Anschlussvorrichtung zum Laden eines Elektrofahrzeugs
Die Erfindung betrifft eine Anschlussvorrichtung zum Laden eines Elektrofahr zeugs, aufweisend eine Haupteinheit, an der eine Ladebuchse zum Einstecken eines Ladekabels zur Verbindung mit dem Elektrofahrzeug angeordnet ist oder an der das Ladekabel unmittelbar angeschlossen ist.
Elektrofahrzeuge werden an eine Gleich- oder Wechselstromversorgungslei tung angeschlossen, um die Fahrbatterie(n) für den Fährbetrieb aufzuladen. Zu diesem Zweck haben sich Anschlussvorrichtungen in Form von Kästen oder Säulen etabliert, die im privaten oder öffentlichen Verkehrsraum aufgestellt werden und an die Elektrofahrzeuge zum Laden angeschlossen werden kön nen. Anschlusskästen werden in der Regel an einer Wand montiert und auch als„Wall-Box“ bezeichnet. Ladesäulen sind in der Regel freistehend.
Die Anschlussvorrichtungen sind üblicherweise über ein mehrphasiges, typi scherweise dreiphasiges, Anschlusskabel mit einem Stromversorgungsnetz verbunden. Die Anschlussvorrichtung bietet die Möglichkeit, ein speziell für die se Zwecke geeignetes Verbindungskabel (Ladekabel) einzustecken. Alternativ kann das Ladekabel zur Verbindung mit dem Fahrzeug fest an die Anschluss vorrichtung angeschlossen sein. Im Ladekabel sind neben den Stromversor gungsleitungen, über die der Strom zum Laden der Batterie übertragen wird, auch Signalleitungen angeordnet, die einem Signal- bzw. Datenaustausch die nen, mit dem Parameter des Ladevorgangs zwischen der Anschlussvorrichtung und dem Fahrzeug kommuniziert werden. Über die Signalleitung erfolgt auch eine Freigabe der Lieferung des Ladestroms, falls geeignete Parameter für den Ladevorgang vorliegen oder seitens des Fahrzeugs oder der Anschlussvorrich tung eingestellt wurden.
In der Anschlussvorrichtung sind neben den Kontaktmöglichkeiten für das Stromversorgungskabel und das Ladekabel zum Fahrzeug in der Regel Siche rungsorgane vorhanden, die gegen Überstrom und Fehlstrom beim Ladevor gang absichern. Weiter können Stromwandler vorgesehen sein, falls für den Ladevorgang Strom einer anderen Spannung und/oder einer anderen Stromart benötigt werden. Als Stromart wird im Rahmen der Anmeldung Wechselstrom (AC - alternating current) bzw. Gleichstrom (DC - direct current) verstanden.
Aufgrund der Anschlussleistungen der Anschlussvorrichtungen im Bereich von etwa 10 bis einigen 10 kW ist zur Stromversorgung die Verlegung und Installa tion eines in der Regel 5-adrigen Kabels mit einem Leiterquerschnitt von typi scherweise 4 mm2 oder mehr erforderlich. Ein derartiges, für typische private Hausinstallationen durchaus massives Anschlusskabel ist aufwändig zu verle gen und sollte nur von ausgewiesenen Elektroinstallateuren an die Anschluss vorrichtung angeschlossen werden.
Beispielsweise aufgrund eines Fahrzeugwechsels kann die Notwendigkeit be stehen, die Position der Anschlussvorrichtung zu verändern Ein solcher Positi onswechsel kann erforderlich werden, wenn auf ein anderes Fahrzeugmodell gewechselt wird, bei dem das Ladekabel an anderer Stelle am Fahrzeug ein gesteckt wird. In dem Fall muss eine aufwändige Demontage der Anschluss vorrichtung und Neumontage an anderer Stelle erfolgen. Auch kann sich die Notwendigkeit ergeben, bei einem Fahrzeugwechsel eine Lademöglichkeit mit anderer (Stecker-) Norm bereit zu stellen. Auch dabei führt eine Neuinstallation der Anschlussvorrichtung zu großem Kosten- und Arbeitsaufwand.
Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Anschlussvorrich tung zum Laden eines elektrisch betriebenen Kraftfahrzeugs bereit zu stellen, bei der ein Ladeanschluss im Hinblick auf seine Position und ggf. (Stecker-) Norm unkompliziert variiert werden kann.
Diese Aufgabe wird durch eine Anschlussvorrichtung mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbil dungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
Eine erfindungsgemäße Anschlussvorrichtung zeichnet sich durch einen Zu satzanschluss mit einem separaten Zusatzgehäuse aus, an dem eine Zusatz ladebuchse für ein weiteres Ladekabel angeordnet ist oder an dem das weitere Ladekabel unmittelbar angeschlossen ist.
Der Zusatzanschluss ermöglicht es, eine weitere Lademöglichkeit für das Elekt rofahrzeug bereit zu stellen, ohne dass benötigte Funktionskomponenten der Anschlussvorrichtung, z.B. zur Kommunikation mit dem Fahrzeug und zum Freischalten der Ladespannung, dupliziert werden müssen. Bei Bedarf nach ei ner Ladebuchse z.B. an einer anderen Seite eines Stellplatzes, braucht nicht eine vollständige, neue oder weitere Anschlussvorrichtung installiert werden oder die bestehende demontiert und neu platziert werden, sondern es kann die
bestehende Anschlussvorrichtung um den entfernt montierten Zusatzanschluss ergänzt werden. Ein ähnlicher Vorteil ergibt sich, wenn zwei Elektrofahrzeuge mit Ladekabeln unterschiedlicher Norm wahlweise geladen werden sollen. Der Zusatzanschluss kann genutzt werden, um auf unaufwändige Weise das Lade kabel der anderen Norm bereitzustellen.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Anschlussvorrichtung ist die Hauptein heit zweiteilig aufgebaut und weist eine Anschlussbasis zum Anschluss min destens eines Netzkabels und zur festen Montage an einer Wand oder auf ei nem Boden auf, sowie eine Moduleinheit mit Funktionskomponenten, an der die Ladebuchse angeordnet ist oder an der das Ladekabel angeschlossen ist.
Vorteilhaft kann so die Moduleinheit zu Service- oder Reparaturzwecken aus getauscht werden, ohne dass eine neue Installation des Netzkabels erforderlich ist. Der Austausch der Moduleinheit kann somit auch von Servicekräften oder sogar Nutzern vorgenommen werden, die nicht gelernte Elektrofachkräfte sind. Nach Aufsetzen und Verbinden mit der Basis ist eine getauschte, gewartete oder reparierte Moduleinheit unmittelbar wieder funktionsfähig. Auch ein Aus tausch gegen eine Moduleinheit mit einer anderen Ladetechnik (DC/AC und/oder anderer Typ des Ladesteckers bzw. der Ladebuchse) kann auf diese Weise vorgenommen werden. Eine Installation durch eine Elektrofachkraft wird nur bei der erstmaligen Montage und beim Erstanschluss der Anschlussbasis benötigt.
