Beschreibung
Verfahren und Vorrichtung zum Überwachen eines Insassen eines Fahrzeugs
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Überwachen eines Insassen eines Fahrzeugs, bei dem ermittelt wird, ob ein in dem Fahrzeug wahrnehmbarer Informationsinhalt ausgegeben wird, und Erkennungsdaten zu ausgegebenen Informationsinhalten erfasst werden. Ferner betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Überwachen eines Insassen eines Fahrzeugs, die eine Ermittlungseinrichtung aufweist, die ausgebildet ist, zu ermitteln, ob ein in dem Fahrzeug wahrnehmbarer Informationsinhalt ausgegeben wird. Ferner weist die
Vorrichtung eine Erkennungseinrichtung zum Erfassen von Erkennungsdaten zu ausgegebenen Informationsinhalten und ein Mikrofon auf, das im Innenraum des Fahrzeugs angeordnet ist und das ausgebildet ist, ein Gespräch im Innenraum des Fahrzeugs zu erfassen.
In einem Fahrzeug werden beispielsweise Werbeinhalte visuell oder auditiv ausgegeben. Es liegt im Interesse des werbenden Unternehmens, zu erfahren, ob die ausgegebene Werbung von einem Insassen des Fahrzeugs wahrgenommen wurde. Durch eine Überwachung der Insassen des Fahrzeugs können diese Informationen gewonnen werden.
Aus der US 2016/0316237 A1 ist ein Unterhaltungssystem für ein Fahrzeug bekannt, über welches Filme, Audioprogramme, Informationsvideos, Textbeschreibungen und Werbeinhalte ausgegeben werden können. Das System umfasst eine Kamera, mit welcher das Gesicht des Nutzers aufgenommen wird. Die von der Kamera aufgenommenen Bilder werden dazu verwendet, Emotionen des Nutzers zu analysieren. Auf diese Weise kann beispielsweise die Reaktion eines Nutzers auf Werbung erfasst werden. Des Weiteren kann die Blickrichtung des Nutzers erfasst werden, um zu erfassen, wohin der Nutzer auf einem Display sieht. Schließlich können persönliche Merkmale des Nutzers, wie beispielsweise sein Alter, seine Haarfarbe und ähnliche Merkmale gewonnen werden.
Ferner ist aus der DE 10 2014 204 530 A1 ein Verfahren und eine Vorrichtung für eine subjektive Werbeanzeigen-Effektivitätsanalyse bekannt. Dabei wird Werbung im Fahrzeug präsentiert und die Nutzerreaktion auf diese Werbung wird analysiert. Hierfür ist eine
Fahrzeugkamera vorgesehen, die visuell Insassenreaktionen aufzeichnet. Auf diese Weise kann bestimmt werden, ob der Nutzer Werbeanzeigen gemocht hat oder nicht gemocht hat. Beispielsweise kann eine Gesichtserkennungssoftware laufen, wenn eine Werbeanzeige
wiedergegeben wird, so dass Benutzeremotionen aufgezeichnet und mit Zeitstempeln versehen werden können.
Schließlich ist aus der DE 10 2012 213 466 A1 ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
Überwachen eines Fahrzeuginsassen bekannt, bei dem Objekte eines Fahrzeugumfeldes mittels einer Umfelderfassungseinrichtung erfasst werden, die Blickrichtung eines
Fahrzeuginsassen mittels einer Blickerfassungseinrichtung erfasst wird und die erfasste Blickrichtung einem erfassten Objekt automatisch zugeordnet wird. Bei dem Objekt kann es sich beispielsweise um ein Werbeplakat handeln. Die Umfelderfassungseinrichtung umfasst ein Video- und/oder ein Radarsystem, anhand derer Objekte, wie beispielsweise ein Werbeplakat, erkannt werden können, die sich auf der Fahrstrecke, insbesondere auf der Straße oder am Straßenrand, befinden. Die Objekte werden durch eine Entfernungsschätzung und eine
Objektklassifikation der Videokamera oder durch eine Entfernungsmessung und
Radarobjektbestimmung des Radarsystems erfasst.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs genannten Art anzugeben, mit denen die Wahrnehmung eines Insassen eines Fahrzeugs auf die Ausgabe eines Informationsinhalts besser überwacht werden kann.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 15 gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen und Weiterbildungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird zumindest während der Ausgabe des
Informationsinhalts oder für ein Zeitintervall nach der Ausgabe des Informationsinhalts mittels eines Mikrofons im Innenraum des Fahrzeugs ein Gespräch im Innenraum des Fahrzeugs erfasst. Anschließend wird eine Analyse des erfassten Gesprächs, das während oder für ein Zeitintervall nach der Ausgabe des Informationsinhalts geführt wurde, durchgeführt und anhand der Gesprächsanalyse und den erfassten Erkennungsdaten des während oder vor dem
Gespräche ausgegebenen Informationsinhalts wird ermittelt, ob der ausgegebene
Informationsinhalt von einem Insassen des Fahrzeugs wahrgenommen wurde.
