diagramms. In Figur 1b ist ein möglicher günstiger Verlauf dieser Verbindungkurve 1 dargestellt. In ihrem mittleren Bereich ähnelt sie einer Hyperbel minimaler Ausgangsleistung PAMin , zur VA-Achse hin entfernt sie sich von dieser Hyperbel und endet auf dieser Achse an einem neu zu definierenden Punkt VALeerMin für die kleinstmögliche Ausgangs- spannung bei Leerlauf. Der Ausgangsstrom kann also zu null werden, aber nicht unterhalb dieser minimalen Leerlaufausgangsspannung. Vergleichbares gibt für den Endpunkt dieser Verbindungskurve auf der IA-Achse, der auch wieder von der Hyperbel einer theoretischen minimalen Leistung entfernt ist und durch den mini- mal möglichen Kurzschlussausgangsstrom lAKurzMin definiert wird.
FIG 1c unterscheidet sich von der vorausgehenden Figur einzig in dieser Verbin- dungskurve, hier 1 ‘ zwischen den Punkten V'ALeerMin bei lA = 0 und l'AKurzMin bei VA = 0. Insbesondere für resonante elektronische Leistungswandler kann diese Ver- bindungskurve 1‘ fingerförmig in den Arbeitsbereich hineinragen und somit wichti-
ge Arbeitspunkte unerreichbar machen, wenn der resonante Wandler unter einem für ihn gegebenen Normalmodus bspw. das ZVS-Prinzip einhalten soll. Sein hier dargestellter natürlicher oder möglicher Arbeitsbereich kann von einem geforder- ten Arbeitsbereich gemäß der Vorgängerfigur abweichen. Durch eine Optimierung des Resonanzsystems, die meist mit Erhöhung der Blindleistung und somit Schwächung des Wirkungsgrads des Leistungswandlers einhergeht, kann diese Verbindungslinie gestreckt oder die Lücke im Arbeitsbereich sogar ganz geschlos- sen werden. Das angegebene Betriebsverfahren ermöglicht es hingegen, ohne zusätzliche Arbeit an der Dimensionierung eines Resonanz- oder sonstigen Leis- tungswandlersystems Arbeitspunkte „innerhalb dieses Fingers“ anfahren zu kön- nen.
FIG 2 zeigt in dicken durchgehenden Linien die natürlichen Grenzen des mögli- chen Arbeitsbereichs eines experimentell untersuchten resonanten elektronischen LLCC-Leistungswandlers. Im Gegensatz zu den vorausgehenden und zu den nachfolgenden Figuren sind hier die VA-Achse in Volt [V] und die lA-Achse in Milli- ampere [mA] skaliert. In dünn durchgezogenen Linien ist ein geforderter Arbeits- bereich eines Weitbereichs-LED-Betriebsgeräts für „Dimm to dark“ eingezeichnet, wofür der LLCC-Leistungswandler vorgesehen ist. Die ungenutzt dazwischen lie- genden schraffierten Flächen sollen natürlich so klein wie möglich sein, was durch Optimierung des Resonanzsystems erreicht werden kann. Die nur qualitativ ein- gezeichneten Stellen nE/4 und E•Wurzel(C/L) resultieren daraus und berücksich- tigen die in jedem resonanten elektronischen Leistungswandler möglichen Über- höhungen. Denn der mindestens eine Koppelkondensator mit Kapazität C wird durch entsprechende Verkleinerung zum Resonanzkondensator, um über die Im- pedanz „Wurzel(L/C)" des mit der Summeninduktivität L aus der Transformator- Streuinduktivität und der häufigen Resonanzspule entstehenden Resonanzkreises den Ausgangsstrombereich der im LLCC-Leistungswandler arbeitenden resonan- ten Halbbrücke einzustellen. E bedeutet dabei die Eingangsspannung für den LLCC-Leistungswandler oder die Zwischenkreisspannung für die resonante Halb- brücke, wie sie ihm oder ihr bspw. von einem Leistungsfaktorkorrektor zur Verfü- gung gestellt wird und über den Term E•Wurzel(C/L) den Bezugsstrom für die na- türlichen ZVS-Grenzen definiert. Weil jede Halbbrücke in etwa die Hälfte ihrer Eingangsspannung E an ihren Ausgang überträgt, und weil ein Mittelpunktgleich-
richter, der aufgrund seiner nur zwei nötigen Gleichrichterdioden und seiner ein- gebauten Spannungshalbierung häufiger als der Grätz-Gleichrichter eingesetzt wird, davon wiederum nur die Hälfte gleichrichtet, bekommt eine resonante Halb- brücke bei einem Windungsverhältnis n = nsek/nprim des in dieser Topologie obli- gaten Transformators den Wert nE/4 als Bezugsspannung für ihre ZVS-Grenzen. nSek beziffert dabei die komplette Windungszahl der Sekundärwicklung des Trans- formators, also die Windungszahl zwischen den Anschlüssen der beiden Gleich- richterdioden. Der schraffierte Bereich oberhalb und rechts des dünn eingezeich- neten und nichtschraffierten geforderten Arbeitsbereichs kann mitgenutzt werden, wenn die Ansteuerung des LLCC-Leistungswandlers seine ZVS-Grenzen entwe- der erkennt oder intrinsisch einhält. Letzteres ist besonders gut mit sogenannten Selbstschwingern zu erreichen.
Der Punkt VALeerMin bei lA = 0 des geforderten Arbeitsbereichs ist von den dick und durchgezogen eingezeichneten natürlichen Grenzen des möglichen Arbeitsbe- reichs NICHT umfasst. Die Verbindungskurve 2 als Begrenzung „minimaler Aus- gangsstrom“ des möglichen Arbeitsbereichs im Normalmodus der resonanten Halbbrücke führt daran vorbei. Kurve 2 beziffert bei jeweiliger von der Last vorge- gebener Ausgangsspannung VA den dazugehörigen reduzierten Ausgangsstrom des Betriebsverfahrens, der an diesem Arbeitspunkt bei einer höchstmöglichen Wandlertaktfrequenz gerade noch abgegeben werden kann, ohne ZVS zu verlet- zen.
Bspw. eine der Kapazitäten im Resonanzsystem des LLCC-Wandlers kann verän- dert, zumeist vergrößert werden wie in US 63/032,468 oder in DE 10 2021 208 416 vorgeschlagen, wodurch sich der linke Teil des möglichen Arbeitsbereichs in eine Form ändert, wie sie durch dicke gestrichelte Linien eingezeichnet ist, insbe- sondere durch eine günstiger verlaufende Verbindungskurve 3. Damit wird der Punkt der minimalen Leerlauf-Ausgangsspannung VALeerMin umschlossen. Oft ergibt sich nach Umschaltung und insbesondere Vergrößerung eines der Reso- nanzkondensatoren, dass die maximal geforderte Ausgangsspannung VAMax für kleine Ausgangsströme nicht mehr erreichbar ist wie an der nun gültigen oberen Begrenzung 4 des möglichen Arbeitsbereichs erkennbar. Je nach geforderter Ausgangsspannung VA muss also bspw. die eine Kapazität vergrößert werden
oder nicht. Dann ist vorteilhaft das angegebene Betriebsverfahren anwendbar, vor allem wenn es wie hier dargestellt mindestens einen Bereich 5 gibt, der weder mit der einen Größe eines Resonanzkondensators noch mit der anderen Größe des- selben Resonanzkondensators innerhalb der natürlichen Grenzen der möglichen Arbeitsbereiche liegt.
Bei Betrieb im Normalmodus soll kein Arbeitspunkt unterhalb der von VALeerMin de- finierten Horizontalen angefahren werden, bei Überlastung oder Kurzschluss ge- schieht dies zwangsweise. Der unterhalb von VALeerMin schraffiert eingezeichnete Arbeitsbereich als Teil des möglichen Arbeitsbereichs zeigt, dass fast jeder reso- nante Wandler, insbesondere der hier zugrunde gelegte, kurzschlussfest ist.
Dünn und gestrichelt sind ferner die sogenannten Isotachen eingezeichnet, also die Arbeitskurven bei jeweils konstanter (griechisch „Iso“ = gleich) Wandertaktfre- quenz (griechisch „tachys“ = Geschwindigkeit) der resonanten Halbbrücke. Der Sprung in der Taktfrequenz zwischen zwei benachbarten Isotachen beträgt jeweils 10 kHz, die niedrigere Taktfrequenz liegt jeweils rechts. Die hohe Steilheit dieser Isotachen im IV-Diagramm, jeweils gültig für den kleineren Wert eines vergrößer- baren Resonanzkondensators, zeigt, dass der im Experiment gewählte LLCC- Leistungswandler bereits von sich aus eine ausgeprägte Stromquellencharakteris- tik aufweist. Der volle Spannungshub von 15 V bis 54 V bewirkt bei konstanter Wandlertaktfrequenz nur wenige mA Änderung des Ausgangsstroms lA. Zur Aus- regelung von Änderungen der Ausgangsspannung VA ist also nur eine geringe Frequenzverstellung nötig, um den Ausgangsstrom konstant zu halten.
Auch bei den Eintakt-Leistungswandlern gibt es natürliche Grenzen ihrer mögli- chen Arbeitsbereiche, insbesondere bei CRM oder TCM als ihrem Normalmodus, die durch die Topologie an sich, durch die Auslegung ihrer Bauteile und durch den Taktgenerator definiert sind. Der Taktgenerator erzeugt bspw. aus einem analo- gen Signal eine PWM mit einer Taktperiode T, womit der aktive Leistungstransis- tor angesteuert wird. Dabei wechseln sich Einschaltzeitdauern tOn und Ausschalt- zeitdauern tOff jeweils ab. Es gilt also tOn + tOff = T, hier gültig für den Normalmo- dus eines Eintakt-Leistungswandlers mit seiner Wandlertaktfrequenz f = 1/T und nur gedacht zur Erläuterung der folgenden zwei Figuren. Eine für den möglichen Arbeitsbereich wichtige Größe ist die minimale Einschaltzeitdauer tonMin, die der
Taktgenerator noch zuverlässig erzeugen kann. Die zweite wichtige Größe ist der Wert L der in jedem Eintakt-Leistungswandler mindestens einen vorkommenden Speicherinduktivität. Die Eingangsspannung E, die immer auch von einem Leis- tungsfaktorkorrektor angeboten sein kann, und auf die die Ausgangsspannung VA zurückbezogen werden kann, ist die dritte wichtige Größe.
