Ventilanordnung
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Ventilanordnung zum Aufbringen von fließfähigem Medium auf ein Substrat, insbesondere von Heißleim, mit einem Ventilgrundkörper mit mindestens einem durch ein bewegbares Verschlussorgan verschließbaren Mediumkanal für fließfähige Medien, an den mindestens ein Düsenteil mit Düsenöffnung der Ventilanordnung angeschlossen ist, das an dem Ventilgrundkörper lösbar befestigt ist und über das die Portionen des fließfähigen Mediums auf ein Substrat abgegeben werden können, wobei die Ventilanordnung zur lösbaren Befestigung des Düsenteils an dem Ventilgrundkörper einen insbesondere an dem Ventilgrundkörper befestigten, schwenkbaren Hebel einer insbesondere an dem Ventilgrundkörper befestigten Befestigungseinrichtung aufweist, mit dem das Düsenteil in einer Befestigungsstellung unter Aufbringen von Anpresskraft an den Ventilgrundkörper pressbar ist, wobei der schwenkbare Hebel aus der Befestigungsstellung in eine Lösestellung bewegbar ist, in der er keine Anpresskraft ausübt und in der das Düsenteil von dem Ventilgrundkörper entfernbar ist, wobei die Befestigungseinrichtung, insbesondere der schwenkbare Hebel derselben, und das Düsenteil derart ausgebildet sind und Zusammenwirken, dass der schwenkbare Hebel im Rahmen der Bewegung aus der Befestigungsstellung in die Lösestellung zur Unterstützung des Ablösens des Düsenteils von dem Ventilgrundkörper eine von dem Ventilgrundkörper weg gerichtete Ablösekraft auf das Düsenteil ausübt. Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Düsenteil für eine solche Ventilanordnung.
Eine Ausführungsform der EP 1 243 342 B9 zeigt eine solche Ventilanordnung. Sie erlaubt es, das jeweilige Düsenteil auszutauschen und beispielsweise eines mit einem anderen Auftragsbild einzusetzen. Dabei wird mit dem schwenkbaren Hebel der Befestigungseinrichtung ein Ablösen des Düsenteils von dem Ventilgrundkörper erleichtert, wenn beispielsweise bei der Verwendung von flüssigem Klebstoff, insbesondere Hotmelt, Verklebungen zwischen Düsenteil und Ventilgrundkörper
auftreten. Von einem Bediener wird dann eine benachbart zu dem Düsenteil angeordnete Befestigungsschraube bewegt, deren Bewegung dann ein die Ablösekraft auf das Düsenteil ausübendes Verschwenken des Hebels bewirkt.
Nachteilig bei der Lösung der EP 1 243 342 B9 ist unter anderem, dass konstruktionsbedingt die beim Verschwenken des Hebels übertragbaren Ablösekräfte (Drehmomente) nicht besonders groß sind, insbesondere aufgrund der geringen effektiven Hebellänge. Weiter ist die Befestigungsschraube sehr nah an dem im Betrieb insbesondere bei der Verwendung von Heißleim in der Regel sehr heiß werdenden Hebel angeordnet, mit dem die Ablösekräfte aufgebracht werden, sodass ein Benutzer der Gefahr unterliegt, Verbrennungen zu erleiden.
Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Ventilanordnung der eingangs genannten Art weiterzuentwickeln.
Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Ventilanordnung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie ein Düsenteil für eine solche Anordnung mit den Merkmalen des Anspruchs 19.
Danach ist die Ventilanordnung erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, dass der Hebel in einer ersten Bewegungsphase seiner Bewegung aus der Befestigungsstellung in die Lösestellung geradlinig bewegbar ist und dabei die Ablösekraft auf das Düsenteil ausübt, insbesondere auf eine Abdrückfläche des Düsenteils, sowie das Düsenteil mitbewegt.
Indem erfindungsgemäß der schwenkbare Hebel zum Aufbringen der Ablösekraft nicht - wie im Stand der Technik - verschwenkt wird, sondern linear bewegt wird, ist es unter anderem möglich, besonders große Ablösekräfte auszuüben. Zudem erlaubt eine lineare Bewegbarkeit des Hebels eine Anordnung eines bewegbaren Bedienteils der Befestigungseinrichtung, wie etwa einer Schraube, in vergleichsweise großer Entfernung von demjenigen Hebelabschnitt, der die Ablösekraft überträgt.
