Beschreibung
Elektrische Ladevorrichtung für ein Kraftfahrzeug
Die Erfindung betrifft eine elektrische Ladevorrichtung für ein Kraftfahrzeug, insbesondere ein Elektro- oder Hybridkraftfahrzeug, mit einer kraftfahrzeug seitigen Ladesteckdose und einem ladesäulenseitigen Ladestecker, oder umgekehrt, und mit einem motorisch durch einen Antrieb verfahrbaren Riegelelement zur lösbaren Verriegelung des Ladesteckers in der Ladesteckdose, wobei der Antrieb in einem Gehäuse angeordnet ist, aus welchem das Riegelelement mit durch den Antrieb variierbarem Stellweg auftaucht, und wobei zur Notentriegelung des Riegelelementes ein mit Hilfe eines Werkzeuges manuell beaufschlagbares Betätigungselement vorgesehen ist.
Akkumulatoren von Elektro- oder Hybridkraftfahrzeugen müssen regelmäßig mit elektrischer Energie versorgt werden. Das geschieht unter Rückgriff auf eine Ladeinfrastruktur, zu welcher typischerweise eine oder mehrere Ladesäulen gehören. Für den Ladevorgang mit elektrischer Energie wird im Allgemeinen der Ladestecker der Ladesäule mit der kraftfahrzeugseitigen Ladesteckdose ge koppelt. Es kann aber auch umgekehrt vorgegangen werden. Dann ist die Ladesäule mit der Ladesteckdose ausgerüstet, wohingegen kraftfahrzeugseitig der Ladestecker realisiert ist.
Die lösbare Verriegelung des Ladesteckers gegenüber der Ladesteckdose ist erforderlich, um beispielsweise Gesundheitsgefährdungen von Benutzern zu vermeiden. Denn an dieser Stelle wird im Allgemeinen mit Hochspannung ge arbeitet, die mehrere 100 V betragen kann. Außerdem stellt die Verriegelung sicher, dass ausschließlich zuvor identifizierte Benutzer die von der Ladesäule zur Verfügung gestellte Energie auch rechtmäßig beziehen und Missbrauch verhindert wird. Zu diesem Zweck findet meistens vor einem solchen Ladevor-
gang eine Identifizierung des Bedieners und eine Berechtigungsprüfung mit Hilfe eines Identifikationssignals statt, wie dies grundsätzlich in der WO 2010/149426 A1 beschrieben wird.
Die Verstellung des Riegelelementes wird im Stand der Technik nach der CN 2029695855 U typischerweise mit Hilfe eines elektromotorischen Antriebes vorgenommen. Der elektromotorische Antrieb setzt sich seinerseits aus einem Elektromotor und einem nachgeschalteten oftmals mehrstufigen Getriebe zu sammen. Das mehrstufige Getriebe arbeitet seinerseits über einen Nocken auf das Riegelelement.
Darüber hinaus kennt man Lösungen im Stand der Technik nach der DE 102011 10809 A1 , bei welchen eine Verriegelungsvorrichtung realisiert ist, die mit einem mechanischen Riegel arbeitet. Der mechanische Riegel kann elektromotorisch betrieben werden. Auf diese Weise greift der mechanische Riegel in Nuten am Ladestecker ein und sorgt so dafür, dass der Stecker bzw. Ladestecker mit Hilfe der Verriegelungseinrichtung im Innern der Ladesteckdose verriegelt wird.
Eine andere Verriegelungsvorrichtung insbesondere für einen Ladestecker ist durch die gattungsbildende DE 102011 050783 A1 bekannt geworden. Auch in diesem Fall ist ein elektromechanischer Antrieb für das Riegelelement vorgesehen, mit dessen Hilfe ein Wechsel zwischen einer Verriegelungsstellung und Entriegelungsstellung des Riegelelementes vorgenommen werden kann. Außerdem wird bereits eine Notentriegelung für einen Notfall angesprochen. Im Rahmen der Notentriegelung wird das Sperrmittel aus einer Verriegelungsstel lung in seine Entriegelungsstellung überführt.
