Verfahren und Anlage zum Laserauftragsschweißen
Hintergrund der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beschichten eines Oberflächenbereichs eines Werkstücks durch Laserauftragsschweißen, wobei ein pulverförmiger Beschichtungswerkstoff vor dem Auftreffen auf das Werkstück in einem auf den Oberflächenbereich gerichteten Laserstrahl aufgeschmolzen wird. Die Erfindung betrifft ferner eine Anlage zum Beschichten eines Oberflächenbereichs eines Werkstücks durch Laserauftragsschweißen, aufweisend eine Lasereinrichtung zum Richten eines Laserstrahls auf den Oberflächenbereich und eine Düse zum Einblasen von Beschichtungswerkstoff in den Laserstrahl.
Ein solches Verfahren ist als Extremes Hochgeschwindigkeits- Laserauftragsschweißen (EHLA) bekannt. Hierzu werden entsprechende Anlagen eingesetzt. Indem der Beschichtungswerkstoff bereits in dem Laserstrahl aufgeschmolzen wird, kann gegenüber konventionellen Verfahren des Laserauftragsschweißens, bei welchen ein Laserstrahl die Oberfläche des Werkstücks aufschmilzt und der Beschichtungswerkstoff in die Schmelze eingeblasen wird, die
Prozessgeschwindigkeit erheblich erhöht werden. Zudem können mit dem EHLA- Verfahren verbesserte Oberflächeneigenschaften wie eine verringerte Rauheit erreicht werden.
Aus WO 2004/022816 Al ist ein (konventionelles) Verfahren zum
Laserauftragsschweißen bekannt. Bei diesem Verfahren wird ein Laserstrahl über die Oberfläche eines Werkstücks bewegt. Der Laserstrahl schmilzt die Oberfläche lokal auf, sodass ein Schmelzbad erhalten wird. In das Schmelzbad wird mittels eines Gasstrahls aus einer Düse ein Pulver eingeblasen. Ein optisches Signal aus dem Schmelzbad wird erfasst und zur Bestimmung der Temperatur des Schmelzbades ausgewertet. Die Information des optischen Signals wird in einem Regelkreis zum Anpassen von Prozessparametern wie der Laserleistung oder Relativgeschwindigkeit zwischen dem Laserstrahl und dem Werkstück herangezogen.
Beim Extremen Hochgeschwindigkeits-Laserauftragsschweißen können thermische Zustände aufgrund der Werkstückgeometrie variieren. Dies kann sich auf die Qualität der Beschichtung auswirken. Beispielsweise können Querschnittsverringerungen am Werkstück die Wärmeableitung vermindern, sodass sich ein Wärmestau ausbildet. Dies kann wiederum zu Grübchenbildung an der Beschichtung führen. Umgekehrt kann eine erhöhte Wärmeableitung zu Bindungsfehlern zwischen dem Material des Werkstücks und der Beschichtung führen.
Aufgabe der Erfindung
Es ist eine Aufgabe der Erfindung, die Prozesssicherheit beim Extremen Hochgeschwindigkeits-Laserauftragsschweißen zu verbessern.
Beschreibung der Erfindung
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1 und eine Anlage mit den in Anspruch 12 angegebenen Merkmalen. Die jeweiligen Unteransprüche und die Beschreibung geben vorteilhafte Varianten bzw. Ausführungsformen an.
Erfindungsgemäßes Beschichtungsverfahren Erfindungsgemäß ist ein Verfahren zum Beschichten eines rotierenden Oberflächenbereichs eines Werkstücks durch Laserauftragsschweißen vorgesehen. Durch die Rotation des Werkstücks wird ein Vorschub in Umfangsrichtung erzeugt. Der Oberflächenbereich kann eine Stirnfläche, beispielsweise einer Bremsscheibe sein. Alternativ kann der Oberflächenbereich eine Mantelfläche, beispielsweise eines Rohres, insbesondere eines Hydraulikzylinders, sein. Der rotierende Oberflächenbereich ist grundsätzlich zumindest im Wesentlichen rotationssymmetrisch. Insbesondere sind in der Regel Innen- und Außenkonturen des Oberflächenbereichs rotationssymmetrisch sein. Einzelne Abschnitte des Oberflächenbereichs können die Rotationssymmetrie brechen. Beispielsweise kann der Oberflächenbereich einzelne Löcher oder dergleichen aufweisen. Vorzugsweise rotiert das Werkstück um eine Symmetrieachse des Oberflächenbereichs.
