Pipettenspitzenfamilie umfassend Pipetenspitzen für den Gebrauch mit Pipetten einer Pipettenfamilie und Pipettenfamilie umfassend Pipetten für den Gebrauch mit Pipettenspitzen einer Pipettenspitzenfamilie
Die Erfindung betrifft eine Pipettenspitzenfamilie umfassend Pipettenspitzen für den Gebrauch mit Pipetten einer Pipettenfamilie und eine Pipettenfamilie umfassend Pipetten für den Gebrauch mit Pipettenspitzen einer Pipettenspitzenfamilie.
Pipetten werden insbesondere in wissenschaftlichen und industriellen Labors mit medizinischen, molekularbiologischen und pharmazeutischen Anwendungsgebieten zum Dosieren ausgewählter Volumen von Flüssigkeiten eingesetzt. Bei den Flüssigkeiten kann es sich insbesondere um homogene (einphasige) Flüssigkeiten bestehend aus einer einzigen flüssigen Komponente oder aus einer homogenen Mischung mehrerer flüssiger Komponenten (Lösungen) handeln. Ferner können die Flüssigkeiten heterogene (mehrphasige) Gemische einer Flüssigkeit mit einer weiteren Flüssigkeit (Emulsionen) oder einem Feststoff (Suspension) sein.
Pipetten weisen ein stielförmiges Pipettengehäuse mit einem Zapfen (Ansatz) am unteren Ende zum Aufklemmen einer Pipettenspitze auf. Der Zapfen ist vielfach ein konischer, zylindrischer oder abschnittsweise konischer und zylindrischer Vorsprung und wird auch als „Arbeitskonus“ bezeichnet. Eine Pipettenspitze ist ein hohles Röhrchen mit einer Spitzenöffnung am unteren Ende und einer Aufstecköffnung am oberen Ende, mit dem die Pipettenspitze auf den Zapfen aufklemmbar ist. Die Flüssigkeit wird in die Pipettenspitze aufgenommen und aus dieser abgegeben. Die Aufnahme und Abgabe der Flüssigkeit wird mittels der Pipette gesteuert. Festvolumenpipetten dienen zum Pipettieren konstanter Volumen. Bei variablen Pipetten ist das zu dosierende Volumen einstellbar. Zur Anzeige des eingestellten Volumens dient ein mechanisches Zählwerk. Zum Einstellen des Volumens ist der Hub einer Antriebseinrichtung mittels einer Einstelleinrichtung
einstellbar, die mit dem Zählwerk gekoppelt ist. Die Pipettenspitze wird nach dem Gebrauch vom Ansatz gelöst und kann gegen eine frische Pipettenspitze ausgetauscht werden. Hierdurch können bei nachfolgenden Pipettierungen Kreuzkontaminationen vermieden werden.
Luftpolsterpipetten weisen im Pipettengehäuse ein Kolben-Zylinder-System auf, das über einen Kanal mit einem Durchgangsloch im Zapfen verbunden ist. Pipettenspitzen für Luftpolsterpipetten (Luftpolster-Pipettenspitzen) haben keinen integrierten Kolben. Durch Verlagern des Kolbens in dem Zylinder mittels der Antriebseinrichtung wird ein Luftpolster bewegt, um Flüssigkeit in eine auf den Zapfen aufgeklemmte Pipettenspitze einzusaugen und aus dieser auszustoßen. Nachteilig bei Luftpolsterpipetten sind Dosierfehler aufgrund von Veränderungen der Länge des Luftpolsters durch das Gewicht der eingesaugten Flüssigkeit und von Änderungen der Temperatur, des Luftdruckes und der Luftfeuchtigkeit. Problematisch kann auch eine Kontamination der Pipette durch Aerosole sein.
Luftpolsterpipetten werden in unterschiedlichen Größen mit jeweils nur einen dazu passenden Luftpolster-Pipettenspitze mit einem bestimmten Nennvolumen oder mehreren dazu passenden Luftpolster-Pipettenspitzen mit unterschiedlichen nahe beieinander liegenden Nennvolumen angeboten. Bekannt ist die Kennzeichnung von Luftpolsterpipetten und Luftpolster-Pipettenspitzen durch einen Farbcode, um die korrekte Zuordnung zu erleichtern. Hierbei besteht die Gefahr der Fehlinterpretation durch den Anwender, sodass dieser eine falsche Kombination einer Pipette mit einer Pipettenspitze verwendet.
Die US 6,749,812 B2 beschreibt eine Luftpolsterpipette mit einem automatischen Spitzenabwerfer, die einen federbelasteten Ansatz zum Aufstecken von Pipettenspitzen und eine darauf geführte, federbelastete Abwerferhülse aufweist.
Ferner ist eine Spitzenerkennung von Pipettenspitzen vorhanden, bei denen verschiedene Spitzentypen eine unterschiedliche Basiskonfiguration haben. Bei dieser Spitzenerkennung werden unterschiedliche Pipettenspitzentypen an einem Unterschied der relativen Verschiebung des Ansatzes bezüglich der Abwerferhülse erkannt, der mittels elektronischer Sensoren erfasst wird.
Direktverdrängerpipetten werden mit Pipettenspitzen mit integriertem Kolben (Direktverdränger-Pipettenspitzen) gebraucht. Diese Art von Pipetten weist einen Zapfen zum Befestigen der Pipettenspitze und eine mit dem integrierten Kolben (Spitzenkolben) koppelbare Antriebseinrichtung zum Bewegen des Kolbens auf. Der Kolben kommt direkt in Kontakt mit der Flüssigkeit, sodass die nachteiligen Auswirkungen eines Luftpolsters entfallen. Direktverdrängerpipetten eignen sich insbesondere für die Dosierung von Flüssigkeiten mit hohem Dampfdruck, hoher Viskosität oder hoher Dichte und Anwendungen in der Molekularbiologie, bei denen es auf Aerosolfreiheit ankommt, um Kontaminationen zu vermeiden.
Luftpolster- und Direktverdränger-Pipettenspitzen für den einmaligen Gebrauch oder für Wiederverwendung bestehen aus Kunststoff oder aus Glas.
Bei der Direktverdrängerpipette Biomaster® 4830 der Eppendorf AG weist die Antriebseinrichtung eine Hubstange zum Verlagern eines Kolbens in einer Pipettenspitze auf, die ein hohles unteres Hubstangenteil und ein von oben in das untere Hubstangenteil eingeführtes oberes Hubstangenteil aufweist. Das obere Hubstangenteil ist mit einem Bedienelement verbunden, das aus einem oberen Ende des Pipettengehäuses heraussteht. Eine Pipettenspitze Mastertip® der Eppendorf AG mit einem Nennvolumen von 20 mΐ ist auf einen Zapfen der Pipette aufklemmbar. Durch Drücken des Bedienelementes kann die Hubstange nach unten verschoben werden, sodass ein oberes Ende der Kolbenstange eines Spitzenkolbens der
Pipettenspitze in das untere Hubstangenteil eingepresst wird. Beim Verlagern der Hubstange nach unten bis zu einem unteren Anschlag wird eine Federeinrichtung vorgespannt. Nach Entlastung des Bedienelementes verlagert die Federeinrichtung die Hubstange bis zu einem oberen Anschlag, wobei der Spitzenkolben mitgenommen wird und Flüssigkeit in die Pipettenspitze eingesaugt werden kann. Die eingesaugte Flüssigkeit kann durch erneutes Drücken des Bedienelementes bis zum unteren Anschlag abgegeben werden. Zum Lösen der Pipettenspitze muss der Anwender mit erhöhter Kraft auf das Bedienelement drücken, sodass eine weitere Federeinrichtung einfedert, das obere Hubstangenteil im unteren Hubstangenteil nach unten verlagert wird, den Kolben aus dem unteren Hubstangenteil herausdrückt und die Pipettenspitze vom Zapfen abdrückt. Die Pipette Biomaster® und die Pipettenspitzen Mastertip® sind für Pipettierungen im Volumenbereich von 1 mΐ bis 20 mΐ ausgelegt.
Die EP 3 560 596 Al beschreibt eine Pipettenspitzenfamilie umfassend mindestens zwei Pipettenspitzen unterschiedlichen Typs, wobei jede Pipettenspitze eine Spitzenöffnung am unteren Ende, eine Aufstecköffnung am oberen Ende, einen die Aufstecköffnung aufweisenden Kragen mit einer für den Typ der Pipettenspitze kennzeichnenden Höhe am oberen Ende und am inneren Umfang des Kragens einen Sitzbereich zum Aufklemmen auf einen Zapfen mit einer bestimmten Kontur einer Pipette aufweist. Pipettenspitzen unterschiedlichen Typs sind mit ihrem Sitzbereich auf denselben Zapfen aufklemmbar, sodass sie mit ihrem Kragen unterschiedlich hoch am Zapfen hochstehen. Pipettenspitzen mit einem Nennvolumen von 10 mΐ und 100 mΐ weisen innerhalb des Kragens einen Wulst auf. Bei beiden Ausführungen liegt der Wulst gleichermaßen an einem Zapfen einer Pipette an, wenn die Pipettenspitze darauf festgeklemmt ist. Hierbei liegt die Pipettenspitze mit einem Nennvolumen von 10 mΐ mit einer Innenstufe innerhalb ihres Kragens an einer Schulter auf dem Zapfen an. Der obere Rand des über die Innenstufe vorstehenden
Kragens verschiebt einen Schieber der Pipette nach oben, wodurch ein Teilstrich in eine andere Position zwischen zwei Zählwerksrollen eines mechanischen Zählwerkes geschoben wird. Die 100 mI-Pipettenspitze trifft mit dem oberen Rand ihres Kragens auf die Schulter des Zapfens, sodass der Schieber nicht verschoben wird und die Anzeige des mechanischen Zählwerks unverändert bleibt. Somit werden durch die verschieden hohen Kragen unterschiedliche Anzeigen des Zählwerks eingestellt. Bei beiden Pipettenspitzen weist das obere Ende der Kolbenstange denselben Abstand vom Wulst auf und wird in dem gleichen Ausmaß in die Hubstange der Pipette eingepresst, wenn die Pipettenspitze mit dem Wulst auf dem Zapfen festgeklemmt ist.
Die EP 2 574 402 Bl und die DE 199 48 818 Al beschreiben Spritzen mit einer Codierung und Dosiervorrichtungen mit Sensoren, die die Codierung der eingesetzten Spritze abtasten und eine vom Spritzentyp abhängige Anzeige ausgeben. Die Spritzen werden mittels Greifhebeln bzw. Klinken an einem Spritzenflansch des Spritzenzylinders und Nuten des Spritzenkolbens gehalten und werden nicht auf einen Zapfen aufgeklemmt und in eine hohle Hubstange eingeklemmt wie die Direktverdränger-Pipettenspitzen.
Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, Direktverdränger- Pipettenspitzen und Luftpolsterpipetten mit einem erweiterten Anwendungsbereich zu schaffen. Dabei sollen Anwendungsfehler möglichst vermieden werden.
Die Aufgabe wird durch eine Pipettenspitzenfamilie gemäß Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsarten der Pipettenspitzenfamilie sind in Unteransprüchen angegeben.