Ein solcher Notfall bzw. eine Notentriegelung ist unter anderem dann erforderlich, wenn die Fahrzeugelektronik oder der Antrieb für das Riegel element bzw. Sperrmittel ausfällt. Als Folge hiervon kann der Ladestecker nicht
mehr vom Fahrzeug entfernt werden. Dadurch ist eine Weiterfahrt oder auch ein Abschleppen des Fahrzeuges kaum möglich.
Bei der DE 10 2011 050 783 A1 dient für die Notentriegelung letztendlich ein Zugmittel, mit dessen Hilfe zumindest ein Teil des Riegelelementes im Notfall bewegt werden kann. Bei dem Zugmittel kann es sich um ein Seil, einen Bowdenzug oder eine Stange bzw. einen Hebel handeln, welcher im Fahrzeug innenraum endet, wodurch das von einem Benutzer im Notfall bedient werden kann. Insofern stellt das Zugmittel beispielsweise in Verbindung mit einem Hebel das zuvor angesprochene Werkzeug und hierdurch manuell beaufschlag bare Betätigungselement dar. Eine derartige Lösung ist konstruktiv aufwändig. Flinzukommt, dass die Notentriegelung im beschriebenen Fall praktisch nur vom Innenraum des Kraftfahrzeuges her - und nicht von außen - vorgenommen werden kann. Das ist dann problematisch, wenn das Kraftfahrzeug nicht mehr geöffnet werden kann.
Zu diesem Zweck schlägt der weitere gattungsbildende Stand der Technik nach der DE 10 2013 222 509 A1 ein Lademodul für die Aufladung von elektrischen Speichermedien elektrisch angetriebener Kraftfahrzeuge vor. Dabei ist eine mit Hilfe eines Betätigungselementes manuell betätigbare Notentriegelungsvorrich tung vorgesehen, mit deren Hilfe das Riegelelement in seine Entriegelungs stellung überführt werden kann. Außerdem wird ein Werkzeug angesprochen, mit dessen Hilfe eine manuelle Betätigungskraft auf das Betätigungselement der Notentriegelungsvorrichtung übertragen werden kann.
Die bekannte Notentriegelung ist zwar generell von außen her bei einer geöff neten Klappe zur Abdeckung der Ladesteckdose zugänglich. Allerdings handelt es sich bei dem Betätigungselement um einen mit dem Riegelelement verbun denen Schwenkhebel, welcher außen an einem den Antrieb und das Riegelelement aufnehmenden Gehäuse angebracht ist. Zusätzlich ist eine durch eine dünne Trennschicht aus einer Kunststofffolie verschlossene Durch-
lassöffnung für das Werkzeug vorgesehen. Die Trennschicht bzw. Durchlass öffnung verschließt temporär eine zusätzliche Führung. Die Führung ist auf das Betätigungselement bzw. den Schwenkhebel gerichtet und dient zur definierten translatorischen Bewegung des Werkzeuges. Daraus resultiert erneut ein relativ hoher konstruktiver Aufwand. Flinzukommt, dass die Führung bei der bekannten Lehre nach der DE 102013222509 A1 an das zu benutzende Werkzeug ebenso wie an das Kraftfahrzeug selbst angepasst werden muss, was eine universelle Notentriegelung erschwert. Hier will die Erfindung insgesamt Abhilfe schaffen.
Der Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, eine derartige Ladevor richtung für ein Kraftfahrzeug so weiter zu entwickeln, dass der konstruktive Aufwand verringert ist und die Notentriegelung unter Rückgriff auf verschiedene zur Verfügung stehende Werkzeuge flexibel und einfach vor Ort vorgenommen werden kann.
Zur Lösung dieser technischen Problemstellung schlägt die Erfindung bei einer gattungsgemäßen elektrischen Ladevorrichtung für ein Kraftfahrzeug vor, dass das Betätigungselement im Innern des Gehäuses mittelbar und/oder unmittelbar an das Riegelelement angeschlossen ist.
