Beschreibung
Vorrichtung und Verfahren zur Steuerung von Energieflüssen zwischen Komponenten eines Energiesystems
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1. Weiterhin betrifft die Erfindung ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 9.
Energiesysteme weisen typischerweise eine Mehrzahl von Kompo nenten, insbesondere Energieerzeuger und Energieverbraucher, auf. Hierbei ist es erforderlich, die Energieflüsse, das heißt den Austausch von Energie, typischerweise von elektri schem Strom beziehungsweise von elektrischer Energie, zwi schen den Komponenten des Energiesystems, zu koordinieren.
Die Koordinierung kann bezüglich der Komponenten zentral mit tels einer Koordinierungsplattform erfolgen. Hierzu kann die Koordinierungsplattform ein Optimierungsverfahren durchfüh ren, mittels welchem die Energieflüsse zwischen den Komponen ten möglichst effizient oder optimal vorab, beispielsweise einen Tag im Voraus (englisch: Day-Ahead) , berechnet werden.
Die Koordinierungsplattform kann weiterhin als Handelsplatt form ausgebildet sein, sodass die Komponenten Verkaufsangebo te und Kaufangebote abgeben können. Die Verkaufsangebote und Kaufangebote bezüglich einer Energieform können bei der Opti mierung berücksichtigt werden, wobei typischerweise ein mög lichst maximaler und in diesem Sinne möglichst optimaler Energieumsatz vorteilhaft ist.
Für bekannte Koordinierungsplattformen gestaltet sich die Einbindung eines Energiespeichers schwierig. Das ist deshalb der Fall, da ein Energiespeicher verschiedene Zeitpunkte kop pelt, und bisher Verkaufsangebote und Kaufangebote zeitgleich abgegeben werden müssen, beispielsweise für alle Zeitinter valle eines folgenden Tages (englisch: Day-Ahead Spot-Markt).
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Einbindung eines Energiespeichers bei einer Koordinierungs plattform zu ermöglichen.
Die Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruches 1 sowie durch ein Verfahren mit den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruches 9 gelöst. In den abhängigen Patentansprüchen sind vorteilhafte Ausgestal tungen und Weiterbildungen der Erfindung angegeben.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Steuerung von Energie flüssen zwischen Komponenten eines Energiesystems umfasst ei ne Steuervorrichtung zur Steuerung der Energieflüsse, wobei mittels der Steuervorrichtung die Energieflüsse vorab für ei nen Zeitbereich mittels eines Optimierungsverfahrens bere chenbar sind. Weiterhin umfassen die Komponenten des Energie systems, und somit das Energiesystem, erfindungsgemäß wenigs tens einen Energiespeicher. Erfindungsgemäß sind die Energie flüsse mittels der Steuervorrichtung derart berechenbar und steuerbar, dass der Ladezustand des Energiespeichers am Ende des Zeitbereiches im Wesentlichen gleich dem Ladezustand des Energiespeichers am Anfang des Zeitbereiches ist.
Mit anderen Worten ist die Steuervorrichtung dazu ausgebildet die Energieflüsse basierend auf der berechneten Lösung des Optimierungsverfahrens derart zu steuern, dass der Ladezu stand des Energiespeichers am Ende des Zeitbereiches im We sentlichen gleich dem Ladezustand des Energiespeichers am An fang des Zeitbereiches ist.
In der vorliegenden Erfindung fällt unter dem Begriff des Steuerns ebenfalls der Begriff des Regeins.
Gemäß der vorliegenden Erfindung sind die Ladezustände des Energiespeichers am Anfang und am Ende des Zeitbereiches, das heißt an den Rändern des Zeitbereiches, im Wesentlichen gleich. Hierbei sind zwei Ladezustände im Sinne der vorlie genden Erfindung im Wesentlichen gleich, falls diese zueinan-
der eine Abweichung von höchstens 5 Prozent, bevorzugt von höchstens 3 Prozent, besonders bevorzugt von höchstens 1 Pro zent aufweisen. Besonders bevorzugt sind die Ladezustände im Rahmen der Messgenauigkeit gleich. Insbesondere sind die La dezustände gleich.
