Beschreibung
Verfahren zum Betreiben einer Batterie eines geparkten Kraftfahrzeugs und Kraftfahrzeug
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Batterie eines geparkten Kraftfahrzeugs. Ferner betrifft die Erfindung ein Kraftfahrzeug, welches zur Durchführung eines solchen Verfahrens ausgebildet ist.
Bei Kraftfahrzeugen mit einem Elektromotor zum Antreiben des Kraftfahrzeugs, wie
beispielsweise einem Elektrofahrzeug oder einem Vollhybridfahrzeug, wird die zum Betreiben des Elektromotors erforderliche elektrische Energie üblicherweise von einer Batterie bereitgestellt. Moderne Batterien mit einer verhältnismäßig hohen Leistungsdichte basieren auf der Lithium-Ionentechnologie und werden daher auch als Li-Ion-Batterien bezeichnet.
Ein Nachteil von Li-Ion-Batterien ist ein Kapazitätsverlust mit zunehmender Lebensdauer. Ein derartiger Kapazitätsverlust wird auch als„Alterung“ der Batterie bezeichnet. Der
Alterungsprozess bei Li-Ion-Batterien ist durch diverse Einflussfaktoren, insbesondere durch einen Ladezustand der Batterie, auch als„SOC“ (State of Charge) bezeichnet, und eine Batterietemperatur, beeinflussbar. Je höher der Ladezustand der Batterie, desto schneller laufen Nebenreaktionen in der Batterie ab, durch welche die Alterung vorangetrieben wird. Dabei ist die Geschwindigkeit der Nebenreaktionen überproportional zum Ladezustand. Das bedeutet, dass eine zusätzliche Erhöhung des Ladezustands eine progressive Zunahme der Geschwindigkeit der Nebenreaktionen zur Folge hat. Oberhalb eines Ladezustands von etwa 80% ist die Zunahme der Geschwindigkeit der Nebenreaktionen bereits exponentiell zur Zunahme des Ladezustands. Mit steigenden Temperaturen steigt die Geschwindigkeit dieser Nebenreaktionen ebenfalls. Daher ist das längere Abstellen eines Kraftfahrzeugs mit vollgeladener Batterie bei verhältnismäßig hohen Außentemperaturen besonders nachteilig für die Alterung der Batterie.
Aus der DE 10 2014 219 658 A1 ist ein Verfahren zur optimierten Ladung einer Batterie eines Kraftfahrzeugs in Abhängigkeit einer voraussichtlich zu fahrenden Strecke bekannt. Ziel dieses Verfahrens ist es, die Batterie nur so weit zu laden, dass die geplante Strecke zurücklegbar ist. Auf diese Weise sollen eine Alterung der Batterie sowie ein Energieverbrauch reduziert werden
Dies hat den Nachteil, dass das Verfahren nur durchführbar ist, wenn Streckendaten geplanter Strecken verfügbar sind.
Ein Verfahren zur Bestimmung einer Alterung einer Batterie ist aus der DE 10 2008 034 461 A1 bekannt. Hierbei wird eine Batterie zunächst von einem ersten Ladezustand auf einen zweiten Ladezustand aufgeladen, anschließend auf einen dritten Ladezustand aktiv entladen und schließlich eine Leerlaufspannung der Batterie bestimmt. Auf dieser Basis können Aussagen über einen Verschleißzustand der Batterie getroffen werden. Nachteilig hierbei ist, dass lediglich eine Analyse betrieben wird, eine aktive Vermeidung von Alterung der Batterie findet nicht statt.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die voranstehend beschriebenen Nachteile bei einem Verfahren zum Betreiben einer Batterie eines geparkten Kraftfahrzeugs sowie einem Kraftfahrzeug zu beheben oder zumindest teilweise zu beheben. Insbesondere ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zum Betreiben einer Batterie eines geparkten Kraftfahrzeugs und ein Kraftfahrzeug zu schaffen, die auf eine einfache und kostengünstige Art und Weise eine effiziente Reduzierung der Alterung der Batterie gewährleisten.