In diesem Zusammenhang kann das Betätigungselement an den Antrieb und/oder das Gehäuse angeschlossen werden. Dadurch wird das Riegel element zur Notentriegelung mittelbar beaufschlagt. In diesem Zusammenhang hat es sich bewährt, wenn das Betätigungselement beispielsweise als in einer Ausnehmung des Gehäuses gelagerte Kurbel ausgebildet ist. Diese Kurbel kann dann ihrerseits in eine Ausnehmung des Riegelelementes eingreifen und hierdurch für die mittelbare Beaufschlagung des Riegelelementes mit Hilfe des Betätigungselementes sorgen. Die fragliche und beispielhaft in der Ausnehmung des Gehäuses gelagerte Kurbel ist dabei nach wie vor und erfin-
dungsgemäß als Betätigungselement unverändert im Innern des Gehäuses an geordnet.
In diesem Zusammenhang kann die Auslegung beispielhaft so getroffen sein, dass für die Lagerung des als Kurbel ausgeführten Betätigungselementes die Ausnehmung in einem Gehäuseunterteil vorgesehen ist, welches seinerseits von einer Haube oder einem Gehäuseoberteil Übergriffen wird. Grundsätzlich kann die das Betätigungselement aufnehmende Ausnehmung als Bestandteil des Gehäuses auch in oder an einem Steg im Innern des Gehäuses realisiert werden.
Es ist alternativ oder zusätzlich aber auch möglich, dass das Betätigungs element als An- oder Einformung an einem Getriebe als Bestandteil des Antriebes ausgebildet ist. Auch in diesem Fall wird das Riegelelement mittelbar beaufschlagt. Wie zuvor bereits erläutert, setzt sich der Antrieb bzw. elektromechanische Antrieb typischerweise aus einem Elektromotor und einem nachgeschalteten ein- oder mehrstufigen Getriebe zusammen. Dabei kann beispielsweise so vorgegangen werden, dass eines der Getrieberäder des Ge triebes mit der An- oder Einformung ausgerüstet ist, welche dann ihrerseits das Betätigungselement definiert, mit dessen Hilfe das Riegelelement zur Notent riegelung mittelbar beaufschlagt wird.
Ganz unabhängig davon und gegebenenfalls zusätzlich kann das
Betätigungselement auch zur unmittelbaren Beaufschlagung des
Riegelelementes dienen und hierzu ausgelegt sein, und zwar für den Fall, dass das Betätigungselement als Bestandteil des Riegelelementes ausgebildet ist. Hier hat es sich bewährt, dass das Betätigungselement als am Riegelelement integral vorgesehener Vorsprung oder auch Ausnehmung ausgebildet ist. Das heißt, in diesem Fall handelt es sich bei dem Betätigungselement erneut um eine Anformung bzw. einen Vorsprung oder auch eine Einformung bzw. eine Ausnehmung, die jedoch nicht wie bei der zuvor beschriebenen mittelbaren
Beaufschlagung des Riegelelementes beispielsweise an einem Getrieberad realisiert wird, sondern im Falle der unmittelbaren Beaufschlagung einen integralen Bestandteil des Riegelelementes darstellt. Das heißt, der Vorsprung oder die Ausnehmung als Betätigungselement wird unmittelbar bei der Herstellung des Riegelelementes an oder in diesem definiert. Das gelingt dadurch besonders einfach, dass das Riegelelement vorteilhaft aus Kunststoff hergestellt wird, folglich das Betätigungselement unmittelbar beim Kunststoffformvorgang bzw. Kunststoffspritzvorgang als integraler Bestandteil des Riegelelementes definiert werden kann.
Vergleichbare Vorteile ergeben sich für den Fall, dass alternativ oder zusätzlich auch das dem Elektromotor gegebenenfalls folgende Getriebe aus Kunststoff hergestellt ist. Denn dann kann eine entsprechende An- oder Einformung an dem Getriebe bzw. an dem Getrieberad erneut im Rahmen eines Kunststoffspritzgussvorganges für das fragliche Getrieberad problemlos definiert werden. Vergleichbares gilt natürlich auch für den Fall, dass das Getriebe aus Metall hergestellt wird.