Jeder Energieerzeuger ist zur Erzeugung wenigstens einer Energieform ausgebildet und stellt diese für einen oder meh rere Energieverbraucher bereit. Jeder Energieverbraucher ist zum Verbrauch wenigstens einer der durch die Energieerzeuger bereitgestellten Energieformen ausgebildet. Die Energieformen der Energieerzeuger können verschieden sein. Insbesondere wird elektrischer Strom und/oder thermische Energie/Wärme als Energieform bereitgestellt. Somit können die Energieflüsse elektrische Ströme und/oder thermische Ströme sein.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung bildet eine zentrale Koordi nierungsplattform aus, die die Energieflüsse zwischen den Komponenten des Energiesystems basierend auf der Lösung des Optimierungsverfahrens (vorab Berechnung der Energieflüsse) mittels der Steuervorrichtung steuert. Mittels der Steuervor richtung sind die Energieflüsse zwischen den Komponenten des Energiesystems basierend auf der Lösung des Optimierungsver fahrens steuerbar.
Ein Optimierungsverfahren im Sinne der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Maximierung oder Minimierung einer Zielfunktion, wobei die Energieflüsse die Optimierungsvariab len der Zielfunktion ausbilden. Die Maximierung oder Minimie rung der Zielfunktion ist typischerweise komplex und erfolgt daher typischerweise numerisch. Es ist kein exaktes Maximum oder Minimum der Zielfunktion erforderlich. Das Ergebnis des Optimierungsverfahrens sind wenigstens die Energieflüsse zwi schen den Komponenten des Energiesystems. Die Steuervorrich tung steuert die Komponenten des Energiesystems beziehungs weise die Energieflüsse zwischen den Komponenten des Energie systems möglichst gemäß der vorab berechneten Energieflüsse. Dadurch wird ein möglichst effizienter beziehungsweise opti-
maler Betrieb des Energiesystems ermöglicht. Typischerweise werden die Energieflüsse durch die Steuervorrichtung für ei nen Tag (Zeitbereich) im Voraus berechnet.
Erfindungsgemäß ist die Steuervorrichtung dazu ausgebildet die Energieflüsse derart zu berechnen und zu steuern, dass der Ladezustand des Energiespeichers am Ende des Zeitberei ches im Wesentlichen gleich dem Ladezustand des Energiespei chers am Anfang des Zeitbereiches ist. Beispielsweise weist der Ladezustand des Energiespeichers bezüglich des Zeitberei ches periodische Randbedingungen auf. Es gilt somit E=0 =
E=T, wobei E=0 die zum Zeitpunkt t = 0 mittels des Energie speichers gespeicherte Energie (initialer Ladezustand) und E=T die zum Zeitpunkt t = T mittels des Energiespeichers ge speicherte Energie bezeichnet. Der Anfang des Zeitbereiches wurde hierbei mit dem Wert t = 0 und das Ende des Zeitberei ches mit dem Wert t = T bezeichnet. Typischerweise ist der Zeitbereich durch [0,t1,t2, ... ,tN-1T] gegeben, sodass t0 = 0 und tN = T gilt. Beispielsweise ist ti = iAt für i = 0,...,N und Dt kon stant, sodass der Zeitbereich in äquidistante Zeitschritte eingeteilt ist.
Durch die vorliegende Erfindung, insbesondere dadurch, dass der Ladezustand des Energiespeichers am Ende des Zeitberei ches gleich dem Ladezustand des Energiespeichers am Anfang des Zeitbereiches ist, wird vorteilhafterweise die Integrati on des Energiespeichers in eine zentrale Koordinierungsplatt form beziehungsweise Handelsplattform ermöglicht. Insbesonde re wird dadurch vorteilhafterweise sichergestellt, dass der Energiespeicher lediglich eine Flexibilität innerhalb des Energiesystems beziehungsweise für die Koordinierungsplatt form bereitstellt . Mit anderen Worten wird durch den Energie speicher in diesem Sinne weder Energie erzeugt noch ver braucht, sondern lediglich zwischengespeichert. Dadurch wird ferner ein wirtschaftlich fairer Betrieb des Energiespeichers innerhalb der Vorrichtung und somit ebenfalls innerhalb einer Handelsplattform ermöglicht.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren zur Steuerung von Energie flüssen zwischen Komponenten eines Energiesystems, wobei die Komponenten wenigstens einen Energiespeicher umfassen, werden die Energieflüsse vorab für einen Zeitbereich mittels eines Optimierungsverfahrens berechnet. Erfindungsgemäß werden die Energieflüsse derart berechnet und gesteuert, dass der Lade zustand des Energiespeichers am Ende des Zeitbereiches im We sentlichen gleich dem Ladezustand des Energiespeichers am An fang des Zeitbereiches ist.