Die erfindungsgemäße Pipettenspitzenfamilie umfasst Pipettenspitzen unterschiedlichen Spitzentyps für den Gebrauch mit Pipetten unterschiedlichen Pipettentyps einer Pipettenfamilie,
• wobei jede Pipettenspitze einen Spitzenzylinder
• und einen Spitzenkolben umfasst,
• wobei der Spitzenzylinder einen rohrförmigen Körper mit einer Spitzenöffnung am unteren Ende, einer Aufstecköffnung am oberen Ende, einem Sitzbereich am inneren Elmfang zum Aufklemmen auf einen Klemmbereich eines Zapfens einer Pipette und einem zylindrischen Kolbenlaufbereich zwischen Spitzenöffnung und Sitzbereich aufweist
• und der Spitzenkolben einen abdichtend im Kolbenlaufbereich geführten Kolben und eine nach oben vorstehende Kolbenstange zum Einklemmen in einer axialen Bohrung mit einem Loch am unteren Ende einer Hubstange einer Pipette aufweist,
• wobei Pipettenspitzen derselben Elnterfamilie Pipettenspitzen desselben Spitzentyps oder Pipettenspitzen unterschiedlichen Spitzentyps sind, bei denen die oberen Enden der Kolbenstangen in der jeweils tiefsten Stellung des Spitzenkolbens dieselben Positionen bezüglich des Sitzbereiches aufweisen
• und Pipettenspitzen unterschiedlicher Elnterfamilien die oberen Enden der Kolbenstangen in der jeweils tiefsten Stellung des Spitzenkolbens an unterschiedlichen Positionen bezüglich des Sitzbereiches aufweisen,
• sodass die Pipettenspitzen jeder Elnterfamilie mit Pipetten eines darauf abgestimmten Pipettentyps und nicht mit Pipetten eines darauf nicht abgestimmten Pipettentyps zum Pipettieren verwendet werden können.
Ferner wird die Aufgabe durch eine Pipettenfamilie gemäß Anspruch 10 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsarten der Pipettenfamilie sind in Unteransprüchen angegeben.
Die erfindungsgemäße Pipettenfamilie umfasst Pipetten unterschiedlichen Pipettentyps für den Gebrauch mit Pipettenspitzen unterschiedlichen Spitzentyps einer Pipettenspitzenfamilie, wobei jede Pipette folgende Merkmale umfasst:
• ein stielförmiges Pipettengehäuse,
• einen Zapfen am unteren Ende des Pipettengehäuses mit einem Klemmbereich am äußeren Umfang zum Aufklemmen eines Sitzbereichs am inneren Umfang eines eine Aufstecköffnung am oberen Ende aufweisenden Spitzenzylinders einer Pipettenspitze und mit einer Durchgangsbohrung zum Einführen einer Kolbenstange eines Spitzenkolbens der Pipettenspitze,
• eine Antriebseinrichtung umfassend eine auf die Durchgangsbohrung ausgerichtete und in Längsrichtung des Zapfens verlagerbar im Pipettengehäuse geführte Hubstange mit einer axialen Bohrung und einem Loch am unteren Ende zum Einführen des obere Endes des Spitzenkolbens und einer Klemmeinrichtung zum Festklemmen des oberen Endes des Spitzenkolbens in der Bohrung und ein vom Pipettengehäuse vorstehendes, relativ zum Pipettengehäuse verlagerbares und mit der Hubstange gekoppeltes Bedienelement zum Verlagern eines abdichtend in einem Kolbenlaufbereich zwischen einer Spitzenöffnung am unteren Ende und dem Sitzbereich des Spitzenzylinders geführten Kolbens des Spitzenkolbens im Spitzenzylinder,
• ein bei entlastetem Bedienelement innerhalb der axialen Bohrung der Hubstange nach oben verlagerbares längliches erstes Abtastelement zum Abtasten des oberen Endes eines in die axiale Bohrung eingeführten
Spitzenkolbens einer mit der Aufstecköffnung auf den Zapfen aufgeschobenen Pipettenspitze und
• eine mit dem ersten Abtastelement gekoppelte Steuereinrichtung, die ausgebildet ist, bei Abtastung einer Kolbenstange einer Pipettenspitze einer auf den Pipettentyp der Pipette abgestimmten Unterfamilie der Pipettenspitzenfamilie, bei der die oberen Enden der Kolbenstangen in der jeweils tiefsten Stellung des Spitzenkolbens dieselben Positionen bezüglich des Sitzbereiches aufweisen, die Pipette in einen das Pipettieren ermöglichenden Zustand zu versetzen und bei Abtastung einer Kolbenstange einer Pipettenspitze einer nicht auf den Pipettentyp abgestimmten Unterfamilie, bei der die oberen Enden der Kolbenstangen in der jeweils tiefsten Stellung des Spitzenkolbens andere Positionen bezüglich des Sitzbereichs als die Pipettenspitzen der auf den Pipettentyp abgestimmten Unterfamilie aufweisen, in einen das Pipettieren nicht ermöglichenden Zustand zu versetzen.
Bei der erfindungsgemäßen Pipettenspitzenfamilie wird der Anwendungsbereich dadurch erweitert, dass diese Pipettenspitzen mit integriertem Kolben unterschiedlichen Spitzentyps umfasst. Beispielsweise wird bei einer Pipettenspitzenfamilie, bei der sich die verschiedenen Spitzentypen durch das Nennvolumen voneinander unterscheiden, der Bereich der pipettierbaren Volumen vergrößert und/oder die Genauigkeit verbessert, mit der verschiedene Volumen pipettiert werden können. Zusätzlich wird der Anwendungsbereich der Pipettenspitzenfamilie dadurch erweitert, dass diese mehrere Unterfamilien umfasst, die jeweils von Pipettenspitzen desselben Spitzentyps oder Pipettenspitzen unterschiedlichen Spitzentyps gebildet sind, bei denen die oberen Enden der Kolbenstangen in der jeweils tiefsten Stellung des Kolbens dieselben Positionen bezüglich des Sitzbereiches aufweisen. Hierdurch wird nämlich der Gebrauch von
Pipettenspitzen unterschiedlichen Spitzentyps mit denselben Pipetten eines darauf abgestimmten Pipettentyps ermöglicht.
Bei der erfmdungsgemäßen Pipettenfamilie wird der Anwendungsbereich dadurch erweitert, dass diese Pipetten unterschiedlichen Pipettentyps umfasst. Beispielsweise wird bei einer Pipettenfamilie, bei der sich die verschiedenen Pipettentypen dadurch unterscheiden, dass sie mit Pipettenspitzen mit unterschiedlichen Nennvolumen gebraucht werden können, der Bereich der pipettierbaren Volumen vergrößert und/oder die Genauigkeit verbessert, mit der verschiedene Volumen pipettiert werden können. Zusätzlich wird der Anwendungsbereich dadurch vergrößert, dass jede Pipette eines bestimmten Pipettentyps mit sämtlichen Pipettenspitzen einer darauf abgestimmten Unterfamilie gebraucht werden kann. Hierdurch können Pipettenspitzen unterschiedlichen Spitzentyps mit derselben Pipette gebraucht werden.
Verwechslungen, Fehldosierungen und andere Anwendungsfehler werden dadurch vermieden, dass die Pipettenspitzen jeder Unterfamilie nur mit Pipetten eines darauf abgestimmten Pipettentyps gebraucht werden können und das Pipetten eines bestimmten Pipettentyps nur mit Pipettenspitzen einer darauf abgestimmten Unterfamilie gebraucht werden können.
Mit dem Pipettieren ist das Aufnehmen von Flüssigkeit in Pipettenspitzen und das Abgeben von Flüssigkeit aus Pipettenspitzen mithilfe von Pipetten bezeichnet. Mit dem Gebrauch von Pipettenspitzen mit Pipetten ist das Halten von Pipettenspitzen an Pipetten, das Bewegen von an Pipetten gehaltenen Pipettenspitzen durch Bewegen von Pipetten und das Pipettieren mit Hilfe von Pipettenspitzen und Pipetten bezeichnet.
Gemäß einer weiteren Ausführungsart unterscheiden sich Pipettenspitzen verschiedenen Spitzentyps voneinander durch eines oder mehrere der folgenden Merkmale: Nennvolumen, Form, Abmessungen, Material, Beschichtung der Oberfläche, ohne oder mit Behandlung der Oberfläche, elektrisch isolierend oder elektrisch leitend, Reinheitsgrad. Die Erfindung erweitert den Anwendungsbereich von Pipettenspitzen insbesondere hinsichtlich der vorgenannten Merkmale und vermeidet zugleich Anwendungsfehler.
Gemäß einer weiteren Ausführungsart weisen die Pipettenspitzen einen Kragen mit der Aufstecköffnung am oberen Ende und dem Sitzbereich am inneren Umfang des Kragens auf. Der Kragen ist insbesondere vorteilhaft für das Halten von Pipettenspitzen auf einem Träger (Rack) beim Lagern, Transportieren und Aufklemmen von Pipettenspitzen auf die Zapfen von Pipetten. Ferner kann der Kragen vorteilhaft für eine genaue Positionierung der Pipettenspitze auf den Zapfen und für das Abtrennen der Pipettenspitze von den Zapfen sein.
Eine weitere Ausführungsart umfasst mindestens eine Unterfamilie mit Pipettenspitzen unterschiedlichen Spitzentyps, wobei jede dieser Pipettenspitzen einen Kragen mit einer für den Spitzentyp kennzeichnenden Höhe aufweist und diese Pipettenspitzen ausgebildet sind, mit ihrem Sitzbereich am inneren Umfang des Kragens auf denselben Klemmbereich eines Zapfens einer Pipette von demselben Pipettentyp aufgeklemmt zu werden, sodass sie mit ihren Kragen unterschiedlich hoch an dem Zapfen hochstehen. Die Höhe des Kragens ist vorzugsweise der Abstand, den der obere Rand des Kragens in senkrechter Richtung vom Sitzbereich der Pipettenspitze aufweist. Bei dieser Ausführungsart können Pipettenspitzen mit unterschiedlich hohen Kragen ein Abtastelement einer Abtasteinrichtung der Pipette so steuern, dass die Abtasteinrichtung eine vom Typ der Pipettenspitze abhängige Anzeige einer Anzeigeeinrichtung der Pipette einstellt.
Infolgedessen wird beim Aufklemmen von Pipettenspitzen unterschiedlichen Spitzentyps auf den Zapfen der Pipette die Anzeige so eingestellt, dass sie auf den Spitzentyp der jeweils aufgesteckten Pipettenspitze hinweist. Insbesondere kann hierdurch das von der Pipette angezeigte Volumen auf das Nennvolumen einer aufgesteckten Pipettenspitze eingestellt werden. Pipettenspitzen mit unterschiedlich hohen Kragen sind in Anspruch 8 und den entsprechenden Teilen der Beschreibung sowie den Ausführungsbeispielen der EP 18 168 763.3 (EP 3 560 596 Al) beschrieben. Pipetten mit einer Abtasteinrichtung zum Abtasten unterschiedlich hoher Kragen sind in den Ansprüchen 1 bis 16, den entsprechenden Teilen der Beschreibung sowie den Ausführungsbeispielen derselben Patentanmeldung beschrieben. In dieser Hinsicht wird Bezug genommen auf die vorstehende Patentanmeldung, deren Inhalt hiermit in diese Anmeldung aufgenommen wird.
Gemäß einer weiteren Ausführungsart unterscheiden sich die Nennvolumen von Pipettenspitzen unterschiedlichen Spitzentyps für den Gebrauch mit darauf abgestimmten Pipetten desselben Pipettentyps um eine oder mehrere Zehnerpotenzen voneinander. Dies ist vorteilhaft für die selbsttätige Einstellung einer Volumenanzeige mittels eines mechanischen Zählwerkes durch Verstellen einer Markierung auf unterschiedliche Dezimalstellen des Zählwerkes.