Bei dem erfindungsgemäßen Beschichtungsverfahren wird ein pulverförmiger Beschichtungswerkstoff vor dem Auftreffen auf das Werkstück in einem auf den Oberflächenbereich gerichteten Laserstrahl aufgeschmolzen. Es handelt sich mithin um ein Verfahren zum Extremen Hochgeschwindigkeits- Laserauftragsschweißen (EHLA).
Es wird ein ortsaufgelöstes Intensitätsprofil von Wärmestrahlung erfasst, die von dem Werkstück emittiert wird. Die Wärmestrahlung ist insbesondere Infrarotstrahlung. Das Intensitätsprofil wird grundsätzlich im Bereich des Auftreffpunkts des Laserstrahls auf den Oberflächenbereich erfasst. Typischerweise umfasst das Intensitätsprofil eine Umgebung des Auftreffpunkts, in welcher das Material des Werkstücks nicht aufgeschmolzen ist.
Wenigstens eine Eigenschaft des Intensitätsprofils wird mit wenigstens einem vordefinierten Sollwert verglichen. Hierzu kann wenigstens ein Kennwert der wenigstens einen Eigenschaft bestimmt werden. Der Kennwert kann einen unmittelbaren Vergleich mit dem Sollwert ermöglichen. Der Sollwert kennzeichnet eine Ausprägung der Eigenschaft des Intensitätsprofils, wenn der Beschichtungsvorgang wie gewünscht erfolgt. Wenigstens ein Parameter des Beschichtungsvorgangs wird in Abhängigkeit von einem Ergebnis des Vergleichs verändert. Der wenigstens eine Parameter des Beschichtungsvorgangs wird derart geregelt, dass sich die wenigstens eine Eigenschaft des gemessenen Intensitätsprofils dem entsprechenden Sollwert annähert. Hierdurch wird die Qualität der Beschichtung auf dem Oberflächenbereich verbessert.
Das Erfassen des Intensitätsprofils, das Vergleichen der Eigenschaft mit dem Sollwert und das Anpassen des Parameters erfolgen grundsätzlich kontinuierlich während der Durchführung des Beschichtungsvorgangs. Unter einer kontinuierlichen Durchführung der vorgenannten Schritte wird insofern auch eine wiederholte Durchführung in hinreichend kleinen Zeitabständen verstanden, beispielsweise mit einer Frequenz von wenigstens 100 Hz.
Die Analyse des Intensitätsprofils ermöglicht eine Überwachung des Beschichtungsvorgangs. Durch das fortwährende Anpassen des wenigstens einen Parameters wird die Prozesssicherheit erhöht. Zudem kann hierdurch erreicht werden, dass die Beschichtung mit konstanter Qualität insbesondere über den gesamten Oberflächenbereich sowie über mehrere Werkstücke hinweg erfolgt. Die
erfindungsgemäße Regelung des Beschichtungsvorgangs vereinfacht zudem die Programmierung und Ermittlung von Prozessparametern, da ungünstig gewählte Ausgangswerte der Parameter automatisch korrigiert werden. Zudem ist es durch diese Art der Prozesssteuerung möglich, Werkstücke zu beschichten, die mit konventionellen Verfahren nicht mit ausreichender Qualität beschichtet werden konnten, beispielsweise weil sich ihre Wärmeaufnahmefähigkeit innerhalb des Oberflächenbereichs so stark ändert, dass hierfür jeweils unterschiedliche Parameter des Beschichtungsvorgangs angewandt werden müssen. Das erfindungsgemäße Beschichtungsverfahren wird vorzugsweise mit einer unten beschriebenen, erfindungsgemäßen Beschichtungsanlage durchgeführt. Das erfindungsgemäße Verfahren kann weitere unten beschriebene Merkmale aufweisen. Das Intensitätsprofil kann mit einer Kamera, vorzugsweise einer Infrarotkamera, erfasst werden. Die Verwendung einer solchen Kamera vereinfacht die Durchführung des Verfahrens.