Mit anderen Worten werden mittels der Steuervorrichtung die Energieflüsse basierend auf der berechneten Lösung des Opti mierungsverfahren gesteuert, wobei die Berechnung der Ener gieflüsse mittels des Optimierungsverfahrens und somit die Steuerung derart erfolgt, dass der Ladezustand des Energie speichers am Ende des Zeitbereiches im Wesentlichen gleich dem Ladezustand des Energiespeichers am Anfang des Zeitberei ches ist.
Es ergeben sich zur erfindungsgemäßen Vorrichtung gleicharti ge und gleichwertige Vorteile.
Bevorzugt erfolgt die Optimierung der Energieflüsse unter der Nebenbedingung, dass der Ladezustand des Energiespeichers am Ende des Zeitbereiches im Wesentlichen gleich dem Ladezustand des Energiespeichers am Anfang des Zeitbereiches ist.
Besonders bevorzugt wird hierbei die Nebenbedingung mathema tische derart festgelegt, dass die Ladezustände, wenigstens für die Optimierung, mathematisch gleich sind.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung umfas sen die Komponenten des Energiesystems mehrere Energieerzeu ger und mehrere Energieverbraucher, wobei die Energieerzeu ger, die Energieverbraucher und der wenigstens eine Energie speicher mittels eines Energieübertragungsnetzes miteinander verbunden sind.
Vorteilhafterweise können die Energieflüsse zwischen den Kom ponenten des Energiesystems über das Energieübertragungsnetz, beispielsweise ein Stromnetz, erfolgen. Das Energieübertra gungsnetz kann bezüglich der Komponenten des Energiesystems ein lokales Energieübertragungsnetz sein, und mit einem über geordneten Energieübertragungsnetz, insbesondere Stromnetz, zum Energieaustausch verbunden beziehungsweise koppelbar sein. Weiterhin können physikalische Leistungskapazitäten des Energieübertragungsnetzes und/oder des übergeordneten Ener gieübertragungsnetzes bei der Optimierung, das heißt beim Op timierungsverfahren, welches die Steuervorrichtung durch führt, berücksichtigt werden. Weiterhin kann eine Gebühr für eine Verwendung des Energieübertragungsnetzes und/oder eine Gebühr für eine Verwendung des übergeordneten Energieübertra gungsnetzes berücksichtigt werden.
In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung umfasst die Vorrichtung eine Kommunikationsschnittstelle zum bidirek tionalen Austausch von Datencontainern zwischen der Steuer vorrichtung und den Komponenten, wobei die mittels der Daten container gespeicherten Daten beim Optimierungsverfahren be rücksichtigbar sind.
Dadurch kann vorteilhafterweise die Steuervorrichtung mit den Komponenten des Energiesystems kommunizieren. Ferner können vorteilhafterweise Informationen über die Komponenten durch die Steuervorrichtung beim Optimierungsverfahren berücksich tigt werden. Die Vorrichtung bildet somit vorteilhafterweise bezüglich der Komponenten eine zentrale Kommunikationsvor richtung, Steuervorrichtung und Koordinierungsplattform aus.
Hierbei ist es besonders bevorzugt, wenn die Datencontainer zur Steuerung der Leistungsflüsse vorgesehene Steuerdaten um fassen .
Mit anderen Worten berechnet die Steuervorrichtung mittels des Optimierungsverfahren, insbesondere unter Berücksichti gung von Informationen über die Komponenten, die Leistungs-
flüsse. Anschließend werden mittels der Kommunikations schnittstelle die Steuerdaten an die Komponenten übertragen, wobei die Steuerdaten derart ausgebildet sind, dass die Kom ponenten gemäß den berechneten Energieflüssen betrieben wer den. Symbolisch wird den Komponenten mittels der Steuerdaten das für sie spezifische Ergebnis des Optimierungsverfahren mitgeteilt. Auf Seiten der Komponenten kann jeweils eine wei tere Steuereinheit vorgesehen sein (englisch: Edge Device), die die Steuerdaten erfassen und die jeweilige Komponente entsprechend den erfassten Steuerdaten steuern. Die Steuer vorrichtung steuert die Komponenten somit mittels der Steuer einheiten. Dadurch bildet die Vorrichtung eine zentrale Koor dinierungsplattform aus, die jeweils zum Datenaustausch mit den Steuereinheiten (lokale Steuereinheiten) jeder Komponente zum Datenaustausch gekoppelt ist.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist mittels der Datencontainer eine maximal bereitstellbare Ener giemenge jedes Energieerzeugers und eine maximal beziehbare Energiemenge jedes Energieverbrauchers gespeichert.
