Energiespeicher mit Steuerung für Stromtankstelle
Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft einen Energiespeicher für Stromtankstellen mit einem
Steuerungsmodul zur Aufnahme, Abgabe oder Weiterleitung von elektrischer Energie zwischen den Stromanschlüssen des Energiespeichers gleichzeitig mit unterschiedlicher Spannung und Leistung, eine Stromtankstelle mit einem solchen Energiespeicher und ein Verfahren zum Betreiben dieser Stromtankstelle.
Hintergrund der Erfindung
Ein Elektrofahrzeug mit einem Elektroantrieb ist einem gewöhnlichen Fahrzeug mit Verbrennungsmotor in vielen Eigenschaften überlegen. Elektroautos sind obendrein als emissionsfreie Fahrzeuge insbesondere in Ballungsräumen sehr geeignet. Im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren verfügen aktuelle Elektrofahrzeuge jedoch aufgrund der geringen Ladekapazitäten der Energiespeicher im Fahrzeug, typischerweise Batterien (Akkus), zumeist über erheblich geringere Reichweiten und müssen daher oft geladen werden. Längere Fahrten mit Elektrofahrzeugen benötigen heutzutage immer noch eine
Ladeplanung. Bei einer Ladestation für Elektrofahrzeuge handelt es sich um eine speziell für Elektrofahrzeuge konzipierte Ladestationen, die in ihrer Bauweise meist einer Zapfsäule für konventionelle Kraftstoffe nachempfunden ist. Die Verbreitung von Ladestationen zur Förderung der Elektromobilität ist ein wichtiger Baustein der Verkehrswende. Um die Nutzerfreundlichkeit von Elektrofahrzeugen zu steigern, wird eine schnellere Ladung (Strombetankung) angestrebt.
Ladezeiten von einer Stunde sind zwar technisch gut erreichbar, aber für den Fernfahrbetrieb von Elektrofahrzeugen immer noch deutlich zu lang. Mit
sogenannten Schnellladestationen könnte die elektrische Energie für über 150 Fahrkilometer (rund 30 kWh) in 10 bis 20 Minuten aus dem Netz in schnell- ladefähige Fahrzeugbatterien geladen werden.
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Die derzeitige Ladeinfrastruktur ist aber auf bestehende Anschlusswerte aus dem lokalen Stromnetz angewiesen. Das Bereitstellen sehr hoher Ströme für die parallele Schnellaufladung mehrerer Fahrzeuge ist aufgrund der durch das allgemeine Stromnetz bedingten Restriktionen (beispielsweise die Beschränkung der verfügbaren Strommenge durch die Hauptsicherung des Netzanschlusses) meist nicht möglich.
DE 10 2010 002 237 A1 offenbart ein Verfahren und eine Vorrichtung zur elektrischen Energieverteilung in einer Stromtankstelle mit mehreren an ein internes Versorgungsnetz der Stromtankstelle angeschlossene Ladestationen zum parallelen Aufladen mehrerer Elektrofahrzeuge, wo mit Hilfe einer intelligenten Steuereinrichtung ein Beladungsplan mit zeitlich gestaffelten Ladezeiten für eine Mehrzahl an Elektrofahrzeugen in der Stromtankstelle erstellt wird, der eine Aufladung der Elektrofahrzeuge ohne Überlastung des internen Stromnetzes der Stromtankstelle und des Anschlusses an das allgemeine Stromnetz ermöglicht.
Die intelligente Steuereinrichtung ist dabei als Schnittstelle zwischen dem allgemeinen Stromnetz und dem internen Versorgungsnetz angeordnet. Hierbei versorgt die intelligente Steuereinrichtung das interne Versorgungsnetz mit einer einzigen für das Versorgungsnetz vorgesehenen Spannung, sodass die
Ladestationen der Stromtankstelle in ihrer Gesamtheit auf die vom internen Versorgungsnetz festgelegte Spannung und maximal transferierbare Leistung zur Ladung der Elektrofahrzeuge angewiesen sind.
Zur Bereitstellung zusätzlicher Leistung können alternativ weitere lokale
Stromquellen wie beispielsweise Wind- oder Solarkraftanlagen mit einer auf den Bedarf der Stromtankstelle angepasste maximal lieferbare Energiemenge pro Zeiteinheit zusätzlich zum allgemeinen Stromnetz an eine Stromtankstelle angeschlossen werden, um in Perioden mit hoher Last für die Stromtankstelle das allgemeine Stromnetz nicht zu überlasten. Allerdings liefern diese zusätzlichen Stromquellen den benötigten Strom im Vergleich zum allgemeinen Stromnetz in einer mit den äußeren Bedingungen (Windstärke, Sonneneinstrahlung) zeitlich stark variierenden Menge und zusätzlich mit anderen Parametern, beispielsweise mit unterschiedlicher Spannung wie Niederspannung, Mittelspannung oder
Hochspannung und/oder einer anderen Wellenform (Gleichspannung statt Wechselspannung).
Zur Speicherung der Energie können entsprechende Energiespeicher eingesetzt werden. Allerdings gibt es keine Speicher für die Anwendung in Stromtankstellen, die gleichzeitig sowohl an Niederspannung als auch an Mittel- und Hochspannung als Eingangsquelle angeschlossen werden und flexibel unterschiedlichste
Spannungen von 230 Volt bis 50 kV als Ausgangsquelle liefern können. Dies wäre wünschenswert, damit die Ladestation für die unterschiedlichsten
Elektrofahrzeuge die elektrische Energie flexibel ohne Strombegrenzung durch die Ladestation mit der jeweils optimalen Spannung und Leistung liefern kann
Es wäre daher wünschenswert, eine Stromtankstelle betreiben zu können, die sehr flexibel unterschiedlichste Spannungen als Eingangsspannungen verarbeiten und flexibel an unterschiedlichste Abnehmer mit unterschiedlichen Bedingungen und Mengen liefern kann.
Zusammenfassung der Erfindung
Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung für Stromtankstellen bereitzustellen, mit der eine Stromtankstelle betrieben werden kann, die sehr flexibel unterschiedlichste Spannungen als Eingangsspannungen verarbeiten und flexibel an unterschiedlichste Abnehmer mit unterschiedlichen Bedingungen und Mengen liefern kann.
Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Energiespeicher für Stromtankstellen umfassend eine Energiespeichereinheit und ein mit der Energiespeichereinheit verbundenes Steuerungsmodul zumindest mit mehreren Einspeise- Stromanschlüssen zur Aufnahme von elektrischer Energie und mit mehreren Ausspeise-Stromanschlüssen zur Abgabe von elektrischer Energie, wobei das Steuerungsmodul zur Weiterleitung der über die Einspeise-Stromanschlüssen aufgenommene elektrische Energie an die Energiespeichereinheit und/oder an die Ausspeise-Stromanschlüsse sowie der abzugebenden elektrischen Energie von den Einspeise-Stromanschlüssen und/oder der Energiespeichereinheit über die Ausspeise-Stromanschlüsse zur bedarfsgerechten Abgabe an ein oder mehrere
Ladesäulen für Elektrofahrzeuge vorgesehen ist, wobei das Steuerungsmodul mehrere entsprechend angesteuerte Spannungswandler umfasst, um die
Aufnahme, Abgabe oder Weiterleitung der elektrischen Energie zwischen den Einspeise- und Ausspeise-Stromanschlüssen gleichzeitig mit unterschiedlicher Spannung und Leistung zu ermöglichen, wozu das Steuerungsmodul die an den Einspeise-Stromanschlüssen ankommende elektrische Energie und die an den Ausspeise-Stromanschlüssen abgefragte elektrische Energie überwacht und mittels der Spannungswandler geeignet an den jeweiligen Bedarf anpasst.
Der Begriff„Energiespeicher“ bezeichnet alle reversibel ladbaren Energiespeicher, die eine für eine Ladung eines Elektrofahrzeugs geeignete Kapazität und
Leistungsaufnahme beziehungsweise Leistungsabgabe bereitstellen können, beispielsweise für die Aufnahme im Bereich von 230V bis 50kV, wobei die Energie als Gleichspannung und/oder Wechselspannung angeboten beziehungsweise abgenommen werden kann.
Die Energiespeichereinheit im Energiespeicher ist die Einheit, die die Energie innerhalb des Energiespeichers speichert. Dazu wird die über die Einspeise- Stromanschlüsse aufgenommene Energie zur Speicherung in der
Energiespeichereinheit durch das Steuerungsmodul des Energiespeichers in eine für die jeweilige Energiespeichereinheit geeignete Spannung umgewandelt.
Gleiches gilt bei der Abgabe von Energie aus der Energiespeichereinheit an die Ausspeise-Stromanschlüsse. Beispielsweise ist die Energiespeichereinheit eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit mehreren Batteriezellen beziehungsweise eine Anordnung aus einer Vielzahl solcher Batterien.
Der Begriff„Stromanschlüsse“ zum Einspeisen und Ausspeisen von Energie bezeichnet alle Schnittstellen, die geeignet sind, an ein Stromkabel angeschlossen zu werden, um den darüber bereitgestellten Strom aufzunehmen beziehungsweise diesen an das Stromkabel abzugeben. Stromanschlüsse umfassen
Steckverbindungen oder induktive Verbindungen zum Transfer von Strom in das oder aus dem jeweiligen Stromkabel. Der oder die Stromanschlüsse zum
Anschluss an das allgemeine Stromnetz sind dem Fachmann bekannt, ebenso die Stromanschlüsse zum Verbinden des Energiespeichers mit Solar- und/oder
Windkraftanlagen, die beispielsweise Mittelspannung bis circa 50kV liefern könnten. Die Anzahl der jeweiligen Einspeise-Stromanschlüsse und die der Ausspeisestromanschlüsse können je nach Anwendung variieren. Der
erfindungsgemäße Stromspeicher umfasst dabei zumindest zwei separate
Einspeise-Stromanschlüsse und zumindest zwei separate
Ausspeisestromanschlüsse, wobei zumindest ein Ausspeise-Stromanschluss auch als Rückspeiseanschluss für das allgemeine Stromnetz dienen kann.
Das Steuerungsmodul umfasst zur geeigneten Aufnahme, Weiterleitung und Abgabe von Energie bei den jeweils unterschiedlich abgebotenen
Einspeiseströmen beziehungsweise den jeweils unterschiedlich benötigten Ausspeiseströmen und der entsprechenden gleichzeitigen Umwandlung innerhalb des Steuerungsmoduls von Gleichstrom in Wechselstrom und umgekehrt sowie der Anpassung des Spannungswertes beziehungsweise der Spannungsamplitude Spannungswandler in Form von ein oder mehrere Transformatoren und Umrichter pro Stromanschluss auf der Einspeise- und Ausspeiseseite und entsprechende Steuerungselektronik zur Steuerung der aktiven Komponenten der
Transformatoren und Umrichter. Die Energiespeichereinheit kann bei der
Umwandlung als balancierende Einheit zur Stabilisation der Umwandlung beziehungsweise zum Hinzufügen fehlender Energie oder zur Aufnahme überschüssiger Energie verwendet werden. Das Steuerungsmodul umfasst zumindest eine Prozessoreinheit und einen Datenspeicher, auf denen
entsprechende Steuerprogramme ausgeführt und gespeichert werden, um die bedarfsgerechte Weiterleitung von Energie steuern zu können. Das
Steuerprogramm steuert entsprechend die Spannungswandler.
Der Begriff„Stromtankstelle“ im Sinne der vorliegenden Erfindung bezeichnet alle Arten von Einrichtungen, die in der Lage sind, mehrere Elektrofahrzeuge parallel zueinander (gleichzeitig) und unabhängig von den jeweiligen Typen an
Elektrofahrzeugen und ihren Ladeanforderungen mit elektrischer Energie mit jeweils für die jeweiligen Elektrofahrzeuge besonders geeigneten Parametern für Wellenform (Gleichstrom / Wechselstrom), Spannung und Leistung zum Aufladen deren Fahrzeugbatterien zu versorgen, ohne dabei die Stromkabel
beziehungsweise Versorgungsnetze zu überlasten. Der Begriff„bedarfsgerechte
Abgabe“ bezeichnet dabei die dynamische Anpassung der Abgabe von Energie in Form und Menge über die jeweiligen Ausspeise-Stromanschlüsse durch das Steuerungsmodul, damit an den Ladestationen immer die tatsächlich benötigte Energie mit optimierten Spannungs- und Leistungswerten zur Ladung des oder der Elektrofahrzeuge bereitgestellt wird. An jedem Ausspeise-Stromanschluss können durch die dynamische Steuerung des Steuermoduls unterschiedliche Spannungen und Leistungen individuell angepasst für das jeweils gerade angeschlossene Elektrofahrzeug bereitgestellt werden. Die Anforderungen an Strom und Leistung definiert durch die Gegebenheiten des Elektrofahrzeugs kann dem Steuermodul durch Art der Steckverbindung oder durch Eingabe an einer Ladesäule oder durch eine geeignete Datenkommunikation zwischen Steuermodul und dem Elektrofahrzeug mitgeteilt werden, wonach das Steuermodul mittels seiner Transformatoren und Umrichter an dem betreffenden Ausspeise- Stromanschluss Strom, Leistung und Wellenform (Gleichspannung oder
Wechselspannung) in der gewünschten Form mit maximal möglicher Leistung bereitstellt.
Der erfindungsgemäße Energiespeicher für Stromtankstellen ermöglicht es somit, eine Stromtankstelle zu betreiben, die sehr flexibel unterschiedlichste Spannungen als Eingangsspannungen verarbeiten und flexibel an unterschiedlichste Abnehmer mit unterschiedlichen Bedingungen und Mengen liefern kann.