Der Arbeitsbereich eines Tiefsetzstellers im IV-Diagramm von FIG 3a ist mit seiner oberen Begrenzung VAMax intrinsisch auf seine Eingangsspannung E gedeckelt. Denn jeder Tiefsetzsteller kann nur Ausgangsspannungen VA kleiner als seine Eingangsspannung erzeugen. Gestrichelt eingezeichnet, da nur durch Sekundär- parameter der Bauteile des Tiefsetzstellers definiert und wo nötig durch eine Re- gelung einzuhalten, sind die Koordinaten für die maximale Ausgangsleistung PAMax und den maximalen Ausgangsstrom lAMax. Die untere Begrenzung desselben Ar- beitsbereichs liegt bei VA = 0, wofür der aktive Leistungstransistor bei höheren Ausgangsströmen nur sehr selten und sehr kurz eingeschaltet wird und bei kleinen Ausgangsströmen so gut wie überhaupt nicht mehr. Zur Herleitung der linken Be- grenzung 11 für kleine Ausgangsströme wird berechnet, wo CRM oder TCM als für den betrachteten Tiefsetzsteller vorgesehener Normalmodus gerade noch er- reichbar ist.
Der Strom l in der Speicherinduktivität L vollführt also einen lückenlosen und gleichmäßigen Sägezahnverlauf zwischen null und L Für den Tiefsetzsteller folgt daraus erstens, dass sich sein Ausgangsstrom durch die einfache Gleichung
IA = ÎL/2 definiert, weil die Speicherinduktivität L direkt in Serie zu seinem Ausgang ge- schaltet ist, und zweitens, dass das für den CCM (continuous conduction mode) bekannte Spannungsübersetzungsverhältnis
VA/ E = tOn/ T hier ebenso gilt. Der Spitzenstrom gehorcht der Bedingung ÎL = (E - VA) tOn / L gemäß der steigenden Flanken des Sägezahns, woraus sich lAMin — (E — VA) tonMin I 2L
für einen minimal möglichen Ausgangsstrom lAMin ergibt. Dieser hängt nicht nur linear von tonMin ab, sondern ist auch umso größer, je kleiner VA ist. Dies führt zu der fehlenden Ecke, dargestellt durch die Diagonale 11 , in der Umgebung des Ur- sprungs des IV-Diagramms im Arbeitsbereich von Figur 3a sogar für einen Tief- setzsteller als einfachsten getakteten elektronischen Leistungswandler.
FIG 3b zeigt dieselbe Überlegung für die vier tief- und hochsetzenden Eintakt- Leistungswandler, nämlich Drosselinverswandler oder Flyback, Öuk, Zeta und SEPIC, die bei gleichem tOn/T jeweils - abgesehen von der Polarität und einem eventuellen Windungsverhältnis - identische Spannungsübersetzungen erzeugen. Im Gegensatz zum Tiefsetzsteller können die „hiesigen Vier“ theoretisch unendlich hohe Ausgangsspannungen erzeugen, weshalb die Koordinate für VAMax hier ge- strichelt eingezeichnet ist, denn die maximale Ausgangsspannung muss in die Bauteile hineindimensioniert, als maximaler Sollwert abgespeichert oder anderwei- tig vorgehalten und von einer Regelung eingehalten werden. Da in einem Dros- selinverswandler, der nun für die Herleitung herangezogen wird, die Speicherin- duktivität L nur noch dann mit dem Ausgang verbunden ist, wenn der aktive Tran- sistor gerade ausgeschaltet ist, gilt für den Ausgangsstrom lA = (lL / 2) ( tOff/ T) im Vergleich zum Tiefsetzsteller mit einem Gewichtungsfaktor tOff/T, der die relati- ve Ankoppeldauer des Ausgangs an die Speicherinduktivität L beziffert. Deshalb weicht auch die Spannungsübersetzung des Drosselinverswandlers mit
VA / E = tOn / tOff von obiger ab. Weil die Speicherinduktivität im Drosselinverswandler von der Ein- gangsspannung direkt aufmagnetisiert wird, gehorcht der Spitzenstrom nun der geänderten Bedingung ÎL = E tOn / L anhand der steigenden Flanken des Sägezahns. Die beiden letzten Gleichungen in die darüber für lA eingesetzt ergibt lA = E2 tOn 2 / 2L VA T
nach Eliminierung von tOff Die spätere Fokussierung auf tonMin wird hierdurch vor- bereitet. Die Umformung tOn 2 / T = VA tOn / (VA + E) nutzt obige Spannungsübersetzung des Drosselinverswandlers erneut sowie das tOn + tOff = T. Damit kann die Periodendauer T und das tOn 2 aus der Gleichung für den Ausgangsstrom
IA = E2 tOn / 2L (VA + E) eliminiert werden. Das minimal mögliche tonMin dort eingesetzt ergibt lAMin — E2 tonMin / 2L (VA + E) als Bedingung für den minimal möglichen Ausgangsstrom, von denselben Größen abhängig wie beim Tiefsetzsteller und wieder umso größer, je kleiner die Aus- gangsspannung ist. Die letzte Gleichung führt zu der Kurve 12 als natürliche linke Begrenzung des möglichen Arbeitsbereichs eines Drosselinverswandlers. Beide Begrenzungen 11 und 12 der jeweiligen Arbeitsbereiche, die bei von der Last vor- gegebener Ausgangsspannung VA den reduzierten Ausgangsstrom des Betriebs- verfahrens beziffern, wandern umso näher an die VA-Achse heran, je größer die Speicherinduktivität L ist. Damit ist bestätigt, durch Erhöhung einer installierten Blindleistung einen möglichen Arbeitsbereich vergrößern zu können.
Die Berechnung des Arbeitsbereichs eines im CRM oder TCM betriebenen Hoch- setzstellers läuft analog ab und ergibt lAMin — E2 tonMin / 2L VA als Bedingung für den minimal möglichen Ausgangsstrom. Der Arbeitsbereich des Hochsetzstellers entspricht - abgesehen von der feststehenden Hyperbel der ma- ximalen Ausgangsleistung PAMax - exakt dem des Drosselinverswandlers, nur um 1 E parallel zur VA-Achse nach oben verschoben.
Dass kleine und sehr kleine Ausgangsströme selbst mit den einfachsten getakte- ten elektronischen Leistungswandlern, den Eintakt-Leistungswandlern, in ihrem Normalmodus (bspw. CRM oder TCM) nicht erreichbar sind, obwohl dies bspw. für ein tiefes Dimmen von LED nötig ist, wenn diese von den Leistungswandlern ver-
sorgt und gesteuert werden, unterstreicht die Notwendigkeit des angegebenen Betriebsverfahrens.
Im Gegensatz zu vielen anderen Verfahren der Takterzeugung spielt hier die Wel- ligkeit der vom angegebenen Betriebsverfahren gesteuerten Größe die entschei- dende Rolle. Diese Welligkeit, die auch als Modulationstiefe der Strommodulation des Ausgangsstroms bezeichnet werden kann, soll in einem gewünschten Bereich gehalten werden, um unerwünschte Stroboskopeffekte und Lichtflicker zu vermei- den bzw. zu minimieren. Deshalb muss zunächst diese Welligkeit definiert werden, die von einer Ein-Austastung verursacht ist und nicht nur von einer Periodendauer T, sondern auch von einem Tastverhältnis oder Duty-Cycle D derselben Ein- Austastung abhängt. Da alles Folgende ein Betriebsverfahren für eine Ein- Austastvorrichtung behandelt, die zum Erzielen eines vom Betriebsverfahren um- fassten Burstmodus' erforderlich ist, beschreibt die Periodendauer T eine Burst- periode, das Tastverhältnis D eine Burstdauer im Verhältnis zur Burstperiode, ei- nen Burst-Duty-Cycle oder ein Burst-Tastverhältnis und die Frequenz f eine Burst- frequenz. Eine Austastzeit ist eine Pausendauer, und eine Eintastzeit entspricht einer Burstdauer.
FIG 4a zeigt das Einstiegmodell hierfür. Ein konstanter Strom lc, der ein Aus- gangsstrom eines als einstellbare Stromquelle arbeitenden getakteten elektroni- schen Leistungswandlers 30 ist und mittels einer speziellen Steuergröße 29 kon- trolliert werden kann, wird auf die Parallelschaltung bestehend aus einem Aus- gangskondensator CA und einem Lastwiderstand RA geführt und dabei mit einer Periodendauer T periodisch unterbrochen. Während der Burstdauern als Zeitdau- ern tOn steht ein Schalter 31 , der als Ein-Austastvorrichtung fungiert, auf „On“, während der Pausen zwischen zwei Bursts als Zeitdauern tOff entsprechend auf „Off“. Für alle Pausen bzw. Unterbrechungen wird die speisende Stromquelle je- weils kurzgeschlossen. Mit tOn + tOff = T und der bekannten Definition für ein Tast- verhältnis oder für einen Duty-Cycle D = tOn / T entspricht der zeitliche Mittelwert ḻA des Ausgangsstroms lA gemäß ḻA - lc tOn / T - lc D dem zeitlich gewichteten Ladestrom lc . Der direkte oder ungewichtete Ladestrom lc entspricht somit einem maximalen Ausgangsstrom lAMax in einem Burstmodus,
für den ein D = 1 gilt, und ist genau der Strom, den der getaktete elektronische Leistungswandler 30 im Normalmodus an einem Arbeitspunkt auf der natürlichen linken Begrenzung 2, 11 oder 12 seines in den Figuren 2 bis 3b dargestellten möglichen Arbeitsbereichs abgibt. Bei einer durch die Last definierten Ausgangs- spannung entsteht also der Leistungswandler-Ausgangsstrom lc bei maximal mög- licher Wandlertaktfrequenz, wenn es sich um einen resonanten Leistungswandler handelt, oder bei einem tonMin, wenn damit ein Eintakt-Leistungswandler ange- steuert wird. lAMax = lc beziffert zugleich den reduzierten Ausgangsstrom des an- gegebenen Betriebsverfahrens.
Als Vereinfachung darf angenommen werden, dass die Welligkeit der Ausgangs- kondensatorspannung Vc der Welligkeit des Ausgangsstroms lA linear entspricht, was für rein ohmsche Lasten mit relativ hohem Widerstandswert zulässig ist, weil dann die absolute Stromwelligkeit klein gegenüber der absoluten Spannungswel- ligkeit ist und letztere somit kaum beeinflusst. Rechteckige Stromblöcke mit der Burstdauer DT als Breite und dem Wert von lc als Höhe fließen in den Ausgangs- kondensator CA hinein, und der Mittelwert davon fließt als ḻA wieder heraus und durch den Lastwiderstand RA. Der Ausgangskondensator CA glättet die rechteck- förmigen Stromblöcke in eine Gleichspannung mit einem ihr überlagerten säge- zahnförmigen Spannungsverlauf, der auf den Laststrom lA abgebildet wird. Der dabei entstehende Stromsägezahn ist jedoch gering genug, um auf den ihn er- zeugenden Spannungssägezahn so wenig rückzukoppeln, dass die eigentlich ab- schnittsweise exponentiell gebogenen Flanken des Spannungssägezahns als Ge- raden approximiert werden können. Dann kann eine absolute Ausgangswelligkeit oder absolute Welligkeit W eines Ausgangssignals gemäß
Delta(Vc) = W = ḻA tOff / CA über die Spannungsvariation definiert werden, die in den Pausenzeiten tOff ent- steht, solange der annähernd konstante mittlere Ausgangsstrom ḻA den Ausgangs- kondensator CA entlädt. Eine normierte Welligkeit X wird durch CA Delta(Vc) = CA W = X = ḻA tOff definiert.