Mit anderen Worten ist der Steuervorrichtung für die Energie erzeuger ihre jeweilige maximal bereitstellbare Energiemenge bekannt, und für die Energieverbraucher ihre jeweilige maxi mal beziehbare Energiemenge bekannt. Dadurch wird vorteilhaf terweise sichergestellt, dass die Komponenten des Energiesys tems im Rahmen ihrer technischen Ausgestaltung betrieben wer den. Die physikalischen Daten beziehungsweise physikalischen Informationen (beispielsweise maximal bereitstellbare Ener giemenge und maximal beziehbare Energiemenge) können als Ne benbedingungen beim Optimierungsverfahren berücksichtigt wer den. Beispielsweise gilt für einen der Energieerzeuger die Nebenbedingung Pt Erzeu8erAtt < ϊ^8QG / falls
die zum Zeit punkt t durch den Erzeuger maximale bereitstellbare Energie menge und pi Erzeu§er ^-ί_q zum Zeitpunkt t berechnete Leistung des Energieerzeugers bezeichnet. Beispielsweise gilt für einen der Energieverbraucher die Nebenbedingung
maxy aucher r falls £' maxy raucher die zum Zeitpunkt t durch den Ver-
braucher maximale beziehbare Energiemenge und pf Verbaucher die zum Zeitpunkt t berechnete Leistung des Energieverbrauchers (Last) bezeichnet.
In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist mit tels der Datencontainer eine maximale Speicherkapazität des Energiespeichers, eine maximale Ladeleistung des Energiespei chers, eine maximale Entladeleistung des Energiespeichers, ein Ladewirkungsgrad des Energiespeichers und/oder ein Entla dewirkungsgrad des Energiespeichers gespeichert.
Dadurch wird vorteilhafterweise eine verbesserte Modellierung des Energiespeichers und somit eine verbesserte Berücksichti gung des Energiespeichers beim Optimierungsverfahren ermög licht. Die genannten physikalischen beziehungsweise techni schen Parameter des Energiespeichers können als Nebenbedin gungen beim Optimierungsverfahren berücksichtigt werden. Ins besondere wird für den Energiespeicher die Nebenbedingung EtS ~ Et-1 = [Pfaden, t^Laden ^Entladen.t/^Entladen] Att festgelegt, wobei
ES
P, Laden,t die aktuelle Ladeleistung (zum Zeitpunkt t ) des Ener- cc
giespeichers , Pßnladei ^ie aktuelle Entladeleistung (zum Zeit punkt t ) des Energiespeichers, i/Laden den Ladewirkungsgrad des Energiespeichers und ^Entladen den Entladewirkungsgrad des Energiespeichers bezeichnet. Hieraus ist erkennbar, dass der Energiespeicher verschiedene Zeitpunkte koppelt. Dadurch wird Flexibilität in Bezug auf die Erzeugung und den Verbrauch von Energie bereitgestellt. Weitere Nebenbedingung des Energie speichers bezüglich seiner technischen Randbedingung können p ESH < on H P S
Laodüer E H n n
ni,t 'pT S
Laaden,m maavx U u1iKl uJ GE
' Entladend — P ' p Ennftllaardlpenn, m maaxx S e i n , W w oubuee i P ' t Laden, max die übermittelte maximale Ladeleistung des Energiespeichers und ES
P Entladen, max die übermittelte maximale Entladeleistung des
Energiespeichers bezeichnet. Die genannten physikalischen be ziehungsweise technischen Parameter des Energiespeichers, insbesondere seine maximale Ladeleistung und maximale Entla deleistung, können ebenfalls zeitabhängig sein, das heißt ei nen Index t aufweisen. Weitere physikalische beziehungsweise technische Parameter können vorgesehen sein und in den Neben bedingungen des Optimierungsverfahren berücksichtigt werden
beziehungsweise durch die Steuervorrichtung beim Optimie rungsverfahren berücksichtigbar sein.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist mittels der Datencontainer ein minimaler Verkaufspreis jedes Energieerzeugers und ein maximaler Kaufpreis jedes Energie verbrauchers gespeichert.