In einer Ausführungsform ist einer der Einspeise- Stromanschlüsse dazu vorgesehen, mit dem allgemeinen Stromnetz verbunden zu werden und ein oder mehrere andere der Einspeise-Stromanschlüsse sind zum Anschluss zumindest an eine regenerative Energiequelle, vorzugsweise an eine Wind- und/oder
Solarenergieanlage, ausgestaltet. Das allgemeine Stromnetz kann dabei die Grundversorgung der Stromtankstelle mit Ladestrom für die Elektrofahrzeuge sicherstellen, während die regenerativen Energiequellen wie Wind- oder
Solarenergie einerseits als Zusatzenergiequellen für Spitzenbelastungen zur Vermeidung einer Überlastung des Energiespeichers beziehungsweise des Versorgungsnetzes der Stromtankstelle dienen als auch als C02-freie
Energiequellen zur Verbesserung des Energiemixes.
In einer weiteren Ausführungsform sind jeweils mindestens einer der Ausspeise- Stromanschlüsse für einpolige und/oder dreipolige Anschlüsse zur Abgabe von Gleichstrom- und/oder Wechselstrom ausgestaltet. Hierbei können die Ausspeise- Stromanschlüsse beispielsweise als einphasige 230V/10A/2,3 kW-Anschlüsse, einphasige 230V/16A/3,6kW-Anschlüsse, dreiphasige 400V/16A/11 kW- Anschlüsse, dreiphasige 400V/32A/22kW-Anschlüsse, dreiphasige
400V/63A/43kW-Anschlüsse, 230V/47kW-Anschlüsse, Ladetyp-1 -Anschlüsse, Ladetyp-2-Anschlüsse, CCS-Combo-1 -Anschlüsse, CCS-Combo-2-Anschlüsse, CHAdeMO-Anschlüsse oder Tesla-135kW-Supercharger-Anschlüsse ausgeführt sein. Die Energieübertragung kann dabei mittels Kabelsteckverbindung oder induktiv geschehen. Eine induktive Energieübertragung vermeidet verschleißende Steckverbindungen an den Stromanschlüssen. Die Ladeleistung ist ein
wesentlicher Faktor für die Ladedauer. Wechselstrom-Anschlüsse von Typ-2 bieten 11 kW oder 22kW an. Höhere Leistungen bieten Gleichstromanschlüsse, wo für CHAdeMO und CCS derzeit bis zu 50kW üblich sind. Die erfindungsgemäßen Ausspeise-Stromanschlüsse können für den Verbraucher (Elektrofahrzeug) bis zum 600kW anbieten. Ein Rückspeiseanschluss für das allgemeine Stromnetz kann als 20KV-Anschluss ausgeführt sein. Die erfindungsgemäßen Ausspeise- Stromanschlüsse liefern Strom mit einer maximalen Ladeleistung für alle angeschlossenen Ladestationen und ermöglichen daher immer die
schnellstmögliche Ladezeit für den Abnehmer, hier das Elektrofahrzeug, wobei die Ladezeit nur durch die Gegebenheiten beim Abnehmer selber beschränkt werden.
In einer weiteren Ausführungsform ist das Steuerungsmodul dazu ausgestaltet, neben der Weiterleitung von elektrischer Energie von den Einspeise- Stromanschlüssen zu den Ausspeise-Stromanschlüsse zur Abgabe der
elektrischen Energie an die Ladestationen eine Lastprüfung in mindestens einem an die Ausspeisestromanschlüsse angeschlossenen Versorgungsnetz
durchzuführen und bei Bedarf zusätzliche elektrische Energie aus der
Energiespeichereinheit für das jeweilige Versorgungsnetz bereitzustellen. Hiermit wird eine Überlastung auf Seiten der Einspeise-Stromanschlüsse und der
Ausspeise-Stromanschlüsse sowie in dem Versorgungsnetz zwischen Ladesäule und Energiespeicher vermieden.
In einer weiteren Ausführungsform ist das Steuerungsmodul mit ein oder mehreren Lastsensoren zur Lastprüfung in dem jeweiligen angeschlossenen Versorgungsnetz ausgestattet. Hierbei können Stromwandler als
Wechselstromsensoren oder Gleichstromsensoren wie Hallsonden, Sensoren mit Reed-Schaltern oder thermische Sensoren verwendet werden. Sofern alle
Versorgungsnetze mit Lastsensoren überwacht werden, kann das
Steuerungsmodul des erfindungsgemäßen Energiespeichers eine Überlastung in allen Versorgungsnetzen feststellen und mit einer entsprechenden Stromregelung darauf reagieren.
In einer weiteren Ausführungsform ist das Steuerungsmodul im Falle keiner durch die Lastprüfung festgestellten Überlastung des Versorgungsnetzes zur
Weiterleitung zumindest eines Teils der über die Einspeise-Stromanschlüsse aufgenommenen elektrischen Energie an die Energiespeichereinheit vorgesehen. Somit kann die Energiespeichereinheit als Vorbereitung für eventuell zusätzlich für die gleichzeitige Ladung von Elektrofahrzeugen benötigte Energie geladen werden, um diese dann im Bedarfsfall auch tatsächlich den Ausspeise- Stromanschlüssen zur Verfügung stellen zu können.
In einer weiteren Ausführungsform ist das Steuerungsmodul dazu ausgestaltet, die Aufnahme, Abgabe oder Weiterleitung der elektrischen Energie zwischen
Einspeise-Stromanschlüssen, Energiespeichereinheit und Ausspeise- Stromanschlüssen auf Basis von erhaltenen Wetterdaten und statistisch
ermitteltem Verbrauchsparametern an Energie zu steuern. Dadurch wird nicht nur die momentane Situation auf Seiten der Einspeise- und
Ausspeisestromanschlüsse für die Steuerung des Energiespeichers
berücksichtigt, sondern sichert eine hinreichend große im Energiespeichermodul gespeichert Energiemenge für Zeiten mit geringer Einspeisung durch die regenerativen Energiequellen, um dennoch den Ausspeise-Stromanschlüssen im Bedarfsfall Energie zusätzlich zur Versorgung aus dem allgemeinen Stromnetz zur Verfügung stellen zu können.
In einer weiteren Ausführungsform umfasst der Energiespeicher des Weiteren mindestens einen Wasserstoffspeicher verbunden mit mindestens einer
Brennstoffzelle zur Erzeugung von elektrischer Energie angeschlossen an zumindest einen der Einspeise-Stromanschlüsse. Damit besitzt der
Energiespeicher eine weitere Energiequelle zum Bereitstellen von zusätzlicher Energie.