FIG 4b veranschaulicht den bei LED-Versorgung vorliegenden Lastfall. Dem jetzt nur noch differenziellen Lastwiderstand R’A, der auch deutlich niederohmiger als ein linearer Lastwiderstand RA ist, wird eine LED-Kette in Serie geschaltet, die in das ganze Modell eine näherungsweise konstante Ausgangsspannung VA ein- prägt. Insbesondere deshalb wirkt W = Delta(Vc) wesentlich stärker welligkeitsbil- dend als bei obiger rein ohmscher Belastung.
FIG 5 beantwortet die Frage, wie eine Burstfrequenz f einzustellen ist, damit un- abhängig von einem Burst-Tastverhältnis D eine absolute Welligkeit W oder eine normierte Welligkeit X konstant bleibt. Durch Einsetzen der Bestimmung tOff = T (1 - D) in die letzte Gleichung wird mit
X = T ḻA (1 - D) = T lc D (1 - D) die tOff daraus eliminiert. Eine weitere Auflösung nach T bzw. nach der Burstfre- quenz f = 1/T führt mit f = lc D (1 - D) / X = lc (D - D2) / X = lc (¼ - (D - ½)2) / X zur gesuchten Bestimmungsgleichung für die von D abhängige Burstfrequenz f bei konstanten lc und X. Sie beschreibt eine auf den Kopf gestellte Parabel 20 zweiter Ordnung mit einer Scheitelfrequenz fpeak = lc / 4X = lc / (4 CA W) als Maximum bei D = ½ und mit Nullstellen bei D = 0 und bei D = 1. Die Auflösung von X in der vorletzten Gleichung bringt mit f = (¼ - (D - ½)2) lc / (CA W) die vier Abhängigkeiten der Taktfrequenz zutage, um eine absolute Ausgangswel- ligkeit W konstant zu halten:
• Je höher die Kapazität des Ausgangskondensators CA ist, desto niedriger kann die Burstfrequenz f gewählt sein.
• Je höher der Ladestrom bzw. der reduzierte Ausgangsstrom lc ist, desto höher muss die Burstfrequenz f gewählt sein.
• Je niedriger die absolute Ausgangswelligkeit W sein soll, desto höher muss die Burstfrequenz f gewählt sein.
• Der Term ¼ -(D-½)2 beschreibt die auf den Kopf gestellte Parabel 20, deren Werte abhängig vom Tastverhältnis D mit den obigen drei statischen Faktoren multipliziert werden müssen, um die tatsächlich passende Burstfrequenz f zu erhalten.
Eine sich aus diesem Parabelterm ergebende Erhöhung der Burstfrequenz „in der Mitte“ der D-Werte und eine Reduzierung dieser Frequenz an „den Rändern“ ist ein Kernpunkt des angegebenen Betriebsverfahrens, um über einen weiten D- Bereich hinweg eine konstante absolute Welligkeit W zu erzielen beziehungsweise eine maximal zulässige Welligkeit konstant auszunutzen. Von der Rückseite aus betrachtet, also gültig für konstante Brustfrequenz f, ist die absolute Welligkeit ei- nes durch die zugehörige Ein-Austastung gesteuerten Signals umso größer, je näher das Burst-Tastverhältnis D bei ½ liegt.
Die Werte der Parabel 20 beziffern die niedrigsten aller möglichen Burstfrequen- zen f für konstante absolute Welligkeit bei Steuerung durch Ein-Austastung in ei- nem Burstmodus, um insbesondere bei rein ohmschen Lasten eine als zulässig gegebene Welligkeit über den gesamten D-Bereich von 0 bis 1 sowohl nicht zu überschreiten als auch optimal auszunutzen. Denn eine durch einen niederohmi- geren differenziellen Widerstand verursachte stärkere Welligkeitsbildung kann nur durch entsprechend höhere Burstfrequenzen kompensiert werden, um letztlich wieder die gleiche konstante und niedrige absolute Welligkeit zu erzielen.
Je niederohmiger der differenzielle Widerstand der Last und infolgedessen je do- minanter eine fest eingeprägte LED-Lastspannung VA wird, dargestellt durch die Bewegung des fallenden Scharparameters R'A, desto stärker wirkt eine Ein- Austastung welligkeitsbildend in der Umgebung von D = , und die Parabel 20 geht mehr und mehr über in die Form eines symmetrischen Giebeldachs beste- hend aus den zwei Winkelhalbierenden Geradenabschnitten 22 und 23. Die Stei- gung dieser Geradenabschnitte entspricht der Steigung der Parabel 20 an ihren Nullstellen, da ein differenzieller Widerstand an den Rändern D = 0 (kein Aus- gangsstrom) und D = 1 (idealer Gleichstrom als Ausgangsstrom) keine Rolle spielt. Diese Steigungen werden über die erste Ableitung der Parabelgleichung zu
df / dD = lc (1 - 2D) / X bestimmt. Bei D = 0 ist diese Steigung positiv und bei D = 1 entsprechend negativ, ihr Betrag ist an diesen Stellen jeweils lc/X. Der Berührungspunkt zwischen diesen Geradenabschnitten liegt an der Stelle D = , womit die Steigung für D = 0 zu multiplizieren ist, um über fMax = lc / 2X = lc / (2 CA W) = 2fPeak auf einer Burstfrequenz fMax zu landen, die doppelt so hoch wie die Scheitelfre- quenz fpeak der Parabel 20 ist. Der Wert 2fMax hat nur konstruktive Gründe, wie sich später noch zeigen wird.
In einem dem angegebenen Betriebsverfahren zugrundeliegenden Experiment zeigt sich, dass bei üblicher Dimensionierung der Ausgangsfilterkapazität CA und daran angeschlossenen LED-Moduln, die üblicherweise LED-Serienschaltungen umfassen, obige Giebeldachform 22+23 des Frequenzgangs einer Ein-Austastung sehr gut damit übereinstimmt, eine zulässige absolute Welligkeit eines durch diese Ein-Austastung gesteuerten Signals über den gesamten D-Bereich derselben Ein- Austastung im Wesentlichen einzuhalten. Das Signal kann insbesondere der durch den differenziellen Widerstand R'A fließende Ausgangsstrom sein.
Wird R'A noch kleiner, entwickelt das „Giebeldach“, also der für konstante absolute Welligkeit nötige Frequenzgang, eine deutliche Spitze und schließlich eine Polstel- le bei D = >2. Die Spitze deutet an, dass dort der Ausgangsstrom lA aus Figur 4b bei entsprechend kleinen differenziellen Widerständen R'A sogar zu lücken begin- nen kann, was einer Welligkeit > 100% gleichkommt, die sehr hohe Ein-Austast- oder Burstfrequenzen f zu ihrer Kompensation benötigt. Die Polstelle schließlich gilt für R'A 0, wobei f gegen unendlich gehen müsste, um irgendeine Wellig- keitsgrenze einzuhalten. In anderen Worten ist es sinnlos, reinen oder idealen Di- oden oder ebensolchen Leuchtdioden einen Kondensator als Energiespeicher pa- rallelzuschalten.
Im Folgenden wird der Vermutung nachgegangen, dass für alle D > die Pau- sendauer tOff = tOfffix einer Ein-Austastung minimal und konstant sei, und dass für alle D < ½ die Burstdauer tOn = tOnFix derselben Ein-Austastung minimal und kon-
stant sei. In der Mitte, also bei D = ½, gilt beides, also tOff = tOffFix = tOn = tOnFix = TMin/2.
Der über f = 1 / T und über D = tOn / T ermittelbare Zusammenhang
D / f = tOn ermöglicht die Berechnung der Ein-Austast- oder Burstfrequenz f bei konstanter Pausenzeit tOffFix = TMin/2 abhängig von D, wobei D > % gilt: tOn = D / f = T - tOffFix = T - TMin / 2 ;
D / f = 1 / f - TMin / 2 ; TMin / 2 = 1 / f - D / f = (1 - D) / f .
Die letzte Gleichung führt zu f = 2 fMax (1 - D) als gesuchtes Ergebnis, wobei TMin = 1 / fMax berücksichtig ist. Dies ist die Be- stimmungsgleichung für das Geradenstück 22.
Dieselbe Berechnung für D < % bei einer Ein-Austastung mit konstanter Burstdau- er tOn = tOnFix ergibt über tOnFix — TMin / 2 — 1 / 2 fMax — D / f die Gleichung f — 2 fMax D als Bestimmungsgleichung für das Geradenstück 23.
Die mit dem Geradenzug 22+23 dargestellte Giebeldachform genügt also einem Schema für eine Ein-Austastung, bei dem für alle D > ½ die Pausendauer tOff kon- stant bleibt und für alle D < ½ die Burstdauer tOn. Das angegebene Betriebsverfah- ren verhält sich zumindest in zwei zusammenhängenden Abschnitten variabler D- Werte des gesamten D-Bereiches dementsprechend oder zumindest näherungs- weise entsprechend diesem Schema für eine Ein-Austastung.
Dieses Schema für eine Ein-Austastung, also bei D = 0 beginnend mit einer kon- stanten Burstzeit tOn das D bis ½ zu vergrößern, indem die Burstfrequenz linear
zunimmt, und danach mit konstanter Pausenzeit tOff das D weiter bis 1 zu vergrö- ßern, indem die Burstfrequenz wieder linear abnimmt, kann bspw. für die Übertra- gung analoger Signale über eine galvanische Isolationsbarriere hinweg angewandt werden, wobei das Signal im Tastverhältnis D kodiert ist, oder für die Erzeugung des Taktsignals für den mindestens einen aktiven Leistungstransistor eines getak- teten elektronischen Leistungswandlers, der elektrische Leistung - oft über eine galvanische Barriere in Form eines Isolationstransformators - übertragen soll, o- der für die Steuerung eines Burstmodus' durch eine Ein-Austastvorrichtung. Mittle- res und letzteres ist Thema dieser Offenbarung und wird im Folgenden näher er- läutert.
Von einem D = 1 beginnend besagt das Betriebsverfahren, mit einer niedrigen Burstfrequenz f während einer relativ kurzen Zeitdauer oder Pausendauer tOff ei- nen Energiefluss periodisch auszuschalten und von dort beginnend das D zu ver- kleinern, indem tOff konstant gehalten und die Brustfrequenz f erhöht wird bis zu einem D = . Daher heißt die dazu korrespondierende Diagonale 22 auch Kon- stant- tOff-Ast des Betriebsverfahrens. Am Punkt D = hat f einen maximalen Wert fMax, und sind die Austast-Zeitdauer tOff- also die Pause zwischen zwei aufeinan- derfolgenden Bursts - und die Eintast-Zeitdauer tOn - also die Burstdauer - gleich lang. Danach wird die Eintast-Zeitdauer tOn konstant gehalten, und zu einer weite- ren Reduktion des Tastverhältnisses D wird die Burstfrequenz f wieder reduziert. Daher wird die dazu korrespondierende Diagonale 23 auch als Konstant-tOn-Ast des Betriebsverfahrens bezeichnet. Die Zeitdauern tOn und tOff sind nur hier auf das vorliegende Beispiel eingeschränkt, in dem sie eine Burstdauer und eine Pau- sendauer zwischen zwei aufeinanderfolgenden Bursts beschreiben.