Erfindungsgemäß kann dabei unter anderem vorgesehen sein, an dem Ventilgrundkörper ausschließlich ein einziges solches lösbares Düsenteil anzuordnen mit entsprechend nur einer dieser zugeordneten Befestigungseinrichtung mit
schwenkbarem Hebel etc., wobei das Düsenteil unter anderem als (Standard-)Düse zum Aufbringen von einzelnen Mediumportionen, Mediumpunkten oder schmalen Mediumstreifen ausgebildet sein kann, aber auch beispielsweise als Breitschlitzdüse.
Es kann aber auch vorgesehen sein, mehrere derartige lösbare Düsenteile an einem (als Verteiler) ausgebildeten (gemeinsamen) Ventilgrundkörper anzuordnen, wobei jedem Düsenteil dann jeweils eine Befestigungseinrichtung mit schwenkbarem Hebel etc. zugeordnet ist.
Was die Bewegung des Hebels betrifft, so kann dieser in der ersten Bewegungsphase seiner Bewegung senkrecht zu einer oder der Ebene bewegbar sein, in der sich die Düsenöffnung des Düsenteils (vor dem Ausüben der Ablösekraft, also im befestigten, betriebsfähigen Zustand) erstreckt, insbesondere nach unten.
Erfindungsgemäß kann der Hebel in einer zweiten, sich insbesondere an die erste Bewegungsphase anschließenden Bewegungsphase seiner Bewegung durch eine insbesondere durch die Rückstellkräfte einer Feder der Befestigungseinrichtung bewirkte (entlang einer vorbestimmten Bewegungskurve geführte) Schwenkbewegung insbesondere zur Seite in die Lösestellung bewegbar sein. In diesem Fall wäre die Schwenkbewegung des schwenkbaren Hebels entsprechend dafür vorgesehen, den Hebel in die Lösestellung zu überführen, während die lineare Bewegung des Hebels für das Ablösen des Düsenteils sorgt.
Umgekehrt könnte/würde im Übrigen bei einem Rückbewegen des schwenkbaren Hebels von der Lösestellung in die Befestigungsstellung zunächst eine erste Rückbewegungsphase erfolgen, in der der Hebel in zu der zweiten Bewegungsphase entgegengesetzter Bewegungsrichtung verschwenkt wird. In einer zweiten, sich insbesondere an die erste Rückbewegungsphase anschließenden Rückbewegungsphase könnte/würde der Hebel dann in zu der ersten Bewegungsphase entgegengesetzter Richtung linear bewegt werden bis sich der Hebel in der Befestigungsstellung befindet und die Anpresskraft auf das Dichtungsteil aufbringt.
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist das Düsenteil in der Befestigungsstellung zwischen dem Hebel und einem insbesondere ortsfesten,
bevorzugt an dem Ventilgrundkörper angeordneten, insbesondere an diesem befestigten Gegenlager geklemmt. Diese Klemmung kann unter Zentrierung des Düsenteils erfolgen, sodass ein Mediumkanal des Düsenteils, der zu der Düsenöffnung führt, mit dem Mediumkanal des Ventilgrundkörpers fluchtet.
Das Düsenteil kann eine Klemmfläche aufweisen, gegen die der Hebel in der Befestigungsstellung drückt, um die Anpresskraft auf das Düsenteil zu übertragen, und eine insbesondere gegenüberliegende Abdrückfläche, gegen die der Hebel während seiner Bewegung in die Lösestellung zumindest zeitweise drückt, um die Ablösekraft auf das Düsenteil zu übertragen.
Weiter kann das Düsenteil eine insbesondere V-förmige (seitliche) Ausnehmung oder einen insbesondere V-förmigen (seitlichen) Vorsprung aufweisen, in die in der Befestigungsstellung des Hebels ein passender Vorsprung des Hebels eingreift (wenn das Düsenteil die Ausnehmung aufweist) bzw. der in der Befestigungsstellung des Hebels in eine passende, insbesondere V-förmige Ausnehmung des Hebels eingreift (wenn das Düsenteil den Vorsprung aufweist), wobei die Ausnehmung bzw. der Vorsprung des Düsenteils in Richtung des Ventilgrundkörpers bzw. nach oben hin von der Klemmfläche begrenzt wird und in die entgegengesetzte Richtung bzw. nach unten hin von der Abdrückfläche.