Gemäß einer weiteren Ausführungsart weist der Sitzbereich der Pipettenspitzen einen am inneren Umfang des Spitzenzylinders umlaufenden Wulst zum Verschnappen mit einer am äußeren Umfang des Zapfens einer Pipette umlaufenden Ringnut des Klemmbereiches auf und/oder weist der Sitzbereich der Pipettenspitzen eine am inneren Umfang umlaufende Ringnut zum Verschnappen mit einem am äußeren Umfang des Zapfens einer Pipette umlaufenden Wulst des Klemmbereiches auf. Hierdurch werden die Pipettenspitzen sicher auf dem Zapfen gehalten. Ferner kann hierdurch die Einhaltung einer definierten Position der Pipettenspitzen auf dem
Zapfen sichergestellt werden. Dies trägt dazu bei, dass die Pipettenspitze jeder Unterfamilie nur mit einer darauf abgestimmten Pipette gebraucht werden kann. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsart beziehen sich die von den oberen Enden der Kolbenstangen in der jeweils tiefsten Stellung des Spitzenkolbens eingenommenen Positionen auf den Wulst oder die Ringnut der Pipettenspitzen. Gemäß dieser Ausführungsart sind die Positionen, die die oberen Enden der Kolbenstangen in der jeweils tiefsten Stellung des Spitzenkolbens bezüglich des Sitzbereichs aufweisen, die Positionen, die die oberen Enden der Kolbenstangen in der jeweils tiefsten Stellung des Spitzenkolbens bezüglich des Wulstes oder der Ringnut der Pipettenspitzen aufweisen. Anders ausgedrückt wird hierbei der Sitzbereich durch den Wulst oder die Ringnut definiert.
Gemäß einer weiteren Ausführungsart umfasst die Pipettenspitzenfamilie Pipettenspitzen mindestens eines Spitzentyps einer ersten Unterfamilie mit einem in der jeweils tiefsten Stellung des Spitzenkolbens in einer ersten Position oberhalb eines am Innenumfang des Spitzenzylinders umlaufenden Wulstes angeordneten oberen Ende der Kolbenstange für den Gebrauch mit darauf abgestimmten Pipetten eines ersten Pipettentyps, Pipettenspitzen mindestens eines weiteren Spitzentyps einer zweiten Unterfamilie mit einem in der jeweils tiefsten Stellung des Spitzenkolbens in einer zweiten Position unterhalb eines am Innenumfang des Spitzenzylinders umlaufenden Wulstes angeordneten oberen Ende der Kolbenstange für den Gebrauch mit darauf abgestimmten Pipetten eines zweiten Pipettentyps und Pipettenspitzen mindestens eines weiteren Spitzentyps einer dritten Unterfamilie mit einem in der jeweils tiefsten Stellung des Spitzenkolbens in einer dritten Position zwischen den ersten und zweiten Positionen angeordneten oberen Ende der Kolbenstange für den Gebrauch mit einer darauf abgestimmten Pipette eines dritten Pipettentyps. Bei dieser Ausführungsart werden Fehler durch falschen Gebrauch von Pipettenspitzen besonders sicher vermieden. Gemäß einer weiteren Ausführungsart
ist das obere Ende der Kolbenstange der Pipettenspitzen der dritten Unterfamilie in der jeweils tiefsten Stellung des Spitzenkolbens annähernd auf derselben Höhe wie der Wulst angeordnet.
Gemäß einer weiteren Ausführungsart umfasst die Pipettenspitzenfamilie Pipettenspitzen mit Nennvolumen von 10 mΐ und 100 mΐ einer ersten Unterfamilie für den Gebrauch mit Pipetten von einem ersten Pipettentyp, Pipettenspitzen mit Nennvolumen von 25 mΐ und 250 mΐ einer zweiten Unterfamilie für den Gebrauch mit Pipetten von einem zweiten Pipettentyp und eine Pipettenspitze mit einem Nennvolumen von 1000 mΐ einer dritten Unterfamilie für den Gebrauch mit Pipetten von einem dritten Pipettentyp.
Gemäß einer weiteren Ausführungsart sind die Kolbenstangen der Pipettenspitzen der Pipettenspitzenfamilie und/oder ist die Hubstange der Pipetten der Pipettenfamilie zumindest am unteren Ende elastisch ausgebildet, sodass die Kolbenstange unter elastischer Verformung der Kolbenstange und/oder des unteren Endes der Hubstange in die axiale Bohrung der Hubstange einpressbar ist. Gemäß einer weiteren Ausführungsart weisen die Pipetten der Pipettenfamilie Hubstangen mit mindestens einem in Längsrichtung verlaufenden Schlitz am unteren Ende auf. Durch den mindestens einen Schlitz wird die elastische Aufweitbarkeit der Hubstange verbessert. Gemäß einer weiteren Ausführungsart weisen die Hubstangen jeweils mehrere Schlitze auf, beispielsweise drei Schlitze. Gemäß einer weiteren Ausführungsart sind die zwischen den Schlitzen verbleibenden Segmente der Hubstange unten als nach innen vorstehende Haken ausgebildet. Mittels der Haken kann die Kolbenstange besonders sicher festgeklemmt werden.
Gemäß einer weiteren Ausführungsart umfasst die Pipettenspitzenfamilie
Pipettenspitzen, bei denen die Kolbenstange eine Klemmnut zum Festklemmen eines Klemmelements oder mehrere Klemmelemente der Hubstange aufweist.
Gemäß einer weiteren Ausführungsart sind die Klemmelemente die an den Segmenten der Hubstange zwischen den Schlitzen gebildeten Haken. Gemäß einer weiteren Ausführungsart sind die Haken so ausgebildet, dass sie formschlüssig in die Klemmnut eingreifen. Gemäß einer anderen Ausführungsart ist das Klemmelement eine Klemmfeder.
Gemäß einer weiteren Ausführungsart umfasst die Pipettenspitzenfamilie
Pipettenspitzen, bei denen die Kolbenstangen einen unteren Stangenabschnitt mit einem größeren Außendurchmesser zum Festklemmen eines Klemmelements der Hubstange und darüber in einem oberen Stangenabschnitt einen gegenüber dem unteren Stangenabschnitt geringeren Durchmesser aufweist, sodass der obere Stangenabschnitt nicht von dem Klemmelement der Hubstange festklemmbar ist. Gemäß einer weiteren Ausführungsart umfasst die Pipettenspitzenfamilie
Pipettenspitzen, bei denen die Kolbenstangen in einem unteren Stangenabschnitt mit einem größeren Außendurchmesser eine Klemmnut zum Festklemmen mindestens eines Klemmelements der Hubstange und darüber in einem oberen Stangenabschnitt einen gegenüber dem unteren Stangenabschnitt geringeren Durchmesser aufweist. Hierdurch wird sichergestellt, dass die Pipettenspitze nur mit dem dafür vorgesehenen Typ der Pipette verbindbar ist.
Gemäß einer weiteren Ausführungsart umfasst die Pipettenspitzenfamilie
Pipettenspitzen, bei denen die Kolbenstangen in einem Abstand von ihren oberen Enden einen Anschlag zum Abstützen am Rand eines Loches am unteren Ende der Hubstange aufweist. Der Anschlag ( Hardstop ) verhindert, dass die Kolbenstange
tiefer in die Hubstange hineingedrückt wird, sodass die von der Pipettenspitze aufgenommene Flüssigkeit nicht mehr vollständig abgegeben werden kann, beispielsweise wenn hochviskose Flüssigkeiten pipettiert werden.
Gemäß einer weiteren Ausführungsart umfasst die Pipettenspitzenfamilie Pipettenspitzen, bei denen der Spitzenkolben unterhalb eines unteren Stangenabschnittes zum Festklemmen mindestens eines Klemmelements der Hubstange und/oder unterhalb einer Klemmnut zum Festklemmen mindestens eines Klemmelementes der Hubstange den Anschlag zum Abstützen am Rand eines Loches am unteren Ende der Hubstange aufweist. Der Anschlag verhindert, dass die Kolbenstange so tief in die Aufnahme der Hubstange hineingedrückt wird, dass von der Pipettenspitze aufgenommene Flüssigkeit nicht vollständig abgegeben werden kann. Ohne den Anschlag würde dies beispielsweise eintreten, wenn hochviskose Flüssigkeit pipettiert wird. Beim Abgeben der hochviskosen Flüssigkeit aus der Pipettenspitze wirkt aufgrund des hohen Fließwiderstandes der Flüssigkeit eine hohe Kraft auf den Kolben, wodurch dieser tiefer in die Aufnahme hineingedrückt werden könnte. Dies wird durch Anlage des Anschlages am Rand des Loches am unteren Ende der Hubstange verhindert. Hierdurch werden Pipettierfehler vermieden.
Gemäß einer weiteren Ausführungsart umfasst die Pipettenspitzenfamilie Pipettenspitzen aus einem oder mehreren Kunststoffen. Gemäß einer weiteren Ausführungsart bestehen die Pipettenspitzen aus Polypropylen und/oder aus Polyethylen. Gemäß einer weiteren Ausführungsart bestehen die Spitzenzylinder aus Polypropylen und die Spitzenkolben aus Polyethylen.
Gemäß einer weiteren Ausführungsart der erfindungsgemäßen Pipettenfamilie ist die Steuereinrichtung der Pipette mindestens eines Pipettentyps eine mechanische
Steuereinrichtung. Gemäß einer weiteren Ausführungsart weisen die Pipetten sämtlicher Pipettentypen eine mechanische Steuerungseinrichtung auf.
Gemäß einer weiteren Ausführungsart ist die Steuereinrichtung jeder Pipette der Pipettenfamilie ausgebildet (i.) bei Abtastung einer Kolbenstange, welche die Länge der Kolbenstange einer Pipettenspitze einer auf die Pipette abgestimmten Unterfamilie aufweist, die Antriebseinrichtung in einen das Pipettieren ermöglichenden Zustand zu versetzen und das Festklemmen der Pipettenspitze an Zapfen und Hubstange zuzulassen und/oder (ii) bei Abtastung einer Kolbenstange, die kürzer als die Kolbenstange einer Pipettenspitze einer auf die Pipette abgestimmten Unterfamilie ist, die Antriebseinrichtung in einen das Pipettieren nicht ermöglichenden Zustand zu versetzen und/oder (iii.) bei Abtastung einer Kolbenstange, die länger als die Kolbenstange einer Pipettenspitze einer auf die Pipette abgestimmten Unterfamilie ist, das Festklemmen der Pipettenspitze an Zapfen und/oder Hubstange zu verhindern. Hierdurch wird erreicht, dass die Pipette jedes Pipettentyps nur mit Pipettenspitzen einer darauf abgestimmten Unterfamilie gebraucht werden kann.
Gemäß einer weiteren Ausführungsart weist die Steuereinrichtung jeder Pipette der Pipettenfamilie folgende Merkmale auf:
• eine Abwurfeinrichtung umfassend einen drehbar im Pipettengehäuse gelagerten Kurventräger,
• ein an einer ersten Kurve am Umfang des Kurventrägers geführtes zweites Abtastelement an dem länglichen ersten Abtastelement, das in Längsrichtung des Zapfens verlagerbar im Pipettengehäuse geführt ist und
• ein mit dem Kurventräger verbundenes, vom Pipettengehäuse vorstehendes und relativ zum Pipettengehäuse drehbares Bedienelement,
• wobei die Abwurfeinrichtung ausgebildet ist, durch Drehen des Bedienelementes aus einer Pipettierstellung in eine Abwurfstellung den Kurventräger zu drehen, wobei die erste Kurve das zweite Abtastelement so nach unten verlagert, dass das längliche erste Abtastelement eine auf dem Zapfen gehaltene Pipettenspitze vom Zapfen abdrückt und
• die Abwurfeinrichtung ausgebildet ist, bei Abtastung einer Kolbenstange durch das längliche erste Abtastelement, die kürzer als die Kolbenstange einer Pipettenspitze einer auf die Pipette abgestimmten Unterfamilie ist, das Bedienelement nicht aus der Abwurfstellung in die Pipettierstellung zu drehen, sodass ein Pipettieren verhindert wird.
