Verbundscheibe mit elektrisch beheizbarem Kamerafenster
Die Erfindung betrifft eine Verbundscheibe mit elektrisch beheizbarem Kamerafenster, insbesondere für Kamerasysteme, ein Verfahren zu deren Herstellung und deren Verwendung.
Verbundscheiben aus zwei oder mehreren gläsernen oder polymeren Scheiben werden in Fahrzeugen als Windschutzscheiben, Heckscheiben, Seitenscheiben und Dachscheiben eingesetzt. Auf einzelnen Seiten der Scheiben kann eine oder mehrere funktionelle Beschichtung angeordnet sein, die infrarotreflektierende Eigenschaften, antireflex- Eigenschaften oder Low-E-Eigenschaften aufweisen.
Moderne Fahrzeuge werden zunehmend mit Sensoren ausgestattet, insbesondere mit einer Vielzahl von Fahrerassistenzsystemen mit optischen Sensoren. Hierzu zählen zum Beispiel optische Kameras, aber auch Radarsysteme, Ultraschallsensoren sowie Light Detection and Ranging (LiDaR). Kamerasysteme werden in Kraftfahrzeugen hinter der Windschutzscheibe im Fahrgastraum platziert. Damit bieten sie eine gute Sicht auf die Umgebung des Fahrzeugs und können im Straßenverkehr Gefahrensituationen und Hindernisse rechtzeitig erkennen.
Üblicherweise wird das Kamerasystem durch entsprechende Scheiben vor Witterungseinflüssen geschützt, dabei sollten die Scheiben möglichst sauber und beschlagsfrei sein und damit Funktionalität der Sensoren gewährleisten. Da Beschlag und Vereisungen die Transmission von elektromagnetischen Wellen deutlich beeinflussen, sollte die Scheibe möglichst schnell davon befreit werden. Wischsysteme gewährleisten, dass die Scheibe von Wassertropfen und Schutzpartikeln befreit werden. Bei Vereisungen sind sie allerdings unbrauchbar, deshalb ist bei Bedarf eine kurzfristige Aufheizung des betroffenen Scheibensegments, das für die Kamera als Sichtfeld dient, notwendig.
EP 1 605 729 A2 offenbart eine elektrisch beheizbare Scheibe mit einem Kamerafenster. Das Kamerafenster wird über eine Heizvorrichtung beschlags- und eisfrei gehalten. Das Heizelement wird an der Position des Kamerafensters in die Scheibe einlaminiert, wobei das Heizelement benachbart zu einem Sichtfeld angeordnet ist.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Verbundscheibe mit elektrisch beheizbarem Kamerafenster bereitzustellen, die eine verbesserte Heizleistung des Kamerafensters bereitstellt.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird erfindungsgemäß durch eine Verbundscheibe mit elektrisch beheizbarem Kamerafenster gemäß Anspruch 1 gelöst. Bevorzugte Ausführungen gehen aus den Unteransprüchen hervor.
Die erfindungsgemäße Verbundscheibe mit elektrisch beheizbarem Kamerafenster umfasst mindestens eine Außenscheibe und eine Innenscheibe, die über mindestens eine thermoplastische Zwischenschicht miteinander flächig verbunden sind. Die Außenscheibe weist eine erste, von der Zwischenschicht abgewandte Oberfläche (I) und eine zweite, zur der Zwischenschicht hingewandete Oberfläche (II). Die Innescheibe weist eine erste, zur Zwischenschicht hingewandte Oberfläche (III) sowie eine zweite, von der Zwischenschicht abgewandete Oberfläche (IV) auf. Weiterhin umfasst die Verbundscheibe mindestens ein optisch transparentes Kamerafenster und innerhalb des Kamerafensters eine erste elektrisch leitfähige, transparente Beschichtung zum Beheizen des Kamerafensters.
Die erste Beschichtung ist besonders bevorzugt im Wesentlichen vollflächig auf der ersten Oberfläche (III) der Innenscheibe innerhalb des Kamerafensters angebracht. Im Wesentlichen bedeutet im Rahmen der hier vorliegenden Erfindung, dass das Kamerafenster zusätzliche entschichtete Kommunikationsfenster aufweisen kann und die Werte um bis zu 30% abweichen können. Die erste Beschichtung weist zum Anschluss an eine Spannungsquelle vorgesehene Sammelleiter auf, die an zwei gegenüberliegenden Seiten des Kamerafensters derart angeordnet sind, dass bei Anlegen einer elektrischen Spannung an die Sammelleiter ein Strom durch die erste Beschichtung fließt.
Die erfindungsgemäße Verbundscheibe weist eine signifikante Verbesserung in Form einer schnellen Beheizung des Kamerafensters auf. Durch die direkte Anordnung der niederohmigen Sammelleiter im Kamerafenster erreicht man eine homogene Wärmeverteilung sowie eine schnell wirkende Heizleistung innerhalb des Kamerafensters.
Überraschend hat sich gezeigt, dass eine solche erfindungsgemäße Verbundscheibe gegenüber den bisher bekannten Windschutzscheiben deutlich verbesserte Heizleistung innerhalb des Kamerafensters erzielt.