Vorzugsweise ist eine gemeinsame Optik für den Laserstrahl und die Wärmestrahlung bzw. die Kamera vorgesehen. Der Laserstrahl und die Wärmestrahlung werden typischerweise in unterschiedlichen Richtungen durch die gemeinsame Optik geführt. Der Aufwand, um das Intensitätsprofil im Bereich des Auftreffpunkts des Laserstrahls zu erfassen, kann durch die gemeinsame Optik verringert werden. Wenn der Auftreffpunkt des Laserstrahls mittels der Optik verändert wird, beispielsweise durch Kippen oder Verschieben der Optik, etwa für eine Vorschubbewegung in lateraler Richtung, wird automatisch auch der von der Kamera erfasste Bereich in entsprechender Weise verändert. Zudem kann mittels der gemeinsamen Optik in einfacher Weise ein unverzerrtes Bild erhalten werden. Alternativ kann die Kamera schräg zum Laserstrahl direkt auf das Werkstück gerichtet sein. Dies kann eine nachträgliche Ertüchtigung einer bestehenden Beschichtungsanlage zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens vereinfachen.
Die wenigstens eine Eigenschaft des Intensitätsprofils kann ausgewählt sein aus Durchmesser des Intensitätsprofils,
Betrag des globalen Intensitätsmaximums, - Summe der Intensitäten,
Mittelwert der Intensitäten und/oder Form des Intensitätsprofils.
Die vorgenannten Eigenschaften können in einfacher Weise ermittelt werden. Zudem haben die Erfinder erkannt, dass sich diese Eigenschaften bei Abweichungen von einem Sollzustand des Beschichtungsprozesses signifikant ändern.
Die wenigstens eine Eigenschaft kann durch Auswerten eines Querschnitts des Intensitätsprofils bestimmt werden. Dies vereinfacht die Analyse des Intensitätsprofils.
Vorzugsweise verläuft der Querschnitt in Umfangsrichtung des Oberflächenbereichs. Die Erfinder haben erkannt, dass sich hierdurch die Erkennung von Abweichungen von einem Sollzustand verbessern lässt.
Der Querschnitt kann gegenüber einem globalen Intensitätsmaximum versetzt verlaufen. Vorzugsweise ist der Querschnitt in lateraler Vorschubrichtung vor dem globalen Intensitätsmaximum des Intensitätsprofils angeordnet. In einem derart verlaufenden Querschnitt zeigen sich Abweichungen von dem Sollzustand besonders deutlich. Die laterale Richtung entspricht beim Beschichten einer Stirnfläche einer radialen Richtung, beim Beschichten einer Mantelfläche einer axialen Richtung.
Besonders bevorzugt ist die Eigenschaft eine Ausprägung, insbesondere ein Betrag, eines lokalen Intensitätsmaximums. Dies ermöglicht eine besonders zuverlässige Erkennung eines Wärmestaus. Bei Auswertung in einem gegenüber dem globalen Intensitätsmaximum versetzten Querschnitt erscheint das lokale Intensitätsmaximum als ein globales Maximum des betreffenden Querschnitts; das
lokale Intensitätsmaximum ist jedoch kleiner als globale Intensitätsmaximum des gesamten Intensitätsprofils.
Der wenigstens eine zu verändernde Parameter des Beschichtungsvorgangs kann ausgewählt sein aus Laserleistung,
Vorschubgeschwindigkeit in Umfangsrichtung,
Vorschubgeschwindigkeit in lateraler Richtung,
Versatz aufeinanderfolgender Auftreffpunkte des Laserstrahls in lateraler Richtung und/oder
Massenstrom des Beschichtungswerkstoffs.