Bevorzugt weisen dabei die Anschlussbasis und die Moduleinheit miteinander korrespondierende Steckverbinder auf, die beim Aufsetzen der Moduleinheit auf die Anschlussbasis eine elektrische Verbindung zwischen den beiden Tei len hersteilen.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Anschlussvorrichtung weist die Haupteinheit Leistungsausgangsklemmen zum Anschluss eines Leistungs kabels auf, das zu dem Zusatzanschluss führt. Ebenso können an der Haupt einheit Signalklemmen zum Anschluss eines Signalkabels vorhanden sein, das zu dem Zusatzanschluss führt. Leistungskabel und Signalkabel können dabei in einem gemeinsamen Kabel zusammengefasst sein. Die Klemmen ermöglichen einen (auch nachträglichen) Anschluss des Zusatzanschlusses. Bevorzugt sind die Leistungsausgangsklemmen und/oder die Signalklemmen an der An schlussbasis angeordnet, wenn das Hauptteil der Anschlussvorrichtung wie zu vor beschrieben zweiteilig ausgebildet ist. In dem Fall kann der Zusatzan-
Schluss installiert werden, ohne dass ein Eingriff in die Moduleinheit notwendig ist. Außerdem bleibt der Vorteil der Zweiteilung des Hauptteils, konkret die ein fache Demontage und Austauschbarkeit der Moduleinheit, auch bei installier tem Zusatzanschluss bestehen.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Anschlussvorrichtung können wahlweise die Ladebuchse bzw. das Ladekabel der Haupteinheit oder die La debuchse bzw. das weitere Ladekabel des Zusatzanschlusses zum Laden des Elektrofahrzeugs eingesetzt werden. Dieses kann beispielsweise durch eine Steuereinrichtung in der Haupteinheit kontrolliert werden. Es wird verhindert, dass beide Lademöglichkeiten gleichzeitig verwendet werden, was zu gegen seitigen Störungen und einer Überlastung der Haupteinheit oder vorgeschalte ter Sicherungsorgane führen könnte. Dennoch kann die Flexibilität der wahl weisen Nutzung der Lademöglichkeiten genutzt werden.
In weiteren vorteilhaften Ausgestaltungen der Anschlussvorrichtung können am Hauptteil und/oder am Zusatzgehäuse zusätzlich eine 1 -phasige Netzsteckdo se und/oder eine Beleuchtungseinrichtung angeordnet sein. Die 1 -phasige Netzsteckdose, z.B. eine Schuko-Steckdose, kann genutzt werden, um z.B. ein Ladegerät für ein Elektrofahrrad anschließen zu können. Auch ist denkbar, dass ein vollständiges Ladegerät für das Elektrofahrrad in dem Hauptteil ange ordnet ist und an dem Hauptteil und/oder am Zusatzgehäuse ein Ladean schluss für das Elektrofahrrad. Die Beleuchtungseinrichtung dient zur Aus leuchtung der Umgebung, um z.B. ein Anschließen des Ladesteckers an das Elektrofahrzeug bei schlechten Lichtverhältnissen zu vereinfachen, ohne dass zusätzlich eine Leuchte installiert werden muss. Durch die genannten Zusatz funktionen wird die für die Anschlussvorrichtung vorhandene Elektro-Installation vorteilhaft auch für andere Zwecke nutzbar gemacht.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen mit Hilfe von Figuren näher erläutert. Die Figuren zeigen:
Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel einer Anschlussvorrichtung mit einem
Hauptteil und einem Zusatzanschluss in einer isometrischen Dar stellung;
Fig. 2 die Anschlussvorrichtung der Fig. 1 , wobei das Hauptteil ohne Mo dulgehäuse dargestellt ist;
Fig. 3 das Hauptteil mit Anschlussplatte und Modulgehäuse gemäß Fig. 1 in einer isometrischen Explosionsdarstellung;
Fig. 4 eine alternative Ausgestaltung der Anordnung gemäß Fig. 3; und
Fig. 5 eine schematische Darstellung einer Lademöglichkeit bei einer an meldungsgemäßen Anschlussvorrichtung.
Fig. 1 zeigt in einer isometrischen Darstellung eine Anordnung einer An schlussvorrichtung zum Laden eines Elektrofahrzeugs mit einem Zusatzan schluss.
Die Anschlussvorrichtung ist als eine sogenannte Wandanschlussvorrichtung, auch Wallbox genannt, ausgebildet, die an eine Wand in der Nähe eines Lade platzes für ein Elektrofahrzeug montiert wird. Derartige wandmontierte An schlussvorrichtungen werden häufig im privaten Bereich in Garagen oder ne ben Stellplätzen für Elektrofahrzeuge eingesetzt, können aber ebenfalls im öf fentlichen Raum benutzt werden.