FIG 6a zeigt in ihrem linken Zehntel einen Bereich mit obigem Burstmodus und einige mögliche Effekte davon sowie insgesamt die Einbindung dieses Burstmo- dus' in ein Betriebsverfahren für Stromversorgungen, insbesondere für LED- Betriebsgeräte, die ihren Ausgangsstrom auf Werte nahe null herunterdimmen können sollen. Das hier verzeichnete Tastverhältnis D bezieht sich grundsätzlich auf einen Burstmodus innerhalb des Betriebsverfahrens, bei dem im Wesentlichen die Burstfrequenz verstellt wird, insbesondere in den Bereichen von D zwischen 99% und 80% sowie zwischen 30 % und 1 %. In diesen Bereichen ist die absolute
Welligkeit W des Ausgangssignals, hier des Ausgangsstroms bspw. zur Versor- gung von LED, zwar erhöht auf zulässige Werte zwischen 5% und 10% des redu- zierten Ausgangsstroms lc, aber wie für den Burstmodus im angegebenen Be- triebsverfahren gefordert jeweils konstant. Auf einer Modusgrenze bei einem Pro- zentsatz PS von hier beispielhaft 10 % verschwinden die Pausen und somit der Burstmodus als solches. Auf dieser Grenze gibt der betrachtete getaktete elektro- nische Leistungswandler seinen im Normalmodus minimal abgebbaren Ausgangs- strom bzw. den reduzierten Ausgangsstrom lc des Betriebsverfahrens ab.
Rechts davon herrscht ein D = 100% sowie eine ebenso konstante, aber kleinere absolute Welligkeit W des Ausgangssignals bezogen auf einen Maximalstrom, der dem Punkt PS = 100 % entspricht. Der Ausgangsstrom an der x-Achse ist in Form eines Prozentsatzes PS angetragen, jeweils bezogen auf obigen Maximalstrom. In dem größeren rechten Bereich der Figur 6a arbeitet das Betriebsgerät in seinem Normalmodus wie durch das konstante D = 100 % repräsentiert (also kein Burst- modus), der darin angewandte getaktete elektronische Eintakt- oder Gegentakt- Leistungswandler bedient folglich lauter solche Arbeitspunkte, die innerhalb seines möglichen Arbeitsbereichs gemäß einer der Figuren 2 bis 3b liegen.
Im Normalmodus wird die Welligkeit W fast ausschließlich von der Arbeit des Leis- tungswandlers in Interaktion mit seinem Ausgangsfilter und dem parallel dazu wir- kenden differenziellen Widerstand der gerade angeschlossenen Last bestimmt. In den meisten Fällen ist es die Aufgabe des Leistungswandlers, neben der Einstel- lung des geforderten Ausgangsstroms die Schwankungen in seiner internen Ver- sorgungsspannung E aktiv herauszufiltern bzw. herauszuregeln, weil diese fast immer von einem Netzgleichrichter oder von einem Leistungsfaktorkorrektor be- reitgestellt wird und daher fast immer einen sogenannten „Netzbrumm“ von dop- pelter Netzfrequenz aufweist. Diese Arbeit eines Leistungswandlers im Normal- modus ist zwar Bestandteil des angegeben Betriebsverfahrens, wird aber auf- grund ihrer weitreichenden Bekanntheit nicht weiter beschrieben. Einzig zur abso- luten Welligkei t bzw. der Modulationstiefe der Strommodulation des Ausgangs- stroms des geforderten Ausgangsstroms in Wandlertaktfrequenz sei angemerkt, dass diese Welligkeit mit Reduktion des Ausgangsstroms abnimmt, wenn die Takt- frequenz des Leistungswandlers zur Erzielung dieser Reduktion zunimmt. Das in
jedem getakteten Leistungswandler enthaltene Ausgangstiefpassfilter, dessen Komponenten zumindest teilweise auch von einem Resonanzkreis umfasst sein können, wirkt dann umso besser, je kleiner der aktuelle Ausgangsstrom sein soll. Bei entsprechender Filterabstimmung kann erreicht werden, dass die Welligkeit sogar relativ zum aktuellen Ausgangsstrom konstant ist im gesamten rechten Be- reich von PS = 100 % bis herunter zur beispielhaften Modusgrenze bei PS = 10 %. Rechts der Modusgrenze in Figur 6a tritt die absolute Welligkeit W also in einer Wandertaktfrequenz und links davon in einer mindestens zehnmal niedrigeren Burstfrequenz auf.
Der maximale Ausgangsstrom ist entweder bei einer (bspw. vom angeschlosse- nen LED-Modul vorgegebenen) Ausgangsspannung konstruktiv maximal möglich oder bei Inbetriebnahme des Betriebsgeräts fest und unterhalb des maximal mög- lichen Wertes eingestellt. Im Normalmodus kann fast jeder getaktete elektronische Leistungswandler bei allen für ihn üblichen Ausgangsspannungen 40% bis 4% dieses maximalen Ausgangsstroms erreichen, die Modusgrenze des angegebe- nen Betriebsverfahrens liegt also bei PS = 40% ... 4%. Diese Modusgrenze ent- spricht der linken natürlichen Grenze 2, 11 oder 12 eines für den im Betriebsgerät arbeitenden Leistungswandler möglichen Arbeitsbereichs gemäß einer der Figu- ren 2 bis 3b. Soll dennoch ein Arbeitspunkt knapp links davon bedient werden, springt das angegebene Betriebsverfahren in seinen Burstmodus, üblicherweise mit einem D = 99% oder von ähnlichem Wert. Dabei bleibt der Wert der speziellen Steuergröße, bspw. der Wandlertaktfrequenz oder der tonMin, womit der Leis- tungswandler AUF die Grenze seines möglichen Arbeitsbereichs gelangt ist, für alle weiteren Aktionen jenseits dieser Grenze im Burstmodus jeweils konstant. Dadurch entfällt auch das aktive Ausregeln des Netzbrumms, also das Herausfil- tern der Schwankungen der internen Versorgungsspannung E. Der Sprung in der Welligkeit W in Figur 6a von ca. 3% auf ca. 10% an der Stelle der Modusgrenze beispielhaft mit Prozentsatz PS = 10% ist genau davon verursacht, denn jeder ge- taktete elektronische Leistungswandler, der starr angesteuert wird, gibt alle Schwankungen seiner Eingangsspannung E wie hier den Netzbrumm proportional an seinen Ausgang weiter. Das Weitergeben dieser Schwankungen an den mo- mentanen Ausgangsstrom ist bei allen kleineren als für die Modusgrenze üblichen Prozentsätzen PS = 40 % ...4 %, wo generell im Burstmodus gearbeitet wird, auch
deshalb möglich, weil an diesen Stellen die übertragene Leistung bereits deutlich reduziert ist und damit auch die die Schwankungen verursachende Amplitude des Netzbrumms.
Da laut Figur 5 beim Eintritt in den Burstmodus mit bspw. D99 = 0,99 theoretisch fast unendlich niedrige Burstfrequenzen f möglich wären, wird in der Praxis an dieser Stelle die Burstfrequenz f99 so hoch eingestellt, dass die Welligkeit W des Ausgangssignals trotz Schwankungen der internen Versorgungsspannung den zulässigen Wert von bspw. 5% bis 10% nicht übersteigt. Die Burstfrequenz f99 wird auch Übergabefrequenz genannt. Daraus ergibt sich auch die zunächst konstante Austast-Zeitdauer tOffFix, also die Pausendauer zwischen zwei aufeinanderfolgen- den an dieser Stelle noch sehr langen Bursts, über f99 = 1 / ( tOn + tOffFix) = D99 / tOn und tOffFix = tOn / D99 - tOn = (1 ~ D99) tOn / D99
ZU tOffFix = (1 - D99) / f99 .
Für Prozentsätze PS wie in Figur 6a eingezeichnet beispielhaft kleiner als 10 % wechselt das Betriebsverfahren in seinen Burstmodus. In diesem Bereich des Be- triebsverfahrens ist die Welligkeit W des Ausgangsstroms deutlich größer als im Bereich mit Normalmodus des getakteten elektronischen Leistungswandlers. Die- se größere Welligkeit W des Ausgangsstroms im Burstmodus ist sogar erwünscht, weil Lichtinstallationen mit vielen Leuchtdioden, die in Serie geschaltet sind und somit mit demselben Strom betrieben werden, ein grobkörniges Aussehen be- kommen, wenn derselbe Strom sehr weit heruntergedimmt wird und dabei absolut glatt wäre. Grund sind Fehlstellen im LED-Kristall, die jeder einzelnen Leuchtdiode einen individuellen Minimalstrom aufprägen, der durchaus noch positiv ist, und bei dessen Unterschreiten die betroffene Leuchtdiode erstmals absolut dunkel wird. Manche Leuchtdioden tun dies als erste, während eine andere vielleicht als einzi- ge bis zum Schluss leuchtet. Die optische Erscheinung einer mit vielen Leuchtdio- den ausgestatteten und derart betriebenen Lichtinstallation leidet darunter erheb- lich. Durch die größeren zulässigen Werte der Welligkeit W des Leuchtdioden-
Stroms bei diesen geringen Helligkeiten, beispielhaft bei PS < 10%, leuchten alle an derselben Lichtinstallation beteiligten Leuchtdioden annähernd gleich hell.
Genau deswegen erlaubt das angegebene Betriebsverfahren im Burstmodus so- gar noch höhere Werte für die absolute Welligkeit W des Ausgangsstroms bspw. eines mit dem Betriebsverfahren arbeitenden LED-Betriebsgeräts, als sie das oben beschriebene und hierfür grundsätzlich vorgesehene Konstant- tOff-und-dann- konstant-tOn-Schema für die Ein-Austastung eigentlich ergäbe. Von einem Punkt A ausgehend nach links und von einem Punkt B ausgehend nach rechts steigt die Welligkeit W jeweils an, um etwa in der Mitte zwischen A und B eine Spitzenwel- ligkeit zu erreichen. Üblicherweise soll diese Spitzenwelligkeit sogar 25% bis 40% des reduzierten Ausgangsstroms lc an der Modusgrenze betragen.