Diese Parameter ermöglichen eine wirkungsvolle Kompensation temperaturbedingter Störungen des Beschichtungsvorgangs. Vorteilhafterweise tritt der Beschichtungswerkstoff aus einer zu dem Laserstrahl konzentrischen Düse aus. Dies verbessert die Gleichmäßigkeit des Auftrags des Beschichtungswerkstoffs auf das Werkstück. Ggf. kann die Düse auch zu einer gemeinsamen Optik für den Laserstrahl und eine Kamera konzentrisch sein. Der Beschichtungswerkstoff kann über eine Zuführeinrichtung durch die Düse geblasen werden.
Das Werkstück kann eine in lateraler Richtung und/oder in Umfangsrichtung veränderliche Wärmeaufnahmefähigkeit aufweisen. Wärmeaufnahmefähigkeit meint hier die Fähigkeit, Wärme zu speichern und/oder weiterzuleiten. Bei solchen Werkstücken treten die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens besonders deutlich zu Tage. Die lokalen Unterschiede der Wärmeaufnahmefähigkeit des Werkstücks können unterschiedliche Parameter des Beschichtungsvorgangs erfordern. Bei Verwendung fester Parameter kann daher unter Umständen keine (hochwertige) Beschichtung erfolgen. Die automatische Anpassung des wenigstens einen Parameters erlaubt es hingegen, auch solche schwierig zu beschichtenden Werkstücke mit hoher Qualität und kostengünstig zu beschichten. Die veränderliche Wärmeaufnahmefähigkeit kann beispielsweise aus einer inneren Struktur des Werkstücks resultieren; beispielsweise kann das Werkstück in seinem
Inneren Belüftungskanäle aufweist. Die veränderliche Wärmeaufnahmefähigkeit kann sich an der Oberfläche manifestieren; beispielsweise kann das Werkstück im zu beschichtenden Oberflächenbereich Bohrungen aufweisen.
Erfindungsgemäße Beschichtungsanlage
In den Rahmen der vorliegenden Erfindung fällt ferner eine Anlage zum Beschichten eines rotierenden Oberflächenbereichs eines Werkstücks durch Laserauftragsschweißen.
Die Anlage weist eine Lasereinrichtung zum Richten eines Laserstrahls auf den Oberflächenbereich auf. Eine Laserleistung der Lasereinrichtung kann wenigstens 2000 W betragen. Eine Wellenlänge des Laserstrahls kann wenigstens 800 nm, bevorzugt wenigstens 1000 nm und/oder höchstens 2000 nm, bevorzugt höchstens 1100 nm, betragen.
Ferner weist die Anlage eine Düse zum Einblasen von Beschichtungswerkstoff in den Laserstrahl auf. Die Düse ist vorzugsweise konzentrisch zu dem auf das Werkstück gerichteten Laserstrahl angeordnet.
Weiterhin weist die Anlage eine Dreheinrichtung zum Rotieren des Werkstücks, insbesondere um eine Symmetrieachse des Oberflächenbereichs, auf. Durch Rotieren des Werkstücks mittels der Dreheinrichtung kann in besonders einfacher Weise ein Vorschub in Umfangsrichtung bewirkt werden.
Zudem weist die Anlage eine Kamera zum Aufnehmen eines Intensitätsprofils von Wärmestrahlung, die von dem Werkstück emittiert wird, auf. Die Kamera ist vorzugsweise eine Infrarotkamera. Die Wärmestrahlung kann entsprechend Infrarotstrahlung sein. Mittels der Kamera kann ein thermischer Ist-Zustand des Beschichtungsvorgangs ermittelt werden.
Schließlich weist die Anlage eine Regeleinrichtung auf, die dazu eingerichtet ist, wenigstens eine Eigenschaft des Intensitätsprofils mit wenigstens einem vordefinierten Sollwert zu vergleichen und wenigstens einen Parameter eines Beschichtungsvorgangs in Abhängigkeit von einem Ergebnis des Vergleichs zu verändern. Die Regeleinrichtung ist insbesondere dazu eingerichtet, den wenigstens einen Parameter des Beschichtungsvorgangs derart zu verändern, dass sich die wenigstens eine Eigenschaft des gemessenen Intensitätsprofils dem entsprechenden Sollwert annähert. Hierdurch wird die Qualität der Beschichtung auf dem Oberflächenbereich verbessert. Die Regeleinrichtung ist typischerweise auch dazu eingerichtet, die wenigstens eine Eigenschaft des Intensitätsprofils zu ermitteln. Alternativ könnte die wenigstens eine Eigenschaft beispielsweise von der Kamera ermittelt werden.