Das Gespräch kann dabei z. B. zwischen mindestens zwei Insassen des Fahrzeugs oder zwischen mindestens einem Insassen und einem Anrufer oder zwischen einem mindestens Insassen und einer Person außerhalb des Fahrzeugs oder als Selbstgespräch eines Insassen
erfolgen. Die Ausführungen im Folgenden beziehen sich auf alle Möglichkeiten eines
Gesprächs im Innenraum des Fahrzeugs.
Bei dem Informationsinhalt handelt es sich um jegliche Form von Information, welche von einem Fahrzeuginsassen wahrgenommen werden kann. Bei dem Informationsinhalt handelt es sich insbesondere um einen Werbeinhalt. Es wird somit Werbung ausgegeben, deren Inhalt von einem Insassen des Fahrzeugs wahrgenommen werden kann. Das erfindungsgemäße
Verfahren überwacht den Fahrzeuginsassen dahingehend, ob er den Werbeinhalt
wahrgenommen hat. Hierfür wird der Inhalt eines Gesprächs im Innenraum des Fahrzeugs analysiert. Anhand dieser Gesprächsanalyse kann ein Zusammenhang mit den
Erkennungsdaten des zugeordneten Informationsinhalts hergestellt werden. Besteht ein solcher Zusammenhang, wird geschlossen, dass der Informationsinhalt von einem Fahrzeuginsassen wahrgenommen wurde. Durch die Gesprächsanalyse wird erreicht, dass sehr zuverlässig auf die Wahrnehmung eines Informationsinhalts geschlossen werden kann.
Das Zeitintervall nach der Ausgabe des Informationsinhalts kann beispielsweise einen Zeitraum von bis zu 30 Minuten nach Beendigung der Ausgabe des Informationsinhalts umfassten. Das Zeitintervall umfasst insbesondere einen Zeitraum von 20 Minuten, bevorzugt 10 Minuten oder 2 Minuten, nach Beendigung der Ausgabe des Informationsinhalts.
Der Informationsinhalt kann auditiv ausgegeben werden. Alternativ oder zusätzlich kann er visuell ausgegeben werden. Der Informationsinhalt kann beispielsweise visuell in dem Fahrzeug oder von einem Objekt im Verkehrsraum außerhalb des Fahrzeugs angezeigt werden, so dass er in dem Fahrzeug wahrnehmbar ist. Ferner kann er akustisch über einen Lautsprecher ausgegeben werden.
Gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die Erkennungsdaten dadurch gewonnen, dass der ausgegebene Informationsinhalt analysiert wird. Beispielsweise kann eine visuelle Ausgabe des Informationsinhalts durch eine Innenraumkamera oder eine Kamera erfasst werden, die das Umfeld des Fahrzeugs aufnimmt. Eine auditive Ausgabe kann akustisch über ein Innenraummikrofon erfasst werden. Die von einer Kamera und/oder dem Innenraummikrofon erfassten Daten können dann analysiert werden, um Erkennungsdaten für den Informationsinhalt zu gewinnen. Bei dieser Ausgestaltung können die Erkennungsdaten vorteilhafterweise allein durch Einrichtungen des Fahrzeugs gewonnen werden, ohne dass es erforderlich ist, auf fahrzeugexterne Einrichtungen zuzugreifen.