Laut FIG 6b wird dazu das Schema für die Ein-Austastung, bei dem zunächst un- ter einem im Wesentlichen konstanten tOff die Burstfrequenz f erhöht wird, um von etwa 98 % an einem Punkt A1 ausgehend das Tastverhältnis D zu reduzieren, ab einem Punkt A abgewandelt, an dem die Burstfrequenz f einen Wert fDACH bspw. bei 2,0 kHz oder besonders vorteilhaft bei nur 1 ,25 kHz erreicht, der deutlich unter dem Wert von fMax liegt. Punkt A liegt bspw. bei einem D = 65 % (in Figur 6a etwa bei D = 80%). Danach, also für kleiner werdende D, wird klassische PWM bei ei- ner konstanten Burstfrequenz f = fDACH verwendet, wodurch die absolute Welligkeit W gemäß unterem Graph ansteigt bis hinunter zu einem D = = 50 %. Bei weite- rer Reduktion des Tastverhältnisses bei unveränderter Burstfrequenz f = fDACH nimmt die Welligkeit ebenso wieder ab, wie sie zuvor zugenommen hat, bis zu einem Punkt B, nach dessen Überschreitung eine kleinere Burstfrequenz f < fDACH nötig ist gemäß des Konstant-tOn-Asts 23 des angegebenen Schemas für die Ein- Austastung. Der Punkt B liegt bspw. bei D = 36 % (gemäß Figur 6a bei etwa D = 30 %). Für noch kleinere Tastverhältnisse D hält die absolute Welligkeit W wieder konstant den zulässigen Wert von bspw. 5% bis 10% ein wegen einer Befolgung des Konstant-tOn-Asts 23 des angegebenen Schemas für die Ein-Austastung.
Diese Spitze im Verlauf der Welligkeit W über dem Tastverhältnis D im unteren Graphen entsteht aufgrund der eigentlich zu niedrigen Burstfrequenz und ent- spricht der durch fDach „abgeschnittenen“ Giebeldachform des oberen Graphen bestehend aus dem Konstant- tOff-Ast 22 und dem Konstant-tOn-Ast 23, nur invers
interpretiert: War ursprünglich das Ziel, über eine Frequenzverstellung die absolu- te Welligkeit W über alle D konstant zu halten, ist soeben die Frequenz konstant f = fDACH, wodurch die absolute Welligkeit W über einer Variation des Tastverhält- nisses D von bspw. 65 % bis 36 % ansteigen und wieder abfallen muss mit einem Welligkeitsmaximum bei D = = 50 %. Denn bei einem als konstant angenom- menem Tastverhältnis D verhält sich eine Welligkeit Wx generell mit einem wand- lerspezifischen Faktor F proportional zur Periodendauer 1/fx. Werden zwei Wellig- keiten aus demselben Leistungswandler und ihre zugehörigen Periodendauern miteinander verglichen, kürzt sich gemäß
Wi / W2 = (F / f1) / (F / f2) = f2 / f1 der Faktor F heraus, und es bestätigt sich, dass die Welligkeiten im umgekehrten Verhältnis zu ihren Frequenzen stehen. Weil dies mit der Definition der Perioden- dauern übereinstimmt, verläuft im unteren Graph über D die absolute Welligkeit W genau in derselben Giebeldachform, nach welcher im oberen Graph die Ein- Austast- oder Burstfrequenz f dünn gestrichelt dargestellt weiterverlaufen würde, wäre sie nicht auf fDach gedeckelt.
Am Punkt A geht das Konstant- tOff-Schema des Burstmodus' in eine Konstant- fDACH-PWM über, und am Punkt B geht die klassische Burst-PWM in ein Konstant- tOn-Schema für den Burstmodus über. Dazwischen herrscht die konstante Burst- frequenz f = fDACH < fMax mit den davon verursachten Effekten. Weil hier nur noch Arbeitspunkte unterhalb der Modusgrenze, also lauter solche im Burstmodus dar- gestellt sind, kann das Tastverhältnis D den Prozentsatz PS von Figur 6a auf der x-Achse ersetzen. Figur 6b ist die Vergrößerung und Detaillierung des linken Zehntels der vorausgehenden Figur. Die absolute Welligkeit W bezieht sich hier auf den Wert des reduzierten Ausgangsstroms lc an der Modusgrenze bei D = 100 %, wenn der differenzielle Lastwiderstand über den hier betrachteten Ausgangs- strom-Teilbereich hinweg konstant ist. Auffällig ist, dass alle Übergänge trotz der Änderungen in der Ein-Austastung jeweils stetig ablaufen.
Im oberen Graphen ist gestrichelt die besagte Giebeldachform bestehend aus dem Konstant- tOff-Ast 22 und dem Konstant-tOn-Ast 23 eingezeichnet, wonach die- jenigen Burstfrequenzen f in kHz darstellbar sind, die sich theoretisch gemäß dem angegebenen Schema für das Ein-Austasten ergeben, um - wie im unteren Gra-
phen abschnittsweise dargestellt - eine konstante absolute Welligkeit W von bspw. 5 % in Bezug auf den Ausgangsstrom lc an der Modusgrenze zu erhalten. Wie durch die gestrichelte Diagonale und die Schraffuren darunter dargestellt, sind an der Modusgrenze am rechten Rand dieses unteren Graphen ¾ der Restwellig- keit durch die Schwankungen der internen Versorgungsspannung E bzw. durch den Netzbrumm verursacht, dessen Effekt mit der Ausgangsleistung, für Versor- gung von LED also bei Abnahme des Ausgangsstroms und somit bei Abnahme von D, linear abnimmt. Daher darf an einem Punkt B0, also bspw. bei D = 1 %, die volle Welligkeit durch den Burstmodus als solchen verursacht sein, wofür bei- spielsweise eine Burstfrequenz f01 = 100 Hz ausreicht, wohingegen am Punkt A1 nur noch etwa der Welligkeit W für die Effekte eines Burstmodus' übrig ist. Ex- perimente ergeben, dass für eine Burstfrequenz f98 an der Stelle D = 98 %, also an Punkt A1, weitere 300 Hz addiert werden müssen, um die Summe der vom Burstmodus und vom Netzbrumm verursachten Welligkeiten W unter den dafür zulässigen Wert von bspw. 5 % zu bekommen. Deshalb muss an diesem Überga- bepunkt die Burstfrequenz f98 beispielsweise 400 Hz betragen, weshalb sie auch Übergabefrequenz genannt wird, und bei D = 1 % an Punkt B0 genügen 100 Hz als Burstfrequenz f01 für denselben Effekt, was in Form der Endpunkte A1 und B0 der durchgezogenen Linie an den entsprechenden Stellen des oberen Graphen gezeigt ist. Dies kommt auch dem zugute, dass bei D < 10 % eine viermal höhere Auflösung zwischen den einzelnen Dimm-Sollwertstufen gefordert ist als in der Umgebung der Modusgrenze, also bei D > 90 %, was bei den oben genannten Burstfrequenzen zu jeweils gleichlangen Stufen der Verlängerung oder Verkür- zung von Burst- oder Pausendauern im angegebenen Schema für die Ein- Austastung führt. Es hilft folglich bei der Einhaltung einer logarithmischen Dimm- kennlinie, indem es eine in einer (digitalen) Regelungsschaltung vorgegebene Bit- Zahl besonders gut dafür ausnutzt.
Dem Unterschied zwischen f01 und f98 in der nötigen Burstfrequenz geschuldet nimmt der Abstand von Werten nahe null bei D = 1 % (Punkt B0) auf beispielswei- se 300 Hz bei D = 98 % (Punkt A-i) zu zwischen der durchgezogenen Linie des oberen Graphen, nach der die Burstfrequenzen tatsächlich einzustellen sind, und der gestrichelten Linie 22+23 für theoretisch konstante absolute Welligkeit. Au- ßerhalb der Punkte A und B bedeuten die im unteren Graphen dargestellten
Schraffuren jeweils das, was der Netzbrumm zur zulässigen Welligkeit W beträgt und vom für die Ein-Austastung Erlaubten wegnimmt. Um dies auszugleichen, ist im oberen Graphen der dazu nötige Überhang bei der Burstfrequenz f eingezeich- net in Form des Abstandes zwischen durchgezogenen und gestrichelten Linien. Weil Wegnahme und Überhang linear von D abhängen, liegt im angegebenen Schema für die Ein-Austastung der Punkt B näher bei D = = 50 % als der Punkt A. Verallgemeinert ausgedrückt liegt Punkt B keinesfalls weiter entfernt von D = als Punkt A.
Ein weiterer Grund für die Deckelung der Brustfrequenz f auf den Wert fDACH, der mit bspw. 2,0 kHz oder 1 ,25 kHz deutlich unter dem Wert von fMax liegt, ist ein akustischer. Beleuchtungsobjekte tendieren dazu, auf den elektrisch in ihnen vor- kommenden Frequenzen, ihren Vielfachen oder auf möglichen Subharmonischen davon auch mechanisch zu schwingen und entsprechende Störgeräusche abzu- geben. Große Leuchten für große Leuchtstofflampen brummen oft mit 100 Hz. Je kleiner und kompakter die Lichtinstallationen werden wie zum Beispiel für LED- Anwendungen, desto höher wird die Frequenz, auf der sie auch mechanisch schwingen können. Mehrere kHz als mechanische Eigenresonanz sind möglich, dabei sind 3 kHz als Eigenresonanz wahrscheinlicher als 1 ,25 kHz. Daher ist an- gestrebt, mit dem Wert von fDACH immer unterhalb solcher mechanischer Eigenre- sonanzen zu bleiben. Das menschliche Ohr schließlich ist für Dauergeräusche auf 1 ,25 kHz noch weniger empfindlich als für Dauergeräusche auf höheren Frequen- zen. Schließlich lassen sich mit solch relativ niedrigen Burstfrequenzen auch Stro- boskopeffekte relativ sicher vermeiden in den Gebieten, die von einem LED-Modul beleuchtet werden, das von einem Betriebsgerät versorgt und gesteuert wird, des- sen elektronischer Leistungswandler gemäß dem angegebenen Betriebsverfahren arbeitet.
Am unteren Ende der Skala für die Burstfrequenzen stehen die 60 Hz ganz be- wusst. Denn unterhalb dieser niedrigsten vorkommenden Burstfrequenz kann so- wohl vom LED-Modul, das von einem Betriebsgerät versorgt und gesteuert wird, dessen elektronischer Leistungswandler gemäß dem angegebenen Betriebsver- fahren arbeitet, als auch vom davon beleuchteten Gebiet ein unangenehmer Fli- cker ausgehen.
FIG 6c verdeutlicht die Anforderungen an eine effektive relative Ausgangsstrom- welligkeit Y eines Betriebsgeräts, wie sie aus einer Norm zur Vermeidung strobo- skopischer Effekte hervorgehen, für die Versorgung und Steuerung von Leuchtdi- oden, die bevorzugt für die Allgemeinbeleuchtung oder für stationäre Sonderbe- leuchtungen wie bspw. Bühnen vorgesehen sind. Das Betriebsgerät kann einen getakteten elektronischen Leistungswandler enthalten, der gemäß dem angege- benen Betriebsverfahren inclusive eines Burstmodus' in dem angegebenen Schema für seine Ein-Austastung betrieben wird. Die effektive relative Welligkeit Y ist von der Ein-Austast- oder Burstfrequenz f abhängig, die in logarithmischer Ska- lierung an der x-Achse angetragen ist. Alle Welligkeiten innerhalb der schraffiert eingezeichneten Rechtecke sowie solche unterhalb davon sind zulässig.