Voranstehende Aufgabe wird durch die Patentansprüche gelöst. Demnach wird die Aufgabe durch ein Verfahren zum Betreiben einer Batterie eines geparkten Kraftfahrzeugs mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs 1 sowie durch ein Kraftfahrzeug mit den Merkmalen des nebengeordneten Anspruchs 10 gelöst. Weitere Merkmale und Details der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen. Dabei gelten Merkmale und Details, die im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren beschrieben sind, selbstverständlich auch im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Kraftfahrzeug und jeweils umgekehrt, sodass bezüglich der Offenbarung zu den einzelnen Erfindungsaspekten stets wechselseitig Bezug genommen wird beziehungsweise werden kann.
Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung wird die Aufgabe durch ein Verfahren zum
Betreiben einer Batterie eines geparkten Kraftfahrzeugs gelöst. Das Verfahren weist die folgenden Schritte auf:
- Ermitteln eines Betriebszustands des Kraftfahrzeugs mittels einer Steuerungsvorrichtung des Kraftfahrzeugs,
- Ermitteln eines aktuellen Ladezustands der Batterie mittels der Steuerungsvorrichtung, wenn der Betriebszustand des Kraftfahrzeugs ein Parkzustand ist,
- Bestimmen eines ersten oberen Ladezustandsgrenzwerts der Batterie mittels der
Steuerungsvorrichtung des Kraftfahrzeugs,
- Erstes aktives Absenken des Ladezustands der Batterie mittels der Steuerungsvorrichtung des Kraftfahrzeugs, wenn der aktuelle Ladezustand größer als der erste obere
Ladezustandsgrenzwert ist,
- Bestimmen eines zweiten oberen Ladezustandsgrenzwerts der Batterie mittels der
Steuerungsvorrichtung, wobei der zweite obere Ladezustandsgrenzwert kleiner als der erste obere Ladezustandsgrenzwert ist, und
- Beenden des ersten aktiven Absenkens des Ladezustands mittels der
Steuerungsvorrichtung, wenn der Ladezustand der Batterie den zweiten oberen
Ladezustandsgrenzwert unterschreitet.
Der Betriebszustand des Kraftfahrzeugs wird vorzugsweise mittels einer Ermittlungsvorrichtung der Steuerungsvorrichtung ermittelt. Hierbei können verschiedene Parameter, wie
beispielsweise eine Fahrzeuggeschwindigkeit, ein Einschaltzustand des Kraftfahrzeugs, eine Aktivierung einer Parkbremse, eine Parkstellung einer Schaltvorrichtung, ein Verschlusszustand eines Verriegelungssystems des Kraftfahrzeugs oder dergleichen, berücksichtigt werden.
Wenn sich das Kraftfahrzeug als Betriebszustand im Parkzustand befindet, wird der
Ladezustand der Batterie mittels der Steuerungsvorrichtung ermittelt. Unter einem Parkzustand des Kraftfahrzeugs wird im Rahmen der Erfindung ein Zustand verstanden, in welchem das Kraftfahrzeug geparkt und vorzugsweise inaktiv ist. Der Parkzustand ist vorzugsweise derart definiert, dass das Kraftfahrzeug zumindest ausgeschaltet ist. Im ausgeschalteten Zustand hat eine Betätigung eines Gaspedals keine Auswirkungen auf den Elektromotor. Vorzugsweise ist der Parkzustand weiter definiert, dass die Parkbremse aktiviert ist. Weiter bevorzugt ist der Parkzustand definiert, dass das Kraftfahrzeug verriegelt ist. Ebenfalls bevorzugt ist der der Parkzustand derart definiert, dass die Schaltvorrichtung des Kraftfahrzeugs in der Parkstellung angeordnet ist.
Das Ermitteln des aktuellen Ladezustands der Batterie kann beispielsweise anhand des Auslesens einer gespeicherten Ladezustandshistorie der Batterie näherungsweise erfolgen. In der Ladezustandshistorie sind beispielsweise Auflade- und Entladevorgänge der Batterie dokumentiert. Auf Basis der bekannten Kapazität der Batterie und der bekannten
Energieströme der Auflade- und Entladevorgänge kann der aktuelle Ladezustand zuverlässig ermittelt werden. Dies ist insbesondere dann zuverlässig durchführbar, wenn die Batterie in der Ladezustandshistorie einen bekannten Ladezustand, insbesondere einen Ladezustand von etwa 100% aufgewiesen hat. Alternativ oder zusätzlich wird der aktuelle Ladezustand der
Batterie durch Messen einer Ruhespannung der Batterie bestimmt. Hierfür wird vorzugsweise ein Kennfeld und/oder ein Simulationsmodell der Batterie hinzugezogen. Zusätzlich wird vorzugsweise eine Batterietemperatur berücksichtigt, um die Genauigkeit der Bestimmung des aktuellen Ladezustands zu verbessern. Alternativ oder zusätzlich wird der aktuelle Ladezustand im Betrieb des Kraftfahrzeugs bestimmt und in einer Speichervorrichtung abgespeichert, sodass beim Ermitteln des aktuellen Ladezustands der aktuelle Ladezustand aus der
Speichervorrichtung ausgelesen wird.