Gemäß einer anderen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird ein Gerät ermittelt, welches den Informationsinhalt ausgibt. Daten zur Kennzeichnung des ermittelten Geräts werden dann an eine fahrzeugexterne Einrichtung übertragen. Die fahrzeugexterne Einrichtung ermittelt anhand der Daten zur Kennzeichnung des ermittelten Geräts die
Erkennungsdaten zu den von dem Gerät ausgegebenen Informationsinhalten und die ermittelten Erkennungsdaten werden von der fahrzeugexternen Einrichtung an das Fahrzeug übertragen. Bei dieser Ausgestaltung des Verfahrens ist es zwar erforderlich, auf
fahrzeugexterne Einrichtungen zuzugreifen. In diesem Fall können die Erkennungsdaten jedoch zuverlässig und gegebenenfalls auf vorbestimmte Weise gewonnen werden, da der
fahrzeugexternen Einrichtung Daten vorliegen können, welcher Informationsinhalt zu welcher Zeit über das ermittelte Gerät ausgegeben werden.
Gemäß einer Weiterbildung dieser Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden Einstellungsdaten zu einer Einstellung des Geräts, welches den Informationsinhalt ausgibt, und/oder zu dem Zeitpunkt oder dem Zeitintervall der Ausgabe des Informationsinhalts erfasst. Diese Einstellungsdaten werden an die fahrzeugexterne Einrichtung übertragen, die anhand der Einstellungsdaten die Erkennungsdaten zu den von dem Gerät ausgegebenen
Informationsinhalten ermittelt. Hierdurch wird erreicht, dass die fahrzeugexterne Einrichtung Daten darüber empfangen kann, welcher Informationsinhalt von einem Gerät ausgegeben wird, wenn dieses Gerät bei verschiedenen Einstellungen verschiedene Informationsinhalte ausgeben kann.
Bei dem Gerät kann es sich beispielsweise um ein Radio handeln. Die Einstellungsdaten können dann angeben, welcher Radiosender den Informationsinhalt ausgibt. Die
fahrzeugexterne Einrichtung ermittelt dann, welcher Informationsinhalt zu welchem Zeitpunkt oder Zeitintervall von dem Radiosender ausgegeben wurde und welche akustischen
Erkennungsdaten die Ausgabe enthielt. Beispielsweise kann die fahrzeugexterne Einrichtung auf einen Datenspeicher zugreifen, welcher Daten darüber enthält, was welcher Radiosender wann ausgibt. Zugeordnet zu diesen Informationsausgaben können im Voraus definierte Erkennungsdaten gespeichert sein, die dann von der fahrzeugexternen Einrichtung an das Fahrzeug übertragen werden können.
Alternativ kann der Informationsinhalt von einem fahrzeuginternen Gerät, unabhängig von einem eingestellten Radiosender, im Innenraum des Fahrzeugs ausgegeben werden. In diesem Fall liegen fahrzeugintern die Daten vor, welcher Informationsinhalt zu welchem Zeitpunkt ausgegeben wurde und welche Erkennungsdaten die Ausgabe enthielt.
Die Erkennungsdaten können beispielsweise Schlüsselwörter des ausgegebenen Informationsinhalts umfassen. Hierdurch wird vorteilhafterweise erreicht, dass eine besonders zuverlässige Gesprächsanalyse durchgeführt werden kann.
Gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird bei der Analyse des erfassten Gesprächs, das während oder für ein Zeitintervall nach der Ausgabe des
Informationsinhalts geführt wurde, ermittelt, ob es eine Übereinstimmung gibt zwischen zumindest einer Teilmenge der zu dem Informationsinhalt gehörigen Schlüsselwörtern und Wörtern des Gesprächs. Wenn in dem Gespräch Wörter Vorkommen, die Schlüsselwörtern des Informationsinhalts entsprechen, kann vorteilhafterweise sehr zuverlässig darauf geschlossen werden, dass der Gesprächsinhalt in einer Beziehung zu dem ausgegebenen Informationsinhalt steht. Bei den Schlüsselwörtern handelt es sich daher um möglichst spezielle oder selten vorkommende Wörter des Informationsinhalts, so dass bei der Gesprächsanalyse eine klare Abgrenzung zwischen einem allgemeinen Gespräch und einem Gespräch über den
ausgegebenen Informationsinhalt möglich ist. Auf diese Weise kann besonders zuverlässig ermittelt werden, ob der überwachte Insasse den ausgegebenen Informationsinhalt
wahrgenommen hat.