Die Anlage, insbesondere die Kamera und die Regeleinrichtung, sind grundsätzlich dazu eingerichtet, das Intensitätsprofil kontinuierlich zu erfassen, kontinuierlich die wenigstens eine Eigenschaft mit dem wenigstens einen vordefinierten Sollwert zu vergleichen und kontinuierlich den wenigstens einen Parameter anzupassen. Unter einer kontinuierlichen Durchführung der vorgenannten Schritte wird insofern auch eine wiederholte Durchführung in hinreichend kleinen Zeitabständen verstanden, beispielsweise mit einer Frequenz von wenigstens 100 Hz.
Die erfindungsgemäße Anlage ist zur Durchführung des oben beschriebenen, erfindungsgemäßen Verfahrens eingerichtet. Die Anlage kann dazu eingerichtet sein, weitere Merkmale des Verfahrens umzusetzen.
Die Anlage kann eine gemeinsame Optik für die Lasereinrichtung bzw. den Laserstrahl und die Kamera bzw. die Wärmestrahlung aufweisen. Die gemeinsame Optik ermöglicht typischerweise ein Durchführen des Laserstrahls und der Wärmestrahlung in unterschiedlichen Richtungen. Der Aufwand, um das Intensitätsprofil im Bereich des Auftreffpunkts des Laserstrahls zu erfassen, kann durch die gemeinsame Optik verringert werden. Wenn der Auftreffpunkt des Laserstrahls mittels der Optik verändert wird, beispielsweise durch Kippen oder Verschieben der Optik, etwa für eine Vorschubbewegung in lateraler Richtung, wird
automatisch auch der von der Kamera erfasste Bereich in entsprechender Weise verändert. Zudem kann mittels der gemeinsamen Optik in einfacher Weise ein unverzerrtes Bild erhalten werden. Die Anlage kann weiterhin eine Speichereinrichtung zum Speichern wenigstens eines Wertes des Intensitätsprofils und/oder wenigstens eines Wertes der wenigstens einen Eigenschaft aufweisen. Dies vereinfacht die Analyse und Beeinflussung des Beschichtungsvorgangs. Insbesondere kann dadurch eine nachträgliche Auswertung, beispielsweise zur Qualitätskontrolle, ermöglicht werden.
Ferner kann die Anlage eine Anzeigeeinrichtung aufweisen zum Ausgeben wenigstens eines Wertes des Intensitätsprofils, wenigstens eines Wertes der wenigstens einen Eigenschaft, wenigstens eines Wertes des wenigstens einen Parameters und/oder wenigstens eines Wertes einer Abweichung des wenigstens einen Parameters von dem wenigstens einen Sollwert. Alternativ oder zusätzlich kann die Anzeigeeinrichtung dazu eingerichtet sein, ein Bild der Kamera auszugeben. Bedienpersonal der Anlage kann somit den Beschichtungsvorgang in einfacher Weise überwachen bzw. die Anlage einrichten.
Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung, den Ansprüchen und der Zeichnung. Erfindungsgemäß können die vorstehend genannten und die noch weiter ausgeführten Merkmale jeweils einzeln für sich oder zu mehreren in beliebigen, zweckmäßigen Kombinationen Verwendung finden. Die gezeigten und beschriebenen Ausführungsformen sind nicht als abschließende Aufzählung zu verstehen, sondern haben vielmehr beispielhaften Charakter für die Schilderung der Erfindung.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung und Zeichnung
Die Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird anhand von Ausführungsbeispielen beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Anlage zum Beschichten eines rotierenden Werkstücks durch Laserauftragsschweißen in einer Prinzipskizze;
Fig. 2a ein Intensitätsprofil von Wärmestrahlung aus einem Beschichtungsbereich beim Laserauftragsschweißen auf ein rotierendes
Werkstück, ohne dass ein Wärmestau auftritt, in einer schematischen Grauwertdarstellung;
Fig. 2b das Intentsitätsprofil von Fig. 2a in einer schematischen dreidimensionalen Darstellung;
Fig. 3a ein Intensitätsprofil von Wärmestrahlung aus einem Beschichtungsbereich beim Laserauftragsschweißen auf ein rotierendes Werkstück, während ein Wärmestau auftritt, in einer schematischen Grauwertdarstellung;
Fig. 3b das Intentsitätsprofil von Fig. 3a in einer schematischen dreidimensionalen Darstellung; Fig. 4 ein schematisches Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Beschichtungsverfahrens.
Figur 1 zeigt eine Anlage 10 zum Beschichten eines rotierenden Oberflächenbereichs 12 eines Werkstücks 14 durch Laserauftragsschweißen. Das Werkstück 14 kann beispielsweise eine innen belüftete Bremsscheibe mit innenliegenden Belüftungskanälen sein. Der Oberflächenbereich 12 liegt hier an einer Stirnfläche des Werkstücks 14, welche als eine Reibfläche dient. Der
Oberflächenbereich 12 soll mit einer verschleißmildernden Beschichtung versehen werden.
Zur Beschichtung des rotationssymmetrischen Oberflächenbereichs 12 wird das Werkstück 14 mittels einer Dreheinrichtung 24 um eine Symmetrieachse 26 gedreht. Die Drehbewegung bewirkt einen Vorschub des Beschichtungsvorgangs in Umfangsrichtung. Zudem kann das Werkstück mittels der Dreheinrichtung 24 in radialer Richtung verschoben werden, um einen entsprechenden Vorschub in lateraler (hier radialer) Richtung zu bewirken.
Die Anlage 10 weist eine Lasereinrichtung 16 auf. Die Lasereinrichtung 16 emittiert einen Laserstrahl 18. Der Laserstrahl 18 trifft auf den rotierenden Oberflächenbereich 12. Das Material des Werkstücks 14 kann dadurch im Bereich des Auftreffpunkts des Laserstrahls 18 lokal aufgeschmolzen werden. Für den Vorschub in lateraler Richtung könnte anstelle einer Verschiebung des Werkstücks 14 eine Verschiebung der Lasereinrichtung 16 erfolgen.
Durch eine Düse 20 wird mittels einer Zuführeinrichtung 40 ein pulverförmiger Beschichtungswerkstoff 22 zu dem Werkstück 14 hin in den Laserstrahl 18 eingeblasen. Es versteht sich, dass dies in Figur 1 nur in stark abstrahierter Form und insbesondere nicht maßstäblich gezeigt ist. Die Düse 20 kann konzentrisch zu dem Laserstrahl 18 angeordnet sein. Der Beschichtungswerkstoff 22 wird in dem Laserstrahl 18 aufgeschmolzen, bevor er auf das Werkstück 14 trifft. Es handelt sich mithin um ein Verfahren des Extremen Hochgeschwindigkeits- Laserauftragsschweißens. Der geschmolzene Beschichtungswerkstoff 22 trifft am Oberflächenbereich 12 auf das lokal aufgeschmolzene Material des Werkstücks 14. Die Schmelzen des Beschichtungswerkstoffs 22 und des Werkstücks 14 verbinden sich miteinander und erstarren unter Ausbildung einer Beschichtung, wenn der Auftreffpunkt des Laserstrahls 18 aufgrund der Vorschubbewegung des Werkstücks 14 weiter wandert.