In einer weiteren Ausführungsform umfasst der Energiespeicher dabei zusätzlich mindestens einen Elektrolyseur angeschlossen an den oder die
Wasserstoffspeicher, der mittels des Steuermoduls mit Strom zur Elektrolyse von Wasser zur Erzeugung von Wasserstoff versorgt wird, das anschließend in dem oder den Wasserstoffspeicher gespeichert wird. Somit stellt das
Wasserstoffspeicher in Verbindung mit der Brennstoffzelle nicht nur eine
zusätzliche Energiequelle dar, sondern kann als Energiespeicher zur
Zwischenspeicherung von Energie in Form von Wasserstoff bei einem
Überangebot von elektrischer Energie, wo ein Teil zur Elektrolyse von Wasser verwendet wird, genutzt werden. Sofern der Wasserstoff im Elektrolyseur nicht aus Wasser sondern aus einem anderen Rohstoff erzeugt wird, so ist dies ebenfalls mit von der Erfindung mit umschlossen.
In einer weiteren Ausführungsform bestimmt das Steuermodul nach den
Wetterdaten und Verbrauchsparametern automatisch eine dafür geeignete
Speichermenge in der Energiespeichereinheit und in dem oder den
Wasserstoffspeichern und passt Füllstände in der Energiespeichereinheit und/oder in dem oder den Wasserstoffspeichern mittels Energiespeicherung oder
Wasserstofferzeugung oder deren jeweiligen Verbrauch entsprechend an, beispielsweise unter Berücksichtigung der Wetterprognose für die nächsten 24 Stunden. H iermit lässt sich besonders zuverlässig eine ausreichende gespeicherte Energiemenge im Energiespeicher sicherstellen, um jederzeit den Strombedarf bei der Ladung von Elektrofahrzeugen unabhängig von der vom allgemeinen
Stromnetz und den anderen Energiequellen eingespeiste Energie decken zu können. Damit wird auch eine manuelle Bedarfsermittlung und Bedienung des Wasserstoffspeichers beziehungsweise der Brennstoffzelle vermieden. Über die Verbindung von Solarkraft und Windkraft mit wasserstoffbasierter
Energiespeicherung kann der Anteil der„grünen“ Energie bei der
Stromversorgung von Elektrofahrzeugen auf lokaler Basis deutlich gesteigert
werden. Selbst bei wenigen Rückumwandlungen der Energie wäre diese Art der Stromversorgung günstiger als über den Netzanschluss an das allgemeine Stromnetz.
In einer weiteren Ausführungsform umfasst die Energiespeichereinheit zumindest einen oder mehrere geeignet mit dem Steuerungsmodul verbundene,
Energiespeichereinheitselemente, insbesondere Batteriespeicher. Ein
Batteriespeicher kann reversibel und bei geringen Verlusten geladen und entladen werden und ist in der Lage, Energie über längere Zeiträume verlustarm zu speichern. Ebenso ermöglicht der geringe Platzbedarf von Batteriespeichern eine kompakte Bauweise des Energiespeichers, insbesondere der
Energiespeichereinheit. Der Batteriespeicher kann eine Kapazität zwischen 600kWh und 5MWh umfassen, wobei der Batteriespeicher dazu modular mit einer Vielzahl an Batteriezellen betrieben werden kann.
Die Erfindung betrifft des Weiteren eine Stromtankstelle zur parallelen Aufladung mehrerer Elektrofahrzeuge umfassend mehrere über ein oder mehrere
Versorgungsnetze der Stromtankstelle miteinander verbundene Ladesäulen und mindestens einen erfindungsgemäßen Energiespeicher, der zur Abgabe von elektrischer Energie über das oder die internen Versorgungsnetze an die
Ladesäulen angeschlossen ist und zur Aufnahme von elektrischer Energie zumindest mit dem allgemeinen Stromnetz verbunden ist. Das Versorgungsnetz der Stromtankstelle ist dabei ein zum allgemeinen Stromnetz separates
Versorgungsnetz lediglich auf der Ausspeiseseite des Steuerungsmoduls und ist nur über das Steuerungsmodul mit dem allgemeinen Stromnetz und
gegebenenfalls den weiteren regenerativen Energiequellen verbunden. Die Stromtankstelle kann dabei je nach Ausführungsform beispielsweise über acht AC/DC Powersäulen als Ladestationen verfügen, an denen in Abhängigkeit von den Vorgaben des Elektrofahrzeugs eine Leistung von 12kW bis zu 200kW zur Ladung des Elektrofahrzeugs angeboten werden. Die Ladesäulen können dabei so ausgeführt sein, dass die Ladestecker der Elektrofahrzeuge entweder direkt oder mit Adapter an die Ladesäulen angeschlossen werden können. Zusätzlich kann die Stromtankstelle eine oder mehrere Hochleistungs-Ladesäulen mit bis zum 600kW für Klein- oder Großtransporter, dem Schwerlastverkehr oder Bussen
ausgestattet sein. Kleine Stromtankstellen können aber auch weniger Ladesäulen, beispielsweise vier Ladesäulen mit einer Leistung von 12kW bis 200kW umfassen. Die Anzahl der Ladesäulen ist frei skalierbar, ebenso die Kapazität des
Energiespeichers zur zusätzlichen Versorgung der Ladesäulen in Verbindung mit der Versorgung durch das allgemeine Stromnetz. Als Ladecenter kann die
Stromtankstelle mit bis zu 50 Ladesäulen aufgerüstet werden. Die Ladesäulen können dabei über Datenleitungen mit dem Steuerungsmodul verbunden sein, um nach Erkennung der benötigten Ladeparameter für das betreffende
Elektrofahrzeug (beispielsweise durch Erkennung des Ladekabels, durch
Nahfeldkommunikation mit dem Elektrofahrzeug, durch Eingabe durch den Nutzer des Elektrofahrzeugs) die gewünschten (günstigen) Ladeparameter dem
Steuerungsmodul zu übertragen, damit dieses die Energie bedarfsgerecht mittel entsprechender Ansteuerung der Spannungswandler an den entsprechenden Ausspeise-Stromanschlüssen bereitstellt.
Die erfindungsgemäße Stromtankstelle ist dank des erfindungsgemäßen
Energiespeichers unabhängig vom Typ des Elektrofahrzeugs, egal ob es
Wechselstrom oder Gleichstrom benötigt. Durch den erfindungsgemäßen
Energiespeicher kann die erfindungsgemäße Stromtankstelle somit sehr flexibel unterschiedlichste Spannungen als Eingangsspannungen verarbeiten und flexibel an unterschiedlichste Abnehmer mit unterschiedlichen Bedingungen und Mengen liefern. Bei der Wahl der Stromtankstelle bzw. dem Ladefahrzeug ist nicht mehr zu unterscheiden, ob das Elektrofahrzeug Gleichspannung oder Wechselspannung benötigt. Die Stromtankstelle bzw. das Ladefahrzeug können an die jeweilige Spannung angepasst werden bzw. liefern beide.