Gemäß einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird bei der Analyse des erfassten Gesprächs, das während oder für ein Zeitintervall nach der Ausgabe des
Informationsinhalts geführt wurde, der Inhalt des Gesprächs ermittelt und bestimmt, wie die Reaktion zumindest eines Insassen auf den Informationsinhalt ist. Es kann beispielsweise analysiert werden, ob der Insasse positiv, neutral oder negativ auf den Informationsinhalt reagiert hat. Vorteilhafterweise kann bei dieser Ausgestaltung nicht nur ermittelt werden, ob die Ausgabe des Informationsinhalts wahrgenommen wurde, sondern auch wie die Reaktion auf den Informationsinhalt ist.
Gemäß einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Stimmung des Insassen mittels einer Stimmungserfassungseinrichtung zu dem Zeitpunkt oder zu dem
Zeitintervall erfasst, zu dem der Informationsinhalt ausgegeben wurde. Hierfür kann die
Stimmungserfassungseinrichtung beispielsweise mit einer Innenraumkamera und/oder einem Mikrofon gekoppelt sein. Auf diese Weise kann die Stimme, die Mimik und/oder die Gestik des Insassen von der Stimmungserfassungseinrichtung analysiert und klassifiziert und damit einer bestimmten Stimmung zugeordnet werden.
Des Weiteren können persönliche Merkmale des Insassen erfasst werden. Beispielsweise kann die Identität des Insassen, insbesondere des Fahrers des Fahrzeugs, anhand des
Fahrzeugschlüssels oder anhand einer Eingabe bei Fahrtantritt ermittelt werden.
Alternativ werden die persönlichen Merkmale des Insassen mittels einer
Insassenerfassungseinrichtung erfasst. Diese kann auf eine Innenraumkamera und/oder ein Mikrofon zugreifen. Auf diese Weise kann beispielsweise automatisch die Altersklasse und das Geschlecht des Insassen ermittelt werden. Diese Informationen können die weitere Auswertung der Daten zu den Wahrnehmungen von Informationsinhalten unterstützen.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird von einer fahrzeuginternen Analyseeinrichtung erfasst, welcher Informationsinhalt wahrgenommen wurde, bevorzugt welcher Informationsinhalt im Fahrzeug von welchem Insassen wann
wahrgenommen wurde. Vorteilhafterweise können diese gespeicherten Daten bei einer späteren Auswertung dafür genutzt werden, die Effektivität des ausgegebenen
Informationsinhalts, insbesondere eines ausgegebenen Werbeinhalts, zu bestimmen.
Alternativ oder zusätzlich wird von der fahrzeuginternen Analyseeinrichtung erfasst, welche Metadaten der Informationsinhaltbeinhaltet. Diese Metadaten können bei der Ausgabe von Werbeinhalten beispielsweise Informationen darüber enthalten, welches Produkt oder welches Unternehmen beworben wurden. Diese Metadaten können im Übrigen auch in den
Erkennungsdaten enthalten sein. Das beworbene Produkt bzw. das beworbene Unternehmen können auch Schlüsselwörter des ausgegebenen Informationsinhalts sein.
Von der fahrzeuginternen Analyseeinrichtung kann ferner erfasst werden, welche persönlichen Merkmale und/oder welche Stimmung der Insasse, welcher den Informationsinhalt
wahrgenommen hat, hatte. Auch die Speicherung dieser weiteren Daten ist für die spätere Auswertung der Effektivität der Ausgabe des Informationsinhalts von Vorteil.
Die von der Analyseeinrichtung erfassten Daten können insbesondere an eine fahrzeugexterne Auswerteeinrichtung übertragen werden. Vorteilhafterweise kann diese Auswerteeinrichtung die Daten einer Vielzahl von Fahrzeugen empfangen und auf diese Weise eine umfassende und effiziente Auswertung der Effektivität des ausgegebenen Informationsinhalts durchführen.
Darüber hinaus kann die fahrzeugexterne Auswerteeinrichtung anhand der Daten einer Vielzahl von Fahrzeugen ermitteln, wie ein zu Metadaten zugehöriger Informationsinhalt
wahrgenommen wird.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist gekennzeichnet durch eine Analyseeinrichtung, die mit dem Mikrofon gekoppelt ist und die ausgebildet ist, ein zumindest während oder für ein
Zeitintervall nach der Ausgabe des Informationsinhalts mittels des Mikrofons erfasstes
Gespräch zu analysieren und anhand der Gesprächsanalyse und den erfassten
Erkennungsdaten des während oder vor dem Gespräch ausgegebenen Informationsinhalts zu ermitteln, ob der ausgegebene Informationsinhalt von einem Fahrzeuginsassen
wahrgenommen wurde.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist insbesondere ausgebildet, das erfindungsgemäße Verfahren, wie es vorstehend erläutert wurde, auszuführen. Sie weist daher dieselben Vorteile wie das erfindungsgemäße Verfahren auf.