Die Verbundscheibe kann vielfältig eingesetzt werden: Im Falle einer Verbundscheibe als Fensterscheibe eines Fahrzeugscheibe, kann sie beispielsweise eine Dachscheibe, insbesondere eine Windschutzscheibe, eine Heckscheibe oder eine Seitenscheibe sein.
Die erfindungsgemäße Verbundscheibe mit elektrisch beheizbarem Kamerafenster dient zur Abtrennung eines Innenraums von einer äußeren Umgebung. Sie umfasst die Innenscheibe und Außenscheibe. Als Innenscheibe und Außenscheibe sind im Grunde alle elektrisch isolierenden Substrate geeignet, die unter den Bedingungen der Herstellung und der Verwendung der erfindungsgemäßen Verbundscheibe thermisch und chemisch stabil sowie dimensionsstabil sind.
Die Innenscheibe und die Außenscheibe enthalten bevorzugt Glas, besonders bevorzugt Flachglas, Floatglas, Quarzglas, Borosilikatglas, Kalk-Natron-Glas, oder klare Kunststoffe, vorzugsweise starre klare Kunststoffe, insbesondere Polyethylen, Polypropylen, Polycarbonat, Polymethylmethacrylat, Polystyrol, Polyamid, Polyester, Polyvinylchlorid und/oder Gemische davon. Die Innenscheibe und die Außenscheibe sind bevorzugt transparent, insbesondere für die Verwendung der Scheibe als Windschutzscheide oder Rückscheibe eines Fahrzeugs oder anderen Verwendungen, bei denen eine hohe Lichttransmission erwünscht ist.
Als transparent im Sinne der Erfindung wird dann eine Scheibe verstanden, die eine Transmission im sichtbaren Spektralbereich von größer 70 % aufweist. Für Scheiben, die nicht im verkehrsrelevanten Sichtfeld des Fahrers liegen, beispielsweise für Dachscheiben, kann die Transmission aber auch viel geringer sein, beispielsweise größer als 5 %.
Die Dicke der Scheibe kann breit variieren und so hervorragend den Erfordernissen des Einzelfalls angepasst werden. Vorzugsweise werden Scheiben mit den Standardstärken von 1 ,0 mm bis 25 mm, bevorzugt von 1 ,4 mm bis 2,5 mm für Fahrzeugglas verwendet. Die Größe der Scheibe kann breit variieren und richtet sich nach der Größe der erfindungsgemäßen Verwendung. Die Innenscheibe und gegebenenfalls die Außenscheibe weisen beispielsweise im Fahrzeugbau übliche Flächen von 200 cm2 bis zu 20 m2 auf.
Die Verbundscheibe kann eine beliebige dreidimensionale Form aufweisen. Vorzugsweise hat die dreidimensionale Form keine Schattenzonen, so dass sie beispielsweise durch Kathodenzerstäubung beschichtet werden kann. Bevorzugt sind die Substrate planar oder leicht oder stark in einer Richtung oder in mehreren Richtungen des Raumes gebogen. Insbesondere werden planare Substrate verwendet. Die Scheiben können farblos oder gefärbt sein.
Die Zwischenschicht enthält vorzugsweise mindestens einen thermoplastischen Kunststoff, bevorzugt Polyvinylbutyral (PVB), Ethylenvinylacetat (EVA) und/oder Polyethylenterephthalat (PET). Die thermoplastische Zwischenschicht kann aber auch beispielsweise Polyurethan (PU), Polypropylen (PP), Polyacrylat, Polyethylen (PE), Polycarbonat (PC), Polymethylmetacrylat, Polyvinylchlorid, Polyacetatharz, Gießharze, Acrylate, fluorinierte Ethylen-Propylene, Polyvinylfluorid und/oder Ethylen-Tetrafluorethylen, oder Copolymere oder Gemische davon enthalten. Die thermoplastische Zwischenschicht kann durch eine oder auch durch mehrere übereinander angeordnete thermoplastische Folien ausgebildet werden, wobei die Dicke einer thermoplastischen Folie bevorzugt von 0,25 mm bis 1 mm beträgt, typischerweise 0,38 mm oder 0,76 mm.
Die erste Oberfläche (III) der Innenscheibe und die zweite Oberfläche (II) der Außenscheibe sind einander zugewandt und über die thermoplastische Zwischenschicht miteinander verbunden. Die zweite Oberfläche (IV) der Innenscheibe und die erste Oberfläche (I) der Außenscheibe sind voneinander und von der thermoplastischen Zwischenschicht abgewandt.
Das Kamerafenster weist eine optische Transparenz auf, d.h. die Transmission beträgt im Wellenlängenbereich von 400 nm bis 1300 nm, bevorzugt mehr als 70 %. Das Kamerafenster nimmt bevorzugt weniger als 10%, besonders bevorzugt weniger als 5% der Scheibenoberfläche ein. Vorzugsweise weist das Kamerafenster die Form eines Quadrats, eines Rechtecks, einer Raute, eines Trapezes, eines Hexagons, eines Oktagons, eines Kreuzes, eines Ovals oder eines Kreises auf.