Sämtlichen zuvor beschriebenen Ausführungsformen ist gemein, dass das Betätigungselement im Bereich einer temporär verschlossenen Öffnung des Gehäuses angeordnet ist. Tatsächlich findet sich das Betätigungselement in Blickrichtung auf diese temporär verschlossene Öffnung hinter der Öffnung, nämlich erfindungsgemäß im Innern des Gehäuses. Um die temporär verschlossene Öffnung im Detail zu realisieren, ist die Öffnung durch einen Verschluss und/oder einen zerstörbaren wanddickenreduzierten Bereich gekennzeichnet.
Da das Gehäuse typischerweise als Kunststoffgehäuse ausgebildet ist, lässt sich der wanddickenreduzierte Bereich der Öffnung erneut und wiederum während des Herstellungsvorganges für das Gehäuse bzw. Kunststoffgehäuse unschwer definieren. Das heißt, im Bereich der Öffnung wird man schlicht und
ergreifend die Wanddicke des Gehäuses reduzieren, beispielsweise auf eine Wanddicke, welche lediglich die Hälfte der ursprünglichen Wanddicke beträgt. Bevorzugt kann die Wanddicke auch nur ein Drittel oder sogar nur ein Zehntel der üblichen Wanddicke des Gehäuses bzw. Kunststoffgehäuses betragen, so dass zur Notentriegelung dieser wanddickenreduzierte Bereich mit Hilfe des Werkzeuges problemlos zerstört werden kann, um dadurch Zugriff auf das dahinter befindliche Betätigungselement zu erhalten.
Im Rahmen einer wiederverwendbaren Lösung wird die fragliche temporär ver schlossene Öffnung beispielsweise mit einem Gummistopfen, einem Schraub verschluss, einer aufgeklebten Folie etc. als Verschluss verschlossen. So oder so wird durch die Öffnung das Werkzeug so in das Gehäuse eingeführt, dass mit seiner Hilfe das Betätigungselement beaufschlagt werden kann. Als Folge hiervon lässt sich das im Regelfall in seiner Verriegelungsstellung befindliche Riegelelement im Zuge der Notentriegelung in seine Entriegelungsstellung überführen. Das gilt sowohl für den Fall, dass das Riegelelement zur Notentriegelung mittelbar beaufschlagt wird als auch dann, wenn das Riegelelement zur Notentriegelung eine unmittelbare Beaufschlagung erfährt.
Im Ergebnis wird eine elektrische Ladevorrichtung für ein Kraftfahrzeug zur Verfügung gestellt, die sich durch einen konstruktiv einfachen Aufbau auszeich net und die Möglichkeit eröffnet, mit ganz unterschiedlich ausgelegten Werk zeugen die Notentriegelung des Riegelelementes sicherzustellen. Hierbei geht die Erfindung von der Erkenntnis aus, dass - im Gegensatz zum Stand der Technik nach der DE 102011 050783 A1 oder auch entsprechend der DE 102013222509 A1 - keine aufwändigen Konstruktionen notwendig sind. Insbesondere wird auf eine Notentriegelung vom Fahrzeuginnenraum her ver zichtet. Dies deshalb, weil beim Ausfall der Fahrzeugelektronik insgesamt im Allgemeinen auch ein Zugang zum Fahrzeuginnenraum nicht oder nur unter Schwierigkeiten möglich ist. Folgerichtig bietet die Erfindung eine Notentriege lung, welche unmittelbar von außen her gelingt.
Denn der Antrieb und das verfahrbare Riegelelement zusammen mit dem beide Bestandteile aufnehmenden Gehäuse ist im Allgemeinen im Bereich einer durch eine Art „Tankklappe“ verschlossenen Ausnehmung der Kraftfahrzeug karosserie angeordnet und somit prinzipiell von außen her zugänglich. In dieser mit Hilfe der Klappe verschlossenen Ausnehmung findet sich die Ladesteckdose und in ihrer unmittelbaren Nähe das den Antrieb und das Riegelelement aufnehmende Gehäuse. Da die Notentriegelung typischerweise nur dann vorgenommen werden muss, wenn der Ladestecker gegenüber der Ladesteckdose nicht entriegelt werden kann, also das Riegelelement nicht motorisch von seiner Verriegelungsstellung in die Entriegelungsstellung überführt werden kann, korrespondiert hierzu eine Funktionsstellung, in welcher die Ausnehmung zugänglich und die Klappe geöffnet ist. Denn der Ladestecker steckt in einem solchen Fall in der Ladesteckdose.