Mittels der Steuerungsvorrichtung wird der erste obere Ladezustandsgrenzwert der Batterie bestimmt. Der erste obere Ladezustandsgrenzwert beschreibt einen Ladezustand, oberhalb welchem eine übermäßige Alterung der Batterie zu erwarten ist. Dies erfolgt vorzugsweise unter Berücksichtigung von Labordaten der Alterung der Batterie und/oder eines Batteriemodells und/oder eines Kennfelds der Batterie oder dergleichen. Der erste obere
Ladezustandsgrenzwert kann beispielsweise vordefiniert sein. Vorzugsweise beträgt der erste obere Ladezustandsgrenzwert etwa 80% der maximalen Gesamtladung der Batterie. Ein längerfristiges Überschreiten des ersten oberen Ladezustandsgrenzwerts bedeutet für die Batterie eine übermäßige Alterung.
Wenn der aktuelle Ladezustand den ersten oberen Ladezustandsgrenzwert übersteigt, erfolgt mittels der Steuerungsvorrichtung das erste aktive Absenken des Ladezustands der Batterie. Hierbei wird beispielsweise elektrische Energie der Batterie in einen Verbraucher geleitet. Das erste aktive Absenken erfolgt vorzugsweise derart, dass ein maximaler Batteriestrom derart begrenzt ist, dass eine Überlastung bzw. übermäßige Belastung der Batterie vermieden wird, da dies ansonsten eine Alterung der Batterie fördern würde.
Mittels der Steuerungsvorrichtung wird der zweite obere Ladezustandsgrenzwert der Batterie bestimmt. Der zweite obere Ladezustandsgrenzwert beschreibt einen Ladezustand, bei welchem nur eine verhältnismäßig geringe Alterung der Batterie zu erwarten ist. Daher ist der zweite obere Ladezustandsgrenzwert kleiner oder gleich dem ersten oberen
Ladezustandsgrenzwert. Dies erfolgt vorzugsweise unter Berücksichtigung von Labordaten der Alterung der Batterie und/oder eines Batteriemodells und/oder eines Kennfelds der Batterie oder dergleichen. Vorzugsweise ist der zweite obere Ladezustand derart gewählt, dass mindestens 60% einer maximalen Reichweite des Kraftfahrzeugs bereitgestellt sind, um einen bestimmungsgemäßen Gebrauch des Kraftfahrzeugs nach Beendigung des Abstellens des Kraftfahrzeugs zu gewährleisten.
Das erste aktive Absenken des Ladezustands wird mittels der Steuerungsvorrichtung beendet, wenn der Ladezustand der Batterie den zweiten oberen Ladezustandsgrenzwert unterschreitet. Mit anderen Worten erfolgt das erste aktive Absenken des Ladezustands gezielt, bis die Batterie einen festgelegten Ladezustand erreicht hat. Das Unterschreiten des zweiten oberen Ladezustandsgrenzwerts bedeutet, dass die Batterie nunmehr einen Ladezustand aufweist, bei welchem nur eine geringe Alterung der Batterie zu erwarten ist. Somit kann das Kraftfahrzeug auch über einen längeren Zeitraum geparkt werden, ohne dass eine übermäßige Alterung der Batterie zu besorgen ist.
Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Betreiben einer Batterie eines geparkten Kraftfahrzeugs hat gegenüber herkömmlichen Verfahren den Vorteil, dass mit einfachen Mitteln sowie auf eine kostengünstige Art und Weise eine übermäßige Alterung der Batterie vermieden ist. Dies wird insbesondere dadurch erreicht, dass die Alterung der Batterie besonders fördernde
Ladezustände der Batterie reduziert und somit vermieden werden. Zudem ist durch das gezielte Teilentladen der Batterie sichergestellt, dass bei Wiederbenutzung des Kraftfahrzeugs ausreichend elektrische Energie zum Betreiben des Elektromotors bereitgestellt ist.
Gemäß einer bevorzugten Weiterentwicklung der Erfindung kann bei einem Verfahren vorgesehen sein, dass das erste aktive Absenken des Ladezustands der Batterie mittels einer Klimavorrichtung des Kraftfahrzeugs erfolgt. Dabei kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, dass das erste aktive Absenken des Ladezustands zusätzlich über weitere Mittel erfolgen kann. Als Klimavorrichtung kann beispielsweise eine Klimaanlage des Kraftfahrzeugs, insbesondere eine Kühlfunktion zum Kühlen einer Fahrgastzelle des Kraftfahrzeugs, verwendet werden. Vorzugsweise wird eine Umgebungstemperatur und/oder Innentemperatur des Kraftfahrzeugs ermittelt. Bei niedrigen Außen- bzw. Innentemperaturen kann das erste aktive Absenken durch Heizen der Fahrgastzelle mittels der Klimavorrichtung erfolgen. Bei hohen Außen- bzw.
Innentemperaturen kann das erste aktive Absenken durch Kühlen der Fahrgastzelle mittels der Klimavorrichtung erfolgen. Das Verwenden einer Klimavorrichtung für das erste aktive
Absenken hat den Vorteil, dass mit einfachen Mitteln sowie auf eine kostengünstige Art und Weise ein gezieltes Teilentladen der Batterie gewährleistet ist. Zudem sind auf diese Weise Entladeströme Realisierbar, welche eine besonders schnelle Teilentladung der Batterie bewirken können. Die Entladeströme werden vorzugsweise begrenzt, um eine übermäßige Belastung der Batterie zu vermeiden.
Es ist erfindungsgemäß bevorzugt, dass die Batterie beim ersten aktiven Absenken des Ladezustands mittels der Klimavorrichtung gekühlt wird. Demnach erfolgt das aktive Absenken
des Ladezustands vorzugsweise zumindest teilweise mittels eines Batteriekühlungssystems des Kraftfahrzeugs. Das Batteriekühlungssystem kann beispielsweise durch eine thermische Kopplung einer passiven Batteriekühlvorrichtung mit der Klimaanlage des Kraftfahrzeugs realisiert sein. Hierbei wird durch Betreiben der Klimaanlage Kälte zur Kühlung der Batterie auf die passive Batteriekühlvorrichtung übertragen. Alternativ oder zusätzlich kann ein
eigenständiges Batteriekühlungssystem verwendet werden, welches die Kälte zum Kühlen der Batterie selbst erzeugt. Eine Kühlung der Batterie hat den Vorteil, dass mit einfachen Mitteln sowie auf eine kostengünstige Art und Weise die Nebenreaktionen in der Batterie weiter reduziert sind. Somit wird die Alterung der Batterie zugleich durch das Teilentladen sowie das Kühlen der Batterie reduziert.
Weiter bevorzugt erfolgt das erste aktive Absenken des Ladezustands durch Einspeisung von Energie in ein Versorgungsnetz und/oder Betreiben einer Beleuchtungsvorrichtung des
Kraftfahrzeugs und/oder Betreiben eines Entertainmentsystems des Kraftfahrzeugs. Zur Einspeisung der Energie in das Versorgungsnetz wird das Kraftfahrzeug vorzugsweise an einer Ladevorrichtung angeschlossen. Die Einspeisung kann auch als„Rückeinspeisung“ bezeichnet werden, sofern diese elektrische Energie zumindest teilweise aus dem Versorgungsnetz bezogen wurde. Die auf diese Weise abgegebene elektrische Energie kann über das
Versorgungsnetz anderen Verbrauchern auf vorteilhafte Weise zur Verfügung gestellt werden. Als Beleuchtungsvorrichtung kann beispielsweise ein Abblendlicht, Fernlicht, eine
Innenraumbeleuchtung oder dergleichen verwendet werden. Als Entertainmentsystem können beispielsweise eine LCD-Anzeigevorrichtung und/oder ein Soundsystem verwendet werden.