Die Anschlussvorrichtung weist eine Haupteinheit auf, die in dem gezeigten Beispiel modular aufgebaut ist mit einer Moduleinheit 20, die auf eine in Fig. 1 nicht sichtbare Anschlussbasis 10 aufgesetzt ist. Fig. 2 zeigt die Anordnung der Fig. 1 bei abgenommener Moduleinheit 20, so dass die Anschlussbasis 10 sichtbar ist. Die Anschlussvorrichtung ist somit zumindest zweiteilig aufgebaut, mit der Moduleinheit 20 und der Anschlussbasis 10, nachfolgend auch einfach als Basis 10 bezeichnet, die bei diesem Beispiel in Form einer Anschlussplatte ausgebildet ist.
Die Basis 10 umfasst einen Anschlussbereich 1 1 , einen Kabelkanal 12 und ei nen Befestigungsbereich 13. Im Befestigungsbereich 13 und auch oberhalb des Anschlussbereichs sind Montagebohrungen 14 vorgesehen, mit denen eine Wandmontage erfolgen kann.
Die Moduleinheit 20 umfasst ein Modulgehäuse 21 , das vorliegend in Form ei nes flachen runden Zylinders ausgebildet ist. In einem unteren Bereich des Modulgehäuses 21 ist ein Nebengehäuse 22 ausgeformt, das die Gestaltung des Modulgehäuses 21 aufgreift. Im Modulgehäuse 21 sind Funktionskompo nenten der Anschlussvorrichtung angeordnet.
Im Nebengehäuse 22 der Moduleinheit 20 ist eine Ladebuchse 24 angeordnet, an die ein Ladekabel mit entsprechendem Ladestecker angeschlossen werden kann, um ein zu ladendes Elektrofahrzeug mit der Anschlussvorrichtung zu verbinden.
Zum Schutz vor Verschmutzung und einem Eindringen von Feuchtigkeit oder Insekten kann ein manuell zu öffnender Verschlussdeckel vor der Ladebuchse 24 angeordnet sein. Alternativ kann die Ladebuchse durch einen Verschluss deckel abgedeckt sein, der nicht manuell durch einen Benutzer zu öffnen ist, sondern nach einem Freischalten der Ladefunktion automatisch öffnet, z.B. zu rück fährt. Ein Freischalten der Ladefunktion kann beispielsweise über eine Au- thentifizierung mithilfe eines kurzreichweitigen Funknetzwerkes, beispielsweise WLAN, Bluetooth oder NFC (near field communication) über ein Mobilgerät ei nes autorisierten Benutzers erfolgen. Erst wenn sich der Nutzer erfolgreich au thentifiziert hat, öffnet sich der Verschlussdeckel und Zugang zur Ladebuchse 24 ist gegeben. Die Authentifizierung kann dabei mit einem Abrechnungssys tem verbunden sein, falls die Nutzung nur gegen Gebühr erlaubt ist. Der Ver schlussdeckel 241 bietet zudem Schutz gegen Vandalismus.
In einer alternativen Ausgestaltung der Moduleinheit 20 kann analog ein Mo dulgehäuse 21 vorgesehen sein, das vergleichbar mit den zuvor gezeigten Ausführungsbeispielen als flacher Zylinder ausgebildet ist. Es kann jedoch auf das Nebengehäuse 22 verzichtet sein, indem die Ladebuchse 24 zentral am bzw. im Modulgehäuse 21 angeordnet ist.
In einer weiteren alternativen Ausgestaltung kann anstelle der Ladebuchse 24 eine Steckeraufnahme am Modulgehäuse 21 oder einem ev. vorhandenen Ne bengehäuse 22 vorhanden sein, in die ein Ladestecker, der zum Ladevorgang mit dem Elektrofahrzeug verbunden wird, eingesetzt werden kann. Das Lade kabel ist dann unmittelbar mit der Moduleinheit 20 verbunden. Die zylinderför mige Ausgestaltung des Modulgehäuses 21 ermöglicht es dabei, das Ladeka bel in Schlingen um das Modulgehäuse 21 zu legen, wenn das Elektrofahrzeug nicht geladen wird und der Ladestecker in der Steckeraufnahme gelagert wird. In den Ladestecker kann dabei eine Anzeige integriert sein, auf der z.B. ein Status des Ladevorgangs angezeigt wird.