Die Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbeispiels mit Bezug zu der Zeichnung erläutert.
Die Figur zeigt ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Mit Bezug zu der Figur wird zunächst das Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Vorrichtung erläutert:
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist in einem Fahrzeug 1 angeordnet. Mittels der Vorrichtung kann ein Insasse eines Fahrzeugs 1 überwacht werden. Sie umfasst ein Display 2 zum visuellen Ausgeben eines Informationsinhalts. Ferner umfasst die Vorrichtung ein Radio 3, welches mit einem Lautsprecher 4 verbunden ist, so dass ein Informationsinhalt auditiv ausgegeben werden kann.
Bei dem Informationsinhalt handelt es sich bei dem Ausführungsbeispiel um einen Werbeinhalt. Der Werbeinhalt kann somit akustisch mittels des Radios 3 über den Lautsprecher 4 und/oder visuell mittels des Displays 2 ausgegeben werden. Dem Informationsinhalt sind
Erkennungsdaten und Metadaten zugeordnet. Die Erkennungsdaten sind Schlüsselwörter, die in einer Beziehung zu dem Informationsinhalt stehen. Bei den Schlüsselwörtern kann es sich um Wörter handeln, welche visuell bei der Ausgabe des Informationsinhalts auf dem Display 2 angezeigt werden oder die in einem gesprochenen Text, bei der auditiven Ausgabe des Informationsinhalts Vorkommen. Die Erkennungsdaten, insbesondere die Schlüsselwörter, können jedoch auch auf andere Weise in einem Zusammenhang mit dem Informationsinhalt
stehen. Es ist nicht zwingend erforderlich, dass die Schlüsselwörter angezeigt oder akustisch ausgegeben wurden. Die Erkennungsdaten stehen in einem solchen Zusammenhang zu dem Informationsinhalt, dass anhand der Erkennungsdaten ermittelt werden kann, ob ein Nutzer die Ausgabe des Informationsinhalts wahrgenommen hat. Beispielsweise können die
Erkennungsdaten auch Schlüsselwörter enthalten, die in einem übertragenen Sinn in einem Zusammenhang mit dem Informationsinhalt stehen. Beispielsweise können es Schlüsselwörter sein, die bei einem Gespräch über den Informationsinhalt mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgesprochen werden, ohne dass die Schlüsselwörter selbst in dem Informationsinhalt Vorkommen. Die Schlüsselwörter werden bei insbesondere so gewählt, dass die
Auftretenshäufigkeit dieser Wörter so gering wie möglich ist, so dass die Schlüsselwörter mit geringer Wahrscheinlichkeit in einem anderen Zusammenhang genannt werden.
Das Display 2 sowie das Radio 3 sind mit einer Informationsausgabe-Einrichtung 5 gekoppelt. Die Informationsausgabe-Einrichtung steuert die Informationsausgabe über das Display 2 und das Radio 3. An die Informationsausgabe-Einrichtung 5 werden außerdem Einstellungsdaten des Displays 2 und des Radios 3 übertragen.
Die Vorrichtung umfasst ferner eine in dem Fahrzeug 1 angeordnete Sensoreinrichtung 6, welche mit einer Vielzahl von Sensoren 7 gekoppelt ist. Die Sensoren 7 umfassen
insbesondere eine Innenraumkamera 7-1 , welche unter anderem einen Insassen des
Fahrzeugs 1 , insbesondere den Fahrer, aufnimmt und eine Umfeldkamera 7-2, welche Bilder im Umfeld des Fahrzeugs 1 , insbesondere in Fahrtrichtung, aufnimmt. Des Weiteren umfassen die Sensoren 7 ein Innenraummikrofon 7-3, welches so angeordnet ist, dass es Gespräche im Innenraum des Fahrzeugs 1 im Innenraum des Fahrzeugs 1 aufnehmen kann. Schließlich umfassen die Sensoren 7 eine Identifikationseinheit 7-4, über welche sich ein Insasse des Fahrzeugs 1 identifizieren kann.
