Metalleffektpigment-freie Radar-fähige Beschichtung auf einem Substrat
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Metalleffektpigment-freie, Radar-fähige Beschichtung mit Metalliccharakter auf einem Substrat, auf ein Verfahren zur Herstellung einer solchen Beschichtung sowie auf die Verwendung einer derartigen Beschichtung auf einem Substrat, insbesondere im Fahrzeugbau.
Mit der Zunahme von Fahrzeugen, die ein autonomes Fahren ermöglichen, ist es nötig, in bisher ungeahntem Umfange Radargeräte in die entsprechenden Automobilteile zu integrieren, die sowohl die Abstandsmessung zu anderen Fahrzeugen oder Verkehrshindernissen sowie das Messen der Geschwindigkeit anderer Verkehrsteilnehmer ermöglichen. Solche Radargeräte sind in der Regel hinter Stoßstangen von Fahrzeugen verbaut, um die optische Erscheinung des Fahrzeuges nicht negativ zu beeinträchtigen.
Seit vielen Jahren gehören Metalliclacke, vorzugsweise silberfarbene Metalliclacke, zu den beliebtesten Fahrzeuglacken, insbesondere für den privaten Fahrzeugsektor. In Bezug auf die optische Ausgestaltung von Verkleidungsteilen für im Inneren von solchen Fahrzeugen verbaute Radargeräte stellen diese Metalliclacke jedoch eine große Herausforderung dar, weil die üblichen Metalliclacke, die auf Aluminium basierende Metalleffektpigmente enthalten, die Radarwellen, die üblicherweise im Frequenzbereich von 76-81 GHz liegen, in einem solchen Maße reflektieren, dämpfen oder absorbieren können, dass der Einsatz von bisher gebräuchlichen Metallic-Fahrzeuglacken für Verkleidungsteile von Radargeräten in Fahrzeugen zu einer unerwünschten Minderung der Funktionalität der Radargeräte führen würde.
Es hat daher nicht an Versuchen gefehlt, Lösungen für die Verkleidung von Radargeräten in Fahrzeugen bereitzustellen, die das optische
Erscheinungsbild der Fahrzeuge nicht beeinträchtigen und eine gute Funktionalität der eingebauten Radargeräte ermöglichen.
Entsprechende Verkleidungsteile, die beispielsweise als Kühlergrille oder Firmenembleme ausgebildet sind und weitestgehend Radarwellendurchgängige Teilbereiche und metallisierte Streben aufweisen, besitzen häufig Schichten aus aufgedampften Metallen wie Indium. Solche Bauteile zeigen meist ein chromartiges optisches Erscheinungsbild.
Derartige Beschichtungen eignen sich jedoch nicht für Fahrzeugteile, die, obwohl sie sich im Strahlengang eines Radargerätes befinden, beim Betrachter den optischen Eindruck eines üblichen silberfarbenen Metalliclackes hinterlassen sollen. Dabei besteht die Schwierigkeit darin, den bei Metallpigment-haltigen Metalliclacken üblichen starken Helligkeitsflopp zu erzielen (deutlicher Wechsel von hell zu dunkel bei wechselndem Beleuchtungs- oder Betrachtungswinkel), das Deckvermögen solcher Metalliclacke zu erreichen, sowie die Dämpfung der Radarwellen in einem solchen Ausmaß zu reduzieren, dass die Transmission der Radarwellen ausreicht, ein eingebautes Radargerät voll funktionstüchtig betreiben zu können.
Aus JP 2004-244516 A ist ein glänzendes Produkt mit hoher Durchlässigkeit von elektromagnetischer Strahlung bekannt, welches als Kühlergrill, aber auch als Teilstück eines anderen Fahrzeugteils, beispielsweise einer Heckklappe, eingesetzt werden kann. Eine Schicht auf einem Polycarbonat- Panel kann hier Metallpartikel wie Zink, Zinn oder Indium enthalten, kann aber stattdessen auch mit Interferenzpigmenten wie beispielsweise mit Titandioxid beschichtetem Glimmer pigmentiert sein. Die Partikel werden in einer Konzentration von 3 bis 8 Gew.-% in einer Polyurethan-haltigen Schicht auf dem Panel aufgebracht. Als Rückseitenbeschichtung wird darauf ein schwarzer Basislack aufgetragen.
Das erhaltene glänzende Produkt aus mehreren Schichten soll eine hohe Durchlässigkeit elektromagnetischer Strahlung sowie einen hohen Glanz aufweisen.
Mit Interferenzpigmenten aus mit Titandioxid beschichtetem Glimmer in solchen Beschichtungen lässt sich zwar eine gute Durchlässigkeit von Radarwellen erzielen, das Deckvermögen von Metallpigment-haltigen Metallic-Lackierungen und der mit letzteren erzielbare starke metallische Helligkeitsflopp ist mit solchen einfach aufgebauten, transparenten und farblosen Glimmer-basierten Interferenzpigmenten allein jedoch nicht erhältlich.
Auch aus JP 2006-282886 A ist eine Radarwellen-durchlässige Beschichtung für ein Fahrzeugteil bekannt, die in einer Schicht auf einem Kunststoffsubstrat Interferenzpigmente enthält und auf Metalleffektpigmente verzichtet. Die Interferenzpigmente sollen, um eine Farbvarianz der Beschichtung zu ermöglichen, auf besonders glatten Substratpartikeln basieren. Siliziumdioxid- oder Aluminiumoxidsubstratplättchen werden als geeignete Substratplättchen vorgeschlagen. Der optische Eindruck einer Metallic-Lackierung kann aber mit einer derartige Interferenzpigmente enthaltenden Schicht auf einem zu beschichtenden Kunststoffsubstrat ebenfalls nicht erzielt werden.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine für Radarwellen durchlässige Beschichtung auf einem Substrat zur Verfügung zu stellen, die zur Anwendung für Verkleidungsteile von Radargeräten, insbesondere im Fahrzeugbau, geeignet ist und auf übliche Metalleffektpigmente, insbesondere Aluminiumpigmente, verzichtet, sich vorzugsweise optisch von üblichen silberfarbenen Fahrzeug-Metalliclackierungen geringstmöglich unterscheidet und insbesondere ein silberfarbenes metallisches Aussehen, ein hohes Deckvermögen und einen starken Helligkeitsflopp bei guter Durchlässigkeit von Radarwellen aufweist.
Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Verfahren zur Herstellung der oben genannten Beschichtung zur Verfügung zu stellen.