Dadurch bildet die Vorrichtung vorteilhafterweise eine Han delsplattform, insbesondere einen lokalen Energiemarkt, aus. Die minimalen Verkaufspreise und die maximalen Kaufpreise werden beim Optimierungsverfahren berücksichtigt. Dadurch wird vorteilhafterweise die Wahrscheinlichkeit eines Energie flusses zwischen Komponenten des Energiesystems erhöht, so- dass der Energiemarkt vorteilhafterweise möglichst energe tisch effizient betrieben werden kann.
In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung umfasst jede Komponente des Energiesystems, insbesondere der Energie speicher, eine mit der Steuervorrichtung über die Kommunika tionsschnittstelle zum Datenaustausch gekoppelte Steuerein heit (englisch: Edge Device) .
Vorteilhafterweise können dadurch Datencontainer beziehungs weise Daten beziehungsweise Informationen zwischen der Steu ervorrichtung und den Komponenten ausgetauscht werden. Ferner wird hierbei eine durch die Vorrichtung globale Steuerung der Komponenten ermöglicht, wobei die Komponenten gemäß der Lö sung des Optimierungsverfahren gesteuert werden. Somit wird ein möglichst energetisch effizienter Betrieb der Vorrich tung, insbesondere des Energiemarktes, ermöglicht.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird eine zeitliche Verschiebbarkeit der Energieflüsse für wenigs tens eine der Komponenten bei der Optimierung berücksichtigt.
Dadurch können vorteilhafterweise zeitlich verschiebbare Las ten, beispielsweise ein Laden eines Elektrofahrzeuges, beim
Optimierungsverfahren berücksichtigt werden. Beispielsweise erfolgt die Berücksichtigung durch die Nebenbedingung
^start Pt Verbraucher Att <
sodass lediglich die Summe der Energiemengen kleiner gleich der maximal beziehbaren Energie menge ist. Somit ist der Zeitpunkt des Bezugs der Energiemen ge innerhalb des Zeitbereiches von tstart bis tEnc je nicht rele vant. Lediglich darf die in diesem Zeitbereich gelieferte Energiemenge nicht die maximal beziehbare Energiemenge über steigen. Der Zeitbereich von tstart bis tEnde ist eine echte Teilmenge des Zeitbereiches T oder der ganze Zeitbereich T.
In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird die Art der Energieflüsse bei der Optimierung berücksichtigt.
Beispielsweise werden dadurch verschiedene Stromarten unter scheidbar, insbesondere Strom aus erneuerbaren Energiequellen und Strom aus nicht erneuerbaren Energiequellen. Somit können die Energieverbraucher Präferenzen für eine Art von Strom an die Steuervorrichtung übermitteln. Beispielsweise soll bevor zugt Strom aus Photovoltaikanlagen bezogen werden. Diese Prä ferenzen der Energieverbraucher können beim Optimierungsver fahren berücksichtigt werden. Ein Berücksichtigen weiteren Präferenzen der Energieverbraucher und/oder Energieerzeuger beim Optimierungsverfahren ist möglich und vorgesehen.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung er geben sich aus dem im Folgenden beschriebenen Ausführungsbei spielen sowie anhand der Zeichnung. Dabei zeigt die einzige Figur schematisiert eine Vorrichtung gemäß einer Ausgestal tung der vorliegenden Erfindung.
Die Vorrichtung 1 umfasst Energieerzeuger 2 und Energiever braucher 3. Weiterhin umfasst die Vorrichtung 1 einen oder mehrere Energiespeicher 4 sowie eine oder mehrere zeitlich verschiebbare Lasten 5, beispielswiese ein Elektrofahrzeug. Die Energieerzeuger 2, die Energieverbraucher 3 sowie der Energiespeicher 4 und die zeitlich verschiebbare Last 5 bil den die Komponenten 2,..., 5 eines Energiesystems aus. Mit ande-
ren Worten umfasst das Energiesystem die Energieerzeuger 2, die Energieverbraucher 3, den Energiespeicher 4 und die zeit lich verschiebbare Last 5, wobei die Energieflüsse zwischen den Komponenten 2,..., 5 des Energiesystems mittels einer Steu¬ ervorrichtung 42 steuerbar, insbesondere regelbar, sind. Die Vorrichtung 1 umfasst die Steuervorrichtung 42.