Bei dieser Ausführungsart ist die Steuereinrichtung zugleich eine Abwurfeinrichtung, die zum Lösen gebrauchter Pipettenspitzen von der Pipette nutzbar ist. Durch Drehen des Bedienelementes aus der Pipettierstellung in die Abwurfstellung kann eine Pipettenspitze vom Zapfen abgedrückt werden. Beim Aufstecken einer Pipettenspitze auf den Zapfen wird das Bedienelement aus der Abwurfstellung in die Pipettierstellung gedreht, wenn das erste Abtastelement die Kolbenstange einer auf die Pipette abgestimmten Unterfamilie abtastet. Wenn die Kolbenstange kürzer ist, wird das Bedienelement nicht in die Pipettierstellung gedreht, sodass die Abwurfeinrichtung ein Pipettieren verhindert. Bei dieser Ausführungsart wird auch dann, wenn die Kolbenstange so kurz ist, dass sie vom länglichen ersten Abtastelement nicht abgetastet wird, das Bedienelement nicht aus der Abwurfstellung in die Pipettierstellung gedreht, sodass ein Pipettieren verhindert wird.
Gemäß einer weiteren Ausführungsart weist die Steuereinrichtung jeder Pipette der Pipettenfamilie folgende Merkmale auf:
• der Zapfen weist Mittel zum formschlüssigen Verbinden mit einer Pipettenspitze auf, sodass eine Pipettenspitze unter elastischer Verengung des Zapfens und/oder unter elastischer Aufweitung des Spitzenzylinders und/oder des unteren Endes der Hubstange und/oder des oberen Endes der Kolbenstange vor ihrer formschlüssigen Verbindung mit dem Zapfen und/oder der Hubstange auf den Zapfen aufschiebbar und/oder in die Hubstange einschiebbar ist,
• eine Sperreinrichtung umfassend eine konzentrisch zum Zapfen und/oder zur Hubstange angeordnete Sperrhülse, eine von der Sperrhülse nach oben vorstehende Steuerstange, die in Richtung des Zapfens im Pipettengehäuse verlagerbar geführt ist, ein von der Steuerstange vorstehendes drittes Abtastelement und eine zweite Kurve am Umfang des Kurventrägers , an der das dritte Abtastelement geführt ist und die so ausgebildet ist, dass bei Anordnung des Bedienelements in der Pipettierstellung die Sperrhülse in einer Sperrsteilung den Zapfen innen begrenzt und/oder den Spitzenzylinder außen begrenzt und/oder die Hubstange außen begrenzt und/oder die Kolbenstange außen begrenzt, sodass die Sperrhülse ein Ablösen einer formschlüssig mit dem Zapfen und/oder der Hubstange verbunden Pipettenspitze vom Zapfen und/oder von der Hubstange verhindert,
• wobei durch Drehen des Bedienelements aus der Pipettierstellung in die Abwurfstellung die Sperrhülse nach oben verlagerbar ist, sodass der Zapfen und/oder die Pipettenspitze zumindest teilweise freigegeben wird und das längliche erste Abtastelement die Pipettenspitze vom Zapfen abdrückt und bei Abtastung einer Kolbenstange durch das längliche erste Abtastelement, die länger als die Kolbenstange einer Pipettenspitze einer auf die Pipette abgestimmten Unterfamilie ist, die Sperrhülse in die Sperrsteilung verlagerbar ist, sodass ein Festklemmen der Pipettenspitze an der Pipette verhindert wird.
Bei dieser Ausführungsart ist die Steuereinrichtung zugleich eine Einrichtung zum formschlüssigen Verbinden einer Pipettenspitze mit der Pipette, sodass die Pipettenspitze besonders sicher an der Pipette gehalten werden kann. Beim Aufstecken eine Pipettenspitze auf den Zapfen, bei der die Kolbenstange die Länge einer auf die Pipette abgestimmten Pipettenspitze hat, wird die Sperrhülse durch das erste Abtastelement in die Sperrsteilung gedreht und hierdurch die Pipettenspitze am Zapfen gesichert. Ist die Kolbenstange länger als die Kolbenstange einer Pipettenspitze einer auf die Pipette abgestimmten Unterfamilie, so wird die Sperrhülse zur Sperrsteilung hin verlagert, bevor die Pipettenspitze hinreichend auf den Zapfen aufgeschoben ist, d.h. wenn der Zapfen so elastisch verengt und/oder die Pipettenspitze so elastisch aufgeweitet ist, dass die Sperrhülse nicht in die Sperrsteilung verlagert werden kann. Hierdurch wird das weitere Aufschieben der Pipettenspitze auf den Zapfen verhindert, sodass die Pipettenspitze nicht so mit der Pipette verbunden werden kann, dass ein Pipettieren möglich ist. Zudem wird das Bedienelement nicht aus der Abwurfstellung in die Pipettierstellung gebracht, wodurch ebenfalls ein Pipettieren verhindert wird.
Formschlüssig miteinander verbindbare Pipettenspitzen und Pipetten und Sperreinrichtungen zum Verhindern eines Ablösens formschlüssig mit der Pipette verbundener Pipettenspitzen sind in der deutschen Patentanmeldung DE 10 2020 118 587.1 beschrieben.
Gemäß einer weiteren Ausführungsart umfasst die Steuereinrichtung jeder Pipette einen Anschlag, der das Aufschieben von Pipettenspitzen auf den Zapfen begrenzt, sodass beim Aufschieben einer Pipettenspitze mit einem Kragen auf den Zapfen, der länger als die Kragen der Pipettenspitzen einer auf die Pipette abgestimmten Unterfamilie ist, der Anschlag ein Festklemmen der Pipettenspitze an der Pipette
verhindert. Bei dieser Ausführungsart stellt die Steuereinrichtung zugleich sicher, dass Pipettenspitzen, die auf die Pipette abgestimmt sind, einen definierten Sitz auf dem Zapfen haben. Hierdurch können auch die Kräfte für das Aufklemmen der Pipettenspitzen auf die Zapfen und für das Lösen der Pipettenspitzen von den Zapfen begrenzt werden. Der Anschlag kann insbesondere durch eine Fläche an der Unterseite des Pipettengehäuses, durch eine Schulter des Zapfens oder durch eine Fläche an der Unterseite eines vierten Abtastelementes gebildet sein, das gegen einen weiteren Anschlag der Pipette verlagerbar ist.
Gemäß einer weiteren Ausführungsart hat der Zapfen eine bestimmte Form. Gemäß einer weiteren Ausführungsart ist der Zapfen ein konischer, zylindrischer oder abschnittsweise konischer und zylindrischer Vorsprung.
Gemäß einer weiteren Ausführungsart weist der Zapfen mehrere konische Abschnitte mit verschiedenen Konuswinkeln auf. Zusätzlich kann der Zapfen mindestens einen zylindrischen Abschnitt aufweisen.
Ferner betrifft die Erfindung ein Pipettensystem bestehend aus einer Pipettenspitzenfamilie gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9 und aus einer Pipettenfamilie gemäß einem der Ansprüche 10 bis 14.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der anliegenden Zeichnungen eines Ausführungsbeispieles erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 eine Direktverdrängerpipette mit einer auf dem Zapfen aufgesteckten
Pipettenspitze teilweise geschnitten in einer Perspektivansicht;
Fig. 2 geschlitzter Zapfen mit innenliegender Sperrhülse derselben
Direktverdrängerpipette mit aufgesteckter Pipettenspitze in einer vergrößerten Perspektivansicht;
Fig. 3 dieselbe Anordnung in einer Seitenansicht; Fig. 4 dieselbe Anordnung einen Längsschnitt; Fig. 5 Direktverdrängerpipette von Fig. 1 in einem Sprengbild; Fig. 6 Direktverdrängerpipette von Fig. 1 in einem Sprengbild ohne Pipettengehäuse;
Fig. 7 Drehhülse mit Abwurfstange und der Sperrhülse derselben Direktverdrängerpipette in der Ausgangsstellung in einer
Perspektivansicht;
Fig. 8 dieselbe Direktverdrängerpipette in der Ausgangsstellung teilweise geschnitten in einer Seitenansicht;
Fig. 9 dieselbe Direktverdrängerpipette beim Pipettieren teilweise geschnitten in einer Seitenansicht;
Fig. 10 dieselbe Direktverdrängerpipette beim Abwerfen teilweise geschnitten in einer Seitenansicht;
Fig. 11 dieselbe Direktverdrängerpipette in einer Vorderansicht; Fig. 12a-e Pipettenspitzenfamilie mit fünf Pipettenspitzentypen und drei Unterfamilien umfassend eine Pipettenspitze mit einem Nennvolumen von 10 mΐ (Fig. 12a), 25 mΐ (Fig. 12b), 100 mΐ (Fig. 12c), 250 mΐ (Fig. 12d) und 1000 mΐ (Fig. 12e) jeweils in einem Längsschnitt;
Fig. 13a-e dieselbe Direktverdrängerpipette ausgebildet für das Pipettieren von Proben bis zu 1000 mΐ mit einer aufgesteckten Pipettenspitze mit einem Nennvolumen von 1000 mΐ (Fig. 13a), 10 mΐ (Fig. 13b), 100 mΐ (Fig. 13c), 25 mΐ (Fig. 13d) und 250 mΐ (Fig. 13e) jeweils in einem teilweisen Längsschnitt;
Fig. 14a-e dieselbe Direktverdrängerpipette ausgebildet für das Pipettieren von Proben bis zu 100 mΐ bei einer aufgesteckten Pipettenspitze mit einem Nennvolumen von 10 mΐ (Fig 14a), 100 mΐ (Fig. 14b), 25 mΐ (Fig 14c), 250 mΐ (Fig. 14d) und 1000 mΐ (Fig. 14e), jeweils in einem teilweisen Längsschnitt;
Fig. 15a-e dieselbe Direktverdrängerpipette ausgebildet für das Pipettieren von Proben bis 250 mΐ mit einer aufgesteckten Pipettenspitze mit einem Nennvolumen von 25 mΐ (Fig. 15a), 250 mΐ (Fig. 15b), 10 mΐ (Fig. 15c), 100 mΐ (Fig. 15d) und 1000 mΐ (Fig. 15e) jeweils in einem teilweisen Längsschnitt;
Fig. 16 unteres Ende der Direktverdrängerpipette mit einer auf den Zapfen aufgesteckten Pipettenspitze mit Anschlag in einem Längsschnitt; Fig. 17 Pipettenspitzenfamilie mit fünf Pipettenspitzentypen und drei Unterfamilien umfassend eine Pipettenspitze mit einem Nennvolumen von 10 mΐ (Fig. 17a), 25 mΐ (Fig. 17b), 100 mΐ (Fig. 17c), 250 mΐ (Fig. 17d) und 1.000 mΐ (Fig. 17e), jeweils in einem Längsschnitt.
In der vorliegenden Anmeldung beziehen sich die Angaben „oben“ und „unten“ sowie „vertikal“ und „horizontal“ und davon abgeleitete Begriffe wie z.B. „oberhalb“ und „unterhalb“, „aufrecht stehend“ und „auf den Kopf gestellt“ sowie „übereinander“ auf eine Anordnung der Pipette, bei der der Zapfen vertikal ausgerichtet ist und sich am nach unten weisenden Ende des Pipettengehäuses befindet. Hinsichtlich der Pipettenspitzen beziehen sich diese Angaben auf eine vertikale Ausrichtung der Mittelachse der Pipettenspitzen, wobei die Spitzenöffnung unten und die Aufstecköffnung oben angeordnet ist.