Was das Gegenlager betrifft, so kann es einen insbesondere V-förmigen Vorsprung aufweisen, der in der Befestigungsstellung des Hebels, in der das Düsenteil zwischen dem Hebel und dem Gegenlager geklemmt ist, in eine passende, insbesondere V- förmige Ausnehmung des Düsenteils eingreift. Es kann alternativ auch vorgesehen sein, dass das Düsenteil einen solchen Vorsprung aufweist, der dann in eine entsprechende Ausnehmung des Gegenlagers eingreifen würde.
Was den Hebel betrifft, so kann dieser einen senkrechten Abschnitt aufweisen, der in einer Ebene angeordnet ist, die senkrecht zu einer Ebene verläuft, in der sich die Düsenöffnung des Düsenteils (vor dem Ausüben der Ablösekraft) erstreckt, insbesondere in einer Vertikalebene, und/oder einen schrägen Abschnitt, der in einer Ebene angeordnet ist, die schräg zu dieser Ebene verläuft.
Der schräge Abschnitt des Hebels kann an einen ein freies Ende umfassenden Endabschnitt des Hebels angrenzen, der in der Befestigungsstellung gegen die Klemmfläche des Düsenteils drückt und der während der Bewegung des Hebels in die Lösestellung zeitweise gegen die Abdrückfläche des Düsenteils drückt.
Der Hebel, insbesondere der senkrechte Abschnitt desselben, kann während der geradlinigen Bewegung der ersten Bewegungsphase an einer Führung der Ventilanordnung seitlich geführt sein. Insbesondere an einer Führung, die oberhalb des Düsenteils angeordnet ist und/oder an einer Seite des Ventilgrundkörpers, die in einer Ebene angeordnet ist, die senkrecht zu der Ebene verläuft, in der sich die Düsenöffnung des Düsenteils (vor dem Ausüben der Ablösekraft) erstreckt.
Was die Befestigungseinrichtung betrifft, so kann sie vorzugsweise als eine Spanneinrichtung ausgebildet sein, mit der der Hebel in der Befestigungsstellung - unter Aufbringen der Anpresskraft - unter Vorspannung an das Düsenteil pressbar ist.
Die Spanneinrichtung kann eine mit dem Hebel gekoppelte Spannschraube umfassen, die sich insbesondere auf einer mit dem Ventilgrundkörper verbundenen, ortsfesten Abstützfläche abstützt, wobei eine erste Rotationsbewegung der Spannschraube die geradlinige, bevorzugt nach unten gerichtete Bewegung der ersten Bewegungsphase des Hebels bewirkt.
Eine zweite, insbesondere an die erste Rotationsbewegung anschließende Rotationsbewegung der Spannschraube kann die Schwenkbewegung der zweiten Bewegungsphase des Hebels auslösen.
Was die oben bereits genannte Führung betrifft, so kann sie eine erste Führungsfläche aufweisen, an der eine erste, einer ersten Seite des senkrechten Abschnitts des Hebels zugeordnete Hebelführungsfläche während der durch die erste Rotationsbewegung der Spannschraube bewirkten geradlinigen Bewegung der ersten Bewegungsphase geführt wird.
Die Führung kann des Weiteren eine zweite Führungsfläche aufweisen, die durch eine Seite der als Federblech ausgebildeten Feder der Befestigungseinrichtung gebildet ist, an der eine zweite, einer zweiten Seite des senkrechten Abschnitts des Hebels
zugeordnete Hebelführungsfläche während der durch die erste Rotationsbewegung der Spannschraube bewirkten geradlinigen Bewegung der ersten Bewegungsphase geführt wird, deren Rückstellkräfte dabei die zweite Hebelführungsfläche beaufschlagen und hierdurch die erste Hebelführungsfläche gegen die erste Führungsfläche der Führung drücken.
Vorzugsweise kann weiter vorgesehen sein, dass während der zweiten Rotationsbewegung der Spannschraube die erste Hebelführungsfläche über ein Ende der ersten Führungsfläche der Führung hinausbewegt wird, sodass die erste Hebelführungsfläche nicht mehr gegen die erste Führungsfläche der Führung gedrückt wird, und sodass - durch den Wegfall von den Rückstellkräften entgegenwirkenden Gegenkräften der ersten Führungsfläche - die die zweite Hebelführungsfläche beaufschlagenden Rückstellkräfte des Federblechs die Schwenkbewegung der zweiten Bewegungsphase des Hebels bewirken (können).