Die erste elektrisch leitfähige Beschichtung ist auf der ersten Oberfläche (III) der Innenscheibe aufgebracht. Zusätzlich kann auch auf der zweiten Oberfläche (II) der Außenscheibe eine weitere elektrisch leitfähige Beschichtung aufgebracht sein.
Erfindungsgemäße elektrische leitfähige, transparente Beschichtung sind beispielsweise aus EP 0 847 965 B1 oder WO 2017/198362 A1 bekannt. Sie enthalten typischerweise eine oder mehrere, beispielsweise zwei, drei oder vier elektrisch leitfähige, funktionelle Schichten. Die funktionellen Schichten enthalten bevorzugt zumindest ein Metall, beispielsweise Silber, Gold, Kupfer, Nickel und/oder Chrom oder eine Metalllegierung. Die funktionellen Schichten enthalten besonders bevorzugt mindestens 90 Gew. % des Metalls, insbesondere mindestens 99,9 Gew. % des Metalls. Die funktionellen Schichten können aus dem Metall oder der Metalllegierung bestehen. Die funktionellen Schichten enthalten besonders bevorzugt Silber oder eine silberhaltige Legierung. Solche funktionellen Schichten weisen eine besonders
vorteilhafte elektrische Leitfähigkeit bei gleichzeitiger hoher Transmission im sichtbaren Spektral bereich auf. Die Dicke einer funktionellen Schicht beträgt bevorzugt von 5 nm bis 50 nm, besonders bevorzugt von 8 nm bis 25 nm. In diesem Bereich für die Dicke der funktionellen Schicht wird eine vorteilhaft hohe Transmission im sichtbaren Spektral be re ich und eine besonders vorteilhafte elektrische Leitfähigkeit erreicht.
Typischerweise ist jeweils zwischen zwei benachbarten funktionellen Schichten der Beschichtung zumindest eine dielektrische Schicht angeordnet. Bevorzugt ist unterhalb der ersten und/oder oberhalb der letzten funktionellen Schicht eine weitere dielektrische Schicht angeordnet. Eine dielektrische Schicht enthält zumindest eine Einzelschicht aus einem dielektrischen Material, beispielsweise enthaltend ein Nitrid wie Siliziumnitrid oder ein Oxid wie Aluminiumoxid. Dielektrische Schichten können aber auch mehrere Einzelschichten umfassen, beispielsweise Einzelschichten eines dielektrischen Materials, Glättungsschichten, Anpassungsschichten, Blockerschichten und/oder Antireflexionsschichten. Die Dicke einer dielektrischen Schicht beträgt beispielsweise von 10 nm bis 200 nm.
Dieser Schichtaufbau wird im Allgemeinen durch eine Folge von Abscheidevorgängen erhalten, die durch ein Vakuumverfahren wie die magnetfeldgestützte Kathodenzerstäubung durchgeführt werden.
Weitere geeignete elektrisch leitfähigen Beschichtungen enthalten bevorzugt Indium-Zinnoxid (ITO), fluordotiertes Zinnoxid (SnO2:F) oder aluminiumdotiertes Zinkoxid (ZnO:AI).
Die erste elektrische leitfähige, transparente Beschichtung kann prinzipiell jede Beschichtung sein, die elektrisch kontaktiert werden kann und eine ausreichende Transparenz aufweist. In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die elektrisch leitfähige Beschichtung eine Schicht oder ein Schichtaufbau mehrerer Einzelschichten mit einer Gesamtdicke von kleiner oder gleich 2 pm, besonders bevorzugt kleiner oder gleich 1 pm.
Eine vorteilhafte erfindungsgemäße elektrisch leitfähige Beschichtung weist einen Flächenwiderstand von 0,4 Ohm/Quadrat bis 10 Ohm/Quadrat auf. In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung weist die erfindungsgemäße elektrisch leitfähige Beschichtung einen Flächenwiderstand von 0,5 Ohm/Quadrat bis 1 ,5 Ohm/Quadrat, insbesondere 1 ,3 Ohm/Quadrat auf. Beschichtungen mit derartigen Flächenwiderständen eignen sich besonders zur Beheizung von Fahrzeugscheiben bei typischen Bordspannungen von 12 V bis 48 V oder bei Elektrofahrzeugen mit typischen Bordspannungen von bis zu 500 V.
Die erste elektrisch leitfähige, transparente Beschichtung weist zwei Sammelleiter zur elektrischen Kontaktierung auf. Über die Sammelleiter erfolgt der elektrische Kontakt der elektrisch leitfähigen Beschichtung zur elektrischen Stromversorgung. Die Sammelleiter können streifenförmig an zwei gegenüberliegenden Seiten der ersten, elektrisch leitfähigen Beschichtung angeordnet sein. Insbesondere können sie als zwei, näherungsweise parallel verlaufende Streifen ausgebildet sein. Die Sammelleiter sind mit einem maximalen Abstand von 40 cm zueinander beabstandet.