Darüber hinaus besteht eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, die Verwendung einer solchen Beschichtung auf einem Substrat aufzuzeigen.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird gelöst durch eine plättchenförmige Effektpigmente enthaltende Radar-fähige Beschichtung auf einem Substrat, wobei die Beschichtung frei ist von Metalleffektpigmenten und mindestens zwei Schichten, in dieser Reihenfolge, auf dem Substrat aufweist:
A) - eine erste Schicht, die eine Basisschicht darstellt, absorbierende Pigmente enthält und frei ist von plättchenförmigen Effektpigmenten, und
B) - eine zweite Schicht, die auf der ersten Schicht aufgebracht ist und plättchenförmige Effektpigmente mit absorbierenden Eigenschaften in einer Menge von mindestens 10 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der zweiten Schicht, enthält, und wobei die zweite Schicht, wenn sie vollflächig auf schwarz-weißem Untergrund mit einer Schichtdicke von 14±2 pm aufgebracht ist und im L*,a*,b*-Farbraum unter einem Beleuchtungswinkel von 45° und bei einem Beobachtungswinkel von 75° spektralfotometrisch vermessen wird, einen Farbabstand AE* zwischen dem beschichteten schwarzen Untergrund und dem beschichteten weißen Untergrund im Bereich von 0 bis 20 aufweist.
Außerdem wird die Aufgabe der vorliegenden Erfindung auch durch ein Verfahren zur Herstellung einer solchen, Metalleffektpigment-freien, plättchenförmige Effektpigmente enthaltenden Radar-fähigen Beschichtung auf einem Substrat gelöst, wobei auf einem optional vorbeschichteten Substrat aus einer Kunststoffplatte oder Kunststofffolie
- eine erste Schicht als Basisschicht aufgebracht wird, die mindestens ein absorbierendes Pigment enthält und frei ist von
plättchenförmigen Effektpigmenten, und nachfolgend
- auf der ersten Schicht eine zweite Schicht aufgebracht wird, die plättchenförmige Effektpigmente mit absorbierenden Eigenschaften in einer Menge von mindestens 10 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der festen Schicht, enthält, wobei die zweite Schicht als Einzelschicht oder in zwei oder mehreren übereinander angeordneten Teilschichten aufgebracht wird und nach dem Aufbringen jeder Schicht eine Trocknung erfolgt.
Darüber hinaus wird die Aufgabe der Erfindung auch durch die Verwendung einer wie oben beschriebenen Beschichtung auf einem Substrat als Radarfähige Fahrzeuglackierung auf einem Fahrzeugteil gelöst.
Die nunmehrigen Erfinder haben überraschend gefunden, dass es möglich ist, Verkleidungsteile von Radargeräten im Fahrzeugbau mit Beschichtungen zu versehen, die eine Schicht aufweisen, in der plättchenförmige Effektpigmente enthalten sind, wobei die Beschichtung insgesamt frei ist von Metalleffektpigmenten, aber optisch einen silberfarbenen Metalliccharakter aufweist.
Obwohl plättchenförmige Effektpigmente, die keine Metallschichten aufweisen, in Beschichtungen in der Regel nicht zu einer starken Dämpfung des Radarsignals führen, zeigen sie üblicherweise wenig oder keine Eigenabsorption und nur ein geringes Deckvermögen. Diese Eigenschaften bewirken, dass eine deckende, silberfarbene Beschichtung mit hohem Glanz und einem starken Helligkeitsflopp, wie er für Metalliclackierungen charakteristisch ist, mit den üblichen plättchenförmigen Effektpigmenten, bei denen es sich meist um Interferenzpigmente handelt, nicht erzielbar ist. Es galt daher herauszufinden, unter welchen Bedingungen Beschichtungen auf Verkleidungsteilen für Radargeräte im Fahrzeugbau erhalten werden können, die die Anforderungen an Deckvermögen, Helligkeitsflopp und Radar- Fähigkeit erfüllen, ohne dass Metalleffektpigmente in der Beschichtung
enthalten sind, das optische Erscheinungsbild einer Metallic-Lackierung jedoch in hinreichendem Maße imitiert werden kann.
Die nunmehrigen Erfinder haben einen Schichtaufbau auf einem Substrat gefunden, der die genannten Bedingungen gut erfüllt.
Der erfindungsgemäße Schichtaufbau besteht demzufolge mindestens aus einem Schichtsystem aus zwei aufeinanderfolgenden Schichten auf einem Substrat, wobei die erste Schicht, die sich unmittelbar auf dem Substrat oder wahlweise auch auf einem vorbeschichteten Substrat, insbesondere auf einem mit einer Grundierschicht (Primerschicht) vorbeschichteten Substrat, befindet, absorbierende Pigmente enthält und eine unbunte Farbigkeit aufweist.
In der Regel werden Weiß, Grau oder Schwarz in Fachkreisen nicht als Farben bezeichnet, weil es sich hier um unbunte optische Erscheinungen handelt, die lediglich die Menge des absorbierten Lichtes der jeweiligen Oberfläche bezeichnen. In der vorliegenden Erfindung sollen, davon abweichend, Weiß, Grau und Schwarz jedoch als Farben bezeichnet werden.
Die erste Schicht der erfindungsgemäßen Beschichtung enthält keine plättchenförmigen Effektpigmente, d.h. weder Metalleffektpigmente noch andere plättchenförmige Effektpigmente wie beispielsweise Interferenzpigmente.
Demnach weist die erste Schicht eine solide, effektfreie, neutrale Farbgebung auf. Sie deckt das Substrat oder, falls vorhanden, die Vorbeschichtung auf dem Substrat, vollständig ab.
Als absorbierende Pigmente für die erste Schicht kommen organische beziehungsweise anorganische Pigmente mit absorbierenden Eigenschaften infrage. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um die klassischen
organischen Absorptionspigmente beziehungsweise anorganischen Absorptionspigmente Hierfür können alle üblicherweise in verschiedenen industriellen Beschichtungen eingesetzten Absorptionspigmente verwendet werden. Diese liegen vorzugsweise mit einem Partikeldurchmesser im Bereich von 10 bis 500 nm, insbesondere von 10 bis < 100 nm, vor. Präparationen von Absorptionspigmenten sind allgemein kommerziell verfügbar. Je nach Verträglichkeit mit den eingesetzten Lacksystemen kommen beispielsweise Systeme wie Heucotint® W (Heubach, DE), Heucotint® UN (Heubach, DE), MIPA WBC (Mipa, DE), Standoblue® (Standox GmbH, DE), Standohyd® (Standox GmbH, DE), Vocaflex® (Anchemie, DE), Vocaplast® (Anchemie, DE), oder auch andere in Betracht.
Als Absorptionspigmente sind beispielsweise Isoindolidone, Benzimidazole, Chinacridone, Cu-Phthalocyanine, Perylene, Ruß und/oder Titandioxid geeignet, um nur einige zu nennen. Farbige Absorptionspigmente können in geeigneten Mischungen eingesetzt werden um eine neutrale, unbunte Farbgebung der ersten Schicht zu erhalten.
Die absorbierenden Pigmente sind in der ersten Schicht in einer Menge von 1 bis 50 Gew.%, vorzugsweise im Bereich von 20 bis 40 Gew.%, bezogen auf das Gewicht der ersten Schicht, enthalten. Sie können einzeln oder im Gemisch von zwei oder mehreren eingesetzt werden. Vorzugsweise werden, insbesondere bei den Grautönen, Gemische eingesetzt. Die Angaben beziehen sich auf das Gewicht der festen Schicht.