Ferner wird an der Stromtankstelle bzw. dem Ladefahrzeug, insbesondere an der jeweiligen Ladesäule bzw. dem jeweiligen Ausspeise-Stromanschluss,
insbesondere in Abhängigkeit von dem Typ des angeschlossenen Ladekabels, welcher insbesondere automatisch detektiert wird, Spannungen von bis zu 1000V in unterscheidlichen Stromstärken, Zur verfügungstellung von verschiedenen Ladeleistungen, wie von 22 kW-AC bis 600kW DC bereitgestellt.
In einer Ausführungsform der Stromtankstelle umfasst diese des Weiteren eine Wind- und/oder Solarkraftanlage, die über jeweilige Einspeise-Stromanschlüsse und über den Energiespeicher mit dem internen Versorgungsnetz verbunden sind. Eine solche Stromtankstelle verbessert die C02-Bilanz bei der Ladung von
Elektrofahrzeugen durch die Nutzung von C02-freien Energiequellen und sichert über das weiter angeschlossene allgemeine Stromnetz und den Energiespeicher eine ständige und zuverlässige Energieversorgung der Ladestationen.
In einer weiteren Ausführungsform der Stromtankstelle sind ein oder mehreren Lastsensoren an das oder die Versorgungsnetze angeschlossen und mit dem Steuerungsmodul des Energiespeichers verbunden. Damit kann das
Steuerungsmodul eine Lastprüfung in dem jeweiligen Versorgungsnetz ausführen und bei Bedarf zusätzliche elektrische Energie aus der Energiespeichereinheit für das jeweilige Versorgungsnetz bereitstellen, um eine Überlastung auf Seiten der Einspeise-Stromanschlüsse zu vermeiden.
In einer weiteren Ausführungsform ist die Stromtankstelle zumindest zum
Empfang von Wetterdaten und zur Übermittlung dieser Wetterdaten an das Steuermodul ausgestattet. Damit kann das Steuermodul die Aufnahme, Abgabe oder Weiterleitung der elektrischen Energie zwischen Einspeise- Stromanschlüssen, Energiespeichereinheit und Ausspeise-Stromanschlüssen auf Basis der Wetterdaten und/oder statistisch ermitteltem Verbrauchsparametern an Energie sehr effektiv steuern. In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Stromtankstelle dazu zum Empfang der Wetterdaten eine Wetterstation. Die Wetterstation bezeichnet hierbei eine Zusammenstellung verschiedener
Messgeräte, die zur Messung meteorologischer Größen und damit der
Wetterbeobachtung am Ort der Stromtankstelle dienen. Eine digitale Wetterstation bietet dabei den Vorteil, dass sie Wetterdaten der entsprechenden Sensoren mittels Datenübertragung an eine Auswerteeinheit weiterleiten kann, die
beispielsweise in der Wetterstation oder im Steuerungsmodul angeordnet sein kann. Die Sensoren werden an den gewünschten Messpunkten angebracht, an denen sie Daten sammeln und zur Weiterverarbeitung übermitteln können.
In einer weiteren Ausführungsform der Stromtankstelle ist zumindest einer der Ausspeisestromanschlüsse als Rückspeiseanschluss für das allgemeine
Stromnetz vorgesehen. Durch diesen Rückspeiseanschluss kann überschüssiger Strom in das allgemeine Stromnetz eingespeist werden, wodurch einerseits Einspeise-Erlöse erzielt werden können und andererseits das allgemeine
Stromnetz bei geeigneter Einspeisung zusätzlich stabilisiert werden kann.
Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Verfahren zum Betreiben einer
Stromtankstelle zur parallelen Aufladung mehrerer Elektrofahrzeuge umfassend mehrere über ein Versorgungsnetz der Stromtankstelle miteinander verbundene Ladesäulen und mindestens einen erfindungsgemäßen Energiespeicher umfassend eine Energiespeichereinheit und ein mit der Energiespeichereinheit verbundenes Steuerungsmodul zumindest mit mehreren Einspeise- Stromanschlüssen zur Aufnahme von elektrischer Energie und mehreren
Ausspeise-Stromanschlüssen zur Abgabe von elektrischer Energie, wobei der Energiespeicher zur Abgabe der elektrischen Energie über das interne
Versorgungsnetz an die Ladesäulen angeschlossen ist und zur Aufnahme der elektrischen Energie zumindest mit dem allgemeinen Stromnetz verbunden ist, wobei das Steuermodul nachfolgende Schritte ausführt:
Weiterleiten der über die Einspeise-Stromanschlüsse aufgenommene elektrische Energie an die Energiespeichereinheit und/oder an die
Ausspeise-Stromanschlüsse;
Überwachen der an den Einspeise-Stromanschlüssen ankommenden elektrischen Energie und der an den Ausspeise-Stromanschlüssen abgefragten elektrischen Energie;
Aufnahme, Abgabe oder Weiterleitung der elektrischen Energie zwischen den Einspeise- und Ausspeise-Stromanschlüssen gleichzeitig mit
unterschiedlicher Spannung und Leistung durch entsprechend angesteuerte Spannungswandler im Steuerungsmodul; und
bedarfsgerechtes Abgeben der elektrischen Energie mittels Weiterleitung der abzugebenden elektrischen Energie von den Einspeise-Stromanschlüssen und/oder der Energiespeichereinheit über die Ausspeise-Stromanschlüssen an das Versorgungsnetz zur Versorgung der Ladestationen.
Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht es, eine Stromtankstelle zu betreiben, die sehr flexibel unterschiedlichste Spannungen als
Eingangsspannungen verarbeiten und flexibel an unterschiedlichste Abnehmer mit unterschiedlichen Bedingungen und Mengen liefern kann.
In einer Ausführungsform umfasst das Verfahren des Weiteren die zusätzlichen Schritte:
Durchführen einer Lastprüfung im Versorgungsnetz mittels ein oder mehrerer Lastsensoren, die an geeigneter Stelle im Versorgungsnetz angeordnet sind; Bereitstellen zusätzlicher elektrischer Energie aus der Energiespeichereinheit für das Versorgungsnetz bei Bedarf, um eine Überlastung auf Seiten der Einspeise-Stromanschlüsse zu vermeiden; und
Weiterleiten zumindest eines Teils der über die Einspeise-Stromanschlüsse aufgenommenen elektrischen Energie an da Energiespeichereinheit, falls durch die Lastprüfung keine Überlastung des Versorgungsnetzes festgestellt wurde.
In einer weiteren Ausführungsform umfasst das Verfahren des Weiteren den zusätzlichen Schritt des Steuerns der Aufnahme, Abgabe oder Weiterleitung der elektrischen Energie zwischen Einspeise-Stromanschlüssen,
Energiespeichereinheit und Ausspeise-Stromanschlüssen auf Basis von
erhaltenen Wetterdaten und statistisch ermitteltem Verbrauchsparametern an den Ladestationen.
In einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens, bei der der Energiespeicher des Weiteren mindestens einen Wasserstoffspeicher verbunden mit mindestens einer Brennstoffzelle zur Erzeugung von elektrischer Energie angeschlossen an zumindest einen der Einspeise-Stromanschlüsse und einen Elektrolyseur angeschlossen an den oder die Wasserstoffspeicher umfasst, wobei der
Elektrolyseur mittels des Steuermoduls mit Strom zur Elektrolyse von Wasser versorgt wird, das anschließend in dem oder den Wasserstoffspeicher gespeichert wird, umfasst das Verfahren des Weiteren die zusätzlichen Schritte:
automatisches Bestimmen einer nach den Wetterdaten und Verbrauchsparametern geeigneten Speichermenge in der
Energiespeichereinheit und in dem oder den Wasserstoffspeichern; und entsprechendes Anpassen der Füllstände in der Energiespeichereinheit und/oder in dem oder den Wasserstoffspeichern mittels Energiespeicherung oder Wasserstofferzeugung oder deren jeweiligen Verbrauch.
Der erfindungsgemäße Energiespeicher zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass mittels des Steuerungsmoduls das Verhältnis der Gesamtleistung der Energiespeichereinheit im Verhältnis zur über die Ladesäulen bzw. die Ausspeise- Stromanschlüsse abgegebenen Leistung, die insbesondere über den Typ des jeweiligen Ladekabels des Elektrofahrzeugs festgelegt ist, veränderbar bzw. steuerbar ist.
Das Steuermodul kann ebenso an den Einspeise-Stromanschlüssen ankommende Spannungen auf die Energiespeichereinheit bzw. einzelne
Energiespeichereinheitelemente, wie Batteriespeicher, sowie Elektrolyser von Wasserstoffspeichern so verteilen bzw. steuern, dass diese an die
Aufnahmekapazitäten des Energiespeichers, insbesondere der
Energiespeichereinheit bzw. der einzelne Energiespeichereinheitelemente oder Elektrolyser, angepasst sind. Dabei können die einzelne
Energiespeichereinheitelemente sowie Elektrolyser in Reihe oder parallel geschaltet werden.
Der Einsatz der Wasserstoffspeicher erlaubt es, dass beispielsweise bei höheren Versorgungsleistungen an den Einspeise-Stromanschlüssen, insbesondere des allgemeinen Stromnetzes, die komplette zur Verfügung gestellte Leistung genutzt werden kann, um sowohl die Energiespeichereinheit als auch die Ausspeise- Stromanschlüsse mit Energie zu versorgen und für Situationen, in denen die Versorgungsleistung geringer ist, eine Reserve zu produzieren. Diese Reserve wird dadurch erzeugt, dass nicht an die Energiespeichereinheit oder die
Ausspeise-Stromanschlüsse geleitete Leistung dazu genutzt wird, mittels
Elektrolysern Wasserstoff zu generieren und diesen in Drucktanks zwischen zu speichern. Bei einer zu geringen Netzleistung kann dann über die Umwandlung
des Wasserstoffs in elektrische Energie die Energiespeichereinheit bzw. die Ausspeise-Stromanschlüsse mit Energie zur Ladung bzw. Abgabe der Energie versorgt werden.
Die voranstehen aufgelisteten Ausführungsformen können einzeln oder in beliebiger Kombination zueinander zur Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung und des Verfahrens verwendet werden.
Kurze Beschreibung der Abbildungen
Diese und andere Aspekte der Erfindung werden im Detail in den Abbildungen wie folgt gezeigt.
Fig.1 : schematische Darstellung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Energiespeichers;
Fig.2: schematische Darstellung einer anderen Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Energiespeichers mit Wasserstoffspeicher,
Brennstoffzelle und Elektrolyseur;
Fig.3: schematische Darstellung einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Stromtankstelle;
Fig.4: schematische Darstellung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Betreiben einer Stromtankstelle.
Detaillierte Beschreibung der Ausführungsbeispiele
Fig.1 zeigt eine schematische Darstellung einer Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Energiespeichers 1 für Stromtankstellen 10, der eine
Energiespeichereinheit 11 und ein mit der Energiespeichereinheit 11 verbundenes Steuerungsmodul (12) zumindest mit mehreren Einspeise-Stromanschlüssen 13 zur Aufnahme E von elektrischer Energie und mehreren Ausspeise- Stromanschlüssen 14 zur Abgabe A von elektrischer Energie umfasst. Das Steuerungsmodul 12 ist zur Weiterleitung W der über die Einspeise- Stromanschlüssen 13 aufgenommene elektrische Energie an die
Energiespeichereinheit 11 und/oder an die Ausspeise-Stromanschlüsse 14 sowie der abzugebenden elektrischen Energie von den Einspeise-Stromanschlüssen 13 und/oder der Energiespeichereinheit 11 über die Ausspeise-Stromanschlüsse 14
zur bedarfsgerechten Abgabe an ein oder mehrere Ladesäulen 2 für Elektrofahrzeuge vorgesehen. Die hier gezeigte Anzahl an jeweils drei Einspeise- und Ausspeise-Stromanschlüsse 13, 14 stellt nur ein Beispiel dar. Die Anzahl beider Anschlusstypen kann je nach Anwendung stark variieren. Dazu umfasst das Steuerungsmodul 12 mehrere entsprechend angesteuerte Spannungswandler (beispielsweise mehrere Transformatoren und/oder Umrichter in einer dafür geeigneten Anzahl und Anordnung) umfasst. Damit wird die Aufnahme, Abgabe oder Weiterleitung E, A, W der elektrischen Energie zwischen den Einspeise- und Ausspeise-Stromanschlüssen 13, 14 gleichzeitig mit unterschiedlicher Spannung und Leistung ermöglicht. Das Steuerungsmodul 12 überwacht dazu die an den Einspeise-Stromanschlüssen 13 ankommende elektrische Energie und die an den Ausspeise-Stromanschlüssen 14 abgefragte elektrische Energie und passt diese mittels der Spannungswandler geeignet an den jeweiligen Bedarf an. Einer der Einspeise- Stromanschlüsse 13 kann dabei für die Sicherstellung einer
Grundversorgung mit Energie mit dem allgemeinen Stromnetz 31 verbunden sein. Ein oder mehrere andere der Einspeise-Stromanschlüsse 13 können zum
Anschluss zumindest an eine regenerative Energiequelle 32, 33, vorzugsweise an eine Wind- und/oder Solarenergieanlage 32, 33 ausgestaltet sein. Jeweils mindestens einer der Ausspeise-Stromanschlüsse 14 kann für einpolige und/oder dreipolige Anschlüsse zur Abgabe von Gleichstrom- und/oder Wechselstrom ausgestaltet sein. Zusätzlich kann das Steuerungsmodul 12 dazu ausgestaltet sein, die Aufnahme, Abgabe oder Weiterleitung E, A, W der elektrischen Energie zwischen Einspeise-Stromanschlüssen 13, Energiespeichereinheit 11 und
Ausspeise-Stromanschlüssen 14 auf Basis von erhaltenen Wetterdaten WD und statistisch ermitteltem Verbrauchsparametern VP an Energie zu steuern. Die Energiespeichereinheit 11 kann zur Speicherung der Energie zumindest einen oder mehrere geeignet mit dem Steuerungsmodul verbundene
Energiespeichereinheitselemente, wie Batteriespeicher 111 , umfassen.