Eine relative Welligkeit errechnet sich aus der bisher stets behandelten absoluten Welligkeit, indem ihr Wert (der Abstand zwischen Minima und Maxima des Zeitver- laufs des betrachteten Signals) durch den aktuellen Mittelwert des sie tragenden Signals dividiert wird, hier insbesondere des Ausgangsstroms des getakteten elektronischen Leistungswandlers im betrachteten Betriebsgerät. Aus der relativen Welligkeit entsteht die effektive relative Welligkeit Y, wenn zusätzlich auch der ak- tuell gültige Wert eines differenziellen Lastwiderstands R'A gemäß Figur 4b heran- gezogen wird, der bei Leuchtdioden als Last aufgrund ihrer stark gekrümmten Kennlinie stark vom sie speisenden Ausgangsstrom eines Betriebsgeräts abhängt. Denn im Bereich der hier vor allem betrachteten sehr tiefen oder sehr dunklen Dimmstellungen befindet sich jede Leuchtdiode im gekrümmten oder abgeknickten Ast ihrer Kennlinie, die der eines variablen hochohmigen Widerstands eher ent- spricht als einem für alle Dioden typischen steilen, aus dem Koordinatenursprung heraus um die Flußspannung versetzten und annähernd geraden Kennlinienast. Mittels der vier Arbeitspunkte G0, G1, G2 und G3 wird dies unten näher erläutert.
In FIG 6d wird der Kreis aus den verschiedenen Welligkeiten, der sie erzeugenden Ein-Austastung und der Vermeidung eines Stroboskopeffekts gemäß der Vorgän- gerfigur geschlossen. Die absolute Welligkeit W aus Figur 6b, unterer Graph, ge- mäß dem angegebenen Betriebsverfahren und seiner Ein-Austastung erscheint erneut und gleichermaßen. Zunächst wird daraus eine relative Welligkeit Wr be- rechnet, indem die Werte einzelner Punkte auf der W-Kurve durch die dazugehö-
eigen Prozente dividiert werden. Bei anhand abnehmender Prozentzahlen darge- stellt abnehmenden Durchschnittswerten eines Ausgangsstroms nimmt die jeweils darauf bezogene relative Welligkeit zu wie dargestellt. Auch die bekannte Giebel- dachform zwischen den Stellen A und B bildet sich, leicht gekrümmt und verzerrt, auf die insgesamt hyperbelförmige Kurve für die relative Welligkeit Wr ab.
Dabei ist der differenzielle Lastwiderstand R'A aus Figur 4b wie bisher als konstant angenommen. Wegen der schon sehr kleinen Ausgangsstromwerte kommt eine LED-Last jedoch in den Bereich des Knies in ihrer Kennlinie und darunter. Mit Ab- nahme des Ausgangsstroms nimmt der differenzielle Lastwiderstand hier so stark zu und mit ihm eine Filterwirkung für den Ausgangsstrom, dass dessen effektive relative Welligkeiten ab der Mitte des Graphen und insbesondere auf seiner linken Seite immer kleiner als die in Figur 6d eingezeichneten Werte der - theoretischen - relativen Welligkeit Wr sind und sogar in den Bereich der eingezeichneten abso- luten Welligkeit W hinabreichen können. Die Abnahme des Strommittelwerts als Berechnungsgrundlage für eine relative Welligkeit wird durch die davon ausgelös- te Zunahme der Filterwirkung durch einen hochohmiger werdenden differenziellen Lastwiderstand annähernd ausgeglichen.
Hier ebenso eingezeichnet sind die vier aus der Vorgängerfigur bekannten Ar- beitspunkte G0, G1, G2 und G3, die verschiedene effektive relative Welligkeiten beziffern und auf gestrichelt dargestellten Linien für die zulässigen relativen Wel- ligkeiten Y0 oder Y1 liegen, die von der Ein-Austast- oder Burstfrequenz f abhän- gen. Direkt übertragen aus der Vorgängerfigur sind die Y- oder %-Werte der vier Arbeitspunkte. Wie die Stellen auf der D-Achse der Figur 6d zustande kommen, lässt sich am besten an Punkt G0 erklären:
Seine 25 % an erlaubter relativer Welligkeit korrespondieren laut Vorgängerfigur mit einer Burstfrequenz f = 100 Hz. Diese wiederum gehört laut Figur 6b zum Ar- beitspunkt B0 und damit zu einem Burst-Duty-Cycle D = 1 %. Von B0 ausgehend wird auf der dicken Linie neben dem Konstant-tOn-Ast 23 der Figur 6b so weit nach oben gegangen, bis die 200 Hz des Punktes G2 erreicht sind, an dem laut Figur 6c eine relative Welligkeit von 30 % zulässig ist. Die dazu gehörige D-Stelle von Figur 6b ist nach Figur 6d übertragen worden. Das gleiche Vorgehen auf den Punkt G3 angewandt ergibt einen in Figur 6d nicht dargestellten Punkt, auf den eine gestri-
chelte Linie Yo jedoch zuläuft. Die Linie Yo beschreibt somit die zulässigen relati- ven Welligkeiten des Ausgangsstroms eines Betriebsgeräts abhängig von der Burstfrequenz f auf dem Konstant-tOn-Ast der Ein-Austastung im Burstbetrieb des angegebenen Betriebsverfahrens, mit dem das betrachtete Betriebsgerät arbeitet.
Am Punkt A1 auf der anderen Seite der Figuren 6b oder 6d liegt eine Burstfre- quenz f = 400 Hz vor. Der zugehörige Punkt Gi ist gemäß Figur 6c nichtlinear in- terpoliert und führt auf eine zulässige relative Welligkeit Y von maximal 50 %. Die- ser Wert ist am rechten Rand der Figur 6d als G1 eingezeichnet, seine D-Stelle entspricht dem für den Arbeitspunkt A1 gültigen Burst-Tastverhältnis D von 98 % oder 99 %. Nun wird in Figur 6b ab A1 auf der dicken Linie neben den Konstant- tOff-Ast 22 soweit nach oben gegangen, bis die für 65 % relative Welligkeit, wie sie Punkt G3 zulässt, nötigen 500 Hz als Burstfrequenz f erreicht sind. Die zugehörige D-Stelle etwas links von A1 wird nun von Figur 6b nach 6d übertragen, um die ge- naue Position des Punktes G3 auch hier zu bestimmen. Die gestrichelt dargestellte Verbindungsgerade Y1 zwischen Gi und G3 beschreibt folglich die zulässigen rela- tiven Welligkeiten des Ausgangsstroms eines Betriebsgeräts abhängig von der Burstfrequenz f auf dem Konstant- tOff-Ast der Ein-Austastung im Burstbetrieb des angegebenen Betriebsverfahrens, mit dem das betrachtete Betriebsgerät arbeitet.
Der Vergleich beider gestrichelter Linien Yo und Y1 für zulässige Welligkeiten mit der Linie für die relative Welligkeit Wr bei konstantem differenziellem Lastwider- stand R'A zeigt, dass das angegebene Betriebsverfahren die Grenzen für Strobo- skop-Vermeidung bis hinunter zu einem Burst-Tastverhältnis D von 10 %, was einem generellen Dimmlevel PS von ca. 1 % entspricht, sogar dann einhält, wenn statt wie eingezeichnet 5 % die absolute Welligkeit W 20 % oder 25 % des Aus- gangsstroms an der Modusgrenze oder am Arbeitspunkt A1 beträgt, also noch deutlich höher ist. Lediglich bei sehr kleinen Burst-Tastverhältnissen D < 10 % kommt der dort stark erhöhte differenzielle Widerstand zu Hilfe und reduziert die theoretische relative Welligkeit Wr zumindest auf die niedrigeren Werte Y0, wenn nicht sogar bis hinab auf Werte in der Nähe von W. Neben der Burstfrequenz f ist die Kapazität des Ausgangskondensators CA aus Figur 4b der Parameter, mit dem alle Welligkeiten auf die gewünschten Höhen eingestellt werden können. Die hier dargestellten geringeren Werte genügen erhöhten Anforderungen, wie sie bei-
spielsweise an eine Beleuchtung von Bühnen oder von Video- oder Filmaufnah- men gestellt sind.
FIG 7a zeigt auf dem Weg hin zu kleineren Prozentsätzen PS den Arbeitspunkt A1 (gemäß Figur 6b) für ein Burst-Tastverhältnis D = 99 % bzw. für einen globalen Prozentsatz PS = 9,9 % eines maximalen Ausgangsstroms, also einen ersten möglichen Arbeitspunkt nach der Modusgrenze. Die Wandlertaktfrequenz des Normalmodus' einer für diese Messung herangezogenen resonanten Halbbrücke, deren Arbeitsbereich in Figur 2 dargestellt ist, liegt hier konstant bei bspw. 160 kHz. Sie umfasst mindestens einen schaltbaren Bypasskondensator, der im Nor- malmodus vor der Modusgrenze auch tatsächlich ständig abgekoppelt ist. Dieser Bypasskondensator wird zur Aufnahme der Figur 7a erstmals periodisch für eine jeweils sehr kurze Zeit angekoppelt. Das Ankoppeln ist an der zweitobersten Messkurve 21 zu erkennen, die jeweils einen tiefen Wert zeigt, wenn der By- passkondensator angekoppelt ist, und einen konstant hohen, wenn er abgekoppelt ist. Der Zeitabstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Ankoppelaktivitäten, al- so zwischen zwei fallenden Flanken der Messkurve 21, ist die Burstperiode 1/f.
Dieselbe Kurve 21 verdeutlicht das für diesen Arbeitspunkt nötige maximale Burst- Tastverhältnis D, mit „tief“ also eine abgekoppelte und mit „hoch“ eine von der re- sonanten Halbbrücke normal versorgte Last. Denn der schaltbare Bypasskonden- sator ist so groß, dass er bei seiner Ankopplung die Last faktisch abkoppelt und die resonante Halbbrücke in (fast) reine Blinkleistungsarbeit schickt, wodurch in diesen Zeiten (fast) keine Wirkleistung gebraucht wird. Dadurch wird es sehr ele- gant möglich, wie eingangs gefordert einen Energiefluss in Form eines Stromes periodisch zu unterbrechen und somit auch mit einer resonanten Halbbrücke, die eine fast ideale Wechselstromquelle ist, einen Betrieb im Burstmodus zu erzeu- gen. Genau dies ist an der obersten Messkurve 46 zu erkennen, die den aus dem an den Transformator der resonanten Halbbrücke angeschlossenen Gleichrichter herausfließenden Strom darstellt: Dieser wird jedes Mal abrupt zu null, sobald der Bypasskondensator angekoppelt wird. Die dritte Messkurve 47 zeigt den Aus- gangsstrom, und die unterste oder vierte Messkurve 9 den Eingangsstrom der ge- samten resonanten Halbbrücke, der aufgrund einer dafür nötigen niederohmigen Messung bei gleichzeitig hoher Messverstärkung stark verrauscht ist. Die zugehö- rigen Nullpegel sind links an der y-Achse durch 046, 021 und 047 markiert wie auch
ebenso in den beiden Folgefiguren. Der Nullpegel der Messkurve 9 liegt am unte- ren Rand des Fensters oder darunter und ist deshalb nicht dargestellt.