Die Schichtdicke der ersten Schicht ist für den Erfolg der vorliegenden Erfindung nicht wesentlich. Es wird eine Schichtdicke eingestellt, die das Substrat bzw. die sich gegebenenfalls auf dem Substrat befindliche Vorbeschichtung vollständig abdeckt und ökonomisch sinnvoll ist. Übliche Schichtdicken der ersten Schicht liegen im Bereich von 5 bis 15 pm, können jedoch bei Bedarf auch davon abweichen.
Die Schichtdicke der ersten Schicht sowie die Konzentration der absorbierenden Pigmente in der ersten Schicht werden erfindungsgemäß in den oben genannten Grenzen so eingestellt, dass die erste Schicht, wenn sie als einzelne Schicht vollflächig auf standardisiertem schwarz-weißem Untergrund aufgebracht ist und im L*,a*,b*-Farbraum unter einem Beleuchtungswinkel von 45° und bei einem Beobachtungswinkel von 75° spektralfotometrisch vermessen wird, einen Farbabstand AE* zwischen dem beschichteten schwarzen Untergrund und dem beschichteten weißen Untergrund im Bereich von 0 bis 5, bevorzugt von 0 bis < 2 und insbesondere von 0 bis < 1 , aufweist.
Die erste Schicht stellt die Basisschicht der erfindungsgemäßen Beschichtung auf dem Substrat dar.
Erfindungsgemäß ist unmittelbar auf der ersten Schicht eine zweite Schicht angeordnet. Die zweite Schicht ist mit plättchenförmigen Effektpigmenten pigmentiert, enthält jedoch keine Metalleffektpigmente und auch keine anderen Metallpigmente. Die plättchenförmigen Effektpigmente in der zweiten Schicht weisen erfindungsgemäß absorbierende Eigenschaften auf.
Vorzugsweise handelt es sich um plättchenförmige Interferenzpigmente, die eine silbergraue Absorptionsfarbe aufweisen.
Die optische Wirkung plättchenförmiger Interferenzpigmente besteht in der Regel aus einer Kombination von Reflexions- und Transmissionserscheinungen von Licht an einer Abfolge von dünnen Schichten, aus denen solche Effektpigmente, meist auf einem plättchenförmigen Trägermaterial, in der Regel bestehen. Sehr häufig werden hier lediglich farblose und weitestgehend für sichtbares Licht transparente Materialien eingesetzt, wie beispielsweise plättchenförmige Glimmerpigmente, die mit Titandioxid beschichtet sind. Solche Pigmente können eine silberne Interferenzfarbe oder auch bunte Interferenzfarben aufweisen, sind insgesamt aber transparent und besitzen keine Körperfarbe.
Absorbierende Eigenschaften und damit eine Körperfarbe erhalten Interferenzpigmente, wenn entweder der plättchenförmige Träger oder aber mindestens eine der Schichten, die sich auf dem plättchenförmigen Träger befinden, aus einem Material besteht, welches eine Eigenfarbe, d.h. eine Absorptionsfarbe, aufweist. Dabei kann es sich um farbige Metalloxide, Metallsuboxide, Metallmischoxide oder sauerstoffdefizitäre Metalloxide bzw. Metalloxidhydrate handeln. Absorbierende Eigenschaften erhalten Interferenzpigmente auch durch Schichten, die organische Farbpigmente enthalten.
In der vorliegenden Erfindung werden in der zweiten Schicht vorzugsweise Interferenzpigmente eingesetzt, die auf einem plättchenförmigen, transparenten Trägermaterial mindestens eine Schicht aufweisen, die ein Eisenoxid, ein Mischoxid aus Eisenoxid und Titanoxid, oder ein Titansuboxid enthält, oder eine Schicht aufweisen, die aus Kohlenstoff besteht. Ein oder mehrere andere Schichten aus farblosen, transparenten Materialien können sich zusätzlich auf dem plättchenförmigen Trägermaterial befinden.
Als Eisenoxide kommen Fe2O3, FeO, Fe3O4 oder FeOOH in Betracht. Bei Mischoxiden von Eisenoxid und Titanoxid handelt es sich häufig um llmenit (FeTiO3 ) oder Pseudobrookit (Fe2TiOs). Als Titansuboxide kommen TiO, Ti2O3, Ti3Os, Ti4O7, Ti2Ü, Ti3O oder TißO infrage.
Die Schichtdicken der absorbierenden Schichten, die ein Eisenoxid, ein Mischoxid aus Eisenoxid und Titanoxid, oder ein Titansuboxid enthalten, oder der Schicht, die aus Kohlenstoff besteht, sind dabei so eingestellt, dass das Interferenzpigment eine silbergraue Absorptionsfarbe aufweist. Alle anderen auf dem Trägermaterial gegebenenfalls vorhandenen Schichten leisten dagegen keinen Beitrag zur Absorptionsfarbe.
Als weitere farblose transparente Schichten auf dem plättchenförmigen Trägermaterial sind insbesondere Schichten aus farblosen Metalloxiden oder
Metalloxidhydraten geeignet, wie Zinnoxid, Titandioxid, Zirkoniumoxid, Siliziumdioxid, Siliziumoxidhydrat, Aluminiumoxid oder Aluminiumoxidhydrat.
Als plättchenförmige Trägermaterialien kommen natürlicher oder synthetischer Glimmer, Kaolin, Talk oder Sericit, darüber hinaus auch Glas, Calcium- Aluminium-Borosilikat, SiC>2, TiÜ2 oder AI2O3 in Betracht. Vorzugsweise werden als plättchenförmige Trägermaterialien natürlicher oder synthetischer Glimmer oder A^Os-Plättchen eingesetzt.
Interferenzpigmente der genannten Art sind kommerziell verfügbar. Sie sind beispielsweise von der Merck KGaA unter den Handelsnamen Iriodin® 9602 Silver-Grey SW oder Iriodin® 9605 Blue Shade Silver SW erhältlich. Diese basieren auf Glimmerplättchen und weisen mindestens eine Schicht auf, die ein Eisenoxid oder ein Titansuboxid enthält.
Besonders bevorzugt können auch Interferenzpigmente eingesetzt werden, die auf einem transparenten Trägerplättchen ein oder mehrere Interferenzschichten und als abschließende Schicht eine sehr dünne, lichtdurchlässige Schicht aufweisen, die aus Kohlenstoff besteht. Solche Pigmente sind beispielsweise in der Patentanmeldung EP 3795645 A1 der jetzigen Patentanmelderin beschrieben worden.
Es hat sich herausgestellt, dass Interferenzpigmente mit silbergrauer Absorptionsfarbe besonders gut für den Einsatz als Effektpigmente mit absorbierenden Eigenschaften in der zweiten Schicht geeignet sind, da die Gesamtbeschichtung eine silbermetallische Optik aufweisen soll. Durch den Pigmentaufbau in Form von Abfolgen dünner Schichten auf plättchenförmigen Substraten zeigen solche Interferenzpigmente einen optisch wahrnehmbaren Glanz, wenn eingestrahltes Licht darauf fällt. Die silbergraue Absorptionsfarbe bewirkt eine ausreichend hohe Helligkeit bei direktem Lichteinfall.