In dem in Figur 4 gezeigten Ablaufdiagramm ist der zuvor beschriebene Beschichtungsvorgang als Schritt 102 dargestellt. Während der
Beschichtungsvorgang 102 durchgeführt wird, wird in einem Schritt 104 ein Intensitätsprofil von Wärmestrahlung 30, genauer Infrarotstrahlung, aufgenommen, die das Werkstück 14 im Bereich des Auftreffpunkts von Laserstrahl 18 und Beschichtungswirkstoff 22 emittiert. Die Anlage 10 weist hierzu eine Kamera 28, nämlich eine Infrarotkamera, auf (vergleiche Figur 1).
Im dargestellten Ausführungsbeispiel weist die Anlage 10 eine gemeinsame Optik 34 für den Laserstrahl 18 und die Kamera 28 bzw. die von der Kamera 28 erfasste Wärmestrahlung 30 auf. Die gemeinsame Optik 34 kann eine Linse oder ein Linsensystem umfassen. Ein dichriotischer Spiegel 42 kann den Laserstrahl 18 von der Lasereinrichtung 16 ausgehend zu dem Werkstück 14 durchlassen und von dem Werkstück 14 koaxial zum Laserstrahl 18 zurück strahlende Wärmestrahlung zu der Kamera 28 hin ablenken. Ein Intensitätsprofil von Wärmestrahlung aus der Prozesszone bei einem wie gewünscht ablaufenden Beschichtungsvorgang an dem rotierenden Werkstück 14 ist in den Figuren 2a und 2b gezeigt. Das Intensitätsprofil ist einem Gaußprofil ähnlich und weist ein globales Maximum 44 auf. Aufgrund der Vorschubbewegung ist das Intensitätsprofil nicht symmetrisch, sondern in einem gewissen Ausmaß verzerrt. Das globale Maximum 44 läuft hier in lateraler Vorschubrichtung 46 dem Auftreffpunkt des Laserstrahls 18 auf dem Werkstück 14 hinterher. Der Vorschub in Umfangsrichtung erfolgt in Pfeilrichtung 48.
Die Figuren 3a und 3b zeigen ein Intensitätsprofil von Wärmestrahlung, wenn bei dem Beschichtungsvorgang an dem Werkstück 14 ein Wärmestau auftritt, beispielsweise im Bereich eines Belüftungskanals. Durch den Wärmestau ändert sich die Form des Intensitätsprofils. Insbesondere weist das Intensitätsprofil zusätzlich zu dem globalen Maximum 44 ein lokales Maximum 50 auf. Das lokale Maximum 50 läuft dem globalen Maximum 44 in der lateralen Vorschubrichtung 46 voraus und in der tangentialen Vorschubrichtung 48 nach. In einem in
Umfangsrichtung (parallel zur tangentialen Vorschubrichtung 48) verlaufenden Querschnitt durch das Intensitätsprofil, welcher gegenüber dem globalen Maximum 44 versetzt verläuft, und zwar in der lateralen Vorschubrichtung 46 vor
dem globalen Maximum 44, erscheint das lokale Maximum 50 als ein „globales Maximum". Der Betrag des lokalen Maximums 50 ist dabei kleiner als der Betrag des globalen Maximums 44. Das Vorhandensein bzw. Fehlen eines solchen lokalen Maximums 50 in einem relativ zu dem globalen Maximum 44 definierten Querschnitt stellt eine Eigenschaft des Intensitätsprofils dar. Insbesondere beschreibt auch der maximale Betrag der Intensität der Wärmestrahlung in diesem Querschnitt eine Eigenschaft des Intensitätsprofils (dieser entspricht dem Betrag des lokalen Maximums 50, sofern ein solches ausgebildet ist). Weitere Eigenschaften des Intensitätsprofils können beispielsweise ein Durchmesser des Intensitätsprofils (bezüglich eines unteren Schwellwerts der Intensität), der Betrag des globalen Intensitätsmaximums 44, eine Summe der Intensitäten (Integral der Intensitäten über die Fläche des durch den unteren Schwellwert begrenzten Intensitätsprofils), ein Mittelwert der Intensitäten (innerhalb des durch den unteren Schwellwert begrenzten Intensitätsprofils) und/oder eine Form des Intensitätsprofils sein. In einem Schritt 106 wird wenigstens ein Kennwert für eine der vorgenannten Eigenschaften ermittelt, vergleiche Figur 4. Für die Ausprägung wenigstens einer dieser Eigenschaften bei einem wie gewünscht verlaufenden Beschichtungsvorgang wurde vor Beginn des Beschichtungsvorgangs in einem Schritt 108 wenigstens ein entsprechender Sollwert definiert. In einem Schritt 110 werden der Sollwert und die ermittelte Eigenschaft bzw. ihr Kennwert miteinander verglichen.