Die Steuervorrichtung 42 ist dazu ausgebildet die Energie¬ flüsse zwischen den Komponenten mittels eines Optimierungs¬ verfahrens für einen Zeitbereich, beispielsweise von t = 0 bis t=T, zu berechnen. Hierzu sind physikalische beziehungsweise technische Parameter erforderlich, die von den Komponenten zur Steuervorrichtung 42 übertragen werden.
Die Energieerzeuger 2, die Energieverbraucher 3 und der Ener giespeicher 4 sind mittels eines Energieübertragungsnetzes 110, beispielsweise einem Stromnetz, zum Austausch von Ener gie (Energieflüsse) gekoppelt. Mit anderen Worten ermöglicht das Energieübertragungsnetz 110 die Energieflüsse zwischen den Komponenten des Energiesystems.
Weiterhin weist die Steuervorrichtung 42, beispielsweise mit tels einer Kommunikationsschnittstelle, eine Datenverbindung zu jeder Komponente 2,..., 5 des Energiesystems auf. Die Daten¬ verbindungen sind mit den Pfeilen 101, ...,104 verdeutlicht und werden im Folgenden mit denselben Bezugszeichen gekennzeich net. Die Datenverbindungen 101, ...,104 können unidirektional oder bidirektional ausgebildet sein. Mittels der Datenverbin¬ dungen 101, ...,104 kann grundsätzlich ein Datenaustausch, bei spielsweise mittels Datencontainern, zwischen der Steuervor richtung 42 und den Komponenten 2,..., 5 des Energiesystems er¬ folgen .
Die Energieerzeuger 2 übertragen mittels der Datenverbindung 102 wenigstens ihre zu einem Zeitpunkt t maximale bereit¬ stellbare Energiemenge
beispielsweise in Kilowatt¬ stunden, und ihren minimalen Verkaufspreis
ger, bei spielsweise in Cent pro Kilowattstunde, an die Steuervorrich-
tung 42. Alternativ oder ergänzend zum Verkaufspreis kann ei ne Kohlenstoffdioxidemission und/oder ein Primärenergieein satz an die Steuervorrichtung 42 übertragen werden. Der Da tencontainer, mittels welchem die zu einem Zeitpunkt t maxi male bereitstellbare Energiemenge und der zum Zeitpunkt t mi nimale Verkaufspreis
gespeichert ist, kann als Ver kaufsangebot (englisch: Buy-Order) bezeichnet werden.
Die Energieverbraucher 3 übertragen mittels der Datenverbin dung 104 wenigstens ihre zu einem Zeitpunkt t maximale be ziehbare Energiemenge £mtxb t raucheiü beispielsweise in Kilowatt stunden, und ihren maximalen Kaufpreis c^xb t raucher, beispiels weise in Cent pro Kilowattstunde, an die Steuervorrichtung 42. Alternativ oder ergänzend zum Kaufpreis kann eine Kohlen stoffdioxidemission und/oder ein Primärenergieeinsatz an die Steuervorrichtung 42 übertragen werden. Der Datencontainer, mittels welchem die zu einem Zeitpunkt t maximale bereit stellbare Energiemenge und der zum Zeitpunkt t minimale Ver kaufspreis ™uger gespeichert ist, kann als Kaufangebot (englisch: Buy-Order) bezeichnet werden.
Der wenigstens eine Energiespeicher 4 überträgt mittels der Datenverbindung 101 wenigstens seine maximal bereitstellbare Speicherkapazität
beispielsweise in Kilowattstunden, einen initialen Ladezustand ^Q beispielsweise in Kilowatt stunden, seine maximale Ladeleistung i*Laden,max' beispielsweise in Kilowatt, seine maximale Entladeleistung ^Entladen,max, bei spielsweise in Kilowatt, seinen Ladewirkungsgrad i/Laderw bei spielsweise in Prozent, seinen Entladewirkungsgrad i/Entladerw beispielsweise in Prozent, sowie eine mögliche zeitabhängige mrnrmale Vergütung CEntiaden,min,t für jede entladene Energiemen ge, beispielsweise in Cent pro Kilowattstunde. Der Datencon tainer, mittels welchem die für den Energiespeicher genannten Parameter gespeichert sind, kann als Speicherangebot (eng lisch: Storage-Order) bezeichnet werden.