Dabei kann vorgesehen sein, dass der senkrechte Abschnitt des Hebels eine der ersten Seite des senkrechten Abschnitts zugeordnete, insbesondere durch diese gebildete, gegenüber der ersten Hebelführungsfläche seitlich zurückgesetzte Anschlagfläche aufweist, die am Ende der Schwenkbewegung an eine Führungsfläche der Führung anschlägt, insbesondere an die erste Führungsfläche der Führung.
Gemäß einerweiteren Ausführungsform der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Befestigungseinrichtung den Hebel in der Befestigungsstellung unter gezielter elastischer Verformung des Hebels mit Vorspannung gegen das Düsenteil presst, sodass die Anpresskraft aufgrund der Vorspannung des Hebels auch bei temperaturbedingter, unterschiedlicher Ausdehnung der Materialien des Hebels, des Düsenteils und/oder des Ventilgrundkörpers und damit andernfalls einhergehendem Nachlassen der Anpresskraft im Wesentlichen gleich bleibt oder nicht stärker als 20%, vorzugsweise nicht stärker als 30% von der anfänglichen Anpresskraft abweicht.
Weitere Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den beigefügten Patentansprüchen, der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele der Erfindung sowie aus den beigefügten Zeichnungen. Darin zeigt:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Ventilanordnung mit einem Ventilgrundkörper mit mehreren an diesem lösbar befestigten Düsenteilen in Schrägansicht, wobei die Befestigung jeweils mit einer zugeordneten, einen Hebel aufweisenden Befestigungseinrichtung erfolgt,
Fig. 2 eine Seitenansicht der Ventilanordnung aus Fig. 1 aus der Blickrichtung II in Fig. 1,
Fig. 3 einen Schnitt durch die Ventilanordnung entlang der Schnittebene III in Fig. 1,
Fig. 4 einen Schnitt entlang der Schnittlinie IV-IV in Fig. 2, Fig. 5 einen Teilausschnitt der Ansicht der Fig. 2 mit geöffnetem bzw. in Lösestellung befindlichem Hebel,
Fig. 6 eine Darstellung entsprechend Fig. 5 nach einer ersten Bewegungsphase einer (Rück-)Bewegung des Hebels von der Lösestellung in eine bzw. die Befestigungsstellung, nämlich einer Schwenkbewegung,
Fig. 7 die Einzelheit VII aus Fig. 6 in vergrößerter Darstellung, Fig. 8 eine Darstellung entsprechend Fig. 6 nach einer an die erste Bewegungsphase der (Rück-)Bewegung anschließenden zweiten Bewegungsphase der (Rück-)Bewegung des Hebels von der Lösestellung in eine bzw. die Befestigungsstellung, nämlich einer geradlinigen Bewegung,
Fig. 9 die Einzelheit IX aus Fig. 8 in vergrößerter Darstellung,
Fig. 10 eine Darstellung entsprechend Fig. 8 nach einer ersten Bewegungsphase der Bewegung des Hebels von der Befestigungsstellung aus Fig. 8 in die Lösestellung, nämlich einer geradlinigen Bewegung, Fig. 11 die Einzelheit XI aus Fig. 10 in vergrößerter Darstellung,
Fig. 12 eine Darstellung entsprechend Fig. 10 nach einer zweiten Bewegungsphase der Bewegung des Hebels von der Befestigungsstellung in die Lösestellung, nämlich einer Schwenkbewegung,
Fig. 13 eine Einzelheit XIII aus Fig. 12 in vergrößerter Darstellung.