Diese Interferenzpigmente mit absorbierenden Eigenschaften weisen im allgemeinen Partikelgrößen im Bereich von 1 bis 100 pm, insbesondere von 2 bis 70 pm und besonders bevorzugt im Bereich von 3 bis 50 pm auf. Die Dicke der Interferenzpigmente liegt im Bereich von 0,1 bis 2 pm.
Die Partikelgröße der Effektpigmente mit absorbierenden Eigenschaften kann mittels Laserdiffraktometrie bestimmt werden. Vorzugsweise wird die Partikelgröße sowie die Partikelgrößenverteilung mit einem Gerät der Firma Malvern (Malvern Mastersizer 3000, APA300, Produkt der Firma Malvern Instruments Ltd., UK) im Standardbetrieb volumenbezogen ermittelt.
Übliche Partikelgrößenverhältnisse sind jedoch auch in den Angaben der Hersteller in öffentlich zugänglichen Produktinformationsblättern zu finden.
In diesem Größenbereich kann ein im Gesamtaufbau ausreichendes Deckvermögen erhalten werden, wenn die Menge der Effektpigmente mit absorbierenden Eigenschaften und die Schichtdicke der zweiten Schicht erfindungsgemäß eingestellt werden.
Erfindungsgemäß beträgt die Mindestmenge an plättchenförmigen Effektpigmenten mit absorbierenden Eigenschaften in der zweiten Schicht 10 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der (festen) zweiten Schicht. Die Höchstmenge an plättchenförmigen Effektpigmenten mit absorbierenden Eigenschaften in der zweiten Schicht beträgt 40 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der zweiten Schicht. Vorzugsweise werden diese Effektpigmente in der zweiten Schicht in einer Konzentration von 15 bis 35 Gew.-%, bezogen auf deren Gewicht, in der zweiten Schicht eingesetzt.
Die Schichtdicke der zweiten Schicht liegt erfindungsgemäß im Bereich von 3 bis 25 pm, vorzugsweise im Bereich von 5 bis 20 pm.
Wenn es zweckmäßig erscheint, kann die zweite Schicht auch ein oder mehrere der oben für die erste Schicht beschriebenen Absorptionspigmente
enthalten, solange dadurch die optischen Messwerte für das Deckvermögen (AE*), die Helligkeit (L*15) sowie den Helligkeitsflopp (Flop-Index) in den spezifizierten Grenzen bleiben.
Die optische Gesamtwirkung aus deckender, unbunter erster Schicht und zweiter Schicht, die Interferenzpigmente mit silbergrauer Absorptionsfarbe enthält, ergibt einen homogenen silbermetallischen Gesamteindruck der erfindungsgemäßen Beschichtung mit hohem Deckvermögen, hohem Glanz und deutlichem Helligkeitsflopp.
Dabei wird das Deckvermögen anhand der AE*-Werte bestimmt, die bei spektralfotometrischer Vermessung von beschichteten Substraten im L*,a*,b*- Farbraum ermittelt werden können. Die Größe AE* ist dabei definiert als der Farbabstand von Proben im L*a*b*-Farbraum über standardisiertem schwarzem und weißem Untergrund bei einem Beleuchtungswinkel von 45° und einem Beobachtungswinkel von 75° und wird bestimmt nach der Formel:
Je geringer der Wert für den Farbabstand ausfällt, umso besser deckt die Beschichtung den Untergrund ab. Eine vollständige Abdeckung des Untergrundes kann mit nichtmetallischen Effektpigmenten in der Regel nicht erhalten werden. Die in der erfindungsgemäßen Beschichtung eingesetzte zweite Schicht weist einen AE*-Wert im Bereich von 0 bis 20, vorzugsweise im Bereich von 5 bis 20, auf, wenn die zweite Schicht mit einer Schichtdicke im Bereich von 14±2 pm auf den schwarz-weißen Untergrund aufgebracht und unter den oben genannten Messbedingungen vermessen wird. Diese Werte weisen auf ein für die Zwecke der vorliegenden Erfindung ausreichendes Deckvermögen der zweiten Schicht hin.
Als Maß für die Helligkeit einer Schicht gilt in Fachkreisen der L*15-Wert einer Beschichtung, der fotometrisch im L*,a*,b*-Farbraum auf standardisiertem
schwarz-weißem Untergrund bei einem Beleuchtungswinkel von 45° ermittelt wird. Um als erfindungsgemäße Beschichtung geeignet zu sein, soll diese eine Mindesthelligkeit aufweisen, die sowohl über einer weißen als auch über einer schwarzen Basisschicht erhalten wird.
Beim Einsatz der oben genannten Effektpigmente mit silbergrauer Absorptionsfarbe in der zweiten Schicht wird eine zweite Schicht erhalten, die, wenn sie vollflächig auf schwarz-weißem Untergrund mit einer Schichtdicke von 14±2 pm aufgebracht ist und im L*,a*,b*-Farbraum unter einem Beleuchtungswinkel von 45° und bei einem Beobachtungswinkel von 15° spektralfotometrisch vermessen wird, auf dem beschichteten weißen Untergrund und auf dem beschichteten schwarzen Untergrund jeweils eine Helligkeit L*15 von mindestens 105 aufweist.
Darüber hinaus ist auch ein guter Helligkeitsflop erzielbar. Dieser wird standardmäßig als Flop-Index ausgewiesen und bei einem Beleuchtungswinkel von 45° spektralfotometrisch im Abstand von 15°, 45° und 110° aspecular vom Glanzwinkel ermittelt. Daher liegt erfindungsgemäß der Flop- Index sowohl auf weiß als auch auf schwarz beschichtetem Untergrund im Bereich von mindestens 10, wenn die zweite Schicht, wenn sie vollflächig auf schwarz-weißem Untergrund mit einer Schichtdicke von 14±2 pm aufgebracht ist und im L*,a*,b*-Farbraum unter einem Beleuchtungswinkel von 45° und bei Beobachtungswinkeln von 45°: as15°, 45°: as45° und 45°: as110° spektralfotometrisch vermessen wird.
Der Flop-Index gilt fachüblich als Maß für den Hel ligkeitsflopp bei wechselndem Betrachtungswinkel und wird bestimmt nach der Formel:
Weder bei der Helligkeit L*15 noch beim Flop-Index ist die Angabe von oberen Grenzwerten sinnvoll, da beide Größen offene Obergrenzen aufweisen und Messergebnisse, die über den angegebenen Mindestwerten liegen, sich bei der Einhaltung eines Deckvermögens in angegebenen Bereich in jedem Falle positiv auf das optische Gesamtresultat auswirken.
Einzelheiten zu den spektralfotometrischen Messverfahren und -geraten sind im Beispielteil beschrieben.