Das Verwenden der Beleuchtungsvorrichtung sowie des Entertainmentsystems hat den Vorteil, dass diese auf vorteilhafte Weise als Indikator verwendbar sind, dass das erste aktive
Absenken gerade erfolgt. Zudem sind durch die gezielte Einspeisung in das Versorgungsnetz und die Verwendung der Beleuchtungsvorrichtung sowie des Entertainmentsystems
Batterieströme besonders leicht kontrollierbar, sodass eine Überlastung der Batterie leicht vermeidbar ist.
In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann bei einem Verfahren vorgesehen sein, dass eine Batterietemperatur der Batterie mittels der Steuerungsvorrichtung ermittelt wird, wobei die Batterie beim ersten aktiven Absenken zumindest dann aktiv gekühlt wird, wenn die Batterietemperatur einen oberen Temperaturschwellwert übersteigt, und/oder wobei die Batterie nur solange aktiv gekühlt wird, bis die Batterietemperatur einen unteren Temperaturschwellwert unterschreitet. Vorzugsweise ist der untere Temperaturschwellwert kleiner oder gleich dem oberen Temperaturschwellwert. Zum Ermitteln der Batterietemperatur
weist das Kraftfahrzeug vorzugsweise mindestens einen Temperatursensor auf, welcher in oder an der Batterie angeordnet ist. Das Kühlen der Batterie erfolgt somit zumindest solange, bis die Batterietemperatur den unteren Temperaturschwellwert erreicht. Vorzugsweise weist das Kraftfahrzeug eine Mehrzahl gattungsgemäßer Temperatursensoren auf, welche an
verschiedenen Stellen der Batterie, insbesondere an unterschiedlichen Batteriezellen, angeordnet sind. Die Ermittlung mehrerer Batterietemperaturen hat den Vorteil, dass gezielt Batteriezellen entladen werden können, welche eine besonders hohe Batterietemperatur aufweisen, während Batteriezellen mit einer geringeren Batterietemperatur nicht oder geringer entladen werden. Das Kühlen erfolgt vorzugsweise derart, dass die Batteriezellen mit einer relativ hohen Batterietemperatur stärker als Batteriezellen mit einer relativ geringen
Batterietemperatur gekühlt werden. Eine derartige Kühlung hat den Vorteil, dass mit einfachen Mitteln sowie auf eine kostengünstige Art und Weise das erste aktive Absenken derart erfolgen kann, dass kritische Batterietemperaturen vermieden und überschüssige elektrische Energie besser nutzbar sind, beispielsweise durch Rückeinspeisung in das Versorgungsnetz.
Vorzugsweise erfolgt das Ermitteln des Betriebszustands durch eine Eingabe über ein
Benutzerinterface des Kraftfahrzeugs. Hierbei kann der Benutzer beispielsweise angeben, dass das Kraftfahrzeug in einen Parkzustand überführt wird bzw. sich in einem Parkzustand befindet. Vorzugsweise wird hierbei eine genaue oder ungefähre Parkdauer ermittelt, sodass
automatisch eine Zweckmäßigkeit der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geprüft werden kann. Bei einer Parkdauer ab beispielsweise 24 Stunden, ist die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens besonders zweckmäßig. Als Benutzerinterface wird vorzugsweise eine im Kraftfahrzeug verbaute Eingabevorrichtung, insbesondere eines
Bordcomputers, Entertainmentsystems oder dergleichen, und/oder eine Fernbedienung verwendet. Der Benutzer kann beim Abstellen des Kraftfahrzeugs beispielsweise eingeben, dass das Kraftfahrzeug mindestens eine Woche geparkt wird. Somit erfolgt vorzugsweise ein Absenken des Ladezustands auf einen besonders niedrigen Wert, wie beispielsweise 60%, um die Batterie optimal zu schonen. Vorzugsweise wird die Batterie zudem an eine Ladevorrichtung angeschlossen, sodass ein Laden der Batterie unmittelbar vor Ablauf der vorgegebenen Parkdauer, beispielsweise auf 80% der maximal möglichen Gesamtladung, erfolgen