Wenn das Ergebnis des Vergleichs auf eine Abweichung von dem gewünschten Verlauf des Beschichtungsvorgangs hinweist, beispielsweise aufgrund eines Wärmestaus oder einer übermäßigen Wärmeabfuhr, wird wenigstens ein Parameter des Beschichtungsvorgangs in einem Schritt 112 geeignet angepasst. Dabei wird der Ablauf des Beschichtungsvorgangs derart verändert, dass sich die Eigenschaft des Intensitätsprofils ihrem Sollwert annähert. Dies bewirkt, dass eine Beschichtung mit besserer Qualität erhalten wird als mit unverändert bleibenden Parametern. Der zu verändernde Parameter kann beispielsweise eine Laserleistung
des Laserstrahls 18, die Vorschubgeschwindigkeit in Umfangsrichtung 48, die Vorschubgeschwindigkeit in lateraler Richtung 46, ein Versatz aufeinanderfolgender Auftreffpunkte des Laserstrahls 18 in lateraler Richtung 46 und/oder ein Massenstrom des Beschichtungswerkstoffs 22 sein.
Für die Durchführung der Schritte 106, 108, 110 und 112 weist die Anlage 10 eine Regeleinrichtung 32 auf, vergleiche Figur 1. Die Regeleinrichtung 32 kann in die Kamera 28 integriert sein. Die Anlage 10 weist ferner eine Speichereinrichtung 36 auf, die ebenfalls in die Kamera 28 integriert sein kann. In der Speichereinrichtung 36 können ein oder mehrere Sollwerte, Kennwerte des Intensitätsprofils und/oder Ergebnisse des Vergleichs mit den Sollwerten gespeichert sein bzw. werden. An die Kamera 28 angeschlossen oder in diese integriert sein kann auch eine Anzeigeeinrichtung 38. Die Anzeigeeinrichtung 38 ermöglicht es, ein von der Kamera 28 aufgenommenes Bild anzuzeigen, um Kameraeinstellungen beispielsweise zur Belichtung, Fokussierung, Größe des Bildausschnitts etc. anpassen zu können.
Zusammenfassend betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Extremen Hochgeschwindigkeits-Laserauftragsschweißen. Ein Werkstück wird rotiert, sodass ein im Wesentlichen rotationssymmetrischer Oberflächenbereich beschichtet wird. Thermische Kennwerte des laufenden Beschichtungsvorgangs werden aus einem Wärmebild ermittelt und mit Sollwerten verglichen. Suboptimale Beschichtungsbedingungen, beispielsweise aufgrund einer lokal abweichenden Wärmeaufnahmefähigkeit des Werkstücks, sind anhand des Vergleichs identifizierbar und werden gegebenenfalls entsprechend korrigiert.
Bezuaszeichenliste
Anlage 10
Oberflächenbereich 12 Werkstück 14
Lasereinrichtung 16 Laserstrahl 18 Düse 20
Beschichtungswerkstoff 22 Dreheinrichtung 24 Symmetrieachse 26 Kamera 28 Wärmestrahlung 30 Regeleinrichtung 32 Optik 34
Speichereinrichtung 36 Anzeigeeinrichtung 38 Zuführeinrichtung 40 dichriotischer Spiegel 42 globales Maximum 44 laterale Vorschubrichtung 46 tangentiale Vorschubrichtung 48 lokales Maximum 50 Beschichten durch Laserauftragsschweißen 102 Aufnehmen 104 eines Intensitätsprofils Ermitteln 106 eines Kennwerts einer Eigenschaft Vordefinieren 108 eines Sollwerts Vergleichen 110 Verändern 112