Überraschenderweise hat sich herausgestellt, dass insbesondere der Hel ligkeitsflopp der erfindungsgemäßen Beschichtung, ausgewiesen durch den Flop-Index, speziell auf einer grauen oder schwarzen ersten Basisschicht auf einem Substrat teilweise deutlich verbessert werden kann, wenn die zweite Schicht aus zwei oder mehreren, vorzugsweise aus drei oder vier, übereinander angeordneten Teilschichten besteht, ohne dass wesentliche Verschlechterungen beim Deckvermögen oder der Helligkeit der Gesamtbeschichtung hingenommen werden müssen. Dabei liegt die Gesamttrockenschichtdicke der zweiten Schicht in diesen Fällen vorzugsweise lediglich im Bereich von 5 bis 15 pm.
Dabei weist mindestens eine der Teilschichten, vorzugsweise zwei oder drei der Teilschichten, eine Trockenschichtdicke von < 5 pm auf. Insbesondere beträgt die Trockenschichtdicke mindestens einer der Teilschichten < 4 pm bzw. < 3 pm, besonders bevorzugt etwa 2 pm. Diese extrem geringen Schichtdicken können vorzugsweise auch bei zwei oder drei der Teilschichten vorhanden sein.
Um derart dünne Teilschichten zu einer optisch attraktiven Gesamtschicht als zweite Schicht der erfindungsgemäßen Beschichtung kombinieren zu können, sind glatte Oberflächen der einzelnen Teilschichten vonnöten. Diese ergeben sich aus Grenzflächen zwischen den einzelnen Teilschichten der zweiten Schicht, die weitestgehend parallel zur Basisschicht beziehungsweise zum
beschichteten Substrat angeordnet sind. Die Grenzflächen werden durch Zwischentrocknung nach dem Auftrag jeder der einzelnen Teilschichten erhalten. Durch die Zwischentrocknung werden die plättchenförmigen Effektpigmente mit absorbierenden Eigenschaften in jeder der Teilschichten mit ihren Hauptachsen annähernd parallel zur Oberfläche der ersten Schicht (und des Substrates) ausgerichtet und erzielen damit eine gute Reflexion des eingestrahlten Lichtes in jeder einzelnen der Teilschichten.
Die Pigmentbeladung der einzelnen Teilschichten liegt dabei ebenfalls bei mindestens 10 Gew.-% an plättchenförmigen Effektpigmenten mit absorbierenden Eigenschaften und beträgt maximal 40 Gew.%, jeweils bezogen auf das Gewicht der einzelnen Teilschicht. Vorzugsweise werden 15 bis 35 Gew.% an plättchenförmigen Effektpigmente mit absorbierenden Eigenschaften in jeder der Teilschichten eingesetzt.
Unter „Radar-fähig“ im Sinne der vorliegenden Erfindung ist eine Beschichtung zu verstehen, die bei Beaufschlagung mit elektromagnetischen Wellen mit einer Peak-Frequenz von 76,5 GHz eine Perm ittivität von < 30 aufweist. Des Weiteren ist es erforderlich, dass die Beschichtung auf einem 350 pm PET-Substrat bei Beaufschlagung mit elektromagnetischen Wellen mit einer Peak-Frequenz von 76,5 GHz eine Ein-Wege-Transmissionsdämpfung von < 2 dB aufweist.
Die Messung der Perm ittivität der Beschichtung sowie der Ein-Wege- Transmissionsdämpfung der Beschichtung auf dem Substrat erfolgen mit einem Gerät vom Typ RMS-D-77/79G der Firma pensens GmbH, Deutschland, im Standardbetrieb.
Als Bindemittel für die erste und zweite Schicht der erfindungsgemäßen Beschichtung können alle üblichen Bindemittel und Bindemittelsysteme eingesetzt werden, die im verfestigten Zustand transparent erscheinen. Es kann hierbei auf alle gängigen Bindemittelarten zurückgegriffen werden, die in
üblichen Beschichtungsverfahren eingesetzt werden und mit den eingesetzten Pigmenten verträglich sind. Lösemittelbasierende Bindemittelsysteme, wässrige Bindemittelsysteme sowie strahlenhärtende Bindemittelsysteme sind gleichermaßen einsetzbar, sofern fachübliche Besonderheiten bei der Pigmentauswahl und hinsichtlich des Beschichtungsverfahrens beachtet werden.
Sowohl die erste als auch die zweite Schicht der erfindungsgemäßen Beschichtung können weitere fachübliche Additive wie beispielsweise Füllstoffe, Inhibitoren, Flammschutzmittel, Gleitmittel, Rheologiehilfsmittel, Dispergiermittel, Redispergiermittel, Entschäumer, Verlaufsmittel, Filmbildner, Haftvermittler, Trocknungsbeschleuniger, Fotoinitiatoren, etc. enthalten.
Besteht die zweite Schicht aus zwei oder mehreren Teilschichten, ist der Einsatz von Rheologiehilfsmitteln in der Regel angezeigt. Als Rheologiehilfsmittel kommen dabei Stoffe wie beispielsweise BaSC , Polyamidpulver, Silikate oder andere, dem Fachmann geläufige Rheologiehilfsmittel, insbesondere aber auf Cellulose basierende Nanofasern in Betracht. Letztere werden besonders bevorzugt eingesetzt.
Je nach eingesetztem Bindemittelsystem enthalten die zur Herstellung der ersten und zweiten Schicht der Beschichtung eingesetzten Beschichtungszusammensetzungen gegebenenfalls auch organische Lösemittel und/oder Wasser, die nach der Verfestigung der beiden Schichten jedoch nicht mehr in der erfindungsgemäßen Beschichtung enthalten sind. Die fachüblichen Lösemittelsysteme können ohne Beschränkungen eingesetzt werden. Entsprechende Zusammensetzungen für Bindemittelsysteme, einschließlich Lösemitteln und Additiven, sind dem Fachmann hinlänglich bekannt und sind teilweise in unpigmentiertem Zustand auch als Fertigprodukte kommerziell erhältlich. Eine entsprechende Auswahl kann der Fachmann auf der Basis der einzusetzenden jeweiligen Pigmentierung und des gewünschten Beschichtungsverfahrens treffen.
Als Substrat, auf dem die erfindungsgemäße Beschichtung aus der ersten und zweiten Schicht aufgebracht ist, kommen Platten oder Folien aus Kunststoff in Betracht, wenn die Beschichtung Radar-fähig sein soll. Dabei können die üblicherweise im Automobilbau verwendeten Kunststoffe zum Einsatz kommen, beispielsweise Substrate aus Polycarbonat (PC), Polypropylen (PP), Polyurethan (PUR), Polymethylmethacrylat (PMMA), Acrylnitril-Butadien- Styrol (ABS) oder Acrylnitril-Ethylen-Styrol (AES), um nur einige zu nennen. Solche Kunststoffplatten oder Kunststofffolien weisen eine gewisse Grunddämpfung des Radarsignals auf, die durch die darauf befindliche Beschichtung nur eine geringfügige Erhöhung erfahren sollte. In Bezug auf die Radarfähigkeit der erfindungsgemäßen Beschichtung ist der Wert der Grunddämpfung des Radarsignals hinsichtlich der Ein-Wege-Transmission, die durch das jeweilige Substrat vorhanden ist, in den Messwerten enthalten. Die alleinig durch das Substrat verursachte Grunddämpfung der Ein-Wege- Transmission des Radarsignals ist in Beispiel 4 gesondert aufgeführt. Eine Messung der allein durch die Beschichtung verursachten Dämpfung des Radarsignals ist aus apparatetechnischen Gründen nicht möglich.