Das Modulgehäuse 21 kann auf die Basis 10 aufgesetzt werden, wozu diese Befestigungsmittel aufweist, beispielsweise die bolzenförmigen Befestigungs mittel im Befestigungsbereich 13. Als ein weiteres Befestigungsmittel dient ein
Befestigungsschlitz oberhalb des Anschlussbereichs 1 1 , in den eine entspre chende Lasche des Modulgehäuses 21 eingehakt wird, bevor der untere Teil des Modulgehäuses 21 auf die Befestigungsmittel 131 aufgesteckt und - geschraubt wird. Der Befestigungsschlitz 132 ist in der Fig. 2 sichtbar.
Bei der dargestellten Anschlussvorrichtung erfolgt eine elektrische Installation an ein Netzkabel 1 innerhalb des Anschlussbereichs 11 der Basis 10. Zu die sem Zweck kann ein Deckel 11 1 des Anschlussbereichs 1 1 entfernt werden. Beim Aufsetzen der Moduleinheit 20 auf die Basis 10 erfolgt automatisch eine elektrische Kontaktierung über Leistungssteckverbinder 1 12, die im Anschluss bereich 1 1 angeordnet sind. Entsprechende Gegensteckverbinder sind in den Figuren nicht sichtbar in der Moduleinheit 20 angeordnet.
Vorteilhaft kann so die Moduleinheit 20 zu Service- oder Reparaturzwecken ausgetauscht werden, ohne dass eine neue Installation des Netzkabels erfor derlich ist. Der Austausch der Moduleinheit 20 kann somit auch von Service kräften oder sogar Nutzern vorgenommen werden, die nicht gelernte Elektro- fachkräfte sind. Auch ein Austausch gegen eine Moduleinheit mit einer anderen Ladetechnik (DC/AC und/oder anderer Typ des Ladesteckers bzw. der Lade buchse) kann auf eine Weise vorgenommen werden.
Fig. 2 zeigt die Basis 10 des Ausführungsbeispiels mit angeschlossenem Netz kabel 1. Das Netzkabel 1 führt von unten in die Basis 10 hinein. Alternativ kann eine Zuführung auch durch eine Wandbohrung im Bereich der Basis 10 erfol gen. Innerhalb der Basis 10 ist das Netzkabel 1 durch den Kabelkanal 12 in den hier geöffnet, d.h. ohne Deckel 1 1 1 , dargestellten Anschlussbereich 11. Im Anschlussbereich 1 1 sind in dem Teil, der mit einem Deckel (vgl. Fig. 3) ver schlossen werden kann, Leistungseingangsklemmen 1 14 angeordnet, an de nen Einzeladern des Netzkabels 1 angeschlossen werden können. Die Leis tungseingangsklemmen 1 14 können beispielsweise Push-In-Klemmen oder Mausefallenklemmen oder auch Schraubklemmen sein. Die Leistungsein gangsklemmen 1 14 sind mit dem Leistungssteckverbinder 1 12 verbunden, über den dann die Kontaktierung der aufgesetzten Moduleinheit 20 erfolgt.
Neben dem Netzkabel 1 ist ein weiteres Leistungskabel 2 durch den Kabelka nal 12 geführt. Dieses Leistungskabel 2 ist mit Leistungsausgangsklemmen 1 15 verbunden, die mit weiteren Kontakten des Leistungsteckverbinders 1 12 verbunden sind. Weiter ist ein Signalkabel 3 ebenfalls durch den Kabelkanal 12 geführt, das mit Signalklemmen 1 16 verbunden ist. Diese Signalklemmen 1 16
sind innerhalb des Anschlussbereichs 1 1 mit einem Steuersteckverbinder 1 13 gekoppelt, der ebenso wie der Leistungssteckverbinder 1 12 außerhalb des De ckels 1 11 liegt und von der Moduleinheit 20 kontaktiert wird.