Die in den Zeichnungen dargestellte Ventilanordnung 10 zum Aufbringen von fließfähigem Medium (insbesondere von Portionen/Streifen etc. eines fließfähigen Mediums) auf ein Substrat, insbesondere von Heißleim, umfasst mehrere, jeweils an einen Mediumkanal 16 eines Ventilgrundkörpers 13 angeschlossene Düsen bzw. Düsenteile 11, die jeweils mit einer eigenen Befestigungseinrichtung 12 an dem (gemeinsamen) Ventilgrundkörper 13 befestigt sind. Der Ventilgrundkörper 13 umfasst im vorliegenden Fall mehrere separate Ventileinheiten 14, die jeweils unter anderem über ein zwischen einer Öffnungsstellung und einer Schließstellung bewegbares Verschlussorgan (nicht gezeigt) verfügen, mit dem die Abgabe von fließfähigem Medium, beispielsweise (Hotmelt-)Flüssigklebstoff, aus endständigen (unteren) Düsenöffnungen 15 der Düsenteile 11 gesteuert werden kann. Aus den Düsenöffnungen 15 fließt/fällt das Medium dann auf ein nicht gezeigtes Substrat bzw. wird auf ein solches übertragen; etwa auf Materialzuschnitte oder fortlaufende Materialbahnen für die Herstellung von Zigarettenpackungen, beispielsweise aus Papier, Karton oder Folie. Es versteht sich, dass der Ventilgrundkörper alternativ beispielsweise auch nur eine einzige Ventileinheit mit entsprechend regelmäßig nur einem daran befestigtem Düsenteil umfassen kann.
Die Verschlussorgane sind in der Regel elektromagnetisch oder auf andere Weise gesteuert. Beispielsweise, indem sie in der Schließstellung durch die Rückstellkraft einer Feder oder durch Dauermagneten gehalten und durch die Gegenkraft eines steuerbaren Elektromagneten taktweise von der Schließstellung in die
Öffnungsstellung bewegt werden können. Solche und auf anderen Wirkprinzipien bestehende Ventileinheiten 14 mit bewegbarem Verschlussorgan sind im Stand der Technik umfassend bekannt.
Dem Ventilgrundkörper 13 wird das jeweilige fließfähige Medium über eine Mediumzuleitung 40 zugeführt. In dem Ventilgrundkörper 13 wird das fließfähige Medium über ein entsprechendes, den Mediumkanal/die Mediumkanäle umfassendes Mediumkanalsystem weitergeleitet und/oder verteilt, insbesondere an die Ventileinheiten 14 des Ventilgrundkörpers.
Die einzelnen Düsenteile 11 schließen jeweils an ein unteres Ende 17 des jeweiligen Mediumkanals 16 an.
Und zwar derart, dass eine entsprechende endständige Eingangsöffnung 18 eines Düsenteil(medium-)kanals 20 des Düsenteils 11 mit einer endständigen (am unteren Ende 17 angeordneten) Ausgangsöffnung 19 des Mediumkanals 16 in Überdeckung gebracht ist bzw. derart, dass der Mediumkanal 16 des Ventilgrundkörpers 13 im Bereich seiner Ausgangsöffnung 19 mit dem Düsenteilkanal 20 des Düsenteils 11 im Bereich von dessen Eingangsöffnung 18 fluchtet.
Das jeweilige Düsenteil/die jeweilige Düse 11 ist funktional derart ausgebildet, dass es in bekannter Weise die Abgabe des fließfähigen Mediums bzw. von Mediumportionen von der Ventilanordnung 10 in den freien Raum bzw. auf das Substrat beeinflusst. Dies insbesondere durch die Form und den Verlauf des Düsenteilkanals 20 sowie die Form der Düsenöffnung 15.
Im Betrieb der Ventilanordnung 10 sind die Düsenteile 11 in der beispielsweise in Fig. 2 gezeigten Weise an der Ventilanordnung 10 befestigt. In diesem Zustand liegt eine
(obere, horizontale) Anlagefläche 21, die parallel zu der Ebene angeordnet ist, in der sich die Düsenöffnung 15 erstreckt - im Folgenden als Düsenöffnungsebene bezeichnet -, an einer entsprechenden (unteren, horizontalen) Gegenfläche 22 des Ventilgrundkörpers 13 an. Auch die Gegenfläche 22 ist in einer (horizontalen) Ebene parallel zu der Düsenöffnungsebene verlaufend angeordnet.
Im Betrieb oder nach einem Betrieb der Ventilanordnung 10 kann es dann notwendig oder wünschenswert sein, ein oder mehrere Düsenteile 11 zu wechseln. Beispielsweise weil diese schadhaft geworden sind oder weil Düsenteile mit anderer Ausgabecharakteristik eingesetzt werden sollen, mit denen entsprechend andere
Mengen, Größen, Formen etc. von Medium bzw. von Mediumportionen ausgegeben werden können.
Zu diesem Zweck sind die Düsenteile 11 mithilfe der von einem Benutzer einstellbaren bzw. bedienbaren Befestigungseinrichtungen 12 jeweils in besonderer Weise lösbar angeordnet, sodass sie von dem Ventilgrundkörper 13 jeweils entfernbar sind.