Gemäß Fig. 1 weist eine als Direktverdrängerpipette ausgebildete Pipette 1 ein stangenförmiges (z.B. zylindrisches) Pipettengehäuse 2 auf. Vom unteren Ende des
Pipettengehäuses 2 steht ein hohlzylindrischer Schaft 3 nach unten vor. Vom unteren Ende des Schaftes 3 steht ein Zapfen 4 nach unten vor, der gemäß Fig. 1 und 4 eine Durchgangsbohrung 5 mit einem Durchgangsloch am unteren Ende aufweist. Der Innendurchmesser der Durchgangsbohrung 5 ist kleiner als der Innendurchmesser des Schaftes 3.
Der Zapfen 4 weist einen oberen Zapfenabschnitt 6 mit der Form eines Hohlkegels und darunter einen unteren Zapfenabschnitt 7 mit der Form eines Hohlkegels auf.
Der obere Zapfenabschnitt 6 hat einen kleineren Konuswinkel als der untere Zapfenabschnitt 7. Zwischen dem oberen Zapfenabschnitt 6 und dem unteren Zapfenabschnitt 7 läuft auf dem äußeren Umfang des Zapfens 4 eine Ringnut 8 um.
Der obere Zapfenabschnitt 6, die Ringnut 8 und der untere Zapfenabschnitt 7 bilden erste Mittel zum formschlüssigen Verbinden der Pipette mit einer Pipettenspitze. Die Ringnut 8 bildet einen Klemmbereich 9 für einen entsprechenden Wulst einer Pipettenspitze.
Ferner weist der Zapfen 4 in seiner Längsrichtung verlaufende Schlitze 10, 11 auf, bevorzugt drei, die in gleichmäßigem Abstand auf dem Umfang des Zapfens 4 verteilt sind. Die Schlitze 10, 11 erstrecken sich vom unteren Ende aus entlang des Zapfens 4.
Gemäß Fig. 1, 5 und 6 ist im Pipettengehäuse 2 eine Antriebseinrichtung 12 vorhan den, die ein Übertragungselement 13 in Form einer Übertragungsstange 14, eine Übertragungsmechanik 15 und ein Antriebselement 16 in Form einer Hubstange 17 umfasst. Ferner umfasst die Antriebseinrichtung 12 ein Bedienelement 18 in Form
eines Bedienhebels 19, der über einen Steg 20 mit einer Trägerplatte 21 fest verbun den ist.
Gemäß Fig. 6 hat die Trägerplatte 21 eine ovaläre Form mit einem breiten gerunde ten Ende und einem schmalen gerundeten Ende, wobei der Bedienhebel 19 vom Rand des schmalen gerundeten Endes vorsteht. Neben diesem Rand weist die Trä gerplatte 21 einen ersten gekrümmten Schlitz 22 auf, der etwa parallel zur Kontur des schmalen gerundeten Endes verläuft. Ferner hat die Trägerplatte 21 in der Mitte des ersten gekrümmten Schlitzes 22 auf der Seite des schmalen gerundeten Endes eine rechteckige erste Randaussparung 23.
Gemäß Fig. 1 und 5 ist die Hubstange 17 von oben in den Schaft 3 und den Zapfen 4 hineingeführt. Gemäß Fig. 4 ist sie hohl und mit einer axialen Bohrung 24 versehen, die bis zu einem Loch 25 im unteren Ende der Hubstange 17 reicht. Ferner weist sie einen von ihrem oberen Ende ausgehend in Längsrichtung verlaufenden und vor ihrem unteren Ende endenden Längsschlitz 26 auf. Durch den Längsschlitz 26 weist die Hubstange 17 einen C-förmigen Querschnitt auf. Ihr unteres Ende bildet eine Aufnahme 27 für das obere Ende einer Kolbenstange.
Gemäß Fig. 13 hat die Hubstange 17 im ungeschlitzten Bereich neben ihrem unteren Ende eine umlaufende Klemmfedernut 28. Innerhalb der Klemmfedernut 28 befinden sich an zwei diametral gegenüberliegenden Seiten in der Hubstange 17 Klemmschlitze 29.1, 29.2, in denen die Klemmfedemut 28 zur Innenseite der Hubstange 17 hin geöffnet ist. Eine Klemmfeder 30 ist in die Klemmfedemut 28 eingesetzt und greift durch die Klemmschlitze 29.1, 29.2 hindurch in den Innenquerschnitt der Hubstange 17 ein.
Die Übertragungsmechanik 15 ist so ausgebildet, dass bei aufeinanderfolgenden Verlagerungen des Bedienhebels 19 nach unten, zwischen denen der Bedienhebel 19 nach oben verlagert wird, die Hubstange 17 abwechselnd nach oben und nach unten verlagert wird. Infolgedessen kann durch Drücken des Bedienhebels 19 nach unten die Hubstange 17 aus einer unteren Stellung in eine obere Stellung verlagert werden, behält die Hubstange 17 die obere Stellung bei der nachfolgenden Verlagerung des Bedienhebels 19 nach oben bei und wird die Hubstange 17 durch ein nachfolgendes Drücken des Bedienhebels 19 nach unten wieder nach unten verlagert. Dies kann beliebig oft wiederholt werden.
Gemäß Fig. 1, 5 und 6 ist die Pipette 1 mit einer Abwurfeinrichtung 31 versehen. Diese umfasst einen drehbar in Pipettengehäuse 2 gelagerten Kurventräger 32, der als hohlzylindrische Drehhülse 33 ausgebildet ist. Die Drehhülse 33 ist beispiels weise mit ihrem äußeren Umfang am inneren Umfang des Pipettengehäuses 2 dreh bar gelagert und am oberen und am unteren Ende zwischen Absätzen von Stufen am inneren Umfang des Pipettengehäuses 2 abgestützt, sodass sie nicht in axialer Rich tung im Pipettengehäuse 2 verlagerbar ist. Die Drehachse der Drehhülse 33 fällt mit der Längsachse des Pipettengehäuses 2 und der Längsachse des Zapfens 4 zusam men.
Die Drehhülse 33 hat an zwei diametral einander gegenüberliegenden Seiten zu ihrer Drehachse parallele Aussparungen 34, 35, die sich vom oberen Rand der Drehhülse 33 aus erstrecken und in einem Abstand von ihrem unteren Rand enden. Unterhalb der Aussparungen besteht die Drehhülse 33 somit aus einer kreisringförmigen Basis 36 und darüber besteht sie aus zwei einander diametral gegenüberliegenden Sekto ren 37, 38 eines Kreisringes, welche die beiden Aussparungen 34, 35 seitlich be grenzen.
Auf dem äußeren Umfang der kreisförmigen Basis 36 der Drehhülse 33 sind eine erste Kurve 39 und eine zweite Kurve 40 angeordnet. Die erste Kurve 39 ist als erste Nut 41 in Form eines umgedrehten (auf den Kopf gestellten) Y ausgebildet. Der vertikale Teil 42 des Y erstreckt sich weit nach oben auf einem Sektor 37 bis kurz vor dem oberen Rand des Sektors 37. Die zweite Kurve 40 ist eine zweite Nut 43 auf dem äußeren Umfang der Basis 36 der Drehhülse 33 mit der Form eines aufrecht stehenden V. Die erste Kurve 39 und die zweite Kurve 40 sind um 90° zueinander versetzt auf dem Umfang der Drehhülse angeordnet. Die erste Kurve 39 und die zweite Kurve 40 erstrecken sich jeweils über einen Winkelbereich von weniger als 90° über den Umfang der Drehhülse 33.
Gemäß Fig. 1, 5 und 6 umfasst die Abwurfeinrichtung 31 eine erstes längliches Abtastelement 44 (Abwurfstange), die einen streifenförmigen oberen Abwurfstangenabschnitt 45 und einen zylindrischen unteren Abwurfstangenabschnitt 46 umfasst. Der obere und der untere Ab wurf stangenab schnitt 45, 46 sind parallel zueinander und seitlich zueinander versetzt angeordnet. Das untere Ende des oberen Abwurfstangenabschnitts 45 ist mit dem oberen Ende des unteren Abwurfstangenabschnitts 46 über einen schräg zu den beiden Abwurfstangenabschnitten geneigtes streifenförmiges
Verbindungsstangenabschnitt 47 verbunden. Von der Innenseite des oberen Abwurfstangenabschnittes 45 steht senkrecht ein zweites Abtastelement 48 in Form eines ersten Führungszapfens 49 vor. Das erste Abtastelement 44 ist vorzugsweise einteilig ausgebildet, beispielsweise aus einem steifen Kunststoff oder aus Metall.
Gemäß Fig. 1, 4 und 7 ist das erste Abtastelement 44 mit dem ersten Führungszapfen 49 in der ersten Nut 41 geführt, durchgreift mit dem Verbindungsstangenabschnitt 47 den Längsschlitz 26 der Hubstange 17 und
erstreckt sich mit dem unteren Abwurfstangenabschnitt 46 innerhalb der Hubstange 17 bis kurz vor dem unteren Ende derselben.
Gemäß Fig. 1, 4, 5 und 6 umfasst die Pipette 1 eine Sperreinrichtung 50, die eine Sperrhülse 51 und eine dazu parallele, streifenförmige Steuerstange 52 umfasst. Das obere Ende der Sperrhülse 51 und das untere Ende der Steuerstange 52 sind über einen zweiten Verbindungsstangenabschnitt 53 miteinander verbunden, der schräg zur Sperrhülse 51 und zur Steuerstange 52 geneigt ist. Von der Innenseite der Steuerstange 52 steht ein drittes Abtastelement 54 in Form eines zweiten Führungszapfens 55 vor.
Gemäß Fig. 1 und 7 ist der zweite Führungszapfen 55 in der zweiten Nut 43 geführt. Gemäß Fig. 1 und 4 ist die Sperrhülse 51 von oben in den Schaft 3 eingesetzt und liegt an der Innenseite des Zapfens 4 an. Die Hubstange 17 und das längliche erste Abtastelement 44 sind von oben in die Sperrhülse 51 eingesetzt.
Das Bedienelement 18 ist mit dem ersten gekrümmten Schlitz 22 auf den Sektor 37 der Drehhülse 33 aufgeschoben, auf dem sich die erste Nut 41 erstreckt. Gemäß Fig. 1, 6 und 7 ist die Drehhülse 33 oben mit einem Stützring 56 verbunden, der die bei den Sektoren 37, 38 überbrückt und die Drehhülse 33 stabilisiert. Der Stützring 56 hat am äußeren Rand einen nach unten vorstehenden Mantel 57, der die beiden Sektoren 37, 38 an den äußeren Rändern seitlich umfängt. Ferner weist er einen zweiten gekrümmten Schlitz 58 auf, der den oberen Rand des Sektors 38 aufnimmt, der nicht mit einer Nut 41, 43 versehen ist. Auf der diametral gegenüberliegenden Seite ist an dem Mantel 57 eine nach unten geöffnete rechteckige zweite Randaus sparung 59 vorhanden, die ausgebildet ist, den Steg 20 zwischen Bedienhebel 19 und Trägerplatte 21 aufzunehmen.
Der Stützring 56 ist beispielsweise durch Kleben und/oder formschlüssig mit der Drehhülse 33 verbunden.