Für FIG 7b wird das Burst-Tastverhältnis D vom Maximum, das es in der voraus- gehenden Figur hat, auf etwa 40 % reduziert und beschreibt damit einen Arbeits- punkt zwischen den Punkten A und B (von Figur 6b). Gut zu erkennen sind die viel längeren Nullpausen im „obersten“ Strom 46, der aus dem Gleichrichter heraus- fließt, sowie die dazu korrespondierenden längeren Ankoppelphasen des mindes- tens einen schaltbaren Bypasskondensators, zu erkennen an den jeweils niedri- gen Pegeln in der zweitobersten Messkurve 21. Im Gegensatz zur vorausgehen- den Figur erscheint die Kurve 47 für den Ausgangsstrom weiter entfernt von der Messkurve 21, da er wie gefordert abgenommen hat. Die Bursts sind kürzer ge- worden. Die unterste Kurve 9 repräsentiert wie oben den Eingangsstrom der ge- samten resonanten Halbbrücke.
Die Welligkeit des Ausgangsstroms 47 ist an diesem Arbeitspunkt deutlich höher als am Arbeitspunkt der vorausgehenden Figur. Herkunft und Auswirkung davon sind oben bereits ausführlich beschrieben.
FIG 7c schließlich zeigt die Messkurven zum niedrigsten möglichen Arbeitspunkt B0 gemäß Figur 6b, also bei einem Burst-Tastverhältnis D in der Umgebung von 1 % bzw. bei einem Prozentsatz PS von deutlich kleiner 1 %. Im Gegensatz zu bei- den vorausgehenden Figuren ist hier die Zeitauflösung feiner, weshalb im Gleich- richter-Ausgangsstrom 46 und im Halbbrücken-Eingangsstrom 9 einzelne Halb- brückentakte erkennbar werden, weshalb andererseits aber keine vollständige Burstperiode mehr darstellbar ist. Der Ausgangsstrom 47 ist wie gefordert weiter nach unten gewandert, und seine Welligkeit ist wieder so klein wie die in Figur 7a. Die Last ist wie an Stromkurve 46 gut zu erkennen fast permanent abgekoppelt. An Figur 7c wird, wie insbesondere an dem vollständigen Piek 46a im Gleichrich- ter-Ausgangsstrom 46 zu erkennen, ferner deutlich, dass im Burstmodus die Be- ginn- und bei resonanten Leistungswandlern vor allem die Endzeitpunkte jedes einzelnen Bursts besonders vorteilhaft synchron zur Arbeit des Leistungswandlers in einem Normalmodus erfolgen. Bei anderen Leistungswandlertopologien als ei- ner resonanten Halbbrücke, bspw. bei den Eintakt-Leistungswandlern, können zur Erzeugung der Pausen zwischen den Bursts einzelne oder mehrere Ansteuerpul-
se hintereinander für den mindestens einen aktiven Leistungstransistor des getak- teten Leistungswandlers ausgelassen werden. Das Tastverhältnis innerhalb der Bursts entspricht dabei bspw. einem minimalen für den niedrigsten Arbeitspunkt im Normalmodus nötigen Tastverhältnis.
Als erste Bedingung für das in Figur 7c dargestellte minimale Burst-Tastverhältnis D und damit für die minimal mögliche Burstlänge tmess ergibt sich somit die Perio- dendauer einer vollständigen Taktung des im Betriebsgerät arbeitenden Leis- tungswandlers. Zwischen den beiden Flanken im Logiksignal 21 , deren erste das Abkoppeln und deren zweite das Wieder-Ankoppeln des mindestens einen schalt- baren Bypasskondensators wiedergibt, erscheinen genau zwei Pulse des Gleich- richter-Ausgangsstroms 46. Denn die hier betrachtete resonante Halbbrücke ist ein Gegentaktwandler, und die Mittelpunktschaltung ist ein Vollwellengleichrichter. Somit gibt es immer zwei Energieübertragungsphasen pro Taktperiode.
Zweitens muss jede geregelte Stromversorgung, insbesondere ein Betriebsgerät, das zur Energieversorgung und zum Betrieb von mannigfaltigen Arten von LED- Moduln eingerichtet ist, die daran angeschlossene Last kontinuierlich vermessen. Beispielsweise ist die Ausgangsspannung beim erstmaligen Anschalten oder nach sehr langer Betriebspause nicht bekannt, und dieselbe Spannung variiert stark mit der Modultemperatur. Beleuchtet das Modul bspw. eine Außenfassade im Winter und wurde gerade angeschaltet, kann die Ausgangsspannung deutlich höher lie- gen als nach einem Dauerbetrieb desselben Moduls im Sommer.
Die Messung kann nur geschehen, solange der in der Stromversorgung arbeiten- de Leistungswandler auch tatsächlich Leistung wandelt und an seine Last abgibt, also nur während der Bursts, weil nur dann eine Ausgangsspannung entsteht und ein Ausgangsstrom auf seinen (Dimm-)Sollwert geregelt werden kann. Diese Vermessung muss jeweils eingeschwungen sein, um pro Burst wenigstens einen sinnvollen Wert für den aktuellen Ausgangsstrom und für die aktuelle Ausgangs- spannung erhalten zu können. Denn dazwischen kann gar nichts gemessen wer- den, da dann jeweils (fast) nur Blindleistung oder eben eine Pause vorliegt. Die kurzen Bursts mit ihrer Dauer tmess müssen länger als 10 ps, oder bevorzugt län- ger als 50 ps oder wie in einem anderen Ausführungsbeispiel länger als 150 ps sein. Dies entspricht bei 160 kHz als beispielhafter Wandlertaktfrequenz 1 ,6 oder
8 oder 24 vollen Taktperioden, womit die erste Bedingung „mindestens eine volle Taktperiode“ jeweils eingehalten ist. Dabei müssen die Burstdauern tmess nur län- ger als die Periodendauer einer vollständigen Leistungswandler-Taktung sein, sie müssen jedoch keine ganzzahligen Vielfachen davon betragen. Die minimal mög- liche Burstdauer tmess entspricht der konstanten tOnFix von oben für den Konstant- tOn-Ast 23 der Ein-Austastung gemäß Beschreibung zu Figur 5. Im Falle einer Burstfrequenz f01 = 100 Hz und eines minimalen Tastverhältnisses D = 1 % ergibt sich ein tOnFix von 100 ps beziehungsweise 16 vollen Taktperioden der beispielhaf- ten resonanten Halbbrücke als minimale Burstdauer.
Die Kenntnis der Ausgangsspannung und infolgedessen deren Messung sind auch deshalb wichtig, weil das angegebene Betriebsverfahren anhand unter- schiedlicher Werte der Ausgangsspannung variieren kann. Insbesondere die Mo- dusgrenze kann im Falle einer resonanten Halbbrücke als elektronischer Leis- tungswandler bei umso höheren Wandlertaktfrequenzen fGrenz liegen, je niedriger die momentane Ausgangsspannung VA ist. Auch die Burstfrequenz f98 oder f99 nach Überschreiten der Modusgrenze, die deshalb auch Übergabefrequenz heißt, kann von der Ausgangsspannung abhängen: Je höher diese ist und infolgedessen je kleiner der Ausgangsstrom, desto tiefer kann die Übergabefrequenz f98 oder f99 liegen, was ebenso der Ausnutzung einer fest vorgegebenen Zeitquantisierung (= bspw. Bitzahl für Umwandlung in Burstdauern) zugutekommt: Je geringer der Ausgangsstrom ist, desto geringer müssen auch die einzelnen Stromstufen für den gleichen Dimmeffekt sein. Je tiefer die Burstfrequenz ist, je länger also die Bursts sind, desto mehr gleichlange „Zeitquanten“ passen dort hinein, und um desto feinere Stufen kann der Ausgangsstrom verstellt werden.
FIG 8 zeigt ein daraus folgendes mögliches Vorgehen, wie die angegebene Ein- Austastung und das angegebene Betriebsverfahren in einem LED-Betriebsgerät angewandt werden können, um den mitunter schwierigsten aller möglichen Fälle zu lösen. Im betrachteten Betriebsgerät sei als elektronischer Leistungswandler eine resonante Halbbrücke installiert, an die ein dafür zulässiges LED-Modul oder eine zulässige Kombination daraus angeschlossen ist. Das Betriebsgerät weiß aber nicht, was genau gerade angeschlossen ist. Das Betriebsgerät kennt nur ei- nen Modusgrenzenschnitt 6 durch die Ausgangsspannungen, also eine diese Linie
beschreibende Tabelle von Modusgrenzen-Taktfrequenzen fGrenz abhängig von der jeweiligen Ausgangsspannung VA, unterhalb derer Normalmodus gilt, und auf denen der Burstmodus vollführt wird. Eine dritte Spalte dieser Tabelle, die oft bspw. ein sogenanntes „look-up table“ ist, kann die zu den Ausgangsspannungen VA gehörigen niedrigsten Burstfrequenzen f01 enthalten, und eine vierte die dazu- gehörigen Übergabefrequenzen f98 oder f99. Das betrachtete Betriebsgerät wird nun erstmals gestartet und soll aus völliger Dunkelheit - also beginnend von sei- nem minimal möglichen Ausgangsstrom lA - die daran angeschlossenen LED her- aufdimmen. Der berühmt-berüchtigte Einschaltlichtblitz soll dabei unbedingt ver- mieden werden, es ist also vom Betriebsgerät besser ein zu kleiner als ein zu gro- ßer Ausgangsstrom einzustellen.
Dazu geht das Betriebsgerät zunächst vom ungünstigsten Fall 7 in puncto Aus- gangsstrom aus, und das bedeutet, dass ein Modul mit der kleinsten möglichen Ausgangsspannung, bspw. mit 15 V, angeschlossen sei, weil jeder resonante elektronische Leistungswandler dann naturgemäß am meisten Strom abgibt. Des- halb gehört zu dieser Ausgangsspannung auch die höchste Modusgrenzen- Taktfrequenz fGrenz0, auf der die Halbbrücke startet, und zugleich die höchste Burstfrequenz f01 für die unterste Dimmstellung. Mit dieser Burstfrequenz wird das kleinste mögliche Tastverhältnis D, bspw. 1 %, eingestellt. Sobald auf dem sich daraus ergebenden Start-Arbeitspunkt 8 die ersten paar Bursts mit konstanter Dauer tmess = tOn und entsprechend langen Pausen dazwischen stattgefunden ha- ben, hat das Betriebsgerät seine aktuelle Ausgangsspannung VA gemessen.