Erfindungsgemäß ist nun das den Antrieb und das Riegelelement aufnehmende Gehäuse insofern standardisiert, als im Unterschied zum Stand der Technik nach der DE 10 2013 222 509 A1 weder eine zusätzliche Führung für das Werkzeug noch die die Durchlassöffnung verschließende Trennschicht erforder lich sind. Sowohl die Führung als auch die Trennschicht erfordern spezielle konstruktive Auslegungen am Kraftfahrzeug im Bereich der durch die Klappe verschlossenen Ausnehmung. Auf solche kraftfahrzeugspezifischen Aus legungen verzichtet die Erfindung ausdrücklich, weil das Betätigungselement des im Innern des den Antrieb und das Riegelelement aufnehmenden Gehäuses angeordnet ist und im Übrigen durch die temporär verschlossene Öffnung des Gehäuses im Bedarfsfall für das Werkzeug zugänglich ist. Das heißt, die erfindungsgemäße elektrische Ladevorrichtung lässt sich universell und ohne zusätzliche Anpassung an das hiermit jeweils ausgerüstete Kraft fahrzeug an- bzw. einbauen.
Flinzukommt als weiterer Vorteil, dass unterschiedliche Werkzeuge zur Notent riegelung eingesetzt werden können. Beispielsweise kann mit einem simplen Schraubendreher gearbeitet werden, welcher einen Vorsprung am Riegelele ment als Betätigungselement zur Notentriegelung untergreift und hierdurch das Riegelelement von seiner Verriegelungsstellung in die Entriegelungsstellung überführt. Die temporär verschlossene Öffnung bzw. ihr Öffnungsrand mag in diesem Zusammenhang als Widerlager zum Ansetzen des Schraubendrehers genutzt werden.
Alternativ hierzu kann es sich bei dem Betätigungselement auch um eine Anformung an einem Getrieberad des Antriebes handeln. In diese Anformung, welche beispielsweise mit einer sechseckigen Hohlbohrung ausgerüstet ist, lässt sich im Bedarfsfall ein Inbusschlüssel zum Notentriegeln einsetzen. Das heißt, eine etwaige Anpassung an das jeweilig eingesetzte Werkzeug zur Not entriegelung findet im Allgemeinen herstellerseitig statt, indem das Betätigungs element entsprechend ausgelegt wird. Zusätzliche kraftfahrzeugseitige An passungen sind nicht erforderlich.
Hierdurch wird insgesamt der konstruktive Aufwand gegenüber dem Stand der Technik deutlich reduziert. Als Folge hiervon ist auch mit verringerten Kosten zu rechnen. Darüber hinaus wird eine Universallösung präsentiert, die kraftfahr zeugunabhängig zum Einsatz kommen kann. Hierin sind die wesentlichen Vorteile zu sehen.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert; es zeigen:
Fig. 1 die elektrische Ladevorrichtung in einer ersten Ausführungsform pers pektivisch und teilweise im Schnitt,
Fig. 2 einen Ausschnitt aus der Fig. 1 ,
Fig. 3 eine andere zweite Ausführungsvariante perspektivisch und
Fig. 4 den Gegenstand nach der Fig. 3 in geöffnetem Zustand.
In den Figuren ist eine elektrische Ladevorrichtung für ein lediglich in der Fig. 1 angedeutetes Kraftfahrzeug 1 dargestellt. Bei dem Kraftfahrzeug 1 handelt es sich um ein Elektro- oder Flybridkraftfahrzeug. Das Kraftfahrzeug 1 ist mit einer kraftfahrzeugseitigen Ladesteckdose 2 ausgerüstet. Zu der Ladevorrichtung gehört neben der kraftfahrzeugseitigen Ladesteckdose 2 zusätzlich noch ein ladesäulenseitiger Ladestecker 3. Wie in der Fig. 1 angedeutet, lässt sich der Ladestecker 3 lösbar in der Ladesteckdose 2 verriegeln. Hierzu dient ein Riegelelement 4.