kann, um eine Reichweite des Kraftfahrzeugs zu erhöhen. Es ist daher weiter bevorzugt, dass über das Benutzerinterface eine zukünftige Nutzungsart, wie beispielsweise Stadtverkehr oder eine längere Reise auf der Autobahn, eingegeben wird, um die Ladestrategie hiervon abhängig zu machen. Bei einer voraussichtlichen Weiterfahrt im Stadtverkehr ist ein Nachladen nicht erforderlich, bei einer geplanten längeren Strecke kann das Nachladen, insbesondere auf einen Ladezustand über 80%, vorteilhaft sein, um häufiges Nachladen während der Reise zu
vermeiden. Eine Eingabe über das Benutzerinterface hat den Vorteil, dass mit einfachen Mitteln sowie auf eine kostengünstige Art und Weise die Alterung der Batterie besonders
situationsgerecht reduziert wird.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird der erste obere
Ladezustandsgrenzwert und/oder der zweite obere Ladezustandsgrenzwert in Abhängigkeit der Batterietemperatur der Batterie bestimmt. Hierbei ist es bevorzugt, dass dies mittels eines Kennfelds erfolgt. Das Bestimmen erfolgt dabei vorzugsweise derart, dass mit steigender Batterietemperatur der erste obere Ladezustandsgrenzwert und/oder der zweite obere
Ladezustandsgrenzwert sinkt. Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass mit steigender Batterietemperatur und auch steigendem Ladezustand die chemischen
Nebenreaktionen in der Batterie schneller ablaufen. Somit wird die Batterie mit einfachen Mitteln sowie auf eine kostengünstige Art und Weise besonders vorteilhaft geschont.
Besonders bevorzugt wird der zweite obere Ladezustandsgrenzwert derart bestimmt, dass der zweite obere Ladezustandsgrenzwert zwischen 75% und 85% einer maximal möglichen Gesamtladung der Batterie beträgt. Besonders bevorzugt wird der zweite obere
Ladezustandsgrenzwert derart bestimmt, dass der zweite obere Ladezustandsgrenzwert etwa 80% der maximal möglichen Gesamtladung der Batterie beträgt. Bei Batterien auf der Basis von Lithium Ionen finden die chemischen Nebenreaktionen ab einem Ladezustand von 80% besonders schnell statt, sodass ein Abstellen des Kraftfahrzeugs über einen längeren Zeitraum, beispielsweise länger als 24 Stunden, mit einem Ladezustand oberhalb von 80% zu einer übermäßigen Alterung der Batterie führen würde. Um diese Alterung deutlich zu reduzieren, ist ein Ladezustand kleiner gleich 80% der maximal möglichen Gesamtladung vorteilhaft.
Es ist bevorzugt, dass beim Ermitteln des Betriebszustands des Kraftfahrzeugs eine Parkdauer ermittelt wird, wobei das erste aktive Absenken nach Überschreiten einer ersten
Mindestparkdauer erfolgt, und wobei ein zweites aktives Absenken des Ladezustands der Batterie auf einen dritten oberen Ladezustandsgrenzwert erfolgt, wenn die ermittelte Parkdauer eine zweite Mindestparkdauer überschreitet, wobei der dritte obere Ladezustandsgrenzwert kleiner als der zweite obere Ladezustandsgrenzwert ist. Mit anderen Worten erfolgt das erste aktive Absenken des Ladezustands erst dann, wenn das Kraftfahrzeug einen bestimmten Zeitraum geparkt ist. Dies kann beispielsweise nach einigen, beispielsweise 8 oder 12 Stunden erfolgen. Vorzugsweise erfolgt das erste aktive Absenken nach etwa 24 Stunden. Wenn das Kraftfahrzeug wesentlich über diesen Zeitraum hinaus im Parkzustand verweilt, erfolgt das zweite aktive Absenken. Dies erfolgt beispielsweise nach 3 bis 10 Tagen, vorzugsweise nach
etwa 7 Tagen. Der dritte obere Ladezustandswert beträgt dabei vorzugsweise zwischen 50% und 70% der maximal möglichen Gesamtladung der Batterie. Vorzugsweise beträgt der dritte obere Ladezustandswert etwa 60% der maximal möglichen Gesamtladung der Batterie.