Dabei ist die jeweilige Befestigungseinrichtung 12 von einem Befestigungszustand, in dem sie das jeweilige Düsenteil 11 an dem Ventilgrundkörper 13 festhält, vgl. beispielsweise Fig. 2, in einen Lösezustand überführbar, in der das Düsenteil 11 von dem Ventilgrundkörper 13 gelöst werden kann, vgl. beispielsweise Fig. 5.
Die jeweilige Befestigungseinrichtung 12 weist zu diesem Zweck als besonders wichtiges Bauteil einen schwenkbaren Hebel 23 auf, der entsprechend von einer Befestigungsstellung in eine Lösestellung (und vice versa) bewegt werden kann.
Dabei ist das Düsenteil 11 in dem befestigten Zustand zwischen einem freien Endabschnitt 26 des Hebels 23 und einem mit Abstand diesem gegenüberliegenden, an dem Ventilgrundkörper 13 angeordneten (ortsfesten) Gegenlager 27 geklemmt.
Der Hebel 23 bringt in seiner Befestigungsstellung (nach oben wirkende) Anpresskraft auf das geklemmte Düsenteil 11 auf und presst dieses unter Zentrierung des Düsenteils 11 entsprechend gegen die Gegenfläche 22 des Ventilgrundkörpers 13.
Zur Übertragung der Anpresskraft auf das Düsenteil 11 verfügt der Hebel 23 über eine schräg zur Düsenöffnungsebene verlaufende Andrückfläche 24, die in dem befestigten Zustand des Hebels 23 unter Vorspannung gegen eine gegenüberliegende, parallel bzw. ebenfalls schräg zur Düsenöffnungsebene verlaufende Klemmfläche 25 des Düsenteils 11 drückt bzw. gedrückt/gepresst wird.
Im vorliegenden Ausführungsbeispiel weist das jeweilige Düsenteil 11 konkret an gegenüberliegenden Seiten jeweils eine (vorliegend V-förmige) Ausnehmung 28a bzw. 28b auf.
In die Ausnehmung 28b greift ein in seiner Form und seinen Maßen an die Ausnehmung 28b angepasster (vorliegend V-förmiger) Vorsprung 29 des Gegenlagers 27 ein.
In die Ausnehmung 28a, die die Klemmfläche 25 umfasst, greift entsprechend der (vorliegend ebenfalls V-förmige) als Vorsprung ausgebildete Endabschnitt 26 des Hebels 23 ein.
Die Ausbildung der jeweiligen Ausnehmung 28a, 28b des Düsenteils 11 bzw. des jeweiligen Vorsprungs/Endabschnitts 26 bzw. 29 kann natürlich auch eine andere Form aufweisen. Denkbar ist beispielsweise auch, dass die Zuordnung von Ausnehmung/passendem Vorsprung zu dem Gegenlager 27 bzw. zu dem Endabschnitt 26 des Hebels einerseits und dem Düsenteil 11 anderseits auch vertauscht werden kann, sodass das Düsenteil 11 ein oder beide Vorsprünge aufweist und das Gegenlager 27 bzw. der Endabschnitt 26 entsprechend die passende Ausnehmung.
Besonders vorteilhaft ist jedenfalls, wenn, wie bereits angedeutet, eine/die Andrückfläche 24 des Endabschnitts 26 des Hebels 23 und/oder die Klemmfläche 25 des Düsenteils 11 schräg verlaufen, insbesondere schräg zur Düsenöffnungsebene (oder Horizontalen/Vertikalen), um die entsprechenden Kräfte besonders wirksam übertragen zu können.
Die Befestigungseinrichtung 12 ist als eine mittels eines bewegbaren Bedienteils, nämlich vorliegend einer Spannschraube 30, bzgl. ihrer Kraftaufbringung bzw. Vorspannungsaufbringung einstellbare Spanneinrichtung ausgebildet, um in der Befestigungsstellung des Hebels 23 bzw. im befestigten Zustand des Düsenteils 11 das Düsenteil 11 unter gezielt eingestellter Vorspannung gegen den Ventilgrundkörper 13 zu pressen.