Das Riegelelement 4 wird motorisch durch einen Antrieb 5, 6 verfahren. Der elektromechanische Antrieb 5, 6 setzt sich im Wesentlichen aus einem Elektromotor 6 und einem diesem nachgeschalteten ein- oder mehrstufigen Getriebe 5 zusammen. Das Getriebe 5 ist mit verschiedenen, beispielsweise in der Fig. 4 zu erkennenden, Getrieberädern 5 ausgerüstet. Nach dem Ausfüh rungsbeispiel greift das endseitige Getrieberad 5 mit Hilfe eines Zapfens Z in eine Ausnehmung 4‘ des Riegelelementes 4 ein, wie man am besten in der Fig. 2 erkennt.
Als Folge hiervon kann das Riegelelement 4 mit Hilfe des Antriebes 5, 6 zur lösbaren Verriegelung des Ladesteckers 3 in der Ladesteckdose 2 verfahren werden, und zwar in seiner durch einen Doppelpfeil in der Fig. 1 angedeuteten Längsrichtung L. Dadurch lässt sich das Riegelelement 4 mit Hilfe des Antriebes 5, 6 von einer durchgezogen dargestellten Entriegelungsstellung in eine strichpunktiert gezeichnete Verriegelungsstellung und umgekehrt überführen. In der Verriegelungsstellung des Riegelelementes 4 ist der Ladestecker 3 in der Ladesteckdose 2 verriegelt. Um den Ladestecker 3
gegenüber der Ladesteckdose 2 zu entriegeln, muss das Riegelelement 4 in seine durchgezogen dargestellte Entriegelungsstellung überführt werden.
Das Riegelelement 4 wird zusammen mit dem Antrieb 5, 6 zumindest teilweise in einem Gehäuse 7, 8 aufgenommen, bei dem es sich im Ausführungsbeispiel um ein Kunststoffgehäuse handelt. Das Gehäuse 7, 8 setzt sich aus einer Gehäuseunterschale 8 und einer Gehäuseoberschale 7 zusammen. Dabei kann die Auslegung auch entsprechend der Darstellung in den Fig. 3 und 4 so getroffen werden, dass die Gehäuseoberschale 7 bzw. das Gehäuseoberteil die Gehäuseunterschale 8 respektive das Gehäuseunterteil übergreift.
Das Riegelelement 4 lässt sich gegenüber einer durch eine Dichtung 9 verschlossenen Öffnung 10 des Gehäuses 7, 8 hindurch aus dem Gehäuse 7, 8 mehr oder minder weit herausfahren. Hierzu korrespondiert ein in der Fig. 1 eingezeichneter Stellweg S, welcher durch den Antrieb 5, 6 variiert wird. Der Stellweg S stellt sich zwischen der Entriegelungsstellung und der Verriege lungsstellung des Riegelelementes 4 ein. Hierbei taucht das Riegelelement 4 mehr oder minder aus dem Gehäuse 7, 8 bzw. dessen Öffnung 10 auf.
Erfindungsgemäß ist nun zusätzlich noch eine Notentriegelung des Riegelelementes 4 realisiert. Diese Notentriegelung des Riegelelementes 4 wird mit Hilfe eines Werkzeuges 11 vorgenommen, bei dem es sich im Rahmen der Variante nach den Fig. 1 und 2 um einen Schraubendreher handelt. Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 3 und 4 ist das Werkzeug 11 als angedeuteter Inbusschlüssel ausgebildet. Mit Hilfe des Werkzeuges 11 wird ein Betätigungselement 12, 12‘ beaufschlagt. Erfindungsgemäß findet sich das Betätigungselement 12, 12‘ im Innern des Gehäuses 7, 8. Außerdem ist das Betätigungselement 12, 12‘ mittelbar und/oder unmittelbar an das
Riegelelement 4 angeschlossen.