Erfindungsgemäß kann das zweite aktive Absenken mit denselben Mitteln erfolgen, die bereits zum ersten aktiven Absenken beschrieben sind, wobei das erste aktive Absenken und das zweite aktive Absenken mit unterschiedlichen Mitteln erfolgen kann. Vorzugsweise erfolgt das erste aktive Absenken durch Kühlen der Batterie. Besonders bevorzugt erfolgt das zweite aktive Absenken durch Einspeisung in das Versorgungsnetz. Auf diese Weise wird zunächst sichergestellt, dass die Batterie nach der ersten Mindestparkdauer in einen Ladezustand überführt wird, in welchem eine übermäßige Alterung der Batterie vermieden wird und zudem ausreichend elektrische Energie für einen bestimmungsgemäßen Gebrauch des Kraftfahrzeugs bereitgestellt ist. Wenn ein längeres Abstellen ermittelt wird, wird die Batterie in einen noch günstigeren Ladezustand versetzt, in welchem die Alterung noch langsamer erfolgt. Hierbei wird in Kauf genommen, dass dem Fahrer bei der erneuten Inbetriebnahme des Kraftfahrzeugs eine reduzierte Reichweite zur Verfügung steht.
Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird die Aufgabe durch ein Kraftfahrzeug gelöst. Das Kraftfahrzeug weist einen Elektromotor zum Antreiben des Kraftfahrzeugs und eine Batterie zum Speichern sowie Bereitstellen elektrischer Energie zum Betreiben des Elektromotors auf. Zudem weist das Kraftfahrzeug eine Steuerungsvorrichtung zum Steuern mindestens eines mit der Batterie elektrisch gekoppelten elektrischen Verbrauchers des Kraftfahrzeugs auf.
Erfindungsgemäß ist das Kraftfahrzeug zur Durchführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens ausgebildet.
Bei dem erfindungsgemäßen Kraftfahrzeug ergeben sich sämtliche Vorteile, die bereits zu einem Verfahren gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung beschrieben worden sind. Demnach hat das erfindungsgemäße Kraftfahrzeug gegenüber herkömmlichen Kraftfahrzeugen den Vorteil, dass mit einfachen Mitteln sowie auf eine kostengünstige Art und Weise eine übermäßige Alterung der Batterie vermeidbar ist. Dies wird insbesondere dadurch erreicht, dass die Alterung der Batterie besonders fördernde Ladezustände der Batterie leicht reduzierbar und somit vermeidbar sind. Zudem ist durch die Möglichkeit des gezielten Teilentladen der Batterie sichergestellt, dass bei Wiederbenutzung des Kraftfahrzeugs ausreichend elektrische Energie zum Betreiben des Elektromotors bereitgestellt ist.
Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Betreiben einer Batterie eines geparkten Kraftfahrzeugs sowie ein erfindungsgemäßes Kraftfahrzeug werden nachfolgend anhand von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen jeweils schematisch:
Figur 1 in einem Diagramm den Zusammenhang zwischen einer Alterungsgeschwindigkeit einer Batterie und einem Ladezustand der Batterie,
Figur 2 in einer Seitenansicht eine bevorzugte Au sfüh rungsform eines erfindungsgemäßen
Kraftfahrzeugs, und
Figur 3 in einem Ablaufdiagramm eine bevorzugte Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Verfahrens.
Elemente mit gleicher Funktion und Wirkungsweise sind in den Figuren 1 bis 3 jeweils mit denselben Bezugszeichen versehen.
In Fig. 1 ist der Zusammenhang zwischen der Alterungsgeschwindigkeit einer Batterie 1 (vgl. Fig. 2) und einem Ladezustand der Batterie 1 schematisch in einem Diagramm dargestellt. Wie aus dem Diagramm ersichtlich, nimmt die Alterungsgeschwindigkeit der Batterie 1 bei Ladezuständen von 0% bis 60% nur gering zu. Mit anderen Worten führt in diesem Bereich ein größerer Ladezustand der Batterie 1 nur zu einer geringen Zunahme der Nebenreaktionen und somit der Alterung der Batterie 1. In dem Abschnitt zwischen etwa 60% und 80% ist bereits eine progressive Zunahme der Alterungsgeschwindigkeit in Abhängigkeit des Ladezustands erkennbar. Bei einem Ladezustand oberhalb von 80% der maximalen Gesamtladung der Batterie 1 ist das Verhältnis von Ladezustand zur Alterungsgeschwindigkeit nahezu
exponentiell, sodass bei einem Ladezustand in diesem Bereich mit einer besonders großen Alterung der Batterie 1 zu rechnen ist. Aus diesem Grund ist es das Ziel des
erfindungsgemäßen Verfahrens, diese Ladezustände der Batterie 1 zu vermeiden.