Die Drehhülse 33 und die Sperrhülse 51 sowie das Bedienelement 18 sind bei spielsweise aus einem oder mehreren steifen Kunststoffen und/oder aus Metall ge fertigt. Die Drehhülse 33, der Stützring 56, das Bedienelement 18 und/oder die Sperrhülse 51 sind vorzugsweise jeweils einteilig ausgebildet. Ein Bedienknopf des Bedienelementes 18 kann auch aus einem elastischen oder weichelastischen Kunst stoff oder Gummi hergestellt sein.
Gemäß Fig. 11 steht der Bedienhebel 19 durch einen quer zur Längsachse des Pipettengehäuses 2 verlaufenden ersten Gehäuseschlitz 60, der sich über einen Teil des Umfanges des Pipettengehäuses 2 erstreckt, aus dem Pipettengehäuse 2 heraus, sodass er von außen bedient werden kann. Der erste Gehäuseschlitz 60 ist in der Mitte mit einem in Längsrichtung des Pipettengehäuses 2 nach unten verlaufenden zweiten Gehäuseschlitz 61 verbunden.
Der Bedienhebel 19 ist entgegen der Wirkung einer Federeinrichtung vom Stützring 56 aus entlang des zweiten Gehäuseschlitzes 612 nach unten verlagerbar, wobei er mit dem ersten gekrümmten Schlitz 22 auf dem Sektor 37 der Drehhülse 33 gleitet. Nach Entlastung verlagert die Federeinrichtung den Bedienhebel 19 selbsttätig nach oben zurück.
Auf dem Schaft 3 ist außen ein hülsenförmiges viertes Abtastelement 62 geführt. Eine Federeinrichtung in Form einer auf dem Schaft geführten Schraubenfeder 63 stützt sich an der Unterseite des Pipettengehäuses 2 und an der Oberseite des vierten Abtastelementes 62 ab. Durch die Schraubenfeder 63 wird das vierte Abtastelement 62 von oben gegen ein Anschlagelement auf dem Schaft 3 oder Zapfen 4 gedrückt.
Auf der Oberseite des Pipettengehäuses 2 ist ein Einstellknopf 64 zum Einstellen eines Dosiervolumens angeordnet. Durch Drehen des Einstellknopfes 64 ist das Dosiervolumen einstellbar. Ein darunter im Pipettengehäuse 2 angeordnetes Zähl werk 65 zeigt das jeweils eingestellte Dosiervolumen an. Der Einstellknopf 64 und/oder das Zählwerk 65 ist mit der Übertragungsmechanik 15 gekoppelt. Die Übertragungsmechanik 15 ist ausgebildet, entsprechend dem jeweils eingestellten Dosiervolumen den Hub der Hubstange 17 zu verändern, der durch die Verlagerung des Bedienelementes 18 nach unten ausgeführt wird.
Gemäß Fig. 1 bis 4 ist auf den Zapfen 4 eine Pipettenspitze 66 aufgesteckt, die einen Spitzenzylinder 67 und einen Spitzenkolben 68 umfasst. Der Spitzenzylinder 67 hat einen rohrförmigen Körper 69, der eine Spitzenöffnung 70 am unteren Ende, einen eine Aufstecköffnung 71 aufweisenden Kragen 72 am oberen Ende und am inneren Elmfang des Kragens 72 einen Verbindungsbereich 73 zum Aufklemmen auf den Zapfen 4 aufweist. Der Verbindungsbereich 73 hat eine zum Zapfen 4 komplementäre Kontur, die unten einen konischen unteren Verbindungsabschnitt 74 zum Aufnehmen des konischen unteren Zapfenabschnittes 7, darüber einen umlaufenden Wulst 75 zum Eingreifen in die Ringnut 8 des Zapfens 4 und darüber einen konischen oberen Verbindungsabschnitt 76 zum Aufnehmen des zylindrischen oberen Zapfenabschnittes 6 aufweist. Der untere Verbindungsabschnitt 74, der Wulst 75 und der obere Verbindungsabschnitt 76 bilden zweite Mittel zum formschlüssigen Verbinden der Pipettenspitze 66 mit der Pipette 1.
Elnterhalb des Verbindungsbereiches 73 weist der rohrförmige Körper 69 einen zylindrischen Kolbenlaufbereich 77 auf. Darunter hat der rohrförmige Körper 69 einen nach unten sich verjüngenden Spitzenabschnitt 78 mit der Form eines
Hohlkegelstumpfes. Der Spitzenabschnitt 78 ist in Fig. 4 gezeigt und in den übrigen Zeichnungen aus Vereinfachungsgründen weggelassen.
In den rohrförmigen Körper 69 ist der Spitzenkolben 68 eingesetzt. Dieser umfasst einen Kolben 79, der in dem Kolbenlaufbereich 77 geführt ist. Von dem Kolben 79 steht eine Kolbenstange 80, die einen geringeren Durchmesser als der Kolben 79 aufweist, nach oben vor. Die Kolbenstange 80 hat einen unteren Stangenabschnitt 81 mit einem größeren Durchmesser und darüber einen oberen Stangenabschnitt 82 mit einem gegenüber dem unteren Stangenabschnitt 81 kleineren Durchmesser. Auf dem unteren Stangenabschnitt 81 hat die Kolbenstange 80 eine außen umlaufende Klemmnut 83.
Gemäß Fig. 12 umfasst eine Pipettenspitzenfamilie fünf verschiedene Pipettenspitzentypen. Hierbei handelt es sich um Pipettenspitzen 66.1 bis 66.5 mit unterschiedlichen Nennvolumen von 10 mΐ (Fig. 12a), 25 mΐ (Fig. 12b), 100 mΐ (Fig. 12c), 250 mΐ (Fig. 12d) und 1000 mΐ (Fig. 12e). Bei sämtlichen Pipettenspitzen 66.1 bis 66.5 von Fig. 12 befindet sich der Spitzenkolben 68.1 bis 68.5 in einer Position, in der er so tief wie möglich in den Spitzenzylinder 67.1 bis 67.5 eingeschoben ist.
Das Einschieben des Spitzenkolbens 68.1 bis 68.3 in den Spitzenzylinder 67.1 bis 67.3 ist bei den kleineren Pipettenspitzen 66.1 bis 66.3 mit einem Nennvolumen von 10, 25 und 100 mΐ durch das Aufsitzen einer am Spitzenkolben 68.1 bis 68.3 zwischen Kolbenstange 80.1 bis 80.3 und Kolben 79.1 bis 79.3 angeordneten Scheibe 84.1 bis 84.3 auf einem Absatz 85.1 bis 85.3 im Spitzenzylinder 67.1 bis 67.3 begrenzt. Die beiden größeren Pipettenspitzen 66.4, 66.5 mit einem Nennvolumen von 250 mΐ und 1000 mΐ haben ebenfalls eine Scheibe 84.4, 84.5, die der Zentrierung des Spitzenkolbens 68.4, 68.5 im Spitzenzylinder 67.4, 67.5 dient. Bei den Pipettenspitzen 66.4 bis 66.5 wird die tiefste Stellung des Spitzenkolbens
68.4 bis 68.5 (zusätzlich) durch das Aufsetzen eines konischen Kolbens 79.4 bis
79.5 auf einem konischen Spitzenabschnitt 78.4 bis 78.5 am unteren Ende des Spitzenzylinders 67.3 bis 67.5 definiert.
Die unterschiedlichen Nennvolumen sind durch die unterschiedliche Höhe des Kragens 72.1 bis 72.5 des Spitzenzylinders 67.1 bis 67.5 gekennzeichnet. Die Höhe des Kragens 72.1 bis 72.5 ist durch den Abstand des oberen Randes des Kragens vom Wulst 75.1 bis 75.5 gegeben.
Die Pipettenspitzen 66.1, 66.3 mit einem Nennvolumen von 10 mΐ und 100 mΐ bilden eine erste Unterfamilie 86.1. Bei diesen nehmen die oberen Enden der
Kolbenstangen 80.1, 80.3 in der tiefsten Stellung der Spitzenkolben 68.1, 68.3 dieselben Positionen oberhalb von Sitzbereichen 87.1, 87.3 ein, die durch den umlaufenden Wulst 75.1, 75.3 definiert sind.
Die Pipettenspitzen 66.2, 66.4 mit einem Nennvolumen von 25 mΐ und 250 mΐ bilden eine zweite Unterfamilie 86.2. Bei diesen haben die oberen Enden der
Kolbenstangen 80.2, 80.4 in der tiefsten Stellung der Spitzenkolben 68.2, 68.4 dieselbe Position unterhalb der Sitzbereiche 87.2, 87.4, die durch die Wulste 75.2, 75.4 definiert werden.
Die Pipettenspitze 66.5 mit einem Nennvolumen von 1000 mΐ bildet eine dritte Unterfamilie 86.3. Diese besteht aus nur einem einzigen Familienmitglied. Bei dieser Unterfamilie 86.3 ist das obere Ende der Kolbenstange 80.5 in der tiefsten Stellung des Spitzenkolbens 68.5 etwa auf dem Niveau des oberen Randes des Sitzbereiches 87.5 angeordnet, der durch den Wulst 75.5 definiert ist.
Gemäß Fig. 13 bis 15 sind die Pipetten 1.1 bis 1.3 für das Pipettieren mit verschiedenen Pipettenspitzen 66.1 bis 66.5 unterschiedlich ausgebildet. Gemäß Fig. 13 ist die Pipette 1.3 für das Pipettieren mit Pipettenspitzen 66.5 der dritten Unterfamilie 86.3 im Bereich von 100 mΐ bis 1000 mΐ ausgebildet. Gemäß Fig. 14 ist die Pipette 1.1 für das Pipettieren mit Pipettenspitzen 66.1, 66.3 der ersten Unterfamilie 86.1 im Bereich von 1 mΐ bis 100 mΐ ausgebildet. Gemäß Fig. 15 ist die Pipette 1.2 für das Pipettieren mit Pipettenspitzen 66.2, 66.4 der zweiten Unterfamilie 86.2 im Bereich von 2,5 mΐ bis 250 mΐ ausgebildet.
In den Fig. 13 bis 15 ist der Spitzenkolben 68 jeweils in der tiefsten Stellung im Spitzenzylinder 67 angeordnet. Die Position, die das obere Ende der Kolbenstange 80 in dieser Situation einnimmt, wird in dieser Anmeldung als „Ausgangsposition“ bezeichnet.
Fig. 13a zeigt die Pipette 1.3 zum Pipettieren von Volumen bis 1000 mΐ mit einer aufgesteckten Pipettenspitze 66.5 mit einem Nennvolumen von 1000 mΐ. In der Ausgangsposition befindet sich das obere Ende der Kolbenstange 80.5 annähernd auf demselben Niveau wie der obere Rand des Wulstes 75.5 des Spitzenzylinders 67.5. Der Kragen 72.5 der Pipettenspitze 66.5 steht bezüglich des Wulstes 75.5 über eine für die Pipettenspitze 66.5 mit einem Nennvolumen von 1000 mΐ spezifische Länge nach oben vor.
Gemäß Fig. 13b kann die Pipettenspitze 66.1 nicht mit der Pipette 1.3 gebraucht werden. Der obere Rand des Kragens 72.1 drückt nämlich das vierte Abtastelement 62 gegen einen oberen Anschlag, sodass die Pipettenspitze 66.1 nicht weiter auf den Zapfen 4 aufgeschoben werden kann. Infolgedessen drückt die Kolbenstange 80.1 das erste Abtastelement 44 nicht weit genug nach oben in die Pipette 1.3, wodurch das Bedienelement 18 nicht in die Pipettierstellung mittig im ersten Gehäuseschlitz
60 über den zweiten Gehäuseschlitz 61 verlagert wird. Die zur Seite geschwenkte Stellung des Bedienelements 18 im ersten Gehäuseschlitz 60 verhindert ein Pipettieren.