Das Leistungskabel 2 und das Signalkabel 3 führen zu einem Zusatzanschluss 30, der in einem Zusatzgehäuse 31 eine Zusatzladebuchse 32 zum Anschluss des Elektrofahrzeugs aufweist.
Die Moduleinheit 20 umfasst in ihrem Modulgehäuse 21 wie bereits erwähnt Funktionskomponenten, die es ermöglichen, das Elektrofahrzeug über die La debuchse 24 oder ein angeschlossenes Ladekabel mit Ladestecker aufzula den.
In einem typischen Ladeprozess für ein Elektrofahrzeug weist das Ladekabel des Elektrofahrzeugs Leitungen auf, über die die Ladeleistung übertragen wird und zumindest zwei Signalleitungen. Über die Signalleitung stellt die An schlussvorrichtung zunächst ein kodiertes Signal bereit, anhand dessen die Anschlussvorrichtung dem Elektrofahrzeug die maximal zur Verfügung stehen de Ladeleistung übermittelt wird. Wenn das Elektrofahrzeug diese Ladeleistung akzeptiert, wird ein Rücksignal vom Elektrofahrzeug an die Anschlussvorrich tung übermittelt, woraufhin diese die Leistungsleitungen mit der Ladespannung beaufschlagt, um die Ladeleistung auch zu liefern.
Entsprechende Funktionseinheiten zum Abwickeln der genannten Kommunika tion und zum Freischalten der Ladespannungen sind in der Moduleinheit 20 angeordnet. Als Ladespannung kann unmittelbar die Netzspannung auf einer bis zu drei Phasen an das Elektrofahrzeug übergeben werden. Dieses ist bei spielsweise bei Ladesteckern vom Typ 2 der Fall. Bis zu 3x 63 A bei Netzspan nung können auf diese Weise übertragen werden. In alternativen Ausgestal tungen der Anschlussvorrichtung kann vorgesehen sein, eine Ladespannung unterschiedlicher Flöhe (verglichen mit der Netzspannung) oder auch unter schiedlicher Art, beispielsweise Gleichspannung statt Wechselspannung, in nerhalb der Anschlussvorrichtung zu generieren und diese dem Elektrofahr zeug bereit zu stellen.
Weiter können als Funktionskomponenten Einheiten vorgesehen sein, über die eine Verbindung zu einem Datennetzwerk erfolgen kann. Über einen solchen Netzwerkanschluss kann ein Monitoring erfolgen, z.B. zur Statusabfrage und/oder zum Übertragen von Protokollen der Ladevorgänge. Auch kann vor-
gesehen sein, über den Netzwerkanschluss den Ladevorgang zu steuern. In Verbindung mit einer lokalen Energieerzeugungsanlage, z.B. einer Photovolta ikanlage, kann so beispielsweise erreicht werden, dass möglichst viel lokal und regenerativ erzeugte Energie zum Laden des Elektrofahrzeugs verwendet wird. Auch kann der Ladevorgang darüber zeitlich gesteuert werden, z.B. um günsti gere Stromtarife zu bestimmten Zeiten nutzen zu können. Es kann auch eine Beeinflussung des Ladevorgangs durch ein Stromversorgungsunternehmen über das Netzwerk ermöglicht werden.