Dabei erfolgt vorliegend durch das Einstellen einer ausreichenden Spannkraft mittels der Spannschraube 30 eine gezielte elastische Verformung des Hebels 23, der entsprechend aus geeignet elastisch verformbarem Material besteht, wie einem geeigneten Stahl, sodass die Anpresskraft aufgrund der Vorspannung des Hebels 23 auch bei temperaturbedingter, ggf. unterschiedlicher Ausdehnung der Materialien des Hebels 23, des Düsenteils 11 und gegebenenfalls des Ventilgrundkörpers 13, und
damit andernfalls einhergehendem Nachlassen der Anpresskraft im Wesentlichen gleich bleibt oder zumindest nicht stärker als 20% bzw. vorzugsweise nicht stärker als 30% von der anfänglichen Anpresskraft abweicht.
Der Hebel 23 der Befestigungseinrichtung 12 ist (in einem oberen Bereich) mit der Spannschraube 30 gekoppelt. Vorliegend ist die Spannschraube 30 in ein in einem (oberen) Abschnitt des Hebels angeordnetes Durchgangsgewinde des Hebels 23 eingeschraubt und stützt sich an einem freien Ende jenseits des Durchgangsgewindes auf einer ortsfesten, mit dem Ventilgrundkörper verbundenen Abstützfläche 31 auf bzw. ab.
Die Abstützfläche 31 ist dabei, wie nachfolgend noch näher erläutert wird, Teil einer (ortsfesten) Führung 32 für den Hebel 23, die an einer senkrecht zu der Düsenöffnungsebene verlaufenden (vorliegend vertikalen) Seite des Ventilgrundkörpers 13 angeordnet ist.
Durch Betätigung der Spannschraube 30 kann der Hebel 23 von der in Fig. 2 gezeigten Befestigungsstellung, in der er unter Aufbringen der Anpresskraft das Düsenteil 11 an den Ventilgrundkörper 13 presst, in die beispielsweise in Fig. 5 gezeigte Lösestellung bewegt werden, wobei der Hebel 23 dabei zunächst in einer ersten Bewegungsphase gradlinig senkrecht zur Düsenöffnungsebene (nach unten) in eine Zwischenstellung bewegt wird und später in einer zweiten Bewegungsphase aus der Zwischenstellung zur Seite in die eigentliche Lösestellung verschwenkt wird.
Im Rahmen der gradlinigen Bewegung des Hebels 23, vgl. Fig. 10, übt der freie Endabschnitt 26 des Hebels 23 eine Ablösekraft auf eine Abdrückfläche 37 des Düsenteils 11 aus und damit auf das gesamte Düsenteil 11, sodass eine das Düsenteil 11 ablösende Hebelkraft entsteht, da sich die gegenüberliegende Seite des Düsenteils 11 während des Aufbringens der Ablösekraft zunächst noch in Eingriff mit dem Gegenlager 27 befindet.
Diese lineare bzw. geradlinige Bewegung nach unten wird durch Drehen der Spannschraube 30 in eine erste Drehrichtung bewirkt, vgl. den entsprechenden Richtungspfeil in Fig. 10.
Während der Bewegung nach unten wird der Hebel 23, nämlich ein senkrecht zur Düsenöffnungsebene verlaufender Abschnitt 33 desselben, der über einen schräg zur Düsenöffnungsebene verlaufenden Abschnitt 38 mit dem Endabschnitt 26 des Hebels 23 verbunden ist, an der Führung 32 seitlich geführt.
Zu diesem Zweck weist die Führung 32 eine erste (seitliche, insbesondere in einer vertikalen Ebene angeordnete) Führungsfläche 32a auf, an der eine erste Hebelführungsfläche 34a des senkrechten Abschnitts 33 des Hebels 23 geführt ist.
Diese erste Hebelführungsfläche 34a ist einer ersten Seite des senkrechten Abschnitts 33 zugeordnet, die der Führungsfläche 32a zugewandt ist. Vorliegend wird sie durch diese erste Seite des senkrechten Abschnitts 33 bzw. durch einen begrenzten Bereich derselben gebildet.
Eine zweite Hebelführungsfläche 34b des senkrechten Abschnitts 33 des Hebels 23 ist einer zweiten, gegenüberliegenden Seite des senkrechten Abschnitts 33 zugeordnet (sie wird vorliegend durch diese bzw. einen Bereich derselben gebildet) und wird an einer zweiten Führungsfläche 32b der Führung 32 geführt, die wiederum durch ein Federblech 35 gebildet wird, die sich an einer senkrecht zu der Düsenöffnungsebene verlaufenden (vorliegend vertikalen) Seite des Ventilgrundkörpers 13 abstützt.