Gemäß Fig. 13c kann eine Pipettenspitze 66.3 nicht mit der Pipette 1.3 gebraucht werden. Das obere Ende der Kolbenstange 80.3 drückt nämlich das erste Abtastelement 44 hoch, um die Sperrhülse 51 in die Sperrposition zu verlagern. Zu diesem Zeitpunkt wird jedoch der Zapfen 4 durch den Wulst 75.3 zusammengedrückt, sodass die Sperrhülse 51 nicht in die Sperrposition gelangt und somit die weitere Drehbewegung der Drehhülse 33 und des Bedienelements 18 blockiert. Dadurch verharrt auch hier das Bedienelement 18 in einer seitlichen Stellung zwischen Abwurfstellung und Pipettierstellung innerhalb des ersten Gehäuseschlitzes 60, was ebenfalls ein Pipettieren verhindert.
Gemäß Fig. 13d ist die Pipettenspitze 66.2 auf den Zapfen 4 aufgeschoben und drückt die das vierte Abtastelement 62 gegen den oberen Anschlag. Der Wulst 75.2 greift nicht in die Ringnut 8 ein und die Kolbenstange 80.2 ist zu kurz, um das erste Abtastelement 44 hochzudrücken. Das Bedienelement 18 wird infolgedessen nicht im ersten Gehäuseschlitz 60 in die Pipettierstellung mittig über den zweiten Gehäuseschlitz 61 verlagert. Die Klemmfeder 30 greift nicht in die Klemmnut 83.2 ein. Ein Pipettieren ist nicht möglich.
Gemäß Fig. 13e ist zwar die Pipettenspitze 66.4 auf die Pipette 1.3 aufgeklemmt, wobei der Wulst 75.4 mit der Nut 8 und die Klemmfeder 30 mit der Klemmnut 88.4 verschnappt ist. Die Kolbenstange 80.4 ist jedoch zu kurz, um das erste Abtastelement 44 so weit hochzudrücken, dass das Bedienelement 18 innerhalb des ersten Schlitzes 60 in die Pipettierstellung mittig oberhalb des zweiten Schlitzes 61
verlagert wird. Auch wird die Sperrhülse 51 nicht in die Sperrposition verlagert. Hierdurch wird insgesamt das Pipettieren verhindert.
Gemäß Fig. 14a ist eine Pipettenspitze 66.1 mit einem Nennvolumen von 10 mΐ auf die Pipette 1.1 zum Pipettieren von Volumen bis 100 mΐ aufgesteckt. Das obere Ende der Kolbenstange 80.1 steht in der Ausgangsposition über eine bestimmte Länge nach oben bezüglich des Wulstes 75.1 des Spitzenzylinders 67.1 vor. Der Kragen 72.1 der Pipettenspitze 66.1 steht bezüglich des Wulstes 75.1 über eine Länge nach oben vor, die spezifisch für die Pipettenspitze 66.1 mit einem Nennvolumen von 10 mΐ ist.
Gemäß Fig. 14b ist eine Pipettenspitze 66.3 mit einem Nennvolumen von 100 mΐ auf die Pipette 1.1 aufgesteckt. Bei der Pipettenspitze 66.3 steht das obere Ende der Kolbenstange 80.3 um dieselbe Höhe über den Wulst 75.3 hinaus, wie bei der Pipettenspitze 66.1. Der Kragen 72.3 der Pipettenspitze 66.3 steht über eine Länge von dem Wulst 75.3 nach oben vor, die für die Pipettenspitze 66.3 spezifisch ist.
In Fign. 14c, d und e sind die Pipettenspitzen 66.2, 66.4 und 66.5 zwar auf die Pipette 1.1 aufgeklemmt. Die Kolbenstangen 80.2, 80.4, 80.5 sind jedoch zu kurz, sodass aus den zu Fig. 13e angeführten Gründen ein Pipettieren nicht möglich ist.
Gemäß Fig. 15a ist eine Pipettenspitze 66.2 mit einem Nennvolumen von 25 mΐ auf die Pipette 1.2 zum Pipettieren von Proben mit einem Volumen von bis zu 250 mΐ aufgesteckt. Das obere Ende der Kolbenstange 80.2 der Pipettenspitze 66.2 ist um eine bestimmte Länge unterhalb des Wulstes 75.2 angeordnet. Der Kragen 72.2 der Pipettenspitze 66.2 steht bezüglich des Wulstes 75.2 um eine Länge nach oben vor, der für die Pipettenspitze 66.2 spezifisch ist.
Gemäß Fig. 15b ist eine Pipettenspitze 66.4 mit einem Nennvolumen von 250 mΐ auf die Pipette 1.2 aufgesteckt. In der Ausgangsposition ist das obere Ende der Kolbenstange 80.4 der Pipettenspitze 60.4 um dieselbe Länge unterhalb des Wulstes
75.4 angeordnet, wie bei der Pipettenspitze 66.2. Der Kragen 72.4 der Pipettenspitze
66.4 steht um eine Länge bezüglich des Wulstes 75.4 nach oben vor, die für die Pipettenspitze 66.4 spezifisch ist.
Gemäß Fig. 15c, 15d, 15e greift der Wulst 75.1, 75.3, 75.5 der Pipettenspitzen 66.1, 66.3, 66.5 nicht in die Ringnut 8 ein, sodass aus den zu Fig. 13b genannten Gründen kein Pipettieren möglich ist. Hierbei hat der Kragen 72.1 der Pipettenspitze 66.1 das vierte Abtastelement 62 gegen den Anschlag geschoben.
Ferner sind die Kolbenstangen 80.1, 80.3 und 80.5 der Pipettenspitzen 66.1, 66.3 und 66.5 jeweils zu lang, sodass aus den zu Fig. 13c genannten Gründen ein Pipettieren nicht möglich ist.
Die Abwurfeinrichtung 31 und die Sperreinrichtung 50 sind Bestandteile einer mit dem ersten Abtastelement 44 gekoppelten mechanischen Steuereinrichtung 88, welche die Pipette 1 in Abhängigkeit von der abgetasteten Kolbenstange 80 in einen das Pipettieren ermöglichenden oder nicht ermöglichen Zustand versetzt.
Die Pipette 1 kann folgendermaßen verwendet werden:
Gemäß Fig. 1 und 8 ist in einem Ausgangszustand eine Pipettenspitze 66 an der Pipette 1 gehalten. Der Sitzbereich 87 ist durch Eingreifen des Wulstes 75 in die Ringnut 8 formschlüssig mit dem Zapfen 4 verbunden. Das Bedienelement 18 befindet sich in der Ausgangsposition am oberen Ende des zweiten Ge-
häuseschlitzes, in der in beiden Richtungen in den ersten Gehäuseschlitz hineindreh bar ist. Der maximale Drehwinkel ist begrenzt durch die Ausdehnung der ersten und zweiten Nuten 41, 43 in Umfangsrichtung oder des ersten Gehäuseschlitzes, je nach dem, welche Ausdehnung geringer ist.
Die Sperrhülse 51 ist gemäß Fig. 4 in der tiefsten Stellung angeordnet, sodass sie ein unbeabsichtigtes Ablösen der Pipettenspitze 66 vom Zapfen 4 verhindert. Für die Auflösung der formschlüssigen Verbindung wäre nämlich eine radiale Verengung des Zapfens 4 erforderlich, welche die Sperrhülse 51 in dieser Stellung nicht zulässt. Der Spitzenkolben 68 ist mit dem oberen Stangenabschnitt 82 in der Aufnahme 27 der Hubstange 17 festgeklemmt.
Das vierte Abtastelement 62 wird von der vorgespannten Schraubenfeder 63 gegen den oberen Rand der Pipettenspitze 66 gedrückt. Die Position des vierten Abtastelementes 62 hängt von der Höhe des Kragens 72 der aufgesteckten Pipettenspitze 66 ab bzw. von der Länge, um die der Kragen 72 bezüglich des Wulstes 75 vorsteht. Die Höhe des Kragens 72 ist kennzeichnend für das Nennvolumen der verwendeten Pipettenspitze 66. Das vierte Abtastelement 62 ist über einen nicht gezeigten Schieber oder eine andere Übertragungseinrichtung mit einer Blende oder einer anderen Bereichseinstelleinrichtung am Zählwerk 65 gekoppelt. Infolgedessen zeigt das Zählwerk 65 das Volumen an, das bei dem mittels des Bedienelementes 18 eingestellten Hub mit der jeweils aufgesteckten Pipettenspitze 66 pipettiert werden kann. Ausführungsarten der Pipette, die eine Abtasteinrichtung zum Abtasten der Höhe des Kragens der Pipettenspitze aufweist, sowie einer Pipettenspitzenfamilie, bei der Pipettenspitzen unterschiedlichen Typs (z.B. mit unterschiedlichem Nennvolumen) unterschiedlich hohe Kragen aufweisen, sind in der europäischen Patentanmeldung EP 18 168 763.3 beschrieben.
Für die Aufnahme von Flüssigkeit wird die Pipette 1 mit dem unteren Ende der da ran gehalten Pipettenspitze 66 in eine Flüssigkeit eingetaucht. Danach wird das Be dienelement 18 nach unten gedrückt. Diese Bewegung wird von der Übertra gungseinrichtung 15 in eine Hubbewegung der Hubstange 17 umgesetzt. Infolgedes sen wird der Spitzenkolben 68 nach oben verlagert. Hierbei nimmt der obere Stangenabschnitt 82 das erste Abtastelement 44 mit, sodass der erste Führungszapfen 49 im vertikalen Teil 42 der Y-förmigen ersten Nut 41 nach oben gleitet. Währenddessen behält die Sperrhülse 45 ihre Position bei. Dies ist in Fig. 9 gezeigt.
Wenn das Bedienelement 18 den eingestellten Hub ausgeführt hat, ist die Pipetten spitze 66 mit einer bestimmten Flüssigkeitsmenge gefüllt. Danach wird das Bedien element 18 entlastet und durch die Federeinrichtung zurück nach oben bis zur An lage am Stützring 56 verlagert. Für die Abgabe dieser Flüssigkeitsmenge kann die Pipette 1 mit der Pipettenspitze 66 auf ein anderes Gefäß ausgerichtet werden. Durch erneutes Drücken des Bedienelementes 18 nach unten wird die Hubstange 17 nach unten verlagert und die Flüssigkeitsmenge abgegeben. Hierbei gleitet der erste Füh rungszapfen 49 nach unten bis zum Knotenpunkt der ersten Nut 41.
Der bei der Aufnahme und Abgabe von Flüssigkeit vom Bedienelement 18 ausge führte Hub hängt von der eingestellten Flüssigkeitsmenge ab.
Die Aufnahme und Abgabe von Flüssigkeit kann mehrfach durchgeführt werden.
Zum Abwerfen der Pipettenspitze 66 wird das Bedienelement 18 aus der Pipettierstellung nach rechts oder nach links in eine Abwurfstellung geschwenkt. Hierdurch wird die Drehhülse 33 gedreht, sodass die zweite Nut 43 den zweiten Führungszapfen 55 und damit die Sperrhülse 51 nach oben verlagert, bis die
Sperrhülse 51 den Zapfen 4 soweit freigegeben hat, dass dieser radial nach innen verformbar ist. Hierfür wird vorzugsweise die Sperrhülse 51 aus der Durchgangsbohrung 5 herausgezogen. Ferner wird durch das Drehen der Drehhülse 33 der erste Führungszapfen 49 in einem der beiden seitlichen Abschnitte des unteren Teils der ersten Nut 41 nach unten verlagert, sodass das erste Abtastelement 44 gegen den Spitzenkolben 68 drückt, der unten am Spitzenabschnitt 78 abgestützt ist. Hierbei übt der Wulst 75 eine radiale Kraft auf den Zapfen 4 aus, sodass dieser verengt und die formschlüssige Verbindung zwischen Pipettenspitze 66 und Zapfen 4 aufgelöst wird. Hierdurch wird die Pipettenspitze 66 vom Zapfen 4 gelöst. Dies ist in Fig. 10 gezeigt. Das Abstreifen der Pipettenspitze 66 vom Zapfen 4 kann noch durch das vierte Abtastelement 62 unterstützt werden, das von der vorgespannten Schraubenfeder 63 gegen den oberen Rand der Pipettenspitze 66 gedrückt wird.