Beträgt diese tatsächlich 15 V, bleibt alles unverändert, außer dass gemäß Dimm- geschwindigkeit einerseits und gemäß dem angegebenen Schema für die Ein- Austastung andererseits die Burstfrequenz erst erhöht, dann auf fDach konstant gehalten und danach wieder reduziert wird, um dadurch das Tastverhältnis D und damit den Dimmpegel kontinuierlich zu erhöhen. Wird dabei die Modusgrenze er- reicht, geht der Burstmodus in den Normalmodus über. Darüber hinaus, also zu noch höheren Dimmpegeln hin, wird der elektronische Leistungswandler im be- trachteten Betriebsgerät mittels seiner speziellen Steuergröße innerhalb der natür- lichen Grenzen seines möglichen Arbeitsbereichs in seinem Normalmodus betrie- ben und gesteuert, im Falle einer resonanten Halbbrücke also mittels Reduktion
ihrer Wandlertaktfrequenz. Für alle diese Steuerungen ist der grundsätzlich immer aktive Ausgangsstromregler zuständig.
Wird jedoch eine höhere Ausgangsspannung gemessen, erniedrigt das betrachte- te Betriebsgerät zunächst seine Modusgenzen-Taktfrequenz auf den Wert fGrenz1 und eventuell auch seine niedrigste Burstfrequenz f01 gemäß obiger Tabelle, um beides auf die neu gemessene Ausgangsspannung VA anzupassen. Dieser Vor- gang 19 läuft im Hintergrund ständig ab, denn die Ausgangsspannung kann sich im Ifd. Betrieb auch ändern, bspw. durch Temperaturänderung des LED-Moduls, durch Fehlerfälle oder durch Steuerungen auf Modulebene, bspw. durch spontane Überbrückung einzelner LED. Ist die Messung der Ausgangsspannung stabil, kann das Betriebsgerät mit dem gleichen Hinaufdimmen 10 beginnen wie oben für ein VA = 15 V beschrieben, nur eben mit geänderten Startwerten incl. des angepass- ten Wertes für die Modusgrenzen-Taktfrequenz fGrenz1 An einem Arbeitspunkt 13 auf der Linie des besagten Modusgrenzenschnitts 6 erkennt der Ausgangsstrom- regler eine Burstfrequenz unterhalb des für diese Ausgangsspannung üblichen Wertes f98 und damit die Modusgrenze. Folglich wird der Burstmodus verlassen und auf der Wandlertaktfrequenz fGrenz1 in den Normalmodus der resonanten Halbbrücke übergegangen. Ab Arbeitspunkt 13 wird durch Erniedrigung der Wand- lertaktfrequenz fHB der Ausgangsstrom lA soweit erhöht, bis entlang der Lastkenn- linie 14 für die jeweilige Ausgangsspannung oder Modulspannung der gewünschte Arbeitspunkt 15 erreicht ist, der hier bspw. bei einem Ausgangsstrom lA = 200 mA liegt. Für alle dazu nötigen Steuerungen ist wie schon oben der Ausgangsstrom- regler zuständig, weil nur dieser einen ständigen Soll-Ist-Vergleich für den Aus- gangsstrom durchführt.
Der Charme dieses Vorgehens liegt erstens in der oben schon beschriebenen be- sonders guten Ausnutzung digitaler Regelprozessoren, wodurch mit relativ wenig Aufwand große Leistungsbereiche möglich werden, und zweitens in einer verbes- serten Ausnutzung der natürlichen Grenzen des möglichen Arbeitsbereichs eines resonanten Leistungswandlers mit einem komplexeren Resonanzsystem.
Bei den Eintakt-Leistungswandlern im CRM, TCM oder Valley-Detect-Modus als ihrem häufigsten Normalmodus, der die Grenze zwischen Continuous Conduction Mode (CCM) und Discontinuous Conduction Mode (DCM) markiert, gilt genau we-
gen dieser Grenzlage der Sonderfall, dass deren Wandlertaktfrequenz ein Maß für den momentan übertragenen Strom ist (vom DCM herkommend), und dass gleichzeitig das Tastverhältnis innerhalb der Wandlertaktfrequenz ein Maß für de- ren Spannungsübersetzung ist (vom CCM herkommend). Dabei ist die Ausgangs- spannung umso höher, je höher dieses Tastverhältnis ist, und der übertragene Strom umso höher, je niedriger die Wandlertaktfrequenz ist. Wie schon zur Herlei- tung der Figuren 3a und 3b beschrieben, ist der limitierende Faktor für beides die minimal mögliche Einschaltzeit tonMin für den aktiven Leistungstransistor. Dies limi- tiert kleine Ausgangsspannungen wegen des dafür nötigen kleinen Tastverhältnis- ses bei gleichzeitig kleinen Ausgangsströmen wegen der dafür nötigen hohen Frequenz. Daher fehlt in den dortigen natürlichen Arbeitsbereichen die „linke unte- re Ecke“, jeweils „abgeschnitten“ von den natürlichen Grenzen 11 oder 12. Wegen dieser starken Verkopplung der einzelnen Größen untereinander ergibt es bei den Eintakt-Leistungswandlern keinen Sinn, pro geänderter Ausgangsspannung ande- re Grenzparameter und Burstparameter einzustellen. Stattdessen ist die Modus- grenze einfach dann erreicht, wenn tOn = tonMin gilt.
Analog dazu kann auch die Modusgrenzen-Taktfrequenz fGrenz, die ja gleichzeitig die Maximalfrequenz für den Normalmodus darstellt und daher einem tonMin nahe- kommt, für resonante Halbbrücken, die als elektronische Leistungswandler in Be- triebsgeräten für LED arbeiten, für alle Ausgangsspannungen als konstant festge- legt sein. Im untersuchten Beispiel ist forenz auf einen Wert von 166,5 kHz fixiert, und das innere Tastverhältnis ist hier generell für beide beteiligten Leistungstran- sistoren etwas kleiner als wie für resonante Halbbrücken in den allermeisten Fällen üblich. Auch kann die minimale Burstfrequenz f01 konstant sein und unab- hängig von der momentanen Ausgangsspannung VA beispielsweise 100 Hz betra- gen. Dadurch steht ein vereinfachter Modusgrenzenschnitt 16 senkrecht in Figur 8, und obiges zur selben Figur gehöriges Vorgehen vereinfacht sich insofern, als dafür die Ausgangsspannungsmessung unwichtig wird, und dass durch die grund- sätzlich immer aktive Ausgangsstromregelung in der Umgebung des Arbeitspunkts 17 oder oberhalb davon automatisch entschieden wird, ob Burstmodus oder Nor- malmodus vorliegt.
Weil die spezielle Steuergröße diesseits der Modusgrenze, also im Normalmodus, meistens wobbelt, um beispielsweise den Netzbrumm zu kompensieren, jenseits der Modusgrenze im Burstmodus jedoch starr ist, sollte die Modusgrenze eine Hysterese (nicht dargestellt) umfassen, also aus zwei nahe benachbarten oder sogar parallelen Grenzlinien bestehen, die ihre Modusänderungen richtungsab- hängig und gegenläufig verursachen. Sinnvollerweise liegt eine erste Grenzlinie, an der vom Normalmodus in den Burstmodus übergegangen wird, bei kürzeren tOn bzw. bei höheren fGrenz als eine zweite Grenzlinie, an der vom Burstmodus wieder in den Normalmodus zurückgewechselt wird. Der Abstand zwischen diesen beiden Grenzlinien entspricht sinnvollerweise dem maximal möglichen Wöbbel der spezi- ellen Steuergröße für den jeweiligen Normalmodus. Auf diese Weise wird wir- kungsvoll vermieden, dass ein elektronischer Leistungswandler periodisch - bspw. in doppelter Versorgungsnetzfrequenz - zwischen seinen beiden Modi hin- und herspringen muss.
BEZUGSZEICHENLISTSE
1 natürliche Grenze „links unten“, also für kleine Ausgangsströme und kleine Ausgangsspannungen, eines möglichen Arbeitsbereichs für einen getakteten elektronischen Leistungswandler in günstiger Form
1' selbiges in ungünstiger Form
2 selbiges für eine resonante Halbbrücke als getakteten LLCC- Leistungswandler
3 selbiges wie 2 für eine vergrößerte Resonanzkapazität innerhalb des LLCC- Leistungswandlers
4 obere natürliche Grenze des möglichen Arbeitsbereichs bei hohen Ausgangsspannungen und mittleren bis kleinen Ausgangsströmen für eine vergrößerte Resonanzkapazität innerhalb des LLCC-Leistungswandlers
5 Teil eines geforderten Arbeitsbereichs, der von keinem der möglichen Arbeitsbereiche umfasst ist
6 Modusgrenzenschnitt allgemein
16 vereinfachter Modusgrenzenschnitt bei konstanter fGrenz
7 Einstiegs-Arbeitspunkt allgemein
17 Einstiegs-Arbeitspunkt bei konstanter fGrenz
8 Ermittlung der allgemeinen Einstiegs-Modusgrenzfrequenz fGrenz0
9 Meßsignal für den Eingangsstrom einer resonanten Halbbrücke
10 Hinaufdimmen im Burstmodus laut angegebener Ein-Austastung
11 linke natürliche Grenze eines möglichen Arbeitsbereichs bei kleinen Ausgangsströmen für einen Tiefsetzsteller im CRM oder TCM
12 linke natürliche Grenze eines möglichen Arbeitsbereichs bei kleinen Ausgangsströmen für einen der vier hoch- und tiefsetzenden Eintakt- Leistungswandler im CRM oder TCM
13 Arbeitspunkt auf der Modusgrenze bei vorliegender Ausgangsspannung
14 Hinaufdimmen im Normalmodus
15 Zielarbeitspunkt
19 Ifd. Anpassung von fGrenz (und f01 ) anhand der aktuellen Ausgangsspannung
20 Parabel der tiefsten möglichen Frequenzen für gleichmäßige Restwelligkeit bei unterschiedlichen Tastverhältnissen
21 Logiksignal gemäß angegebener Ein-Austastung
22 Konstant-toff-Ast der angegebenen Ein-Austastung
23 Konstant-ton-Ast der angegebenen Ein-Austastung
29 spezielle Steuergröße
30 getakteter elektronischer Leistungswandler
31 Schalter, als Ein-Austastvorrichtung wirkend
40 getakteter elektronischer Leistungswandler
46 Ausgangsstrom des Gleichrichters des getakteten elektronischen Leistungswandlers
47 Ausgangsstrom IA des gesamten elektronischen Leistungswandlers geeignet als LED-Betriebsstrom
Alle durch Buchstaben, indiziert oder auch nicht, gekennzeichneten Größen oder Bezüge sind hier nicht aufgeführt.