Der Zusatzanschluss 30 ermöglicht es nun, eine weitere Lademöglichkeit für das Elektrofahrzeug bereit zu stellen, ohne dass die entsprechenden Funkti onskomponenten zur Kommunikation mit dem Fahrzeug und/oder zum Frei schalten der Ladespannung dupliziert werden müssen. Zu diesem Zweck wer den über den Steuersteckverbinder 1 13 die zum Kraftfahrzeug geführten Sig nalleitungen über den Steuersteckverbinder 1 13 und die Signalklemmen 1 16 und das Signalkabel 3 der Zusatzladebuchse 32 bereitgestellt. Ebenso werden die Leistungsleitungen von der Moduleinheit 20 über den Leistungssteckver binder 12 und die Leistungsausgangsklemmen 1 15 sowie das Leistungskabel 2 zur Zusatzladebuchse 32 geführt.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist am Modulgehäuse 21 , am Nebenge häuse 22 und/oder am Zusatzgehäuse 31 zusätzlich eine 1 -phasige Netzsteck dose, z.B. eine Schuko-Steckdose angeordnet, um z.B. ein Ladegerät für ein Elektrofahrrad anschließen zu können. Auch ist denkbar, dass ein vollständiges Ladegerät für das Elektrofahrrad in dem Modulgehäuse 21 angeordnet ist und an dem Modulgehäuse 21 , am Nebengehäuse 22 oder am Zusatzgehäuse 31 ein Ladeanschluss für das Elektrofahrrad.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung umfasst das Modulgehäuse 21 , das Nebengehäuse 22 und/oder das Zusatzgehäuse 31 eine Beleuchtungsein richtung zur Ausleuchtung der Umgebung. Auf diese Weise wird ein Anschlie ßen des Ladesteckers an das Elektrofahrzeug bei schlechten Lichtverhältnis sen vereinfacht, ohne dass zusätzlich eine Leuchte installiert werden muss.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass an einer Oberfläche des Modul- oder Nebengehäuses 21 , 22 abnehmbare Abde ckungen angeordnet sein. Diese können beispielsweise auf dem Modul- bzw. Nebengehäuse 21 , 22 einrasten und und/oder mit mittels eines Magnetver schlusses befestigt werden. Unter der Abdeckung kann sich beispielsweise ein
Zugang für die Befestigungsmittel 131 befinden, um die Moduleinheit 20 nach dem Aufsetzen auf die Basis 10 befestigen zu können. Auch kann unter der Abdeckung eine Zugangsöffnung im Modulgehäuse 21 angeordnet sein, die so erreichbar wird. Dabei kann aus Sicherheits- und/oder Isolationsgründen die Zugangsöffnung durch eine weitere Abdeckung verschlossen sein. Wird auch diese entfernt, ist durch die Zugangsöffnung z.B. ein Zugang zu einem Siche rungsorgan möglich.
Ein solches Sicherungsorgan kann beispielsweise ein Fehlerstromschutzschal ter sein, der im Modulgehäuse 20 angeordnet ist und der bei Detektion eines Fehlerstroms, insbesondere auch eines Gleichstrom-Fehlerstroms ausgelöst. Das Auslösen eines Fehlerstromschutzschalters kann beispielsweise durch ei nen Feuchtigkeitsfilm auf dem Ladestecker hervorgerufen werden. Nach Trocknen des Ladesteckers könnte der Ladevorgang gestartet oder fortgesetzt werden, wobei jedoch die Fehlerstrom-Schutzeinrichtung zunächst zurückge setzt werden muss. Durch die leichte Zugänglichkeit des Sicherungsorgans kann dieses im Fehlerfall von einem Benutzer ausgeführt werden, ohne dass ein Servicetechniker benötigt wird, was der Fall wäre, wenn zum Zurücksetzen des Fehlerstromschutzschalters das Modulgehäuse 21 geöffnet werden müss te.
Es versteht sich, dass am Modulgehäuse 21 oder auch an Nebengehäuse 22 vergleichbare Zugangsöffnungen auch für andere Sicherungs- oder Einstel lelemente, z.B. ein Reset-Taster, der Funktionskomponenten der Moduleinheit
20 vorgesehen sein können.
Ein weiterer Vorteil abnehmbarer Abdeckungen ist, dass diese in einem indivi duellen Design gestaltet werden können, um die Moduleinheit 20 zu individuali sieren oder auch zu brandlabeln. Ein charakteristisches Erscheinungsbild der Anschlussvorrichtung kann so erzielt werden, auch wenn das Modulgehäuse
21 bzw. das Nebengehäuse 22 nur in einer oder wenigen Färb- und Designva riationen erhältlich sind. Eine vergleichbare Abdeckung kann auch für das Zu satzgehäuse 31 des Zusatzanschlusses 30 vorgesehen sein.