Wenn die gebrauchte Pipettenspitze 66 vom Zapfen 4 gelöst ist, kann eine neue Pipettenspitze 66 mit dem Zapfen 4 verbunden werden. Hierfür kann die Pipette 1 mit dem Zapfen 4 in die Aufstecköffnung 71 einer in einem Träger bereitgehalten Pipettenspitze 66 eingeführt werden. Hierbei wird das vierte Abtastelement 62 nach oben verlagert und die Schraubenfeder 63 vorgespannt. Hierdurch wird die Anzeige des Zählwerks 65 auf die aufgesteckte Pipettenspitze 66 eingestellt. Ferner drückt der obere Stangenabschnitt 82 gegen die Unterseite des ersten Abtastelements 44, sodass der erste Führungszapfen 49 bis zur ersten Verzweigungsstelle der ersten Nut 41 gleitet. Hierbei wird die Drehhülse 33 im Pipettengehäuse 2 gedreht, bis sich das Bedienelement 18 in der Pipettierstellung befindet. Zugleich gleitet hierbei der zweite Führungszapfen 55 zum Tiefpunkt in der zweiten Nut 43. Hierdurch wird die Sperrhülse 51 in die Sperrposition von Fig. 4 verlagert, in der sie ein Ablösen der Pipettenspitze 66 vom Zapfen 4 verhindert.
Das Verbinden des Spitzenkolbens 68 mit der Hubstange 17 sowie das Pipettieren kann in der zuvor beschriebenen Weise erfolgen.
In Fig. 16 ist eine Pipettenspitze 66.6 gezeigt, die sich von der Pipettenspitze 66.5 von Fig. 15e dadurch unterscheidet, dass die Kolbenstange 80.6 unterhalb der Klemmnut 83.6 am unteren Ende des unteren Stangenabschnittes 81.6 einen Anschlag 89.1 aufweist. Der Anschlag 89.1 ist durch die Oberseite eines sich nach oben erweiternden Konusabschnittes 90.1 gebildet. Alternativ ist der Anschlag 89.1 durch die Oberseite einer Scheibe oder durch mehrere auf derselben Höhe über den Umfang der Kolbenstange 80.6 verteilte, nach außen vorstehende Vorsprünge gebildet.
Der Anschlag 89.1 ist so positioniert, dass die Kolbenstange 80.6 so weit in die Aufnahme 27 eingeschoben werden kann, bis die Klemmfeder 30 in die Klemmnut 83.6 eingreift. Durch die Anlage des Anschlages 89.1 am Rand des Loches 25 wird ein weiteres Einschieben der Kolbenstange 80.6 in die Aufnahme 27 verhindert. Ein Herausziehen des Spitzenkolbens 68.6 aus der Aufnahme 27 ist nur unter Überwindung der Klemmkraft der Klemmfeder 30 möglich. Infolgedessen wird der Spitzenkolben 68.6 sowohl nach oben als auch nach unten unverrückbar von der Hubstange 17 gehalten. Pipettierfehler beim Aufnehmen und Abgeben der Flüssigkeit werden hierdurch vermieden.
Gemäß Fig. 17 umfasst eine Pipettenspitzenfamilie fünf verschiedene Pipettenspitzentypen. Hierbei handelt es sich um Pipettenspitzen 66.7 bis 66.11 mit unterschiedlichen Nennvolumen von 10 mΐ (Fig. 17a), 25 mΐ (Fig. 17b), 100 mΐ (Fig. 17c), 250 mΐ (Fig. 17d) und 1.000 mΐ (Fig. 17e). Bei sämtlichen Pipettenspitzen 66.7 bis 66.11 von Fig. 17 befindet sich der Spitzenkolben 86.7 bis 86.11 in einer
Position, in der er so tief wie möglich in den Spitzenzylinder 67.7 bis 67.11 eingeschoben ist.
Die Pipettenspitzen 66.7 bis 66.11 unterscheiden sich von den Pipettenspitzen 66.1 bis 66.5 im Wesentlichen dadurch, dass die Kolbenstangen 80.7 bis 80.11 breite Ringnuten 83.7 bis 83.11 anstatt der schmalen Klemmnuten 83.1 bis 83.5 aufweisen. Ferner weisen die Kolbenstangen 80.7 bis 80.11 Klemmnuten 83.7 bis 83.11 am unteren Ende des unteren Stangenabschnittes 81.7 bis 81.11 auf, der jeweils einen Anschlag 89.2 bis 89.6 aufweist. Jeder Anschlag 89.2 bis 89.6 bildet zugleich eine untere Begrenzung der darüber angeordneten Ringnut 83.7 bis 83.11. Die Anschläge 89.2 bis 89.6 sind jeweils durch die Oberseite eines sich nach oben erweiternden Konusabschnittes 90.2 bis 90.6 gebildet. Alternativ sind die Anschläge 89.2 bis 89.6 durch die Oberseite einer Scheibe oder durch mehrere auf derselben Höhe über den Umfang der Kolbenstange 80.7 bis 80.11 verteilte, nach außen vorstehende Vorsprünge gebildet.
Die Spitzenkolben 68.7 bis 68.11 sind so ausgebildet, dass sie formschlüssig mit einer Hubstange 17 verbindbar sind, die am unteren Ende mehrere Schlitze aufweist, wobei die zwischen den Schlitzen verbleibenden Segmente der Hubstange 17 nach innen vorstehende Haken bilden, die geformt und bemessen sind, in die Klemmnuten 83.7 bis 83.11 an den Kolbenstangen 80.7 bis 80.11 einzuschnappen. Eine Hubstange 17 und ihr Zusammenwirken mit einem Spitzenkolben ist insbesondere in Fig. 12a, 13 und 14 der DE 102020 118 587.1 beschrieben.
Die Kolbenstangen 80.7 bis 80.11 sind in die axiale Bohrung 24 der Hubstange 17 einschiebbar, bis der Anschlag 89.2 bis 89.6 am unteren Ende der Hubstange anliegt. Dann greifen die Haken in die Ringnut 83.7 bis 83.11 ein. Ein weiteres Einschieben der Kolbenstange 80.7 bis 80.11 in die Hubstange wird hierdurch verhindert. Ein
Herausziehen des Spitzenkolbens 68.7 bis 68.11 aus der Aufnahme ist nur unter Überwindung der Federkraft des unteren Endes der Hubstange 17 möglich. Falls die Pipette gemäß DE 10 2020 118 587.1 mit einer Sperrhülse versehen ist, kann der Kolben nur von der Hubstange 17 gelöst werden, wenn die Sperrhülse aus der Sperrsteilung weg nach oben in eine Freigabestellung verlagert wird. Hierdurch wird der Spitzenkolben 68.7 bis 68.11 unverrückbar an der Hubstange 17 gehalten und werden Pipettierfehler beim Aufnehmen und Abgeben der Flüssigkeit vermieden.
Wie bei den Pipettenspitzen von Fig. 12 sind bei den Pipettenspitzen von Fig. 17 die unterschiedlichen Nennvolumen durch die unterschiedliche Höhe des Kragens 72.7 bis 72.11 des Spitzenzylinders 67.7 bis 67.11 gekennzeichnet. Die Höhe des Kragens 72.7 bis 72.11 ist durch den Abstand des oberen Randes des Kragens vom Wulst 75.7 bis 75.11 gegeben.
Wie bei den Pipettenspitzen von Fig. 12 nehmen bei den Pipettenspitzen derselben Unterfamilie von Fig. 17 die oberen Enden der Kolbenstangen 80.7 bis 80.11 in der tiefsten Stellung des Spitzenkolbens 68.7 bis 68.11 dieselben Positionen oberhalb von Sitzbereichen 87.7 bis 87.11 ein, die durch den umlaufenden Wulst 75.7 bis 75.11 definiert sind. So bilden die Pipettenspitzen 66.7, 66.9 mit einem Nennvolumen von 10 mΐ und 100 mΐ eine erste Unterfamilie 86.4, bei der die oberen Enden der Kolbenstangen 80.7, 80.9 in der tiefsten Stellung dieselbe Position oberhalb der Wulste 75.7, 75.9 einnehmen.
Ferner bilden die Pipettenspitzen 66.8, 66.10 mit einem Nennvolumen von 25 mΐ und 250 mΐ eine zweite Unterfamilie 86.5, bei der die oberen Enden der Kolbenstangen 80.8, 80.10 in der tiefsten Stellung der Spitzenkolben 68.8, 68.10 dieselbe Position auf derselben Höhe wie die Wulste 75.8, 75.10 einnehmen.
Schließlich bildet die Pipettenspitze 66.11 mit einem Nennvolumen von 1.000 mΐ eine dritte Unterfamilie 86.6, die aus nur einem einzigen Familienmitglied besteht. Bei dieser Unterfamilie 86.6 befindet sich das obere Ende der Kolbenstange 80.11 in der tiefsten Stellung des Spitzenkolbens 68.11 oberhalb des Wulstes 75.11, und zwar etwa nur halb so weit oberhalb des Wulstes, wie bei den Pipettenspitzen 66.7, 66.9 der Unterfamilie 86.4.
Bezugszeichenliste: Pipette Pipettengehäuse Schaft Zapfen Durchgangsbohrung oberer Zapfenabschnitt unterer Zapfenabschnitt Ringnut Klemmbereich Schlitz Schlitz Antriebsrichtung Übertragungselement Übertragungsstange Übertragungsmechanik Antriebselement Hubstange Bedienelement Bedienhebel Steg Trägerplatte erster gekrümmter Schlitz erste Randaussparung axiale Bohrung Loch Längsschlitz
Aufnahme Klemmfedernut 1 Klemmschlitz 2 Klemmschlitz Klemmfeder Abwurfeinrichtung Kurventräger Drehhülse Aussparung Aussparung Basis Sektor Sektor erste Kurve zweite Kurve erste Nut vertikaler Teil zweite Nut erstes Abtastelement oberer Abwurfstangenabschnitt unterer Abwurfstangenabschnitt Verbindungsstangenabschnitt zweites Abtastelement erster Führungszapfen Sperreinrichtung Sperrhülse Steuerstange zweiter Verbindungsstangenabschnitt
drittes Abtastelement zweiter Führungszapfen Stützring Mantel zweiter gekrümmter Schlitz zweite Randaussparung erster Gehäuseschlitz zweiter Gehäuseschlitz viertes Abtastelement Schraubenfeder Einstellknopf 5 Zählwerk 6 Pipettenspitze 7 Spitzenzylinder 8 Spitzenkolben 9 Körper 0 Spitzenöffnung 1 Aufstecköffnung 2 Kragen 3 Verbindungsbereich 4 unterer Verbindungsabschnitt5 Wulst 6 oberer Verbindungsabschnitt7 Kolbenlaufbereich 8 Spitzenabschnitt 9 Kolben 0 Kolbenstange 1 unterer Stangenabschnitt
oberer Stangenabschnitt Klemmnut Scheibe Absatz Unterfamilie Sitzbereich Steuereinrichtung Anschlag Konusabschnitt