Die Informationsausgabe-Einrichtung 5 und die Sensoreinrichtung 6 sind mit einer
Ermittlungseinrichtung 8 verbunden. Die Ermittlungseinrichtung 8 ist ausgebildet, zu ermitteln, ob ein in dem Fahrzeug 1 wahrnehmbarer Informationsinhalt ausgegeben wird. Beispielsweise kann die Ermittlungseinrichtung 8 mittels der Informationsausgabe-Einrichtung 5 feststellen, ob das Radio 3 eingeschaltet ist oder Informationen auf dem Display angezeigt werden. Alternativ oder zusätzlich kann die Ermittlungseinrichtung 8 anhand der von der Sensoreinrichtung 6 übertragenen Daten der Sensoren 7 ermitteln, ob ein bestimmter Informationsinhalt, beispielsweise ein Werbeinhalt, visuell mittels des Displays 2 oder auditiv mittels des Radios 3 und dem mit diesem verbundenen Lautsprecher 4 ausgegeben wurde.
Weiter alternativ oder zusätzlich kann die Ermittlungseinrichtung 8 über eine
Kommunikationsschnittstelle 13 mit einer fahrzeugexternen Einrichtung 14, z. B. einem Server, verbunden sein, der wiederum mit einem Datenspeicher 15 gekoppelt ist. Der Datenspeicher 15 kann Informationen enthalten, wann ein bestimmter Informationsinhalt, beispielsweise ein Werbeinhalt, auf welchem Radiosender wann ausgegeben wird. Diese Informationen können an die Ermittlungseinrichtung 8 über die Kommunikationsschnittstelle 13 übertragen werden. Das Radio 3 überträgt über die Informationsausgabe-Einrichtung 5 als Einstellungsdaten die Information, welcher Radiosender aktuell ausgegeben wird. Anhand dieser Informationen kann die Ermittlungseinrichtung 8 dann bestimmen, wann der für die Überwachung des Insassen relevante Informationsinhalt ausgegeben wird. Die Information, dass ein relevanter
Informationsinhalt aktuell ausgegeben wird, überträgt die Ermittlungseinrichtung 8 an eine Erkennungseinrichtung 9, mit welcher Erkennungsdaten zu ausgegebenen Informationsinhalten erfasst werden können. Wie vorstehend erläutert, umfassen die Erkennungsdaten
Schlüsselwörter zu einem ausgegebenen Informationsinhalt. Die Erkennungsdaten können mittels der Erkennungseinrichtung 9 auf verschiedene Weisen gewonnen werden:
Die Erkennungseinrichtung 9 ist mit der Sensoreinrichtung 6 gekoppelt. Der ausgegebene Informationsinhalt wird über das Innenraummikrofon 7-3 aufgenommen. Diese Aufnahme wird von der Erkennungseinrichtung 9 analysiert. Dabei werden die Erkennungsdaten extrahiert.
Alternativ oder zusätzlich werden der Erkennungseinrichtung 9 Erkennungsdaten direkt über die Informationsausgabe-Einrichtung 5 zur Verfügung gestellt. Beispielsweise können beim
Empfang eines Radiosignals Zusatzinformationen übermittelt werden, welche das Radio 3 an die Informationsausgabe-Einrichtung 5 überträgt, die diese Daten dann der
Erkennungseinrichtung 9 zur Verfügung stellt.