Die Sammelleiter können eine Breite von 2 mm bis 30 mm, besonders bevorzugt von 4 mm bis 20 mm, aufweisen. Derartige Sammelleiter sind im Herstellungsverfahren technisch gut umsetzbar und weisen eine vorteilhafte Stromtragfähigkeit auf, sodass dadurch gute Ergebnisse in Hinblick auf eine zügige Erwärmung erziel werden. Die Länge des Sammelleiters richtet sich nach der Ausdehnung des Kamerafensters beziehungsweise der zu beheizenden Fläche. Die Länge der Sammelleiter ist typischerweise im Wesentlichen gleich der Länge der Seitenkante der ersten elektrisch leitfähigen, transparenten Beschichtung, kann aber auch leicht kleiner sein. Bei derartigen Sammelleitern wird die längere seiner Dimension als Länge und die weniger lange seiner Dimension als Breite bezeichnet. Es können auch mehr als zwei Sammelleiter auf der ersten elektrisch leitfähigen Beschichtung angeordnet sein, bevorzugt im Randbereich entlang zweier gegenüberliegenden Seitenkanten der ersten elektrisch leitfähigen, transparenten Beschichtung.
Die Schichtdicke der aufgedruckten Sammelleiter beträgt bevorzugt von 5 pm bis 40 pm, besonders bevorzugt von 8 pm bis 20 pm und ganz besonders bevorzugt von 8 pm bis 12 pm. Aufgedruckte Sammelleiter mit diesen Dicken sind technisch einfach zu realisieren und weisen eine vorteilhafte Stromtragfähigkeit auf. Der spezifische Widerstand pa der Sammelleiter beträgt bevorzugt von 0.8 pOhnrcm bis 7.0 pOhn cm und besonders bevorzugt von 1.0 pOhnrcm bis 2.5 pOhnrcm. Sammelleiter mit spezifischen Widerständen in diesem Bereich sind technisch einfach zu realisieren und weisen eine vorteilhafte Stromtragfähigkeit auf. Damit werden gute Ergebnisse erzielt.
In einer Ausgestaltung der Erfindung enthalten die aufgedruckten Sammelleiter bevorzugt zumindest ein Metall, eine Metalllegierung, eine Metallverbindung und/oder Kohlenstoff, besonders bevorzugt ein Edelmetall und insbesondere Silber. Die Druckpaste enthält bevorzugt metallische Partikel, Metallpartikel und/oder Kohlenstoff und insbesondere Edelmetallpartikel wie Silberpartikel. Die elektrische Leitfähigkeit wird bevorzugt durch die elektrisch leitenden Partikel erzielt. Die Partikel können sich in einer organischen und/oder
anorganischen Matrix wie Pasten oder Tinten befinden, bevorzugt als Druckpaste mit Glasfritten. Alternativ kann der Sammelleiter aber auch als Streifen einer elektrisch leitfähigen Folie ausgebildet sein. Der Sammelleiter enthält dann beispielsweise zumindest Aluminium, Kupfer, verzinntes Kupfer, Gold, Silber, Zink, Wolfram und/oder Zinn oder Legierungen davon. Der Streifen hat bevorzugt eine Dicke von 10 pm bis 500 pm, besonders bevorzugt von 30 pm bis 300 pm.
Sammelleiter aus elektrisch leitfähigen Folien mit diesen Dicken sind technisch einfach zu realisieren und weisen eine vorteilhafte Stromtragfähigkeit auf. Der Streifen kann mit der elektrisch leitfähigen Struktur beispielsweise über eine Lotmasse, über einen elektrisch leitfähigen Kleber oder durch direktes Auflegen elektrisch leitend verbunden sein. Diese Materialien und ihre Dicken sind besonders vorteilhaft im Hinblick auf sehr gut Leitfähigkeit der Sammelleiter.
Die Sammelleiter werden durch eine oder mehrere Zuleitungen elektrisch kontaktiert. Die Zuleitung ist bevorzugt als flexibler Folienleiter (Flachleiter, Flachbandleiter) ausgebildet. Darunter wird ein elektrischer Leiter verstanden, dessen Breite deutlich größer ist als seine Dicke. Ein solcher Folienleiter ist beispielsweise ein Streifen oder Band, enthaltend oder bestehend aus Kupfer, verzinntem Kupfer, Aluminium, Silber, Gold oder Legierungen davon. Der Folienleiter weist beispielsweise eine Breite von 2 mm bis 16 mm und eine Dicke von 0,03 mm bis 0,1 mm auf. Der Folienleiter kann eine isolierende, bevorzugt polymere Ummantelung, beispielsweise auf Polyimid-Basis aufweisen. Folienleiter, die sich zur Kontaktierung von elektrisch leitfähigen Beschichtungen in Scheiben eignen, weisen lediglich eine Gesamtdicke von beispielsweise 0,3 mm auf. Derart dünne Folienleiter können ohne Schwierigkeiten zwischen den einzelnen Scheiben in der thermoplastischen Zwischenschicht eingebettet werden. In einem Folienleiterband können sich mehrere voneinander elektrisch isolierte, leitfähige Schichten befinden.