Fig.2 zeigt eine schematische Darstellung einer anderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Energiespeichers 1 hier im Vergleich zu Figur 1 zusätzlich mit Wasserstoffspeicher 16, Brennstoffzelle 17 und Elektrolyseur 18. Im
Nachfolgenden werden nur die nicht in Figur 1 gezeigten Komponenten
beschrieben, für alle anderen Komponenten wird auf Figur 1 verwiesen. Der
Wasserstoffspeicher 16 ist hier mit mindestens einer Brennstoffzelle 17
verbunden, die die in der Brennstoffzelle 17 erzeugte elektrischer Energie an den angeschlossen Einspeise-Stromanschluss 13 liefert. Außerdem ist ein
Elektrolyseur 18 an den Wasserstoffspeicher 16 angeschlossen, der mittels des Steuermoduls 12 mit Strom zur Elektrolyse eines geeigneten Rohstoffs zur Erzeugung von Wasserstoff versorgt wird, das anschließend in dem oder den Wasserstoffspeicher 16 gespeichert wird. Der in dieser Ausführungsform gezeigte einzige Wasserstoffspeicher kann in anderen Ausführungsformen durch eine Vielzahl von Wasserstoffspeichern ersetzt werden. Ebenso kann in anderen Ausführungsformen die Anzahl an Elektrolyseuren und Brennstoffzellen höher sein als hier gezeigt. Die Verrohrung der einzelnen Komponenten miteinander sowie die Stromanschlüsse können von Fachmann geeignet ausgeführt werden. Das Steuermodul 12 kann dabei nach den Wetterdaten WD und
Verbrauchsparametern VP automatisch eine dafür geeignete Speichermenge in der Energiespeichereinheit 11 und in dem oder den Wasserstoffspeichern 16 bestimmen und Füllstände in der Energiespeichereinheit 11 und/oder in dem oder den Wasserstoffspeichern 16 mittels Energiespeicherung oder
Wasserstofferzeugung oder deren jeweiligen Verbrauch entsprechend anpassen.
Fig.3 zeigt eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der
erfindungsgemäßen Stromtankstelle 10 zur parallelen Aufladung mehrerer Elektrofahrzeuge 5 umfassend einen erfindungsgemäßen Energiespeicher 1 mit pro Ausspeise-Stromanschluss 14 jeweils einem Versorgungsnetz 4, an das hier ein oder mehrere Ladesäulen 2 angeschlossen sind, wobei der Energiespeicher 1 der zur Abgabe A von elektrischer Energie über das oder die internen
Versorgungsnetze 4 an die Ladesäulen 2 angeschlossen ist und zur Aufnahme E von elektrischer Energie mit dem allgemeinen Stromnetz 31 verbunden ist. Des Weiteren umfasst die Stromtankstelle 10 eine Wind- und Solarkraftanlage 32, 33, die über jeweilige separate Einspeise-Stromanschlüsse 13 mit dem
Energiespeicher 1 und über den Energiespeicher 1 mit dem internen
Versorgungsnetz 4 verbunden sind. Hier ist außerdem jeweils ein Lastsensoren 15 im jeweiligen Versorgungsnetz 4 angeschlossen und mit dem Steuerungsmodul 12 des Energiespeichers 1 geeignet über eine Datenleitung verbunden (aus Übersichtsgründen gestrichelt nur für ein Versorgungsnetz 4 dargestellt), damit
das Steuerungsmodul 12 eine Lastprüfung in dem jeweiligen Versorgungsnetz 4 ausführen und bei Bedarf zusätzliche elektrische Energie aus der
Energiespeichereinheit 11 für das jeweilige Versorgungsnetz 4 bereitstellen kann, um eine Überlastung auf Seiten der Einspeise-Stromanschlüsse 13 zu vermeiden. Zusätzlich empfängt die Stromtankstelle 10 Wetterdaten WD von einer
Wetterstation 20 der Stromtankstelle 1 , wobei dieser Wetterdaten WD an das Steuermodul 12 übermittelt werden, damit das Steuermodul 12 die Aufnahme, Abgabe oder Weiterleitung E, A, W der elektrischen Energie zwischen Einspeise- Stromanschlüssen 13, Energiespeichereinheit 11 und Ausspeise- Stromanschlüssen 14 auf Basis der Wetterdaten WD und/oder statistisch ermitteltem Verbrauchsparametern VP an Energie steuern kann. In einer
Ausführungsform (hier nicht explizit gezeigt) ist zumindest einer der
Ausspeisestromanschlüsse 14 als Rückspeiseanschluss an das allgemeine Stromnetz 31 angeschlossen. Das Steuerungsmodul 12 kann dabei dazu ausgestaltet sein, neben der Weiterleitung W von elektrischer Energie von den Einspeise-Stromanschlüssen 13 zu den Ausspeise-Stromanschlüsse 14 zur Abgabe A der elektrischen Energie an die Ladestationen 2 eine Lastprüfung in allen hier an die Ausspeisestromanschlüsse angeschlossenen Versorgungsnetze 4 durchzuführen und bei Bedarf zusätzliche elektrische Energie aus der
Energiespeichereinheit 11 für das jeweilige Versorgungsnetz 4 bereitzustellen, um eine Überlastung auf Seiten der Einspeise-Stromanschlüsse 13 zu vermeiden.
Das Steuerungsmodul 12 kann dabei im Falle keiner durch die Lastprüfung festgestellten Überlastung des Versorgungsnetzes 4 zumindest einen Teils der über die Einspeise-Stromanschlüsse 13 aufgenommenen elektrischen Energie E an die Energiespeichereinheit 11 weiterleiten, um die in der
Energiespeichereinheit 111 gespeicherte Energiemenge zu einen Bedarfsfall zu erhöhen.