Soll die erfindungsgemäße Beschichtung aus rein optischen Gründen auf Substraten aufgebracht werden und steht die Radar-Fähigkeit der Beschichtung nicht im Fokus, können selbstverständlich auch metallische oder metallhaltige Substrate eingesetzt werden.
Es versteht sich von selbst, dass die Substrate je nach Einsatzzweck dreidimensional geformt sein können, also eine dreidimensionale äußere Form aufweisen können. So weist beispielsweise eine Kunststoffplatte, die ein Teilstück einer Heckklappe eines Fahrzeugs bilden soll, selbstverständlich eine andere dreidimensionale äußere Form auf als eine als Stoßdämpfer vorgesehene Kunststoffplatte. In der Regel wird die dreidimensionale Form des Substrates vor dem Aufbringen der erfindungsgemäßen Beschichtung mittels üblicher Verformungsverfahren erzeugt.
Unverzichtbares Kernelement der erfindungsgemäßen Beschichtung auf einem Substrat ist das Paket aus der oben beschriebenen ersten und zweiten Schicht, wobei die zweite Schicht unmittelbar auf der ersten Schicht angeordnet ist, vom Substrat aus betrachtet. Darüber hinaus können sich optional zwischen dem Substrat und der ersten Schicht und/oder oberhalb der zweiten Schicht noch weitere Schichten befinden, die ebenfalls Teil der erfindungsgemäßen Beschichtung sein können.
Solche zusätzlichen Schichten werden im Automobilbau häufig eingesetzt, um wahlweise die Haftung der Lackschichten auf dem Substrat zu verbessern und/oder die mechanische und chemische Festigkeit sowie die Witterungsbeständigkeit der Lackschichten zu verbessern. Es handelt sich dabei um Grundierschichten beziehungsweise um eine äußerste Klarlackschicht, die in der Regel transparent und farblos ausgebildet ist. Vorteilhafterweise kann die Beschichtung gemäß der vorliegenden Erfindung eine Grundierschicht (Primerschicht) und/oder eine Klarlackschicht aufweisen. Erfindungsgemäß können hier alle üblichen Materialien eingesetzt werden, die in breitem Umfange technisch benutzt werden und daher keiner weiteren Erörterung bedürfen.
Die erfindungsgemäße Beschichtung auf einem Substrat ist überall dort vorteilhaft einsetzbar, wo Radargeräte mit Verkleidungen versehen werden sollen, die optisch eine silberfarbene Effektlackierung aufweisen, ohne dass die Funktionalität der Radargeräte nachteilig beeinflusst wird. Das trifft selbstverständlich insbesondere auf Verkleidungsteile zu, die im Fahrzeugbau Verwendung finden. Daher handelt es sich bei der erfindungsgemäßen Beschichtung vorzugsweise um eine Fahrzeuglackierung. Diese lässt sich auf Grund ihrer guten optischen Eigenschaften selbstverständlich auch für Lackierungen aller Art verwenden, die optisch weitestgehend einer üblichen silberfarbenen Metalliclackierung entsprechen sollen. Dabei kann die vorhandene Radarwellendurchlässigkeit auch eine untergeordnete Rolle spielen und
die entsprechenden Einsatzgebiete sind nicht auf den Fahrzeugbau beschränkt.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch ein Verfahren zur Herstellung einer Metalleffektpigment-freien, plättchenförmige Effektpigmente enthaltenden Radar-fähigen Beschichtung auf einem Substrat wie oben beschrieben, wobei auf einem optional vorbeschichteten Substrat aus einer Kunststoffplatte oder Kunststofffolie eine erste Schicht als Basisschicht aufgebracht wird, die mindestens ein absorbierendes Pigment enthält und frei ist von plättchenförmigen Effektpigmenten, und nachfolgend auf der ersten Schicht eine zweite Schicht aufgebracht wird, die plättchenförmige Effektpigmente mit absorbierenden Eigenschaften in einer Menge von mindestens 10 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der festen Schicht, enthält, wobei die zweite Schicht als Einzelschicht oder in zwei oder mehreren übereinander angeordneten Teilschichten aufgebracht wird und nach dem Aufbringen jeder Schicht eine Trocknung erfolgt.
Alle materiellen Details in Bezug auf die geeigneten Kunststoffsubstrate sowie die Zusammensetzungen der ersten und zweiten Schicht sind vorab bereits erläutert worden. Insofern wird hier darauf Bezug genommen.
Das Aufbringen der beiden Schichten der Beschichtung auf dem Substrat kann mittels üblicher Beschichtungsverfahren erfolgen, beispielsweise per Sprühverfahren, Streichverfahren, Inmoldverfahren, Rollercoatingverfahren, Coilcoatingverfahren oder Curtain-coating-Verfahren.
Solche Beschichtungsverfahren sind großtechnisch üblich und können fachgemäß eingesetzt werden.
Vorzugsweise werden Sprühverfahren eingesetzt.
Übliche Sprühtechnologien, bei denen mit einmaligem Sprühvorgang Trockenschichtdicken im Bereich von 5 bis 25 pm erhalten werden können, sind zur Herstellung der erfindungsgemäßen Beschichtung geeignet.
Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Beschichtung aus erster und zweiter Schicht genügen hier zwei Beschichtungsvorgänge, bei denen nach dem Aufbringen der ersten Schicht, mit oder ohne Zwischentrocknung, die zweite Schicht unmittelbar aufgebracht wird, die Schicht(en) getrocknet werden und beide Schichten im Verbund ausgehärtet werden.
Für das Aufbringen der zweiten Schicht besonders geeignet sind jedoch Sprühverfahren, die in mehreren Arbeitsschritten nacheinander einen Auftrag von aufeinander angeordneten Teilschichten auf der ersten Schicht der erfindungsgemäßen Beschichtung bei sehr geringer Trockenschichtdicke der einzelnen Teilschichten erlauben. Die vorzugsweise zwei bis vier Teilschichten werden jeweils nach dem Aufbringen jeder einzelnen Teilschicht getrocknet, sodass Grenzflächen zwischen den einzelnen Teilschichten entstehen. Die Temperatur für die Trocknung der Einzelschichten ist dabei abhängig vom jeweiligen Bindemittelsystem und den eingesetzten Lösemitteln und beträgt mindestens 20°C. Temperaturen bis zu 150°C, vorzugsweise bis 100°C, können eingesetzt werden.
Die Menge an plättchenförmigen Effektpigmenten mit absorbierenden Eigenschaften in der zweiten Schicht beträgt dabei für jede der einzelnen Teilschichten mindestens 10 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der trockenen Schicht, kann jedoch im Bereich von 10 bis 40 Gew.-%, insbesondere im Bereich von 15 bis 35 Gew.-%, liegen. Dabei beträgt die Trockenschichtdicke mindestens einer der Teilschichten < 5 pm, vorzugsweise < 4 pm und insbesondere < 3 pm oder ca. 2 pm. Vorzugsweise weisen zwei oder drei Teilschichten derart geringe Schichtdicken auf.