Alternativ können auch dünne Metalldrähte als elektrische Zuleitung verwendet werden. Die Metalldrähte enthalten insbesondere Kupfer, Wolfram, Gold, Silber oder Aluminium oder Legierungen mindestens zweier dieser Metalle. Die Legierungen können auch Molybdän, Rhenium, Osmium, Iridium, Palladium oder Platin enthalten.
In einer weiteren Ausgestaltung weist die Verbundscheibe eine zweite elektrisch leitfähige, transparente Beschichtung auf der ersten Oberfläche (III) der Innenscheibe auf, wobei die erste und die zweite elektrische leitfähige, transparente Beschichtung gleich sein können. Zusätzlich können die erste elektrisch leitfähige, transparente Beschichtung und die zweite
elektrisch leitfähige, transparente Beschichtung infrarotreflektierende Eigenschaften aufweisen.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung weist die erfindungsgemäße Verbundscheibe eine beschichtungsfreie Trennlinie zur elektrischen Isolierung der ersten Beschichtung von der zweiten Beschichtung auf. Dabei kann die Trennlinie das Kamerafenster zumindest teilweise, insbesondere vollständig umranden. Dadurch ist die erste elektrisch leitfähige, transparente Beschichtung innerhalb des Kamerafensters von der zweiten elektrisch leitfähigen, transparenten Beschichtung getrennt und kurzschlussfrei von dieser isoliert. Die zweite elektrisch leitfähige, transparente Beschichtung ist dann außerhalb des Kamerafensters auf der ersten Oberfläche (III) der Innenscheibe angeordnet. Bevorzugt kann die zweite elektrisch leitfähige, transparente Beschichtung stromfrei sein. Insbesondere ist sie als Heizschicht nicht vorgesehen. Die Trennlinie kann eine Breite von 30 pm bis 200 pm, insbesondere von 80 pm bis 120pm, aufweisen.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist das Kamerafenster mindestens ein beschichtungsfreies Kommunikationsfenster zur Transmission von elektromagnetischer Strahlung auf, wobei das Kommunikationsfenster eine Fläche von 10% bis 30% der Fläche des Kamerafensters aufweist.
Die Verbundscheibe ist bevorzugt eine Fensterscheibe eines Fahrzeugs, die in eine Fensteröffnung der Fahrzeugkarosserie eingesetzt ist oder dafür vorgesehen ist.
In einem weiteren Aspekt umfasst die vorliegende Erfindung die erfindungsgemäße Verbundscheibe als Windschutzscheibe.
Die Innenscheibe und Außenscheibe werden über die Zwischenschicht miteinander laminiert, beispielsweise durch Autoklavverfahren, Vakuumsackverfahren, Vakuumringverfahren, Kalanderverfahren, Vakuumlaminatoren oder Kombinationen davon. Die Verbindung von Außenscheibe und Innenscheibe erfolgt dabei üblicherweise unter Einwirkung von Hitze, Vakuum und/oder Druck.
Mit Innenscheibe wird diejenige Scheibe bezeichnet, welche dafür vorgesehen ist, in Einbaulage dem Innenraum des Fahrzeugs zugewandt zu sein. Mit Außenscheibe wird diejenige Scheibe bezeichnet, welche dafür vorgesehen ist, in Einbaulage der äußeren Umgebung des Fahrzeugs zugewandt zu sein.
In einem weiteren Aspekt umfasst die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Verbundscheibe mit elektrisch beheizbarem Kamerafenster, wobei
• die erste elektrisch leitfähige, transparente Beschichtung zumindest auf einen Teil der ersten Oberfläche (III) der Innenscheibe aufgebracht wird,
• die zwei Sammelleiter auf der ersten, elektrisch leitfähigen, transparenten Beschichtung an zwei gegenüberliegenden Seiten des Kamerafensters aufgebracht werden, wobei die Sammelleiter derart angeordnet sind, dass bei Anlegen einer elektrischen Spannung an die Sammelleiter ein Strom durch die erste Beschichtung fließt,
• die erste Oberfläche (III) der Innenscheibe mit der elektrisch leitfähigen, transparenten Beschichtung über die thermoplastische Zwischenschicht mit der Oberfläche (II) der Außenscheibe verbunden wird.
Das Aufbringen der elektrisch leitfähigen Beschichtung der ersten, elektrischen leitfähigen, transparenten Beschichtung kann durch an sich bekannte Verfahren erfolgen, bevorzugt durch magnetfeldunterstützte Kathodenzerstäubung. Das ist besonders vorteilhaft im Hinblick auf eine einfache, schnelle, kostengünstige und gleichmäßige Beschichtung der ersten Scheibe. Die elektrisch leitfähige Beschichtung kann aber auch beispielsweise durch Aufdampfen, chemische Gasphasenabscheidung (chemical vapour deposition, CVD), plasmagestützte Gasphasenabscheidung (PECVD) oder durch nasschemische Verfahren aufgebracht werden.
Das Aufbringen der Sammelleiter erfolgt bevorzugt durch Aufdrucken und Einbrennen einer elektrisch leitfähigen Paste in einem Siebdruckverfahren oder in einem Inkjet-Verfahren. Alternativ kann der Sammelleiter als Streifen einer elektrisch leitfähigen Folie auf die elektrisch leitfähige Beschichtung aufgebracht, bevorzugt aufgelegt, angelötet oder angeklebt werden.