Die wenigstens eine verschiebbare Last 5 (verschiebbarer Ver brauch; englisch: Shiftable Load, abgekürzt SL) überträgt
mittels der Datenverbindung 103 wenigstens ihre maximale be ziehbare Energiemenge in einem Verschiebezeitraum TS ( = [^starn ^Ende] ) r beispielsweise in Kilowattstunden pro TSL, ihre möglicherweise zeitabhängige maximale Anschlussleistung
Pmax.tr beispielsweise in Kilowatt, sowie eine mögliche zeit abhängige maximale Bezugsvergütung
beispielsweise in Cent pro Kilowattstunde, an die Steuervorrichtung 42. Der Da tencontainer, mittels welchem die für die verschiebbare Last 5 genannten Parameter gespeichert sind, kann als Flexibili tätsangebot 1 (englisch: Flex-Buy-Order 1) bezeichnet werden.
Weiterhin kann eine nicht dargestellte verschiebbare Erzeu gung vorgesehen sein. Die Erzeugungseinheiten, die eine zeit lich verschiebbare Erzeugung aufweisen, übertragen beispiels weise mittels der Datenverbindung 102 wenigstens eine maximal in einem weiteren Verschiebezeitraum TErzeuSer ’ S r bereitstellba- re Energiemenge
beispielsweise in Kilowattstunde pro TErzeugerSIg eine möglicherweise zeitabhängige maximale An schlussleistung
beispielsweise in Kilowatt, sowie eine mögliche zeitabhängige maximale Verkaufsvergütung
beispielsweise in Cent pro Kilowattstunde, an die Steuervorrichtung 42. Der Datencontainer, mittels welchem die für die verschiebbaren Erzeuger genannten Parameter gespei chert sind, kann als Flexibilitätsangebot 2 (englisch: Flex- Buy-Order 2) bezeichnet werden.
Die mittels der Datencontainer übertragenen Daten beziehungs weise Parameter werden zur Parametrisierung des Optimierungs verfahren verwendet. Ein Optimierungsverfahren umfasst typi scherweise eine Zielfunktion, die minimiert oder maximiert werden soll. Die Zielfunktion umfasst Variablen, deren Werte das Ergebnis des Optimierungsverfahren sind und Parameter, die sich bei der Durchführung der Optimierung nicht ändern. Das Optimierungsverfahren ist parametrisiert , wenn alle Para meter einen bestimmten Wert aufweisen. Die Variablen des Op timierungsverfahren sind vorliegend die Energieflüsse zwi schen den Komponenten. Typischerweise werden die Energieflüs se einen Tag im Voraus, das heißt für den kommenden Tag be-
rechnet. Die Zielfunktion kann eine Gesamtkohlenstoffdioxide- mission des Energiesystems, ein Gesamtprimärenergieeinsatz des Energiesystems und/oder die Gesamtkosten des Energiesys tems sein.
Eine vorteilhafte Zielfunktion gemäß der obenstehend genann ten Parameter ist durch
„Erzeuger Erzeuger nVerbraucher„Verbraucher ES ES
rt,n,k ^min ,t,n,k r t,n,k Lmax, t,n,k + P Entladung, t,n,k c Entladung, t,n,k
gegeben, wob
und Pi>n>t die Va riablen sind. Das Optimierungsverfahren, welches mittels der Steuervorrichtung durchgeführt wird, minimiert die genannte Zielfunktion und ermittelt beziehungsweise berechnet die Va riablen PZTger ' p tniraucheiv Entladung, t.n.k und Pi>n>t . Hierbei ist PST1" die Leistung des Energieerzeugers k am Netzknoten n zum Zeitpunkt t, p^erbraucher
Leistung des Energieverbrau chers k am Netzknoten n zum Zeitpunkt t, i*|ntladung tn k die Ent ladeleistung des Energiespeichers k am Netzknoten n zum Zeit punkt t, und Pi n t die Wirkleitungskapazität zwischen einem Netzknoten i und dem Netzknoten n zum Zeitpunkt t, wobei hierfür für die Verwendung des Energieübertragungsnetzes 110 eine Netzgebühr ^Gebühr, i,n,t anfällt.