Die hohe Pigmentkonzentration in den jeweiligen Teilschichten bei sehr niedriger Trockenschichtdicke der Teilschichten lässt sich einstellen, indem der Anteil an Bindemitteln in der jeweiligen Beschichtungszusammensetzung
sehr stark reduziert (ca. 6 bis 7 Gew.-% Feststoffgehalt) und der Lösemittelanteil (vorzugsweise Wasser) sehr stark angehoben wird. Damit eine solche, stark verdünnte Beschichtungszusammensetzung auf dem Substrat einen geschlossenen Beschichtungsfilm ausbilden kann, werden verschiedene Hilfsstoffe, insbesondere Rheologiehilfsmittel, zugesetzt, die für die Einstellung einer geeigneten Viskosität der Beschichtungszusammensetzung sorgen, sodass diese mittels eines Sprühverfahrens auf dem Untergrund applizierbar ist und gute Verlaufseigenschaften zeigt. Im Zuge des nachfolgenden Trocknungsprozesses verbleibt eine geringe Feststoff masse mit einem sehr hohen Anteil an Effektpigmenten als Teilschicht auf dem jeweiligen Untergrund, in der die Effektpigmente mit ihren Hauptachsen auch gut und im Wesentlichen parallel ausgerichtet zur jeweiligen beschichtete Oberfläche vorliegen.
Als Rheologiehilfsmittel werden hier erfindungsgemäß vorzugsweise Cellulose-basierende Nanofasern in einer Menge von 5 bis 20 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der Beschichtungszusammensetzung, zugesetzt.
Durch den Mehrfachauftrag von übereinander angeordneten Teilschichten und die jeweilige Zwischentrocknung der Teilschichten können die plättchenförmigen Effektpigmente in der zweiten Schicht besonders gut orientiert werden, sodass eine hohe Reflexion von eingestrahltem Licht an der Oberfläche der zweiten Schicht erhalten wird. Dadurch verbessert sich, bei insgesamt äußerst geringer Gesamtschichtdicke der zweiten Schicht, insbesondere der Helligkeitsflop der Gesamtbeschichtung, ohne dass es zu wesentlichen Einschränkungen beim Deckvermögen oder der Helligkeit des gesamten Schichtaufbaus kommt. Damit lässt sich mit plättchenförmigen Effektpigmenten mit absorbierenden Eigenschaften in der zweiten Schicht und ohne den Einsatz von Metallpigmenten aller Art in der Gesamtbeschichtung eine besonders bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Beschichtung auf einem Substrat erhalten, die optisch einer silberfarbenen
Metalliclackierung weitestgehend entspricht, dabei aber eine gute Radar- Fähigkeit aufweist, wenn sie auf einem Kunststoffsubstrat aufgebracht ist.
Die eingesetzten Kunststoffsubstrate, die vordefinierte Radareigenschaften aufweisen, können optional vorbeschichtet sein, beispielsweise mit einer oder mehreren Grundier- und/oder farbgebenden Schichten. Soll die gesamte Beschichtung einen Radar-fähigen Charakter aufweisen ist jedoch darauf zu achten, dass keine der optional zusätzlich vorhandenen Schichten auf dem jeweiligen Substrat Metalleffektpigmente oder andere Bestandteile enthält, die die nötige Radarwellen-Durchlässigkeit der gesamten Beschichtung stören könnten.
Eine Vorbeschichtung des Kunststoffsubstrates mit einer Grundierschicht (Primerschicht) ist vorteilhaft, weil solche Grundierschichten unter anderem die mechanische Stabilität der Gesamtbeschichtung sowie die Haftung der ersten Schicht des Schichtpaketes auf dem Substrat verbessern. Darüber hinaus sind äußerste Klarlackschichten, die in der Regel farblos und transparent für sichtbares Licht ausgebildet sind, vorteilhaft insbesondere für die mechanische Stabilität und die Witterungsbeständigkeit von Beschichtungen. Sie werden auch in der vorliegenden Erfindung bevorzugt auf die obere Schicht des Schichtverbundes aus erster und zweiter Schicht als äußerste Schicht der Gesamtbeschichtung aufgebracht.
Es ist selbstverständlich, dass die Gesamtbeschichtung mindestens einem Härtungsvorgang unterzogen wird, der entweder nach dem Aufbringen und Trocknen der zweiten Schicht auf dem Substrat und/oder nach dem Aufbringen der Klarlackschicht erfolgt. Das Aushärten von Beschichtungen auf Substraten, insbesondere im Automobilbereich, ist fachübliches Tun und muss nicht genauer beschrieben werden.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch die Verwendung der vorab beschriebenen Metalleffektpigment-freien Beschichtung als Radar-fähige
Fahrzeuglackierung auf einem Fahrzeugteil. Sie kann auf allen Fahrzeugteilen aufgebracht werden, die auf Grundkörpern (Substraten) aus Kunststoff basieren. Metallsubstrate eignen sich nicht, weil sie die gewünschte Radarfähigkeit nicht gewährleisten können. Die Beschichtung kann auf äußeren Karosserieteilen aufgebracht werden, die als äußere Verdeckungs- oder Verblendungsteile für im Fahrzeuginneren verbaute Radargeräte gedacht sind, oder auch auf geeignete Karosserieteile vollflächig aufgebracht werden. Als Karosserieteile sind insbesondere Stoßstangen, Heckklappen, Kühlergrille, Kotflügel oder Teile von diesen zu nennen. Selbstverständlich kann die erfindungsgemäße Beschichtung auch auf andere als die genannten Fahrzeugteile und insbesondere auch auf metallhaltige Substrate aufgebracht werden, wenn lediglich das optische Erscheinungsbild einer Metalliclackierung von Interesse und die Radar-Fähigkeit nicht erforderlich ist. Im letzteren Falle ist das Anwendungsgebiet der Erfindung auch nicht auf den Fahrzeugbau beschränkt.
Die Erfindung soll nachfolgend an Beispielen erläutert, jedoch nicht auf diese beschränkt werden.
Beispiele:
Als Substrat werden schwarz-weiß beschichtete Leneta-Bleche (weiße und schwarze Basisschicht auf der jeweiligen Teilfläche bereits vorhanden) mit einer zweiten Schicht beschichtet. Die Beschichtung erfolgt als pneumatische Sprühbeschichtung. Als Bindemittel wird die Zubereitung WBC 000 der MIPA SE, DE, eingesetzt. Abschließend werden alle Proben mit einer Standard-2K- Klarlackschicht beschichtet.
Die zweite Schicht ist mit Interferenzpigmenten mit silbergrauer Absorptionsfarbe in den in den Tabellen angegebenen Mengen pigmentiert.