Bei Siebdruckverfahren erfolgt die laterale Formgebung durch die Maskierung des Gewebes, durch das die Druckpaste mit den Metallpartikeln gedrückt wird. Durch eine geeignete Formgebung der Maskierung kann beispielsweise die Breite des Sammelleiters besonders einfach vorgeben und variiert werden.
Die Herstellung (Entschichtung) einzelner beschichtungsfreier Zonen in der elektrisch leitfähigen Beschichtung erfolgt vorzugsweise durch einen Laserstrahl. Verfahren zum Strukturieren dünner Metallfilme sind beispielsweise aus EP 2 200 097 A1 bekannt.
Weiterhin umfasst die vorliegende Erfindung die Verwendung der erfindungsgemäßen Verbundscheibe mit beheizbarem Kamerafenster in Fahrzeugen, Schiffen, Flugzeugen und Hubschraubern, bevorzugt als Windschutzscheibe und/oder Heckscheibe.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung können alle Ausführungsformen, die für einzelne Merkmale genannt sind, auch frei miteinander kombiniert werden, sofern diese nicht widersprüchlich sind.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Figuren und Ausführungsbeispielen näher erläutert. Die Figuren sind eine schematische Darstellung und nicht maßstabsgetreu. Die Figuren schränken die Erfindung in keiner Weise ein.
Es zeigen:
Figur 1 eine Draufsicht auf eine Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Verbundscheibe mit elektrisch beheizbaren Kamerafenster,
Figur 2 eine vergrößerte Darstellung des Kamerafensters aus Figur 1 ,
Figur 3 eine Querschnittdarstellung entlang der Schnittlinie A-A‘ aus Figur 2,
Figur 4 eine Querschnittdarstellung des Kamerafensters entlang der Schnittlinie B-B‘ aus Figur 2, und
Figur 5 ein Flussdiagramm einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Angaben mit Zahlenwerten sind in aller Regel nicht als exakte Werte zu verstehen, sondern beinhalten auch eine Toleranz von +/- 1 % bis zu +/- 10 %.
Figur 1 zeigt eine Draufsicht einer bevorzugten Ausführungsform der erfinderischen Verbundscheibe 10 mit einem beheizbarem Kamerafenster 2. Die Verbundscheibe 10 kann als eine Windschutzscheibe eines Personenkraftwagens dienen. Dazu ist das Kamerafenster 2 mittig am oberen Randbereich der Verbundscheibe 10 als Windschutzscheibe angeordnet. Das Kamerafenster 2 dient als Durchsicht für eine Kamera 5 (Figur 3) oder ein Kamerasystem. Das Kamerafenster 2 wird als ein Bereich des optischen Strahlengangs der Kamera 5 oder des Kamerasystems durch die Verbundscheibe 10, insbesondere einer Innenscheibe 1 (aus Figur 3), definiert. Eine erste elektrisch leitfähige, transparente Beschichtung 6.1 ist vollständig innerhalb das Kamerafenster 2 aufgebracht. Die erste elektrisch leitfähige, transparente Beschichtung 6.1 ist für die Kamera 5 kaum wahrnehmbar und stört die Durchsicht durch die Verbundscheibe 10 kaum.
In Einbaulage ist die Unterkante der Verbundscheibe 10 nach unten in Richtung des Motors eines Personenkraftwagens angeordnet, ihre gegenüber der Unterkante (U) liegende Oberkante (O) ist nach oben in Richtung des Dachs gerichtet. Das Kamerafenster 2 ist etwa mittig in der Nähe der Oberkante (O) angeordnet.
Figur 2 zeigt eine vergrößerte Darstellung des Kamerafensters 2 aus Figur 1. Zur elektrischen Kontaktierung der ersten, elektrisch leitfähigen, transparenten Beschichtung 6.1 sind zwei Sammelleiter 7.1 und 7.2 vorgesehen, die an zwei gegenüberliegenden Seiten des Kamerafensters derart angeordnet sind, dass bei Anlegen einer elektrischen Spannung an die Sammelleiter ein Strom durch die erste, elektrisch leitfähige, transparente Beschichtung 6.1 fließt.
Ein erster Sammelleiter 7.1 ist am linken Randbereich des Kamerafensters 2 an der ersten, elektrisch leitfähigen Beschichtung 6.1 angeordnet. Ein zweiter Sammelleiter 7.2 ist am rechten Randbereich des Kamerafensters 2 an der ersten, elektrisch leitfähigen Beschichtung 6.1 angeordnet. Die Sammelleiter 7.1 und 7.2 enthalten Silberpartikel. Sie wurden im Siebdruckverfahren auf die erste, elektrisch leitfähige Beschichtung 6.1 aufgebracht und anschließend eingebrannt. Die Länge der Sammelleiter 7.1 und 7.2 entspricht annähernd der Kantenlänge des Kamerafensters 2. Wird an die Sammelleiter 7.1 und 7.2 eine elektrische Spannung angelegt, so fließt ein gleichmäßiger elektrischer Heizstrom (angedeutet durch Pfeile) durch die erste, elektrisch leitfähige, transparente Beschichtung 6.1. Durch den Heizstrom wird das Kamerafenster 2 beheizt. Jeder Sammelleiter 7.1 , 7.2 ist jeweils mit einem Folienleiter 8.1 , 8.2 elektrisch leitend verbunden, der die Sammelleiter 7.1 , 7.2 mit einer elektrischen Spannungsquelle 9 verbindet.