Das Optimierungsproblem, das heißt das Berechnen des Maximums oder Minimums der Zielfunktion, erfolgt typischerweise unter Nebenbedingungen. Beispielsweise muss physikalisch
für alle n und t erfüllt sein.
Weiterhin sind Nebenbedingungen P^rzeugerAtt <
für jeden
Energieerzeuger 2, und pt Verbraucher/\tt < £'^^) t raucher für jeden Ener gieverbraucher 3, sowie ^Ladeny— PLaden,max,t ' PEntladen,t — PEntladen,max,t und EfS - £ _Si = [^aden^Laden PEntladen,tA7Entladen] ' Att für den Energie-
Speicher 4, vorgesehen. Erfindungsgemäß ist E=0 = E=T eine Nebenbedingung für den Energiespeicher 4. Mit anderen Worten stellt diese Nebenbedingung sicher, dass der Energiespeicher 4 am Ende des Zeitbereiches, das heißt zum Zeitpunkt t = T, im Wesentlichen den gleichen Ladezustand wie am Anfang des Zeit bereiches, das heißt zum Zeitpunkt t = 0 , aufweist. Somit weist der Energiespeicher 4 am Anfang und am Ende des Zeitbe reiches im Wesentlichen den gleichen Ladezustand EQ S = £j^?0 auf. Dadurch bildet der Energiespeicher 4 lediglich eine Fle xibilität aus, die eine Entkopplung von Energieerzeugung und Energieverbrauch ermöglicht.
Die verschiebbare Last 5 kann mittels der Nebenbedingung
^start Pt Verbraucher Att < £mtxbraucher modelliert und somit beim Opti mierungsverfahren berücksichtigt werden.
Weitere physikalische/technische Nebenbedingungen, beispiels weise dass Leistungen nur positive Werte annehmen oder Netz randbedingungen, können berücksichtigt werden. Insbesondere können die Art eines Stromes, beispielsweise Strom aus Photo- voltaikerzeugung, und/oder Präferenzen der Energieverbraucher und/oder Präferenzen der Energieerzeuger beim Optimierungs verfahren mittels weiterer Nebenbedingungen berücksichtigt werden. Für mehrere Arten von Strom (Stromarten) gelten die obenstehenden Gleichungen jeweils einzeln. Bei Gleichungen mit physikalischer Basis, beispielsweise physikalische Rand bedingungen für den Energiespeicher 4, werden die Summen der Leistungen aus den einzelnen Stromarten gebildet.
Nach der Berechnung der Energieflüsse mittels der Steuervor richtung 42 werden diese berechneten Werte an die jeweiligen Komponenten 2,..., 5 übergeben, das heißt mittels der Steuervor richtung 42 beziehungsweise über die Kommunikationsschnitt stelle der Steuervorrichtung 42 übertragen. Dadurch wird si chergestellt, dass die Komponenten 2,..., 5 und somit das Ener giesystem gemäß der Lösung des Optimierungsverfahrens best möglich betrieben wird. Mit anderen Worten steuert die Steu ervorrichtung die Komponenten basierend auf der Lösung des
Optimierungsverfahren. Somit wird die Effizienz des Energie systems, beispielsweise ein maximaler Energieumsatz, verbes sert. Das ist insbesondere deshalb der Fall, da der Energie speicher 4 eine Flexibilität ermöglicht und diese durch die vorliegende Erfindung beim Optimierungsverfahren berücksich tigbar ist. Die zeitlich verschiebbare Last 5 stellt eben falls eine Flexibilität bereit. Die Vorrichtung 1, die eben falls eine Handelsplattform für die Energie/Energien ausbil det, ermöglicht somit eine bezüglich der Komponenten 2,..., 5 zentrale Koordination der Energieflüsse zwischen den Kompo nenten 2,..., 5 des Energiesystems unter der Einbindung des Energiespeichers 4 (Flexibilität) .
Obwohl die Erfindung im Detail durch die bevorzugten Ausfüh- rungsbeispiele näher illustriert und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele ein geschränkt oder andere Variationen können vom Fachmann hie raus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
Bezugszeichenliste
1 Vorrichtung
2 Energieerzeuger
3 EnergieVerbraucher
4 Energiespeieher
5 Zeitliche verschiebbare Last
Elektroauto 42 Steuervorrichtung
101 Datenaustausch
102 Datenaustausch
103 Datenaustausch
104 Datenaustausch
110 Energieübertragungsnetz