Schließlich ist alternativ oder zusätzlich die Erkennungseinrichtung 9 mit der
Kommunikationsschnittstelle 13 des Fahrzeugs 1 gekoppelt, welche eine Verbindung zu der externen fahrzeugexternen Einrichtung 14 und dem Datenspeicher 15 bereitstellt. Über die Informationsausgabe-Einrichtung 5 ermittelt die Erkennungseinrichtung 9, über welches Gerät der Informationsinhalt ausgegeben wird, das heißt bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel, ob der Informationsinhalt visuell über das Display 2 und/oder auditiv über den Lautsprecher 4 ausgegeben wird. Die Daten zur Kennzeichnung des ermittelten Geräts werden zusammen mit einem Zeitstempel an die fahrzeugexterne Einrichtung 14 übertragen. Die fahrzeugexterne Einrichtung 14 ermittelt anhand der Daten zur Kennzeichnung des ermittelten Geräts die
Erkennungsdaten zu den von dem Gerät ausgegebenen Informationsinhalten durch einen Datenabruf bei dem Datenspeicher 15. In dem Datenspeicher 15 kann nicht nur gespeichert sein, zu welcher Zeit welcher Informationsinhalt über welchen Radiosender ausgegeben wird, sondern zusätzlich auch die jeweils zugeordneten Erkennungsdaten. Auf gleiche Weise kann der Datenspeicher 15 auch entsprechende Erkennungsdaten zu visuell über das Display 2 ausgegebenen Informationsinhalten speichern. Beispielsweise kann über das Display 2 visuelle Werbung, beispielsweise im Rahmen eines Fernsehprogramms, angezeigt werden. Die von der fahrzeugexternen Einrichtung 14 ermittelten Erkennungsdaten werden über die
Kommunikationsschnittstelle 13 an die Erkennungseinrichtung 9 übertragen.
Zusätzlich zu den Erkennungsdaten kann die Erkennungseinrichtung 9 auch Metadaten zu dem ausgegebenen Informationsinhalt erfassen. Diese Metadaten können sich mit den
Erkennungsdaten überschneiden, sie können jedoch auch weitere Zusatzinformationen enthalten, wie beispielsweise Informationen zu einem beworbenen Produkt oder einem beworbenen Unternehmen.
Die Erkennungseinrichtung 9 ist mit einer fahrzeuginternen Analyseeinrichtung 12 verbunden. Die Analyseeinrichtung 12 ist außerdem mit der Sensoreinrichtung 6 gekoppelt. Diese überträgt der Analyseeinrichtung 12 Aufnahmen des Innenraummikrofons 7-3. Die Analyseeinrichtung 12 ist ausgebildet, ein während der Ausgabe eines Informationsinhalts oder für ein Zeitintervall nach der Ausgabe eines Informationsinhalts erfasstes Gespräch zu analysieren. Die
Analyseeinrichtung 12 ermittelt anhand dieser Gesprächsanalyse und den erfassten
Erkennungsdaten des während oder vor dem Gespräch ausgegebenen Informationsinhalts, ob der ausgegebenen Informationsinhalt von einem Insassen des Fahrzeugs 1 wahrgenommen wurde. Die Analyseeinrichtung 12 extrahiert dabei insbesondere Wörter des erfassten
Gesprächs während oder in einem Zeitintervall nach der Informationsausgabe und vergleicht diese extrahierten Wörter mit Schlüsselwörtern der Erkennungsdaten. Wird ein gewisses Maß an Übereinstimmung ermittelt, folgert die Analyseeinrichtung 12, dass ein Fahrzeuginsasse den ausgegebenen Informationsinhalt wahrgenommen hat. Die Information, dass ein bestimmter Informationsinhalt von einem Fahrzeuginsassen wahrgenommen wurde, wird von der
Analyseeinrichtung 12 in einem internen Speicher zusammen mit zugehöriger Zeitinformation zu der Ausgabe des Informationsinhalt sowie etwaigen Einstellungsdaten des Geräts zur Ausgabe des Informationsinhalts gespeichert.
Des Weiteren ist die Analyseeinrichtung 12 ausgebildet, bei der Analyse des erfassten
Gesprächs, das während oder für ein Zeitintervall nach der Ausgabe des Informationsinhalts
geführt wurde, den Inhalt des Gesprächs zu ermitteln und zu bestimmen, wie die Reaktion zumindest eines Insassen auf den Informationsinhalt ist. Beispielsweise kann anhand von vorab definierten Erkennungswörtern bestimmt werden, ob die Reaktion des Insassen auf den Informationsinhalt positiv, neutral oder negativ ist. Auch diese Informationen werden intern von der Analyseeinrichtung 12 gespeichert.
Des Weiteren ist die Analyseeinrichtung 12 mit einer Stimmungserfassungseinrichtung 10 verbunden. Anhand der Stimmungserfassungseinrichtung 10 wird erfasst, wie die Stimmung des Insassen zu dem Zeitpunkt oder zu dem Zeitintervall ist bzw. war, zu dem der
Informationsinhalt ausgegeben wurde. Hierfür ist die Stimmungserfassungseinrichtung 10 mit der Sensoreinrichtung 6 gekoppelt. Beispielsweise kann die Mimik, Gestik und die Stimme des Insassen analysiert und einer bestimmten Stimmungsklasse zugeordnet werden.