Ein erster Folienleiter 8.1 ist über eine Lotmasse, einen elektrisch leitfähigen Klebstoff oder durch einfaches Aufliegen und Andruck innerhalb der Verbundscheibe 10 mit dem ersten Sammelleiter 7.1 elektrisch leitend verbunden. Analog dazu ist ein zweiter Folienleiter 8.2 mit dem zweiten Sammelleiter 8.2 elektrisch leitend verbunden. Die Folienleiter 8.1 und 8.2 enthalten beispielsweise eine verzinnte Kupferfolie mit einer Breite von 10 mm und einer Dicke von 0,3 mm. Die Folienleiter 8.1 und 8.2 können auch in Verbindungskabel übergehen, die mit der Spannungsquelle 9 verbunden sind. Die Spannungsquelle 9 stellt beispielsweise eine für Kraftfahrzeuge übliche Bordspannung, bevorzugt von 12 V bis 15 V und beispielsweise etwa 14 V bereit. Alternativ kann die Spannungsquelle 9 auch höhere Spannungen aufweisen, beispielsweise von 35 V bis 45 V und insbesondere 42 V.
Die Sammelleiter 7.1 , 7.2 haben im dargestellten Beispiel eine konstante Dicke von beispielsweise etwa 0,1 mm und einen konstanten spezifischen Widerstand von beispielsweise 2.3 pOhnrcm. Bei Anlegen einer elektrischen Spannung an die Sammelleiter 7.1 , 7.2 fließt ein elektrischer Strom durch die erste Beschichtung 6.1. Die Sammelleiter 7.1 ,
7.2 und ihre Anschlüsse können durch eine opake Farbschicht 11 (Abdeckdruck) verdeckt werden.
Figur 3 zeigt einen Querschnitt durch die erfindungsgemäße Verbundscheibe 10 aus Figur 1 entlang der Schnittlinie A-A‘. Die Verbundscheibe 10 umfasst eine Innenscheibe 1 , die über eine Zwischenschicht 3 mit einer Außenscheibe 4 verbunden ist. Die Zwischenschicht 3 kann eine Folie aus thermoplastischen Polymer, bevorzugt EVA, PU, PVB oder Gemische oder Copolymere oder Derivate davon, aufweisen. Die Zwischenschicht 3 weist eine in Wesentlichen konstante Dicke von 0,76 mm auf. Alternativ oder zusätzlich kann die Zwischenschicht 3 zwei Folien aus thermoplastischen Polymer, bevorzugt EVA, PU oder Gemische oder Copolymere oder Derivate davon, aufweisen. In einem eingebauten Zustand ist die Innenscheibe 1 einem Innenraum z.B. einem Fahrzeuginnenraum zugewandt.
Die Innenscheibe 1 und die Außenscheibe 4 bestehen beispielsweise aus Kalk-Natron-Glas. Die Außenscheibe 4 weist beispielsweise eine Dicke von 2,1 mm auf, die Innenscheibe 1 eine Dicke von 1 , 6 mm oder 2,1 mm.
An der ersten, zur Zwischenschicht 3 hingewandten Oberfläche (III) der Innescheibe 1 ist die erste, elektrisch leitfähige, transparente Beschichtung 6.1 angeordnet. Die erste Beschichtung 6.1 ist über die zwei Sammelleiter 7.1 , 7.2 elektrisch kontaktierbar. Die Farbschicht 11 umrahmt das Kamerafenster 2 der Verbundscheibe 10.
Eine zweite elektrisch leitfähige, transparente Beschichtung 6.2 ist außerhalb des Kommunikationsfensters 2 ebenfalls an der ersten, zur Zwischenschicht 3 hingewandten Oberfläche (III) der Innescheibe 1 angeordnet. In diesem Ausführungsbeispiel sind die erste Beschichtung 6. 1 von der zweite Beschichtung 6.2 durch eine beschichtungsfreie Trennlinie 12 elektrisch isoliert. Die Trennlinie 12 weist beispielsweise eine Breite von 70 pm auf. Durch die Trennlinie12 wird das Kamerafenster 2 ausgebildet, da die Trennlinie 12 die erste elektrisch leitfähigen Beschichtung 6.1 vollständig umrandet. An der zweiten elektrisch leitfähigen, transparenten Beschichtung 6.2 ist kein elektrischer Anschluss an eine Spannungsquelle vorgesehen. Deshalb sind auch keine Sammelleiter an der zweiten elektrisch leitfähigen, transparenten Beschichtung 6.2 angeordnet.