Effektpigment A: Interferenzpigment auf Glimmerbasis mit Beschichtung aus
SnC , TiÜ2 und Kohlenstoff (C-Gehalt 1 ,14%), Partikelgröße 5-25 pm;
Effektpigment B: Interferenzpigment auf Basis von Aluminiumoxidplättchen mit Beschichtung aus SnO2, TiC>2 und Kohlenstoff (C-Gehalt 0,44%) , Partikelgröße 5-30 pm;
Effektpigment C: Interferenzpigment auf Glimmerbasis mit Beschichtung aus SnO2, TiO2, Titansuboxid und Hilfsstoffe, Partikelgröße 5-40 pm
Beispiel 1 :
Zur Bestimmung des Deckvermögens der erfindungsgemäßen Beschichtungen werden Beschichtungszusammensetzungen, die die Pigmente A, B und C mit einer Pigmentmassekonzentration von 18 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der festen zweiten Schicht, enthalten, in einem einmaligen Beschichtungsvorgang auf die standardisierten schwarz und weiß beschichteten Bleche aufgebracht und bei 80°C 5 Minuten getrocknet. Je geringer der Farbabstand AE* 75° ausfällt, umso besser ist das Deckvermögen des Effektpigmentes.
Wird die zweite Schicht in vier Teilschichten aufgebracht (jeweils 18 Gew-% PMK, Schichtdicken 9, 2, 2, 2 pm, Trocknung jeweils 5 min. bei 80°C), ergeben sich nur geringfügige Änderungen des Deckvermögens im Vergleich zum einschichtigen Prozess.
Tabelle 1 : Deckvermögen
Teilschichten: Anzahl der Teilschichten der zweiten Schicht der Beschichtung
PMK: Pigmentmassekonzentration an Effektpigment in jeder der Teilschichten TSD: Trockenschichtdicke der gesamten zweiten Schicht, bestehend aus x
Teilschichten
L*: Helligkeitswert L* im L*a*b*-Farbraum bei Beobachtungswinkel 15°, Beleuchtungswinkel 45°)
AE*: Farbabstand von Proben im L*a*b*-Farbraum über standardisiertem schwarzem und weißem Untergrund (Beleuchtungswinkel 45°, Beobachtungswinkel 75°), bestimmt nach der Formel:
AE*= (AL*2 + Aa*2 + Ab*2)
Flop-Index: Maß für den Helligkeitsflopp bei wechselndem Betrachtungs winkel (Beleuchtungswinkel 45°, Betrachtungswinkel 45°: as15°, 45°: as45°, 45°: as110°), bestimmt nach der Formel:
Basis: Farbton der ersten Schicht
Beispiel 2:
Zur Bestimmung der Helligkeit der jeweiligen Beschichtung werden die Effektpigmente A, B und C wie in Beispiel 1 auf den jeweiligen schwarzen oder weißen Untergrund aufgebracht. Zusätzlich werden dieselben Pigmente mit einer Pigmentmassekonzentration von jeweils 30 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht jeder Teilschicht, in einem dreistufigen Verfahren in einer Schichtdicke von jeweils ca. 2 pm pro Teilschicht auf den schwarz bzw. weiß beschichteten Untergrund aufgebracht (Trocknung nach jedem Auftrag: 80°C, 5 min.). Je größer die Helligkeitswerte L*15 ausfallen, umso besser kann eine
Beschichtung, die lediglich mit Aluminiumpigmenten deckend pigmentiert ist, optisch nachgestellt werden.
Tabelle 2: Helligkeit
Mit jeder der Beschichtungsvananten und jedem der Effektpigmente in der zweiten Schicht können hohe Helligkeitswerte erhalten werden.
Beispiel 3:
Zur Bestimmung des Flop-Index werden alle in Beispiel 2 hergestellten Beschichtungen neu vermessen.
Tabelle 3: Flop-Index
Übliche Silbermetallic-Beschichtungen, die in der Regel Aluminiumpigmente enthalten, weisen Flop-Indizes im Bereich von ca. 12 bis 17 auf.
Dieser Bereich kann von allen genannten Beschichtungsvananten und allen genannten silbergrauen Interferenzpigmenten erreicht werden. Insbesondere die mehrschichtigen Beschichtungsvananten auf schwarzem Untergrund erreichen sehr hohe Werte für den Flop-Index.
Die colorimetrische Vermessung der Proben erfolgt mit einem Farbmessgerät vom Typ BYKMac i (Firma Byk-Gardner) im SMC5-Modus.
Die hier als Substrat verwendeten schwarz-weißen Bleche genügen dem Standard ASTM E 1347 und werden unter der Bezeichnung Metopac T12G- Bleche von der Firma Leneta vertrieben.
Aus den Tabellen ist erkennbar, dass die erfindungsgemäßen Beschichtungen mit jedem der verwendeten Interferenzpigmente mit silbergrauer Absorptionsfarbe und jeder der verwendeten Varianten des Beschichtungsverfahrens bei einem befriedigenden Deckvermögen eine gute Helligkeit sowie einen starken Helligkeitsflopp erzielen und daher in der Lage sind, metallische Beschichtungen, die Aluminiumpigmente enthalten, in guter bis sehr guter Weise optisch zu imitieren. Da in den Beschichtungen keine Metallpigmente enthalten sind, ist eine wesentliche Dämpfung von Radarwellen durch die jeweilige Beschichtung auf einem Substrat nicht zu erwarten.
Beispiel 4:
Zur Bestimmung der Durchlässigkeit von Radarwellen wird jeweils eine 350 pm starke PET-Folie (Hostaphan RN 350, Mitsubishi Polyester Film GmbH, DE) als Substrat eingesetzt. Die Beschichtung erfolgt als pneumatische Sprühbeschichtung. Als Bindemittel wird die Zubereitung WBC 000 der MIPA SE, DE, eingesetzt.
Als erste Schicht wird jeweils eine vollständig deckende Schicht im RAL- Farbton 7037 (Staubgrau) aufgebracht.
Als zweite Schicht wird jeweils eine Schicht mit den in Tabelle 4 aufgeführten Interferenzpigmenten mit silbergrauer Absorptionsfarbe in jeweils einer oder vier Teilschichten aufgebracht und wie in Beispiel 1 beschrieben getrocknet.
In Tabelle 4 ist die Dielektrizitätskonstante (Perm ittivität) des jeweiligen Schichtaufbaus sowie die Dämpfung des Radarsignals in dB bei einmaligem Strahlendurchgang (76,5 GHz) dargestellt (Gerät: RMS-D-77/79G der Firma pensens GmbH, DE, Standardbetrieb)
Das unbeschichtete PET-Substrat weist eine Perm ittivität von etwa 3,2 und eine Radarwellendämpfung von 1 ,05 dB auf.
Eine Beschichtung aus einer einzelnen Schicht auf dem PET-Substrat, die handelsübliche Aluminiumpigmente enthält und eine PMK von 18 Gew.-%
sowie eine TSD von ca. 22 pm aufweist, kommt zum Vergleich unter denselben Messbedingungen auf eine Permittivität von ca. 74,9 und eine Ein- Wege-Dämpfung des Radarsignals von ca. 4,5 dB.
Tabelle 4: Durchlässigkeit von Radarwellen