Fig.4 zeigt eine schematische Darstellung einer Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Verfahrens 100 zum Betreiben einer Stromtankstelle 10 zur parallelen Aufladung mehrerer Elektrofahrzeuge 5 umfassend mehrere über ein Versorgungsnetz 4 der Stromtankstelle 10 miteinander verbundene Ladesäulen 2 und mindestens einen erfindungsgemäßen Energiespeicher 1 (siehe Figuren 1 oder 2) umfassend eine Energiespeichereinheit 11 und ein mit der
Energiespeichereinheit 11 verbundenes Steuerungsmodul 12 zumindest mit mehreren Einspeise-Stromanschlüssen 13 zur Aufnahme A von elektrischer Energie und mehreren Ausspeise-Stromanschlüssen 14 zur Abgabe A von elektrischer Energie, wobei der Energiespeicher 1 zur Abgabe A der elektrischen Energie über das interne Versorgungsnetz 4 an die Ladesäulen 2 angeschlossen ist und zur Aufnahme E der elektrischen Energie zumindest mit dem allgemeinen Stromnetz 31 verbunden ist, wobei das Steuermodul 12 im erfindungsgemäßen Verfahren die nachfolgende Schritte ausführt: Weiterleiten 110 der über die Einspeise-Stromanschlüsse 13 aufgenommene elektrische Energie an die
Energiespeichereinheit 11 und/oder an die Ausspeise-Stromanschlüsse 14;
Überwachen 120 der an den Einspeise-Stromanschlüssen 13 ankommenden elektrischen Energie und der an den Ausspeise-Stromanschlüssen 14 abgefragten elektrischen Energie; Aufnahme, Abgabe oder Weiterleitung 130 der elektrischen Energie zwischen den Einspeise- und Ausspeise-Stromanschlüssen 13, 14 gleichzeitig mit unterschiedlicher Spannung und Leistung durch entsprechend angesteuerte Spannungswandler im Steuerungsmodul 11 ; und bedarfsgerechtes Abgeben 140 der elektrischen Energie mittels Weiterleitung W der abzugebenden elektrischen Energie von den Einspeise-Stromanschlüssen 13 und/oder der Energiespeichereinheit 11 über die Ausspeise-Stromanschlüssen 14 an das Versorgungsnetz 4 zur Versorgung der Ladestationen 2. Für die Aufnahme, Abgabe und Weiterleitung 130 der abzugebenden Energie zu einer
bedarfsgerechten Abgabe 140 können in einer Ausführungsform die zusätzlichen Schritte des Durchführens 150 einer Lastprüfung im Versorgungsnetz 4 mittels ein oder mehrerer Lastsensoren 15, die an geeigneter Stelle im Versorgungsnetz 4 angeordnet sind; des Bereitstellens 160 zusätzlicher elektrischer Energie aus der Energiespeichereinheit 11 für das Versorgungsnetz 4 bei Bedarf, um eine
Überlastung auf Seiten der Einspeise-Stromanschlüsse 13 zu vermeiden; und des Weiterleitens 170 zumindest eines Teils der über die Einspeise-Stromanschlüsse 13 aufgenommenen elektrischen Energie an da Energiespeichereinheit 11 , falls durch die Lastprüfung keine Überlastung des Versorgungsnetzes 4 festgestellt wurde, durchgeführt werden. Das Steuern 180 der Aufnahme, Abgabe oder Weiterleitung der elektrischen Energie zwischen Einspeise-Stromanschlüssen, Energiespeichereinheit und Ausspeise-Stromanschlüssen kann dabei auf Basis von erhaltenen Wetterdaten und statistisch ermitteltem Verbrauchsparametern an
den Ladestationen erfolgen. In einer Ausführungsform, wo der Energiespeicher 1 des Weiteren mindestens einen Wasserstoffspeicher 16 verbunden mit
mindestens einer Brennstoffzelle 17 zur Erzeugung von elektrischer Energie angeschlossen an zumindest einen der Einspeise-Stromanschlüsse 13 und einen Elektrolyseur 18 angeschlossen an den oder die Wasserstoffspeicher 16 umfasst, wobei der Elektrolyseur 18 mittels des Steuermoduls 11 mit Strom zur Elektrolyse von Wasser versorgt wird, das anschließend in dem oder den Wasserstoffspeicher 16 gespeichert wird, können des Weiteren die nachfolgenden Schritte ausgeführt werden: automatisches Bestimmen 190 einer nach den Wetterdaten WD und Verbrauchsparametern VP geeigneten Speichermenge in der
Energiespeichereinheit 11 und in dem oder den Wasserstoffspeichern 16; und entsprechendes Anpassen 200 der Füllstände in der Energiespeichereinheit 11 und/oder in dem oder den Wasserstoffspeichern 16 mittels Energiespeicherung oder Wasserstofferzeugung oder deren jeweiligen Verbrauch.
Die hier gezeigten Ausführungsformen stellen nur Beispiele für die vorliegende Erfindung dar und dürfen daher nicht einschränkend verstanden werden.
Alternative durch den Fachmann in Erwägung gezogene Ausführungsformen sind gleichermaßen vom Schutzbereich der vorliegenden Erfindung umfasst.
LISTE DER BEZUGSZEICHEN
1 Erfindungsgemäßer Energiespeicher
11 Energiespeichereinheit
111 Batteriespeicher der Energiespeichereinheit
12 Steuerungsmodul
13 Einspeise-Stromanschlüssen
14 Ausspeise-Stromanschlüssen
15 Lastsensoren
16 Wasserstoffspeicher
17 Brennstoffzelle
18 Elektrolyseur
2 Ladestationen
31 allgemeines Stromnetz
32 regenerative Energiequelle, z.B. eine Windenergieanlage
33 regenerative Energiequelle, z.B. eine Solarenergieanlage
4 Versorgungsnetz
5 Elektrofahrzeuge
10 erfindungsgemäße Stromtankstelle
20 Wetterstation
100 Verfahren zum Betrieben einer erfindungsgemäßen Stromtankstelle 110 Weiterleiten der über die Einspeise-Stromanschlüssen aufgenommene elektrische Energie
120 Überwachen der an den Einspeise-Stromanschlüssen ankommenden elektrische Energie
130 Aufnahme, Abgabe oder Weiterleitung der elektrischen Energie zwischen den Einspeise- und Ausspeise-Stromanschlüssen gleichzeitig mit unterschiedlicher Spannung und Leistung
140 Bedarfsgerechtes Abgeben der elektrischen Energie
150 Durchführen einer Lastprüfung im Versorgungsnetz
160 Bereitstellen zusätzlicher elektrischer Energie aus der
Energiespeichereinheit für das Versorgungsnetz bei Bedarf
170 Weiterleitung zumindest eines Teils der über die Einspeise-
Stromanschlüsse aufgenommenen elektrischen Energie an da
Energiespeichereinheit
180 Steuern der Aufnahme, Abgabe oder Weiterleitung der elektrischen Energie auf Basis von erhaltenen Wetterdaten und statistisch ermitteltem Verbrauchsparametern
190 automatisches Bestimmen einer nach den Wetterdaten und
Verbrauchsparametern geeigneten Speichermenge an Energie
200 entsprechendes Anpassen der Füllstände in der Energiespeichereinheit und/oder in dem oder den Wasserstoffspeichern A Abgabe von elektrischer Energie
E Aufnahme von elektrischer Energie
VP statistisch ermitteltem Verbrauchsparametern an den Ladestationen w Weiterleitung von elektrischer Energie
WD Wetterdaten