Das Kamerafenster 2 kann ein beliebiger Bereich der Verbundscheibe 10 oder auch der Innenscheibe 1 sein, der für die entsprechenden optischen und elektromagnetischen Signale eine hohe Transmission aufweist. Dabei ist das Kamerafenster 2 dazu vorgesehen einen optischen Durchgang für den Sichtbereich der Kamera 5 bereitzustellen. Zusätzlich kann
innerhalb des Kamerafensters 2 ein beschichtungsfreies Kommunikationsfenster zur Transmission von elektromagnetischer Strahlung für weitere an der Verbundscheibe 10 angebrachte Sensoren vorgesehen sein, wobei das Kommunikationsfenster eine Fläche von 10% bis 30% der Fläche des Kamerafensters (2) aufweisen kann.
Das Kamerafenster 2 ist, insbesondere optisch, transparent ausgebildet. Die auf das Kamerafenster 2 ausgerichtete Kamera 5 befindet sich in einer an der Innenscheibe 1 befestigten Einkapselung.
Die erste Beschichtung 6.1 und die zweite Beschichtung 6.2 sind auf einer der der Zwischenschicht 3 hingewandten Oberfläche (III) der Innenscheibe 1 angeordnet. Die erste Beschichtung 6.1 und die zweite Beschichtung 6.2 sind in dieser Ausführungsform identisch. Die erste und zweite elektrisch leitfähige Beschichtung 6.1 , 6.2 sind auch Sonnenschutzbeschichtungen mit bevorzugt mindestens einer elektrisch leitfähigen Schicht auf Basis eines Metalls, insbesondere auf Basis von Silber. Eine solche Sonnenschutzbeschichtung hat insbesondere reflektierende Eigenschaften im nahen Infrarotbereich, beispielsweise im Bereich von 800 nm bis 1500 nm.
Figur 4 zeigt einen Querschnitt des beheizbaren Kamerafenster 2. Die erste Oberfläche (III) der Innenscheibe 1 und eine zweite Oberfläche (II) der Außenscheibe 4 sind einander zugewandt und über die thermoplastische Zwischenschicht 3 miteinander verbunden. Eine zweite Oberfläche (IV) der Innenscheibe 1 und eine erste Oberfläche (I) der Außenscheibe 4 sind voneinander und von der thermoplastischen Zwischenschicht 3 abgewandt. Die erste, elektrisch leitfähige, transparente Beschichtung 6.1 ist an der Oberfläche (III) der Innenscheibe 1 angeordnet. Der erster Sammelleiter 7.1 ist am linken Randbereich des Kamerafensters 2 auf der erste, elektrisch leitfähigen Beschichtung 6.1 angeordnet. Der zweiter Sammelleiter 7.2 ist am rechten Randbereich des Kamerafensters 2 auf der erste, elektrisch leitfähigen Beschichtung 6.1 angeordnet.
Es wurde gefunden, das sich die Heizwirkung der ersten Beschichtung durch die Anordnung auf Seite (III) in einer Weise verstärkt, die aufgrund der bereits bekannten Heizvorrichtungen nicht vorherzusehen war.
Figur 5 zeigt ein Flussdiagramm eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung der Verbundscheibe 10 mit beheizbarem Kamerafenster 2. Das Verfahren umfasst die folgenden Schritte:
• die erste elektrisch leitfähige, transparente Beschichtung 6.1 wird zumindest auf einen Teil der ersten Oberfläche (III) der Innenscheibe 1 aufgebracht (101),
• die zwei Sammelleiter 7.1 , 7.2 werden auf der ersten, elektrisch leitfähigen, transparenten Beschichtung 6.1 an zwei gegenüberliegenden Seiten des Kamerafensters 2 aufgebracht, wobei die Sammelleiter 7.1 , 7.2 derart angeordnet sind, dass bei Anlegen einer elektrischen Spannung an die
Sammelleiter 7.1 , 7.2 ein Strom durch die erste Beschichtung 6.1 fließt (102),
• die erste Oberfläche (III) der Innenscheibe 1 wird mit der elektrisch leitfähigen, transparenten Beschichtung 6.1 über die thermoplastische Zwischenschicht 3 mit der Oberfläche (II) der Außenscheibe 4 verbunden (103).
Bezugszeichenliste:
1 Innenscheibe
2 Kamerafenster
3 Zwischenschicht
4 Außenscheibe
5 Kamera
6.1 erste, elektrisch leitfähige Beschichtung
6.2 zweite, elektrisch leitfähige Beschichtung
7.1 erster Sammelleiter
7.2 zweiter Sammelleiter
8.1 erster Folienleiter
8.2 zweiter Folienleiter
9 Spannungsquelle
10 Verbundscheibe
11 Farbschicht
12 Trennlinie
(O) Oberkante der Verbundscheibe
(U) Unterkante der Verbundscheibe
(I) erste, von der Zwischenschicht abgewandte Oberfläche der Außenscheibe
(II) zweite, zur Zwischenschicht hingewandte Oberfläche der Außenscheibe
(III) erste, zur Zwischenschicht hingewandte Oberfläche der Innenscheibe
(IV) zweite, von der Zwischenschicht abgewandte Oberfläche der Innenscheibe