Der senkrechte Abschnitt 33 des Hebels 23 bzw. dessen Hebelführungsflächen 34a und 34b ist/sind in der ersten Bewegungsphase des Hebels 23 zwischen den jeweiligen zugewandten Führungsflächen 32a und 32b der Führung 32 unter Überwindung von Rückstellkräften des Federblechs 35 (ein-)geklemmt.
Bei weiterer Bewegung der Spannschraube 30 in die in Fig. 10 gezeigte erste Drehrichtung wird dann der Hebel 23 in die zweite Bewegungsphase überführt, in der er seitlich in die Lösestellung verschwenkt wird, sodass der freie Endabschnitt 26 des Hebels 23 nicht mehr in die Ausnehmung 28a des Düsenteils 11 eingreift, dieses entsprechend nicht mehr zwischen dem Hebel 23 und dem Gegenlager 27 geklemmt ist und entsprechend von dem Ventilgrundkörper 23 entfernbar ist.
Diese Schwenkbewegung wird zum einen dadurch ermöglicht, dass im Rahmen dieser weiteren Rotationsbewegung der Spannschraube 30 die erste Hebelführungsfläche
34a über ein (unteres) freies Ende 36 der Führungsfläche 32a der Führung 32 (nach unten) hinausbewegt wird, sodass sie außer Eingriff gelangen bzw. die erste Hebelführungsfläche 34a nicht mehr gegen die Führungsfläche 32a gedrückt wird/werden kann.
Weiter ist die die erste Hebelführungsfläche 34a des senkrechten Abschnitts 33 bildende Seite des senkrechten Abschnitts 33 des Hebels 23 in einem Bereich jenseits bzw. oberhalb der Hebelführungsfläche 34a, nämlich einem Anschlagbereich 39, unter Bildung eines seitlichen Abstands zu der Führungsfläche 32a der Führung 32 relativ zu der ersten Hebelführungsfläche 34a seitlich zurückgesetzt ausgebildet.
Sobald dann die Hebelführungsfläche 34a über das freie Ende 36 der Führung 32 hinausbewegt wird, erfolgt (automatisch) ein seitliches Verschwenken des von den Rückstellkräften des Federblechs 35 beaufschlagten senkrechten Abschnitts 33 und mit ihm des gesamten Hebels 23, da der senkrechte Abschnitt 33 in diesem Moment nicht mehr durch die erste Hebelführungsfläche 34a an der Führungsfläche 32a abgestützt wird und den Rückstellkräften entsprechend keine Gegenkräfte mehr entgegenwirken.
Die Schwenkbewegung endet in der Lösestellung des Hebels 23, nämlich sobald der Anschlagbereich/die Anschlagfläche 39 des senkrechten Abschnitts 33 an der Führungsfläche 32a anschlägt, vgl. Fig. 12.
Bei entsprechender Drehbewegung der Schraube 30 in zu der vorstehend beschriebenen Drehrichtung entgegengesetzter Drehrichtung werden die soeben beschriebenen Bewegungsphasen in umgekehrter Reihenfolge bzw. Richtung durchlaufen, vgl. die Fig. 6, 8.
Bezugszeichenliste
10 Ventilanordnung 38 schräger Abschnitt
11 Düsenteil 39 Anschlagbereich
12 Befestigungseinrichtung 40 Mediumzuleitung
13 Ventilgrundkörper
14 Ventileinheit
15 Düsenöffnung
16 Mediumkanal
17 unteres Ende
18 Eingangsöffnung
19 Ausgangsöffnung
20 Düsenteilkanal
21 Anlagefläche
22 Gegenfläche
23 Hebel
24 Andrückfläche Hebel
25 Klemmfläche Düsenteil
26 Endabschnitt Hebel
27 Gegenlager
28a Ausnehmung
28b Ausnehmung
29 Vorsprung
30 Spannschraube
31 Abstützfläche
32 Führung
32a Führungsfläche
32b Führungsfläche
33 senkrechter Abschnitt
34a erste Hebelführungsfläche
34b zweite Hebelführungsfläche
35 Federblech
36 freies Ende
37 Abdrückfläche Düsenteil