Bei der Variante nach der Darstellung in den Fig. 1 und 2 ist das Betätigungs element 12 als am Riegelelement 4 integral vorgesehener Vorsprung 12 ausgebildet. Alternativ hierzu kann auch eine Ausnehmung am Riegelelement 4 vorgesehen werden. Dadurch lässt sich das Riegelelement 4 unmittelbar mit Hilfe des Betätigungselementes bzw. Vorsprunges 12 beaufschlagen. Das gelingt, indem das Werkzeug 11 bzw. der Schraubendreher bei der Variante nach den Fig. 1 und 2 den als Betätigungselement 12 ausgebildeten Vorsprung 12 wie dargestellt untergreift und das Riegelelement 4 ausgehend von der strichpunktiert dargestellten Verriegelungsstellung in die durchgezogen gezeichnete Entriegelungsstellung befördert, nach dem Ausführungsbeispiel nach oben bewegt.
Bei der Variante nach den Fig. 3 und 4 arbeitet das dortige Betätigungselement 12‘ demgegenüber mittelbar auf das Riegelelement 4. Tatsächlich ist bei dieser Variante das Betätigungselement 12‘ an den Antrieb und/oder das Gehäuse 7, 8 angeschlossen. Im Rahmen der Detaildarstellung nach der Fig. 4 erkennt man, dass das Betätigungselement 12‘ als in einer Ausnehmung 13 des Gehäuses 7, 8, konkret der Gehäuseunterschale 8, gelagerte Kurbel 12‘ ausgebildet ist. Diese Kurbel 12‘ verfügt zusätzlich und werkzeugseitig über einen Vorsprung, welcher nach dem Ausführungsbeispiel als hohler Sechskant für den Eingriff eines Inbusschlüssels als Werkzeug 11 ausgelegt ist. Die Kurbel bzw. das Betätigungselement 12‘ greift riegelelementseitig mit einem Zapfen in eine Ausnehmung des Riegelelementes 4 ein, so dass mit Hilfe des Werkzeuges 11 bzw. des Inbusschlüssels im Beispielfall das Betätigungselement 12‘ bzw. die Kurbel 12‘ gedreht und auf diese Weise das Riegelelement 4 wunschgemäß bei der Notentriegelung von seiner strichpunktiert dargestellten Verriegelungsstellung in die durchgezogen wiedergegebene Entriegelungsstellung manuell mit Hilfe des Werkzeuges 11 überführt werden kann.
Nicht dargestellt ist die weitere Möglichkeit, das Werkzeug 11 bzw. konkret einen Schlitzschraubendreher beispielsweise an einer Einformung als Betätigungselement 12‘ am Getrieberad 5 anzusetzen und auf diese Weise für die Notentriegelung des Riegelelement 4 zu sorgen. Genauso gut kann das Getrieberad 5 auch mit einer Anformung als Betätigungselement 12‘ ausgerüstet werden. Dabei ist diesen sämtlichen Varianten im Rahmen der Darstellung nach den Fig. 3 und 4 gemein, dass - im Unterschied zu der Aus führungsvariante nach den Fig. 1 und 2 - das betreffende Betätigungselement 12‘ nicht direkt und unmittelbar am Riegelelement 4 angeordnet oder an das Riegelelement 4 angeformt ist, sondern vielmehr die Bewegung des Betätigungselementes 12‘ mittelbar auf das Riegelelement 4 zur Not entriegelung übertragen wird. Das kann durch die in der Fig. 4 dargestellte Kurbel 12‘, durch eine An- oder Einformung am Getrieberad 5 oder auch durch eine anderweitige Beaufschlagung der Abtriebswelle des Elektromotors 6 geschehen.
Den beiden Ausführungsvarianten nach den Fig. 1 , 2 einerseits und 3, 4 andererseits ist gemein, dass das jeweilige Betätigungselement 12, 12‘ im Bereich einer temporär verschlossenen Öffnung 14 des Gehäuses 7, 8 angeordnet ist. Tatsächlich befindet sich das Betätigungselement 12, 12‘ in Frontansicht auf die fragliche Öffnung 14 im Gehäuse 7, 8 hinter der Öffnung 14, und zwar im Innern des Gehäuses 7, 8. Die Öffnung 14 ist nun temporär, das heißt nur für eine bestimmte Zeit, verschlossen.
Dazu mag im konkreten Fall die Öffnung 14 durch einen Verschluss 15 verschlossen werden, wobei dieser Verschluss 15 als beispielsweise Gummi stopfen im Bedarfsfall entfernt werden kann, um über die Öffnung 14 den Zugang zum Betätigungselement 12, 12‘ zu gewährleisten. Das zeigt die Ausführungsvariante nach den Fig. 3 und 4.