In Fig. 3 ist die Anordnung aus Basis 10 und Moduleinheit 20 nochmals in Art einer isometrischen Explosionsdarstellung gezeigt, wobei der Anschlussbereich 1 1 der Basis 10 mit einem Deckel 11 1 abgedeckt ist. Fig. 4 zeigt in gleicher Weise wie Fig. 3 die zuvor bereits erwähnte alternative Ausgestaltung der Mo duleinheit 20, bei der ein hier nicht dargestelltes Ladekabel fest mit der Modu-
leinheit 20 verbunden ist. Anstelle der Ladebuchse 23 ist am Nebengehäuse 23 eine Steckeraufnahme 23 vorgesehen, um einen Ladestecker 40, der am freien Ende des Ladekabels angeschlossen ist, bei Nichtgebrauch einhängen zu kön nen. Der Stecker 40 weist in diesem Beispiel eine Anzeige 41 auf, z.B. zur La dezustandsanzeige.
Fig. 5 zeigt die Verwendung der Anschlussvorrichtung mit dem Zusatzan schluss 30. Dieser Zusatzanschluss 30 ist beispielsweise vorteilhaft, wenn ein anderer Typ eines Elektrofahrzeugs 5 geladen werden soll, dessen An schlussmöglichkeit für ein Ladekabel 40 an anderer Stelle am Fahrzeug ange ordnet ist. Anstelle einer vollständigen Neuinstallation der Moduleinheit 20 kann diese am ursprünglichen Ort verbleiben und es kann an der benötigten Stelle der Zusatzanschluss 30 über das Leistungskabel 2 und das Signalkabel 3 in stalliert werden. Danach ist je nach Typ des zu ladenden Elektrofahrzeugs 5 die alternative Nutzung der Ladebuchse 24 oder der Zusatzladebuchse 32 möglich. Auch verschiedene Typen von Ladekabeln bzw. Ladesteckern können so bedient werden, ohne eine zweite Anschlussvorrichtung zu installieren.
Dabei kann in der Moduleinheit 20 eine Steuerlogik vorgesehen sein, durch die die nicht verwendete Ladebuchse 24 oder 32 nicht bestromt wird, wenn der La devorgang bereits mit der jeweils anderen Ladebuchse durchgeführt wird.
Alternativ kann vorgesehen sein, dass die Ladebuchse 24 funktionslos geschal tet wird, sobald ein Zusatzanschluss 30 installiert ist. Dann allerdings ist die wechselseitige Nutzung der beiden Ladebuchsen 24, 32 nicht möglich.
In den zuvor beschriebenen Ausführungsbeispielen ist die Anschlussvorrich tung, an die der Zusatzanschluss 30 anschließbar ist, für eine Wandmontage ausgelegt, also als„Wall-Box“ ausgebildet. In alternativen Ausgestaltungen kann die Anschlussvorrichtung auch eine (freistehende) Ladesäule sein. Unab hängig von der Ausbildung der Anschlussvorrichtung kann auch der Zusatzan schluss 30, der in den gezeigten Beispielen ebenfalls für eine Wandmontage ausgelegt ist, in Form einer (freistehenden) Säule ausgebildet sein.
Bezugszeichen
1 Netzkabel
2 Leistungskabel
3 Signalkabel
4 Ladekabel
5 Kraftfahrzeug
10 (Anschluss-) Basis
1 1 Anschlussbereich
111 Deckel
1 12 Leistungssteckverbinder
1 13 Steuersteckverbinder
1 14 Leistungseingangsklemme
1 15 Leistungsausgangsklemme
116 Signalklemme
12 Kabelkanal
13 Befestigungsbereich
131 Befestigungsmittel
14 Montagebohrung
20 Moduleinheit
21 Modulgehäuse
22 Nebengehäuse
23 Steckeraufnahme
24 Ladebuchse
30 Zusatzanschluss
31 Zusatzgehäuse
32 Zusatzladebuchse
40 Ladestecker
41 Anzeige