Fig. 2 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugs 2 schematisch in einer Seitenansicht. Das Kraftfahrzeug 2 weist eine Batterie 1 auf, welche in diesem Ausführungsbeispiel im Bereich eines Fahrzeugbodens des Kraftfahrzeugs 2 angeordnet ist. In dieser Ausführungsform weist das Kraftfahrzeug 2 mehrere Elektromotoren 6 zum Antreiben des Kraftfahrzeugs 2 auf, welche an verschiedenen Achsen des Kraftfahrzeugs 2 angeordnet sind. Das Kraftfahrzeug 2 kann beispielsweise an jedem Rad einen Elektromotor 6 aufweisen. Alternativ kann das Kraftfahrzeug 2 an einer Vorderachse und einer Flinterachse
jeweils einen Elektromotor 6 aufweisen. Alternativ kann das Kraftfahrzeug 2 auch nur einen Elektromotor 6 aufweisen. Zum Regulieren eines Bordklimas und/oder zum Kühlen der Batterie 1 weist das Kraftfahrzeug 2 eine Klimavorrichtung 4 auf. Vorzugsweise ist die Klimavorrichtung 4 sowohl zum Kühlen und Erwärmen einer Fahrgastzelle des Kraftfahrzeugs 2 sowie zum Kühlen der Batterie 1 ausgebildet. Zum Steuern elektrischer Komponenten des Kraftfahrzeugs 2, wie beispielsweise der Klimavorrichtung 4, des Elektromotors 6 oder dergleichen, weist das Kraftfahrzeug 2 eine Steuerungsvorrichtung 3 auf. Für manuelle Benutzereingaben eines Benutzers des Kraftfahrzeugs 2 weist das Kraftfahrzeug 2 zudem ein Benutzerinterface 5 auf.
In Fig. 3 ist eine bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens
schematisch in einem Ablaufdiagramm abgebildet. In einem ersten Verfahrensschritt 100 wird mittels der Steuerungsvorrichtung 3 des Kraftfahrzeugs 2 der Betriebszustand des
Kraftfahrzeugs 2 ermittelt. In einem zweiten Verfahrensschritt 200 wird mittels der
Steuerungsvorrichtung 3 der aktuelle Ladezustand der Batterie 1 ermittelt, wenn der
Betriebszustand des Kraftfahrzeugs 2 ein Parkzustand ist. In einem dritten Verfahrensschritt 300 wird mittels der Steuerungsvorrichtung 3 des Kraftfahrzeugs 2 der erste obere
Ladezustandsgrenzwert der Batterie 1 ermittelt. In einem vierten Verfahrensschritt 400 wird mittels der Steuerungsvorrichtung 3 des Kraftfahrzeugs 2 das erste aktive Absenken des Ladezustands der Batterie 1 durchgeführt, wenn der aktuelle Ladezustand größer als der erste obere Ladezustandsgrenzwert ist. In einem fünften Verfahrensschritt 500 wird mittels der Steuerungsvorrichtung 3 der zweite obere Ladezustandsgrenzwert der Batterie 1 bestimmt. Der zweite obere Ladezustandsgrenzwert ist kleiner oder gleich dem ersten oberen
Ladezustandsgrenzwert. In einem sechsten Verfahrensschritt 600 wird das erste aktive
Absenkens des Ladezustands der Batterie 1 mittels der Steuerungsvorrichtung 3 beendet, wenn der Ladezustand der Batterie 1 den zweiten oberen Ladezustandsgrenzwert
unterschreitet.
Bezugszeichenliste Batterie
Kraftfahrzeug
Steuerungsvorrichtung
Klimavorrichtung
Benutzerinterface
Elektromotor erster Verfahrensschritt
zweiter Verfahrensschritt
dritter Verfahrensschritt
vierter Verfahrensschritt
fünfter Verfahrensschritt
sechster Verfahrensschritt