Schließlich ist die Analyseeinrichtung 12 mit einer Insassenerfassungseinrichtung 11 verbunden, welche wiederum mit der Sensoreinrichtung 6 verbunden ist. Die
Insassenerfassungseinrichtung 11 kann anhand der von den Sensoren 7 erfassten Daten persönliche Merkmale des Insassen erfassen. Zum einen kann die Identität direkt über die Identifikationseinheit 7-4, beispielsweise anhand eines dem Insassen persönlich zugeordneten Schlüssels, ermittelt werden. Alternativ oder zusätzlich können die persönlichen Merkmale des Insassen durch eine Bildanalyse und/oder Stimmanalyse ermittelt werden. Dabei können Daten der Innenraumkamera 7-1 und/oder des Innenraummikrofons 7-3 auswertet werden.
Auch die über die Stimmungserfassungseinrichtung 10 und die Insassenerfassungseinrichtung 11 gewonnenen Daten werden von der Analyseeinrichtung 12 in dem internen Speicher gespeichert. In der Analyseeinrichtung wird auf diese Weise ein Datensatz gespeichert, welcher angibt, welcher Informationsinhalt dem Fahrzeug 1 von welchem Insassen wann
wahrgenommen wurde, welche persönlichen Merkmale der Insasse hat, welche Metadaten der Informationsinhalt beinhaltet, und in welcher Stimmung der Insasse war, als er den
Informationsinhalt wahrgenommen hat. Dieser Datensatz wird über die
Kommunikationsschnittstelle 13 oder auf andere Weise von der fahrzeuginternen
Analyseeinrichtung 12 an eine fahrzeugexterne Auswerteeinrichtung 16 übertragen. Diese Auswerteeinrichtung 16 sammelt die bei einer Vielzahl von Überwachungen von Insassen von Fahrzeugen 1 gewonnenen Daten und wertet sie aus, um Daten zu der Effektivität der Ausgabe des Informationsinhalts zu gewinnen. Die fahrzeugexterne Auswerteeinrichtung ermittelt darüber hinaus anhand der Daten einer Vielzahl von Fahrzeugen, wie ein zu Metadaten zugehöriger Informationsinhalt wahrgenommen wird.
Bei einer Weiterbildung des Ausführungsbeispiels wird der Informationsinhalt nicht innerhalb des Fahrzeugs 1 visuell oder auditiv ausgegeben, sondern außerhalb des Fahrzeugs 1.
Beispielsweise kann der Informationsinhalt von einem Objekt im Verkehrsraum ausgegeben werden, in dem sich das Fahrzeug 1 bewegt. Auch in diesem Fall kann durch eine Analyse eines Gesprächs im Innenraum des Fahrzeugs ermittelt werden, ob der außerhalb des
Fahrzeugs 1 ausgegebene Informationsinhalt von einem Insassen des Fahrzeugs 1 wahrgenommen wurde. Unter einer Ausgabe eines Informationsinhalts werden dabei unter anderem wechselnde Anzeigeinhalte von einem fahrzeugexternen Display verstanden. Der Informationsinhalt kann jedoch auch über ein stationäres Werbeplakat ohne wechselnden Informationsinhalt ausgegeben werden. In diesem Fall handelt es sich um eine stationäre Informationsanzeige, zum Beispiel durch ein Werbeplakat. Passiert das Fahrzeug 1 ein solches Objekt im Verkehrsraum, wird durch die Gesprächsanalyse ermittelt, ob ein Fahrzeuginsasse diesen Informationsinhalt wahrgenommen hat.
Bezugszeichenliste Fahrzeug
Display
Radio
Lautsprecher
Informationsausgabe-Einrichtung
Sensoreinrichtung
Sensoren
-1 Innenraumkamera
-2 Umfeldkamera
-3 Innenraummikrofon
-4 Identifikationseinheit
Ermittlungseinrichtung
Erkennungseinrichtung
0 Stimmungserfassungseinrichtung
1 Insassenerfassungseinrichtung
2 fahrzeuginterne Analyseeinrichtung
3 Kommunikationsschnittstelle
4 fahrzeugexterne Einrichtung
5 Datenspeicher
6 Auswerteeinrichtung