Im Rahmen der Ausführungsvariante nach den Fig. 1 und 2 wird so vorgegangen, dass die Öffnung 14 erneut temporär verschlossen ist, und zwar an dieser Stelle nicht durch einen Verschluss 15, sondern in Gestalt eines wanddickenreduzierten Bereiches 16. Bei diesem wanddickenreduzierten Bereich 16 handelt es sich um einen Bereich des Gehäuses 7, 8, konkret der Gehäuseunterschale 8, welcher über eine reduzierte Wanddicke im Vergleich zum übrigen Gehäuse 7, 8 außerhalb der Öffnung 14 verfügt. Tatsächlich mag dieser wanddickenreduzierte Bereich 16 mit einer Wanddicke ausgerüstet sein, welche weniger als die Hälfte, bevorzugt sogar weniger als ein Zehntel der Wanddicke des übrigen Gehäuses 7, 8 außerhalb der Öffnung 14 aufweist. Ein solcher wanddickenreduzierter Bereich 16 lässt sich im Gehäuse 7, 8 problemlos definieren, weil es sich bei dem Gehäuse 7, 8 bzw. bei den Bestandteilen 7, 8 um jeweils Kunststoffspritzgussteile handelt. Auch das Riegelelement 4 ist typischerweise als Kunststoffspritzgussteil ausgebildet.
Um nun den wanddickenreduzierten Bereich 16 zu öffnen, kann dieser schlicht und ergreifend durchstoßen bzw. zerstört werden, und zwar mit Hilfe des Werk zeuges 11 , wie dies in der Fig. 1 dargestellt ist. Dadurch wird das dortige Betätigungselement 12 in Gestalt des an das Riegelelement 4 angeschlos senen Vorsprunges 12 zugänglich. Tatsächlich ist der Vorsprung 12 bei dieser Ausführungsvariante an das Riegelelement 4 aus Kunststoff angeformt. Jeden falls wird das Betätigungselement 12 in diesem Fall zugänglich, so dass das Werkzeug 11 bzw. der Schraubendreher im Rahmen dieser Variante den ent sprechend gestalteten Vorsprung 12 untergreifen kann, so dass das Riegelelement 4 von seiner strichpunktiert dargestellten Verriegelungsstellung in die durchgezogen gezeichnete Entriegelungsstellung mit Hilfe des Werkzeuges 11 überführt werden kann. Dazu mag im Ausführungsbeispiel ein Unterrand der Öffnung 14 als Widerlager für das Werkzeug 11 fungieren. Infolge dieser Notentriegelung kann das Riegelelement 4 in seine Entriegelungsstellung verbracht werden, so dass im Anschluss hieran der Ladestecker 3 aus der Ladesteckdose 2 entfernt werden kann.
Das alles gelingt problemlos und gleichsam von einer Außenseite des Kraft fahrzeuges 1 her gesehen. Denn in verriegeltem Zustand ist eine die Lade steckdose 2 aufnehmende und meist mit einer Klappe verschlossene Ausnehmung in der Kraftfahrzeugkarosserie des Kraftfahrzeuges 1 zugänglich. Dazu ist in der verriegelten Stellung die fragliche und nicht dargestellte Klappe geöffnet und findet sich der Ladestecker 3 in der Ladesteckdose 2 in seinem verriegelten Zustand, das heißt bei in Verriegelungsstellung befindlichem Riegelelement 4. Ausgehend hiervon kann dann die Notentriegelung wie beschrieben vorgenommen werden.
Bezugszeichen
1 Kraftfahrzeug
2 Ladesteckdose 3 Ladestecker
4 Riegelelement
4‘ Ausnehmung
5 Getriebe
6 Elektromotor 7 Gehäuseoberschale
8 Gehäuseunterschale
9 Dichtung
10 Öffnung
11 Werkzeug 12, 12“ Betätigungselement
13 Ausnehmung
14 Öffnung
15 Verschluss
16 Bereich (wanddickenreduziert)
Z Zapfen
L Längsrichtung
S Stellweg